Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

02.05.14 16:15 #1
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Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

Kayen ist offline
Beiträge: 4.807
Seit: 14.03.07
Hallo Frank,

rein zufällig bin ich bei Recherchen bzgl. Lactulose auf Deinen Thread gekommen.
Neige momentan etwas zur Verstopfung und war auf der Suche nach einer milden Lösung und dass die Lactulose sich günstig auf den Darm auswirkt und wohl auch in der Lage ist, Ammoniak zu normalisieren kommt mir nicht ungelegen; desweiteren auch, dass es evtl. bei Unterzuckerung hilfreich sein könnte.
Bzgl. meiner Verdauung war Lactulose heute schon erfolgreich, meine Unterzuckerungszustände haben sich jedoch noch nicht gebessert; bei mir hängt diese Unterzuckerung irgendwie mit der Einnahme von B-Vitaminen (hauptsächlich B12) zusammen, welche bei mir einen unwahrscheinlichen Heißhunger auslösen, der überhaupt garnicht zu stillen ist.

Also Danke nochmals.

Liebe Grüße von Kayen
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Sokrates hätte nicht philosophiert - er hätte mit mir getanzt

AW: Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 563
Seit: 29.11.09
Hallo Kayen,

Ja, Lactulose wirkt auch abführend, bei mir war das aber noch ok.

Wie jedes andere Disaccharid bewirkt Lactulose, dass der Zucker vom Darm nicht resorbiert und in den Blutkreislauf gelangt. Ok, es wird natürlich nicht ganz verhindert, aber vor allem mal stark verlangsamt.

Bei mir ist es so (reproduzierbar), dass ich Zucker mit so einer Achterbahn reagiert. Blutzucker geht steil und ungebremst hoch und kracht dann extrem nach unten, teilweise in bedrohliche Regionen.

Warum das so ist, konnte auch der Arzt (Kardiologe und Diabetologe) nicht erklären. Mir kommt es so vor als ob bei Insulin zuerst zu spät und dann zu stark ausgeschüttet wird. Neben der Tatsache, dass das sehr unangenehm ist, befürchte ich da auch eine beginnende Insulinresistenz und damit in letzter Konsequenz Diabetes Typ 2. Und das brauche ich nun wirklich nicht auch noch ...

Misst Du denn Deinen BZ ? Hast Du schon mal einen oGTT gemacht ? Dass B-Vitamine Einfluss auf den BZ haben, war mir bislang noch nicht bekannt gewesen. Wie ernährst Du Dich denn ? Hast Du viel Zucker, Brot, Nudeln und solche Sachen auf Deinem Speiseplan ?

LG
Frank

Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

Kayen ist offline
Beiträge: 4.807
Seit: 14.03.07
Hallo Frank,

einen oGTT habe ich noch nicht machen lassen, da mein Glukose- und Langzeitzuckerwert bestens sind und kein Hinweis auf eine Diabetis bietet.

Sagen wir mal so, ich ernähre mich überwiegend gesund mit Kartoffeln, viel Gemüse, 2 x pro Woche ca. 100 g Fleisch; jeweils meistens Mittags und Abends. Manchmal auch längere Zeit garkein Fleisch, dafür dann noch mehr Gemüse.

Wenn dann turnusmäszig die B12 Einnahme beginnt artet der "Appetit" total aus und ich bin eigentlich kaum noch kontrollierbar, d.h. zwischen den Mahlzeiten esse ich dann mal eben 2 bis ca. 6 Bananenbrote , sonst werde ich ganz zittrig und schwindelig und dieses so 2 -3 mal täglich und noch merkwürdiger das Phänomen, dabei auch noch abzunehmen
Weiterhin sackt der Puls auf 40 Schläge pro Minute ab.

Achjah und kurz vor Regelbeginn ist das nooooch schlimmer, jedoch dies Phänomen kennt fast jede Frau.

Mache Dir keinen Kopf, lieber Frank, ich werde da wohl irgendwie selbst das Problem lösen müssen; vielleicht setze ich dazu mal einen Thread irgendwann ein, kann ja sein, dass bei diesem B-12 Heißhunger Phänomen irgendetwas fehlt.

