Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
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Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
[QUOTE=Kayen;762828] Hast Du eine Antwort?

Zitat:
Von wem war Buddha, Jesus, etc autorisiert?

Das ist schon eine tiefere Frage.

Unbeantwortbar für Leute die an "Meditationsspezialisten" und "Seelenexperten" glauben, die nur diesen Berufsstand als
Hilfe zulassen wollen.
Aber sitzen diese Experten nicht im gleichen Boot wie auch ihre Patienten?

Wie können Lao Tse, Zarathustra, Sokrates, Mohammed, Krishna, Mahavira,
Buddha, Jesus, Guru Nanak, Krishnamurti, Osho und die vielen anderen Meister
ohne Autorisation von Religionsführern, von Behörden, von Experten
so einfach loslegen?

Und dann haben sie sich noch dazu "asiatisch" ausgedrückt.

Aber auch damals hat es für diese Probleme gegeben, viele von den o.g.
sind bekanntlich vergiftet, verfolgt, bekämpft und gekreuzigt worden.

Aber für was, was haben sie schlimmes und gefährliches angestellt?

Waren sie zu sehr erleuchtet, hatten sie eine zugroße Klarheit über das Leben?

Versuchten sie gar die Menschen aus ihrem Tiefschlaf aufzuwecken?

Waren es Sektenführer, Abrünnige- von den damals etablierten Religionen?

Das scheint alles unverzeihlich zu sein und verdiente die Todesstrafe.

Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
@ aurinko

Es kann einen schon richtig verwundern das jemand über die Liebe fragt.

Nach Gott ist wohl die Liebe das am häufigsten missbrauchte und verfälsche Wort und Begriff.

Haben wir Liebe von unseren Eltern erfahren und erleben können?

Haben wir dieses Einssein was Liebe bedeutet jemals beobachten können?

Oder haben wir nur Liebe als Bedürfnis, als Erwartung, als gegenseitige Verpflichtung erlebt?

Haben sich die Eltern völlige Freiheit gegeben?

Woran orientieren sich die Menschen?

Sagen nicht alle Religionen "Gott ist Liebe"?

Aber diesen missbrauchten Gott wird Eifersucht, Rachsucht bis in die siebente Generation angedichtet.

Er hat angeblich ein Volk auserwählt,angeblich ein gotteseigenes Land
geschaffen welches nun besonders aggressiv ist,
eine einzige heilige und wahre Kirche gegründet, nur einen Sohn gehabt.

Es ist schier Gotteslästerung zu behaupten, Gott liebt alle Menschen gleich.

In jedem Krieg wurde behauptet, Gott ist mit uns!

Kannst Du unter diesen Umständen diesen Gott wirklich lieben?

Kannst Du nun verstehen, daß es verwundert, wenn überhaupt noch jemand
über die Liebe etwas wissen und erfahren will?

Wenn schon in der Familie die Liebe nicht wirklich erlebt wurde,
noch in der "Religion",
wie können wir dann noch auf die wahre Liebe hoffen?

Geändert von weissnicht (05.01.12 um 15:36 Uhr) Grund: Erweiterung

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
@ aurinko

Du schreibst..

Erst im nicht-vereint-sein kann ich den anderen als DU begreifen.
Ich mag die Sichtweise Martin Bubers: "Ich wähle Dich". Die Entscheidung ist dabei das Entscheidende. “Ich suche in dir mein Du - nicht mein Ich - und du suchst - dies ist aber keine Bedingung für meine Suche nach dir - in mir dein Du.” Das Wohlbefinden in der Liebe ergibt sich aus der Anerkennung, der bedingungslosen Akzeptanz.



Ich wähle Dich, Ich suche in dir mein Du- kann das so stehen bleiben?

Das Leben bringt die Liebenden zusammen,das geschieht wunderbar, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.

Von Wahl zu sprechen ist Egoistisch.
Ist in der Liebe ein Ego, ein Ich?

Da ist nur Einssein und das ist das Wohlbefinden, diese Einheit.

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo weissnicht,

warum ist von Wahl sprechen egoistisch? Wahl ist ein anderes Wort für Entscheidung. Entscheidung ist ein anderes Wort für Hinwendung. Es ist nicht egoistisch es ist nur ein bewußtes, nicht ein unbewußtes Tun. Die Gnade der Begegnung ist ein Geschenk, so wie Du schreibst
"Das Leben bringt die Liebenden zusammen,das geschieht wunderbar, zur richtigen Zeit, am richtigen Ort."
Die Hinwendung aber zum anderen ist ein bewußtes Tun. Auch sich im anderen erkennen ist ein Geschenk, aber ohne Hinwendung schwer möglich. Man kann sich erkennen und aus Angst abwenden oder aneinander vorbeilaufen. Ich denke auch das geht.

