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29.07.09 18:10 #1
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peterson ist offline
Beiträge: 3
Seit: 29.07.09
hallo erstmal

habe seit längerer zeit eine anzahl von beschwerden mit denen ich nichts anzufangen weiß. ich versuche sie so kurz wie möglich zusammenzufassen

-seit jahren ohrenrauschen (einen pfeifenden tinitus habe ich auch, doch von dem kenne ich die ursache, das immer lauter werdende rauschen stört mich mehr)

-häufige gedächtnisstörungen, fällt mir erst seit kurzer zeit auf wird jedoch schnell schlimmer grade mein kurzzeitgedächtnis leidet in letzter zeit zunehmend

-bewusstseinsstörungen die ich schlecht genauer definieren oder beschreiben kann, manchmal bis zu 3 stunden lang als ob jemand andres wäre, ich sehe als wie durch milchglas und nehme meine umwelt komplett anerds als sonst wahr

-dazu kommen depressionen, angstattacken, sozialer rückzug, kopfschmerzen, gewichtsverlust und manchmal starke gereiztheit.

ich hoffe jemand kann das alles in einen zusammenhang bringen oder mir einen anderen rat geben als zum arzt zu gehen denn da war ich natürlich schon . bin auch in psychatrischer behandlung, breingt jedoch nichts. da mein zustand schlechter wird ist meine frage ob es eine physische erkrankung gibt die dies erklärt oder ob es wirklich psychisch ist.

mfg peter

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Das klingt recht stark nach Quecksilberbelastung. Das könnte jedes einzelne Symptom erklären.

Wie kann man herausfinden so dies der Fall sein könnte?

Mögliche Expositionsquellen (unvollständige Liste)
- Hat / Hatte man Amalgam
- http://www.symptome.ch/vbboard/gifte...en-alltag.html

Labortests:
http://www.symptome.ch/vbboard/amalg...st-cutler.html
http://www.symptome.ch/vbboard/amalg...tml#post282552
(Mobilisationstests haben meinen Recherchen nach keine Aussagekraft über eine bestehende Vergiftung, nur über bestehen Exposition, die in der Regel aber keine Schlüsse über die Möglichkeit einer Vergiftung erlaubt. Haartests ohne Auswertung nach Cutler liefern meist falsche negative Resultate)

Geändert von Stengel (29.07.09 um 21:57 Uhr)

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peterson ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 29.07.09
vielen dank erstmal für die schnelle hilfe.

hab davon noch nie etwas gehört, klingt jedoch einleuchtend.
wäre es ratsam mit diesem konkreten verdacht zum arzt zu gehen?
wie kann man dagegen vorgehen? die quellen aus dem umfeld entfernen ist selbstverständlich, verschwinden die symptome damit von selbst?

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Tobi09 ist offline
Beiträge: 2.401
Seit: 23.01.07
Hast du Amalgam im Mund? (silberne bis dunkle Füllungen)
__________________
Gruß Tobi

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
wäre es ratsam mit diesem konkreten verdacht zum arzt zu gehen?
Die meisten Ärzte glauben nicht daran. Offiziell gilt Amalgam als unbedenklich. obwohl das Thema sehr umstritten ist und es ausreichend Hinweise gibt dass es zumindest für manche Menschen schädlich ist. Es wird allerdings so getan als ob es diese nicht gäbe, und so hört man oft Dinge wie "Es wurde nie bewiesen dass Amalgam schädlich ist, etc". Wenn man sich umschaut, findet man aber schnell vertrauenswürdige und seriöse Artikel, Studien, Quellen die ein anderes Bild zeichnen.

Im Gegensatz zu Ärzten, glauben immer mehr Zahnärzte daran.

Am besten du bildest dir selbst eine Meinung.

wie kann man dagegen vorgehen? die quellen aus dem umfeld entfernen ist selbstverständlich, verschwinden die symptome damit von selbst?
Also wenn es so ist, dann wäre Expositionsstop oberste Priorität.

Die Besserungsquote ist recht hoch, solange das Amalgam unter strikten Schutzmassnahmen entfernt wird. Das unvorsichtige Herausbohren kann nämlich sehr gefährlich sein für Menschen die schon an der Grenze zum Zusammenbruch sind.

Es gibt auch Maßnahmen um den Körper zu entgiften. Allerdings ist das auch wieder ein sehr umstrittenes Thema. Ich bin der Meinung dass es besser ist, keine Ausleitung zu machen (denn auch dabei gibt es Risiken), es sei denn es steht fest dass es nötig ist... meistens geht es den Menschen alleine durch Amalgamentfernung mit der Zeit langsam besser (da der Körper leider das Zeug nur langsam loswerden kann).
Die Besserungsquote nach 12 Monaten in diversen Studien liegt bei circa 70-85%.

