Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

04.02.09 10:21 #1
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Annett ist offline
Beiträge: 22
Seit: 29.01.09
Hallo,
vor ca. 1,5 Jahren hat ein Orthopäde auf der Suche nach Ursachen von ständigen Gelenkschmerzen (vor allem der kleinen Gelenke der Hände und Schwellung dieser) einen Borreliosetest machen lassen. Dieser war positiv. Daraufhin 20 Tage Doxizyclin. Kurzzeitige Besserung, dann wieder die gleichen Beschwerden. Bei einer seit Jahren laufenden Schmerztherapie (Schulterschmerzen nach OP, 2 x Morphium retard 30) angesprochen, erhielt ich neben vorgenannten Medikamenten Lyrica (morgens 150 mg, abends 300 mg) gegen die Nervenschmerzen. Damit wurden diese erträglich. Vor einem Jahr wurden die Fingergelenke wieder dicker und taten weh, wieder 20 Tage Doxicyclin. Kaum Besserung. Seit mindestens 3 Monaten gleichen meine Hände Würstchen, sind kaum noch zu bewegen ohne Schmerzen, die Feinmotorik funktioniert nicht mehr.Besonders morgens sind die Hände kaum zu bewegen, es dauert fast eine halbe Stunde bis es geht, Zeitung lesen, Knöpfe schließen ist unmöglich. Der Umfang nimmt im Laufe des Tages von morgens 7,5 cm auf abends 8,0 - 8,5 cm zu. Je mehr ich meine Hände bewege, desdo schlimmer wird es.
Im Dezember war ca. eine Woche im KKH wegen Schwindel, Erschöpfung und Stress (ich arbeite voll und pflege seit ca. 1/2 Jahr meine Eltern). Der Schwindel bleibt, trotz Deblockierung der HWS.
Im Januar erhielt ich vom Orthopäden wieder 20 Tage Doxicyclin wegen der angeschwollenen Hände, wieder keine Besserung.
Die HNO-Ärztin äußerte den Verdacht, dass es sich auch um Neuroborreliose handeln könne. Wenn ich irgendwann mal einen Termin beim Neurologen erhalten werde, soll das abgeklärt werden. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich brauche meine Hände bei der Arbeit (wie wohl jeder). Mittlerweile tuen auch die Füße morgens weh, und auch alle anderen Gelenke sind morgens steif und funktionieren erst nach Bewegung einigermaßen. Rheuma, Gicht wurden ausgeschlossen. Jeder Arzt versucht etwas, leider bis jetzt ohne spürbaren Erfolg. Hat jemand von Euch eine Idee, was ich noch machen kann?
Danke. Annett


Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?
Binnie
Hi Annett,

Klinghardt sagt in seinem Vortrag von 2008, dass Antibiotika mind. 3 Monate, in schweren Fällen sogar 1,5 Jahre genommen werden müssen, um die Borrelien richtig abzutöten. Der Grund dafür ist, dass die Borrelien in Anwesenheit des ABs sog. Zysten produzieren, die die gesamte DNA enthalten. Sobald nun das AB abgesetzt wird, bilden sich daraus erneut die Borrelien. Das könnte bei Dir durch die nur jeweils sehr kurzen AB-Gaben passiert sein.

Auf der anderen Seite zerstören häufige AB-Einnahmen auch die Darmflora und das ganze Milieu. Also wird so im Prinzip wieder die Grundlage für das Ansiedeln solcher Erreger geschaffen. Deshalb empfehlen manche Therapeuten manchmal auch gar keine ABs, sondern eine systematische Milieusanierung. (z.B. auch mittels Sanum-Produkten und Rizolölen, die auch sehr gut gegen die Coerreger bei Borreliose helfen).

Lies vielleicht am besten auch mal diesen etwas älteren Vortrag von Klinghardt dazu: www.power-for-life.com/Borrelien/borrelien.htm

Geändert von Binnie (04.02.09 um 11:32 Uhr)

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

marefi ist offline
Beiträge: 25
Seit: 09.04.08
Hallo Annett,

die Theorien über die Krankheit sind vielfältig. Ein Patentrezept dagegen gibt es scheinbar auch nicht. Einen guten Überblick gibt folgende Broschüre:

http://www.borreliose-gesellschaft.d...pfehlungen.pdf

Auch dieses Buch hat mir sehr geholfen:

Krank nach Zeckenstich: Borreliose erkennen und wirksam behandeln: Petra Hopf-Seidel: Amazon.de: Bücher Krank nach Zeckenstich: Borreliose erkennen und wirksam behandeln: Petra Hopf-Seidel: Amazon.de: Bücher


Vorweg: Ich habe chronische Borreliose, und dennoch glaube ich in meinem Fall, dass diese nicht ursächlich für meine Beschwerden ist. Ich war bei Fr. Dr. Hopf-Seidel vorstellig, diese hat nur noch eine minimale Aktivität der Borrelien kinesiologisch nachgewiesen. Jetzt ist es so, dass über die Kinesiologie als solche auch recht konträr diskuttiert wird. Jedenfalls hat Fr. Dr. Hopf-Seidel viele Patienten - wenn auch mitunter nach ggf. einiger Zeit - von den Beschwerden befreit.
Du solltest die also nach meiner Auffassung einen sehr kompetenten Arzt suchen, der sich allumfassend mit der Materie auskennt. Orthopäden und auch Allgemeinmediziner sind im Allgemeinen mit dieser Krankheit (insbesondere chronische Borreliose) nicht vertraut, auch wenn ich keinem zu Nahe treten will. Du kannst in dem Fall zu 10 Ärzten gehen, alle sagen was anderes, keiner hilft dir weiter und alles verschlimmert sich nur immer weiter bzw. nagt es immer mehr an einem selbst (ich weiss, wovon ich rede). Deshalb, suche dir einen guten Borrelienarzt in deiner Nähe, der das ganze auch koordiniert.
Auch ich habe Nackenprobleme oder HWS- Probleme, egal wie wir es nennen wollen, und glaube deshalb, dass ich eine mechanische Störung habe. (auch die Diagnose von Fr. Dr. Hopf-Seidel) und sehe mich deshalb mittlerweile in der HWS-Problematik, auch ist mein Kiefergelenk angeschlagen. Aber das nur als Exkurs.
Ich wünsch die schonmal alles Gute,

