Encouraging-Training (Mut tut gut)

19.10.06 20:25 #1
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Anne ist offline
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Seit: 05.10.05
Schon mehrmals habe ich so nebenbei berichtet, dass mir Encouraging sehr entscheidend geholfen hat, das Leben zu bewältigen und Freude und Gelassenheit zu finden. So dachte ich, dass es vielleicht mal ein paar Sätze mehr wert ist. Jeden hilft was anderes, ich weiß, aber mir hat das hier jedenfall geholfen.

Hier ist ein offizieller Text dazu:
Das Gefühl nicht gut genug zu sein, wirkt lähmend auf uns.
Durch ständige Fehlerorientierung, Selbstkritik und durch Vergleichen mit anderen bemühen wir uns besser zu werden.
Oft bleibt der Erfolg aus. Das eigene Potenzial wirklich zu entfalten, glückt uns dagegen viel besser durch Ermutigung und Selbstermutigung. Wer ermutigend denkt, fühlt und handelt, erlebt sich als Mitgestalter jeder Situation, wird unabhängiger vom Urteil anderer und entwickelt Mut zur Unvollkommenheit: die unabdingbare Voraussetzung für Gelassenheit, Lebensfreude und die Bereitschaft, die Dinge anzupacken.
Dieses Training setzt einen Prozess in Gang, in dem Sie zunehmend den Blick vom Defizit auf das bestehende Potenzial richten. Es ist für Menschen gedacht, die nicht mehr auf Veränderungen von außen warten wollen, sondern bei sich selbst beginnen, für Menschen, die sich kennen lernen wollen, um mit sich selbst und anderen in größerem Frieden zu
leben.
Quelle und noch mehr dazu unter http://www.encouraging-info.de/

Auch ich hatte die wahrscheinlich besonders für Frauen gar so typische Angewohnheiten mich selber in allem und jeden klein zu reden. Das machte mich abhängig von der Anerkennung anderer. Kam sie nicht, ging es mir schlecht. Kam sie, glaubte ich nur so halb, dass sie ehrlich gemeint ist. Wie oft, dachte ich doch „Was hast du nun wieder mal für Mist gemacht u.ä.“. Ich war permanent traurig und unzufrieden mit mir, mit den anderen, die mir nicht genug Anerkennung gaben. Ich hatte auch ganz viele Gründe parat, warum ich einfach nicht gut bin usw. . Nur erkannte ich das Problem damals noch nicht.

Ausgangspunkt , daran was zu ändern, war wohl eine Beziehungskrise. So sollte es nicht weiter gehen. In dem Moment flatterte mir das Angebot zu einem Encouragingkurs ins die Hand und ich dachte, „warum nicht“. Der Kurs ging über 10 x a 2 Stunden.

Was lernt und übt man da…?
Zum Beispiel versucht man zu lernen, mit sich selbst so umzugehen, wie mit der besten Freundin. Vieles an Selbstkritik würde man einer besten Freundin nie zumuten. Stattdessen würde man versuchen Verständnis aufzubringen, würde versuchen Trost zu spenden. Um das zu können übt man erst einmal die eigenen Stärken herauszuarbeiten. Es ist erstaunlich, wie viel Gutes man an sich selbst findet, wenn man das wirklich will. Wir hatten hier schon mal einen Thread „ Was ich gut kann“. Das geht so etwas in die Richtung. Es geht auch gar nicht unbedingt nur um können sondern auch um positive Eigenschaften, die man an sich sucht. Ich würde sagen, man versucht sich selber als Freundin zu entdecken.

Wichtig ist im Encouraging, dass man sich als selbstbestimmendes Wesen erkennt und akzeptiert. Man kann selber alles ändern. Man ist zu nichts gezwungen, sondern entscheidet selber. Man lernt, den Mut zu haben, das zu tun. Ihr meint das geht nicht? Vieles ist von außen bestimmt? Nein, es gibt mehr zu beeinflussen, als man so denkt.

