Krebs mit 22 - jetzt müde und dick - weiß nicht mehr weiter

20.11.13 18:19 #1
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bansheebeat09
Hallo,
ich wende mich hilfesuchend an euch weil ich nicht mehr weiter weiß und auch nicht mehr durchblicke.

Nachdem ich meine Krebserkrankung überstanden habe, (Lymphknotenkrebs, klassisches Hodgkin-Lymphom Stadium 3B, gelte als vollständig geheilt) kann ich kein normales Leben mehr führen.

Ich bin 1einhalb Jahre danach noch ständig müde, schlapp, fühle mich absolut nicht leistungsfähig.
Egal wieviel ich schlafe, nie fühle ich mich fit. Alles strengt mich so an. Ich war früher nicht so. Normalgewichtig, sportlich, voller Energie. Könnte heulen wenn ich daran denke. Ich bin erst 23.
Habe fast 20kg zum Ende der Chemo (Unmengen Kortison) zugenommen und seitdem fühle ich mich wie 90. Ich bin verzweifelt. Ich will im Leben durchstarten und werde von meinem eigenen Körper ausgebremst.
Jeder neue Gang zum Arzt frustriert mich weiter weil nichts voran geht... "Werte sind doch in Ordnung", höre ich immer, dabei fühle ich mich elend und habe bald keine Geduld mehr.
Ich habe sehr gekämpft die Krebserkrankung zu meistern, doch jetzt kämpfe ich, zurück ins Leben einer normalen jungen Frau zu finden.
Ich weiß auch daß das nicht von heute auf morgen geht, die Chemo war heftig und die 14 Tabletten täglich haben meine Körperchemie durcheinandergebracht.
Die Erkrankung liegt fast 1einhalb Jahre zurück und nach 2 intensiven Rehas mit viel Sport, guter Ernährung, viel Eigeninitiave (2x Sport/Woche, Yoga, QiGong, Gymnastik) bessert sich N I C H T S ...

Habe euch meine aktuellen Blutwerte eingescannt.


- Schilddrüse ist zu groß (19ml) und ich habe eine Unterfunktion, weshalb ich seit 8 Wochen L-Thyroxin 50mg sowie Jodid 200mg bekomme. Trotzdem beschleicht mich das Gefühl ich bräuchte mehr, was mein Arzt jedoch verneint.
ft3, ft4 seien "okay", hab leider nichts schriftlich vorliegen.

- nehme tägl 2000i.e. Vitamin-D, um meinen katastrophalen Wert zu verbessern. Dieser war vor einem halben Jahr noch schlechter.

- Selen liegt bei 100,3.



WAS SOLL ICH TUN ?
Was stimmt mit mir nicht? Bitte um Hilfe, wie ich wo ansetzen kann. Ich weiß nicht mehr weiter.

Tausend Dank,

Marion



PS: seit Jahren habe ich diffuse Gelenk/Muskelschmerzen am ganzen Körper, die alle paar Tage kommen und verschwinden, mit Ausstrahlungen in Arme und Finger. Da weiß auch kein Arzt Zusammenhänge/Ursachen...

Geändert von bansheebeat09 (20.11.13 um 18:27 Uhr)

Krebs mit 22 - jetzt müde und dick - weiß nicht mehr weiter
Binnie
Hallo Marion,

eine mögliche Ursache hast Du ja schon selbst angesprochen, Deine Schilddrüse. Da kenne ich mich aber nicht so aus, aber dazu meldet sich sicherlich noch jemand hier bei Dir. Ansonsten kannst Du vielleicht auch mal darleen eine PN schreiben, die ist hier die Schilddrüsen-Expertin.

Eine andere Idee von mir wäre, dass Du aufgrund der vielen Medikamente auch etliche Mängel v.a. auch an B-Vitaminen, womöglich auch an Spurenelementen usw. entwickelt haben könntest. Hast Du denn in diese Richtung schon etwas unternommen ? Nahrungsergänzungsmittel, gezielte Laboruntersuchungen in der Hinsicht ?

Es gibt da auch ein gutes Buch von Uwe Gröber "Arzneimittel und Mikronährstoffe". Er geht darin auf die Defizite ein, die sich insbesondere auch durch die Einnahme von Medikamenten, früher oder später, einstellen können. Allerdings handelt es sich dabei nicht speziell um Chemotherapeutika, aber allgemein ist es trotzdem interessant zu sehen, wie Medikamente die Aufnahme von Micornährstoffen behindern können oder deren Verbrauch beschleunigen können!

Ach ja: nicht zu vergessen auch die Darmflora, die wohl nach solch harten Medikamenten nicht selten auch eine "Wiederaufforstung" vertragen kann... Hast Du denn schon eine Stuhlflorauntersuchung machen lassen ? Hast Du irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten ?

Ich meine Sport ist ja schön und gut, aber sicherlich kein alleiniges Allheilmittel und schon gar nicht, wenn man eh schon defizitär an allem möglichen ist...

