Vergangene Kindheitserlebnisse verarbeiten und loslassen

27.08.04 11:50 #1
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Vergangene Kindheitserlebnisse verarbeiten und loslassen

Löwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 209
Seit: 27.08.04
http://www.svss-uspda.ch/
Hier habe ich noch einen Artikel gefunden über Abtreibung und psychische Folgen:

Ein Schwangerschaftsabbruch (SA) ist für viele Frauen ein schwieriger Entscheid und in jedem Fall eine schmerzliche Erfahrung. Er kann - wie viele andere schwierige Entscheide im Leben einer Frau - mit Traurigkeit, Reue, Schuld- oder Verlustgefühlen verbunden sein. Doch jede Alternative ist ebenso mit psychologischen Problemen verbunden, ganz besonders die Aufgabe des Kindes zur Adoption.

Vor allem Erleichterung
Eine ganze Reihe von Studien und Übersichtsarbeiten über die wichtigsten und methodisch verlässlichsten Forschungsergebnisse der neueren internationalen Fachliteratur ergeben:

Die psychische Belastung der Frauen ist vor dem SA am grössten. Die ungewollte Schwangerschaft bedeutet eine Lebenskrise, die mit dem Abbruch der Schwangerschaft meist gelöst ist (Zolese, 1992).
Nach dem SA empfinden die meisten Frauen vor allem Erleichterung. Die vorher festgestellten psychischen Stress-Symptome sind verschwunden (Blaser, 1975).
Bei einer Minderheit der Frauen (je nach Studie 14 - 30 %) treten leichte - meist vorübergehende - Traurigkeit, Reue oder Schuldgefühle auf. Doch die positiven Gefühle sind auch bei ihnen meist stärker als die negativen. Trotz der Trauer stehen sie zu ihrem Entscheid. Ein Gefühl des Verlustes, der Trauer, des Verzichts auf eine Lebensmöglichkeit ist nach einem SA im übrigen ebenso normal wie nach irgend einer andern schwerwiegenden Entscheidung, die eine Frau in ihrem Leben zu treffen hat.
Hinzu kommt, dass Schuldgefühle nicht zuletzt durch die Kriminalisierung, das Tabu, das den SA zudeckt, hervorgerufen bzw. verstärkt werden. Und natürlich durch die blutrünstige Propaganda und Sprache der extremen Abtreibungsgegner.

Schwerwiegende psychische Folgen sind selten.
Ernste psychische Probleme haben - je nach Studie - 4 bis 10 % der Frauen. Oft sind es jene, die schon vor dem SA in psychiatrischer Behandlung waren.

Ein erhöhtes Risiko für negative Reaktionen besteht überdies bei Frauen, die eine ursprünglich erwünschte Schwangerschaft abbrechen (z .B. aus medizinischen Gründen), die stark ambivalent sind, bei denen die Schwangerschaft weit fortgeschritten ist, die bei wichtigen Bezugspersonen keine Unterstützung finden, die sich in einem Glaubenskonflikt befinden oder auch bei sehr jungen Mädchen.

Langzeit- und Vergleichsstudien SA/Geburt
Der SA, wenn er unter guten Bedingungen durchgeführt wurde, hat weniger negative psychische Folgen als die Geburt eines ungewollten Kindes.

Es gibt eine ganze Reihe von in- und ausländischen Untersuchungen, welche Frauen nach einem SA mit Frauen verglichen haben, die eine Schwangerschaft austrugen:

Eine US-Studie verglich 773 Frauen, die vor mind. 7 Jahren einen SA hatten, mit 3'000 Frauen, die geboren hatten: Es fand sich kein Unterschied im psychischen Wohlbefinden der beiden Gruppen. Frauen mit einem SA hatten hingegen ein deutlich höheres Selbstwertgefühl als solche, die ein unerwünschtes Kind zur Welt gebracht hatten (Russo, 1992). Mehrere weitere Studien kommen zum gleichen Schluss.
In einer schweizerischen Untersuchung von Frauen 15 Jahre nach einem SA fand Hurni (1981), dass diese nicht häufiger den Arzt oder den Psychiater aufsuchten als Frauen, die die Schwangerschaft ausgetragen hatten. Die beiden Gruppen unterschieden sich nicht in ihrem gesundheitlichen Befinden.
In Dänemark wurden 18 von 10'000 Frauen, die 1975 einen SA hatten, in einer psychiatrischen Klinik hospitalisiert, gegenüber 12 von 10'000 Frauen nach einer Geburt (David, 1985).
Brewer (1977) fand 0,3 Promille Abortpsychosen gegenüber 1,7 Promille Psychosen nach Geburt.
In der Untersuchung von Holzhauer (1989) gaben 69% der Frauen mit Schwangerschaftsabbruch an, dass sie voll zu ihrem Entschluss stehen würden. 23,5% hatten manchmal, 4.8% oft Zweifel, während 3% ihren Entscheid im Nachhinein für falsch hielten. Bei Frauen, die eine ungeplante Schwangerschaft austrugen, hatten bloss 57% keine Zweifel an der Richtigkeit ihrer Entscheidung.
Die wohl umfassendste Studie stammt aus England (Gilchrist, 1995): 2'000 Frauen, die einen SA hatten, wurden während 10 Jahren beobachtet und mit 3'000 Frauen verglichen, die eine ungeplante Schwangerschaft ausgetragen hatten: Es fanden sich zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede betr. Psychosen, Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Erkrankungen.

