Mein Mann nimmt ab und zu Heroin!

05.09.10 21:23 #1
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Mein Mann nimmt ab und zu Heroin!

Therakk ist offline
Beiträge: 1.690
Seit: 07.08.10
Zitat von Sunshine06 Beitrag anzeigen
Hallo Therakk,

aber es ist halt schwer den Menschen den man liebt so fallen lassen zu müssen und auch noch dabei zu zusehen. Leg einen Drogenabhängigen sein Leben in die Hände..........
Ja, aber es ist der einzige Weg. Meine ExFrau hats mit mir auch so gemacht (nur ALK, und nicht voll Alki) und ich liebe sie dafür! Aber es ist schwer....

Mein Mann nimmt ab und zu Heroin!
Esther2
Hallo Sunshine,

ich glaube auch, dass du richtig bist, sein Leben und seine Verantwortung bei ihm zu lassen. Je klarer du bist, desto besser auch für ihn und ganz besonders natürlich für die Tochter!

Alles Gute, Esther.

Bei Drogensucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte, Drogen zu konsumieren, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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Zahira ist offline
Beiträge: 886
Seit: 25.10.08
ich habe jetzt nicht alles gelesen aber als ehemalige coabhängige eines heroinsüchtgen kann ich eine empfehlung aussprechen ( was ich langsam lernte)
er ist erwachsen und du bist es auch , du hast verantwortung für dich und dein kind genau wie er aber du bist nicht für ihn verantwortlich.

ich ahbe mir nach dem schlussstrich lange vorwürfe gemacht weil er weiter abrutschte... aber 2 jahre später kam eine karte...

er dankte mir für sein leben.....

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Sunshine06 ist offline
Beiträge: 15
Seit: 13.09.10
Hallo zusammen,

ich bins nochmal und habe mal wieder einiges zu erzählen, es nimmt kein ende
Nach dem letzten Rauswurf haben wir uns nochmals ausgiebig unterhalten und er hat auch mal wieder alles eingeräumt und meinte er wäre sich momentan am runterdosieren (das zum Thema als ich sagte er nimmt es aber kontrollierter). Er meint er ist fast davon weg und diese Woche wird er es auf null schaffen, aber ich denke mir wenn das doch wirklich so einfach ist sich von einer Droge runter zu dosieren wofür braucht man dann eine Entgiftung oder Psychotherapie, also sehr unglaubwürdig. Mein Vertrauen ist total im Ar.....! Jedes mal wenn er länger weg ist wie 5 Minuten kommt von mir die frage ob er wieder Heroin geraucht hat oder ich fange an an ihm zu riechen. Was soll ich machen , ich liebe diesen Menschen, muss ich immer erst zu drastischen Maßnahmen greifen (Rauswurf) bis ich von ihm die Wahrheit erfahre? Fallen lassen fällt mir aber auch schwer da ich ihn sehr liebe. Entgiftung haben wir ja auch schon durch und an eine ambulante Psychotherapie kommt man auch nicht so einfach wie ich gedacht habe überall steht man auf der Warteliste.
Ihr haltet mich bestimmt für bekloppt durch das ganze Hin- und Her aber ich habe keine Ahnung wie ich das am besten regel.

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Bergeversetzer ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 12.04.10
Fallen lassen fällt mir aber auch schwer da ich ihn sehr liebe.
Man müßte das anders betrachten: "auf sich selbst besinnen LASSEN, WEIL ich ihn so sehr liebe!"


Es ist doch so: Er wird von dir in Schach gehalten. Muß sich keine übermenschliche Anstrengung abringen.
Solange du ihn direkt bei seiner Sucht unterstützt, wird das nix werden. Die Sucht kommt immer vor der Liebe. Immer!
Also bei ihm jetzt. Im Zweifelsfall entscheidet ein Anhängiger sich natürlich für seine Droge.

LGB
__________________
Nette Grüße
Bergeversetzer

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Sunshine06 ist offline
Beiträge: 15
Seit: 13.09.10
Danke für deine Antwort Bergversetzer.
Ich weiß es ja auch im Grunde und habe es ja auch schon oft erlebt das die Droge vor die Liebe geht. Aber es fällt so schwer den Kopf und das Herz in einen Einklang zu bringen.

