Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

22.02.08 20:32 #1
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Leòn ist offline
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Der Ansatz der Humanistischen Psychologie zählt zu den drei "klassischen" psychotherapeutischen Ansätzen. http://www.symptome.ch/vbboard/thera...-ansaetze.html , neben den tiefenpsychologischen und den behavioristischen (verhaltenstherapeutischen) Ansätzen.
1962 gründeten Psychologen und Psychologinnen sowie Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen die AHP, die American Association for Humanistic Psychology, die die Vorreiterin dieser Bewegung wurde. Weltanschauliche Wurzeln hat die humanistische Psychologie vor allem im Humanismus und darauf aufbauend im Existentialismus (Jean-Paul Sartre, Martin Heidegger), in der Phänomenologie (Edmund Husserl) sowie der funktionellen Autonomie (Gordon Allport).
Humanistische Psychologie - Wikipedia

Die erste ausgearbeitete humanistische Psychologie geht auf Abraham Maslow zurück. Sein Konzept wurde später insbesondere von Carl Rogers in seiner klientenzentrierten Psychotherapie (auch: nichtdirektive oder Gesprächstherapie) aufgenommen und für den praktischen Bereich weiterentwickelt. Die Kernthese von Carl Rogers in der humanistischen Psychologie lautet:

Das Individuum verfügt potentiell über unerhörte Möglichkeiten, um sich selbst zu begreifen und seine Selbstkonzepte, seine Grundeinstellung und sein selbstgesteuertes Verhalten zu verändern; dieses Potential kann erschlossen werden, wenn es gelingt, ein klar definiertes Klima förderlicher psychologischer Einstellungen herzustellen.
Humanistische Psychologie - Wikipedia

Die verschiedenen Richtungen der humanistischen Psychologie (Personenzentrierte Gesprächstherapie, Gestalttherapie, Psychodrama, Logotherapie u.a.), gehen davon aus, dass der Mensch über die Ressourcen verfügt, um seine Probleme zu lösen. Sie gehen von einem ganzheitlichen Verständnis des Menschen aus, von Bewusstheit (Selbst- und Fremdwahrnehmung), der Tatsache, dass Menschen sowohl individuelle als auch soziale Wesen sind und von der Entscheidungsfähigkeit des Menschen.
Das Menschenbild bezieht sich auf das Hier und Jetzt, auf sinnliche, geistige und emotionale Wahrnehmung.

Herzliche Grüße von
Leòn
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Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Leòn ist offline
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In der humanistischen Psychologie steht der/die KlientIn im Vordergrund. Dementsprechend ist die therapeutische Grundhaltung von Akzeptanz, Achtung und Wertschätzung gegenüber den KlientInnen eine wesentliche Voraussetzung. Nicht ein Idealbild steht im Vordergrund, sondern der Mensch mit seiner (individuellen) Erlebniswelt.
Die zweite wesentliche Grundhaltung ist das einfühlende Verstehen . Sie schließt sich an die erste an; der/die KlientIn steht im Fokus des "therapeutischen Interesses", nicht die Vorstellungen davon, was vielleicht besser wäre.
Offenheit und Echtheit ist eine weitere wichtige therapeutische Haltung. Der/die Therapeutin steht als gesamte, "ganze" Person in dem Prozess, nicht nur als FachexpertIn. Schon allein die Überprüfung dieser Haltung bedarf, meiner Meinung nach, einer fortlaufenden Supervision.