Die Mütter wider Willen
Mehrere Studien fanden, dass etwa ein Viertel bis ein Drittel der Frauen, welchen ein SA verweigert wurde, auch Jahre danach noch negative Gefühle oder schwerwiegende psychische Probleme hatten.

Der SA als Lernprozess
Ungewollt schwanger zu werden, wird von Frauen oft als persönliches Versagen empfunden. Sie machen sich Selbstvorwürfe. Doch bewirkt die intensive Auseinandersetzung mit Sexualität, Partnerschaft, Fruchtbarkeit, Kinderwunsch, Lebenszielen während der Entscheidfindung häufig einen Reifeprozess.

Die Frau geht gestärkt, erwachsener, unabhängiger aus diesem Prozess hervor. Sie gewinnt an Selbstwertgefühl. Das Erlebnis kann positive Veränderungen in ihrem Leben auslösen und zur Klärung ihrer Lebenssituation beitragen.

Schwangerschaftsabbruch und Selbstmordtendenz
Eine Studie aus Finnland (Gissler 1996) fand bei Frauen, die einen SA hatten, eine höhere Selbstmordrate als allgemein in der weiblichen Bevölkerung. Die Abtreibungsgegner haben auch diese Studie fehlinterpretiert und für ihre Zwecke missbraucht.

Die Studie sagt überhaupt nichts Schlüssiges aus über die Gründe dieser Selbsttötungen. Die Schlussfolgerung der Autoren: "Das erhöhte Selbstmordrisiko nach SA weist entweder auf gemeinsame Risikofaktoren [für SA und Selbsttötung. Anm. d. Red.] oder auf schädliche Auswirkungen des SA auf die psychische Gesundheit hin."

Was liegt näher als die Vermutung, dass Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen, sich in besonders unglücklichen Lebensumständen befinden in Bezug auf ihre Partnerschaft sowie ihre soziale und gesellschaftliche Situation? Dass also ihre Tendenz zur Selbsttötung aus diesem Grund und nicht wegen des SA erhöht ist.

Unter den 2000 Frauen, die in England nach einem SA während 10 Jahren beobachtet wurden (Gilchrist, 1995), gab es keinen Selbstmord.

Die Quellen der Abtreibungsgegner
Die von den Abtreibungsgegnern erwähnten Zahlen stammen aus einigen wenigen Studien von Fachleuten aus ihren Kreisen. Es handelt sich meist um anekdotenhafte Fallgeschichten (Speckhard, 1987) oder um ein sehr spezielles Patientinnengut : nämlich vor allem Frauen, die aus medizinischen Gründen oder wegen Missbildung des Fötus die Schwangerschaft - oft im fortgeschrittenen Stadium - abbrechen mussten (Simon, 1986) oder junge Mädchen aus prekären Familienverhältnissen (Merz, 1979). Die Interpretation der Befunde durch solche AutorInnen ist oft mehr als fragwürdig:

wenn eine Frau sich nicht interviewen lassen will, so hat sie "verdrängte Schuldgefühle";
ein Mädchen wird kurze Zeit nach dem SA von einem Automobilisten angefahren. Er ist fehlbar, aber das Mädchen hat eine "Selbstbestrafungstendenz";
"80 % der Paare trennten sich wegen der Abtreibung." - Ist es nicht eher umgekehrt: die Abtreibung erfolgte u. a. deshalb, weil die Beziehung brüchig war?
Die Pariser Abtreibungsgegnerin Dr. Marie Peeters malt Schreckensvisionen über die Folgen der Abtreibung, aber sie "foutiert sich um die Fachliteratur", wie sie selbst sagt. Und Maria Simon bezieht sich in ihren Arbeiten "nur auf die Literatur, die meine Erfahrungen bestätigt". Sie hält die Opferrolle der Frau für die natürliche.