Das Leben nimmt uns nicht alles ab.

Und haben wir nicht immer die Wahl? Nur ist sie so schwer zu ergreifen. Das Leben bietet uns ja ständig Möglichkeiten. Würden wir sie ergreifen können, vielleicht sähe unsere Welt anders aus. Warum aber können wir es nicht? Ist es die Angst, die uns hindert, die Erziehung, die Lieblosigkeit, die viele in der Kindheit erfuhren? Die Scham aus der früheren Erfahrung geboren?

Es ist sonderbar, niemand will mehr etwas von Gott wissen und niemand will mehr über die Liebe wissen. Vielleicht hast Du recht, es sollte niemand verwundern, dass es so ist.

Und doch bin ich überzeugt, dass die tiefe Sehnsucht in allen ist. Das ist meine Hoffnung.

Aber auch da hast Du recht. Sehnsucht und Hoffnung ist immer mit Erwartung an die Zukunft verbunden. So ist sie im Augenblick eigentlich sinnlos. Warum existiert sie dann??

Wir sehen doch die "wahre Liebe", die es gibt in vielerlei Gestalt. Wir sehen sogar Gott, der auch in allem ist. Viele nennen ihn nur nicht beim Namen. Für die ist es nur der Moment des Innehaltens, des Ergriffenseins, der Andacht. Sie schämen sich, es "Gott" zu nennen, sie schämen sich sogar, Gefühle zu zeigen, warum weiß ich nicht, er ist leider so unmodern geworden, genau wie tiefe Gefühle unmodern geworden sind.

Die wären auch gefährlich in dieser Massengesellschaft, die nur mit Kontrolle der Masse funktioniert, denn wenn man zu sich selbst und seinen eigenen Gefühlen stünde, wäre man nicht mehr so lenkbar, nicht mehr so sehr Untertan. Deshalb ist es für die herrschende Gesellschaftsordung doch umso besser, wenn die Leute sich an die "Norm" anpassen und die heißt eben Coolness, Überlegenheit, Arroganz, auch wenn das nur Scheinwelten, Illusionen von eigener Großartigkeit ist.

Lieber macht man sie lächerlich, als diese Gefühle in sich zuzulassen aus Angst, sich lächerlich vor anderen zu machen. Das hat was mit Sogwirkung und Gruppenbewußtsein zu tun. Es ist meines Erachtens z.T. auch die Angst vor der Individualität. Deshalb ist dieses Phänomen ja oft besonders stark ausgeprägt bei Pubertierenden, noch nicht charakterlich gefestigten Menschen. Die Peergroup, die Akzeptanz der anderen, das Dabeisein ist wichtiger als die Induvidualität. Deswegen richtet auch Mobbing dort den größten Schaden an, junge Leute neigen dann am ehesten zu Amoklauf oder Selbstmord.

Solange es fühlende Wesen gibt, wird es auch die Liebe geben, da bin ich mir sicher. Ich selber sehe sie manchmal nicht mehr, wenn ich unglücklich bin, aber sie ist dennoch da.

Du schreibst:
"Ist in der Liebe ein Ego, ein Ich?
Da ist nur Einssein und das ist das Wohlbefinden, diese Einheit."

Ja, ich weiß, es gibt solche Beziehungen auch zwischen Menschen. Sie sind einzigartig und sie sind ein Gnade! Viele erleben sie nicht. Da ich mich in letzter Zeit ein wenig mit Esoterik oder auch Spiritualität beschäftigt habe (ich will nicht behaupten, ich kenne mich gut aus, wahrhaftig nicht!) bin ich auf so etwas wie "Seelenpartner" und "Zwillingsseelen" gestoßen. Es gibt Paare, da habe/hatte ich den Anschein, dieses Einssein kann nur darin begründet sein. Andererseits wird auch beschrieben, dass wenn sich solche Seelen begegnen, diese Begegnung trotzdem alles andere als einfach ist.

Ich weiß es nicht.

Liebe Grüße
aurinko

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo weissnicht,

eigentlich gehörte dieser Beitrag eher in den Thread "Gottesbilder", aber ich störe mich nicht daran. Schließlich glaube ich an Engel und das sind für mich die guten Geister, die hierhin gehören. Ich habe im Auto nachgedacht über das was Du über den Gott und "sein" auserwähltes Volk geschrieben hast.

