Seit Darmentzündung verschiedene Probleme

13.04.11 21:40 #1
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Artiste ist offline
Beiträge: 8
Seit: 13.04.11
Hallo,

ich hatte im Winter eine unerklärte Darmentzündung, die erst nach ca einem Monat erkannt und mit Mesalazin behandelt wurde. Etwa 14 Tage nach Therapiebeginn bekam ich gelegentlich Muskelzucken und Kribbeln (Intensität schwankend und an verschiedenen Stellen) und ein Stechen im vorher schmerzfreien Darm. Später gesellten sich dann auch Bauchschmerzen dazu. In der Zeit hatte ich sehr wenig Energie. Zum Ende der Therapie von einem Monat Dauer war ich manchmal depressiv, was ich noch nie war. Die Entzündung machte schon nach dem ersten Tag der Behandlung keine Probleme mehr, ich musste nur das Medikament noch anwenden.
Vorwärts gespult, wurde bei mir jetzt mit einem Atemtest Fruktosemalabsorption festgestellt (Laktose negativ). Ich vermute nur, dass das noch nicht alles ist. Denn ich habe trotz stark angepasster Ernährung noch verschiedene Beschwerden. Zum einen sind die Bauchschmerzen noch nicht weg, das Zucken und Kribbeln auch nicht (ich nehme seit über einem Monat >600mg Magnesium als Aspartat); außerdem habe ich noch oft benebeltes Denken, Antriebslosigkeit und zu wenig Energie, manchmal sehr leichte Übelkeit und Schwindel, aber nicht mehr so viel wie vor ein paar Monaten.
Ich verdächtige Histamin oder Salicylate als Verstärker der Probleme (hatte z.B. auch mal neben Abgeschlagenheit etwas Jucken und leichte Kopfschmerzen nach Histaminreicher Nahrung; Mesalazin ist ein Salicylat), frage mich nur, ob NMUs wirklich für diese jetzt das ganze Jahr schon andauernde Leistungsverminderung verantwortlich sind. Vorher hatte ich keinerlei bekannte NMU.
Einen Verdacht habe ich auch auf Milcheiweißallergie, da diese zu Darmentzündungen führen könnte und ich nach Abheilung einmal Molkeprotein getrunken hatte und sich daraufhin Darmsymptome (Schleimabgang) zeigten. Als die Entzündung anfing hatte ich möglicherweise auch oft Molkeprotein getrunken. Momentan traue mich nicht mehr an Milchprodukte.
Hinzu kaum auch ein Fall von Karies im März, und manchmal Zahnschmerzen und ein Stechen in den Schienbeinen. Das habe ich momentan nicht mehr.
Es wurden zwei Blutbilder gemacht, die ich anhänge. Das zweite ist vielleicht interessanter, ist TSH nicht z.B. zu hoch? Sonografie des Abdomen war normal. Viel mehr wurde nicht untersucht. Ich bin übrigens 24 Jahre alt und männlich. Rauche und trinke nicht. Ich hoffe, ihr habt irgendwelche Ansätze.




Geändert von Artiste (13.04.11 um 21:51 Uhr)

Seit Darmentzündung verschiedene Probleme

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.472
Seit: 26.04.04
Hallo Artiste,

herzlich willkommen im Forum.

Du wirst sicher noch weitere Antworten bekommen; ich möchte mich auf den erhöhten TSH-Wert beziehen (heutige Obergrenze liegt bei 2.5).
Es gibt also einen Hinweis auf eine Schilddrüsenunterfunktion.
Außer dem TSH-Wert sollten fT3 und fT4 untersucht werden, außerdem die Antikörper TPO-AK, Tg-AK, TRAK. Eine Ultraschalluntersuchung beim Facharzt > Nuklearmediziner komplettiert die Abklärung.

In diesem Zusammenhang könntest Du Dich hier informieren:
Schilddrüse

Liebe Grüße,
Malve

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derstreeck ist offline
Beiträge: 4.123
Seit: 08.11.10
Milcheiweissallergie kannst du beim Allergologen per Scratschtest testen lassen. Salicylat und Nickel (Vollkorn, Kaffe, Kakao) auch.

Wegen dem Histamin auch Polleallergie, die ganzen IgE Allergien per Pricktest, weil diese die Histaminausschüttung fördern.

Am besten auch DAO Wert im Blut und Methylhistamin im Urin (muss man glaub ich selbst zahlen aber dann weisst du wenigstens, wie es um dein Histamin steht)

Denk auch an Sorbit (Zahnpasta)

Ich habe auch ne Milcheiweissallergie war aber beim HP, dieser hat "nur" IgG Antikörper messen lassen. Der Verzicht auf Milchprodukte brachte dann recht eindeutige Verbesserung. Die IgG Antikörper sind zwar umstritten aber immerhin hat mein Heilpraktiker damit Lichtjahre weiter gedacht als mein Hausarzt.

