Hallo Katharina,
Zitat von
Katharina_S
die da wären???
Mir bekannt sind Ernährung, Streß, Leistungssport und Sauerstoffmangel.
Was führt noch zu einer Gewebsazidose???  |
und dabei übersiehst Du nun die wichtigsten Ursachen für die Übersäuerung, die da wären: diverse Behinderungen oder Erkrankungen und - allem voran -
die genetische Disposition.
Selbstverständlich sind die Ursachen, die Du nennst, auch nicht zu vernachlässigen. Aber sie spielen nur eine untergeordnete Rolle. Das wird schon ganz einfach dadurch ersichtlich, dass es z.B. Jahrzehnte einer extrem ungesunden, übersäuernden Ernährungs- und Lebensweise benötigt, bis der Körper tatsächlich nicht mehr in der Lage ist zu kompensieren und säurebedingte Erkrankungen ausbrechen können. Und mit extrem ist nicht gemeint, einmal am Tag eine säuernde Scheibe Brot oder zweimal pro Woche 100 Gramm mageres Geflügel zu essen. Es stimmt zwar, dass viele Menschen bei der leider oft üblichen Ernährungsweise zu viele Säuren und zu wenige Basen zu sich führen, jedoch besitzt der Körper ja auch noch gewisse Ausgleichsfunktionen über diverse Regelkreise. Auch über - maßvolle (im Gegenteil zur übertriebenen) - sportliche Tätigkeit oder leicht fordernde Bewegung an frischer Luft verliert der Körper beispielsweise
große Mengen an Säuren. Schon ein ausdauernder Waldspaziergang wirkt ausgesprochen alkalisierend auf den gesamten Organismus. Das ist objektiv messbar. Es muss nicht ALLES immer nur durch Ernährung ausgeglichen werden. Natürlich ist darauf zu achten, dass dem Körper täglich und regelmäßig alle benötigten Nährstoffe zugeführt werden, damit es nicht zu Nährstoffdefiziten kommt, aber eine ausreichende Versorgung kann eben tatsächlich auch der Fall sein, wenn dennoch insgesamt zu viele Säuren mit der Ernährung aufgenommen werden. Außerdem fallen Säuren auch bei körpereigenen Vorgängen an, es gibt nicht nur die durch die Ernährung dem Körper zugeführten Säuren.
Von daher zählen schon einmal alle Behinderungen und Krankheiten, bei denen die Beweglichkeit, die Fähigkeit zu sportlicher Tätigkeit oder auch nur zu ausreichender Bewegung eingeschränkt oder gar nicht möglich sind, zu Ursachen einer durch bloße Ernährungsrichtlinien nicht zu vermeidenden Übersäuerung.
Das ist natürlich auch übertragbar auf all die bewegungsfaulen Menschen, die sich durchaus bewegen könnten... und aber natürlich auch auf diejenigen, die sich vor lauter Überarbeitung nicht auch noch ausgleichend nebenher bewegen können, und deren Arbeit leider aber aus bewegungsarmer Tätigkeit besteht.
Festzuhalten also als ein wichtiger Faktor:
Bewegungsmangel (egal ob durch Behinderung oder aus Faulheit).
Natron, die stärkste Base überhaupt, wird im Körper selber hergestellt. Es gibt Erkrankungen, bei der diese Herstellung nicht oder nicht ausreichend geschieht. Auch hier ist mit reiner Ernährung nicht wirklich etwas zu erreichen. Ebenso gibt es Erkrankungen, die aufgrund gesteigerten oxidativen Stresses die Übersäuerung extrem verstärken...
Diverse
Erkrankungen also als ein weiterer wichtiger Faktor.
Und nun der
Hauptgrund schlechthin für starke Übersäuerung:
die genetische Disposition. Das ist vielen Menschen leider nicht bewusst, weil sie über solche Untersuchungen und Zusammenhänge überhaupt nichts wissen. Das geht dann eben über das gemeine "Wissen" hinaus.
Es ist ein
zu ausschweifendes Gebiet, um hier auf die vielen wichtigen Dinge hinzuweisen, und man könnte sowieso nie das komplette Feld abdecken - daher hier stellvertretend
lediglich ein Beispiel:
Das Gen Superoxiddismutase 2.