Du meinst „Ich muss doch arbeiten gehen, auch wenn es dir keine Freude macht, weil du das Geld brauchst?
Stimmt so nicht. Du hast dich entschieden diese Arbeit zu machen, weil du nicht mit noch weniger auskommen willst. Du hast dich entschieden, dieser Arbeitsstelle treu zu bleiben, weil du Angst hast vor einem Wechsel. Du machst jetzt diese Arbeit, weil du der Meinung bist, dass du aus der Arbeitslosigkeit heraus noch schlechter etwas findest.

Du meinst: „Ich muss doch bei diesem Partner bleiben der Kinder wegen“
Stimmt so nicht. Niemand kann dich zwingen zu bleiben. Du bleibst freiwillig, weil du die Traurigkeit der Kinder nicht möchtest. Oder du bleibst freiwillig, weil du Sorge hast, dass dann das Geld nicht reicht. Vergiss aber nie, dass du freiwillig diese Beziehung aufrecht erhältst, weil das in dem Moment dir doch einfacher erscheint, als die Alternativen.

Wichtig ist, (auch das wird geübt) den anderen Menschen nicht ändern zu wollen, ihn mit derselben Großzügigkeit aufzunehmen, wie es mit der Zeit besser gelingt, sich selbst mit allen Stärken und Schwächen ernst zu nehmen. Keine „Du sollst“ Sätze mehr. Das „du sollst“ ersetzten durch Ich-Botschaften. "Ich komme damit nicht zurecht, wenn du ganze Abende am PC sitzt". So fühlt der andere sich eher ernst genommen mit seinen hochwichtigen Aktivitäten und fühlt sich viel weniger manipuliert als mit „Du sollst die Kiste ausmachen“.

Du meinst: Immer muss ich den Kontakt zur alten Freundin herstellen, nun wäre sie einfach mal dran.
Andere Variante: Du entscheidest, jedes Mal aufs neue, selber anzurufen, weil es dir gut tut , ihre Stimme zu hören, zu quatschen usw.. Du rufst an ohne Groll, denn du nimmst es ernst, dass sie vielleicht ein weniger großes Bedürfnis hat, mit dir zu sprechen. Aber dir tut das gut und deshalb tust du das für dich. Du stehst zu deinem Wunsch, es zu wollen und deshalb tust du das.

Für mich ist der Kurs nun schon ca. 7 Jahre her und es ist erstaunlich, wie gestärkt ich daraus hervorgegangen bin. Ich habe eine unheimlich große Gelassenheit gewonnen, mit mir und auch anderen umzugehen. Durch die gewachsene innere Stärke bin ich kaum abhängig von der Anerkennung anderer (freu mich natürlich trotzdem darüber). Es ist auch für andere sehr viel einfacher und schöner, mit mir zusammen zu sein, weil sie selber auch in viel höherem Maße sein können wie sie sind. Das gibt auch einer Beziehung ungeheuren Auftrieb.

Fehler einfach nicht mehr so wichtig zu nehmen, ist für mich auch ein sehr wesentlicher Punkt. Wenn ich Mist gemacht habe, gelingt es mir meist gut, mich quasi als meine beste Freundin selber zu trösten, ein freundliches Gespräch mit dem eigenen Ich zu führen.

Ich finde es auch sehr auffällig, dass sehr viele meiner Kolleginnen Energie damit verschwenden, sich darüber aufzuregen, dass Diese vielleicht vergessen hat zu grüßen, oder was Jene nun wieder falsch gemacht hat. Sie kennen mich aber inzwischen gut genug, dass sie wissen, dass mich so was überhaupt nicht anhebt. Eigene Fehler nicht so wichtig zu nehmen und Fehler anderer nicht so wichtig zu nehmen schafft sehr freiwerdende Energie.

Ich kam auf die Idee, das mal aufzuschreiben, weil Marcels Wochenthema mich dazu motiviert hat. Nie mehr käme ich auf die Idee, dass mich irgendjemand irgendwie falsch wahrnimmt. Wenn ich das Gefühl hätte, an falscher Stelle zu stehen, müsste ich eben was dagegen tun. Wenn ich aber jetzt in diese Aufgabe keine Kraft stecken will, das falsche Plätzchen mit Mühe in ein passenderes zu verwandeln wäre es auch in Ordnung.