Leider war ich in Geschichte immer eher "ausreichend" und Geschichte der Religionen war da eh nicht Thema. Ich bin Dir dankbar, dass Du mir mit Deinen Hinweisen die Gelegenheit gibts, darüber nachzudenken.

Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht einmal, wann die verschiedenen Religionen entstanden. Sowie ich jetzt gelesen habe, entstanden das Judentum, Zoroastrismus (ein wort, ächz), und Hinduismus ungefähr um die gleiche Zeit vor ca. 3800 - 4000 Jahren. Wahrscheinlich gibt es noch viel ältere Religionen, ich weiß es nicht. Mit dem Christentum und dem Buddhismus sind es aber wohl heute die größten Religionen. Mit dem Hinduismus und dem Zoroastrismus kenne ich mich nicht aus. Wikipedia gibt nicht genug her. Muss ich mal woanders suchen.

Was ich an der alten jüdischen Religion faszinierend finde, ist dass es offenbar das erste mal war, dass es sich um einen persönlichen Gott und einen einigermaßen gerechten Gott handelte (die griechischen Götter sind zum einen z.T. ziemlich abgehoben und außerdem willkürlich, finde ich, den Hinduismus mit seinen Kasten finde ich auch nicht besonders gerecht).

Vielleicht ist diese Aussage "erwähltes Volk" vor diesem Hintergrund anders zu verstehen. Es war zur damaligen Zeit der Gott der Israeliten, die aus 12 Stämmen bestanden, wovon die Juden nur einen Stamm repräsentierten. Die anderen Völker wollten schließlich mit diesem Gott zu dieser Zeit garnichts zu tun haben, vor allem, weil er so streng war: entweder - oder, er verlangte Entscheidung, oder?

Zu ergänzen wäre noch, dass sich höchstwahrscheinlich jedes Volk als "auserwählt" sah/sieht in seinem Nationalismus und seinem jeweiligen Gottesbild. Es ist halt nur so, dass ausgerechnet auf dem Gott dieses kleinsten Volkes heute 3 Weltreligionen fußen. Wäre dies nicht so, wäre die Überlieferung des alten Testaments heute völlig bedeutungslos. Niemand würde sich mehr dafür interessieren. Interessanterweise halten sich die Juden selbst nicht für auserwählt. Die religiösen Juden sehen ihr Sein als Aufgabe, als Vorbild, wobei es nicht um missionieren geht, was ich als außerordentlich angenehm im Vergleich zum Christentum finde mit seiner blutigen Missionsgeschichte.

Jemanden auserwählen, bedeutet es nicht anderes, als jemanden mitzuteilen, du bist erwünscht? Es ist immer wieder eine Fehlinterpretation, bestimmte Aussagen aus der Bibel so wörtlich zu nehmen, bzw. auch zu verfälschen.

Man kann dieses Erwähltsein auch sehr persönlich verstehen. Dadurch ist ein direkter Bezug zu Gott möglich, einer, den man ansprechen kann, der nicht einfach in den Spären schwebt und desinteressiert ist, der nicht einfach nur Gesetze erteilt und Anbetung fordert. Das Erwählen, erwünscht sein ist ein Schritt hin zur Individualität, zur Einzigartigkeit eines jeden Lebens.

Gott als persönlicher Gott, später Gott als liebender Gott im Christentum, wie sieht es im Buddhismus aus? So wie ich es begreife geht es dort u.a. oder vor allem um die Selbstverantwortung. Es gibt (nach Wikipedia) keinen allmächtigen Gott und keine ewige Seele. Nur ein Karma. Auch im Buddhismus geht es nicht um missionieren. Eine symphatische "Religion", so finde ich. Eigentlich fast eher eine Ethiklehre, habe ich den Eindruck. Sie ist mir nur zu sehr auf Innenschau ausgerichtet. Es fehlt mir etwas, das über die Individualität, über die allumfassende Liebe und über die Selbstverantwortung hinausgeht. Vielleicht fehlt mir die Verantwortung, die aus dem Bewußtsein erwächst. Das könnte ja auch ohne missionarischen Anspruch gehen.
Aber ich suche ja noch, ich bin ja nicht am Ende.

Liebe Grüße
aurinko

P.S. Ich muss sagen, dieser Thread lenkt mich von meinem Kummer ab. Wie soll ich ihn ausleben, wenn ich hier andauernd schreibe? Ich schreibe aber lieber, als Kummer haben.

