Massive Blutdruckkrisen, Übelkeit, Ohnmacht

23.01.11 13:41 #1
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Sonnenblume1703 ist offline
Beiträge: 1.952
Seit: 05.05.10
Hallo allerseits,

ich mache mir Sorgen um meine Mutter.

Seit einigen Monaten bemerke ich schon, dass es ihr nicht mehr so gut geht. Auf Nachfragen hin, hat sie jedoch immer gesagt, dass es ihr gut gehen würde. Sie ist so ein Verdränger-Typ. Seit etwa einer Woche merkt sie nun auch, dass etwas nicht stimmt.

Es fing damit an, dass sie starkes Nasenbluten hatte und die Blutung etwa eine halbe Stunde nicht zu stoppen war. Sie ist dann mehrfach ohnmächtig geworden (mein Vater hat sie immer wieder aufgeweckt). Dann haben sie einen Krankenwagen gerufen und meine Mutter ist für eine Woche ins Krankenhaus gekommen.

Auch dort ist sie mehrfach ohnmächtig geworden. Der Blutdruck schwankt stark, meistens ist er hoch - bis zu 170/100, kann aber Stunden später auch wieder sehr niedrig sein (95/60). Sie spürte oft eine Übelkeit und sehr starke Kopfschmerzen, die auch auf Schmerzmittel nicht ansprachen.

Im Krankenhaus wurde meine Mutter auf den Kopf gestellt, aber nichts rausgefunden. Es wurde z.B. ein CT vom Kopf gemacht, Langzeit EKG, Langzeit Blutdruckmessung, Magenspiegelung, Ultraschall des Herzens, Lungen Röntgen. Dann wurde sie wieder entlassen - ohne Befund.

Zwei Tage, nachdem sie wieder zuhause war, ging es wieder los. Schwindel, Schwäche, Kopfschmerzen und starke Blutdruckschwankungen. Aus dem Grund traute sie sich auch nicht, einen Blutdrucksenker einzunehmen.

Sie hat wieder das Gefühl, kurz vor der Ohnmacht zu stehen, ist ziemlich schwach, so dass sie derzeit viel liegt.

Im Blutbild waren nicht viele Auffälligkeiten, bis darauf, dass der Blutzucker am Einlieferungstag bei 150 war, obwohl sie nichts gegessen hatte. Eine weitere Blutuntersuchung bestätigte den Wert aber nicht, auch der Langzeitzucker (HbA1c) ist normal.

Ich stelle mal die Werte rein, die nicht normal waren:

Hämatokrit 0,48 (0,35-0,47)
Gamma GT 45 (kleiner als 40)
LDL 153 (kleiner als 150)
Albumin 51 (34-48)

Das sind ja alles keine gravierenden Werte. Anhand dieses Blutbildes kann man wohl nicht richtig etwas feststellen oder?

Ich hatte Phäochromozytom im Hinterkopf, jedoch weiß ich nicht, ob ein Arzt bereit ist, die Untersuchung zu machen (mit Sammelurin), die lassen sich ja nicht gerne etwas vorschreiben.

Hat jemand von Euch noch eine Idee?

Ich wäre für jeden Hinweis sehr dankbar.

LG Kerstin
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Oregano ist gerade online
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Sonnenblume,

es sind doch sicher noch mehr Blutwerte gemacht worden, z.B. Leukozyten, Schilddrüse und mehr?

Wenn Du den Verdacht auf ein Phäochromozytom hast, würde ich das schon ansprechen. Manchmal sind Ärzte auch aufgeschlossen...

Symptome:
Der Patient klagt vor allem über einen anfallsartigen Bluthochdruck (paroxysmale Hypertonie) oder dauerhafter Blutdruckerhöhung (persistierende Hypertonie, oft bei Kindern). Während der Phasen des erhöhten Blutdruckes treten Kopfschmerzen, Schwindel, Herzrasen und Schwitzen auf. Weitere Zeichen sind blasse Haut, Blutzuckererhöhung (Hyperglykämie), eine Leukozytose und Gewichtsverlust.
...
Differentialdiagnostisch müssen andere Tumoren der Nebenniere (Ganglioneurom) ausgeschlossen werden. Bei 98 % der Patienten mit anfallsweisem Bluthochdruck kann ein Phäochromozytom ausgeschlossen werden. Häufig liegt dann eine schwere paroxysmale arterielle Hypertonie vor, die auch als Pseudophäochromozytom bezeichnet wird. Ursache des Pseudophäochromozytoms sind häufig verdrängte emotional schwer belastende Erlebnisse oder eine Persönlichkeit, der Emotionen nur in geringem Maße bewusst werden[3].

