Volle Palette von Symptomen - Ärzte helfen nicht weiter...

10.09.11 13:18 #1
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WieGehts ist offline
Beiträge: 5
Seit: 10.09.11
Es fing wenn ich mich richtig erinnere mit 19 oder 20 an.
Ich war abends mit Freunden unterwegs und habe ein paar Bier getrunken, nicht zu viel und nicht zu lange weil ich am nächsten Tag zur Spätschicht musste.Bereits auf der Fahrt zur Arbeit fühlte ich mich unwohl.
Nicht verkatert wohlbemerkt.
Irgendwann so gegen 15.00 Uhr wurde mir schwindlig, ich fühlte mich unglaublich schwach und ich bekam starkes Herzrasen.
Ich hatte wahnsinnige Todesangst.
Ein Arzt wurde gerufen und ich wurde in eine Praxis gebracht.
Dort stellte man überhöhten Puls und Herzrythmusstörungen fest.
Nach Injektion von 3 Einheiten Faustan beruhigte sich mein Körper wieder und ich wurde "entlassen".
Die Panikattacken traten von nun an regelmäßig nach dem Konsum von Alkohol (hauptsächlich Bier, mag keinen "harten" Alkohol), jedoch auch beim Autofahren oder eben mal so aus heiterem Himmel beim einkaufen auf.

Meine Hausärztin war der Meinung meinen öfter viel zu schnellen Puls mit Betablockern therapieren zu können, diese nahm ich aber nur 2 Tage ein weil ich mit diesen Tabletten die Treppen zu meiner Wohnung nicht mehr hochkam.

Es folgten jede Menge Untersuchungen, Langzeit-EKG, Ultraschalluntersuchungen des Herzens, Belastungs-EKG, Blut u.s.w. .
Allesamt ohne Befund.
Ich hätte ein Herz wie ein Pferd meinte die Ärztin, es ist kerngesund.
Lediglich der Ruhepuls läge mit 80-90 etwas höher als normal, aber ich solle mir keine Sorgen machen und mit meinem niedrigen Blutdruck könne ich hundert Jahre alt werden.

Schließlich landete ich irgendwann einmal beim Neurologen, welcher mich mit der Diagnose generalisierte Angst-Panik Störung zum Psychologen schickte.
Die Psychologin machte mit mir ein Interview, bestätigte mir die Diagnose des Neurologen und ich nahm von da an an einer wöchentlichen Gruppentherapie teil, welche mir jedoch absolut nichts nutzte, ich stellte dabei lediglich fest das andere Menschen größere Probleme haben...

Ich habe mich durch die Angstattacken mittlerweile zum Hypochonder entwickelt, bin bei jeder Kleinigkeit gleich der Meinung ich leide an Krebs und schätze meine Lebenserwartung seit Jahren eigentlich immer nur noch auf ein paar Monate - klingt blöd - ist aber so.
Mittlerweile erkenne ich ja das ich schon seit Jahren so leben kann und ich wahrscheinlich nicht demnächst sterbe, aber wenn mal wieder eine Attacke ansteht wird diese Vernunft oft in den Hintergrund gedrängt.

Vor ca. 2 Jahren stellte ich zufällig fest das ich einen Knoten im Trapezmuskel ertasten kann. Klar - gleich wieder das schlimmste befürchtet und ab zum Arzt.
Der meinte es handele sich um eine Myogelose schickte mich aber zur Ultraschall Untersuchung, bei welcher festgestellt wurde das die Lymphknoten im Nacken-Halsbereich teilweise auf 2cm angeschwollen waren.
Es folgte eine weitere Blutuntersuchung, aber auch wieder nichts auffälliges zu finden.
An eine Myogelose kann ich übrigens nicht glauben, das würde doch beim draufdrücken wehtun...
Damit wurde es belassen. Der Knoten ist immer noch da, es verändert sich jedoch nichts daran.
Ich solle mir keine Sorgen machen.

Seit 7 Jahren habe ich übrigens auch eine ertastbare Verhärtung in der Wange mit ca. 5mm Durchmesser. Man sagte mir ich solle mir keine Sorgen machen.
Eine tast- und sichtbare Veränderung der Wangenschleimhaut dort in der Nähe trat vor knapp 2 Jahren auf - ich habe gelesen aus sowas kann sich Krebs entwickeln.
Ab zum Arzt.
Aber der Zahnarzt meinte ich solle mir da mal keine Sorgen machen...

Ich leide ausserdem bereits seit Jahren an Rücken- und Nackenschmerzen.
Die Gelenke krachen und Knirschen eigentlich ständig.
Man verschrieb mir Massagen, Krankengymnastik, Reizstrom - hilft alles nichts.
Da könne man nichts ändern - kommt vom vielen sitzen.

