Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

29.05.06 22:00 #1
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Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Milan2008 ist offline
Beiträge: 120
Seit: 19.05.08
Zitat von Bodo Beitrag anzeigen
So sehe ich es auch. Es handelt sich wohl um eine Verlagerung, die dem Organismus
aber sicherlich (bei richtigem Training) besser tut als die langsame Vernichtung
und Degeneration durch Rauschmittel.

Andreas Niedrig ist ein gutes Beispiel: Am Heroin ist er beinah gestorben, danach
trainierte er mörderisch und wurde Sieger beim Iron-Man, einem der härtesten
Wettbewerbe im Sport überhaupt.

Er selbst streitet ab, dass es sich um eine Suchtverlagerung handelte.

Jedenfalls ist er eine faszinierende Persönlichkeit, gehört aber bestimmt zu den
Sehnsüchtigen und Suchenden, die gerne radikale Entscheidungen treffen.


Herzliche Grüße, Bodo

Ich denke, da sollte man auch nicht alles in die berühmte "Schublade" stecken....

Ich nehm kein Heroin und mache es, habe auch schon einiges vor....


Gruß

Milan

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
Wenn ich mir heute meine "erlaubten" Süßigkeiten kaufe (ziemlich teuer) kann ich auch wieder meine Tendenz zur Sucht finden:
OhOhhh, da hast du meinen Wunden Punkt getroffen. Essen und ins besondere Schokolade. Beim Schoko merke ich die Sucht verdammt deutlich. Solange das Zeug im Haus ist esse ich es. Und leider bin ich oft so dämlich, dafür zu sorgen dass Schokolade im Haus ist

Und da schlage ich oft beim kaufen so zu, dass ich nicht nur ein bischen was zum Naschen kaufe, sondern gleich eine Packung davon und eine davon und eine ......
Dann habe ich sie Zuhause, esse zuviel davon und um nicht alles zu essen werfe ich es dann in die Mülltonne, daß es nicht mehr im Haus ist, oder wenn jemand kommt wo das Zeug will, gebe ich es mit, dass es weg ist. Das ist total dämliche. Beim kaufen kann ich mich nicht bremsen, und wenn ich dann sehe was ich damit wieder angerichtet habe, muß es sofort weg, sonst futtere ich es auch.

Also bei Schokolade habe ich wohl doch sowas wie ne Sucht zu verzeichnen.

LG
Franz

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Franz,

oh, da sind wir uns sehr ähnlich.
Und ja, du hast recht. DAS sind eindeutige Zeichen eines Suchtverhaltens. Klar, bei Schokolade und Co hat fast jeder Verständnis und das Wort Sucht finden viele in dem Zusammenhang übertrieben.
Aber bei mir selber kann ich feststellen: es ist Sucht.
Wenn ich einkaufe will ich stark sein. In dem einen Geschäft in dem es "meine Süssigkeit" gibt stehe ich davor und sage: nee, das brauchst du heute nicht.
Dreh mich rum, lasse es liegen und radle nach hause.
Da bin ich noch stolz auf mich (was für ein Blödsinn, stolz etwas nicht gekauft zu haben das eigentlich total überflüssig ist)
So gegen Abend wäre ich froh ich hätte es gekauft und starte den Versuch eines meiner Lieben nochmal kurz zum Einkaufen zu schicken, und dann, wenn schon unterwegs, mir auch gleich meine ... mitzubringen.

Sucht wird es dann, wenn man drunter leidet sobald man es nicht zur Verfügung hat, und wenn man mehr davon "genießt" als einem gut tut.

Na ja, auch da arbeite ich dran. So wird es wenigstens nie langweilig.

liebe Grüße von hexe

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Hallo Franz, hallo Hexe.
Bei eurem Problem handelt es sich meiner Meinung nach um eine Suchtverlagerung. Man hat andere Süchte erfolgreich umgangen oder besiegt und fährt dafür völlig auf Schokolade ab. Dass auch dies ein Suchtverhalten ist, muss einem erst einmal bewusst werden, ist es doch eine " legale Droge "
Schaut doch einmal hier rein:
http://www.symptome.ch/vbboard/ern-h...-verzicht.html
http://www.symptome.ch/vbboard/sucht...iegt-habe.html
Liebe Grüsse, Sine

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
Hallo Sine,

nun hab ich die links von dir durchgelesen, vielen Dank, da waren sehr viele interessante Aspekte und Beiträge zu finden.

Du hast schon recht mit der Suchtverlagerung.
Das merke ich ganz deutlich. Bei mir kann eigentlich alles das ich gerne mache oder mag zur Sucht werden. Das muss dann auch keine körperliche Sucht sein wie bei Zucker z.B..

Es ist eigentlich eher das "nicht genug haben können". Wer schon während des Erlebens des Schönen dran denkt dass das ja auch mal aufhört, das suße Teil mal gegessen ist usw. und DA schon dabei denkt "schade", der muss sich doch mal fragen wo da die Ursachen liegen. Tu ich zwar, konnte aber die Ursache(n) bisher weder so richtig finden schon gar nicht beheben.

Das interessante dabei ist: je mehr ich mich damit beschäftige und ich sehe wie das abläuft, desto stärker empfinde ich die Sucht bzw. diese oben beschriebenen Gefühle.
Das heisst aber nicht dass das Ganze sonst nicht so wäre, sondern nur dass man es wahrscheinlch weniger bemerkt weil man nicht aufmerksam ist.

