Und ewig...

12.06.09 14:52 #1
Neues Thema erstellen

SpiDe ist offline
Beiträge: 15
Seit: 17.04.07
Hallo,


eig. geht es hier nicht wirklich um Demenz, aber ich denke mal, dass es thematisch hier am besten reinpasst. Falls nicht, tut es mir Leid. Aber ein neurologisches Unterforum habe ich nicht gefunden - ebenfalls habe ich Wert darauf gelegt, in ein "Expertenforum" zu schreiben, da die Symptomatik für einen Laien denke ich schwer zu Begreifen ist.



Nun, alles begann bei mir im Januar 2006, als ich Schwindelsymptome, Übelkeit, Gliederschmerzen (vor allem in den Beinen) und allg. Unwohlsein bekam. Zum dortigen Zeitpunkt war ich 16 Jahre alt. Ich hatte (verständlicherweise) ziemliche Angst, an irgendwas schlimmeren erkrankt zusein, war leicht hypochondrisch/Depressiv.


Es wurde viel abeklärt, aber bis auf einen Morbus Meulengracht, der ja eig. kaum eine Krankheit darstellt, wurde bei mir nichts gefunden. Es wurde Liquor abgenommen zwecks MS, vom Kopf ein MRT angefertigt und diverse Blutuntersuchungen veranlasst. Alles war okay.
Für mich jedoch nicht, ich machte mir immer mehr Sorgen. Igendwoher mussten diese Schmerzen ja kommen.
Darauf hin wurde das ganze ein wenig auf die psychische Ebene abgeschoben. Ich bekam 20mg Citalopram, hatte aber keine Hoffnung, dass dies mir helfen könnte. Gegen Ostern 2006 ging es mir jedoch, ~4 Wochen nach der Ersteinnahme von Citalopram, immer besser. Ich war nach langer Zeit Beschwerde frei. Ich fühlte mich sogar besser als vor Krankheitsbeginn, hatte Power ohne Ende, musste immer was unternehmen etc etc.
Im Dezember 2007 jedoch fing eine starke Müdigkeit an, die sich immer weiter ausbaute. Dazu gesellten sich Konzentrationsprobleme. Ich schob' das ganze auf das Citalopram, was ich langsam (mit Absprache des Arztes) ausschlich. Doch die Müdigkeit wurde immer schlimmer, hinzu kamen wieder Schwindel und die altbekannten Gliederschmerzen, die immer schlimmer wurden.
Ostern 2007 ca. stellte mein Hausarzt die Diagnose Yersinien, die IgM/IgA Werte waren 2x über dem Grenzwert. Das ganze wurde mit Antibioika über 6 Wochen behandelt und dann für erledigt erklärt, obwohl die Werte nicht besser wurden.
Über ein Jahr lang zog sich das ganze hin, daher ein sehr langsamer Progress der Krankheit, denke ich. Anfang 2008 konnte ich Konzentrationsmäßig/Müdigkeitsmäßig nicht mehr am Schulunterricht teilnehmen. Egal wieviel ich schlafe, ich bin immmer hundsmüde. Körperlich ist / war meine Ausdauer eig. immer ziemlich im grünen Bereich.
Ebenfalls fühlt sich mein linkes Auge beim schließen sehr schwer an. Sehfähigkeit und organisch ist da aber alles i.O. bis auf einen zu großen Sehnerv, meinte der Augenarzt. Das MRT hat dort auch nichts auffälliges gezeigt.
Ebenfalls bin ich total nervös, zittere immer mit dem Fuß (Unterbewusst...), kann kaum still halten. Immer unter Strom...
Ich muss sagen, dass ich nach der Citaloprambehandlung überhaupt nicht mehr hypchondrisch bin, ich habe ehrlich gesagt viel zu wenig angst vor allen möglichen gefahren, lasse alles auf mich zukommen, bin gleichgültig.
Daraufhin wurde ich in eine neurologische Klinik überwiesen. Nochmal MRT, nochmal Liquor, zusätzlich EEG, SSEP, VEP, EKG, Intelligenztests, Gedächtnistests, - das ganze Programm.


Ergebnis: Nix. Man glaubte mir nicht, aber die Gliederschmerzen wurden immer schlimmer, waren jetzt auch im Handgelenk da. Vor allem unter Belastung!


