Sucht, Geister und die Überwindung

30.12.10 17:09 #1
Neues Thema erstellen
Sucht, Geister und die Überwindung.
Kassandra
Auch die Sehnsucht gehört zu den Süchten. Vielleicht sind solche Gefühle, wenn es überhaupt Gefühle sind, eher schädlich in unserem Leben. Sie machen verwundbar.

Cassandra56.

Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
Zitat von aurinko Beitrag anzeigen
Hallo weissnicht,

ich vermute der Kummer ist die Sehnsucht. Was die Unruhe ist, weiss ich auch nicht, möglicherweise eine undefinierbare Angst, die ich nicht erklären kann. Schmerzen sind die, dass mein Herz weh tut.

liebe Grüße
aurinko
Schau tiefer nach, ist die Sehnsucht hormongesteuert, oder ist es das Verlangen des Herzens in der Liebe aufzugehen.

Was geschieht, wenn Du die Liebe, die Du als Sehnen empfindest, über Dich selber ausgießt, Dich in Deiner Liebe gleichsam badest?

Oder ist das Sehnen das tiefstste Verlangen des Herzen, in einer/em Gesegneten zu verschwinden, das Verlangen nach dem natürlichen Zustand
mit dem Leben, auch Erleuchtung genannt?

Bei Suchtverhalten kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich mit einem Suchtverhalten (Medikamentensucht, Spielsucht, Wettsucht uvm.) aufhören möchte, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrument, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
mehr
Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen

Oder ist das Sehnen das tiefstste Verlangen des Herzen, in einer/em Gesegneten zu verschwinden, das Verlangen nach dem natürlichen Zustand
mit dem Leben, auch Erleuchtung genannt?
Das innere Verlangen nach dem natürlichen Zustand mit dem Leben, ist stets in jedem vorhanden und meldet sich. Je nach dem ob wir dafür empfänglich sind, nehmen wir diese Meldungen auch wahr. Nur eine Zurückbildung der Verstelltheit in den natürlichen Zustand dauert an, wenn man es überhaupt in diesem Leben schafft, selbst wenn das Selbst dafür empfänglich ist.

Die Liebe als universellen Wert, die Liebe ist kein Gefühl, kann ich jederzeit herbeirufen, dafür benötige ich nicht den Zustand der Erleuchtung.

Jeder Mensch ist meines Erachtens sofort in der Lage die Liebe einzusetzen. Selbst im Zustand des Hasses ist sie in der Lage, dieses Gefühl in Liebe umzuwandeln, es bedarf da keiner Erleuchtung. Das macht auch keinen Sinn, denn nur wenige Menschen, sind es.
Christus hat den Wert der Liebe erschaffen und sagte: Liebe deinen Nächsten wie ich euch geliebt habe.
Jeder kann es, und zwar sofort hier und jetzt, wen auch immer und was auch immer.

Meine persönliche Meinung

Alles Liebe!
__________________
Entwickel das Heilsame in Dir - Vermeide das Unheilsame

Sucht, Geister und die Überwindung.
Männlich Windpferd
Hallo Weißnicht,

Süchte sind ernst zu nehmen. Man kann sie sehr erfolgreich behandeln. Aber in der Regel nicht "einfach so" - es braucht Entwöhnung und professionelle Verhaltenstherapie. Und detaillierte, gewissenhaft durchgeführte Veränderung der eigenen Lebenssituation, um möglichst viele der suchtfördernden Reize fern zu halten. Sehr günstig ist ein soziales Netz, das suchtfreies Leben unterstützt. Dies gilt für alle Süchte, für die nach Substanzen, aber auch für die nicht substanzgebundenen (die berühmte Trias Sex-, Romanzen- und Beziehungssucht z.B.)

Auf keinen Fall sind Süchte zu "akzeptieren". Allerdings bleibt, wenn eine Sucht besiegt ist, u.U. eine gewisse Grundstruktur zurück, die Rückfälle oder Auftauchen neuer Süchte begünstigt. Da muß man schlicht aufpassen.

