Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern, damit es mir besser geht

24.10.09 20:15 #1
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Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo einen schönen zweiten Advent,

ist ja schon fast vorbei dieser Tag. Für mich war er sehr kurz. Das hatte ich schon ewig nicht. Ich schlief fast bis um halb 12 Uhr Mittag. Ich war zwar um 5 Uhr wach und etwas gelesen, schlief dann aber noch weitere 3 Stunden.

Mein Sohn sagte heute zum ersten Mal, seit er die Vitamine etc. bekommt, er würde jetzt immer von alleine wach. Das bestätigte mich in meinem Tun. Also, er steht jetzt immer früher auf und ich später. Seltsam. Für mich war es auf jeden Fall ungewöhnlich, wo ich immer so wenig schlafe. Ich nehme ja jetzt auch Fettsäuren und Vitamine. Vielleicht machen die sich ja auch bei mir bemerkbar.
Trotzdem bin ich heute ziemlich aggressiv zu meinem Mann und Sohn gewesen. Irgendwie genervt. Keine Ahnung Warum?
Liebe MariaG, ich habe mir eben mal die Seite angeschaut "Gewaltfreie Kommunikation". Finde ich toll. Vielen Dank dafür
Ein Satz war für mich interssant. Anklagen, Kritik, Vorwürfe, Schuldzuweisungen und der Großteil der aggressiven Sprache sind nach den Grundideen der gewaltfreien Kommunikation so etwas wie "verkappte Wünsche". Weil wir nicht gelernt haben, richtig zu bitten, unsere Wünsche konstruktiv- und vor allem in einer annehmbaren Form zu äußern, greifen wir zur aggressiven Sprache.
Das fällt mir besonders bei meinem Mann auf. Wenn er mich um etwas bittet, oder überhaupt nur sagen will, kommt es laut und aggressiv rüber. Sicher mache ich das auch. Meiner Tochter fällt das ganz schwer.
Meine Therapeutin hat einmal gesagt, dass man bei Ängsten aggressiver fragt.

Wenn ich früh wach werde, ,nehme ich ja immer ein Buch. Ich habe eine Menge am Bett liegen. Übrigens, MariaG, ich habe dieses Buch "Ich bin oK, du bist ok. Suche es noch.
Also, ich nahm das Buch Ja, aber zur Hand. Das habe ich letztes Jahr mal gekauft, weil mein Mann immer ja, aber sagt. Das regt mich schon immer sehr auf. Dann noch weiter: Die heimliche Kraft alltäglicher Worte und wie man durch bewusstes Sprechen selbtbewusster wird.

Da fiel mir etwas auf.!5 Wörter kommen in diesem Buch vor. Aber, Müssen, sich ärgern, Nicht, sich verlassen auf, Schuld, Fehler, Mehr, Entscheidungen, Geben und Nehmen, Sicherheit, Sorgen, Versuche, Vertrauen und Zeit.Mit diesen vertrauten und geläufigen Ausdrücken würden wir uns, ohne uns dessen bewusst zu sein, das Leben unnötig schwer machen. Durch ihren Gebrauch vermeiden wir nicht nur, uns selbst bewusst wahrzunehmen und zu begreifen, was tatsächlich in uns vorgeht, sondern verhindern auch die Befriedigung unserer Bedürfnisse und die Erfüllung unserer Wünsche. (die Befriedigung unserer Bedürfnisse und Wünsche)
Der unreflektierte Gebrauch dieser Wörter schafft eine Mauer, die die direkte Kommunikation mit uns selbst und mit anderen blockiert. Die Wörter haben eine Art Schutzfunktion.
Ich finde dieses Buch auf jeden Fall auch sehr gut. Ich muß ( da ist so ein Wort) nicht muß, ich will es mal versuchen es anzuwenden.
Wir du schreibst liebe MariaG, bei sich zu bleiben. Das war eigentlich der Standardsatz in der Therapie. Bleiben sie bei sich. Doch, wo die Übung fehlt, vergisst man es schnell und macht es wie immer.