Mein Hausarzt (ein sehr guter, meiner Meinung nach, und ich habe schon viele Ärzte kennengelernt...,leider) versuchte nun, die Yersinien als "Trigger" für meine Beschwerden zu nehmen, denn rheumatische Folgeerkrankungen sind ja dort bekannt.
Es wurde ein HLA DRB 0101 Genotyp festgestellt (Laut Arzt 85% spezifisch für eine rheumaerkrankung) Daraufhin wurden 2 weitere Antibiotikatherapien unternommen, aber selbst nach einem Jahr waren die Laborbefunde weiter positiv und die Werte sind sogar leicht angestiegen. Daraufhin nehme ich nun seit 2 Wochen Cortison in Verbindung mit Imurel, aber das hilft mir irgendwie auch nicht. Weder werden die Gliederschmeren besser, noch meine allgemein Symptomatik, die viel schlimmer ist, als die Schmerzen. Zugleich gesellte sich vor kurzem noch ein kleiner Tinnitus auf dem linken Ohr und nerviges Muskelzucken (2-3x in der Minute, unregelmäßig, überall am Körper, nur in Ruhephasen! Wenn ich irgendwas mache, zuckt nix, kann 4std autobahn fahren und nix passiert)


Es fühlt sich an, als wäre mein Gehirn komplett überladen, komplett überfordert. Aber meine Aufnahmefähigkeit / Gedächtnis etc. scheint nicht beeinflusst zu sein. Dies belegen auch die Tests, die gemacht wurden. Zitat:"Sie haben die Merk - und Intelligenzfähigkeit eines Gymnasiasten"
Ich weiß langsam nicht mehr weiter - kann kaum einen klaren Gedanken fassen, bin weder fähig trauer noch freude zu spüren, dh. schon ein wenig Depressiv, aber das sehe ich eher als Folge meiner Symptome.


Laut den Ärzten bin ich neurologisch komplett Gesund, so fühle ich mich aber nicht.

Geändert von SpiDe (12.06.09 um 15:05 Uhr)

Und ewig...
Männlich Sternenstaub
Lieber SpiDe,
bist Du denn schon auf Borreliose untersucht worden?
Von den Symptomen spricht einiges dafür, dass dies so sein könnte!

Kannst Du dich an einen Zeckenbiss erinnern?

Ganz herzliche und liebe Grüße Sternenstaub

Und ewig...

SpiDe ist offline
Themenstarter Beiträge: 15
Seit: 17.04.07
Borreliose wurde 2x untersucht. Da ist nichts. Sogar im Liquor (Nervenwasser) wurde ein Test gemacht, defintiv auch keine entzündung vom Gehirn. eine Polyneuropathie kann aufgrund der nervenleitgeschwindigkeit auch ausgeschlossen werden.

Allerdings sagt mein Hausarzt mir immerwieder, dass die Yersinien sehr ähnliche Symptome wie die borreliose hervorrufen.
Ein Hormonarzt, bei dem ich einen ATSH -Test (Oder so ähnlich? irgendwas mit stresshormonabbau... und nebennierenrinde, weiß nicht mehr so genau, warte noch auf das ergebnis...) gemacht habe, sprach vom CFS - einer Krankheit, die sich für mich eher imaginär anhört, denn es gibt dafür keine laborparameter.
allerdings hat mir das citalopram schonmal aus so einem tief geholt, auch dort hatte ich ganz änliche symptome!

ich glaube defintiv, dass auch meine psyche mir einen streich spielt. vllt eine kombination aus Depression und Yersinose (Yersinien)? Oder doch etwas ganz anderes...

was ich noch dazu sagen kann: Ab und an fühle ich auch den Puls im ganzen körper, kann kaum einen klaren gedanken fassen. Fühle mich kopflos. Gleichzeitig kann ich aber immernoch schwere, abstrakte dinge tun / mir merken etc.

die Gelenkschmerzen sind besonders an der achillessehne und am handgelenk!
danke für die antwort, sternenstaub!

im übrigen kann man, wenn man bei mir aufs profil geht, meinen beitrag von vor 2 jahren lesen. wie gesagt, kurz nachdem ich den beitrag verfasst habe, ging es mir rapide besser! Und das für ca. ein 3/4 jahr!

Fragen über Fragen. Und die schlimmste davon: Psyche oder nicht?!

Beteiligt ist sie, aber welche Psyche wäre bei solchen Symptomen völlig im Gleichgewicht. Die Frage ist viel mehr, ob sie der Auslöser ist oder nur die Folge.

Geändert von SpiDe (12.06.09 um 15:38 Uhr)

Und ewig...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo SpiDe,

ich habe gerade beim Durchlesen Deines ersten Threads (http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...-symptome.html) gesehen, daß Du damals Isotretinoin genommen hast.

