In der Schule Gedichte und Lieder auswendig lernen

11.02.09 19:47 #1
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In der Schule Gedichte und Lieder auswendig lernen

Snell ist offline
Beiträge: 402
Seit: 27.06.06
Ohhh, dass finde ich schon sehr bemerkenswert. Ein 8. Klässler der Lieder liebt mit solch einem tieferen Sinn......kommt nicht allzu oft vor.
Du kannst echt stolz auf deinen Sohn sein.
Viele Grüße
Snell
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Ich bin kein Arzt der meint er hätte das Wissen alleine gepachtet und denoch stehe ich zudem was ich sage, weil ich nichts mehr zu verlieren habe und mir nicht mein Mundwerk verbieten lasse.

In der Schule Gedichte und Lieder auswendig lernen

Snell ist offline
Beiträge: 402
Seit: 27.06.06
Wir hatte auch viel aus der Mundorgel gesungen, das kleine rote Büchlein......das kennen die jüngeren heute weniger. Schade eigentlich.
Ich habe gerade mal meine Tochter gefragt, sie kennt die Mundorgel noch nichteinmal aus dem Musikunterricht. "Und dennoch reiste Bolle"........ach da kommen Erinnerungen hoch.
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In der Schule Gedichte und Lieder auswendig lernen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Snell,

wie lustig. Gestern ist mir beim Aufräumen die "Mundorgel" in die Hände gefallen!

Apropos "Bolle", hier habe ich mal eine handgemachte Version eingestellt http://www.symptome.ch/vbboard/famil...tml#post255447

Herzliche Grüße von
Leòn
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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

Verlust der Gedächtniskultur

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo, einen Gruß an Alle;

es klingt erfreulich, wenn man hier von den einen oder anderen jüngeren Leuten hört, dass sie noch "viel" auswendig lernen dürfen/ durften. Ganz offensichtlich gibt es das auch noch. Auch meine Tochter hat in der Grundschule noch "relativ viel" auswendig lernen dürfen. Es ist allerdings die Frage: was ist viel?

Es wird immer weniger auswendig gelernt

Laut Studien gehöre ich bereits einer Generation an, die deutlich "weniger" auswendig lernen musste. Dabei kann ich für die Grundschule sagen: wir haben von der zweiten bis zur vierten Klasse wöchentlich ein Volkslied auswendig gelernt - oder auswändig, wie es nach der jetzt gültigen Rechtschreibung (oder heißt es Rächtschreibung? ) heißt. Dazu kamen Gedichte. Mit dem Lernen von Liedern war es ab der fünften Klasse vorbei aber Gedichte haben wir immer wieder auswendig lernen müssen, etwa bis zur achten Klasse.
Das ist, im Vergleich zu dem, was den Schülern bis zu den fünfziger Jahren im Durchschnitt abverlangt wurde, vergleichsweise wenig. Allerdings kamen bei mir im Konfirmationsunterricht noch zwei Jahre lang ein Kirchenlied oder ein sonstiger geistlicher Text, alle vierzehn Tage dazu!

Noch in den sechziger Jahren schlugen viele Lehrpläne der deutschen Bundesländer "sechs bis acht auswendig zu lernende Gedichte" pro Schuljahr vor. Das ist heute weitgehend vorbei. Manche Lehrpläne verbieten das pflichtgemäße Auswendiglernen sogar.

Gedichte im Gedächtnis? vom Verlust ... - Google Buchsuche

Manche Bildungspläne sehen pro Grundschuljahr zwei Gedichte, freiwillig und nach eigener Auswahl, vor: www.symptome.ch/vbboard/familie-erziehung/www.bildung-staerkt-menschen.de/leu_datenbank/niveau.2007-07-03.4886562648/niveaumaterial.2007-07-03.../download


Wozu ist das gut?

So, warum erzähle ich das alles? - Weil ich eben der Meinung bin, dass das Auswendiglernen nicht nur Spaß macht! Das ist, wie ich schon sagte, Geschmackssache.