Was Du sonst so schreibst über Entitäten, Engel usw. usw. (mir schwirrt der Kopf schon vom bloßen Überfliegen), ist Dein privater Glaube. Auch Deine Empfehlungen - ein Mix aus populärer Pschologie und "Spiritualität" gehört dazu. Wenn er Dir nützt - o.k. Ich persönlich halte dergleichen für Ablenkung von der Alltagswirklichkeit, eine Art von Tagträumerei.

Du hast viele Vorstellungen aus Asien importiert. Allerdings bestehen diese Religionen (von denen mir besonders die buddhistische Tradition vertraut ist) nicht aus Glauben an (und Reden über) dies und jenes, z.B. bunte "Wesenheiten". Sondern aus disziplinierter, sehr nüchterner, täglicher Meditationspraxis unter Anleitung durch einen autorisierten (nicht selbst-ernannten!) Lehrer. Sehr einfach, irdisch, alltäglich. Ernüchternd. (Ist zugleich auch eine Entwöhnungskur - Entwöhnung von unserer permanenten Selbstunterhaltung.)

Zum Wort "Sucht": Entgegen einer verbreiteten Meinung ist es überhaupt nicht mir "suchen" verwandt. Stattdessen mit "siech" = krank.

Ich wünsch uns allen Freiheit von Süchten. Ernüchterung, ja.

Alles Liebe,
Windpferd

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Hallo weissnicht,

danke für Deine Anregungen und Deine Fragen. Ich muss noch darüber nachdenken.
Zitat von weissnicht Beitrag anzeigen
Schau tiefer nach, ist die Sehnsucht hormongesteuert, oder ist es das Verlangen des Herzens in der Liebe aufzugehen.
Erst einmal kann ich sagen, dass es die Sehnsucht nach der Nähe zu einem Menschen ist, die weh tut. Hormone? Ich weiß nicht, ob sie eine Rolle spielen, es könnte sicher sein. Ich kann es nicht so trennen. Es ist nicht vordergründig. Es hat sich verändert.
Was geschieht, wenn Du die Liebe, die Du als Sehnen empfindest, über Dich selber ausgießt, Dich in Deiner Liebe gleichsam badest?
Eine Zeitlang war das möglich, dann passierte etwas,(gelöscht, zu privat) ...Jetzt ist nur noch Schmerz, der mich erfüllt und gleichzeitig umgibt. Ein Bad im Schmerz.
Oder ist das Sehnen das tiefstste Verlangen des Herzen, in einer/em Gesegneten zu verschwinden, das Verlangen nach dem natürlichen Zustand mit dem Leben, auch Erleuchtung genannt?
Ich weiß nicht, was Du damit meinst.
Ich sehne mich wie gesagt danach, einem bestimmten Menschen nah zu sein, in seiner Gegenwart zu sein, weil ich mich in seiner Gegenwart glücklich und wohl fühle. Wenn es umgekehrt nicht so ist, ist es schade für mich, aber nicht zu ändern. Ich mag mich nicht aufdrängen. Das Gefühl, unerwünscht zu sein, beschämt mich.
Was die Erleuchtung angeht, so habe ich nicht den Eindruck, in diesem Leben einen solchen Zustand zu erreichen. Ich bin wohl nicht dafür bestimmt. Aber ich bin im Frieden mit dem Tod. Auch er ist Liebe, das bestätigen zahlreiche Nahtoderfahrungen. Ich suche den Tod nicht, aber er ängstigt mich nicht. Vielleicht erleuchtet er mich, wenn es soweit ist. Im Moment suche ich nur den Frieden in mir.

Liebe Grüße
aurinko

Geändert von aurinko (04.01.12 um 17:51 Uhr) Grund: zu Privates gelöscht, und bessere Beantwortung der letzten Frage.