Auf http://orthomolecular.org/library/jom/index.shtml gibt es ein Archiv indem man recht viele Studien kostenfrei durchschauen kann (Stichwort Amalgam).... z.b. diese hier http://www.orthomolecular.org/librar...n04-p195.shtml

Geändert von Stengel (29.07.09 um 21:58 Uhr)

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Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hier eine relative kurze Fassung der Symptome bei einer chronischen Quecksilberbelastung:

Anzeichen einer chronischen Quecksilbervergiftung

Zunächst können Allgemeinsymptome wie Mattigkeit, sowie Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Typische Vergiftungserscheinungen sind vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation) mit Drüsenschwellungen. Beispielsweise wischen sich die Betroffenen ständig Speichel aus den Mundecken; Kopfkissen sind ständig nass. Charakteristisch sind zudem Entzündungen der Mundschleimhaut (Stomatitis) mit Geschwürbildung und Entzündungen des Zahnfleisches (Gingivitis). Es können ein schwarzer Quecksilbersaum am Zahnfleischrand und ein Lackrachen auftreten, Zahnausfall ist nicht selten.

Weitere Symptome sind Durchfälle und Eiweiß im Harn (Albuminurie). Hauptsächlich wirkt das Quecksilber jedoch auf das zentrale Nervensystem. Es bilden sich in motorischen Zentren entzündliche Veränderungen mit entsprechenden Reizäußerungen. Charakteristisch sind der Erethismus (= krankhaft gesteigerte Erregbarkeit) mercurialis mit Reizbarkeit, Schlaflosigkeit, Angstgefühlen, Sprachstörungen, sowie Konzentrations- und Erinnerungsschwäche. Motorische Störungen machen sich durch einen Tremor mercurialis bemerkbar. Es handelt sich um ein Zittern, kurz bevor eine Bewegung zu Ende geführt wird (Intentiostremor). Das Zittern kann den Kopf, die Zunge oder die Hände betreffen. Der Ablauf der Vergiftung kann durch wiederholte Schriftproben quantitativ erfasst werden (mehr oder weniger ausgeprägte Zitterschrift).
Quecksilbervergiftung - Ursache Therapie Diagnose

Diese Liste gilt nicht nur für eine Belastung mit Quecksilber sondern für Giftbelastungen überhaupt; z.B. auch für Holzschutzmittel (Lindan) und andere Wohngifte.
Wohngifte - Symptome, Ursachen von Krankheiten - Forum, Hilfe, Tipps zu Gesundheit

Gruss,
Uta

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Stengel ist offline
Beiträge: 1.482
Seit: 07.04.09
Eine etwas vollständigere, und meiner Meinung nach sehr gute, Beschreibung der (zum Teil recht individuellen) Auswirkungen aus der Sicht des Betroffenen findet sich hier: Amalgam illness: diagnosis and treatment - Google Books
Seite 25, "What mercury poisoning foes to you". Leider in Englisch.

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Postbote ist offline
Beiträge: 1.158
Seit: 29.07.09
Hallo Peter,

was Du beschreibst legt den Verdacht von toxischer Überbelastung nahe. Es gibt vielerlei Gifte, die wir nicht als solche wahrnehmen. Quecksilber ist dabei eine der besonders tückischen Substanzen.

-seit jahren ohrenrauschen (einen pfeifenden tinitus habe ich auch, doch von dem kenne ich die ursache, das immer lauter werdende rauschen stört mich mehr)
Ein Tinnitus tritt selten als Phantom auf. Hier sind Durchblutungsstörungen zu hinterfragen, damit etwaiger Hörverlust nicht weiter vorangetrieben wird.

-häufige gedächtnisstörungen, fällt mir erst seit kurzer zeit auf wird jedoch schnell schlimmer grade mein kurzzeitgedächtnis leidet in letzter zeit zunehmend
Dies ist vermutlich nur das Ende einer vorangegangenen Kettenreaktion. Auch hier kommen Durchblutungsstörungen in Frage. Dies meint nicht exklusiv zu wenig Blut, sondern auch zu wenig Sauerstoffanteil in der Zufuhr.

-bewusstseinsstörungen die ich schlecht genauer definieren oder beschreiben kann, manchmal bis zu 3 stunden lang als ob jemand andres wäre, ich sehe als wie durch milchglas und nehme meine umwelt komplett anerds als sonst wahr
Die Distanz zwischen regulärer und besonderes empfundener Realitätswahrnehmung muß nichts schlechtes bedeuten, kann umso aufschlußreicher sein. Verändern auch feste Objekte ihr Erscheinungsbild?
Der Milchglaseffekt ist nur ein Phänomen. Wie sieht es aus, wenn Du den Kopf langsam bis zum Anschlag nach links und rechts drehst, diese Position für etwa 10 Sekunden hälst ? Gibt es dort eine Art Funkenkonzert in den Augen ?