Ich zum Beispiel habe starken Vitamin D Mangel (damit bin ich nicht der einzige im Forum) Vitamin B6 und Zinkmangel.

Mein Magnesium Wert war leicht erhöht. Mein Heilpraktiker empfiehlt mir lebenslange Vitamin D einnahme aber auf gar keinen Fall Magnesium.

Du solltest keine Vitamine und Mineralien nehmen ohne dieses durch ein Labor untersuchen zu lassen.

Ich hatte auch Muskelzuckungen, Müdigkeit, Konzentrationstörungen, Gelenkschmerzen, Verdauungstörungen, Blähungen.

Diagnosen FI, Nickelallergie, Milcheiweissunverträglichkeit, Candida und noch ein paar Infektionen die nicht ausgeheilt sind wie Herpes, Toxoplasmose, Lamblien. Die letzteren per LTT Test.

Hattest du vielleicht auch ne Antibiotikabehandlung? Danach ging es mit der Fruktoseintoleranz so richtig los, obwohl ich sie glaube ich vorher schon hatte.

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Artiste ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 13.04.11
Das ist schonmal sehr interessant, ich muss mir wohl noch ein paar neue Ärzte suchen. Antibiotikabehandlung hatte ich keine, die Stuhlprobe war negativ. Ein Arzt hat auch ein Probiotikum empohlen (Omniflora N), aber ich habe es wegen dem Verdacht auf Milcheiweißallergie abgebrochen. Weiß nicht, ob das bei der geringen potentiellen Menge nötig ist. Gestern und heute habe ich es nochmal genommen, ich spüre keine weitere nachteilige Veränderung. Zahnpasta habe ich schon ausgetauscht.

Wegen der Nahrungsergänzung, kommt es nicht immer drauf an? Vitamin D habe ich zB schon ein Jahr ergänzt vor der Blutuntersuchung, sonst wäre mein Wert sicher im Keller gewesen. Magnesium hat mir ein Arzt sogar hochdosiert empfohlen wegen Muskelzucken und Kribbeln, und es ist doch eigentlich harmlos, da ein Überschuss normalerweise ausgeschieden wird? Da fällt mir ein, ich hatte vor kurzem auch öfter trüben Urin, der bei Säurezugabe klar wurde, was auf Phosphate hinweisen könnte? Besteht da möglicherweise ein Zusammenhang zum niedrigen Alk. Phosphatase Wert im 2. Blutbild? Sehe gerade, dass der Wert auch ein Indiz für Schilddrüsenunterfunktion sein kann. Das werde ich morgen mit meinem Internisten besprechen, der sich dann endlich zum Blutbild äußern wird. Es würde ja einiges erklären. Läuft auch glaube ich in der Familie.
Momentan ist Nahrungsergänzung jedenfalls eh nicht genug, ich nehme schon B-Vitamine und nehme theoretisch genug Zink durch die Nahrung zu mir. Zink hatte ich bis ca Februar auch ergänzt und dabei versehentlich zusammen mit der Nahrung eher zu viel eingenommen. Meinen hohen Vitamin B12 Wert führe ich auf Fleisch und B-Vitamine zurück.
Ich werde versuchen, das alles testen zu lassen. Hoffe nur, dass die Ärzte mitspielen. Danke für die vielen Hinweise.

Geändert von Artiste (14.04.11 um 17:16 Uhr)

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Artiste ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 13.04.11
Der Internist war heute Krank, aber ich habe einen Termin zur Blutabnahme wegen der Schilddrüsenwerte am Montag. Jetzt habe ich den Verdacht, dass meine Jodversorgung viel zu gering war. Sollte ich jetzt schon etwas Jod nehmen oder bis nach dem Test warten?

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.472
Seit: 26.04.04
Hallo Artiste,

ich würde keinesfalls Jod nehmen, weil offenbar überhaupt nicht geklärt ist, ob möglicherweise eine Autoimmunerkrankung wie Hashimoto vorliegen könnte.

Warte Deine Befunde ab und stelle sie dann bitte hier ein.