Liebe Grüße von Kayen
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Geändert von Kayen (18.06.15 um 14:32 Uhr)

AW: Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 563
Seit: 29.11.09
Der HbA1c-Wert ist ein Langzeitdurchschnittswert und damit in Bezug auf Schwankungen absolut nicht aussagekräftig. Wenn Du den halben Tag auf 150mg/dl Blutzucker bist und die andere Hälfte bei 50, dann ist der Durchschnittswert optimal, aber Dir geht es dreckig.

Einen oGTT würde ich deshalb absolut empfehlen. Außerdem würde ich Dir die Investition in ein Blutzuckermessgerät anraten. Die Geräte sind sehr günstig (ab 20 Euro), leider sind die Teststreifen sehr teuer.

Mit Hypoglykämie ist absolut nicht zu spaßen, das kann lebensgefährlich sein !!!

Kannst Du eigentlich fasten ? Also, sagen wir mal, wenn Du mal 24 Stunden nichts isst, wie geht es Dir damit ?

LG
Frank

Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

Kayen ist offline
Beiträge: 4.807
Seit: 14.03.07
Zitat von Frank183 Beitrag anzeigen
Ein oGTT kann da aussagekräftig sein, vor allem wenn auch Insulin und Adrenalin mitgemessen wird.

Es scheint außerdem so zu sein, dass Ärzte und Wissenschaft dem nicht-diabetischen Unterzucker ziemlich ratlos gegenüberstehen. Mehr als "Zucker und weißes Mehl vermeiden" kommt da nicht ...

VG
Frank
Ja und genau deswegen kann ich mir doch diesen oGTT Test schenken, oder?
Ein eigenes Meßgerät macht wohl eher Sinn, danke für den Hinweis.

Vermutlich steckt ein Kaliummangel dahinter.
Kalium ist bei mir immer sehr niedrig bei den Kontroll-Werten und hoher B12 Konsum verbraucht viel Kalium. Der Kaliummangel würde dann auch das Absinken des Herzschlages erklären; man könnte 40 Pulsschläge sicher schon als Herzrythmusstörung bezeichnen und instinktiv greife ich ja immer zur Banane und diese enthält viel Kalium.

Dann habe ich nochmals recherchiert und folgende Aussage gefunden:

Blutzuckerspiegel

Der zweite Grund ist weniger offensichtlich. Er hat damit zu tun, wie unser Körper den Blutzucker reguliert.

Unser Körper versucht mit aller Macht unseren Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Diese Aufgabe hat absolute Priorität, und wenn unser Blutzucker zu stark absinkt, löst unser Körper selbst Muskelgewebe auf und wandelt es in Zucker um.

Nur wenn unser Körper diese Aufgabe erfolgreich erfüllt, sind wir konstant mit Energie versorgt und bleiben von Heißhungerattacken verschont – und Kalium spielt dabei eine entscheidende Rolle!

Wenn wir etwas essen, gelangt Zucker in unsere Blutbahn und unsere Bauchspeicheldrüse schüttet das Hormon Insulin aus. Das Insulin sorgt dafür, dass der Zucker aus der Blutbahn in den Körper gelangt.

Dort wird er entweder direkt zu Energie verbrannt oder als Glykogen in der Leber und in den Muskeln gespeichert.

Zwischen den Mahlzeiten sorgt dann die Leber dafür, dass unser Blutzuckerspiegel konstant bleibt, indem sie mit Hilfe der sogenannten Insulinähnlichen Wachstumsfaktoren (engl. Insulin-like growth factors, IGF) den Zucker aus den Glykogenspeichern wieder in die Blutbahn abgibt.
Kalium-Mangel

Und genau da liegt das Problem. Denn damit der Zucker überhaupt erst als Glykogen gespeichert werden kann, brauchen wir Kalium. Glykogen kann nur zusammen mit Wasser und Kalium in der Leber und den Muskeln gespeichert werden!