Diesen Nick hier hat mir übrigens netterweise Juliette, eine Moderatorin, erstellt. Ich bin sehr froh darüber, auch wenn ich es schon zweimal abbrechen wollte.
Du hast geschrieben MariaG, dass mir das Schreiben auf Dauer nichts bringen würde.
Das sehe ich nicht so.
Ich habe gemerkt, dass ich beim Schreiben mehr nachdenke. Wenn ich in der Therapie war, bin ich immer von einem Thema ins andere. Die Stunde war dann auch immer schnell vorbei. Da war ich dann noch mehr durcheinander.
Das Gleiche hatte ich ja auch hier im Tread. Zuviele Themen. Da wollte ich es eben mal versuchen, bei einem zu bleiben. Z.B. Warum ich keine Geschenke annehmen kann.
Das ist ja mein Hauptproblem. Ich sehe das jeden Tag in meinem Haushalt. Ich renne von einer Aufgabe zur nächsten. Fange hier mal was an und da mal was an. Habe keinen Plan nenne ich das immer.
Sobald etwas neues kommt, vergesse ich das andere. Das ich z.B. den Raum im Keller gemacht habe, ist schon wieder vergessen. Muß mich dann immer daran erinnern dran zu bleiben. Das strengt eben immer so an und überfordert mich.
Wie gesagt das Schreiben ist im Moment besser als Reden. Das muß ich ja wohl erst lernen.

Liebe Senora, als du ein Veto für mich eingelegt hast, das tat mir so gut. Ich habe richtig gefühlt, wie mich das gefreut hat. Mein ganzes Leben hat mich keiner verteidigt. Ich würde es noch besser verstehen nennen.Du hast mir gezeit, dass du mich verstehst. WAS ich WARUM ändern will. Ja, dass ist sehr wichtig für mich. Immer sollte ich was ändern, aber ich wußte nicht immer warum. Ich soll meine Familie verlassen. Wegziehen. Doch nie sagte mir jemand wohin ich ziehen sollte, wie es weitergehen sollte. Das überforderte mich total, bis ich unfähig war zum Handeln.
Es stimmt auch, dass jeder in meiner Familie oft ausrastet, sich aber immer wieder zurücknimmt und es wieder versucht es besser zu machen.
Im Grunde wollen wir doch nur eine normale kleine Familie sein. Das ist der Wunschgedanke in uns. Mir fehlt mein ganzes Leben schon Vertrauen. Ich kann meinem Mann nicht vertrauen. Meine Eltern waren nicht ehrlich, meine Schwester log mich nur an, etc. Bei dir Senora, habe ich schon oft geweint, wenn du was geschrieben hast zu mir. Ist doch seltsam oder? Vielen Dank, dass es dich gibt.

Mein Sohn sagte diese Tage zu mir, dass er glaubt sein Vater will ihn weghaben. Er mag mich nicht. Das tut mir immer so weh. Ich spüre das ja auch. Mein Mann sagte auch einmal, er wollte keine Kinder. Heiraten auch nicht. Er hätte mich aus Mitleid geheiratet. Mein Vater sagte mir auch nie, dass er mich liebt. Ich wünschte es mir für meine Kinder nicht so.

Ich habe mir diese Tage vorgenommen mal schriftlich mit meinem Mann und Sohn zu erarbeiten wer was an einem mag. Jeder soll mal aufschreiben was er gut findet oder nicht so gut. Was er sich vom anderen wünscht. Es ist ein Gedanke von mir, weil es ja eben nicht verbal funktioniert. Noch nicht.
Ich habe immer das Gefühl mein Mann denkt einfach nicht über sich oder uns nach. Gefühle sind ihm fremd. Wir hatten das mal in der Paartherapie gemacht vor 12 Jahren. Mein Mann hatte einen riesen Zettel und sagte, er hätte zuhause noch mehr. Da habe ich ihm voll, vor den zwei Therapeuten gegen das Knie getreten. Das passierte ganz schnell.
Heute kam er nah an mich ran, sagte wie gut er sich rasiert hätte.
Was mach´e ich? Ich sage er soll abhauen. Ich hielt die Art, wie er es tat oder sagte nicht aus. Das mache ich jetzt seit über 15 Jahren so oder noch länger.