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Grusella ist offline
Beiträge: 16
Seit: 15.10.10
Ich bin ja auch neu hier, eigentlich weil ich Infos zu Tilidin suchte, und bin bei deinem Thread hängengeblieben.

Ich hab eine eigene Suchtbio hinter mir (obwohl man hat es nie wirklich hinter sich, der Kampf dauert wenn mans genau nimmt ein Leben lang) die fing mit 11 an und dauerte fast 10 Jahre und schloss alles ein von Alk bis Heroin. Ich kenne niemanden, der das H auf Dauer kontrollieren kann, irgendwann ist die Sucht stärker und übernimmt dich, die Sucht trifft alle deine Entscheidungen. Man kann da rauskommen, aber das geht nur wenn es will und zwar für sich selber,nicht für den Partner und nicht für die Kinder --- das kann ein Anreiz sein, aber Partnerschaften zerbrechen und Kinder finden (hoffentlich) den Weg in ihr eigenes Leben, Ziele können verfehlt werden oder scheitern, und dann macht man ganz schnell wieder die Rolle Rückwärts ... wenn man die Stärke nicht in sich selber gefunden hat.
Ich habe alle Brücken hinter mir abgebrochen, es mit einem kalten Entzug geschafft und bin seit über 12 Jahren ohne Rückfälle, alle bis auf eine. Mein bester Freund, wir kennen uns seit wir 3 sind, ihn konnte ich nicht hinter mir lassen, obwohl die Vernunft es eigentlich gebieten würde.
Seit fast 22 Jahre gehe ich mit ihm durch diese Drogenhölle, mittlerweile ist es egal wie ich ihn unterstütze, seine Prognosen sind übel, im Lauf der Jahre hat er sich ausser HIV so ziemlich alles eingefangen und seinen 35. wird er wohl nicht mehr erleben ... durch die Hepatitis C steuert er unaufhaltsam auf den Leberkrebs zu, die Vorstufen sind schon da, er hat keinen Bezug mehr zur Realität und nun brechen auch seine Verdrängungsmechanismen zusammen und über jahrzente verdrängte Traumata überrollen ihn, kurz er krepiert, sterben kann man das nicht mehr nennen, aber er soll das wenigstens nicht allein tun ... so ich es aushalten kann ohne mich selber in den Sand zu setzen ... denn das würde niemandem helfen.

Bei einem Süchtigen, der noch halbwegs Aussichten hat den Absprung zu schaffen, ist es nicht egal wie man ihn unterstützt.
Es ist keine Hilfe wenn
- man versucht solange es geht die Sucht vor Freunden, Nachbarn, Familie zu verstecken, irgendwann kriegen sie es
mit
- man ihm die bewältgung des Alltags mit seinen Pflichten abnimmt
- man sich immer wieder schützend vor ihn stellt und Entschuldigungen für sein Verhalten findet und das was er tut wenn er drauf ist
-man dem Nachbarn Geld gibt um ihm eine Anzeige zu ersparen weil er was geklaut hat
- man anfängt ihm Geld zu geben oder seine Schulden zu bezahlen - denn Sucht ist teuer mit allen möglichen Folgen, dem Lügen, Betrügen, Klauen etc. etc.

Unterstützen JA, ihm deutlich zu machen, das man ihm zuhört wenn er das Bedürfniss hat, mit ihm zu Arzt oder zur Suchtberatung gehen wenn er erkennen lässt das er das will, Hilfestellung geben wenn er aus dem Entzug kommt und wieder in ein Leben ohne Drogen muss, z.B. die Nummer der Schuldnerberatung raussuchen aber ihn selber anrufen lassen, schlicht Hilfe zur Selbsthilfe geben aber ihm nicht helfen sich in seiner Sucht häuslich einzurichten.

Und dabei immer auf die eigenen Grenzen achten und ihm Grenzen sezten, das ist hart, weil man erst mal das umittelbare Elend vergrößert in dem er oder sie steckt, aber alles andere macht einen nur selber kaputt und ermöglicht es dem der drauf ist noch länger in der Sucht zu bleiben.