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Leòn
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Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Leòn ist offline
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Seit: 19.03.06
Neben den oben benannten Grundhaltungen, bzw. dem humanistischen Menschenbild, das dieser Richtung zugrunde liegt, hat jede Therapieform eigene Methoden und Techniken.
Aus der Klientenzentrierten Gesprächstherapie von Carl Rogers, stammen zum Beispiel das "Aktive Zuhören" und die "Ich - Botschaft" Kommunikation Aktives Zuhören , aber auch das Paraphrasieren/ Spiegeln (Wiederholung und zusammenfassen mit eigenen Worten) und das Verbalisieren von emotionalen Inhalten.http://www.aejn.info/fileadmin/user_...trogers_01.pdf

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Leòn
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Oregano ist offline
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Theoretisch hören sich die Forderungen und Aussagen von Rogers sehr human an:

Das erste und das allerwichtigste ist die Übereinstimmung des Therapeuten mit seinem Klienten, seine Aufrichtigkeit — seine Fähigkeit, im Umgang mit den Klienten wirklich menschlich zu sein.
Das zweite ist die Fähigkeit des Therapeuten, den Klienten als selbständige Person zu akzeptieren, ohne ihn zu beurteilen oder zu bewerten. Es ist eine bedingungslose Akzeptanz — ich kann dich so akzeptieren, wie du bist.
Die dritte Voraussetzung ist das aufrichtige und mitfühlende Verständnis... Der Klient muß wissen, daß er es mit einem wirklichen Menschen zu tun hat, der ihn akzeptiert und ein sensibles Verständnis für ihn hat, der genau weiß, welches Bild sich der Klient von der Welt macht - ein solches Verständnis scheint die Menschen voranzubringen.

Wenn wir jedoch diese Voraussetzung prüfen, stellen wir fest, daß sie nur deshalb zu verwirklichen sind, weil die Situation in der Therapie eine künstliche ist. Gerade weil der Klient nur eine begrenzte Zeit mit dem Therapeuten zusammen ist (einmal wöchentlich weniger als eine Stunde), kann der Therapeut (theoretisch — ob es wirklich geschieht, ist etwas anderes) auf eine Beurteilung des Klienten verzichten.

In Wirklichkeit ist der Therapeut im Umgang mit dem Klienten nicht vollkommen menschlich, denn wenn er es wäre, würde er auf den Klienten ebenso reagieren wie auf andere Menschen im täglichen Leben, die er mit Sicherheit nicht »bedingungslos akzeptiert«, bei denen er nicht darauf verzichtet, sie zu beurteilen, und denen er auch kein wirkliches mitfühlendes Verständnis entgegenbringt. Wir »akzeptieren« nicht jeden, der uns begegnet.
.........
Wollen wir uns nun ansehen, wie Rogers seine Ideen in einem seiner bekanntesten Aufsätze darstellt:
Um eine konstruktive Persönlichkeitsveränderung herbeizuführen, ist es notwendig, daß die folgenden Voraussetzungen gegeben sind und über einen gewissen Zeitraum bestehen bleiben:

1. Zwei Personen sind in einem psychologischen Kontakt.

2. Die erste, die wir als den Klienten bezeichnen wollen, befindet sich in einem Zustand der Disharmonie, ist verwundbar oder beunruhigt.

3. Die zweite Person, die wir als den Therapeuten bezeichnet wollen, ist ausgeglichen oder in die Beziehung integriert.

4. Der Therapeut hegt für den Klienten bedingungslose und positive freundschaftliche Gefühle.

5. Der Therapeut hat ein einfühlendes Verständnis für den inneren Bezugsrahmen des Klienten und bemüht sich darum, ihn diese Tatsache spüren zu lassen.

6. Die Kommunikation des einfühlenden Verständnisses und der bedingungslosen positiven Gefühle des Therapeuten gegenüber dem Klienten ist bis zu einem Mindestmaß gelungen Weitere Voraussetzungen sind nicht notwendig. Wenn diese sechs Vorbedingungen gegeben sind und über einen gewissen Zeitraum bestehen bleiben, genügt das. Die konstruktive Persönlichkeitsveränderung wird folgen.