Skepsis ist auch gegenüber den sogen., durch Abtreibungsgegner ins Leben gerufenen Selbsthilfegruppen von "Opfern der Abtreibung" angebracht. Es wäre interessant zu wissen, wieviele und was für Frauen in solchen Gruppen mitmachen. Am Frauenspital Bern und im Frauenambulatorium Zürich wurden Angebote für solche Nachbearbeitungs-Gruppen mangels Nachfrage aufgegeben.

Schweizer Studie
Wenig psychische Probleme
Eine neuere Schweizer Studie bestätigt, was in der internationalen Fachliteratur längst erhärtet ist: Psychische Folgen nach einem Schwangerschaftsabbruch sind selten.

In Genf wurden 103 Frauen 6 Monate nach dem Abbruch befragt. 10% hatten psychische Probleme, die allerdings nicht unbedingt eine Folge des Abbruchs waren, sondern ebenso mit ihrer schwierigen Lebenssituation zusammenhingen. (10% psychisch Angeschlagene finden sich auch in der "normalen" Bevölkerung. 10-15% aller Mütter leiden an einer schweren Depression nach einer Geburt.)

Die Befragung zeigte auch, dass sich Frauen nicht unter dem Druck der Umgebung zum Abbruch entschliessen, sondern aus freiem Entscheid. Sie wollen ihre Lebensperspektiven nicht aufgeben oder ein Kind nicht in eine nicht tragfähige Beziehung hinein zur Welt bringen.



[geändert von Löwe am 02-23-05 at 10:59 AM]

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Elfe ist offline
Beiträge: 719
Seit: 08.10.04
hallo Löwe!

Danke für das Einfügen des Artikels! Es sind aufschlussreiche Studien darin beschrieben.

Sorry, aber ich muss hier noch kurz meinen Senf dazufügen ;):

Der SA als Lernprozess
Ungewollt schwanger zu werden, wird von Frauen oft als persönliches Versagen empfunden. Sie machen sich Selbstvorwürfe. Doch bewirkt die intensive Auseinandersetzung mit Sexualität, Partnerschaft, Fruchtbarkeit, Kinderwunsch, Lebenszielen während der Entscheidfindung häufig einen Reifeprozess.

Die Frau geht gestärkt, erwachsener, unabhängiger aus diesem Prozess hervor. Sie gewinnt an Selbstwertgefühl. Das Erlebnis kann positive Veränderungen in ihrem Leben auslösen und zur Klärung ihrer Lebenssituation beitragen.
Ich würde den Reifeprozess, das Selbstwertgefühl, die Stärkung etc. jetzt eher einer Frau zusprechen, die trotz widriger Situation das Kind ausgetragen hat... Man sollte das schon nicht vergessen, dass das Austragen des Kindes auch sehr heilsam sein kann. Natürlich müssen die Voraussetzungen stimmen, d.h. eine junge Mutter sollte nicht alleingelassen werden, sie braucht viel Unterstützung und Hilfe. Aber das gilt ja eigentlich eh allgemein. Postnatale Depressionen treten ja auch bei ganz "normalen" Lebensgeschichten auf, das zeigt auf, wie wichtig die Unterstützung junger Mütter nach der Geburt ist.

Aber okay, im glücklichsten Fall kommt es bei einem SA so, wie oben im Zitat. (Was ich den betroffenen Frauen natürlich auch unbedingt wünsche!)

Ob die Studien so seriös bewertet wurden, kann ich nicht beurteilen. Aber diese beiden obigen Abschnitte im Zitat sind einfach eine persönliche Schlussfolgerung des Autors, aufgrund der Zahlen dieser Studien.

Es sind ja auch negative Aspekte in den Studien aufgetreten, die gleich vom Autor selbst wieder zerstreut werden:

Schwangerschaftsabbruch und Selbstmordtendenz
Eine Studie aus Finnland (Gissler 1996) fand bei Frauen, die einen SA hatten, eine höhere Selbstmordrate als allgemein in der weiblichen Bevölkerung. Die Abtreibungsgegner haben auch diese Studie fehlinterpretiert und für ihre Zwecke missbraucht.