Ich wünsch dir alle Kraft und Stärke die ihr braucht ...

Mein Mann nimmt ab und zu Heroin!

Sunshine06 ist offline
Beiträge: 15
Seit: 13.09.10
Hallo Grusella,

vielen lieben Dank für deinen Brief, der war sehr interessant und vor allem auch aufschlussreich. Jetzt muss ich dabei sagen das mein Mann bevor wir uns kennen gelernt haben schon einmal Heroinsüchtig war es aber nach ca. 4 Anläufen (Entgiftungen) und anschließender stat. Nachsorge geschafft hatte und danach 6 Jahre clean war. Mittlerweile haben wir wirklich alles durch von medikamtöser Therapie , Arztbesuche, kalten Entzug und Entgiftung. Ich habe ihn das Versprechen abgenommen (da er ja meint er kommt davon alleine wieder runter) das ich ihm bis Dienstag nächste Woche Zeit geben, sollte er es nicht schaffen geht er nochmals in eine Entgiftung und dann zieht er auch die 14 Tage durch die vorgegeben sind.
Das mit deinem besten Freund ist echt heftig, Respekt für deine Stärke wüsste nicht ob ich das könnte, aber im Prinzip hat man ja auch keine große wahl.

ganz liebe Grüße

Mein Mann nimmt ab und zu Heroin!

Grusella ist offline
Beiträge: 16
Seit: 15.10.10
Aloha,

doch man hat immer eine Wahl - man ist nur manchmal nicht in der Lage sie zu treffen ...

So schwer der Entzug auch ist, das entscheidende ist das was danach kommt und ob man die Kraft findet beim nächsten Tiefschlag nicht wieder in die alten Muster zurückzufallen, das ist das was wirklich zählt und dieser Kampf, der endet erst mit dem Leben.

Es wäre viel vernünftige von mir meinem Freund nicht mehr beizustehen, denn es zwingt mich auch meine eigenen Dämonen wieder ans Licht zu holen und sie dann wieder in den Käfig zu stecken, das was da jetzt an üblen Dingen aus ihm rausbricht, das sorgt auch bei mir für Bilder im Hirn die ich da nicht haben will, aber die Entscheidung mich zurückzuziehen, die Wahl kann ich momentan auch einfach nicht treffen, denn Herz und Verstand sind halt verschiedene Dinge ...

Geändert von Grusella (15.10.10 um 22:39 Uhr)

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Miadani ist offline
Beiträge: 12
Seit: 16.10.10
Hallo.
Ich könnte dir auf viele Fragen antworten da ich das selbe erlebt habe von der anderen Seite als du. Will heißen ich war auch mal Opiat abhängig. Weißt du dein Mann will das eigendlich gar nicht dich belügen. Es ist nur so das er die Droge braucht um sich normal zu fühlen wie du. Am Anfang nimmt man das Zeugs noch für ein warmes und geborgenes Gefühl. Ist man dann aber abhängig, brauch man es um sich normal zu fühlen. Denn wenn er auf Entzug ist fühlt man keine Liebe mehr sondern nur Schmerz und Verzweiflung. Es ist unglaublich schwer davon loszukommen vor allem mit kalten Entzügen. Er liebt dich aber trotzdem und das Lügen ist die Natur dieser Droge. Ich würde dir vorschlagen zu einem Arzt zu gehen und ihm Ersatz verschreiben zu lassen(Methadon). Dieser Stoff lässt einem wieder normal sein ohne den Druck der Beschaffung und der Lügen. Außerdem ist das dann genau Dossiert und lasst sich abbauen, was übrigens mit Heroin nicht funktioniert da man ihn wegen der qualitätsunterschiede nicht dosieren kann. Ich selber hab es auch so geschafft mit Hilfe auch meiner lieben Frau die dies auch alles durchmachte wie du. Ich habe inzwischen zwei Töchter 14 und 9 Jahre alt und wir sind glücklich. Hätte meine Frau mich damals verlassen wäre ich vermutlich ganz abgestürzt.
Lg Dani

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