Sucht, Geister und die Überwindung.
aurinko
Zitat von Kayen Beitrag anzeigen
Das innere Verlangen nach dem natürlichen Zustand mit dem Leben, ist stets in jedem vorhanden und meldet sich. Je nach dem ob wir dafür empfänglich sind, nehmen wir diese Meldungen auch wahr. Nur eine Zurückbildung der Verstelltheit in den natürlichen Zustand dauert an, wenn man es überhaupt in diesem Leben schafft, selbst wenn das Selbst dafür empfänglich ist.
Ich habe darüber gelesen, dass es ermöglicht, nicht mehr im Leid zu sein. Ich glaube aber, der Wunsch allein, nicht mehr im Leid sein zu wollen, schafft es nicht, diesen Zustand herzustellen. Ich suche danach, aber ich scheine es nicht zu schaffen. Aber ich habe ja offenbar noch ein wenig Zeit.
Die Liebe als universellen Wert, die Liebe ist kein Gefühl, kann ich jederzeit herbeirufen, dafür benötige ich nicht den Zustand der Erleuchtung.
JA! Und doch frage ich mich, ob sie nicht doch insofern ein Gefühl ist, weil ich sie (die universelle Liebe) ja fühle und auch denke. Es ist ein Empfinden in jedem Fall, mit welchem Sinn auch immer dies geschieht.
Jeder Mensch ist meines Erachtens sofort in der Lage die Liebe einzusetzen. Selbst im Zustand des Hasses ist sie in der Lage, dieses Gefühl in Liebe umzuwandeln, es bedarf da keiner Erleuchtung. Das macht auch keinen Sinn, denn nur wenige Menschen, sind es.
Christus hat den Wert der Liebe erschaffen und sagte: Liebe deinen Nächsten wie ich euch geliebt habe.
Jeder kann es, und zwar sofort hier und jetzt, wen auch immer und was auch immer.
Auch Christus war und ist Liebe. Er hatte/hat großes Mitgefühl mit den Menschen, er war ja selber Mensch. Und sind wir nicht alle hier, um das Menschsein mit allem, was es ist und ausmacht, zu erfahren und daraus zu lernen?

Liebe Grüße
aurinko

Geändert von aurinko (04.01.12 um 13:33 Uhr)

Sucht, Geister und die Überwindung.

Kayen ist offline
Beiträge: 5.067
Seit: 14.03.07
Süchte sind ernst zu nehmen. Man kann sie sehr erfolgreich behandeln. Aber in der Regel nicht "einfach so" - es braucht Entwöhnung und professionelle Verhaltenstherapie. Und detaillierte, gewissenhaft durchgeführte Veränderung der eigenen Lebenssituation, um möglichst viele der suchtfördernden Reize fern zu halten. Sehr günstig ist ein soziales Netz, das suchtfreies Leben unterstützt. Dies gilt für alle Süchte, für die nach Substanzen, aber auch für die nicht substanzgebundenen (die berühmte Trias Sex-, Romanzen- und Beziehungssucht z.B.)

Auf keinen Fall sind Süchte zu "akzeptieren". Allerdings bleibt, wenn eine Sucht besiegt ist, u.U. eine gewisse Grundstruktur zurück, die Rückfälle oder Auftauchen neuer Süchte begünstigt. Da muß man schlicht aufpassen.
Ich frage mich hier gerade, was so eine Art "Sehnsucht", wie aurinko sie beschreibt, mit Entwöhnung und Verhaltenstherapie zu tun hat.
Die Sehnsucht entsteht ja erst durch eine Art Entwöhnung und mit Verhaltenstherapie würde man diese nur verdrängen aber nicht beseitigen.
Aber wahrscheinlich sprichst Du hier von allen anderen Süchten, aber nicht von der Sehnsucht. Und ja Sucht hat für mich etwas mit "Suche" zu tun, und rückfällig wird man, wenn man z.B. eine Verhaltenstherapie gestartet hat, das eigentlich Gesuchte verdrängt hat und sich dieses dann nach der Therapie irgendwann wieder meldet.


