Essstörung, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche...

27.07.13 10:20 #1
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Essstörung, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche...
Männlich Windpferd
Hallo Yessy,

noch ein Hinweis - beinah hätte ich ihn vergessen. Unverzeihlich.

Nämlich: Christoph-Dornier-Klinik fr Psychotherapie in Mnster in Münster (stationär) und mehrere Christoph-Dornier-Institute in verschiedenen Städten (ambulant). Die sind berühmt geworden durch die nach allen Regeln dder Kunst untersuchte, verblüffend erfolgreiche Behandlung von Menschen mit Panikstörungen. So effektiv, daß der Riesenaufwand, der da betrieben wird, von der GKV bezahlt wird. Seit einigen Jahren werden dort auch Menschen mit anderen Problemen behandelt. Nach denselben Prinzipien aber je nach Leiden - z.B. für jede der verschiedenen Eßstörungen - flexibel angepaßt.

Die stationären Aufenthalte sind so kurz wie möglich und wechseln mit ambulanter Behandlung ab. Einen sehr großen Anteil an der Therapie hat das Training (z.B. Üben neuer Verhaltensweisen) in für die eigenen Symptome kritischen Situationen des realen Lebens. Und die Förderung der Erfahrung, daß die eigenen - oft automatisch ablaufenden - Gedankenmuster oft entscheidenden Einfluß auf die Symptomatik haben. Und daß diese Muster bewußt gemacht und dadurch entkräftet werden können. (Es wird viel gelacht, wenn man sich selber wieder mal auf die Schliche gekommen ist.)

Es wird nicht mit Psychopharmaka gearbeitet. Wer allerdings solche ohnehin einnehmen muß, braucht sie nicht abzusetzen.

Als Laie macht man sich keine Vorstellung davon, wie differenziert und subtil Verhaltenstherapie in den vergangenen 60 Jahren geworden ist. ("Verhaltenstherapie" klingt viel zu holzschnittartig.)

Man kann sich Informationsmaterial schicken lassen. Jedenfalls ist eine ausführliche Vorbesprechung erforderlich vor der Entscheidung über eine Behandlung dort.

Alles Liebe,
Windpferd

Essstörung, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche...

Flummi ist offline
Beiträge: 369
Seit: 29.07.09
Zitat von Windpferd Beitrag anzeigen
... Die sind berühmt geworden durch die nach allen Regeln dder Kunst untersuchte, verblüffend erfolgreiche Behandlung von Menschen mit Panikstörungen. ...
Ich denke hier liegt mehr vor als nur ne Panikstörung allein. Lies nochmal dein Eingangs-Beitrag.

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Männlich Windpferd
Hallo Margie,

die Antwort auf Deine Frage, was ich denn esse, ist denkbar unoriginell: ich ernähre mich gemäß der Anleitung von Joachim Mutter und Markus Rothkranz. Ersterem verdanke ich auch sonst sehr viel. (Er ist übrigens der persönliche Arzt von Sabine Spitz, der mehrfachen Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin im Montainbiking, die sich - ich glaub mit einigen Zulagen für Spitzensportler - "roh" ernährt.)

Ich bin nur zu 90% konsequent: Wenn ich eingeladen bin, verlange ich natürlich keine Extrawurst. So gelegentlich vertrag ich sogar Totgekochtes. Und ich mag Rotwein, 1x / 2 Wochen, obwohl das eine Abweichung von der reinen Lehre ist.

Fleisch kann man roh essen - nur mag ich es nicht. Empfohlen sind Eidotter (nicht Eiklar) sowie fermentierte (!) Sojaprodukte; Miso mag ich sehr gerne.

Kartoffeln kann man ohne weiteres roh essen. Tu ich auch. (Allerdings sollten nur 30 % des Gemüses Wurzel-, jedoch 70 % Blattgemüse sein.) Dasselbe gilt von Getreide und zwar in Gestalt der Keime. Die sind eine Delikatesse. Am besten schmecken mit solche von Quinoa.

Ein wesentlicher Anteil der Nahrungsmittel sind Wildkräuter (Brennesseln, Löwenzahn, Wegerich, Giersch usw. - leider bin ich noch nicht so kräuterkundig, wie's gut wäre). Und auch schlichtes, saftiges Gras. Es braucht halt Stellen, die nicht von allerlei Tieren benutzt werden. Und sorgfältiges (mehrfaches) Waschen, damit man sich keine Parasiten zuzieht.