Es gibt keinen Grund zu glauben, daß ein Therapeut, irgendein Therapeut, sich unbedingt mehr in die Beziehung zu seinem Klienten »harmonisch integriert« fühlt als in irgend eine andere Beziehung. Rogers erklärt, was er im einzelnen damit meint:

Die dritte Vorbedingung ist, daß der Therapeut im Rahmen dieser Beziehung ein harmonischer, ehrlicher und integrierter Mensch ist. Das bedeutet, daß er innerhalb der Beziehung frei und zutiefst er selbst ist, wobei seine innere Erfahrung zutreffend durch das Bewußtsein seiner selbst wiedergegeben wird. Im Gegensatz zum Aufbauen einer Fassade sei es bewußt oder unbewußt.

Welche Garantie kann es dafür geben, daß irgendein Therapeut eine so offene und ehrliche Persönlichkeit ist, wie Rogers es verlangt? Die bedingungslose positive Einstellung, die der Therapeut gegenüber dem Klienten haben soll, ist etwas, das sich ebensowenig erzwingen läßt wie die Liebe. Wir können diese Gefühle nicht auf Kommando entwickeln; entweder sind sie da, oder sie sind nicht da. Und die bloße Tatsache, daß jemand hilfesuchend zu einem gekommen ist, bedeutet an sich noch nicht, daß man diesen Menschen lieben wird...

Die fünfte Voraussetzung ist, daß der Therapeut ein authentisches mitfühlendes Verständnis für das aufbringt, was der Klient von seinen eigenen Erfahrungen wahrnimmt. Die private Welt des Klienten so zu empfinden, als ob es die eigene wäre, aber ohne die Qualität des >als ob< aus dem Auge zu verlieren — das ist Einfühlungsvermögen, und dieses Einfühlungsvermögen ist eine notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie.

Für Rogers war eines der Zeichen dafür, daß der Klient Fortschritte macht, seine »zunehmende Fähigkeit, die bedingungslos positive Einstellung des Therapeuten zu erfahren, ohne dabei das Gefühl zu haben, bedroht zu werden.«7

Man beachte das Dilemma: Wenn der Klient das nicht fühlt, wenn der Klient das Gegenteil empfindet, daß nämlich der Therapeut ihn nicht mag, sondern verabscheut, dann ist das ein Zeichen dafür, daß der Patient noch nicht gesund ist, noch eine Defensivhaltung einnimmt und der Therapie Widerstand entgegensetzt, das heißt, er widersetzt sich der Wahrheit, die darin besteht, daß der Therapeut ihm gegenüber eine bedingungslos positive Haltung einnimmt. Doch was geschieht, wenn der Therapeut tatsächlich keine solchen positiven Gefühle hat? Wie soll der Klient darauf reagieren? Bei der von Rogers entwickelten Methode kann das nicht geschehen, weil sie eine solche negative Möglichkeit nicht vorsieht

So erreichen alle unsere so ganz verschiedenen Therapeuten auf völlig verschiedenen Wegen gute Ergebnisse. Bei dem einen ist die ungeduldige, sachliche Haltung, mit der er verlangt, daß die Karten auf den Tisch gelegt werden sollen, die wirksamste, weil er, wenn er sich so verhält, am ehrlichsten er selbst ist. Bei einem anderen ist es eine viel sanftere und deutlich warmherzige Art, weil sie dem Wesen dieses Therapeuten entspricht. Unsere Erfahrungen haben mich in meiner Auffassung bestärkt und bestätigt, da eine Persönlichkeit, die fähig ist, in diesem Augenblick ganz ehrlich sie selbst zu sein und zu zeigen, was in ihrem tiefsten Innern vorgeht, als Therapeut die besten Erfolge hat. Vielleicht ist dies das einzig Wichtige. (S. 186)
............
Doch was ist über den sadistischen Therapeuten zu sagen, der sich offen als das zeigt, was er ist? Oder wie steht es um den nicht sehr hilfsbereiten, nicht sehr freundlichen oder nicht sehr empfindsamen Therapeuten? Natürlich behauptet Rogers, daß solche Therapeuten den nach seiner Methode ausgebildeten Mitarbeitern nicht vorkommen. Aber warum nicht?
.................
8. Carl Rogers - Humanistische Psychologie* ---* Masson, 1988, Psychotherapie** -