Viele Grüsse Oliver

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Wenn es Borreliose ist bei dir, ist es beides. Viele Borreliose-Patienten haben neurologische Symptome, wobei nicht immer das zentrale Nervensystem mit Lähmungen betroffen ist. So haben Patienten mit Haut- und Gelenksymptomen auch neurologische Beschwerden wie z.B. Neuropathien (Nervenschmerzen, Gefühlsstörungen), Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Depressionen etc.

Der Neurologe ist für die Borreliose die falsche Adresse. Der macht in seinem Wahn, alles bildgebend nachweisen zu wollen, höchstens eine Nervenwasseruntersuchung, was dich bei der Diagnostik nicht wirklich weiterbringt. Solltest du eine der Wenigen sein, deren Diagnose durch die strengen Kriterien der Liquordiagnostik gesichert werden kann, wirst du vielleicht 2-4 Wochen Ceftriaxon bekommen und dann ist gut, egal obs dir weiterhin schlecht geht oder nicht.

Am besten reservierst du dir einen Termin bei einem von der Selbsthilfe empfohlenen Spezi. Anlaufstellen für eine Adresse findest du im Einsteigerbeitrag in der Borreliose-Rubrik dieses Forums.

Die Doxy-Dosis dürfte bei dir zu gering gewesen sein. Möglicherweise hast du nun zystische Borrelienformen, die den gängigen AB nicht mehr zugänglich sind. Deshalb wäre ein Spezitermin sinnvoll. Mittlerweile wird versucht, die zystenformen mit anderen Antiinfektiva zu bekämpfen. Aber klinische Studien darüber haben wir nicht. Wäre alles nur ein Versuch......
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Borreliose ist ein Arschloch

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 633
Seit: 19.08.08
Ich würde hier mal zum Thema S&C (Salz und Vitamin C) raten, ausserdem zur Wurzel der Karde, Eigenblut-Echinacea, Eigenblut-Ozon.

Damit wird nicht das komplette Immunsystem für lange Zeit platt gemacht, sondern im Gegenteil das Immunsystem gestärkt und unterstützt. Und es wird nicht nur die Borre damit bekämpft, sondern man geht durch die Stärkung des Immunsystems natürlich auf vielen offenen Gesundheits-Baustellen wieder als Sieger hervor.

Leider machen sich viele Schulmedizin Höhrige lieber darüber lustig anstatt sich davon helfen zu lassen. Erst wenn man nach Jahren merkt, daß man sich mit der Schulmedizin ein Eigentor nach dem anderen schießt und nur auf allen vieren geht und sich sehr zum Tod hingezogen fühlt, sucht man nach anderen Möglichkeiten und merkt, daß es sehrwohl andere und BESSERE Möglichkeiten gibt gesund zu werden.

Ich weiß wovon ich rede, ich war selber einer dieser auf beiden Augen Blinder, der erst durch den völligen Ruin, finaziell und gesundheitlich, eines besseren belehrt wurde. Man könnte den Weg abkürzen, aber die meisten wollen sich ihr Grab erst mal selber schaufeln. Es ist aber eine Erfahrung, auf die man gut und gerne verzichten sollte und auch könnte.

Franz

Geändert von Rosenheimer (05.02.09 um 11:38 Uhr)

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

Rosenheimer ist offline
Beiträge: 633
Seit: 19.08.08
Zitat von marefi Beitrag anzeigen
Auch ich habe Nackenprobleme oder HWS- Probleme, egal wie wir es nennen wollen, und glaube deshalb, dass ich eine mechanische Störung habe.
Ein Problem das seltsammerweise alle Borre-Geschädigten als erstes haben. Auch bei mir war es der Hals, dann kamen die Schultern dazu, dann die Oberarme, später bis runter in die Finger, dann runter in die Fußgeleke.

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Annett ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 29.01.09
hallo binnie,
danke für deinen Hinweis auf den artikel, werde ihn mir ausdrucken und mal in ruhe lesen, schon beim überfliegen des textes fand ich ihn sehr interessant. nochmals danke
Annett

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

Annett ist offline
Themenstarter Beiträge: 22
Seit: 29.01.09
hallo mungg,
danke für deine infos. ich habe mir jetzt einen Borreliosespezialisten in meiner nähe gesucht und hoffe, dass der endlich mal was konkretes sagt, bzw. mir helfen kann.
annett

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

Markus83 ist offline
Beiträge: 937
Seit: 16.11.07
wurde mal citrullin bestimmt wegen den gelenkschmerzen? sollte dringend gemacht werden, bevor die irreversible mitochondrienschädigung erneut eingeläutet wird (ABs).

Borreliose, Neuroboreliose oder doch was anderes?

Mungg ist offline
Beiträge: 1.432
Seit: 07.05.06
Damit wird nicht das komplette Immunsystem für lange Zeit platt gemacht, sondern im Gegenteil das Immunsystem gestärkt und unterstützt.
Gibt es dazu auch wissenschaftliche Studien oder ist das eine Meinung von vielen?
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