Dieses Mittel hat ja einige Neben- und Nachwirkungen (es gibt auch einen oder zwei Threads dazu hier im Forum > "Suchen")

Bad Drug News -- Isotretinoin (Roaccutan®): Neue Warnhinweise
14. November 2002

(upm) In den USA ist die Packungsbeilage von Isotretinoin mit neuen Warnhinweisen versehen worden. Unter den psychiatrischen Nebenwirkungen steht neu, dass Isotretinoin zu aggressivem bzw. gewalttätigem Verhalten führen kann. Zudem sind die Abschnitte ergänzt worden, die einen möglichen Einfluss von Isotretinoin auf den Knochenstoffwechsel beschreiben: So wird zu Vorsicht geraten bei Personen, die in der Vorgeschichte eine Osteoporose oder Osteomalazie aufweisen bzw. die eine Prädisposition für eine Osteoporose haben. Wenn Isotretinoin zusammen mit Steroiden oder mit Phenytoin kombiniert wird, ist ebenfalls von einem erhöhten Risiko ossärer Nebenwirkungen auszugehen. Neue Daten unterstreichen auch die Probleme beim wachsenden Skelett: von den Jugendlichen, die mit Isotretinoin behandelt wurden, klagten 29% über Rücken- und 22% über Gelenkschmerzen.
infomed online -- Isotretinoin (Roaccutan®): Neue Warnhinweise

Isotretinoin: Was Sie wissen müssen

Ob dieses Mittel evtl. eine Rolle bei Deinen jetzigen Beschwerden spielt?

Gruss,
Uta

Und ewig...

SpiDe ist offline
Themenstarter Beiträge: 15
Seit: 17.04.07
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
Hallo SpiDe,

ich habe gerade beim Durchlesen Deines ersten Threads (http://www.symptome.ch/vbboard/koenn...-symptome.html) gesehen, daß Du damals Isotretinoin genommen hast.

Dieses Mittel hat ja einige Neben- und Nachwirkungen (es gibt auch einen oder zwei Threads dazu hier im Forum > "Suchen")

infomed online -- Isotretinoin (Roaccutan®): Neue Warnhinweise

Isotretinoin: Was Sie wissen müssen

Ob dieses Mittel evtl. eine Rolle bei Deinen jetzigen Beschwerden spielt?

Gruss,
Uta
Hallo Uta,

möglich. Aber dies ist nun immerhin schon 2 1/2 Jahre her. Ob das immernoch einen Einfluss hat? Bzw. momentan wirds ja eher wieder schlimmer, als besser?!

Die Knochenschmerzen hatte ich damals auch kurzzeitig. Sind jedoch nach dem Absetzen besser geworden, und erst jetzt wieder gekommen.

Alles nicht so einfach!

Trotzdem danke!

Geändert von SpiDe (12.06.09 um 16:26 Uhr)

Und ewig...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
War schon nach Amalgam-/Palladium-/Goldfüllungen, Wohngiften und ähnlichem gefragt worden?

Gruss,
Uta

Und ewig...

SpiDe ist offline
Themenstarter Beiträge: 15
Seit: 17.04.07
Zitat von Uta Beitrag anzeigen
War schon nach Amalgam-/Palladium-/Goldfüllungen, Wohngiften und ähnlichem gefragt worden?

Gruss,
Uta
Hallo Uta,

ich bin 18, meine Zähne sind Jungfräulich, haben noch nie einen Bohrer gesehen. Wohngifte gibs auch nicht, mein Zimmer / das Haus wurde vor einem Jahr renoviert, neuste Dämmmaterialien. Davor bestanden die Beschwerden aber ebenfalls. Kann man also alles ausschließen.
Blei wiegesagt auch, wurde schon gemessen.

Und ewig...

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Schmerzen an der Achillessehne können durch längere Einnahme von Cortison ausgelöst werden. Das fiel mir gerade ein...

Hier noch einmal die Nebenwirkungen von Isotretinoin, dieses Mal aus den USA. Manchmal führen die ja mehr auf als die deutschen Hersteller. Auf jeden Fall finde ich weiter, daß Deine Beschwerden damit erklärt werden könnten. Die Frage ist nur: was tun?
Da die Schulmedizin anscheinend keine Therapiemöglichkeiten sieht, wäre evtl. die klassische Homöopathie eine Möglichkeit.

Amnesteen - The Internet Drug Database

Gruss,
Uta

Und ewig...

SpiDe ist offline
Themenstarter Beiträge: 15
Seit: 17.04.07
Nun, ich nehme ja Kortison WEGEN den Schmerzen. Daher waren sie shcon vorher vorhanden. Aber danke für den Link, werde ich mir durchlesen!

mfg

Und ewig...

pita ist offline
Beiträge: 2.883
Seit: 08.04.07
Hallo SpiDe

Wurde Morbus Wilson ausgeschlossen?
Im Wiki kannst du darüber nachlesen.
Unsere Userin "margie" kennt sich sehr gut damit aus. Vielleicht magst du mal nach ihren Beiträgen suchen.

Deine Leberwerte waren also nie auffällig? Auch nicht die deiner Eltern und diese haben auch keine neurologischen Probleme?
Sind solche Auffälligkeiten vorhanden, würde das die Theorie einer genetischen Disposition verstärken. Sind keine vorhanden, schliesst es sie aber nicht definitiv aus.

Liebe Grüsse
pita


Optionen Suchen


Themenübersicht