Der theoretische Gedankenansatz Rogers ist human/humanistisch - eine meiner Ansicht nach vorbildliche Haltung psychisch "auffälligen" Menschen gegenüber.
Die Praxis zeigt, daß auch Therapeuten Menschen sind und letztlich nur in der Therapiestunde in ihre Rolle schlüpfen und außerhalb dieser Rolle mehr oder weniger stark "menscheln".
Das ist an und für sich völlig normal. Es wird nur dann problematisch, wenn ein solcher Therapeut aus irgendwelchen Gründen seinen humanistischen Ansatz nicht mehr bringen kann und damit den Klienten vor die Aufgabe stellt, den Therapeuten eben als auch schwächelnden menschelnden Menschen zu erleben.

Gruss,
Uta

Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Uta,

ja - das kann dann sicher sehr traumatisierende Folgen haben. Ich denke, der Verweis auf die Haltung der "Kongruenz" / innere Stimmigkeit, Wahrhaftigkeit/ Authentizität des Therapeuten ist hierbei sehr wichtig. Dazu gehört dann eben eine ganz frühe, sensible und offene Klärung der Inhalte der TherapeutInnen - KlientInnen - Beziehung. Auch gehört dazu, dass der/die TherapeutIn die eigenen Grenzen - ebenfalls sensibel und offen darlegt.

Herzliche Grüße von
Leòn

Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Oregano ist offline
Beiträge: 63.695
Seit: 10.01.04
Auch gehört dazu, dass der/die TherapeutIn die eigenen Grenzen - ebenfalls sensibel und offen darlegt
Das halte ich für sehr wichtig, damit gar nicht erst ein Podest für den Therapeuten errichtet werden kann, von dem er dann mit Knall und Frust stürzt, wenn seine menschlichen Schwächen zum Tragen kommen.

Das Problem in der Therapie-Situation scheint mir zusätzlich auf Seiten des Klienten darin zu liegen, daß er oft von vornherein eine Podest-Statue sucht und sie deshalb auch in seiner Phantasie schafft. Die Realität kann dann sehr ernüchternd sein.
Gruss,
Uta

Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.783
Seit: 26.04.04
Die Potentialorientierte Psychotherapie beinhaltet verschiedene Methoden zur Förderung der im Menschen vorhandenen Ressourcen und Möglichkeiten. Sie basiert auf der Humanistischen Psychologie und ist ausgerichtet darauf, festgefahrene Muster und Gewohnheiten zu überwinden und eine persönliche Verwandlung zu ermöglichen.
Ziel ist die Integration von Körper, Geist und Seele - das Heilwerden des ganzen Menschen, ob er nun an Symptomen leidet oder sich gesund fühlt.

Potentialorientierte Psychotherapie
Die potentialorientierte Psychotherapie umfasst, vor dem Hintergrund der humanistischen Psychologie (Abraham Maslow, Carl Rogers, Milton Erickson), verschiedene Verfahren zur Förderung der im Menschen angelegte Ressourcen und Möglichkeiten.
Sie strebt in der therapeutischen Arbeit die Integration von Körper, Seele und Geist an und stellt dazu ein weites Spektrum an Methoden und Ansätzen zur Verfügung.
Die potentialorientierte (oder humanistische) Psychotherapie fokussiert nicht allein auf der Beseitigung von Symptomen, sondern konzentriert sich gleichermaßen auf die Entfaltung innewohnender menschlicher Qualitäten wie Präsenz, Offenheit, Interesse, Kreativität, Freude, Mut, Selbstverantwortung, Stille, Hingabe, Mitgefühl und die Liebe zur Wahrheit.
Damit wird Therapie zu einer Begleitung auf dem Weg der Heilwerdung zum ganzen Menschen und richtet sich ebenso an den Gesunden wie an den an Symptomen Leidenden.

