Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

19.03.09 19:05 #1
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Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

fak2411 ist offline
Beiträge: 791
Seit: 18.02.08

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?
xox
Zitat von Hase12 Beitrag anzeigen
Hallo Petri,

danke für die Antwort.

Meine Verläufe nach dem Essen sind so, dass ich entweder gar nicht im BZ ansteige, oder nach minuten-kurzem, moderaten Anstieg (keine diabetischen Werte), sehr schnell wieder weit absinke.

Weit absinken heißt, ich erreiche 45min bis 2 Std. nach jedem Essen Unter-Nüchternwerte zwischen 45mg/dl und 60mg/dl.

Bereits ab einem Wert von ca 75mg/dl geht es mir nicht mehr gut. Mein Körper zeigt starken Hunger an und ich fühle mich fröstelig. Ich kann mich weniger konzentrieren und fühle mich schwach.
Zu schwitzen beginne ich bei ca 65mg/dl und Zittern und Herzklopfengehen bei mir um die 60mg/dl los.
Mein niedrigester klinisch gemessener Wert im OGTT war 38mg/dl.

Leider zeigt mein Körper das beginnende Defizit schon bei Werten um die 80mg/dl an, so dass ich permanent Hunger habe, auch wenn ich von einem klinischen UZ noch weit entfernt bin. Vielleicht weiß mein Körper einfach, was auf ihn zukommt - oder die Erholungsphasen sind einfach zu kurz. Es ist ja nach jedem Essen das gleiche :(

Meine Ernährung ist hypoglykämiefreundlich, habe da auch einige Diäten auf den Leib geschneidert bekommen - leider ohne den erhofften Effekt.
Ich esse seit ca 9 jahren keine Weißmehlprodukte mehr. Ich esse auch heute nur ca 1 x im Monat etwas Süßes, da ich bereits auf den Geschmack mit Hunger zu reagieren scheine. Obst kann ich auch kaum essen, da ich davon maximal einen Effekt von 15-20min habe.
Am besten reagiere auf Sachen wie Kartoffelbrei oder Nudeln, da habe ich manchmal fast 2 Stunden weniger Hunger. Aber auch das klappt nicht zu jeder Tageszeit gleich gut.

Es sieht so aus, als seien meine Verläufe beschleunigt, zu kurze Phasen in den Regionen, die mir Energie geben würden. :( Begonnen hat alles ganz plötzlich, ich bin nach einer Mahlzeit (Brot und Apfel, normale Zwischenmahlzeit an der Uni) unterzuckert, und ab da nach fast jeder Mahlzeit. Seitdem habe ich auch immer schlimmen Hunger :(

Vielen Dank für die Mühe,

Hase12
Das kenne ich bestens. Seit jetzt 10 Jahren.

Momentan esse ich fast nur noch Nudeln, Brot und Fleisch (vorzugsweise vom Schwein). Ca. alle 2-3 h.

Zu allem Übel muss spätestens die zweite Mahlzeit warm sein, sonst gehe ich ein.

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Hase12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 105
Seit: 09.03.09
Hallo xox,

wie gehts Dir damit körperlich? Hast Du auch diesen extremen Hunger? Ich hab mit den Jahren immer mehr abgebaut. Wenn ich rumlaufe oder was mache, beschleunigt sich das noch mehr, weswegen ich kaum noch was machen kann. Inzwischen bin ich in einer Chron. Erschöpfung gelandet, die sich mit den Jahren immer mehr verstärkt hat.

Hast Du Hilfe? Ärztliche Begleitung? Was wurde bei Dir bisher untersucht? Hat irgendjemand bei Dir eine Ahnung woher es kommt?

Viele Grüße, Hase12

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Hallo Hase,

ist bei Dir schon einmal auch die Insulinmenge untersucht worden, die die Bauchspeicheldrüse bereit stellt?

Das wird über das C-Peptid gemacht:
Insulin und C-Peptid | NetDoktor.de

Damit wäre wenigstens klar, ob und wieviel Insulin bereit steht, um den Blutzucker zu senken.

