Jod-Unverträglichkeit

27.11.06 21:42 #1
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Aquaman ist offline
Beiträge: 139
Seit: 25.11.06
Hallo,

ich vertrage kein Jod in der Nahrung.

Welche Möglichkeiten gibt es, damit ich wieder Jod problemlos vertragen kann?

Grüße


Aquaman

Jod-Unverträglichkeit

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.783
Seit: 26.04.04
Hallo Aquaman,

wie äussert sich die Jodunverträglichkeit?
Vielleicht kann man von den Symptomen her leichter auf die Ursache schliessen.

LG,

Malve

Geändert von Malve (29.05.14 um 11:50 Uhr)

Bei Allergien kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Jedes Symptom hat einen Auslöser, der tief verborgen im Unterbewusstsein des Menschen liegt. Aufdeckende Hypnosetherapie kann diese Informationen auffinden und neutralisieren.

Viele Allergien sind psychischer Natur und nur bedingt auf einem externen Faktor beruhend. Ist der Auslöser für die allergische Reaktion im Unterbewusstsein gefunden - egal ob es sich um Pollen, Gräser, Kräuter, Nahrungsmittel etc. handelt - kann er neutralisiert werden. Somit gibt es für den Körper keinen Grund mehr, die allergische Reaktion zu produzieren.
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Jod-Unverträglichkeit

michi2 ist offline
Beiträge: 115
Seit: 09.11.06
Ist jetzt natürlich noch die Frage, welches Jod? Z. B. das jodierte Speisesalz oder natürliches Jod, wie es z. B. in Meeresfisch vorkommt?

Jod-Unverträglichkeit
goldi
Hi, michi,

am besten man verzichtet auf alle Speisen, wo das jodierte Speisesalz
verwendet wird. Sollte sowieso nicht gesund sein.
Himalaja- oder Meeressalz sind besser, enthalten alle Elemente,
die Dein Körper braucht. Das natürliches Jod in Lebensmittel
sollte dann kein Problem sein.
Jod-Zuführ braucht man bei manchen Schilddrüsen-Erkrankungen,
oder wenn man radioaktiven Strahlung ausgesetzt war.

LG, goldi

Jod-Unverträglichkeit

Joh70 ist offline
Beiträge: 946
Seit: 08.10.06
eine echte Jodallergie ist sehr sehr selten! In der Regel steckt hinter einer angeblichen Jodunverträglichkeit ein Problem mit der Schilddrüse, besonders wenn noch ein Druckgefühl im Hals dazukommt. Vermutlich ist sie entzündet. Vielleicht besteht sogar schon eine autoimmune Hashimoto Thyreoiditis oder Mobus Basedow. Auch eine virusbedingte subakute Thyreoiditis ist möglich.

Jedenfalls ist in diesem Fall Jod und Jodid zu meiden. Eine Schilddrüseuntersuchung wäre empfehlenswert. Bestimmung des Restvolumens, Struktur, TSH-Wert, FT4, FT3, und einschließlich der Antikörper TR-AK, TG-AK, TPO-AK. Sind diese Immunantikörper erhöht - sei es nur grenzwertig - ist das wahrscheinlich die Ursache für eine Jodunverträglichkeit.

Jod heizt hier den Entzündungsprozess an und kann bei einem Selen-Mangel den Schaden an der Schilddrüse vergrößern.

Jod ist erst dann wieder verträglich, wenn die Schilddrüse ganz ausgeheilt ist, was bei einer fortgeschrittenen autoimmunen Hashimoto oder Basedow sehr lange dauern kann bzw. ohne Immuntherapie nie der Fall sein wird.

Eine subakute Thyreoiditis heilt mit der Zeit selber aus. Aber diese wäre mit Schmerzen in der Schilddrüse und Fieber verbunden.

Heiße Knoten in der SD könnten auch noch die Ursache für Jodunverträglichkeit sein, weil diese jedes verfügbare Jod unkontrolliert in SD-Hormone umsetzen und somit zu Überfunktionssymptomen führen (Herzrasen, Schwitzen, Schlafstörungen, Gereiztheit, etc.).