Viele Grüße
Binnie

Geändert von Binnie (20.11.13 um 19:44 Uhr)

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Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.472
Seit: 26.04.04
Hinweis/zur Info -

Ansonsten kannst Du vielleicht auch mal darleen eine PN schreiben
ein Forum lebt vom Austausch - so auch das Unsrige. Von daher erinnern wir an folgenden Passus in den Boardregeln:

In privaten Nachrichten soll möglichst kein Informationsaustausch geführt werden, welcher im Forum niedergeschrieben, für andere Leser in ähnlicher Situation interessant/gesundheitsrelevant sein könnte.
http://www.symptome.ch/vbboard/vorst...rd-regeln.html

Liebe Grüße,
Malve

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bansheebeat09
Themenstarter
Vielen herzlichen Dank, Binnie.

Zitat von Binnie Beitrag anzeigen
Nahrungsergänzungsmittel, gezielte Laboruntersuchungen in der Hinsicht ?
Nach der Chemotherapie habe ich mir selbstzahlend Vitamin B-Infusionen verabreichen lassen, ohne Erfolg. Meine Krankenkasse hat die Erstattung hierfür verweigert, so konnte ich mir nicht mehr als 8 Infusionen leisten.
Nehme seit Monaten (nicht jeden Tag, ein paar Mal die Woche) Vitamin B-Komplex. Ich spüre aber auch da keine Verbesserung, denke mir aber, es kann nicht schaden.
Gezielte Laboruntersuchungen gab es nur Vit-D & Selen bisher.
Welche Spurenelemente wären in meinem Fall von großer Bedeutung?

die Darmflora,... Hast Du denn schon eine Stuhlflorauntersuchung machen lassen ? Hast Du irgendwelche Nahrungsmittelunverträglichkeiten ?
Mit Magen & Darm habe ich überhaupt keine Probleme. Vertrage alles. Nicht einmal während der vielen Medikamente hatte ich da Beschwerden... ich bin überzeugt das kann man zum Glück ausschließen.



Ich höre ja immer nur es "sei alles in Ordnung", selbst wenn ich nachbohre, komme mir dann schon blöd vor bei meinem Arzt, schließlich kenne ich mich nicht aus sondern er. Aber ich kann mir eben beim besten Willen nicht vorstellen, daß alles in Ordnung ist, da ich ja sonst nicht ständig bei ihm sitzen würde und all diese Beschwerden hätte...

Ich wäre wirklich um jeden weiteren Tipp äußerst dankbar.

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dadeduda ist offline
Beiträge: 1.503
Seit: 23.08.12
Lies mal auch was zu MSM hier, mein Tipp (wird auch zum legalen Pferdedoping verwendet ), gut gegen Schmerzen, entgiftungsunterstuetzend..etc... Wie geht es deinen Sexualhormonen, Zyklus, Schmerzen?
Wie geht es der Leber? Werte?

Geändert von dadeduda (20.11.13 um 22:34 Uhr)

Krebs mit 22 - jetzt müde und dick - weiß nicht mehr weiter

Gleerndil ist gerade online
Beiträge: 3.893
Seit: 26.07.09
Es gibt auch als Begriff "Fatigue (Erschöpfung) bei Krebs"
So kann einerseits die Erkrankung selbst mit all ihren gesundheitlichen Folgen zu der anhaltenden Müdigkeit bei Krebs führen. Andererseits kann die Krebsbehandlung (v.a. Chemotherapie, Strahlentherapie, Krebsoperationen, Immuntherapie) für die Fatigue-Symptome verantwortlich sein. Darüber hinaus kommen viele weitere Faktoren (z.B. psychischen Auswirkungen der Krebserkrankung, Mangelernährung, andere Medikamente) als Auslöser der Fatigue bei Krebs infrage.
Fatigue bei Krebs - Onmeda.de

Da wird sogar von Auswirkungen der Chemo-Chemikalien gesprochen - wo doch bei Chronischer Fatigue (CFS) nicht so gern von Chemikalien-Auswirkungen gesprochen wird. (Mir ist schon klar, dass es da auch nochmal um andere Dosierungen und Konzentrationen von Stoffen gehen mag.)


Vielleicht kann das weiterhelfen.

Liebe Grüße

Gerd
__________________
Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

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Kaempferin ist offline
Beiträge: 705
Seit: 10.10.12
Hallo Marion

Mögliche Schilddrüsenprobleme hast du selbst schon angesprochen. Abgesehen davon sticht mir insbesondere dies ins Auge:
Zitat von bansheebeat09 Beitrag anzeigen
PS: seit Jahren habe ich diffuse Gelenk/Muskelschmerzen am ganzen Körper, die alle paar Tage kommen und verschwinden, mit Ausstrahlungen in Arme und Finger. Da weiß auch kein Arzt Zusammenhänge/Ursachen...
Was meinst du mit "seit Jahren"? Heisst dies, du hattest jene Beschwerden bereits vor der Krebserkrankung? Wann genau haben diese Symptome begonnen? Ging dem Anfang etwas Spezielles voraus? Hattest du zumindest in der Vergangenheit im Zusammenhang mit diesen Gelenk-/Muskelschmerzen auch andere Auffälligkeiten?

