Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
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Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
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Seit: 09.11.10
@ Aurinko

Zitat:

"Ich sehne mich wie gesagt danach, einem bestimmten Menschen nah zu sein, in seiner Gegenwart zu sein, weil ich mich in seiner Gegenwart glücklich und wohl fühle. Wenn es umgekehrt nicht so ist, ist es schade für mich, aber nicht zu ändern. Ich mag mich nicht aufdrängen. Das Gefühl, unerwünscht zu sein, beschämt mich.
Was die Erleuchtung angeht, so habe ich nicht den Eindruck, in diesem Leben einen solchen Zustand zu erreichen. Ich bin wohl nicht dafür bestimmt."

Das Wort Erleuchtung beinhaltet einen Pfad, ein Ziel, Zeit, Anstrengung,
Disziplin, Verzicht...und das alles ist eine Bewegung in die Horizontale,
während sich Erleuchtung vertikal ausdrückt, also jenseits von Zeit und Tun.

Deshalb ist es besser von einem natürlichen Zustand zu sprechen.

Aber nur in dem natürlichen Zustand ist selbstlose Liebe möglich.

Liebe,Leben, Freiheit,Natur,Kosmos, etc. das sind andere Worte für Göttlichkeit, oder Gott.

In dem natürlichen Zustand erleben wir die Einheit mit dem Leben,
oder besser, da ist nur noch Gott (bzw) Leben.

In diesem natürlichen Zustand, den wir alle kennen, einige Jahre nach unserer
Geburt haben wir in diesem Zustand geweilt, also in einer unbewußter Buddhaschaft..

In der Umkehrung ist ein Buddha, ein Crist, ein bewußtes Kind,
also bewußt in einem Zustand absoluter Unschuld.

Erst dann ist die Liebe selbstlos.

Nachdem ein Buddha, ein Christ etc. in dem natürlichen Zustand weilt.

Das Universum aber aus der Substanz "Liebe" geschaffen ist,
ist der natürliche Zustand damit in einer Einheit.

Deswegen kann Liebe nicht wahrgenommen werden, es sei denn sie wird
reflektiert, dann ist da ein Ozean der Liebe.

Auch unsere, manchmal nicht ganz selbstlose Liebe, ist deswegen so tief erfüllend und nährend.

Gier ist das Gegenteil der Liebe.

Liebe will geben, teilen, will in der Liebe verschwinden und aufgehen,
sie liebt den Augenblick, die Zeitlosigkeit und Ewigkeit.

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
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Seit: 14.03.07
Hallo Windpferd,

erstmal danke für Deine ausführliche Antwort. Ich werde mal von den Zitaten Abstand nehmen, da es für mich zu unübersichtlich wird und hoffe da auf Dein Verständnis.

Wie Du den Begriff Sehnsucht empfindest ist schön erklärt.

Naja, beim Begriff "Verhaltenstherapie" stellen sich bei mir immer noch die Haarwurzeln zu Berge. Für mich empfinde ich so eine Therapie immer noch als "Wiedereingliederung" in die Gesellschaft, also dass ein Verhalten so angepasst wird, darin zu bestehen. Ob dieses Verhalten auch meinem Ursprung entspricht, danach kann aus zeitgründen schon mal garnicht geschaut werden, und spielt bei den meisten Therapeuten, nicht bei allen, eine total untergeordnete Rolle. Ich würde dann eher die initiatische Therapie (der gemeinte Mensch) empfehlen.

Mich interessieren ja jetzt die Lehren, die nicht veröffentlich werden dürfen
Danke für den Hinweis!

Meditieren ohne Lehrer bedeutet Disziplin aber auch mit Lehrer. Der Erleuchtungswahn ist mir soweit bekannt. Das etwas ganz ungewöhnliches oder gar gefährliches passiert, davon kann ich nicht berichten, ist mir noch nicht passiert, jedoch bekannt, dass es passieren kann.
Mag sein, dass ich misstrauisch gegenüber diesen Lehrern bin, im Leben ist mir bisher nur ein Lehrer begegnet, dem ich vertrauen konnte, der ist jedoch bereits verstorben und denke, hoffe, allein genauso weiter zu kommen.
Na und das Ego meldet sich auch immer wieder, aber nicht mehr so laut

Liebe Grüße
Kayen
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Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
Sucht, Geister und die Überwindung.
Männlich Windpferd
Gute Nacht, Kayen,

zu Deinem letzten Beitrag fällt mir nichts mehr ein. Du weißt einfach schon alles.

