Bienen- und Insektensterben

24.02.17 16:11 #1
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Bienen- und Insektensterben

MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Wenn von außen in die Naturschutzgebiete eindringende Ackergifte Schuld am Rückgang der Insekten sind, müsste das ja schnell nachweisbar sein. Spuren davon wird man sicher überall auf der Welt finden, die spannende Frage ist also, ob die Dosis groß genug ist, um den Schaden zu erklären.

Was den Flächenverbrauch angeht, glaube ich nicht, dass das in Zukunft besser werden werden kann. Seit 1700 hat sich die Zahl der Menschen, die ernährt werden müssen, verzwölffacht (von 600 Millionen auf aktuell 7,2 Milliarden). Diese Entwicklung geht parallel mit dem technischen Fortschritt, tatsächlich wird jeder Fortschritt sofort durch das ungebremste weltweite Bevölkerungswachstum aufgefressen. Wollte man zur traditionellen giftfreien 4-Felder-Wirtschaft zurückkehren, müsste man also ca 92% der Menschheit töten oder auf den Mond schießen und außerdem wieder mit regelmäßigen Hungerkatastrophen wegen Ernteausfällen rechnen. Man darf auch nicht vergessen, dass die heutige intensive Landwirtschaft vom Flächen- und Ressourcenverbrauch her viel effizienter ist als die traditionellen Anbaumethoden. Die Preise für Lebensmittel würden explodieren und wer jetzt schon am Anschlag ist, also Arbeitslose, Alleinerziehende, Alte und chronisch Kranke, hätte kein Auskommen mehr. Das ist alles politisch nicht durchsetzbar.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:...-hist-de-2.png

Geändert von MaxJoy (24.10.17 um 12:46 Uhr)

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damdam ist offline
Beiträge: 2.221
Seit: 02.10.10
Könnte sein, dass das nachweisbar wäre mit den Pestiziden, wenn man es denn nachweisen und bei sowas transparent sein wollte und wenn bei sowas nicht wieder die Lobby ihre Finger im Spiel hätte. Gibt genügend Skandale, die beweisen, dass das oft so läuft. Sieht man halt nur mit einer gewissen Bereitschaft, es sehen zu wollen...

Für den Flächenverbrauch musst Du gar nicht global gucken, es reicht, wenn Du Dir Deutschland anguckst. Der Link von mir bezog sich ja auf Deutschland. Die Bevölkerung in Deutschland hat in den letzten Jahren wohl kaum zugenommen, eher abgenommen, trotzdem ist der Flächenverbrauch angestiegen. Warum, muss man die Raumplaner fragen, aber einige Sachen liegen ja auf der Hand: Die Leute meinen, immer größere Wohnungen zu brauchen, es wird immer mehr Flexibilität "gebraucht", weswegen man schnellere Strassenverbindungen mit mehr Flächenverbrauch braucht, Anbau von Energiepflanzen zur "umweltfreundlichen" Energiegewinnung usw. Man muss die Experten zu solchen Themen halt einfach mal anhören und Dinge hinterfragen, statt sich mit einfachen Antworten zufriedengeben.

Zu dem, man muss es so machen mit dem Flächenverbrauch wegen der Nahrungsversorgung: 1/3 der Lebensmittel in Deutschland wird WEGGEWORFEN.

Viele Grüße

Geändert von damdam (24.10.17 um 13:19 Uhr)

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MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Im reichen Westen hat Mitte der 60er der Pillenknick zugeschlagen, eigentlich eine positive Entwicklung. Dafür ist aber der Konsum gewaltig angestiegen, so dass es wieder auf das Gleiche herauskommt. An der Flüchtlingskrise sieht man auch, dass man Deutschland nicht isoliert betrachten darf, ein immer weiter steigender Bevölkerungsdruck in den ärmeren Ländern entlädt sich irgendwann auch hierzulande, sei es durch Einwanderung oder Krieg.
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damdam ist offline
Beiträge: 2.221
Seit: 02.10.10
Nein, es kommt eben nicht aufs Gleiche raus, trotz Pillenknick wächst der Flächenverbrauch, hätte es ihn nicht gegeben, wäre es noch schlimmer.
Flüchtlinge brauche ich ebenfalls nicht einzubeziehen: Selbst wenn man sich die Statistiken vorher anguckt, steigt der Flächenverbrauch und das hat also damit zu tun, dass wir einen höheren pro-Kopf-Flächenverbrauch haben. Das ist EINE Schraube, an der wir hier drehen könnten, neben anderen vorher erwähnten.

Ich meine keineswegs, dass man nicht globale Entwicklungen betrachten soll, aber wenn es darum geht, was bei UNS schief läuft, müssen wir auch gucken, wo WIR HIER zu den Zuständen beitragen. Und dafür als Gesellschaft Verantwortung übernehmen.