Die Studie sagt überhaupt nichts Schlüssiges aus über die Gründe dieser Selbsttötungen. Die Schlussfolgerung der Autoren: "Das erhöhte Selbstmordrisiko nach SA weist entweder auf gemeinsame Risikofaktoren [für SA und Selbsttötung. Anm. d. Red.] oder auf schädliche Auswirkungen des SA auf die psychische Gesundheit hin."

Was liegt näher als die Vermutung, dass Frauen, die eine Schwangerschaft abbrechen, sich in besonders unglücklichen Lebensumständen befinden in Bezug auf ihre Partnerschaft sowie ihre soziale und gesellschaftliche Situation? Dass also ihre Tendenz zur Selbsttötung aus diesem Grund und nicht wegen des SA erhöht ist.

Unter den 2000 Frauen, die in England nach einem SA während 10 Jahren beobachtet wurden (Gilchrist, 1995), gab es keinen Selbstmord.
Dass der Autor nicht neutral eingestellt ist, sondern ein Abtreibungsbefürworter, geht ja klar aus seinen Schlussfolgerungen hervor. Meine Haare sträuben sich deshalb, weil hier eben der SA allzu schöngemalt und verklärt wird. Darum für mich zuwenig sachlich (für eine Studie und deren Bewertung) und eben sehr einseitig.

Aber jetzt hab ich ja nochmals die Gegenseite aufgezeigt und möchte dazu jetzt noch ganz kurz erwähnen, dass ich zu jenen Frauen gehöre, die in einer absolut misslichen, abstrusen, komplizierten, verwirrenden, absolut schmerzhaften und fürchterlich katastrophalen Lage sich dazu entschieden hat, das Kind mit ganz grosser Liebe, Fürsorge, aber auch mitsamt furchtbar grosser Trauer und Schmerz auszutragen. Das Resultat war: eine zeitlang ziemlich chaotische Verhältnisse, immer noch sehr viel Schmerz und Trauer, aber in erster Linie ein wunderbares, kleines, aufgewecktes Geschöpf mit einer sehr, sehr stolzen, zwar leidgeprüften, aber erstarkten, gereiften und liebevollen Mutter. Ich kann nur sagen: Es hat sich für mich mit Sicherheit gelohnt!
Ich liebe meinen Sohn mehr als alles andere auf dieser Welt. Er ist meine kostbare Perle.

Das war jetzt einfach mein Teil, okay? Ich weiss, das ist meine eigene Geschichte, und die will und kann ich niemandem überstülpen. Aber sie gibt Einblick in eine andere Situation, nicht mehr und nicht weniger.

Seid lieb gegrüsst aufs Neue ;)
Elfe
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Seid lieb gegrüsst von Elfe

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himmelsengel ist offline
Beiträge: 912
Seit: 25.03.04
Sicherlich könnte ich wieder ne Menge zu einigen Kommentaren schreiben... ;)

Aber ich klinke mich jetzt hier aus... Ich wünsche Löwin alles Gute für ihren weiteren Weg und das sie für sich die richtige Entscheidung getroffen hat.

LG
himmelsengel

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Aks Antwort auf Sternchens Argumente, daß es heutzutage ja kein Problem mehr ist, Kind(er) alleine großzuziehen:
Es ist gesellschaftlich gesehen kein wirkliches Problem mehr. Zum Glück werden alleinerziehende Frauen nicht mehr "geächtet". Trotzdem ist es für diese Frauen wesentlich schwieriger, mit ihrer Situation fertig zu werden als mit Partner, egal , ob verheiratet oder nicht.
Beruf/Ausbildung und Kind unter einen Hut zu bringen ist gerade bei der jetzigen wirtschaftilchen Lage besonders schwer. Hier in Deutschland gibt es immer noch zu wenige Krippen - und Kindergartenplätze, die Schulen sind keine Ganztagsschulen usw. Wer keine Verwandten hat, die einspringen, kann sich auf viel Stress gefasst machen. Und selbst Müter, die Verwandte haben, sind meistens ganz schön gestresst.
Die andere Möglichkeit, nämlich vom Staat Hilfe anzunehmen, ist für eine Weile ja gut. Aber wenn man dann nicht wieder aktiv wird und sich selbst um einen Job kümmert, kann man sicher sein, daß man aus der Abhängigkeit vom Staat nicht mehr so leicht rauskommt.

Ich verstehe alle Argumente gegen eine Abtreibung. Aber ich verstehe auch alle Argumente für eine Abtreibung. Die Entscheidung muß jede Frau für sich allein treffen.

