Gene beeinflussen Zufriedenheit, Wohlbefinden, Depressionen

27.04.16 08:21 #1
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Juliane50 ist offline
Beiträge: 790
Seit: 31.01.12
Wissenschaftler der Universität Rotterdam führten Meta-Analysen mit Daten aus zahlreichen epidemiologischen Kohortenstudien, sogenannten Genomweiten Assoziationsstudien (GWAS), durch und entdeckten Genvarianten , die mit einer Neigung zu Zufriedenheit und Wohlbefinden, Depressionen oder einem Hang zu Neurotizismus zusammenzuhängen scheinen.

Die Wissenschaftler fanden drei Glücklichmacher-Varianten., die laut den Ergebnissen vor allem im Zentralen Nervensystem, in den Nebennieren sowie in der Bauchspeicheldrüse exprimiert werden.

Außerdem fand man zwei Genvarianten die mit Depressionen zusammenhängen und elf, die den Hang zu Neurotizismus beeinflussen könnten.

Aber die Wissenschaftler entdeckten auch Gene, die sowohl bei Depressionen als auch bei einer positiven Lebenseinstellung zum Tragen kommen.

Die Wissenschaftler warnen aber auch davor, ihre Ergebnisse überzubewerten.
Denn auch die Umweltfaktoren spielen eine Rolle.

c variants associated with subjective well-being, depressive symptoms, and neuroticism identified through genome-wide analyses
http://www.nature.com/ng/journal/vao...l/ng.3552.html


Das Glück liegt in den Genen
Forscher entdecken Zusammenhang zwischen Genvarianten und Glücksempfinden

scinexx | Das Glück liegt in den Genen: Forscher entdecken Zusammenhang zwischen Genvarianten und Glücksempfinden


Gene beeinflussen Zufriedenheit, Wohlbefinden, Depressionen

Oregano ist offline
Beiträge: 62.180
Seit: 10.01.04
Der Begriff "Neurotizismus" war mir nicht geläufig:

...
Im Alltag macht sich der Neurotizismus als emotionale Instabilität oder vor allem Hang zu schlechter Laune bemerkbar, insbesondere hängen damit Eigenschaften zusammen, die beim Zusammenleben mit anderen stören, denn schlechtgelaunte Menschen kritisieren un nörgeln gerne, erleben Ärger, Angst und Traurigkeit intensiver als ihre Umgebung, zeigen dabei aber selbstbezügliche Gefühle wie Scham oder Schuld, haben sich in belastenden Situationen weniger gut unter Kontrolle und weisen auch häufiger Beziehungsprobleme als gutgelaunte Menschen auf.

1. Definition Neurotizismus ist „das Verhältnis von emotionaler Labilität und Stabilität und Angstbereitschaft als meßbare [sic!] Eigenschaft der Persönlichkeit“ (Wahrig, 1982, S.835).
2. Definition Neurotizismus ist ein Persönlichkeitsmerkmal, das alle Personen mehr oder weniger stark ausgeprägt aufweisen und oft als emotionale Labilität bezeichnet wird. „Typische Merkmale des Neurotizismus sind Ängstlichkeit, Unzufriedenheit, Neigung zu übermäßiger Besorgnis, sowie erhöhte Neigung zu psychophysiologischen Störungen“ (vgl. Tewes, 1992, S. 233).
3. Definition „Neurotizismus hängt mit Intensität und Kontrolle emotionaler Reaktionen und Abläufe zusammen.“ Man kann ihn außerdem mit verschiedenen Erhebungstechniken diagnostizieren. Bei Cattell wird dieser Faktor 2. Ordnung als Angstfaktor bezeichnet und auf der Basis von Fragebögen gemessen. Hingegen wird bei Eysenck „[…] Neurotizismus als Faktor auf dem Typenniveau mit Hilfe von Fragebogenitems gemessen“ (vgl. Dorsch, 1976, S. 395 f).
4. Definition Neurotizismus ist das „Ausmaß der emotionalen Labilität (Störbarkeit, Ängstlichkeit) bzw. Stabilität als Persönlichkeitsdimension; wird durch Persönlichkeitstests ermittelt und soll Aussagen über eine Disposition für neurotische Störungen ermöglichen (H. J. –> Eyensenck)“ (Lexikon-Institut Bertelsmann, 1995, S. 328).
5. Definition Neurotizismus ist eine psychische Disposition, die durch bestimmte Wesensmerkmale, erworbene Fehleinstellungen oder innere Konflikte ausgelöst wird. Manchmal wird Neurotizismus in der Fachliteratur auch als „neurotischer Störungszustand“ verwendet. Dies ist dann der Fall, wenn man den Grad des Neurotizismus durch einen Fragebogen ermitteln kann

Quelle: Neurotizismus - Definition - was bedeutet
© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik
Also wieder einmal sind genetische Hintergründe gefunden worden zu einem Thema, das offensichtlich nicht wirklich eindeutig definiert werden kann - wie so oft in der Psychologie und auch in der Medizin.
Nur gut, daß offensichtlich die genetische Disposition nicht felsenfest bleibt sondern Änderungen möglich sind*.

Grüsse,
Oregano
__________________
They tried to bury us. They didn't know we were seeds.

Gene beeinflussen Zufriedenheit, Wohlbefinden, Depressionen
Clematis
Hallo,

zwei ketzerische Fragen dazu:

1. würde dieses Thema nicht auch sehr gut hierher passen?
http://www.symptome.ch/vbboard/gesun...initionen.html

2. mich beschleicht bei diesen vermuteten genetischen Ursachen psychischer Vorgänge (die ja keineswegs festgeschrieben sind) immer das ungute Gefühl: was wollen wir alles noch den Genen in die Schuhe schieben, nur um keine eigene Verantwortung für unser Verhalten und Wohlbefinden übernehmen zu müssen? Die Auswirkung ist dann: Pille rein und alles wird gut?

Gruß,
Clematis


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