Eine Vielzahl weiterer Krankheitsbilder kann zu anfallsartigem Bluthochdruck führen und muss in die Differenzialdiagnose mit einbezogen werden:
Angststörung, Panikstörung, Hyperthyreose, beta-adrenerge hyperdyname Zirkulationsstörung, Cluster-Kopfschmerz, Migräne, hypertensive Enzephalopathie, koronare Herzkrankheit, Nierenarterienstenose, Schlaganfall, Gehirntumor, Gehirnverletzung, Gehirnblutung, Kompression der Medulla oblongata, Anfallsleiden, Karzinoid, Drogen wie Kokain, Mutterkornalkaloide, Diethylamin, Amphetamine, Tyrosin in Kombination mit Monoaminooxidase-Hemmern, gestörter Barorezeptor-Reflex und Münchhausen-Syndrom. [4
Phäochromozytom

Sind auch die Arterien, die zum Gehirn führen, mit Sonographie untersucht worden?
ist die Sonographie geeignet zur Beurteilung von: A. carotis, A. radialis, A. femoralis, A. poplitea und Aorta abdominalis.
Gefäße

Grüsse,
Oregano

Geändert von Oregano (25.01.11 um 10:15 Uhr)

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Forgeron ist offline
Beiträge: 1.085
Seit: 11.02.07
Hallo Sonnenblume,

ohne damit einen unbedingten Zusammenhang mit dem Krankheitszustand Ihrer Mutter herstellen zu wollen, wäre angesichts des hohen Hämatokrits zu empfehlen, dieses durch tierische Eiweißdiät zu minimieren.

Gruß
Kurt Schmidt

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Sonnenblume1703 ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.952
Seit: 05.05.10
Lieber Kurt Schmid,
danke für die Info. Der Gesamteiweiß ist jedoch im Normbereich. Meinen Sie, es hat trotzdem etwas mit dem Eiweiß zu tun? Denn so viel tierische Eiweiß isst meine Mutter gar nicht

LG Kerstin
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Sonnenblume1703 ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.952
Seit: 05.05.10
Danke liebe (r)? Oregano für Deine Gedanken...

Meine Mutter ist jetzt wieder seit zwei Tagen im Krankenhaus und wird weiter auf den Kopf gestellt. Gott sei Dank, haben sie mit dem Sammelurin begonnen und gleichzeitig wollen sie auf Nahrungsmittel Intoleranzen untersuchen. Das finde ich natürlich hervorragend, jedoch finde ich es eine Sauerei, dass bei mir als Kassenpatient, der tatsächlich unter verschiedenen Allergien leidet, keine solche Untersuchung gemacht wurde (als ich im KH war), nur die Psyche an allem Schuld sein sollte. Da haben wir ihn mal wieder den kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Kassen,-und Privatpatienten...

Aber im Fall meiner Mutter bin ich natürlich froh, dass sie so viel machen.
Ich hatte nur die Blutwerte reingestellt, die auffällig waren. Alle anderen sind im Rahmen, auch die SD (TSH, fT3 und fT4, Leukozyten auch)

Ob sie eine Gefäßsono gemacht haben, weiß ich noch nicht, muß ich mal fragen. Aber MRT, CT usw. haben sie gemacht...

LG Kerstin
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Oregano ist gerade online
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Hallo Sonnenblume,

da kann man nur die Daumen drücken für Deine Mutter ,

Wenn sie schon durchuntersucht wird, wäre es gut, wenn alle wichtigen Schilddrüsenwerte gemacht würden.

Nicht nur TSH, T3 und T4, die wohl schon da sind. Sondern insgesamt:
TSH, fT3, fT4, TPO-Ak, TG-Ak, TRAK, Ultraschall.
Die Antikörper sind wichtig wegen der Abklärung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.

Grüsse,
Oregano

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Sonnenblume1703 ist offline
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Seit: 05.05.10
Hallo Oregano,

ne, nen Hashimoto hat sie nicht, das hatten wir schon mal abklären lassen.

Danke für die guten Wünsche

LG Kerstin
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Oregano ist gerade online
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Seit: 10.01.04
Hallo Sonnenblume,

ne, nen Hashimoto hat sie nicht, das hatten wir schon mal abklären lassen.
Das würde ich erst glauben, wenn ich alle Werte gesehen hätte, vor allem auch die Antikörper, die oft gar nicht erst gemacht werden, wenn der TSH im Normbereich ist .
Außerdem gibt es ja auch noch den Morbus Basedow.

Grüsse,
Oregano

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Forgeron ist offline
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Seit: 11.02.07
Hallo Sonnenblume,

ein erhöhter Hämatokrit ist besonders bei Übergewicht mit Risiken behaftet, die sich sowohl in rheumatischen wie in Herz-Kreislauf-Beschwerden bis hin zum Herzinfarkt und Schlaganfall darstellen kann.

Die tägliche Eiweißmenge sollte 0,5 g pro kg Körpergewicht betragen und kann bei bestimmten Aktivitäten bis 0,8 g ausgedehnt werden.

Gruß
Kurt Schmidt

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Sonnenblume,

ist inzwischen der Hämatokrit-Wert wiederholt worden? Der schwankt sicher genauso wie andere Blutwerte.

Hier stehen Informationen zu erhöhten Hämatokrit-Werten. Der Normwert für Frauen wird hier als 36-48 Prozent angegeben. DAmit läge Deine Mutter gerade noch im oberen Normbereich.
Hämatokrit: Ratgeber, Infos, Tipps

Hier ist der Normbereich sogar noch höher angegeben:
Der Normalwert beträgt für Männer 42-50 Prozent und für Frauen 37-45 Prozent.
MedizInfo®: Hämatokrit

Grüsse,
Oregano


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