Soziales, Familie, Gesundheit - Politik und Gesellschaft

19.03.09 07:49 #1
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Leòn ist offline
Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo, einen Gruß an Alle;

Christiane22's Posting http://www.symptome.ch/vbboard/famil...amilien-2.html hat mich angeregt, diesen Thread zu eröffnen.
....Aber wenn wir allgemein und so lange wir die Kräfte haben, uns für eine Struktur einsetzen in denen jeder Einzelne das Recht auf Existenz und Würde besitzt, ist sogar auch uns geholfen. Denn kein Starker bleibt ewig stark, und manch Schwacher bleibt das auch nicht, so zum Beispiel Kinder, und alle sind Teil einer Gemeinschaft. Was wir den einen zahlen bekommen wir morgen zurück - so oder so. Jeder....
Was wünscht Ihr Euch, in Euren jeweiligen Ländern, hinsichtlich der Entwicklung zu einer gerechteren Gesellschaftsstruktur? Was sollte sich ändern? Und was kann man als Einzelne/r oder auch als Gruppe tun?

Herzliche Grüße von
Leòn

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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

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phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Grüss Dich Herr der weiten Flächen, des ungebremsten Nordwindes, der wasserumspülten Inseln, der Dich liebenden Katzen und so weiter...

Ein interessanter Thread...

Als erstes würde ich alle Entwicklungen, die von unten nach oben wachsen fördern. Anstelle von an Freibeuterei, Wegelagerei und Betrug grenzenden Steuersystem würde ich eine allgemeine für jeden verbindliche Abgabe einführen, bei der jeder, unabhängig der Höhe seines Einkommens, den 10ten Teil seiner Einkünfte an die nächstgrössere Einheit abgibt, beispielsweise an die Gemeinde. Die Gemeinde wiederum gibt den 10ten ihrer Einkünfte an den Bezirk weiter, dieser den 10ten seiner Einkünfte von den Gemeinden an das Land/Kanton, alle Länder/Kantone wiederum den 10ten an den Staat (solange es diesem überhaupt noch braucht) usw. bis die orberste Instanz erreicht ist. Dies ist eine gerechte Abgabe, weil keiner dem anderen gegeüber übervorteilt wird. Was damit nicht bezahlbar ist braucht es entweder nicht, oder wird durch anders organisiert.

Als nächstes würde ich die Zinswirtschaft auflösen - hinter jedem Zinsgewinn steht ein schätzungsweise doppelt so hoher Verlust von irgend jemandem (also schämt euch alle, die ihr euch an Zinserträgen erfreut - Geld wächst nun mal nicht, dies im Gegensatz zu den Radieschen...).
Weiter würde ich die Krankenkassen abschaffen - damit haben wir sehr schnell viel weniger Kranke, weil die Selbstverantwortung weit mehr gefordert wäre. Es gibt überteuerte medizinische Techniken, aber die braucht es höchst selten für eine erfolgreiche Heilung. Die meisten Behandlungen dürften weit mehr der Amortisation der Gerätschaften als dem Wohl des Patienten dienen.

Dann würde ich das looser-looser System der Schuldigkeit und des Strafvollzuges aufgeben zu gunsten eines win-win-Systems, bei dem die Wiedergutmachung und nicht Strafe die Basis darstellt. Wirkliche Besserung und tiefe Einsicht ist meiner Ansicht nach nur in einem win-win-System möglich. Abe auch bei einem win-win-System gäbe es - allerdings weit weniger - Menschen, die man von anderen fernhalten müsste.

Weiter würde ich schauen, dass die Grundbedürfnisse eines jeden Menschen gedeckt sind: Ernährung, Kleidung, Behausung. Dies steht jedem zu, einzig und allein aus der Tatsache, dass er hier auf dieser unserer Erde lebt. Dadurch würde Arbeit geleistet werden, die heute aus wirtschaftlichen Gründen nicht getan wird. Die Kreativität und Entfaltung des Einzelnen würde weit perfektere (da der Zwang zum wirtschaflichen Erfolg wegfällt) Dinge erfunden.

Ein fast schon vergessenes System, das der Korporation würde ich wieder neu aufleben lassen. Die Gemeinschaft (Quartier, Dorf, Gemeinde, Stadtteil usw.) findet sich zusammen um Gemeinnütziges gemeinsam zu schaffen.

Parlamentarische Demokratien gehören abgeschafft. Einzig direkte Demokratien werden gefördert, allerdings ohne Parteien. Parteien erzeugen Reibung und Verlust, benötigen die Energie nicht zum Wohle der Menschen sondern zu ihrem Erhalt.

Das mag sich wohl utopisch anhören. Dazu möchte ich einfach sagen, es verlangt niemand, dass dies alles perfekt getan wird, es reicht schon, wenn man willens ist sich dahin zu bewegen... aber eben: BEWEGEN!