Durch das stärkere Empfinden fällt es aber (für mich logischerweise) schwerer diesen "Mangelgefühlen" nicht nachzugeben.
Lase ich aber in meiner Aufmerksamkeit nach werde ich nie meine grundlegende Veranlagung zur Sucht beseitigen können.

Jau, warum auch einfach wenn man es (sich)kompliziert machen kann

liebe Grüße von Hexe

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
liebe Sine,

mein letzter Beitrag war total off-topic.
Wenn du magst kannst du ihn dahin verschieben wohin er besser passen würde.
Sorry für die Arbeit

liebe Grüße von hexe

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Liebe Hexe.
So einen kleinen Schlenker kann man doch machen, das ist nicht schlimm.
Wenn man einmal bemerkt hat, dass eine Suchtverlagerung stattgefunden hat, ist man um eine Erkenntnis reicher.
Man weiss dann nämlich, dass man immer noch ein Suchtverhalten an den Tag legt und kann versuchen, daran zu arbeiten.
Man muss den Gründen dafür nachgehen und schon sind wir wieder elegant beim Thema
Sind es seelische oder körperliche Gründe, die sich durch unseren Lebenslauf ergeben haben, oder ist der Ursprung eventuell in den Genen verborgen?
Wenn man diese Antwort für sich findet, kann man auch gezielt daran arbeiten.
Liebe Grüsse, Sine

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Ach ja....
Sollte die Vermutung nahe liegen, dass die Gene einen Einfluss auf die Entstehung einer Suchterkrankung ( in unserem Falle konkret der Alkoholismus ) haben könnten, stellt sich natürlich anschliessend die Frage, wie diese Erkenntnis gewertet werden soll.
Und hier bin ich ganz eindeutig der Meinung, dass es nur ein Puzzlesteinchen unter anderen sein kann. Die Gene haben in meinen Augen keine übergeordnete Bedeutung!
Was meint ihr?
Liebe Grüsse, Sine

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Rosenheimer ist offline
Beiträge: 634
Seit: 19.08.08
Ich denke die Gene haben schon einen Einfluß darauf, denn wie gesagt, der eine kann 10-15 Jahre lang Alk reinschütten, ohne daß er dann irgenwann auch nur die geringste Alk-Abhängigkeit entwickelt hat, der andere hängt dann voll an der Flasche, wieder andere sind inzwischen daran gestorben. Ich habe Alkoholiker erlebt wenn sie im Krankehhaus vor Scherzen geschriehen haben, nur weil sie keinen Alk mehr bekamen. Da hilft auch ein Suchtersatz Schokolade nichts. Die schreien vor Schmerzen tagelang und laufen 24 Std. am Tag im Kreis und die Wände rauf/runter, solange sie keine Alk bekommen.
Und bei mir war nichts mit Ersatzsucht, denn ich habe einfach das Rauchen ganz aufgehört und den Alk auf einen seltenen Verbrauch reduziert, aber ohne irgend ein Problem. Ich hatte und habe einfach nur KEINE LUST MEHR DAZU. Oder nur noch sehr selten, wenn es sich eben im Kreis von Freunden ergibt. Und die Schockolade ist keine Ersatz-Droge/Sucht, sondern war schon immer gerne gesehen/gegessen bei mir. Vorher wie nachher. Das scheint eine Anforderung des Körpers zu sein Der braucht das Zeug

Schönes WE
Franz

Geändert von Rosenheimer (10.10.08 um 14:14 Uhr)

Alkoholabhängigkeit genetisch bedingt?

Sine ist offline
Beiträge: 3.371
Seit: 15.10.06
Zitat von Rosenheimer Beitrag anzeigen
Ich habe Alkoholiker erlebt wenn sie im Krankehhaus vor Scherzen geschriehen haben, nur weil sie keinen Alk mehr bekamen. Da hilft auch ein Suchtersatz Schokolade nichts.
.... Und die Schockolade ist keine Ersatz-Droge/Sucht, sondern war schon immer gerne gesehen/gegessen bei mir. Vorher wie nachher. Das scheint eine Anforderung des Körpers zu sein Der braucht das Zeug
Lieber Franz.

Natürlich kann man mit Schokolade einen Alkoholiker nicht von seinen Enzugssymptomen befreien.
Aber man kann oft beobachten, dass nach erfolgreichem Entzug von Suchtmitteln eine harmlosere " Droge " im Alltag mehr Platz einnimmt als vorher. ( Wir hatten hier im Forum sogar das beispiel einer Frau, die von harten Drogen und Zigaretten wegkam, dafür bei den Nikotinkaugummis hängenblieb.)

Der Spruch mit der Anforderung des Körpers nach Schokolade könnte original von mir sein
Ich kann mich dem nur entziehen, in dem ich rigoros alle Schokolade aus meinem Haushalt verbanne. Wenn meine Kinder Lust auf Schokolade haben müssen sie a) die selber einkaufen und b) die Schokolade in ihrem Zimmer aufbewahren.
Früher war täglich Schokolade in genügender Menge verfügbar bei mir zu Hause. Und ich konnte auch erst aufhören, wenn der letzte Rest verputzt war.

Dass du Schokolade schon immer gerne hattest, glaube ich gerne.
Nun möchte ich dich bitten, dir zu überlegen, ob Schokolade und Essen allgemein WIRKLICH den selben Stellenwert hatten, als du noch in grösseren Mengen Alkohol konsumiert hast oder geraucht hast.
Sollte dem tatsächlich so sein, müsste ich meine Theorie zum Thema Ersatzsucht nochmals überdenken.

Liebe Grüsse, Sine


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