Hast Du Dich schon mal in den Rubriken "oxidativer/Nitrosativer Stress" umgeschaut?
Zusammenfassung

Bei chronischem nitrosativen Stress werden die Zellsysteme zu starker Proliferation angeregt; es entstehen

Arteriosklerose
Psorasis
Neurodermitis
Sklerodermie
Hypertrophe Kardiomyopathie
Endometriose
Mastozytose
Hypereosinophiles Syndrom
Chondrozytom
und vieles mehr
Symptom- und Krankheits-Katalog (Auszug),
abgleitet von den bekannten Wirkungsmechanismen
nitrosativen-/oxidativen Stresses

Schlafstörungen
Mangelnde Entspannung
hoher Erschöpfungsgrad
Erholungszeiten wenig effektiv
Große Unruhe-Phasen und "Panic Disorder"
Fettansatz
Chronische Unterzuckerung (Hypoglykämie)
Erhöhte Cholesterin- und Triglyzeridwerte
Lactatazidose
Fibromyalgie FMS (nitrose Serotonin-Autoantikörper-Bildung)
Autoimmunerkrankungen
Arteriosklerose
M. Parkinson...........
www.umweltbedingt-erkrankte.de/krankheitsbilder/4-krankheitsbilder/12-nitrosativerstress?tmpl=component&print=1&page=

Oxidativer/Nitrosativer Stress
Neurostress
Gruss,
Uta

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Hase12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 105
Seit: 09.03.09
Hallo Uta,

Das Insulin wurde in 3 OGTT zu hoch. Im Hungerversuch wird es gut unterdrückt.

Der Anstieg wird nicht ausgelöst durch zu hohe oder zu lang hohe Werte, er erfolgt - obwohl der BZ bereits wieder unten ist - übertrieben auf normale Werte.
Die Anstiege sind unabhängig von einer Insulinresistenz, sie erfolgen ohne dass eine solche vorliegt.

Mein behandelnder Arzt fand es "interessant", fragte auch nochmals bei einem anderen Arzt nach, aber konnte nichts damit anfangen.

C-Peptid und auch alles mgl andere wurde während der Hungerversuche bestimmt. Ich lebe anscheinend als würde ich mir beim Essen unnötig Insulin spritzen.

Die Frage ist: Warum? Was löst es aus? Wie kann man es beheben?

Hase12

Geändert von Hase12 (22.03.09 um 12:09 Uhr)

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Oregano ist offline
Beiträge: 61.734
Seit: 10.01.04
Ob möglicherweise über das Glucagon etwas bewirkt werden könnte? Bzw. ob evtl. in der Leber die Synthese von Glucagon nicht funktioniert? Wie sieht es mit Deiner Leber aus?

Glucagon steigert den Blutzuckerspiegel, indem in der Leber Glykogen abgebaut wird (Glykogenolyse) und die Glukoneogenese gefördert wird. Die genaue Wirkung des Glucagons in der Leber ist sehr komplex. Glucagon reguliert hier Transkriptionsfaktoren und Signaltransduktionsprozesse, die den Stoffwechsel von Aminosäuren, Lipiden und Kohlenhydraten steuern.

3.2. Sekretion
Bei durchschnittlicher Ernährung weisen die Glucagon- und Insulinsekretion eine nahezu konstantes Verhältnis auf. In einem Regelkreis führt ein Absinken des Blutzuckerspiegels (Hypoglykämie) zu einem Anstieg des Glucagons, so dass der Blutzuckerspiegel wieder ansteigt. Weitere Stimuli sind proteinreiche Mahlzeiten, die parenterale Infusion von Aminosäuren (z.B. Alanin) oder starke körperliche Belastungen bzw. Stress.
Insulin, Somatostatin und GLP-1 hemmen die Ausschüttung von Glucagon ebenso wie ein hoher Blutzuckerspiegel.

