Was kann ich denn noch tun?!

22.03.10 12:46 #1
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Heeey ihr Lieben!

Ich brauch einen guten Rat, Tipps, Infos - was auch immer. Ich weiß einfach nicht mehr weiter und alles läuft aus dem Ruder.
Ich bin 16 und kann seit knapp 2 Jahren keine reguläre Schule besuchen.
Grund dafür: Panikattacken

Meine Geschichte dazu ist ziemlich lang.
Als ich klein war, wusste ich nicht was mit mir geschieht. Ich fühlte mich als Junge und wollte keine Mädchenklamotten anziehen. Ich wollte nicht mit Mädchen spielen und hab mich stattdessen immer wieder in sie verknallt.
Ich bin transsexuell und mein Psychiater eine totale Niete was sowas angeht.
Ich wohne im Kreis Aachen und hier in der Nähe gibt es so gut wie niemanden der mir weiterhelfen kann, sprich Hormone und Brust-Op.

Meine Mutter hat sich vor einem Jahr von meinem "Erzeuger" getrennt. Ich nenne ihn Erzeuger weil er für mich nie ein Vater war. Er ist schwerer Alkoholiker und er verachtet mich für das was ich bin. Er sagte, er würde sich mit sowas wie mir nicht an einen Tisch setzen wollen und dass ich die Hormonbehandlung und Brust-Op erst machen lassen soll wenn ich ausgezogen bin. Er hat meine Familie und mich wie Scheiße behandelt (Tut mir leid, wenn ich mich so ausdrücke :S)
Aber er hat uns Wochenlang ohne Heizung bei -14° im Haus sitzen lassen. Hat das Geld für eine neue Heizungsanlage verschleudert, hat sich nur um seine Tiere gekümmert und als wir nichts mehr zu Essen hatten, kam er in die Küche und hat sich was gemacht, seine Kinder und Ehefrau mussten zugucken.
Durch ihn und andere habe ich angefangen mich selbst zu verletzen.
Meine Mutter konnte es nicht mit ansehen und hat mich in eine Klinik eingewiesen. Die Leute da meinten ich hätte schwere Depressionen, haben aber nicht geholfen jemanden zu finden, der mir mit meiner Transsexualität weiterhelfen kann. Denn das ist es, was mich so fertig macht.

Seit 2 Jahren ungefähr kann ich keine reguläre Schule besuchen. Nach allem was ich durchgemacht habe (Mobbing vom feinsten, Prügel, Beleidigungen, Demütigungen etc. pp.) fing alles an schlechter und schlechter zu werden.
Als ich die Schule wechselte kam ich mit meiner Freundin zusammen, mit der ich heute noch zusammen bin, aber wir sehr viel streiten.
Ich hatte Panikattacken, ziemlich heftige, jedesmal wenn sie zu mir kam. Eine Sozialphobie hat sich entwickelt, dadurch, dass mich immer Menschen gemobbt und nicht akzeptiert haben. Untolerante Menschen, die nichts besseres zu tun hatten als anstatt über Gott und die Welt, über mich redeten.

Bevor wir dann umgezogen sind letztes Jahr, wusste das ganze Dorf von mir. Sogar die Leute von den Dörfern in der Nähe wussten alles. Dadurch, dass wir im Fernsehen waren "Wildes Wohnzimmer" und sie es unbedingt mit reinnehmen mussten. Dort hieß es "Die transsexuelle Vanessa die gerne Dennis genannt werden möchte"

Ich musste so viel Schmerz und Leid durchmachen und jetzt wird es wieder schlimmer. Ich hab so viel im Kopf, ich muss an so vieles denken was war. Seit 2-3 Monaten habe ich immer wieder Flashbacks und es wird immer schlimmer.

Heute sollte ich ein Praktikum machen, in einem großen Geschäft, wo auch meine Mutter arbeitet. Seit einer Woche hab ich jeden Tag Kopfschmerzen und heute tut mir der ganze Oberkörper weh.
Meine Gelenke, mein Rücken, meine Arme und vor allem mein Kopf.
Ich weiß nicht mehr was ich tun soll. Meine Mutter ist total sauer jetzt weil ich nicht mitgefahren bin. Ich kann einfach nicht.
Alle verlangen was von mir und niemand sieht was in mir passiert.
Ich hab so oft angefangen zu reden und alles wird abgestempelt mit "Ja, frag doch mal wies anderen geht" oder "Ja, wir müssen sowieso noch einen neuen Psychiater finden"
Was kann ich denn noch tun? Alle um mich herum tun so als würde ich komplett alles falsch machen. In letzter Zeit bin ich auch ziemlich aggressiv (nicht handgreiflich!) wenn mich jemand so anspricht oder mir was vorwirft was ich getan habe.

Ich hab auch schon angefangen zu schreiben. Mittlerweile sind es über 100 Seiten..

Hoffentlich kann mir jemand einen Rat geben. Alles ist so kompliziert und ich kann wirklich nicht mehr klar denken.
Danke an alle die sich die Zeit genommen haben um das zu lesen, wirklich!

MfG Dennis.


Was kann ich denn noch tun?!

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Dennis,

das ist eine traurige Geschichte. Nicht nur, daß Deine Familie nicht hinter Dir steht und der Psychiater nicht helfen kann. Es ist auch traurig,daß es Dir so schlecht geht, u.a., weil die Menschen oft so engstirnig sind.