Liebe Grüße,
Malve

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Artiste ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 13.04.11
Ok, dann erst mal kein Jod. Die Blutabnahme habe ich heute verpasst, habe mich um eine Stunde vertan, aber es gibt noch etwas neues.
Heute beim ungewohnt frühen Aufstehen wurde mir etwas übel. In der letzten Zeit und besonders heute hatte ich wieder ähnliche Symptome wie zu Beginn der ersten Darmentzündung, nämlich etwas Abgang von hellem Blut mit Schleim und evtl. Eiter und leichte Gasbildung. Trotzdem kein Durchfall, eher das Gegenteil, ca alle zwei Tage wenig Stuhlgang. [Update: jetzt doch Durchfall]. Vielleicht durch den vielen Reis wegen FI beeinflusst. Mein Hausarzt meint, dass es ohne Durchfall keine Darmentzündung ist, aber unbehandelt lief es das letzte mal auf eine starke Entzündung des Enddarms hinaus. Er möchte mich jetzt wegen dem Muskelzucken (mein Darm zuckt übrigens auch manchmal) zum Neurologen überweisen, wegen dem anderen bin ich sehr bald beim Gastroenterologen. Kann ich nur hoffen, dass der vielleicht doch mal eine Ursache findet? Mesalazin möchte ich mir nicht wieder verschreiben lassen, ich hoffe es gibt eine Alternative die mir besser bekommt.

Liebe Grüße

Geändert von Artiste (18.04.11 um 14:56 Uhr)

Seit Darmentzündung verschiedene Probleme

Artiste ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 13.04.11
Es gibt wieder etwas neues.
Rektoskopie: leichte Proktitis. Vielleicht ja wegen Omniflora/Milchbestandteilen?
SD: Ultraschall normal, ich warte noch auf die Blutwerte
Allergietest: Beim Prick-Test waren unter anderem sehr viele Nahrungsmittelallergene positiv - Kuhmilch, Käse, Ei, Schokolade, Erbsen, Bohnen, Kartoffeln, Mohrrüben, Spinat, Weißkohl, Fisch, Schalentiere, Weizenmehl, Roggenmehl.
Was ist da wohl schief gelaufen?
Nächste Woche ist der Allergie-Bluttest ausgewertet. Hoffentlich mit weniger Positiven.

Seit Darmentzündung verschiedene Probleme

derstreeck ist offline
Beiträge: 4.123
Seit: 08.11.10

Seit Darmentzündung verschiedene Probleme

Artiste ist offline
Themenstarter Beiträge: 8
Seit: 13.04.11
Beim Bluttest auf IgE-Allergien gab es keinen Anhaltspunkt auf Nahrungsmittelallergien. Überall "Rastklasse 0". Irgendwie logisch, da ich auch nie allergische Sofortreaktionen auf Nahrungsmittel hatte. Ich habe dann gleich mal eine Menge Quark gegessen. Am nächsten Morgen war das Blut wieder mehr, obwohl ich momentan Mesalazin nehme. Durchfall hatte ich dann auch vormittags.

Die Schilddrüsenwerte sind nun auch da und sehen normal aus. TSH ist auf 1,5 gesunken, fT3 3,0, fT4 1,2, Anti-TPO 17,9, TSH-Rezeptor-AK 0,16.
Jod scheint auch nicht zu schaden, ich habe eher mehr Energie seit ich es wieder nehme.
Eventuell besteht ein Zusammenhang zu meiner Reduktion "strumigener" Nahrungsmittel in letzter Zeit.

Nach der FI-Diagnose hatte ich meist viel Stärke konsumiert und mich nicht besser gefühlt. Im Gegenteil, seit zwei Wochen esse ich weniger Stärke, mehr Fette und wieder etwas mehr Fruktose vom Gemüse und fühle mich dabei etwas besser. Nach einem isolierten Mittagessen mit Fleisch, Kartoffelsalat und Weißkohl musste ich mich nach 2 Stunden glatt hinlegen, nach weiteren 2 Stunden war ich wieder fitter, nur um etwas Später wieder müde zu sein. Es könnte also mit einfachen Kohlenhydraten als solche, oder in deren Folge hohem Blutzucker und Insulinausschüttung, zusammenhängen.

Ich halte Candida für immer wahrscheinlicher. Manchmal habe ich diffuse Symptome wie Halsschmerzen, punktartige Floater im Tränenfilm, Druck im Kopf bis zu Kopfschmerzen, ein distanziertes Gefühl, wie nicht ganz im Körper zu stecken oder nicht ganz eingeschaltet zu sein. Bin kurz davor, auf Verdacht Nystatin zu nehmen. Was denkt ihr?

Ich habe das Gefühl, dass die Einnahme von Calcium und Vitamin K2 MK-7 (und D3) sich positiv auf Schienbein- und Zahnschmerzen auswirkt. Die Frage ist, warum ich plötzlich so empfindlich auf einen möglichen Mineralienmangel reagiere.
Zusammenhang zwischen Karies und Candida? Vielleicht reime ich es mir nur zusammen, aber ich finde es schon beachtenswert: Dental Caries in Rats Associated with Candida albicans

Geändert von Artiste (04.05.11 um 13:24 Uhr)


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