Mir bleibt, Dir Glück zu wünschen. Dies tu ich von Herzen.
Windpferd

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
@weissnicht
Du hast eine Antwort von mir zitiert und beziehst Dich also darauf.Du unterscheidest, wenn ich Dich richtig verstehe zwischen dem Wort und dem "Zustand" Erleuchtung. Ich weiß darüber wahrscheinlich zuwenig. Ich verstehe allerding die Unterscheidung horizontal und vertikal in diesem Zusammenhang nicht. Es macht aber nicht, da ich mich nicht als erleuchtet empfinde. Ich will nur etwas Frieden wiederfinden. Mehr nicht.
Den meisten Aussagen von Dir über die Liebe stimme ich problemlos zu. auch wenn ich sie als allgemeine Aussagen über die Liebe verstehe.
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Das Universum aber aus der Substanz "Liebe" geschaffen ist, ist der natürliche Zustand damit in einer Einheit.
Deswegen kann Liebe nicht wahrgenommen werden, es sei denn sie wird reflektiert, dann ist da ein Ozean der Liebe.
Es ist sicher ganz wunderbar, in dieser Einheit zu sein und das Leben zu lieben.
Auch unsere, manchmal nicht ganz selbstlose Liebe, ist deswegen so tief erfüllend und nährend.
Welche Liebe meinst Du damit? Hat das irgendetwas mit meinem Zitat zu tun? Es verwirrt mich. Wenn nicht, ist es auch o.k. Dann hast Du allgemein über Deine Anschauung von der Liebe gesprochen. Ja, ich stimme Dir zu, auch die menschliche Liebe kann wunderbar sein, sie läßt uns wachsen wie Sommerregen die Pflanzen.
Gier ist das Gegenteil der Liebe.
Nein die Gier hat in der Tat nichts mit Liebe zu tun. Gier ist Maßlosigkeit, fressen, verschlingen. Gier ist zerstörerisch. Ich habe solche Art von angeblicher Liebe auch schon erlebt, sie geht mit Eifersucht, Kontrolle, Erniedrigung und Verachtung einher. Sie ist vernichtend.
Liebe will geben, teilen, will in der Liebe verschwinden und aufgehen,
sie liebt den Augenblick, die Zeitlosigkeit und Ewigkeit.
Es hört sich sehr schön an. Kannst Du mir etwas konkretes schreiben, wie sich das auf die Liebe zwischen den klassisch Liebenden beziehen könnte. Es ist so sehr allgemein, was Du schreibst. Ich habe sehr konkret geschrieben. Oder willst Du mit mit Deinen Antworten indirekt mitteilen, ich sei gierig? Willst Du mir mitteilen, dass ich die Liebe nicht verstehe, dass meine Liebe nicht in Ordnung ist? Ich dränge sie niemanden auf. Niemand muss sie annehmen.

Was meinen Kummer angeht, es geht mir schon etwas besser.

@Cassandra56
Die Idee, das Leben aus der Perspektive des Todes zu betrachten, ist gut. Die Verhältnisse werden auf den Kopf gestellt.

Aus dieser Perspektive geht das Leben nicht weg, und etwas Unbekanntes, Beängstigendes, der Tod, kommt auf uns zu, sondern im Tod zu sein, bedeutet, das Leben kommt auf uns zu, als Erinnerung. Denn jeder soeben gelebte Augenblick ist ja im nächsten bereits Erinnerung. Das Leben besteht im Grunde nur aus Erinnerung.

Wenn das Leben aus der Todesperspektive auf mich zukommt, dann kann ich es ganz gelassen in der immerwährenden Rückschau betrachten. Das, was ich jetzt erlebe ist bereits vorbei, indem ich den nächsten Buchstaben eintippe. Es ist somit unwichtig, da nicht mehr zu ändern. Es sei denn, ich lösche es im Nachhinein.