Was Du sonst so schreibst über Entitäten, Engel usw. usw. (mir schwirrt der Kopf schon vom bloßen Überfliegen), ist Dein privater Glaube. Auch Deine Empfehlungen - ein Mix aus populärer Pschologie und "Spiritualität" gehört dazu. Wenn er Dir nützt - o.k. Ich persönlich halte dergleichen für Ablenkung von der Alltagswirklichkeit, eine Art von Tagträumerei.

Du hast viele Vorstellungen aus Asien importiert. Allerdings bestehen diese Religionen (von denen mir besonders die buddhistische Tradition vertraut ist) nicht aus Glauben an (und Reden über) dies und jenes, z.B. bunte "Wesenheiten". Sondern aus disziplinierter, sehr nüchterner, täglicher Meditationspraxis unter Anleitung durch einen autorisierten (nicht selbst-ernannten!) Lehrer. Sehr einfach, irdisch, alltäglich. Ernüchternd. (Ist zugleich auch eine Entwöhnungskur - Entwöhnung von unserer permanenten Selbstunterhaltung.)
Man darf nicht vergessen, dass der Brauchtum Asiens immer mehr Bedeutung in der westlichen Welt findet. Nehmen wir doch nur mal Qi Gong, die Qi Energie, nicht sichtbar nicht fassbar, aber doch bereits akzeptiert, sogar von seiten der Schulmedizin. Ich würde hier nix mehr für Tagträumerei halten. Und ja, die eigentliche Meditationspraxis ist nüchtern und alltäglich. Aber sie braucht keinen Lehrer, weder einen ernannten noch einen nicht ernannten. Jeder Mensch ist selbst in der Lage sich die Meditation aus Büchern beizubringen.

Und ist es nicht das Reden, das Wort, das uns z.B. aus der asiatischen Kultur erreicht, das Tor einschlägt, wenn uns der Glaube nicht mehr trägt, unsere erstarrte Oberfläche ankratzt und Befreiung verheißend, uns auf ein verborgenes Leben aufmerksam macht. Dann erst die praktizierende Übung.


Zum Wort "Sucht": Entgegen einer verbreiteten Meinung ist es überhaupt nicht mir "suchen" verwandt. Stattdessen mit "siech" = krank.
Ist es nicht das Sehnen nach etwas, das uns suchen lässt?
__________________
Entwickel das Heilsame in Dir - Vermeide das Unheilsame

Sucht, Geister und die Überwindung.
Männlich Windpferd
Hallo Kayen,

"Ich frage mich hier gerade, was so eine Art "Sehnsucht", wie aurinko sie beschreibt, mit Entwöhnung und Verhaltenstherapie zu tun hat."
Weiß ich auch nicht. Aber Sehnen - letztlich immer nach Glück, was auch immer damit jeweils gemeint sein mag - ist eine urmenschliche Gegebenheit, genauer: Antriebskraft (wobei der Zusatz "-sucht" unnötig und manchmal irreführend ist.)

" . . . mit Verhaltenstherapie würde man diese [Sehnsucht] nur verdrängen aber nicht beseitigen."
Der Versuch, Sehnen nach Glück zu unterdrücken, widerspräche jeder Ethik, auch der Berufsethik der Psychotherapeuten. Vermutlich wäre solches Bemühen sowieso erfolglos, andernfalls destruktiv. (Aber man muß bei Therapeuten sehr aufpassen, was sie für ein Menschenbild sie haben. Ob ihnen evtl. bloße Angepaßtheit als wünschenswert erscheint usw.)

(Es ist eine Berufsnorm, einen Patienten zu einem anderen Therapeuten zu schicken, wenn man eines von dessen zentralen Lebenszielen nicht billigen oder kompetent teilen kann. Dabei kann es sich z.B. um politische Ziele handeln. Ich wollte z.B. in jungen Jahren Theologie studieren; ein Therapeut lehnte es ab mich zu behandeln: dafür fühle er sich nicht zuständig. Habe großen Respekt vor dieser Auskunft.)