Gruss - Phil
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Horaz ist offline
in memoriam
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Seit: 05.10.06
Ausgezeichnet Phil!
Da unterstreiche ist fast jeden Satz. Aus der Sicht des "Gesundheitssystems" kommt man ohne Verwunderung ohnehin nicht mehr aus. Wie siehst du die Möglichkeiten aus diesen Wahnsinnigkeiten wieder herauszukommen? Die Diagnose ist schließlich nur ein möglicher Anfang einer Therapie.

Viele Grüße, Horaz

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phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Vielleicht lassen wir das System einfach mal in sich selber zusammenfallen. Dazu ist alles von Nutzen, was dem System Energie entzieht. Es braucht noch nicht mal einen Kampf, Nichtbeachtung erreicht schon vieles.

Gleichzeitig ist es von Vorteil, wenn (wie hiess das früher, Subkultur?) parallel Neues zu keimen anfängt, in Form von alternativer Vorgehensweisen, beispielsweise mit der Förderung und Entwicklung von Technologieformen, die nicht in der Abhängigkeit von Grossanbietern enden, die mit relativ einfachen Mitteln einen optimalen Wirkungsgrad erbringen. Es gibt davon bereits mehr als man glaubt.

Der Holzer Sepp mag in seiner Art sehr eigen sein, aber was er mit seinen Kulturen aufzeigt ist doch sehr eindrücklich. [URL="http://www.krameterhof.at/"] Dies als ein Beispiel unter anderen.

herzlichst - Phil
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Leòn ist offline
Themenstarter Beiträge: 10.064
Seit: 19.03.06
Hallo Herr der Berge, Täler, Wiesen, Auen und Flusslandschaften,

ich habe mich über Deine "Vision" sehr gefreut (ich fühlte mich dabei unter anderem an Kropotkin Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt ? Wikipedia und vergleichbare Denker und Modelle (Bakunin, Most, Landauer etc.) erinnert) und ich stimme Dir auch (fast) hundertprozentig zu.
Weiter würde ich die Krankenkassen abschaffen - damit haben wir sehr schnell viel weniger Kranke, weil die Selbstverantwortung weit mehr gefordert wäre. Es gibt überteuerte medizinische Techniken, aber die braucht es höchst selten für eine erfolgreiche Heilung. Die meisten Behandlungen dürften weit mehr der Amortisation der Gerätschaften als dem Wohl des Patienten dienen.
Da sáhe ich fur die Übergangszeit noch Handlungsbedarf um die Versorgung von akut und chronisch Kranken zu decken. Aber das kann man natürlich auch über das Prinzip der "gegenseitigen Hilfe" steuern.... .

Herzliche Grüße vom Deich
Leòn
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Wer sich auf mein Niveau begibt, kommt darin um! ;)

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Horaz ist offline
in memoriam
Beiträge: 5.730
Seit: 05.10.06
Hallo Phil,

dem System Energie zu entziehen wäre dringend notwendig. Nur, die Finanzierung des irrwitzigen Medizinsystems funktioniert ja über steuerähnliche Abgaben. Der Medizinbetrieb hat die Politik fest im Griff, so wüßte ich nicht, wann und wie etwas daran geändert werden könnte.
Es würde ja bereits genügen, wenn alle Krankenversicherungen so freiwillig wären wie Hausratsversicherungen. Es soll ja niemand ein Versicherungssegen entzogen werden, der sich weiter in die Hände der Schulmedizin begeben möchte. Alle anderen könnten ihr Geld in eigene Vorsorge, in alternative Therapien und Therapeuten, in medizinische Subkultur investieren. Das wäre eine Gesundheitsreform, die den Namen verdient. Um daran zu glauben, müsste aber erstmal wieder ein Stern über Bethlehem aufgehen.

Viele Grüße, Horaz

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phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Danke Horaz und Leòn,

einerseits ist der Hinweis auf Kropotkin (den ich nicht kannte) sehr interessant und bestätigend, andererseits bin ich mit Horaz einverstanden, dass ein stufenweises Vorangehen und Ändern sinnvoll ist - es geht um's Biegen und nicht ums Brechen.

Die schönsten Schmiedearbeiten entstehen durch zurechtbiegen und in Form bringen des Rohstoffes Eisen. So sehe ich das Wesen des "Ebenbildes" in seinen schöpferischen und somit gestaltenden Möglichkeiten.

Wenn Viktor Schauberger sagt: "Die Natur kapieren - die Natur kopieren" und ich mir das zu Herzen nehme, dann möchte ich weiter formulieren ... "das was ist zu veredeln und zu erhöhen und über sich hinaus wachsen zu lassen". Dies ist für mich ganz realer "Gottesdienst" und somit am Allganzen wie am Einzelnen, ob am Boden, an der Pflanze, am Tier oder am Menschen.

win - win statt Gewinn auf Kosten anderer!

herzlichst - Phil
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