Für jedes Molekül Zucker, das gespeichert werden soll, braucht unsere Leber ein Molekül Kalium. Das Kalium ist sozusagen der „Kleber“ mit dem die einzelnen Zuckermoleküle zusammengehalten werden.

Wenn wir aber zu wenig Kalium mit der Nahrung aufnehmen, wird der Zucker nicht als Glykogen gespeichert, sondern wandert als Fett in die Fettpolster.

Für den Körper ist es aber deutlich schwieriger aus den Fettpolstern Energie zu gewinnen. Um uns zwischen den Mahlzeiten mit Energie zu versorgen, greift unser Körper immer in erster Linie auf das Glykogen in der Leber zurück. Sind die Glykogenspeicher leer, unterzuckern wir schnell und bekommen Heißhunger – auch dann, wenn noch ausreichend Energie als Fett gespeichert ist.

Wenn Du mal darüber nachdenkst, ist das doch genau die Situation, in der viele Übergewichtige stecken. Obwohl sie jede Menge Energie als Fett gespeichert haben, leiden sie trotzdem unter ständigem Heißhunger.

Wir müssen also auf jeden Fall ausreichend mit Kalium versorgt sein, damit der Zucker als Glykogen gespeichert werden kann und bei Bedarf wieder schnell in die Blutbahn abgegeben werden kann.
Wie Du mit Kalium Heißhunger verhinderst! | www.zuckersucht-besiegen.de

Dies ist zwar nur eine Vermutung von mir, macht aber Sinn.
Fazit ist, dass bei Heißhunger-Attaken mal auf den Kaliumspiegel geachtet wird, am Besten mal im Vollmut messen lassen.

Liebe Grüße von Kayen
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AW: Unterzuckerung - zu hohe Insulinausschüttung

Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 563
Seit: 29.11.09
Meiner Meinung nach kannst Du Dir nicht sicher sein, ob die Symptome durch Unterzuckerung kommen wenn Du den BZ nicht misst.

Der Vorteil am oGTT ist dabei, dass das ganze unter "Laborbedinungen" geschieht und dabei auch Insulin mitgemessen wird. Auch ist die BZ-Messung natürlich viel präziser als mit einem so kleinen Handgerät.

Mich wundert es sehr, dass Du trotz Deiner zuckerfreier und KH-armer Ernährung dennoch Unterzuckerungen hast. Und trotzdem abnimmst. Und auch Dein niedriger Puls ist meines Wissens nach sehr untypisch für Unterzuckerung. Insofern würde ich an Deiner Stelle lieber sicher gehen, dass es wirklich so ist, sonst arbeitest Du an der falschen Baustelle.

Die Sache mit dem Kalium ist in der Tat sehr interessant.

Hast Du dieses Video dazu gesehen ?
https://www.youtube.com/watch?v=dBnniua6-oM

Hochinteressant. Und bestätgt meinen Verdacht, dass Kalorie eben nicht gleich Kalorie ist.

Nebengeschichte: ich habe mit einer zucker-, kh- und alkoholfreien Diät in ziemlich kurzer Zeit 15kg abgenommen. Aber seit längerem hänge ich da fest. In beide Richtungen. Es gibt ja diese sehr umstrittene Set-Point-Theorie. Normalerweise bin ich da eher skeptisch, aber ... es bei mir scheint irgendwie zu stimmen. Vielleicht sollte ich es tatsächlich mal mit Grünkohl-Bananen-Smoothies probieren.

LG
Frank

https://de.wikipedia.org/wiki/Set-Point-Theorie

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Kayen ist offline
Beiträge: 4.807
Seit: 14.03.07
Für 15 kg würde ich mir ein Jahr Zeit nehmen, Frank, wenn die Gewichtsreduzierung von Dauer sein soll.

Die Idee mit dem Grünkohl/Bananen Smoothie würde ich ausprobieren; wenn der Stillstand am "vielleicht" fehlenden Kalium liegt, könnte man den Wert gut aufbessern und mit Glück verabschiedet sich dabei weiteres Hüft Gold.