Das Auswendiglernen hilft natürlich, bestimmte Wissensinhalte aufzunehmen, sich Kenntnisse anzueignen. Um das Auswendiglernen kommt man beim Fremdsprachenerwerb ohnehin nicht herum.
Es dient darüber hinaus der Vermittlung/ Aufnahme von kulturellen und sozialen Werten.
Es schult die Sprache, den Wortschatz, die Ausdrucks- und Darstellungsfähigkeiten.
Es trainiert die Gedächtnisleistungen und das ist auch ein Aspekt, der nicht unterschätzt werden sollte, denke ich.
Gedichte im Gedächtnis? vom Verlust ... - Google Buchsuche
http://ssdlrwgym.bw.lo-net2.de/claud...dichteSR00.pdf

Nun reicht, das wissen wir, ein einmaliges Auswendiglernen nicht aus, weil unser Gedächtnis so beschaffen ist, dass wir es dann wieder "verlernen". Allerdings, das ist meine persönliche Erfahrung, ist es leichter, einen Text wieder zu lernen, wenn man ihn bereits ein Mal sicher beherrscht hat!
Auswendiglernen | Das Lernen und Behalten von Wissen - Bildung & Wissen, Einprägen, Eselsbrücken, Formeln, Freizeit & Erholung, Gedichte, Gedächtnis, Gedächtnistraining, Kurzzeitgedächtnis, Spickzettel und Vokabeln - paradisi.de
Will man den Text langfristig "behalten", muss man ihn anwenden, das heißt: wiederholen.

Also, ich habe mich jedenfalls entschlossen, mir gelentlich mal wieder ein Gedicht anzuschauen und es auswendig zu lernen. Hat jemand Lust, mit zu machen?
Hier gibt es ein paar "Lern-Tipps"
http://www.schuelerlexikon.de/SID/6b...30/pdf/220.pdf
Und hier Vorschläge, welche man lernen, bzw. wieder lernen könnte.
Literaturliste ? Lyrik zum Auswendiglernen

Herzliche Grüße von
Leòn
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In der Schule Gedichte und Lieder auswendig lernen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Ach, eine Frage noch: wie sieht das eigentlich mit dem Auswendiglernen zum Beispiel in der Schweiz, Österreich und den anderen Nachbarländern aus. Was ich weiß ist, dass in Frankreich weitaus mehr an Gedichten/ Literatur auswendig gelernt wird, als in Deutschland!

Herzliche Grüße von
Leòn
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Ursu ist offline
Beiträge: 1.030
Seit: 27.06.08
Morgen,

ich bin ja aus Österreich, nähe Wien, und bei uns ist es sehr wohl so das in den Unterstufen
noch Gedichte gelernt werden, wie viele hängt jeweils von der Schule selbst ab.

Ich war in einer Klosterschule und da mussten/sollten wir relativ viele Gedichte auswendig lernen,
für mich stellte das kein Problem dar da ich mir Reime immer schon besser merken konnte.

Heute lerne ich manchmal noch Gedichte auswendig, einfach zum Spaß und
wenn eins so garnicht im Gedächnis bleiben will, hänge ich es mir in die Dusche,
es ist ziemlich erstaunlich wie viel man dort lernen kann

lg,
ursu
__________________
Die Summe der konstanten Fehler nennt man Stil,
... aber ein Rest Unsicherheit bleibt immer.

In der Schule Gedichte und Lieder auswendig lernen

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Ursu,

ich danke Dir für Deine Schilderung. Ja, ich denke "Privatschulen" handhaben das ohnehin noch anders, oder?

Wie sieht es mit den Erfahrungen der Anderen aus? Und wie - zum Beispiel - in der Schweiz?

Herzliche Grüße von
Leòn
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Mike ist offline
Beiträge: 1.855
Seit: 16.02.05
Ich versuche mich mal im Wendekreis des Jaguar und formuliere es auf meine Art:

Das Auswendiglernen fremder Text dient pirmär dazu dem Probanden in seiner Kreativität zu brechen (Fremdliteratur) und Ihm eindrücklich und möglichst früh im Leben klar zu machen das er ungefragt Sinnlosigkeiten zu akzeptieren hat.