Deine Annahme, Du würdest Rohkost nicht vertragen, ist sozusagen die erste Verteidigungslinie der Kochköstler, meistens ungetestet. Die nächste Verteidigungslinie ist das tatsächliche Nichtvertragen auf Grund von Fehlern (die in Mutters Buch erläutert werden) - der häufigste: daß man Obst ißt.

J. Mutter verordnet Rohkost auch bei schweren Erkrankungen des Verdauungstrakts. Z.B. ist eine Freundin von mir von M. Crohn genesen (allerdings unter Rohkost und Amalgamausleitung gleichzeitig); er hatte etliche Fälle mit Colitis ulcerosa, Hepatitis, Pankreatitis. Wäre ja auch sehr paradox, wenn man gerade erkrankte Organe gezielt den Produkten der "Chemiefabrik im Kochtopf" (eine Kapitelüberschrift bei J.M.) aussetzen müßte / sollte.

Liebe Grüße
Windpferd

Geändert von Windpferd (28.07.13 um 13:06 Uhr)

Essstörung, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche...

margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo zusammen,


Ich denke ein Gang zum Psychiater und eine Einweisung in eine Klinik die auf Essstörungen spezialisiert ist wäre das Angebrachteste. Kannste dir ja mal überlegen.
Nein, zum Psychiater schickt man jemanden erst, wenn alle organischen Krankheiten, die für die Beschwerden in Frage kommen, ausgeschlossen wurden. Aber alle und nicht nur eine oder zwei.
Es gibt eine Reihe von organischen Krankheiten, die auch zu Heißhungerattacken und solchen Symptomen, wie sie Yessy angibt, führen.
Den Beschwerden nach zu urteilen, vor allem aber auch den äußeren Veränderungen nach zu urteilen wie Fingernagelveränderungen, bräunliche Narbenverfärbung, Augenringe, blasse Haut liegt sicher eine organische Störung vor.
ich würde neben Mangelerscheinungen wie Eisenmangel auch zusätzlich noch ein endokrines Problem für möglich halten, etwa eine Nebennierenschwäche, weil es da zu einer bräunlichen Verfärbung von Narben auch kommen kann.

Ich rate zuallererst zu einer umfassenden Untersuchung. Eine größere Blutuntersuchung wäre eine der ersten Untersuchungen und wenn das nicht sofort Erkenntnisse liefert, würde ich auch zu einem Endokrinologen noch gehen und evtl. zu weiteren internistischen Fachärzten wie Gastroenterologe.

Würde Yessy gleich zu einem Psychiater gehen, was leider bei solchen Beschwerden viel zu oft passiert, so würden internistische Ursachen gar nicht erst geprüft werden.
Ich weiß von Fällen bei der Krankheit, die ich habe und die auch psychiatrische Komponenten haben kann, dass Betroffene vor ihrer Diagnose sogar stationär in der Psychiatrie waren und erst hinterher sie auf die Leberkrankheit, die ich habe, untersucht wurden. Die Leberkrankheit ist behandelbar, aber nicht mit Psychopharmaka sondern mit Chelatbildner oder Zink.

Ich hoffe, Yessy, dass Du zuerst den Weg zu einem Hausarzt oder Internisten findest und vor allem Deine Angst vor dem Blutnehmen dort bezwingst, weil es wahrscheinlich nicht ohne Blutentnahme geht, wenn Dir geholfen werden soll.


LG
Margie
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“Das Fleisch, das wir essen, ist ein 2-5 Tage alter Leichnam.” - Volker E. Pilgrim, Schriftsteller

Geändert von margie (28.07.13 um 19:33 Uhr)

Essstörung, Schwindel, Müdigkeit, Schwäche...
Männlich Windpferd
Hallo Flummi,

magst Du bitte nochmal den 1. Absatz meines Beitrags lesen? (Hervorhebungen für Dich.)

"Die sind berühmt geworden durch die nach allen Regeln der Kunst untersuchte, verblüffend erfolgreiche Behandlung von Menschen mit Panikstörungen. . . . Seit einigen Jahren werden dort auch Menschen mit anderen Problemen behandelt. Nach denselben Prinzipien aber je nach Leiden - z.B. für jede der verschiedenen Eßstörungen - flexibel angepaßt."

Vielleicht erschließt sich, daß ich keineswegs Yummy eine Panikstörung angedichtet habe?

Stell Dir vor, da ist ein Bauer berühmt geworden durch seine guten Kartoffeln. Neuerdings baut er auch noch Rüben an und die sind genauso gut. Das, so ungefähr, ist das Prinzip.