Weiterhin kann ich diese Set-Point These auch bei mir gut nachvollziehen

Die Set-Point-Theorie ist eine wissenschaftlich umstrittene These, nach der das menschliche Körpergewicht genetisch programmiert ist und nicht willentlich geändert werden kann. Sie wird zum Beispiel vom umstrittenen Lebensmittelchemiker Udo Pollmer vertreten. Die meisten Menschen besitzen dieser Theorie zufolge einen relativ stabilen Set-Point, auf den das Gewicht bei Abweichungen nach oben oder unten automatisch wieder zusteuert. So wie ein Thermostat die Temperatur in einem Raum reguliere, gebe es bei Erwachsenen ein individuelles Gewicht, das der Körper beibehalten wolle. Dieses Gewicht wird Set-Point-Gewicht genannt.
Bevor ich meine Entzündung im Verdauungstrakt hatte, bewegte ich mich quasi seit der Pubertät bis 2014 immer im ähnlichen Gewichtsbereich +/- 2 kg.

Nach der Entzündung habe ich ohne Diät adhoc 18 kg verloren und halte dieses Untergewicht; +/- 3 kg seit 1,5 Jahren relativ stabil.

Ich gebe Dir Recht, dass Heißhunger nicht gleich Unterzuckerung heißen muss, persönlich habe ich nur gehofft meine Symptome etwas mit Lactulose zu stabilisieren; jedoch habe ich ernsthaft das Gefühl ich bekomme nach der Einnahme noch mehr Hunger.

KH-arm ernähre ich mich seit meiner Entzündung nicht mehr; sondern esse normal viele KH*s in Form von Kartoffeln, Gemüse und Brot. Jedoch kann ich hier momentan nix mehr reduzieren und die Heißhunger Attacken hatte ich schon bei der früheren sehr KH-armen Ernährung.

Mal schauen wie es weitergeht; werde erstmal am Wochenende den Kopf frei halten und vielleicht auch mal den Grünkohl-Bananen Smoothie probieren. Weiterhin soll es besser sein wenn langsam Kalium an den Körper abgegeben wird, soetwas erreicht man z.B. mit Pumpernickel; ich weiß nun nicht, ob Grünkohl auch zeitversetzt Kalium abgibt?.

Liebe Grüße von Kayen
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Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 563
Seit: 29.11.09
Nochmal, ich würde das wirklich messen lassen. Ich möchte Dir keine Angst machen, aber ganz evtl. könnte es bei Dir auch ein Insulinom sein.

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Kayen ist offline
Beiträge: 4.807
Seit: 14.03.07
Hallo Frank,

um die Weihnachtszeit herum wurde ein MRT von meinem Oberbauch gemacht (also Leber, Pankreas, Gallenblase). Da hätte man vielleicht einen Tumor sehen müssen; jedoch habe ich gerade nachgelesen, dass sich dort in dieser "relativ harmlosen" Entartung (Insulinom) dann das Kontrastmittel anreichert.

Kontrastmittel lehne ich allerdings immer ab.

Meine Entzündungen damals betreffen auch nicht den Darm, sondern mit Verdauungstrakt meinte ich obige Organe wie Pankreas-, Leber- und Gallenblasenentzündung ; ausgelöst damals durch Sludge und Steine) und ob hier nun ein Zusammenhang mit dem Heißhunger besteht, dazu könnte ich vielleicht doch mal einen "Fachmann" fragen; jedoch war diese Auffälligkeit mit dem Heißhunger, insbesondere sehr stark bei B12 Einnahme, auch vor der Entzündung so.

Liebe Grüße von Kayen
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Frank183 ist offline
Themenstarter Beiträge: 563
Seit: 29.11.09
Was den Zusammenhang von B12, Kalium und anderen auf Leber und Pankreas haben könnte, da muss ich leider passen. Ich befürchte allerdings auch, dass da ein "Fachmann" passen muss, er wird es nur wahrscheinlich nicht zugeben ...

Wenn Du Probleme mit der Leber hast, dann könnte evtl. die Gluconeogenese bei Dir gestört sein, vielleicht kann man da mal drauf schauen ?


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