Liebe Grüsse

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bansheebeat09
Themenstarter
Zitat von dadeduda Beitrag anzeigen
Wie geht es deinen Sexualhormonen, Zyklus, Schmerzen?
Wie geht es der Leber? Werte?
  • Die Leberwerte sind seit der Chemotherapie immer leicht erhöht. Den Scan in meinem Beitrag sieht man, oder? Gamma GT steht gerade auf 43.0
  • Sexualhormone wurden noch nicht untersucht - ich werde das beim Frauenarzt machen lassen, habe mich hierzu gerade "angelesen" und werde da dranbleiben. Danke!
  • Ich hatte 360 Tage lang keine Periode aufgrund von künstlichen Wechseljahren, die eine Unfruchtbarkeit durch die Chemo verhindern sollten. Das Ganze war eine Katastrophe, ich durfte fast ein ganzes Jahr lang die Vorzüge der Wechseljahre vom Feinsten austesten.
    Jetzt läuft mein Zyklus wieder relativ normal, zwar starke Blutungen, Schmerzen aber nicht stärker als üblich.
  • Eine Sache wäre noch, ich habe seit der Chemotherapie mit einem erheblichen Libidoverlust zu kämpfen, den ich von mir sonst absolut nicht kenne. Es fühlt sich immer so an als wäre einfach was nicht in Ordnung, irgendetwas im Körper würde falsch laufen, denn im Kopf ist Lust da.

Es ist schwer zu begreifen, zu akzeptieren, als junger Mensch mit so vielen Einbußungen leben zu müssen, für die scheinbare "Sicherheit" dem Krebs entkommen zu sein... aber manchmal frage ich mich, wie ich je wieder glücklich werde, wenn ich so vielem beraubt werden muss.

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bansheebeat09
Themenstarter
Zitat von Kaempferin Beitrag anzeigen

Was meinst du mit "seit Jahren"? Heisst dies, du hattest jene Beschwerden bereits vor der Krebserkrankung?
Vielen Dank.

Mit 15/16 begannen die Schmerzen, weit vor der Krebserkrankung, von mehreren Orthopäden als "Verspannungen" bezeichnet. Es ist schon so daß sie zentriert vom Nacken-Schulterbereich ausgehen, aber eben bis in jeden einzelnen Finger strahlen, manchmal derart anfall-artig, daß ich nur noch liegen kann und nichts mehr hilft außer Schmerzmittel. Es ist wie eine sehr schmerzhafte Steifigkeit in den Gelenken, auch fühlen sie sich dazu eher heiß an, sodaß kühlendes gut tut (entzündlich?) - auch dies habe ich diversen Orthopäden geschildert (ich dachte ja sogar schon an Rheuma, Borreliose etc, weil die Schmerzen einfach ungewöhnlich scheinen), aber da kam keine zufriedenstellende Rückmeldung. "Bewegung, Massagen, Krankengym" dann wird das schon wieder - so ungefähr...
Es "wird" ja eben nicht...

Da das so völlig unwillkürlich auftritt kann ich keine richtigen auffallenden Zusammenhänge feststellen. Eine zeitlang glaubte ich, es könne an Übersäuerung liegen, aber ich habe das einige Wochen beobachtet, ph-Wert regelmäßig überprüft und es entstand kein Zusammenhang.

Ich habe kürzlich von diesen Schmerzen in Verbindung einer Schilddrüsen-UF in einem Artikel gelesen. Ich bin noch am recherchieren.

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dadeduda ist offline
Beiträge: 1.503
Seit: 23.08.12
Ja klar, die kuenstlichen Wechseljahre ... da wird dann Einiges durcheinandergebracht. Wenn dir der Arzt keinen SPEICHELtest vorschlaegt, dann wuerde ich empfehlen, selbst einen uebers Netz zu kaufen, schau dir auch die Themen Oestrogendominanz -Progesteronmangel an, kann sein, dass du da reingerutscht bist, oder schon drin warst (kann auch eine SD_unterfunktion "nachstellen" sowie Fibromyalgie ausloesen etc...)
Leberentgiftung ist nach deinen Medis sicher auch keine schlechte Idee.
Es gibt uebrigens auch Formen von Lymphdruesenkrebs, die durch Glutenunvertreaglichkeit mitausgeloest werden, (Zöliakie gilt als Risikofaktor für die Entstehung von Lymphdrüsenkrebs | Ein glutenfreier Blog), hast du das schon mal gehoert?

Beim MSM-Tipp bleib ich uebrigens, ich bin ein Fan davon wirkt wirklich ganz toll gegen Schmerzen, Gelenksprobleme, Muedigkeit, ist in vielen Hinsichten sehr gut.
alles Liebe dadeduda

Geändert von dadeduda (20.11.13 um 23:35 Uhr)


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