Kein Autor hat ohne finanziellen Gedanken seine eigenen Gedichte auswendig gelernt denn Sie dienten im Regelfall als Ventil oder waren Ausdruck eine Extase (gleich welcher coleur).

Wenn es darum geht,wie es scheinbar Pädagogen vorbringen, Sach- oder Fachkentnisse mit auwendiglernen zu erwerben - warum lernen wir dann nicht z.B. das Grundgesetzt auswendig ? Zu wenig Worte ? Falscher Inhalt ?

Zum Glück konnte ich mich dieser Maschinerie erwehren und wenn mir nach Prosa ist dann schreibe ich was oder denke mir was aus und wenn ich was auswendig lernen möchte dann suche ich mir das Thema selber aus. Zudem möchte ich nich erwähnen das der Inhalt eines Gedichtes sich sicher nicht ändert aber u.U. die Umstände sowie die Entstehungsgeschichte mit dem Autor untergeht.

Mein Tip an die Pädagogenfront wäre hier eher die eingene Kreativität un Kombinatorik der Befohlenen zu entfalten anstatt Geschwafel längst verstorbener auf den Podest der unnachahmlichkeit zu stellen. Wiederholung macht es bekanntlich auch nicht besser !

und nichts ist älter als die Zeitung von gestern!

Zudem hat längst die Wiederholung Einzug in die moderne Form des erlernens von Verhaltensweisen und Grundwissen gehalten. Bei diesem Verfahren ist es so das, wenn etwas wichtig ist (und sich als solches herausstellt!) das es auch kleben bleibt...

Der eigentlich Grundgedanke war ja das man glaubte und sicher noch glaubt das sich Gedichte oder Reime einfacher lernen lassen.

ich kann hier nur zitieren:

Der Klügere gibt nach - und lässt den Dummen den Vortritt !

den ersten Teil von dieser Zeile "Der Klügere gibt nach..." hat sicher jeder schon mal gehört und durch aktive Wiederholung auswendig gelernt. Aber hat sich jemand schon mal mit den Konsequenzen beschäftigt wenn immer die Dummen gewinnen ? Hier zeigt sich in einem Paradebeispiel das wir durch auswendiglernen die Fähigkeit der möglichen Konsequenz gnadenlos verlernen. Je weniger jemand was auswendig lernt umsomehr ist er gefordert sich eingenes Wissen anzueignen ! ...und ich glaube niemand wird mir wiedersprechen wenn ich behaupte, das nichts wertvoller und echter ist als das selbst erlebte oder erworbene.

übrigens, wenn jemand wirklich wissen will wie man das auswendiglernen Revolutionieren kann sollte sich mal an modernene Webeagenturen wenden. Ich kenne Personen die nicht Ihre eingene Handynummer kennen aber so ziemlich jeden Werbespot im Fernsehen mitsprechen können. An dieser Stelle noch mal den Hinweis auf die Prägung durch Wiederholung!

ergänzen wir also geschickt den Satz:

"Wiederholung macht es bekanntlich auch nicht besser!"
mit
" - aber prägt!"

scheinbar sind unserer Gesellschaft aber wirklich wichtige Themen ausgegangen und so lernen wir Gedichte auswendig.

sollte ich mit diesen (frischen) Zeilen den einen oder andern zum nachdenken angeregt haben freue ich mich für Ihn!

Gruss

Mike

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Snell ist offline
Beiträge: 402
Seit: 27.06.06
Hallo Maik,
auch eine wirklich interessante Sicht, Danke.

Wobei ich von mir sagen kann das ich obwohl ich viel auswendig gelernt habe ein sehr kreativer Mensch bin.
Viele Grüße
Snell
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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Mike,

ich danke Dir auch sehr, für Deine wie immer sehr anregenden Gedanken.

Wie sagte der Kinderbuch/Autor Heinrich Hannover: "Bevor die Kinder die große Revolution machen können, müssen sie erst mal die Welt kennen!" Und da können die "ollen Kamellen", finde ich, schon hilfreich sein!

Herzliche Grüße von
Leòn
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