Geändert von aurinko (06.01.12 um 03:22 Uhr) Grund: unklare Aussage besser erklärt

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo Kayen, hallo weissnicht,

Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Achja, ich wäre froh über einen Hinweis, wie man am einzigen Wochenende die Wurzel packt.
Gibt es da wörtliche Hilfen?
ich bin froh über diesen Thread. Auch wenn er jetzt vielleicht das Ursprungsthema so langsam verfehlt.

Auch ich würde gerne wisssen, wie die "Wurzel" zu entfernen, oder überhaupt zu packen ist. (zu privat)

Sollte ich demnächst nichts mehr hier von mir geben, liegt es daran, dass mein Laptop gerade den "Geist aufgibt". Der Bildschirm flackert ab und zu und er ist auch heller als sonst. Wenns so ist, dann ist es also keine böse Absicht. Und ich sag vorsichtshalber an dieser Stelle schon mal tschüss und alles Liebe für Euch. Danke für Eure Antworten.

aurinko

Geändert von aurinko (07.01.12 um 18:57 Uhr) Grund: zu privat

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Hallo aurinko, hallo weissnicht,

also ich sehe dieses Schreiben im Thread nicht als reines trösten. Es sind so schöne Vorschläge von weissnicht, nicht nur hier, sondern auch in anderen Threads.

Naja und immer häufiger merke ich, wenn real aktuell irgendetwas aus dem Ruder läuft, oder eine unschöne Situation auf mich zukommt, dass mir eine innere Stimme sagt, ruhig bleiben nimm es an, nimm es an so wie es kommt.
Und ich muss sagen, bis jetzt, haben sich die Situationen sehr schön entspannt und letztendlich im Ergebnis gut ausgegangen. Dieses Annehmen heißt jetzt nicht, dass ich zum kompletten Ja-sager in Situationen werde, sondern eine gewisse Ruhe behalte und damit einen klaren Kopf und so die Situation von Anfang bis Ende besser überblicke.
Damit ist zwar nicht die Wurzel gezogen, aber sicherlich ein weiterer Schritt auf dem Wege.

Soweit erstmal von mir und ich hoffe mal, liebe aurinko, Dein Laptop hält noch ne weile. Es ist immer wieder schön von Dir zu lesen.
Liebe Grüße auch an weissnicht.

Kayen
__________________
Entwickel das Heilsame in Dir - Vermeide das Unheilsame

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo Kayen,

danke für die Antwort. Das meinte ich aber nicht. Die Vorschläge von weissnicht sind gut.
Ich habe mich eigentlich nur gefragt, ob ich mich nicht durch das Schreiben vom Kummer ablenke und mich somit selber tröste.

Im Moment funktioniert der Laptop noch einigermaßen, aber ich schätze, irgendwas stimmt mit dem Bildschirm nicht, er flackert, wenn ich den Neigungswinkel verstelle. Hauptsache, die Festplatte gibt nicht den Geist auf.

Auch die Idee, es so zu nehmen wie es ist, bzw. kommt, finde ich gut. Im Grunde ist es auch meine Devise. Wie aber kommt man an die Wurzel? Ich hab da schon einige Versuche hinter mir. Bisher anscheinend erfolglos. Ich tendiere inzwischen auch dazu, das so zu lassen, wie es ist und versuchen, mehr Gelassenheit zu entwickeln.
Danke für Deine Antwort.
Liebe Grüße
aurinko

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Nach Gott ist wohl die Liebe das am häufigsten missbrauchte und verfälsche Wort und Begriff.
Haben wir Liebe von unseren Eltern erfahren und erleben können?
Haben wir dieses Einssein was Liebe bedeutet jemals beobachten können?
Oder haben wir nur Liebe als Bedürfnis, als Erwartung, als gegenseitige Verpflichtung erlebt?
Haben sich die Eltern völlige Freiheit gegeben?
Woran orientieren sich die Menschen?
Sagen nicht alle Religionen "Gott ist Liebe"?
Es sind gute Fragen! Ich versuche selber auch, Antworten darauf zu finden.