Ich kenne mich mit Transsexualität nicht aus. Aber es gibt Seiten im Internet, die vielleicht helfen können?:

Deutschsprachige Links

Gruss,
Uta

Was kann ich denn noch tun?!
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Themenstarter
Danke Uta!

Du gibst wirklich guten Rat, ich bin dir sehr dankbar.

Ich kenn diese Seiten. Ich hab mich so viel im Internet informiert.
Auch wie das alles aussieht mit Hormonen und den Op's. Mir bringen diese Informationen nichts, wenn ich nicht den richtigen Psychiater habe :(

Ich denke mal, dass diese Schmerzen von der Psyche herrühren oder?
Was anderes kann ich mir nicht erklären.

Im Raum Aachen, habe ich so gut wie alle Psychiater angerufen und niemand kennt sich mit dem Thema aus. Meine Krankenkasse war auch total ratlos, als ich ihnen alle Namen aufgezählt habe von Psychiatern im Kreis, die ich angerufen habe.

Es würde mir nichts ausmachen weiter weg jemanden zu haben, hier muss es aber naja "eingeleitet" werden. Dazu kommt noch, meine Ma würde niemals so weit fahren können.
Ich fühl mich ziemlich alleine mit allem. Ich kann mit niemandem reden und niemand kann mir helfen.

Danke für deine Hilfe!

Mfg Dennis.

Was kann ich denn noch tun?!

Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.681
Seit: 10.01.04
Hallo Dennis,

wenn Du schon viel im Internet unterwegs warst, bist Du sicher auch auf Selbsthilfegruppen gestoßen, wie z.B. diese: transsexuell.de :: Transsexualität :: Transidentität :: Transgender

Ich denke, daß die sich am besten auskennen in Sachen geeignete Ärzte, Ansprechpartner usw.

Gruss,
Uta

Was kann ich denn noch tun?!

Blackfly ist offline
Beiträge: 166
Seit: 01.02.10
Hallo Dennis

Es tönt jetzt vielleicht wirklich komisch, doch mich faszinieren Transsexuelle Menschen sehr.

Es muss sehr schwer sein so geboren zu werden und vorallem die Jugend muss grausam sein. Wir können hier Teil haben, doch wirklich nachvollziehen, Verstehen und nachfühlen können dir nur Menschen, die selbst Transsexuell sind, es also selber erlebt haben. Wende dich an solche Menschen. Dort kannst du dich austauschen, vielleicht sogar Hilfe holen. Kürzlich kam auf Stern TV ein Beitrag darüber. Schreib doch mal die an, wo es Hilfe für dich geben kann. Selbsthilfegruppen finde ich eine super Idee.

Du schreibst? Schon mal ein gutes Ventil. Du solltest unbedingt einen Weg finden um deine Wut heraus zu lassen. Schluck nichts runter. Nimm ein Kissen, Boxsack oder was auch immer, gehe rennen, schrei, aber lass es raus.

Ich denke nicht, dass du unbedingt ein Therapeut brauchst der sich mit Transsexualität auskennt. Ich denke es ist viel wichtiger, jemanden zu finden der dich versteht und ehrlich gewillt ist, dir zu helfen. Ich habe nun das Glück einen solchen gefunden zu haben. Das wünsche ich dir aus ganzem Herzen auch.

Was kann ich denn noch tun?!

keinnick ist offline
Beiträge: 95
Seit: 27.06.10
dgti.org . Das ist eine Beratungsstelle. Hat auch viele Adressen von Psychologen etc für die Gutachten etc.

Ist zu Empfehlen.

Depressionen kommen häufig vor, wenn der Leidensdruck sehr hoch geworden ist und man selbst nicht mehr in der Lage ist so zu tun als wäre "nichts" (also nicht mehr will oder kann - verbergen des eigenen Seins) .

Du kannst dich übrgiends schon Dennis nennen, wenn du magst.

Es gibt auch einen Ergänzungsausweis. Damit kann man viele Unterlagen schon Ändern lassen.


sorry, bin ziemlich müde und gedanklich gerade ziemlich aufgewühlt (privates)


Hormonbehandlung kann jeder Allgemeinarzt, Hormonärzte ,wie auch Gyn machen (ich weis lettzers ist blöd, aber die sind manchmal offener). Allerdings ist dafür ein Attest notwendig. Aber es gibt eben Psychologen etc die einen dieses Attest ausstellen. Dann kann jeder Arzt das übernhemen.

Für die Brust-Op brauchst eine Indikation. Beziehunsgweise ein Gutachten für die Krankenkasse um damit eben eine Kostenübernahme zu beantragen.

Solltest dich aber vorher ausreichend Informieren - denn die Krankenkasse will oft die zwangstherapie wie das sinnlose ein-jahres-alltagstest und da solltest dir vorher überlegen ob du denn Rotz mitmachenw illst, oder Selbstbestimmt.
Da brauch man schon gewisse Kenntnisse und oder Hilfe die einen Unterstützt den Krankenkassen das Maul zu stopfen (was geht. Ich habe meine Kostenübernahme für die Ops innerhalb eines Jahres durch gehabt - das ist alelrdings seltensheitswert, da auch komplett in Privatklinik ohne sinnlose Massnahmen zvor)



ich persönlich würde nicht sterntv anschreiben. selbsthilfegruppen sind zu empfehlen, allerdings bedingt.

Geändert von keinnick (27.06.10 um 13:50 Uhr)


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