Die Therapie ist ausgerichtet auf das gegenwärtige Erleben, das aufmerksame Gewahrsein der Person, und der Überwindung von Einschränkungen in Wahrnehmen, Fühlen, Denken, Handeln und Imaginieren, die wir biographisch erworben haben. Sie bietet Wege zur Versöhnung mit der Welt wie sie ist und zum Frieden auch mit den Einschränkungen des persönlichen Daseins.
Sie stimuliert das In-Bewegung-Kommen von festgefahrenen Mustern und Gewohnheiten und fordert damit auf zum „Risiko“ persönlicher Verwandlung.
Die Selbsterforschung und Selbsterfahrung, ob in Einzel- oder Gruppensitzung, wird somit auch zu einer Lebensschule, die uns an das Beste, das Wesentliche in uns erinnert.

Seit den Forschungen von Abraham Maslow in den sechziger Jahren wissen wir, dass das Bedürfnis nach wesensgemäßer, geistiger und spiritueller Entfaltung ebenso in der menschlichen Natur begründet liegt, wie die sogenannten Grund- und Mangelbedürfnisse (nach Nahrung, Beachtung, Geborgenheit, Halt, Anerkennung, Zugehörigkeit, Gemeinschaft, Status, Achtung etc.). Allerdings haben die Grundbedürfnisse eine stärkere Durchsetzungskraft als die höheren, oder „Metabedürfnisse", wie Maslow sie nannte. Erst in der humanistischen, potentialorientierten Psychotherapie, als der „dritten Kraft" neben Psychoanalyse und Verhaltenstherapie, wurde die Möglichkeit aufgegriffen, dem Menschen, über die therapeutische Problem- oder Symptombeseitigung hinaus, Angebote zur Entfaltung der in ihm ruhenden und „wartenden" Wesensqualitäten zu machen. Damit wurde die Psychotherapie zu mehr als nur einem Mittel zur erfolgreichen Anpassung des Ich an eine gesellschaftliche Norm.
Der Weg und das Verständnis von Heilwerdung besteht daher in einem erweiterten Verständnis der menschlichen Natur und unserer Bedürfnisse.
Seit etwa zwanzig Jahren sprechen wir nun von der transpersonalen Psychotherapie als der vierten Kraft" der Psychotherapie (Karlfried Graf Dürckheim, Hameed Ali Almaas, Ken Wilber). Transpersonal" meint Erfahrungen und Seinsfühlungen, die über das biografisch durch Prägung, Erziehung, Konditionierung, Sozialisierung und familiäre Verstrickung geformte Ich hinausgehen, und die Ich-, Charakter- und Persönlichkeitsstruktur transzendieren. Hier begegnen sich die Ansätze und Verfahren der westlichen Psychologie und Psychotherapie mit den westlichen und östlichen Weisheitslehren der Mystik und der Philosophia Perennis, der ewigen Philiosphie".
Unser Wunsch in der Praxis ist, Begleitung und Unterstützung auf allen Ebenen möglicher Entwicklung und Entfaltung anbieten zu können. Die eigene beständige Fortbildung ist dabei natürlich eine Grundvoraussetzung.
www.thomas-peltzer.de/pt/pt_potpsy_body.htm

Dr. Wolf Büntig
Wolf Büntig Dr. med., geb. 1937, ist Arzt mit Zusatztitel Psychotherapie, von der Bayerischen Landesärztekammer anerkannter Lehrtherapeut für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Gestalttherapie, Bioenergetik und Balintgruppen.
entwickelt, lehrt und praktiziert die Potentialorientierte Psychotherapie am Zentrum für persönliche und berufliche Fortbildung zur Entwicklung von menschlicher Kompetenz ZIST:

ZIST ist ein Zentrum für persönliche und berufliche Fortbildung zur Entwicklung von menschlicher Kompetenz durch potentialorientierte Selbsterfahrung in persönlichem Wachstum, Coaching und Psychotherapie.