Gruß,
Uta

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Sternchen ist offline
Beiträge: 1.231
Seit: 09.11.04
Aks Antwort auf Sternchens Argumente, daß es heutzutage ja kein Problem mehr ist, Kind(er) alleine großzuziehen:
Es ist gesellschaftlich gesehen kein wirkliches Problem mehr. Zum Glück werden alleinerziehende Frauen nicht mehr "geächtet". Trotzdem ist es für diese Frauen wesentlich schwieriger, mit ihrer Situation fertig zu werden als mit Partner, egal , ob verheiratet oder nicht.
Nein, ich habe nie behauptet dass es problemlos ist ein Kind alleine aufzuziehen.
Ich habe nur gesagt das es in meiner Umgebung kein gesellschaftliches Problem ist, aber das es sehr wohl bei jemanden anderen ein gesellschaftliches, traditionelles oder aus dem Glauben entstandenes Problem sein kann.
Ganz im Gegenteil, ich brauche nur ein paar Kilometer aufs Land fahren, dort sieht es schon ganz anders aus.
Freunde von uns sind aus der Großstadt aufs Land gezogen....in dem Kuh-Dorf wird sich wegen jedem Sch... das Maul zerissen. Sicher hat eine alleinerziehende Mutter es dort nicht einfach!
Von der finanziellen Seite möchte ich garnicht sprechen, das ist heutzutage für niemanden einfach.

Ich wollte damit nur sagen dass man schlecht urteilen und verstehen kann, wenn man den andern nicht kennt und in welchen Umfeld er lebt. Wir unterscheiden uns alle in Traditionen, Werte und Glauben.
Deshalb kann man niemanden verurteilen egal ob er dafür oder dagegen ist.
Man kann nur versuchen den andere zu verstehen...was sicherlich nicht einfach ist wenn man ihn nicht persönlich kennt. Mit einer Freundin, die man schon lange kennt kann man sicherlich ganz anders sprechen und auch urteilen!

LG
Sternchen


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Elfe ist offline
Beiträge: 719
Seit: 08.10.04
Hallo liebe Löwin!

Ich weiss, heute ist Dein Tag, um 14:30 Uhr ist der Termin.

Ich möchte dieses Thema hier nicht zerreden, mir ist nur noch etwas eingefallen, was ich Dir unbedingt noch schreiben möchte: es besteht noch eine 4. Möglichkeit, neben Abbruch, Adoption und das Kind behalten und gestresste alleinerziehende Mutter sein:

Man kann das Kind in eine gute, liebevolle Pflegefamilie geben, wo es dann zum Beispiel die ganze Woche über lebt, und an den Wochenenden bei der Mutter. Oder nur tagsüber, und abends wird es von der Mama abgeholt. Oder die Mutter holt es jedes zweite Wochenende. Etc.
Diese Variante ist auch nicht teuer für die Mutter, nicht wie eine Krippe! Der Tarif wird den finanziellen Möglichkeiten der Mutter angepasst. Auch ist diese Variante besser als eine Tagesmutter, da Pflegeeltern wirklich sehr sorgfältig und nach strengen Kriterien ausgesucht und auch ausgebildet werden, und man kann eine offene und gute Beziehung zueinander pflegen. Die Pflegeeltern kümmern sich um das Kind, erziehen es, pflegen es, geben ihm auch Liebe und Halt.
Pflegekinder wachsen heutzutags ganz "normal" auf, das heisst, sie bekommen die bestmögliche Struktur, um sich zu entfalten, zu wachsen und zu gedeihen. Sie haben dann zwar quasi wie zwei paar Eltern, aber Kinder sind sehr flexibel und passen sich der Situation an. Ausserdem lieber zwei paar Eltern als gar keine. Wichtig ist die Kommunikation, der offene Austausch zwischen den Eltern, und der liebevolle und auch offene Umgang mit dem Kind.

Ich interessiere mich schon seit ein paar Wochen selbst für die Pflege eines Kindes und hab mich deshalb schon mal etwas schlau gemacht in diese Richtung ;).

Also ich wünsch Dir jetzt jedenfalls von ganzem Herzen alles Liebe, viel Kraft!
Und Engel, die Dich auf Flügeln tragen!

Elfe



[geändert von Elfe am 02-25-05 at 08:37 AM]
__________________
Seid lieb gegrüsst von Elfe

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Löwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 209
Seit: 27.08.04
Hallo Elfe

Danke für deine lieben Worte.