Dann habe ich gestern ein Bild von mir aufgehangen. Ich ließ ein Bild von mir entwickeln. Fand es zufällig. Da war ich 18 Jahre alt. es wurde zufällig größer als gewollt entwickelt. Ich finde es schön. Der Fotograf hing es damals in seinen Laden auf. Jetzt habe ich es neben meiner Tochter aufgehangen und ein Bild von meinem Mann dazu. Das habe ich noch nie getan. Ein Bild von mir oder meinem Mann an der Wand. Das war wieder ein kleiner Schritt. Immer hingen nur die Kinder dort. Von meinen Eltern konnte und wollte ich nie ein Foto aufhängen. Schließlich hatten sie mich ja auch verbannt und meine Tochter.

Ach ja, du hast geschrieben MariaG, dass ich nicht gleichzeitig auf meinemn Mann schimpfen kann und bei ihm bleiben.
Das weiß ich selber auch. Das frage ich mich schon seit vielen Jahren. Vielleicht sogar schon seit 25 Jahren. Ich schimpfe nämlich schon solange.
Das möchte ich gerne mal später einzeln besprechen bzw. schreiben. Immerhin bleibt mein Mann ja auch genauso lange bei mir. Trotzdem ich zweimal auszog.
Vorgestern wurde noch ein Buch im Fernsehen vorgestellt. Irgendetwas über eine Zicke. Ich bin also z.B. die Zicke (kann auch männlich sein). Der Partner ist unfähig und verharrt in dieser Situation.
Mir fällt da noch ein Buch ein, was ich oft gelesen habe Ich hasse dich, verlass mich nicht.
Wir können nicht ohne den einen und auch nicht mit.
Das ist eine schlimme Situation unter der wir alle leiden.
Da bin ich dabei herauszufinden, warum wir das aushalten "müssen".
Ich danke euch allen für Eure Unterstützung.
Schön dich kennengelernt zu haben MariaG

Ganz liebe Grüße
inchiostra

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MariaGabriella ist offline
Gesperrt
Beiträge: 231
Seit: 29.11.09
Meine Therapeutin hat einmal gesagt, dass man bei Ängsten aggressiver fragt.
ja, klar, eben aus Angst, nicht zu bekommen, was man sich wünscht, oder aus einer anderen Angst.
Durch die Agression aber wird es noch schlimmer. Eine agressiv vorgetragene Frage ist eine versteckte Anschuldigung. Dann wird der andere genauso agressiv antworten => ein Kreislauf aus Agression entsteht.

Es ist schwer, da raus zu kommen. Es ist auch schwer, bei sich zu bleiben, wenn Agression vorherrscht. Ein jeder wird sich nur zu verteidigen versuchen, in solch einem KLima.

Ich habe mir diese Tage vorgenommen mal schriftlich mit meinem Mann und Sohn zu erarbeiten wer was an einem mag. Jeder soll mal aufschreiben was er gut findet oder nicht so gut. Was er sich vom anderen wünscht. Es ist ein Gedanke von mir, weil es ja eben nicht verbal funktioniert. Noch nicht.
finde ich gut!

***

Na ja, zu dem "müssen" - hab ich meine eigene Meinung. Ich meine, keiner muss irgendwas. Ich meine auch, ihr kommt da, angesichts der Länge des Konflikts, nicht mehr raus. Ohne fachliche Hilfe gar nicht.
Aber du kannst es ja versuchen. Wenn du dich dabei nicht ganz aufreibst. Es ist deine Entscheidung.
Ich lese in deinen Worten eine tiefe Sehnsucht nach heiler Familie. Das ist gut. Aber mit der Familie sehe ich da eher schwarz, sorry für die deutliche Aussage. Man kann auch nicht eine Famile versuchen, zusammenzukitten, wo seit Jahrzehnten so viel Agression herrscht und keiner dem anderen über den Weg traut. Da ist ja jede Wohngemeinschaft/Studentenclique liebevoller im Umgang miteinander.