Der in ZIST praktizierte Ansatz integriert unterschiedliche Quellen und Traditionen und drückt sich aus in einer Vielfalt von Angeboten. Den theoretischen Rahmen bietet die Humanistische Psychologie. Deren zentrales Anliegen ist die Erforschung und die Entfaltung der menschlichen Natur mit einer Fülle spezifisch menschlicher Erlebnisqualitäten. Ziel ist die Entdeckung, Entfaltung und Verwirklichung des menschlichen Potentials im alltäglichen Leben von Einzelnen und im Kollektiv. Methode ist die Integration von persönlicher Selbsterkundung und wissenschaftlicher Forschung. In den Veranstaltungen von ZIST steht das persönliche Lernen durch Selbsterfahrung im Vordergrund, auch wenn die Fort- und Weiterbildung von Menschen, die in ihren Berufen mit anderen Menschen arbeiten, inzwischen gegenüber den offenen Selbsterfahrungsgruppen den größeren Raum einnimmt.
ZIST, das Zentrum für die persönliche und berufliche Fortbildung in potenzialorientierter Selbsterfahrung und Psychotherapie.



Liebe Grüsse,
uma

Geändert von Malve (25.02.08 um 21:20 Uhr)

Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Uta,

Zitat von Uta Beitrag anzeigen
....

Das Problem in der Therapie-Situation scheint mir zusätzlich auf Seiten des Klienten darin zu liegen, daß er oft von vornherein eine Podest-Statue sucht und sie deshalb auch in seiner Phantasie schafft. Die Realität kann dann sehr ernüchternd sein.
Gruss,
Uta
auch hier liegt, so finde ich, die Verantwortung wieder beim Therapeuten/ der Therapeutin. Vor allem die Personenzentrierte Psychotherapie verfügt ja über mehrere Instrumente, die helfen sollen, den Klienten/ die Klientin auf sich zu beziehen, wie zum Beispiel das Paraphrasieren und dann "Spiegeln". TherapeutInnen müssten sich der Problematik nur dauerhaft bewusst sein und die Thematik nicht scheuen. Mittels der Rogerschen Ich - Botschaften kann man auch ganz gut, klar und einfühlsam Grenzen ziehen!

(Naja, ich geb ja zu - einfach ist es nicht und Menschen sind nicht immer erfolgreich, mit dem was sie tun!)

Herzliche Grüße von
Leòn

Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

jeannys ist offline
Beiträge: 217
Seit: 16.06.06
Anlässlich eines Gastes des aktuellen Nachtcafés fällt mir wieder ein, dass ich mal auf folgende Richtung oder Person hinweisen wollte.

Es geht um hypno-systemische Konzepte, die sich auf den weiter oben schon erwähnten Milton Erickson beziehen. Da gibt es natürlich mehrere Vertreter, Institute und Kliniken, die sich sicher nicht alle gleichen, trotz ähnlichem Konzept.

Gast im Studio war jetzt Dr. Gunther Schmidt, den ich auch schon persönlich hören und erleben konnte.
Mein Eindruck ist (ganz im Sinne des letzten Abschnitts "Die mich dabei leitende Vision .."), dass hier tatsächlich der Mensch im Vordergrund steht, auch wenn manche Sätze beinah zu schön klingen um wahr zu sein

viel Spaß beim Lesen (und vom hier verwendeten Insider-Sprachstil nicht erschrecken lassen)