Es verliert an Bedeutung, da es aus der Perspektive des Todes keine Zukunft gibt, in der dies von Belang wäre, Konsequenzen hätte. Wenn etwas keine Bedeutung hat, kann es nicht mehr weh tun.

Es ist jedoch keine dauerhafte Perspektive, denn es bedeutete ein Existenz jenseits der Verantwortung. Aber ein Zeitlang ist sie entlastend, wenn ich damit niemandem schade.

lg
aurinko

Geändert von aurinko (04.01.12 um 22:44 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Mich interessieren ja jetzt die Lehren, die nicht veröffentlich werden dürfen
Danke für den Hinweis!

Meditieren ohne Lehrer bedeutet Disziplin aber auch mit Lehrer. Der Erleuchtungswahn ist mir soweit bekannt. Das etwas ganz ungewöhnliches oder gar gefährliches passiert, davon kann ich nicht berichten, ist mir noch nicht passiert, jedoch bekannt, dass es passieren kann.
Mag sein, dass ich misstrauisch gegenüber diesen Lehrern bin, im Leben ist mir bisher nur ein Lehrer begegnet, dem ich vertrauen konnte, der ist jedoch bereits verstorben und denke, hoffe, allein genauso weiter zu kommen.
Na und das Ego meldet sich auch immer wieder, aber nicht mehr so laut
Hallo Windpferd, hallo Kayen,

mich interessieren auch diese Geheimlehren, und auch der "Erleuchtungswahn", bzw. was es damit auf sich hat. Wozu dienen sie?

Lg
aurinko

Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
[QUOTE=aurinko;762619]@weissnicht
Kannst Du mir etwas konkretes schreiben, wie sich das auf die Liebe zwischen den klassisch Liebenden beziehen könnte. Es ist so sehr allgemein, was Du schreibst. Ich habe sehr konkret geschrieben. Oder willst Du mit mit Deinen Antworten indirekt mitteilen, ich sei gierig? Willst Du mir mitteilen, dass ich die Liebe nicht verstehe, dass meine Liebe nicht in Ordnung ist? Ich dränge sie niemanden auf. Niemand muss sie annehmen.


Gier zu verstehen ist wichtig um die Liebe zu verstehen,so wie auch der Wechsel von Licht/Dunkelheit notwendig ist um Klarheit über das Licht zu erfahren.

Also ziehe nichts vor.

Was klassische Liebe ist, das weiss ich nicht.
Wie kann Liebe nicht in Ordnung sein?

Liebe und Freihiet gehören zusammen,
sie bedingen einander.

Wenn die Liebenden nicht besitzen wollen,
nichteinmal die Liebe,
sich einander keine Vorschriften geben,
wenn sie einander so akzeptieren können,
so wie sie sind,
mit allen "Problemen" die mit jedem Partner kommen,
dann kann die Beziehung von sex, verliebtsein, liebe,
in Vertrauen und Furchtlosigkeit wachsen.

Erst dann ist in einer Beziehung Ewigkeit und Zeitlosigkeit eingetreten
und das ist das wonach wir wirklich suchen.

Wenn sich das Vertrauen eingestellt hat,
welches aus dem Akzetieren erwächst,
kann das tiefe Vertrauen auch nicht durch einen "Verrat" des Vertrauens gestört werden.

Du magst vielleicht jetzt erkennen, das Liebe eine Evolution des Bewußtseins
bedeutet.

Wir können in der Liebe verschwinden und aufgehen,
wer kann dann noch sterben?



" Was meinen Kummer angeht, es geht mir schon etwas besser. "

Laß Deinen Kummer vollkommen zu, dafür gibt es Ursachen.
Wir haben nie unseren Kummer wirklich ausleben können.
Immer waren sofort Tröster zur Stelle.

Aber was ist Trost?

Es ist Unterdrückung und deswegen werden uns diese unterdrückten Gefühle
immer wieder serviert.

Also tauche tief in den Kummer ein, vielleicht am Wochenende?

Sei aber nicht damit zufrieden nur das Gras abzuschneiden,
die Wurzel muß auch raus.


ok?