Das waren einfach mal kunterbunt ein paar Eindrücke von meinem Encouragingtraining. Die Erfahrungen möchte ich auf keinen Fall missen. Wenn es nur einen von euch vielleicht dazu bewegen würde, vielleicht auch über einen solchen Kurs mal nachzudenken, hätten sich diese Zeilen hier schon gelohnt.

Ein Problem kann man so aber nicht lösen. Das ist das Problem der gar zu großen krankheitlichen Schwäche. Zu gern würde ich einen Kursleiter danach mal fragen, aber damals war ich noch viel gesünder. Aber immerhin ist es ja schon mal was wert, wenn man sich nicht noch zusätzlich mit Selbstkritik u.ä. noch runter zieht.

Anne

Geändert von Anne (19.10.06 um 21:03 Uhr)

Encouraging

Pegasus ist offline
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Seit: 06.11.04


Pegasus
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Ich vermute, dass viele Symptome entstehen, weil die Reflexzonen zu wenig stimuliert werden.

Encouraging-Training (Mut tut gut)

Anne ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Hallo Pegasus,

recht vielen Dank für die Blumen

Es gibt übrigens auch ein Buch dazu, wo man einiges nachlesen kann.
Bücher von Amazon
ISBN: 3932708156


Besser als das buch zu lesen ist es aber, so einen Kurs zu besuchen und wirklich etwas Zeit zu investieren. Der Kurs hatte wie gesagt 10 x 2 Stunden zuzüglich "Hausaufgaben".Man probierte Teile an sich selber, später dann aber auch an anderen Mitmenschen verschiedenes aus Optimal war auch, die Meinung der anderen Kursteilnehmer mit zu hören und Rückkopplung zu haben für das eigene Üben. Und üben muss man das, wenn man es wirklich ernst meint.

Wer aber keinen Kurs in der Nähe hat, kann schon mal in das Buch schauen und sich mal als erstes überlegen, ob man wirklich so nett zu sich selbst ist, wie zur besten Freundin.

Encouraging-Training (Mut tut gut)

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Anne,

das hier


www.adler-dreikurs.de/redesign/inst_geschichte.php

möchte ich gerne noch zum Thema beitragen !

Gruß von
Leòn

Encouraging-Training (Mut tut gut)

Anne ist offline
Themenstarter Beiträge: 4.973
Seit: 05.10.05
Hallo Leon,

danke für den Link. Hast du das auch ausprobiert und wenn ja, hat es dich auch weiter gebracht?

Anne

Encouraging-Training (Mut tut gut)

Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Anne,

ich verwende das Programm seit 1998 in meiner beruflichen Tätigkeit (Familien - Aktivierungs - Management
http://www.sgbviii.de/S47.html , http://www.jugend-und-familienhilfe.de/fam.php, http://www.masfg.rlp.de/pictures/inf...htkomplett.pdf,
).
Beruflich wie auch privat habe ich sehr gute Erfahrungen gdamit emacht, es ist aber ein immerwährender Prozess, sich an die Haltung zu erinnern, habe ich für mich so festgestellt.
Die Haltung, die dem Konzept der Ermutigung zugrunde liegt, ist in der Regel da, allerdings "verschüttet", man kann sich erinnern und es (wieder) tun!

Herzliche Grüße von
Leòn

Encouraging-Training (Mut tut gut)

blockflöte ist offline
Beiträge: 547
Seit: 09.09.06
ich halte es auch für sehr wichtig, dass wir lernen, positiv zu denken und zu handeln, mein gegenüber "stehen" zu lassen in seinen eigenheiten.

mir halfen bücher wie von n.v.peale und dan millman dabei.

aber auch die wertevermittlung liegt mir am herzen, wie glaube und liebe und vor allem hoffnung, damit unsere jugend lebensperspektiven sieht.
__________________
die wichtigste stunde ist immer die gegenwart, der bedeutendste mensch immer der, der dir gerade gegenüber steht.
aus dänemark


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