jeannys

Homepage Milton-Erickson-Institut Heidelberg

www.meihei.de/dateien/institut.html

Wofür wir uns engagieren

Menschen haben viel mehr gesundheitsförderliche und andere Kompetenzen für ein erfüllendes Leben - kognitiv und intuitiv - als sie oft selbst zunächst noch bewusst wahrnehmen. Diese Prämisse Erickson´scher Therapie können wir auch durch unsere Ergebnisforschung (an der Fachklinik am Hardberg in Siedelsbrunn) bestätigen, die zeigt, dass auch Menschen mit sehr langwierigen leidvollen Erlebnismustern (sehr oft sogar in kurzer Zeit) beeindruckende konstruktive Entwicklungen in Gang setzen können, wenn sie Im Prozess einer Therapie/ Beratung nur endlich gewürdigt werden in ihrer Eigenkompetenz und als völlig gleichrangige KooperationspartnerInnen unterstützt werden.

Damit sich diese Kompetenzen wieder wirksam erleben und optimal nutzen lassen, sind nicht nur kompetenzfokussierende individuelle Haltungen und Verhaltensweisen hilfreich. Jeder Mensch lebt vernetzt mit vielfältigen ökosystemen. Individuelles Erleben kann nur verstanden und seine Sinnhaftigkeit nur gewürdigt werden in seinem systemischen Kontext.

Die jeweils beteiligten Beziehungs- und Organisations-Systeme (sowohl die der "Kunden" als auch die der TherapeutInnen/ BeraterInnen) sollten deshalb zu Erlebnisräumen werden mit Organisations-, Kommunikations- und Entscheidungsregelungen, in denen Menschen

*Wertschätzung und Achtung für sich und Andere erleben können, Ihre Aufmerksamkeit ausrichten können auf die vielfältigen Kompetenzmuster, die es im System der Beteiligten gibt (selbst wenn eventuell Probleme aufgetreten sind),
*Raum bekommen, um das, was sie können, auch wirksam einbringen zu können,
*weitestgehend in Entscheidungs- und Zielgestaltungsprozesse einbezogen werden,
*stimmig erleben können, dass sie verlässlich dazugehören (ja, sogar in einer Atmosphäre liebevoller Begegnungen) und gleichzeitig Autonomie leben können,
*in ihrer Tätigkeit auch im Herzen berührt werden,
*und über das eigene Ich hinaus Beiträge leisten zu dürfen zu einem höheren umfassenderen Sinnzusammenhang (Ich-Transzendenz), der je nach ihren Bedürf- nissen auch spirituelle Aspekte umfassen darf,
*sich ganzheitlich weiterentwickeln können und dabei auch die Begrenztheit des von ihnen Machbaren würdigen können.
*und bei aller Kompetenz- und Erfolgsorientierung auch Leid und Problem-Erleben und damit verbundene bisherige Lösungsversuche empathisch begleitet werden können (die sich sehr wohl als anerkennenswerte Leistungen im Dienste wichtiger Ziele- z.B. Loyalitätsverpflichtungen- verstehen lassen).

Dann kann ihre kognitive Brillanz optimal zusammenwirken mit ihrem intuitiven Wissen, ihrer "Herzensweisheit".

Alle Angebote am Milton-Erickson-Institut Heidelberg verstehen sich als Beitrag dazu, Menschen zu unterstützen im Umgang mit sich selbst, in Begegnungen mit anderen Menschen und in der Gestaltung von privaten und von Arbeitsbeziehungen im Sinne der Entfaltung solcher Lebensräume.

Die mich dabei leitende Vision ist es, so kongruent und tatkräftig, wie es mir möglich ist, zu einer Welt gegenseitiger Achtung, Wertschätzung, mitmenschlicher und ökologischer Verantwortungsbereitschaft und Sinnerfüllung beizutragen. Ich hoffe, dass auch mein Handeln und das der Referentinnen und Referenten am Institut dies stimmig widerspiegelt.

Der Mensch im Vordergrund - Humanistische Psychologie

Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Jeannys,

ist das etwa der Schmidt aus Heidelberg?

Herzliche Grüße von
Leòn

Geändert von Leòn (09.03.08 um 00:55 Uhr)

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