Die Liebe, die durch die Eltern erfahren wird, ist immer nur die, die diese selber auch geben können, die sie selber auch erfahren haben in ihrer Kindheit. Es ist aber sicher auch möglich, Liebe an Kinder zu geben, die man nicht erfahren hat. Es gehört wahrscheinlich viel Bewußtheit dazu, nicht in die selben Fehler wie die eigenen Eltern zu verfallen. Fehler wird man trotzdem machen.
Unlängst habe ich von einem (allerdings recht zynischen) Psychologen gehört, es reiche völlig aus, bis zum 14 Lebensjahr überlebt zu haben. Dann habe man als Kind soviel Zuwendung erfahren, dass es zum Überleben ausreichte. Mehr dürfe man von seinen Eltern nicht erwarten und dafür könne man dankbar sein. Vielleicht ist es in der Tat eine Hilfe, es so zu sehen.
(gelöscht, zu privat) Meine Eltern haben mich so geliebt, wie sie dazu in der Lage waren. Und dafür bin ich dankbar.

(gelöscht, zu privat)

- Die Liebe als Bedürfnis, ja so wird sie wohl meistens erlebt. Wenn sie nicht nur Bedürfnis ist, sondern auch geben und teilen, dann finde ich es nicht schlimm. Was ist schlimm daran Bedürfnisse zu haben? Sind sie verboten?
Anders verhält es sich mit der Erwartung. Wie kann man erwarten, geliebt zu werden? Ist es nicht ein Geschenk?
Gegenseitige Verpflichtung ist nicht Liebe, es ist bestenfalls Fürsorge, aber auch die ist ohne Freiwilligkeit kalt und dürre, ja lieblos.

- Tja, hat das jemand erlebt? Ich habe es auch nicht erlebt. (gelöscht, zu privat) In der Generation meiner Eltern war es noch Usus, dass der Familienvater das Sagen hatte, die Frau und die Kinder hatten zu gehorchen. Von Freiheit kann da wenig Rede sein, weil es gar keine Gleichberechtigung gab, keine Augenhöhe, weder unter den Ehepartner, noch zwischen Eltern und Kindern. Klare Hierarchie, nicht schön, aber es war eben so.

- Mein Eindruck ist, die Menschen orientieren sich am meisten am sozialen Status, am Besitz, am Geld, an dem, was sie sich leisten können und was sie vorzeigen können, und an der Anerkennung, die sie von anderen erhalten. Alles Orientierungspunkte, die von außen kommen. Ich frage mich, ob es das ist, was allgemein als soziales Netz bezeichnet wird. Es scheint alles unwirklich, falsch und sogar die Anerkennung, wo noch am ehesten sowas wie Miteinander vermutet werden könnte, ist oft geheuchelt, weil sie mit dem Menschen wenig zu tun hat, sondern nur mit seiner Darstellung, Status......

- Ich weiß nicht, ob alle Religionen sagen, Gott ist Liebe, ich glaube nicht. Ist es nicht vor allem das Christentum?

Aber diesen missbrauchten Gott wird Eifersucht, Rachsucht bis in die siebente Generation angedichtet.
Du meinst, den biblischen Gott des alten Testaments? Ich halte das auch für eine Andichtung, die den Vorstellungen der Menschen entsprach. Warum hatten sie diese Vorstellung? Warum mussten sie sie haben? Wozu war sie dienlich? Dazu müsste man sich die Lebensumstände der damaligen Zeit genauer betrachten.

Man könnte auch bei sich selbst anfangen nachzuschauen. Wann gab es Situationen, die Rachegedanken produzierten. Es waren Situationen der Ohnmacht. (gelöscht, zu privat)

Er hat angeblich ein Volk auserwählt,angeblich ein gotteseigenes Land geschaffen welches nun besonders aggressiv ist,
eine einzige heilige und wahre Kirche gegründet, nur einen Sohn gehabt.
Es ist schier Gotteslästerung zu behaupten, Gott liebt alle Menschen gleich.
In jedem Krieg wurde behauptet, Gott ist mit uns!
Zum ersten habe ich schon was geschrieben. Der zweite Satz ist m.E. dadurch mit beantwortet, es ist nur vor dem Hintergrund der Geschichte zu sehen und zu verstehen. Die Mühe muss man sich schon machen. Das Christentum hat den Gott der Israeliten nicht aufgedrängt bekommen, es hat ihn übernommen.
Ich habe ein andere Anschauung von Gott, für mich gibt es nur eine göttliche Kraft und die hat eben viele Namen, so wie die Menschen sich in der jeweiligen geschichtlichen und persönlichen Sitation ihren Gott wünschen, wie er ihnen am besten als Autorität beistehen kann.
Gott kümmert das wahrscheinlich garnicht.