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von aurinko Beitrag anzeigen
Hallo Windpferd, hallo Kayen,

mich interessieren auch diese Geheimlehren, und auch der "Erleuchtungswahn", bzw. was es damit auf sich hat. Wozu dienen sie?

Lg
aurinko
Hallo aurinko,

diese Geheimlehren werden deswegen nicht veröffentlich, damit die Schüler, die noch nicht so lange Meditation praktizieren, geschädigt werden. Windpferd schreibt hier von (Arroganzfördernd) für mich heißt es, wenn der Schüler zu früh diese Lehren praktiziert oder erfährt kommt es zum Umkehrschluss, dass Ego wächst anstatt sich aufzulösen. (Windpferd darf es gerne berichtigen, falls ich es falsch verstanden habe)

Ja und der Erleuchtungswahn, ist, wie Windpferd auch schon richtig geschrieben hat, dass der Schüler während der Meditation wundersame Dinge erlebt und die herrlichsten Versionen hat und sagt: Das ist es, ich bin erleuchtet und womöglich noch in der Gruppe oder vor dem Lehrer sein Erleuchtungsempfinden herausposaunt.
Nur das hat mit der echten Erleuchtungserfahrung nichts aber auch garnichts zu tun. Wenn ein Mensch solche Phänomene erlebt, dann ist es zwar ein Hinweis auf einen geistigen Prozess, denn der Geist klärt sich und dadurch geschehen diese Dinge. Aber sobald man sich an das Erlebniss festklammert, wird der Fortschritt des geistigen Weges verhindert, also eine Fallgrube sozusagen. Und hier wäre Windpferds Überlegung, dass ein Lehrer von nöten ist, um hier Klärung zu schaffen. Liest man aber alles auch in Meditationsbüchern
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Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Von wem war Buddha, Jesus, etc autorisiert?
Hast Du eine Antwort?


Meditation ist keine Praxis, keine nüchterne Disziplin, keine Anstrengung, vielmehr ein Erlauben das zu entspeichern was
sich über die Jahre angesammelt hat.

So ist es sanft und wohlwollend ausgedrückt.

Disziplin deswegen, weil es zunächst erstmal eine Entscheidung für "sich selbst" braucht.

Warum für sich selbst? Weil so normalerweise der Alltag aussieht:

Aufstehen, Frühstücken, wenn Kinder vorhanden diese versorgen, 8 Stunden arbeiten, Essen machen, sauber machen, Lieblingssendung zum Entspannen, Hausaufgaben der Kinder durchsehen, u.s.w. So und nun ein bisschen spirituell zwischendurch, vielleicht auch ein paar Tage nicht, da anderes wichtiger ist . . .

. . . dann gibts irgendwann die rote Karte, bzw. ein aufgeben.

Erst für sich selbst entscheiden und dann einen Zeitpunkt am Tag festlegen, um diesen Termin, auch diszipliniert einzuhalten.

Ja und wenn das alles entschieden ist, diszipliniert ruhig in der Meditationshaltung verharren. Die Nase juckt, das linke Knie tut weh, die Gedanken kommen . . . .
muss ich noch? . . .


Ist erstmal Ruhe im Sein eingekehrt, dann ist Meditation
erst recht keine Disziplin und Praxis,
sondern einfach ein gelassener Seinszustand,
auch, oder besinders unter den täglichen Verrichtungen.
Ja, genau, da möchte man hin.


Achja, ich wäre froh über einen Hinweis, wie man am einzigen Wochenende die Wurzel packt.
Gibt es da wörtliche Hilfen?
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Geändert von Kayen (05.01.12 um 12:49 Uhr) Grund: Ergänzung letzter Absatz

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo weissnicht,

Du schreibst es sehr schön und ich kann jetzt, so glaube ich zumindest, besser verstehen, was Du meinst.

Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Gier zu verstehen ist wichtig um die Liebe zu verstehen,so wie auch der Wechsel von Licht/Dunkelheit notwendig ist um Klarheit über das Licht zu erfahren.
Also ziehe nichts vor.
Meinst Du damit, nichts zu bewerten? Dass auch die Gier vorkommt und dazu da ist, um (immer wieder) zu erkennen, um daraus zu lernen, was die Liebe bedeutet?
Was klassische Liebe ist, das weiss ich nicht.
Ich wußte nicht, wie ich es besser ausdrücken sollte. Ich meine das, was als Liebe zwischen den Geschlechtern bezeichnet wird, oder als die Liebe zwischen Mann und Frau. Aber das ist nicht passend, weil es ebenso gleichgeschlechtliche Liebe, zwischen Mann und Mann und zwischen Frau und Frau gibt.

Auch die Bezeichnung Liebe eines Paares passt nicht, weil es auch andere Konstellationen gibt, zu dritt oder mehr (Das war z.B. bei den Inuit früher durchaus üblich, in anderen Kulturen sicher auch). Auch die Bezeichnung Liebe zwischen Partnern passt für mich nicht, weil das Wort Partnerschaft an Geschäftsbeziehung denken lässt. Liebe ist für mich keine Geschäftsbeziehung. Ich suchte nie einen "Partner". (Was ich aber anerkenne ist, das das Wort Partner zumindest das Objektsein verneint.)

Wenn mich die Liebe traf, dann suchte ich die/den Geliebte/n.

Die Liebe zwischen Liebenden wäre vielleicht der passendste Ausdruck, aber dennoch ungenau, denn Liebende sind wir auch in Beziehung zu Freunden, Kindern, Familie, Gruppe, Natur, Kunst, Musik.....zu allem möglichen, zu dem wir uns in Beziehung hinwenden.