"Aber wahrscheinlich sprichst Du hier von allen anderen Süchten, aber nicht von der Sehnsucht."
Sehnen ist keine Sucht. Die Unterscheidung ist präzis und einfach: Sehnen energetisiert, öffnet Räume, befreit mich aus meinem (realen oder gedachten) Cocon, macht lebendig. Sucht fixiert, impliziert Scheuklappen, verschließt mich, macht unfrei.

"Und ja Sucht hat für mich etwas mit "Suche" zu tun, und rückfällig wird man, wenn man z.B. eine Verhaltenstherapie gestartet hat, das eigentlich Gesuchte verdrängt hat und sich dieses dann nach der Therapie irgendwann wieder meldet."
Es kann sein, daß man eigene, "eigentliche" Lebensziele zeitweilig zurückstellt (verführt durch dies oder jenes) und dann später wieder zu ihnen zurückfindet, glücklicherweise. Daß man zeitweilig z.B. beziehungssüchtig wird (also unfrei, weil man etwas KRIEGEN will) - und später entdeckt oder wiederentdeckt, daß LIEBEN möglich ist, etwas ganz anderes, exakt definiert als Streben nach dem Glück DES ANDEREN. Was soll da der Begriff "Rückfall"?

"Man darf nicht vergessen, dass der Brauchtum Asiens immer mehr Bedeutung in der westlichen Welt findet. Nehmen wir doch nur mal Qi Gong . . ."
Erstens ist Qi Gong kein "Brauchtum", zweitens keine Tagträumerei. Sondern eine differenzierte, schwierige Körper-Seele-Disziplin, die genaue Anleitung und viel Übung, auch Korrekturen braucht. (T'ai Chi noch mehr.) Hat aber nichts mit "Entitäten" und Geistern zu tun. Sondern mit Schwerkraft und Achtsamkeit.

"Aber sie braucht keinen Lehrer, weder einen ernannten noch einen nicht ernannten. Jeder Mensch ist selbst in der Lage sich die Meditation aus Büchern beizubringen."
Das hätten wir gern. Vielleicht aus Mißtrauen oder Ressentiment gegenüber "Meistern"? Die authentischen Traditionen (d.h. nicht die, durch welche die Autoren im Westen Geld verdienen) beruhen auf mündlicher Überlieferung. Erfahrungsgemäß halten Menschen, die sich allein auf Bücher und sich selber verlassen, nicht lange durch. Es ist auch nicht ungefährlich: man braucht gar nicht so sehr intensiv zu meditieren, um allerlei erstaunliche, z.T. faszinierende "Erfahrungen" zu machen. Dann denkt man, man sei der "Erleuchtung" nahe. Ein schlimmer Zustand! Man braucht einen Lehrer (oder dessen autorisierten Vertreter), der einen von diesen Trips wieder runterbringt: "Vergiß es!"

Übrigens handelt es sich um Traditionen, deren Weisheit über viele Jahrhunderte hinweg erprobt und erweitert worden ist Davon steht in den Büchern ein winziger Teil. Zudem gibt es Lehren, die überhaupt nicht veröffentlicht werden dürfen, weil sie schädlich sein können für Menschen, die nicht lange geübt haben. ("Schädlich", das heißt meistens: Arroganz fördernd.)
Die Tibeter und die Japaner halten sich daran strikt, soviel ich weiß. Die Inder gar nicht, die Chinesen nur zum Teil. (Über Tao Yoga - eine Sammlung hoch komplexer, geheimer Praktiken - gibt es seit ca. 30 Jahren viele Bücher, u.a. über allerlei sexuelle Praktiken; natürlich ein Riesengeschäft. Allein durch die Publikation wird der Sinn fundamental verfälscht.)

"Und ist es nicht das Reden, das Wort, das uns z.B. aus der asiatischen Kultur erreicht, das Tor einschlägt, wenn uns der Glaube nicht mehr trägt, unsere erstarrte Oberfläche ankratzt und Befreiung verheißend, uns auf ein verborgenes Leben aufmerksam macht?"
Das kommt vor. Wirksamer ist Begegnung. (Ich kenne viele, die praktizieren. Habe mich immer dafür interessiert, wie die auf die Idee gekommen sind.)