Die Idee, dass wir alle Kinder Gottes sind, finde ich besser.
Die Idee, dass Gott Liebe ist und universelle Schöpfung, bedeutete, Gott liebt alle Menschen, wenn alle Menschen sich selbst in Gott lieben und/oder auch Gott in sich und Gott im Nächsten lieben. Dann wäre es keine schiere Gotteslästerung. Gott gäbe die Verantwortung an uns selbst ab. Man könnte auch sagen, so wie er uns hilft, sind wir gefordert, ihm zu helfen. Wir kämen der Augenhöhe immer näher. Aber auch der Verlassenheit.

- Heute habe ich gehört, es gab eine Menschheitsepoche (Mars), in der Kriege und das reine, klare Denken gleichermaßen berechtigt waren. Diese Anschauung hatte ich zuvor noch nie gehört. Heute aber, seien Kriege überholt. Ich weiß noch nicht, wie ich über die erste Aussage denke. Sie ist erst mal zu fremd. Ich sehe jedoch, dass sich die Kriege und die Kriegsführung verändert hat. Wir sprechen vom dunklen grausamen Mittelalter, aber wenn ich mir die Auswirkungen der jetzigen Kriege anschaue, sie sind ungleich grausamer! Sie sind noch um vieles grausamer und unpersönlich geworden. Die Schlachten vor dem Bildschirm....Eigentlich taugt das Nervensystem der heutigen Menschen doch gar nicht mehr dazu, diese Grausamkeit auszuhalten, zu überleben, wenn wir schon von den Schlägen unserer Eltern so traumatisiert sind, dass wir noch Jahrzehnte darunter leiden. Wie aber ist es dann möglich, dass Kriege weiterhin geführt werden können????

Kannst Du unter diesen Umständen diesen Gott wirklich lieben?
Ja, denn so wie wir leiden, leidet Gott auch. Wie sollte ich "ihn" nicht lieben?
Nicht falsch zu verstehen: nicht, weil "er" auch leidet, sondern, weil "er" trotzalledem liebt!

Kannst Du nun verstehen, daß es verwundert, wenn überhaupt noch jemandüber die Liebe etwas wissen und erfahren will?
Ja, ich kann es jetzt verstehen. Und doch, ist es nicht gerade wichtig, jetzt über die Liebe zu wissen und zu erfahren?

Wenn schon in der Familie die Liebe nicht wirklich erlebt wurde,
noch in der "Religion",
wie können wir dann noch auf die wahre Liebe hoffen?
Sie ist die Lebenskraft. Es gibt keine Alternative.

Geändert von aurinko (07.01.12 um 18:56 Uhr) Grund: zu privat

Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
@ Kayen


Ist erstmal Ruhe im Sein eingekehrt, dann ist Meditation
erst recht keine Disziplin und Praxis,
sondern einfach ein gelassener Seinszustand,
auch, oder besinders unter den täglichen Verrichtungen.

Zitat:

"Ja, genau, da möchte man hin.

Achja, ich wäre froh über einen Hinweis, wie man am einzigen Wochenende die Wurzel packt.
Gibt es da wörtliche Hilfen? "

Das Leben ist gerade sehr ereignisreich, daher bin ich mit den Antworten etwas in Verzug.

Die Religionen haben es verstanden diese Welt von der jenseitigen und angeblich besseren und heiligeren Welt zu trennen, daher entstand Deine sehr tiefe Frage.

Die Strategie der Priesterschaft ist offensichtlich, wenn diese unnatürliche Dualität kreiert wird, dann schafft es diese Lobby sich zwischen uns und dem Göttlichen zu schieben und das Verlangen der Menschen wurde auf die jenseitige, heiligere,
bessere Welt gelenkt und das alles natürlich in der Zukunft.

Dadurch wurde diese Welt gewöhnlich und ordinär.


Daher entstand Deine Frage, wie kann ich in meinen täglichen Verpflichtungen und Aktivitäten in einem ZUstand der Meditation sein?

Die Frage wäre Dir nicht gekommen, wenn Du nicht bereits die Antwort darauf kennen würdest.

Das völlige Akzeptieren dieser mondänen Welt, aus dem ganzen Herzen transformiert diese "gewöhliche" Seite dieser Welt in das Lotusparadies im Hier und Jetzt.

Dann der Zustand der Meditation in täglichen Verrichtungen.

Das Suchen nach etwas Besonderem, etwas Metaphysischem, nach Spirtualität. etc. beeinhaltet die Absonderung davon, da dadurch ein Ziel, ein Weg und die Zeit geschaffen wird.


ok?

Geändert von weissnicht (07.01.12 um 08:06 Uhr) Grund: Ergänzungen

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