In der Antike wurde unterschieden zwischen Eros, welche der Seele Flügel wachsen läßt ("...Indem aber nun Nahrung zuströmt, schwillt und strebt aus der Wurzel hervorzukeimen des Gefieders Kiel um die ganze Gestalt der Seele...Es pocht und juckt und kitzelt sie, indem ihr das Gefieder keimt ... Wenn sie, ... diesen Liebreiz in sich aufnehmend, von jenem lösenden Wärmezug durchströmt wird, so erholt sie sich vom Schmerz und fühlt sich wohl. ...Unbekümmert aber um Bewahrung von Sitte und Anstand, womit sie sonst sich zierte, ist die Seele deswegen bereit ... so nahe als möglich bei dem Gegenstand ihrer Sehnsucht zu ruhen ... Diesen leidenschaftlichen Zustand ... heißen die Menschen Eros. (Platon, Phaidros)), Philia ("gegenseitige Freundesliebe")und Agape (als "eine bedingungslose, einseitige, befreiende, auf andere zentrierte Liebe", auch als Gottelliebe bezeichnet). Die Begrifflichkeit war vielleicht dadurch etwas klarer, wobei mit Eros bei Platon nicht nur die Erotik gemeint war, sondern das Schöpferische.., als “Metapher für Erneuerungs- und umfassende Schöpferkraft”.
Wie kann Liebe nicht in Ordnung sein?
Vielleicht, wenn sie nicht ausreicht, wenn sie bewertet wird, wenn sie für das Gegenüber anders sein soll, anders erwartet wird. Dann zweifelt sie an sich selbst, ist beschämt.
Liebe und Freiheit gehören zusammen, sie bedingen einander.
Wenn die Liebenden nicht besitzen wollen, nicht einmal die Liebe,
sich einander keine Vorschriften geben, wenn sie einander so akzeptieren können,
so wie sie sind, mit allen "Problemen" die mit jedem Partner kommen, dann kann die Beziehung von sex, verliebtsein, liebe, in Vertrauen und Furchtlosigkeit wachsen.
Erst dann ist in einer Beziehung Ewigkeit und Zeitlosigkeit eingetreten
und das ist das wonach wir wirklich suchen.
Es ist ganz sicher ein Wunder. Ich weiß, dass es Menschen gibt, denen so eine Gnade bestimmt ist. Es ist nicht allen bestimmt. Es gibt solche Beziehung, und sie sind ein Geschenk, dass nicht “erarbeitet” werden kann. Man kann sich wahrscheinlich nur bemühen, wenn man es erfährt, es zu würdigen und nicht zu mißachten und in der Achtlosigkeit zu verlieren.
Wenn sich das Vertrauen eingestellt hat, welches aus dem Akzetieren erwächst,
kann das tiefe Vertrauen auch nicht durch einen "Verrat" des Vertrauens gestört werden.
Gestört kann es werden, aber nicht zerstört, so sehe ich es. Liebe ist größer als alles, auch als Verrat.
Du magst vielleicht jetzt erkennen, das Liebe eine Evolution des Bewußtseins
bedeutet.
Wir können in der Liebe verschwinden und aufgehen, wer kann dann noch sterben?
In der universellen Liebe ist Verschmelzen oder auch das ozeanische Bewusstsein, ich habe davon gehört und kenne es auch. Ich habe es immer auch als Todessehnsucht erfahren.
Es ist auch eine Menschheitssehnsucht, hier auf Erden ist sie zum Teil sehr verführerisch, aber auch gefährliches. Sie drückt sich hier auch in Massenhysterie aus (siehe auch jüngste Vergangenheit), die leider auch aus dieser Sehnsucht geboren wird.
Im Eros liegt auch die Verschmelzung, aber auch wieder die Loslösung, Eros ist die Bedingung für alles Lebendige, Schöpferische. Das Erschaffen selber aber, geschieht nur in der Individualiät, im individuellen Wachstum, im Nicht-Vereint-sein, so sehe ich es. Es ist wie Ebbe und Flut, wie Geburt und Tod, wie die Jahreszeiten, wie säen und ernten, wie Atem. Verschmelzung und Loslösung gehören zusammen, es gibt keine Trennung, es gibt nicht nur das eine. Das eine ist ohne das andere nicht möglich.
Erst im nicht-vereint-sein kann ich den anderen als DU begreifen.
Ich mag die Sichtweise Martin Bubers: "Ich wähle Dich". Die Entscheidung ist dabei das Entscheidende. “Ich suche in dir mein Du - nicht mein Ich - und du suchst - dies ist aber keine Bedingung für meine Suche nach dir - in mir dein Du.” Das Wohlbefinden in der Liebe ergibt sich aus der Anerkennung, der bedingungslosen Akzeptanz.
Laß Deinen Kummer vollkommen zu, dafür gibt es Ursachen.
....
Sei aber nicht damit zufrieden nur das Gras abzuschneiden, die Wurzel muß auch raus.
Ich erkenne meinen Kummer an, ich schäme mich nicht dafür, also nehme ich ihn, wie er ist. Wenn ich aber die Wurzel des Kummers nicht erkenne, wie kann ich sie rausreißen? Ich versuche es ja schon mein Leben lang. Immer wieder.

Liebe Grüße
aurinko

Geändert von aurinko (05.01.12 um 14:43 Uhr) Grund: Rechtschreibungsfehler

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo Kayern,

danke für Deine Antwort.

Ich bin nicht so erfahren in der Meditation. Ich habe es erst ein paarmal probiert und bin sehr leicht ablenkbar. Mir würde daher eine Gruppe und ein Lehrer vielleicht doch helfen.

Erleuchtung als blitzartiges Erkennen habe ich auch schon erlebt, völlig losgelöst von Situationen, die das hätten verursachen können. Einmal während einer Autofahrt, während ich eigentlich auf den Verkehr konzentriert war. Ich kann das Erlebnis selber garnicht beschreiben. Aber das Glücksgefühl und das Gefühl von Befreiung, von Freiheit, besser kann ich es beim besten Willen nicht beschreiben. Es war aber immer nur ein Moment, der wieder vorüberging. Der Moment selber, die blitzartige "Erkenntnis" selber, ist nicht mehr im Gedächnis, sie ist sofort verschwunden. Aber das es diese Ereignisse gab, das ist unvergesslich.

So kann ich mir "Erleuchtung" selber garnicht als dauerhaften Zustand vorstellen.

Einen gelassenen Seinszustand - ja, das strebe ich auch an. Da will ich auch hin. Aber ob es mit "Willen" zu schaffen ist? Die Entscheidung für sich selbst, ja das sehe ich auch so, ist Bedingung.

Liebe Grüße
aurinko


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