Übrigens hab ich nicht gesagt, du sollst ausziehen. Ich würde nie jemand sowas sagen. Ich an deiner Stelle würde es in so einem destruktiven Umfeld keinen Tag aushalten, das waren meine Worte.

Ich hab auch nicht geschrieben, dass schreiben dir nichts bringt. Ich habe geschrieben, dass schreiben alleine nichts bringt.

Und zu guter Letzt: Auch wenn du ausziehst, passiert nicht der Rest, den du dir im Leben wünschst, von alleine:
Doch nie sagte mir jemand wohin ich ziehen sollte, wie es weitergehen sollte. Das überforderte mich total, bis ich unfähig war zum Handeln.
Es gibt Hilfen für Frauen in deiner Situation, das fällt mir dazu noch ein. Hast du nie alleine gelebt? In Deutschland geht das, relativ problemlos, ich hab das damals auch so gemacht. Und ich war nur noch zufrieden, als ich meine eigene Wohnung hatte, der Rest war mi regal, hauptsache, ich hatte meine Ruhe. Hauptsache, keine Bedrohung mehr, Tür zu und Ende.

Aber wie gesagt, das ist meine Geschichte. Ich weiß, dass es geht und nichts über Ruhe, Frieden und Freiheit geht. Nur so können sich Menschen entwickeln. Du stehst ja total unter Druck, und das seit vielen Jahren. So kannst du nicht zur Ruhe finden. So wirst du auch nicht rausfinden, was du wirklich willst - ausser der Familie. Familie steht für dich für Ruhe, Frieden, Geborgenheit, Unterstützung. Aber es geht so nicht, du wirst es so nicht bekommen. Deshalb kämpfst du im Aussen/Umfeld, aber es wird sich nichts/nicht viel ändern, angesichts der über viele Jahre andauernden Situation. Eure Verhaltensmuster untereinander sind längst eingefahren. Die löst du nicht mehr auf,, denn du bist ein Teil der Familie. Das kann nur ein Aussenstehender, wenn überhaupt.
Mir erscheint es zu festgefahren, zu verkrustet.

Mich hat es sehr gerührt, wie hilflos du um eine Ehe kämpfst, die seit Jahrzehnten kaputt ist, die noch nicht mal dein Mann wollte. Aus Mitleid heiratet man nicht. Zu deinem Kampf, der dich aufreibt, fällt mir das Bild von Sisyphos ein, der die rieisige Kugel den steilen Berg versucht, hoch zu rollen. Es klappt nicht.

Ich liebe dich, verlass mich nicht - da gehts um borderline. Sowas muss unbedingt therapiert werden.

Dir alles Gute,

MariaGabriella

Geändert von MariaGabriella (06.12.09 um 23:31 Uhr)

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
Liebe inchiostra!

Ich kann dich gut verstehen, kann mir vorstellen, warum du nicht aufgibst. Du und deine Familie, ihr seid eine Einheit. Ihr gehört zusammen, jeder ist ein Teil des anderen. In der Psychologie ist jeder sozusagen eine Insel für sich, abgetrennt von den anderen. In der Liebe ist das anders. Trennt man sich, dann ist es so, als würde man amputiert. Da wird ein Teil aus der Seele gerissen, der da eigentlich hingehört.

Es ist so schön, dass es immer Schritt für Schritt weitergeht bei euch. Auch wenn es z.B. sehr traurig ist, dass dein Sohn sich so fühlt, als ob sein Vater ihn loswerden will. Aber er konnte es aussprechen! Das ist SO wichtig! Ich denke, dass er solche Dinge bisher nicht konnte.

Hast du schon mal überlegt, was wäre, wenn du deinem Mann einen Brief schreiben würdest, in dem du ihm alles sagst, was du nicht aussprechen kannst? Vielleicht würde er erst doof reagieren. Aber vielleicht würde er darüber nachdenken und ganz langsam würde einiges auch bei ihm sacken.