"Dann erst die praktizierende Übung."
Auch das ist möglich - für eine Weile. Dann aber geht man - demütig, ja, auch wenn man dies Wort kaum noch aussprechen darf - auf die Suche nach dem Meister. Der kommt normalerweise nicht von selber ins Haus.

Übrigens auch nach einer Gemeinschaft von Praktizierenden.

Und wenn uns das alles - Meister und Gemeinschaft - total zuwider ist: dann haben wir wahrscheinlich was verstanden. Schließlich soll ja nicht unser gehätscheltes Ego (nebenbei die Quelle aller Süchte) weiter gepäppelt werden.

"Ist es nicht das Sehnen nach etwas, das uns suchen lässt?"
Klar doch. Hoffentlich. Es handelt sich um ein lebendiges, lebenswichtiges Gefühl und um die zugehörige Aktivität. Beide gar nicht süchtig oder siech.

Es freut mich, wenn ich Dir auch mal zustimmen kann.

Liebe Grüße
Windpferd

Sucht, Geister und die Überwindung.
Kassandra
Was ist die Sehnsucht und was ist die Hoffnung? Letztlich sind beides Erwartungen an eine mögliche oder unmögliche Zukunft, ebenso wie die meiste Angst. Die akute, aktuelle Angst dagegen ist schnell zu überwinden. In der Gegenwart steht uns meist die Zukunft aus Sicht der Vergangenheit im Weg.
http://www.symptome.ch/vbboard/kreat...tml#post762493
Einen anderen Standpunkt, bzw. Zeitpunkt einzunehmen, könnte uns helfen, besser in der Gegenwart zu überleben.

Sucht, Geister und die Überwindung.

weissnicht ist offline
Themenstarter Beiträge: 234
Seit: 09.11.10
[QUOTE=Windpferd;762320]Hallo Weißnicht,



"Auf keinen Fall sind Süchte zu "akzeptieren". Allerdings bleibt, wenn eine Sucht besiegt ist, u.U. eine gewisse Grundstruktur zurück, die Rückfälle oder Auftauchen neuer Süchte begünstigt. Da muß man schlicht aufpassen."

Ersteinmal sind Süchte zu akzeptieren, denn in dem Akzeptieren ist ein
"STOP" eine kleine Pause, in dieser Pause wird einem die Sucht bewußt.
Wird die Scht nicht akzeptiert, artet die Behandlung in einem Kampf
aus.
Von einem Kampf gegen die "Dunkelheit der Sucht" halte ich nichts.
Besser ist es die Sucht an das Licht der Sonne zu bringen,
dazu ist halt mal das Akzeptieren des Suchtverhaltens von großem Nutzen.

"Die Sucht zu besiegen "

.Es ist besser sie zu verstehen und in dieser Bewußtwerdung zu umarmen.


"Was Du sonst so schreibst über Entitäten, Engel usw. usw. (mir schwirrt der Kopf schon vom bloßen Überfliegen),"

Warum liest Du dann den Text?



"..von denen mir besonders die buddhistische Tradition vertraut ist)Sondern aus disziplinierter, sehr nüchterner, täglicher Meditationspraxis unter Anleitung durch einen autorisierten (nicht selbst-ernannten!) Lehrer. "

Von wem war Buddha, Jesus, etc autorisiert?

Meditation ist keine Praxis, keine nüchterne Disziplin, keine Anstrengung, vielmehr ein Erlauben das zu entspeichern was
sich über die Jahre angesammelt hat.

Ist erstmal Ruhe im Sein eingekehrt, dann ist Meditation
erst recht keine Disziplin und Praxis,
sondern einfach ein gelassener Seinszustand,
auch, oder besinders unter den täglichen Verrichtungen.

Geändert von weissnicht (04.01.12 um 18:16 Uhr) Grund: Korrektur


Optionen Suchen


Themenübersicht