Nun noch einmal was zu "Verknüpfung" von Alkoholkosum und Panik.
Wenn ich am Abend was trinke, kann ich schon darauf warten was am nächsten Tag passiert.
Einen Kater im im herkömmlichen Sinne mit Kopfschmerzen habe ich extremst selten.
Dafür plagen mich Schwindel, Herzrasen und Todesangst.
Ich habe gelegentlich Hitzewallungen fühle mich kurzatmig und verkrampft.
Meistens habe ich dann auch für 2-3 Tage Durchfall.
Die Menge ist für das "Resultat" nicht wirklich entscheidend.
Es gibt Tage da geht es mir erstaunlich gut obwohl ich am Vorabend 6 Bier getrunken habe, dann gibt es Tage wo ich mich fürchterlich fühle obwohl es am Abend zuvor lediglich 3 über den Abend verteilt waren.
Bei Wein tritt der Effekt übrigens auch auf, trinke allerdings nur Weisswein.
Dabei ist aber der nächste Tag nicht ganz so schlimm würde ich sagen, aber kommt auch immer drauf an.
Klar - ich kann es auch einfach sein lassen.
Aber es ist für mich ein Stückchen Lebensqualität mit meinen Freunden am Wochenende mal einen drauf zu machen.
Unter der Woche trinke ich keinen Schluck.
Mittlerweile ist es aber schon soweit das ich es einfach bleiben lasse mit dem weggehen.
Wenn ich nämlich einen Abend in der Kneipe verbringe ist für mich das Wochenende gelaufen.
Nun ja - auch ohne Alkohol habe ich sehr häufig Angstattacken.
Deshalb habe ich es bisher wohl auch noch nicht entgültig sein gelassen.
es ändert sich ja eh nichts.

Ab und an kommt es halt dann immer mal zu einer Attacke aus heiterem Himmel.
Gelegentlich kündigt sie sich an durch Unruhe, aber es kommt auch manchmal vor das es mich wie ein Blitz durchzuckt, es ist ein Gefühl als wenn einem einer gegen den Kopf schlägt.
Ich habe dann immer Panik das es ein epileptischer Anfall oder ein Schlaganfall ist.
Dieses durchzucken dauert nur den Bruchteil einer Sekunde, aber es versetzt mich in fürchterliche Angst.Der Rest kommt dann dazu, also Herzrasen, verkrampfte Haltung, schwitzige Hände, und jede Menge Luft im Bauch - ich muss dann idiotischerweise ständig rülpsen, weil sich ein Druck aufbaut welcher meiner Meinung nach irgendwie das Herz beeinträchtigt.
Ich bin mittlerweile selbst zu der Ansicht gelangt das es durch irgendwelche verklemmten Nerven in der Halswirbelsäule ausgelöst wird, denn oft passiert es wenn ich eine starre Haltung habe, z.B. beim Autofahren oder fernsehen.

Nun ja, es fällt mir schwer alles strukturiert zu beschreiben, mir fällt immer wieder mehr ein.

Ich versuche es mal ein paar Sachen zusammenzufassen:

1. Seit Jahren Angst- und Panikattacken
2. irgendwelche Knötchen und Verhärtungen an verschiedenen Stellen im Körper
3. fleckenweise schuppige Haut im Gesicht unter den Augen
4. seit 2 Jahren verstärktes Auftreten von Mouches Volantes
5. Konzentratiosschwäche
6. Schlafattacken bzw. das Gefühl ohnmächtig zu werden
7. Gefühl von Energielosigkeit

Kann denn das wirlich alles psychische Ursachen haben?

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.476
Seit: 26.04.04
Hallo André,

Deine Beschwerden können mehrere Ursachen haben; zuerst würden mich Deine Schilddrüsenbefunde interessieren. Gibt es dazu Laborwerte?

Schilddrüse

Bei Funktionsstörungen/-erkrankungen findet man etliche Symptome, die mit denen, die Du bei Dir festgestellt hast, übereinstimmen.

Liebe Grüße,
Malve

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WieGehts ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 10.09.11
Die Schilddrüse wurde damals schon "verdächtigt", war aber wohl alles in Ordnung. Die entsprechende Blutuntersuchung liegt allerdings schon ein paar Jährchen zurück, das war vor der sogenannten Psychotherapie.

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.476
Seit: 26.04.04
Hallo André,

leider kann man sich erfahrungsgemäß nicht unbedingt darauf verlassen, dass mit der Schilddrüse "alles ok" sei; oft werden nur wenige Parameter (oder sogar nur der TSH-Wert) untersucht, die keine zuverlässige Diagnose ermöglichen.

Ich würde mir an Deiner Stelle alle Laborwerte überprüfen lassen:
TSH, fT3, fT4; Antikörper TPO-AK, Tg-AK und TRAK; Ultraschall möglichst beim Nuklearmediziner.

Im Grunde sind das "einfache" Untersuchungen (man muss nur darauf achten, dass wirklich alle Werte berücksichtigt werden, was nicht selbstverständlich ist); die Blutabnahme kann der Hausarzt machen.

Liebe Grüße,
Malve

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WieGehts ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 10.09.11
Oha, dass wusste ich nicht.
Vielen Dank für den Hinweis, werde meinen Arzt da mal drauf ansprechen.
Das wäre ja echt ein Ding wenn sich nach Jahren der Quälerei herausstellen sollte das die Ursache bereits damals mit einer genaueren Untersuchung gefunden hätte werden können...

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Malve ist offline
Moderatorin
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Seit: 26.04.04
Hallo André,

in dieser Rubrik gibt es viele Infos zum Thema; besonders hervorzuheben wäre dies:

http://www.symptome.ch/vbboard/schil...-sammlung.html

Es MUSS NICHT sein, dass die Ursache bei Dir bei der Schilddrüse zu finden ist, jedoch gibt es von den Symptomen her gewisse Hinweise, denen ich nachgehen würde.

Liebe Grüße,
Malve

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WieGehts ist offline
Themenstarter Beiträge: 5
Seit: 10.09.11
Das ist ja ein recht umfangreiches Feld von Effekten...
Nun ja, vielen Dank erstmal - ich werde wie gesagt meinen Arzt mal direkt drauf ansprechen.
Wenn ich was genaueres weiss werd ich´s hier zum besten geben! :-)


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