Bei mir liegt zum Beispiel eine Mutation dieses Gens (sowie zahlreicher weiterer wichtiger Gene) vor. Träger dieser genetischen Variante haben eine um 50% verminderte SOD2 Enzymaktivität. Es ist erwiesen, dass der oxidative Stress proportional zum Verlust der Enzymaktivität zunimmt. Die Folge daraus ist ein beschleunigter Alterungsprozess der Zellen und damit u.a. ein Fortschreiten knochendegenerativer Prozesse. Außerdem stehen damit neurodegenerative Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, erhöhtes Krebsrisiko unter Schadstoffbelastung etc. etc. in Verbindung.
Alles schon nur durch die eine Mutation in diesem einen Gen. Und es gibt soooo viele Gene!
Alleine schon durch die Erhöhung des oxidativen Stresses geschieht im Körper eine derartige Steigerung an anfallende Säuren (vielleicht vergleichbar mit dem Leistungssport, den Du auch als Übersäuerungsursache nennst... nur mit dem Unterschied, dass der Leistungssport nicht 24 Stunden jeden einzelnen Tag des Lebens praktiziert wird), die nie im Leben mit auch noch so basischer Ernährung ausgeglichen werden könnten.
Wenn zudem noch eine Giftbelastung vorliegt (wie bei vielen Menschen heutzutage) ist es schier unmöglich, selbst mit Baseninfusionen hier einmal eine gewisse Zeit
andauernd Besserungen zu erreichen.
Es muss dann im Prinzip permanent mit diesen Hilfsmittel gegengesteuert werden. Weitere genetische Mutationen wie z.B. das Fehlen der GST T1-Funktion usw. verstärkt z.B. die Giftbelastung und dadurch natürlich auch wiederum weiter den oxidativen Stress und die daraus folgende weitere und weitere Übersäuerung...
Selbstverständlich dürfen in solchen Fällen nicht auch noch mit einer grundsätzlich säuernden Ernährungs- und Lebensweise die therapeutischen Maßnahmen zusätzlich untergraben werden, das ist klar.
Beobachtungen gehen jedenfalls in die Richtung, dass es Menschen gibt, die mit Zucker, Weißmehl, Pasta etc. keinerlei Probleme haben, auch nach Jahrzehnten noch nicht (und von denen anzunehmen ist, dass sie über eine sehr gute genetische Disposition verfügen), und dass es Menschen gibt, die bei noch so basenreicher gesunder Ernährung ihre chronische Übersäuerung einfach nicht in den Griff kriegen können (und von denen die schlechte und das Ganze erklärende genetische Disposition vielfach nachgewiesen wurde). Das wohl als zwei Extreme. Dazwischen gibt es Menschen, die tatsächlich mit einer verbesserten, säureärmeren Ernährung gegen eine Übersäuerung erfolgreich vorgehen konnten, evtl. mit einer gesteigerten körperlichen Bewegung. D.h. aber nur, dass bei diesen Menschen dieser Schritt eben ausreichend war, um eine überschießende Säurelast im Körper zu beseitigen, nicht dass die Säurelast ausschließlich auf die frühere Ernährung zurückzuführen gewesen wäre. Solche Menschen haben vielleicht nur wenige schlechte Gene und von daher auch nur eine geringere säuernde körperliche Situation, so dass eben eine kleine Verringerung der Gesamtsäurebelastung schon ausreichend für einen spürbaren Erfolg sein kann.
Anders jedenfalls ist es nicht zu erklären, weshalb manche Menschen mit stark säuernder Ernährung und stark übersäuernder Lebensweise wie Alkohol- und Nikotingenuss etc. 70, 80 oder 90 Jahre problemlos und ohne Erkrankungen leben, anderen Menschen ohne all diese Laster und mit von Anfang an gesündester und basenreicher Ernährung die Säuren aber bereits im 15. oder 20. Lebensjahr aus den Ohren raus quellen und der gesamte Organismus völlig vergreist ist.
Fazit:
Hinsichtlich des Säureproblems sind Veränderungen im Feintuningbereich durchaus mit einer verbesserten Ernährung zu erreichen. Für das Gröbere bedarf es außerdem noch gesteigerte körperliche Bewegung an der frischen Luft und möglichst Giftemeidung in jeglicher Form.
Die wirklich gewichtigen Gründe der schweren Übersäuerung sind aber leider im nicht-beeinflussbaren Bereich zu suchen, nämlich eben in der genetischen Disposition. Und je schlechter diese ist, desto größer die notwendigen therapeutischen Anstrengungen, dagegen anzukämpfen, und zwar lebenslang und regelmäßig. Und ein Teil dieser therapeutischen Anstrengung liegt in der Verabreichung von Natron-Baseninfusionen.
Grüße
Lukas