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MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Der Pillenknick brauchte 30 Jahre, um eine Wirkung zu zeigen, weil gleichzeitig die Lebenserwartung angestiegen ist. Erst seit der Jahrtausendwende stagniert die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland.

https://de.wikipedia.org/wiki/Demogr...Demografie.png

Der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland nimmt seitdem ab und nicht zu:

https://de.wikipedia.org/wiki/Landwi...0622113859.png
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damdam ist offline
Beiträge: 2.221
Seit: 02.10.10
Das ändert aber nichts daran, dass der Flächenverbauch gestiegen ist.
Und ich rede hier nicht nur von den landwirtschaftlichen Flächen (die nämlich vorwiegend zugunsten Strassen- und Siedlungbau abgenommen haben)

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Anahata77 ist offline
Beiträge: 1.525
Seit: 25.03.12
Huhu,

Oh je, da wird aber an riesigen globalen Schräubchen gedreht (was sicher wichtig ist) .. immerhin hat heute das EU Parlament dafür gestimmt, die Zulassung von Glyphosat nicht zu verlängern. Nun gucken, was da passiert.

Ich hab’s leider nicht so mit dem tiefen globalen Rundumblick

Nein Kayen, lass das blühende was du hast schön stehen. Ich werde in meine Blumenkästen zwischen die Pflanzen jeweils 1-2 Zwiebeln stecken hab ich mir so überlegt. Und ein Kübel ist leer, da sind die Sonnenblumen mittlerweile verblüht. Den mach ich auch mit Zwiebeln fertig fürs Frühjahr.

Selber Insektenhotels zu bauen find ich toll leider konnte ich mich noch nicht aufraffen und aktuell schwanke ich zwischen verschiedenen Modellen hin und her. Es gibt auch welche aus Stein. Hmm..

Irgendeines wird in den nächsten Tagen kommen und dann bin ich gespannt, ob es überhaupt angenommen wird (ich befürchte ja, meine Balkonrasselbande sieht das als extra gedeckten Tisch an )

Viele Grüße
Anahata

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MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Zitat von damdam Beitrag anzeigen
Das ändert aber nichts daran, dass der Flächenverbauch gestiegen ist.
Und ich rede hier nicht nur von den landwirtschaftlichen Flächen (die nämlich vorwiegend zugunsten Strassen- und Siedlungbau abgenommen haben)
Ich habe dazu auf die Schnelle keine Statistiken gefunden, hast du eine Quelle?

Zumindest der Siedlungsbau bietet die Chance für mehr Natur, wenn man die Gartenbesitzer davon überzeugen kann, bunte Wiesen statt dem immer gleichen Psychopathenrasen anzulegen ... Dieses Jahr habe ich einfach mal seltener gemäht und den ganzen Sommer Wildblumen im Garten gehabt. Sofort waren sie alle wieder da: Bienen, Hummeln, Schwebfliegen & Co. Nächstes Jahr werde ich mal eine insektenfreundliche Samenmischung ausprobieren.

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Anahata77 ist offline
Beiträge: 1.525
Seit: 25.03.12
Huhu MaxJoy,

Wenn du die Statistik meist, welche Flächen für Verkehr oder wg Siedlungsbau umgewandelt wurden:

Indikator: Siedlungs- und Verkehrsfläche | Umweltbundesamt

Und, jaaa, lege eine Wildblumen/Kräuterwiese an. Ich wünschte, ich hätte einen kleinen Garten Ich finde ja, das sollte man an allen freien Flächen machen. Und wenn man einen Garten hat, kann man sicher eine wilde Ecke anlegen. Vor allem ist es so pflegeleicht. 1-2 im Jahr mähen, liegenlassen.

Ich kann ua Mischungen von Bingenheimer empfehlen. Falls das jetzt Produktwerbung ist - sorry, dann bitte löschen.

Anahata

Geändert von Anahata77 (24.10.17 um 18:07 Uhr)

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MaxJoy ist offline
Beiträge: 1.673
Seit: 18.03.16
Huhu Anahata,

Aus dieser Graphik kann man sofort sehen, dass sich der Zuwachs an Siedlungs- und Verkehrsflächen seit 1993 halbiert hat, Tendenz weiter fallend. Nur wieviel ist das pro Jahr bezogen auf die Gesamtfläche Deutschlands? *Kopfkratz*

Pro Jahr gehen 66 ha x 365 Tage = 24090 ha = 240,9 km2 für Siedlungen und Verkehr drauf. Bezogen auf die Gesamtfläche sind das 240,9 km2 / 357.376 km2 = 0,00067 = 0,067%.

Das ist also kein besonders dramatischer Verlust.


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