-dazu kommen depressionen, angstattacken, sozialer rückzug, kopfschmerzen, gewichtsverlust und manchmal starke gereiztheit.
Die logischen Folgen von persönlich nicht nachvollziehbarer Ursächlichkeit. Diese sollten sich geben, wenn die Ursache(n) gefunden und behoben ist.


Alles in allem gilt es dazu auch, Deinen Alltag unter die Lupe zu nehmen.

Wieviele Stunden ?:
* Schlaf (früher, heute)
* normale Aktivität (Hausarbeit & Co.)
* TV/Consolenspiele
* Computerarbeit
* Bewegung an frischer Luft

Welcher Natur ist Dein Tagewerk ?
(körperlich, sitzend/geistig)

Welche Leuchtmittel verwendest Du daheim, auf der Arbeit ?
(Glühlampe klassisch, Halogen, Xenon, Bio-Birne, LED)

Wieviel Kaffee / Tee (schwarz/grün) trinkst Du täglich ?
Wieviel Standardwasser trinkst Du täglich ?
Wieviel Zigaretten sind im Spiel ?

Dann hattest Du geschrieben, daß Du Hilfe beim Psychater gesucht hast. Diese Spezies ist für die Verabreichung von Psychopharmaka bekannt. Hast Du welche bekommen, wenn ja, welche, in welcher Kombination und über welche Zeiträume ?

In jedem Falle bist Du gut beraten, im ersten Schritt eine für Dich neutrale Ruheposition im Kopf einzunehmen. So, daß Du Dich innerlich wohl fühlst. Streß gilt es zu vermeiden, insbesondere seelischen Streß.

Von diesem Punkt aus macht es dann Sinn, Antworten auf die Fragen zu finden. Es ist möglich, daß eine einzige Substanz Dein Leben ungenießbar macht. Es ist ebenso möglich, daß es mehrere Faktoren sind, die dieses Gesamtbild produzieren.

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peterson ist offline
Themenstarter Beiträge: 3
Seit: 29.07.09
Nochmals vielen Dank für die schnellen Antworten.

Zuerst einmal an Postbote:

Da ich Straight Edge, also Drogenfrei, bzw. Giftfei lebe habe ich meinem Psychater seine ziemlich schnell angebotenen Psychopharmaka sofort aus dem Kopf geschlagen. Diese bekämpfen meiner Meinung nach nur Symptome, mir jedoch geht es darum die Ursache für das Ganze zu finden.

Ich habe jetzt einen Termin beim Neurologen um andere Möglichkeiten wie Tumore, nervlich bedingte Störungen, Blutgerinsel, oder sonstiges zu diagnostizieren oder warscheinlich auszuschließen.

Jetzt an Uta:

Danke für die gute Zusammenfassung, es klingt zu 90% nach meinen Symptomen.
Zittrige Schrift ist mir speziell noch nicht aufgefallen, andererseits sind Ferien, in denen Schüler bekanntlich nicht so viel schreiben.

Und zum Schluss an Stengel:

Keine Füllung ist mir bekannt. Auch sonstige Quecksilberquellen konnte ich bis jetzt noch nicht ausmachen, sie symptomatik jedoch ist nahezu identisch.

Vielleicht habe ich in frühen Jahren eine Füllung verpasst bekommen und erinnere mich nicht mehr daran, dies dürften meine Eltern/meine Zahnärztin klären können.

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irnee ist offline
Beiträge: 484
Seit: 20.06.07
Hallo Peter,

Zitat von peterson Beitrag anzeigen
-seit jahren ohrenrauschen (einen pfeifenden tinitus habe ich auch, doch von dem kenne ich die ursache, das immer lauter werdende rauschen stört mich mehr)

-häufige gedächtnisstörungen, fällt mir erst seit kurzer zeit auf wird jedoch schnell schlimmer grade mein kurzzeitgedächtnis leidet in letzter zeit zunehmend

-bewusstseinsstörungen die ich schlecht genauer definieren oder beschreiben kann, manchmal bis zu 3 stunden lang als ob jemand andres wäre, ich sehe als wie durch milchglas und nehme meine umwelt komplett anerds als sonst wahr

-dazu kommen depressionen, angstattacken, sozialer rückzug, kopfschmerzen, gewichtsverlust und manchmal starke gereiztheit.
Das könnten Symptome der Schilddrüsen-Unterfunktion sein, klingt alles sehr typisch. Stöber doch mal in meinen Beiträgen der letzten Tage, wenn Dich das Thema Schilddrüsendiagnostik auch interessiert.

Zum Reinschnuppern schon mal zwei Links:
Erstinformationen zu Hashimoto Thyreoiditis
Welche Kennzeichen gibt es?

Zu den Ohrgeräuschen fällt mir zusätzlich Magnesiummangel ein, aber ich denke nicht, dass der Dein alleiniges Poblem ist. Schaden kanns aber nicht, das mal auszuprobieren.

Viel Glück
Irene

Geändert von irnee (04.08.09 um 13:40 Uhr)


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