Liebe Grüße
Windpferd

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Flummi ist offline
Beiträge: 369
Seit: 29.07.09
Das mit der Panik ist nur ein Nebengeschehen. Das Grundproblem ist das was neurobiologisch der Essstörung zugrundeliegt. Und was das ist das kennt man.
Und ich halte nichts von angeblichen Wunderkliniken, sondern eher was vom wissenschaftlichen Konsens. Yessy kann in jede Feld-, Wald- und Wiesen-Psychiatrie gehen die Esstörungen behandelt.

Geändert von Flummi (28.07.13 um 15:22 Uhr)

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margie ist offline
Beiträge: 4.488
Seit: 02.01.05
Hallo Windpferd,

das ist schon interessant, welche Ernährungsformen es so gibt.
Ich glaube nicht, dass ich so essen könnte, wie Du das tust.
Das ist zum einen sicher sehr (zeit-)aufwändig und vermutlich müsste man dafür erst mal eine Art Kochkurs machen.
Die nächste Frage ist, verträgt man das alles, wenn man weiß, dass man sehr allergisch veranlagt ist.
Ich habe den Verdacht, dass ich Soja nicht vertrage, sicher weiß ich, dass ich auf Pfefferminze und andere Kräuter allergisch bin (Kamille, Beifuß z. B.).
Ich glaube daher eher, dass es nichts für mich wäre.

Wenn man damit klar kommt und alles verträgt, ist das sicher sehr gesund.

LG
Margie
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Alizea ist offline
Beiträge: 192
Seit: 12.08.12
@Flummi:

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Männlich Windpferd
Hallo Margie,

Du schreibst: "Nein, zum Psychiater schickt man jemanden erst, wenn alle organischen Krankheiten, die für die Beschwerden in Frage kommen, ausgeschlossen wurden. Aber alle und nicht nur eine oder zwei."

Richtig aber unvollständig. Wenn es sich ganz oder teilweise um Verhaltensstörungen handelt, ist häufig auch Intervention auf der Ebene des Verhaltens erforderlich. Der Mensch ist ja nicht nur Biochemie.

Verhaltenstherapeutische Methoden werden - von den Messungen über die Versuchsplanung bis zur statistischen Beurteilung - nach denselben Prinzipien getestet wie alle anderen medizinischen Behandlungen. (Historisch ist es sogar so, daß die Methoden zuerst für Anwendungen in der Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Psychologie und Soziologie entwickelt und von der Medizin übernommen wurden.)

Einzelne psychotherapeutischen Methoden sind regelmäßig und vielerorts in ihrer Wirksamkeit bestätigt worden.

Eine sehr erwünschte Nebenwirkung dieser Verfahren ist es, daß der Patient die Erfahrung macht, SELBST Änderungen herbeiführen zu können. Das ist sehr "gesund" - es stärkt uns für eventuelle spätere Probleme. Das nennt man allgemeine self-efficacy, gewöhnlich häßlich übersetzt: "Selbstwirksamkeit".

Im übrigen gibt es auch psychologische Diagnostik, z.B. Methoden, herauszufinden, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Behandlung für einen bestimmten Patienten von Nutzen ist.

Liebe Grüße
Windpferd



@ Flummi: Ich persönlich würde eine Gruppe von Kliniken, von denen Du offenbar gar nichts weißt, nicht als "angebliche Wunderkliniken" abqualifizieren, ohne mich eingehend informiert zu haben. (Wem willst Du denn damit helfen?)

Wenn Du Dich im übrigen auch nur ein klein wenig in der "Szene" auskenntest, wüßtest Du, wie unmenschlich schwierig es ist, für ein neues Verfahren Erstattung durch die Gesetzliche Krankenversicherung zu erlangen. Das wird "angeblichen Wunderkliniken" gewiß nicht gelingen. (Die sind ja nicht blöd bei der GKV: Ein teueres Verfahren wird nur bewilligt, wenn im Fall der Verweigerung noch höhere Kosten zu erwarten wären. Vereinzelt auch noch aus humanitären Gründen.

Ich finde, Yessie hätte etwas mehr Sachkunde und Sachlichkeit verdient. Polemik wird ihr auch nicht weiterhelfen.

WP

Geändert von Windpferd (28.07.13 um 17:10 Uhr)

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Alizea ist offline
Beiträge: 192
Seit: 12.08.12
Entschuldigt bitte meinen Einwurf, aber ich persönlich fände es besser wenn ihr Yessy erstmal nach so vielen Infos zu Wort kommen lasst und Zeit zum lesen gebt, bevor ihr euch hier weiter darüber beharkt wer hier besser Bescheid wissen könnte. Ohne Antworten von ihrer Seite können wir alle nur Mutmaßungen treffen.


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