4. Klinische Bedeutung
Glucagon kann wie das Insulin synthetisch hergestellt werden und wird therapeutisch beim hypoglykämischen Schock eingesetzt.
Beim Glucagontest wird Glucagon parenteral verabreicht, um die Ausschüttung z.B. von Wachstumshormon (bei Verdacht auf Wachstumsstörung) oder Katecholaminen (bei Verdacht auf Phäochromozytom) zu stimulieren und zu messen.
Glucagon - DocCheck Flexikon

Gruss,
Uta

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Hase12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 105
Seit: 09.03.09
Hallo Uta,

ja, das sind gute Gedanken. Das Glucagon ist bei mir genug da, aber wenn man es erhöhen könnte, müsste es einen Effekt haben - ungeachtet der Ursache.

Soweit ich weiß gibt es Glucagon-Pens für Diabetiker für den Notfall. Mir ist nicht bekannt dass es als Dauerlösung oder in Tablettenform etwas gäbe, dass v.a. Glucagon anregt? Aber vllt weiß es jemand hier.

Was die Neubildung von Glukose in der Leber angeht, hatte ich diesen Gedanken auch schon.
Nur stellen sich die Symptome der damit verbundenen Krankheitsbilder anders dar. (Störungen Gluconeogenese- oder suche ich nach dem falschen?). Oder übersehe ich was?

Meine normalen Leberwerte sind soweit ok, einzig ALAT ganz minimal erhöht.

Vielen Dank für die Mühe, Hase12

Geändert von Hase12 (22.03.09 um 13:27 Uhr)

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?
xox
Zitat von Hase12 Beitrag anzeigen
Hallo xox,

wie gehts Dir damit körperlich? Hast Du auch diesen extremen Hunger? Ich hab mit den Jahren immer mehr abgebaut. Wenn ich rumlaufe oder was mache, beschleunigt sich das noch mehr, weswegen ich kaum noch was machen kann. Inzwischen bin ich in einer Chron. Erschöpfung gelandet, die sich mit den Jahren immer mehr verstärkt hat.

Hast Du Hilfe? Ärztliche Begleitung? Was wurde bei Dir bisher untersucht? Hat irgendjemand bei Dir eine Ahnung woher es kommt?

Viele Grüße, Hase12
Hallo Hase.

Die schieben das der Reihe nach auf die Psyche, weil "Blutzucker normal" ist.
Vor ein paar Jahren wurde mal ein großer Hormontest gemacht, der normal ausgefallen ist. Sonst eigentlich nix relevantes.

Ich bin eigentlich chronisch matt, bei Belastung verstärkt (so wie du es beschreibst halt).

V. G.
xox

PS: Wie lange hast du den Hungerversuch durchgehalten?
Ich probier sowas erst gar nicht.

Geändert von xox (22.03.09 um 14:46 Uhr)

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Hase12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 105
Seit: 09.03.09
Hallo xox,

Gerade Hungerversuche und Oraler Glucosetoleranztest könntest Du versuchen, weil sie ja Aufschluss geben und das Problem für immer lösen könnten.

Persönlich hatte ich 5 Hungerversuche (ärztlich immer wieder wiederholt) und mache auch alles mit, was mir eine Chance auf Linderung bietet. Ich kann mit dem pausenlosen Hunger, den UZ und dem Kaputtsein inzwischen so wenig leben, dass ich mir (wenn es erlaubt wäre) einen Teil der Pankreas entfernen lassen würde, nur damit Ruhe ist. Aber das macht niemand, da ich kein Insulinom habe.

Wie tief sinkst Du in den Werten? Evtl käme das Problem der Pseudo-Hypoglykämie in Frage - das ist nicht psychisch, aber noch nicht gut erforscht.

Viele Grüße, Hase12

Geändert von Hase12 (22.03.09 um 15:08 Uhr)

Unterzucker und Blutzuckertagesprofil umgekehrt?

Hase12 ist offline
Themenstarter Beiträge: 105
Seit: 09.03.09
@ xox: hab ich ganz vergessen: alle Hungerversuche 72 Std, da sich die Unterzucker immer wieder gefangen haben.

LG, Hase12


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