Jod-Unverträglichkeit

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.783
Seit: 26.04.04
Hallo Joh70,

was verstehst Du unter einer "Immuntherapie" bei Hashimoto Thyreoditis oder Basedow? Diese Erkrankungen sind bisher nicht heilbar (aus Sicht der Medizin).

Die Jodierung unserer Nahrung durch z.B. Speisesalz (glücklicherweise gibt es auch welches ohne Jodzusatz) ist auch für Schilddrüsen-Gesunde nicht problemlos. Es gibt Befürchtungen, dass die konstante Jodzufuhr möglicherweise den Ausbruch von Immunerkrankungen der Schilddrüse begünstigen könnte.

LG,
Malve

Geändert von Malve (29.05.14 um 11:50 Uhr)

Jod-Unverträglichkeit

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Joh hat sich zur "Immuntherapie" schon so geäußert:
In meinen Augen ist es ein Immunproblem. Schwermetallbelastung kann eine Rolle spielen, ist aber meiner Meinung nicht mehr zentral für die Beschwerden verantwortlich. Immunkrankheiten haben die unangenehme Eigenschaft, sich mit der Zeit zu verselbständigen. Sie werden chronisch. Es sieht so aus, als würde das Immunsystem ständig neue Immunkomplexe bilden und gleichzeitig kaum welche abbauen.

Ziel einer Immuntherapie müsste sein, das Immunsystem zu modulieren, damit es seine Allergie und Autoimmunreaktionen "verlernt".

Dazu sind aber auch gerade oral eingenommene Präparate wichtig. Diese werden aber nicht vertragen!? Mein Freund will nichts nehmen. Das einzige was er einmal genommen hat ist Germanium und Katzenkrallentee. Das hat er aber wieder gelassen. Wie soll ich ihm da helfen können? Der Leidensdruck muss wohl noch größer werden...
(Jetzt habe ich die Seite zugeschlagen, auf der das stand ...).

Mich würde auch interessieren, wie Joh70 konkret vorgehen würde, um das Immunsystem im Falle einer Hashimoto zu "modulieren"?

Gruss,
Uta

Jod-Unverträglichkeit

Joh70 ist offline
Beiträge: 946
Seit: 08.10.06
Huch, vor lauter Rubriken übersehe ich Beiträge... Je mehr Rubriken um so schwieriger wirds für mich zu navigieren. mhhh..

Zur Immuntherapie/Immunmodulation habe ich schon geschrieben:

http://www.symptome.ch/vbboard/gesundheit-allgemein/5213-immunsystem-gelangweilt.html
http://www.symptome.ch/vbboard/gesundheit-allgemein/3558-antikoerper.html

Jod-Unverträglichkeit

Joh70 ist offline
Beiträge: 946
Seit: 08.10.06
Hashimoto ist vielleicht heilbar.

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen muß zunächst ausgeglichen werden, daß ist klar. Besonders wenn die Schilddrüse schon zu klein ist, um genügend Hormone zu produzieren, ist es Pflicht mit Thyroxin oder später mit einem Kombipräparat mit T3 zu beginnen.

Die Einnahme von synthetischen Schilddrüsenhormonen heilt jedoch die Krankheit nicht. Damit wird nur das betroffene Organ ruhiggestellt und ein Mangel an Hormonen ausgeglichen, falls schon eingetreten.

Zudem belegen Erfahrungsberichte, daß nicht alle Patienten unter Einnahme von Thyroxin optimales Befinden haben. Viele klagen über Haarausfall, Müdigkeit und Infektanfälligkeit, wiederkehrende Immunschübe, Druck im Hals, etc. Und das obwohl die Blutwerte gut sind oder akzeprabel und die Ärzte kein Handlungsbedarf sehen - von einem gut eingestellten Patienten sprechen.

Auch eine Immuntherapie ist erschwert, weil die Schilddrüsenfunktion gedrosselt ist und kein optimaler Stoffwechsel besteht. Nebenschilddrüsen mögen auch nicht optimal funktionieren, was den Kalziumhaushalt etwas verändert/stört. Das Immunsystem arbeitet langsamer. Gleichzeitig wird das betroffene Organ schlechter durchblutet.