Mir käme es nicht in den Sinn mein Kind in eine Pflegefamilie abzugeben. Das geht mir gegen meine Moral. Der Grund ist, dass ich halt anderst denke und anderst aufgezogen worden bin und ich eine andere Mentalität habe. weiter möchte ich nicht schreiben.

Aber danke für die gewünschte Kraft.

LG Löwin

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Löwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 209
Seit: 27.08.04
Hallo Zusammen

Es ist geschafft. Das Kind ist nicht mehr da. Ich fühle mich sehr erleichtert, aber ich empfinde auch tiefe Trauer. Es tut weh ein Kind zu verlieren, weil es ist ein Stück von mir selbst wo da verloren geht. Frauen die schon einmal ein Kind verloren haben, können mir es gut nachempfinden. Ich spüre, aber das es die richtige Entscheidung war.

Mir ist auch klar geworden, dass ich mit meinem Freund nicht weiterkomme, in familiärer Hinsicht. Er hat nur seine Karriere im Kopf, weil er möchte mir in Zukunft was auch bieten. Ist auch gut und Recht, aber erst jetzt merke ich, dass ich gerne möchte vorwärts machen, heiraten und Kinder kriegen. bin auch schon bald 30.

Gestern musste ich für 4h ins spital zur beobachtung nach der einnahme der tablette die die blutung auslöste. Mein freund hatte nichts bessers zu tun als mich hinzubringen für 1h zu bleiben und nachher zu seinen Eltern zu gehen, da er schon ein schlechtes gewissen hatte, da er sich nicht hat blicken lassen bei ihnen seit 1 woche (typische südländermentaltität). Die mamma ist ja wichtiger als die freundin. Tja, da muss ich mit ihm noch ein Wörtchen reden.

Momentan ist mir nur eins wichtig. meine Ausbildung zu abschliessen und das Fähigkeitszeugnis für Kaufm. Angstellte zu erlangen.

LG Debi

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Löwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 209
Seit: 27.08.04
Hallo Zusammen

Jetzt wo ich die Abtreibung langsam am verkraften bin, kommt schon das nächste Problem.

Als es mir letztes Jahr mir sehr schlecht ging, mailte ab und zu mit dem Bruder meines Freundes. Ein sehr schöner Mann. Hübsch,attraktiv und gut durchtrainiert. Er schrieb mir mal einen sehr schönen Satz: "es ist wichtig den Berg zu besteigen, weil wenn man oben angekommen ist, ist es wunderschön." Nachdem ich diesen Satz gelesen hatte, wurde es mir richtig warm ums Herz und es entwickelten sich Gefühle. Für 5 Mt. war ich verliebt im Bruder. Es hatte aber nie eine Chance, da ich nicht sein Typ bin und da alles in der Familie liegt. Also habe ich die Finger davon gelassen.

Mein Freund teilt mir gestern mit, dass er es erfahren hatte vor 3-4Tg. Der Grund ist, ich bin meinem Maulwerk selbst zum Opfer gefallen, weil ich es versch. Leuten erzählt habe. Der Bruder hat es von seinem besten Kollegg erfahren den ich mich anvertraut habe. Das Beste ist noch daran das es seine Eltern jetzt auch noch wissen und die werden mich jetzt mit anderen Augen betrachten (Süditalienermentalität). Zwischen dem Bruder und mir ist auch nichts vorgefallen.Keine Küsse und auch nichts mehr.

Eine zeitlang hatte ich auch keine Gefühle mehr für meinen Freund, aber ich spüre, da jetzt alles für den Bruder, alles abgestorben ist, fange ich wieder an für meinen Freund was zu fühlen.

Ich weiss nicht mehr weiter, ich hab das Gefühl die ganze Welt stürzt sich auf mich.

LG Löwin


[geändert von Löwe am 03-03-05 at 01:00 PM]

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Löwe ist offline
Themenstarter Beiträge: 209
Seit: 27.08.04
Hallo Zusammen :)

Nun, gestern hat mein Freund mit seinen Eltern gesprochen. Wie vermutet haben sie mich ausgeschlossen nur aus dieser Geschichte da ich mal für seinen Bruder Gefühle hatte. Für Sie ist es eine Tragödie. Ich finde sich verlieben in einen anderen ist menschlich, aber dann muss man auf den Boden zurückkommen und sich sagen, was können wir in unserer Beziehung besser machen wenn man diese Beziehung erhalten will?

Die Gefühle für mein Freund sind wieder da und die werden sich nun weiterentwickeln.

Jetzt kommt es darauf an ob er zu mir hält oder nicht.

LG Debi


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