Nicht nur weil man die Krankheit heilen möchte, sondern auch weil eine Immuntherapie besser funktioniert und sich die Schilddrüse nur ohne Hormontabletten sich wieder Regenerieren kann, muß es das Ziel sein, von den künstlichen Hormonen wegzukommen.

Das ist aber nur möglich, wenn die Schilddrüse nicht schon zu klein ist. Außerdem sollte bzw. kann dies nur in Form einer schrittweisen Dosisreduktion erfolgen. Bei einem Volumen von unter 5 ml ist es schwierig, von den Tabletten wegzukommen. Eine ausgebrannte (völlig aufgefressene) Schilddrüse führt in der Regel auch zu einem Abebben der Symptome des Hashimoto, weil kaum noch Antigene vorhanden sind. Ist der Schilddrüsenrest noch groß genug, kann sie sich ganz langsam wieder regenerieren. Dazu muß jedoch der TSH deutlich ansteigen. Dies darf aber nur unter oder nach einer Immuntherapie erfolgen, da sich sonst die Hashimoto Thyreoiditis verschlimmern könnte, was wieder zu einem Gewebeverlust führen würde, welcher überwiegen würde und insgesamt zum Fortschreiten der Erkrankung führen würde.

Jod-Unverträglichkeit

Joh70 ist offline
Beiträge: 946
Seit: 08.10.06
Nach einer guten Einstellung, sprich ausreichender Hormonversorgung, und vor einer Immuntherapie/-modulation müssen die Auslöser beseitigt werden. Ist das nicht möglich, ist nur eine Linderung des Hashimoto, keine Heilung, zu erwarten.

Ist die Hashimoto erblich bedingt, besteht wenig Hoffnung auf Heilung. Wenn man die Gendefekte und deren ausreichende Behandlung nicht kennt, hat man kaum eine Chance.

Ist Hashimoto die Folge einer radioaktiven Verstrahlung der Schilddrüse, ist es auch ziemlich aussichtslos (Radiojodtherapie, Tschernobyl in der Kindheit, sonstige radioaktive Belastung. - z.B. in Japan gibt es viel SD-Krebskranke unter den Alten/Atombomben).

Gifte, Schwermetalle und Parasiten müssen beseitigt werden. Ihr Nachschub möglichst eingeschränkt werden (Amalgam, Wohnraum, Umwelt, Abgase, Ernährung, etc.).

Wichtigstes "Gift" ist Jod. Eigentlich lebensnotwendig und bei einem Jodmangel oftmals Ursache für eine Schildrüsenunterfunktion, kann es im Übermaß durchaus schädlich für die Schilddrüse sein (ist ein agressives Halogen). Z.B. wenn die Schilddrüse unzureichend mit Selen versorgt ist. Denn Selen schützt die Speicherzellen vor Jodradikale.

Deshalb ist der nächste Schritt: Seleneinnahme und Jodverzicht.

Dies hat neben der Prophylaxe auch noch andere Vorteile. Selen dient auch der Entgiftung und spielt im Immunsystem und Abbau der Antikörper eine wichtige Rolle. Evt. verbessert sich dadurch auch noch die SD-Hormonwirkung, indem es die Umwandlung von Thyroxin in aktives Thyronin (T3) gewährleistet.

Der Jodverzicht stellt kaum ein Problem dar, weil kaum noch Jod benötigt wird, solange Hormontabletten eingenommen werden. Bei Schilddrüsengesunden ist die Einnahme von 50-100µg pro Tag empfehlenswert. Höhere Dosen sind wegen der Gefahr für die SD-Follikel nicht zu empfehlen und auch nicht erforderlich, da ja auch noch in der Nahrung einiges enthalten ist. Kelp-Algen sind besser verträglich als Jodetten. Der Jodgehalt sollte aber standardisiert sein, damit die Gesamtmenge berechenbar ist. In Gegenden, wo genügend Jod in Nahrung (Fisch, Meeresfrüchte) und Luft befindet, z.B. Norddeutschland kann eigentlich ganz auf Supplemente mit Jod verzichtet werden. In Süddeutschland besonders Alpenregionen ist Jodprophylaxe angezeigt, besonders während Reduktionsdiäten oder einseitiger Ernährung.


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