Es könnte natürlich auch sein, dass er den Brief missbraucht, um dir wehzutun und dich lächerlich zu machen. Daher ist so etwas ein wirkliches Risiko. Aber vielleicht wäre es das Risiko wert!?! Ich weiß es nicht. Ich persönlich würde es wohl wagen. Aber ich bin nicht du. Jeder kann anders mit Kritik oder Verrat umgehen. Vielleicht würde es dich zu sehr runterziehen, wenn er dumm reagieren würde.

Die Idee ist es aber auf jeden Fall wert, dass du mal drüber nachdenkst. Vielleicht nicht heute oder morgen, aber vielleicht in ein paar Monaten. Lass dir auch hierbei Zeit!

Ob er irgendwann gesagt hat, dass er dich aus Mitleid geheiratet hat – wer weiß, was da gerade los war! Vielleicht wollte er dich ganz einfach verletzen, weil er auch verletzt war. Ich will das nicht entschuldigen, es ist sehr böse, so etwas rauszupaulen, aber ich weiß halt, dass man oft dumme Dinge macht und sagt, wenn es in einem wehtut.

Es kann sein, dass er es ernst meinte, es kann auch sein, dass er dich verletzen wollte. Aber letztendlich HAT er dich geheiratet und ist noch immer bei dir.

Was bei euch richtig ist, kann niemand sagen. Es ist wirklich eine verfahrene Situation. Darum ist es so gut, dass du dich langsam immer weiter vorarbeitest. Etliches, was euch umtreibt, ist sicher in dir verborgen. Dort kannst du "am leichtesten" ansetzen. Denn wenn DU dich verstehst, dann kannst du das nicht nur ändern, sondern auch erklären. Und wenn der andere etwas versteht, kann er leichter verzeihen und sich vielleicht auch öffnen.

Fühl dich ganz doll umarmt, du Liebe!

Liebe Grüße
Sonora

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Oregano ist gerade online
Beiträge: 63.711
Seit: 10.01.04
Mich hat es sehr gerührt, wie hilflos du um eine Ehe kämpfst, die seit Jahrzehnten kaputt ist, die noch nicht mal dein Mann wollte. Aus Mitleid heiratet man nicht. Zu deinem Kampf, der dich aufreibt, fällt mir das Bild von Sisyphos ein, der die rieisige Kugel den steilen Berg versucht, hoch zu rollen. Es klappt nich
Ich finde es trotz widriger Zustände bewundernswert, wie Inchiostra kämpft. Ob diese Ehe wirklich kaputt ist? Immerhin bewegt sich im kleinen immer wieder etwas, wenn neue Impulse gegeben werden. Und Inchiostra gibt zur Zeit eine Menge Impulse auf verschiedenen Ebenen.

Ich beurteile lieber nicht, wie der Stand einer Ehe ist; das müssen alleine die Betroffenen machen. Und auch sie allein können letztlich entscheiden, was sie mit sich und der Ehe anfangen möchten und können.

Auch angedeutete Diagnosen wie "Borderline" sind schwierig, vor allem über das Internet. Das überlasse ich lieber am Ort ansässigen Therapeuten, die die damit verbundenen Ängste und Andeutungen konkretisieren und auffangen können.

Vielleicht wollte Dich Dein Mann wirklich ärgern, als er sagte, er hätte Dich aus Mitleid geheiratet?
Es kann viele Gründe geben, warum er das so formuliert hat. Und wenn dem so wäre? - Dann hat er es trotz aller Widrigkeiten aber erstaunlich lange mit Dir ausgehalten.


Gruss,
Uta

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inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo Ihr Lieben,

ich möchte doch noch einiges klären, was ich hier gelesen habe.

Wie immer freue ich mich, wenn ich feedback bekomme. Das gibt mir immer Mut weiter zu machen. Zu kämpfen.

Liebe MariaG, ich habe dich nicht gemeint du hättest gesagt ich soll ausziehen. Ich meinte, dass man mir das jahrelang immer wieder gesagt hat. Es war sofort immer der Satz da: Ziehen sie doch aus.
Ich wollte aber nicht ausziehen.
Ich konnte nicht ausziehen.
Ich wußte nicht, warum ich ausziehen sollte.
Ich verstand einfach nicht, wenn Probleme da sind, dass man abhauen soll.
Ich habe es dann aber gemacht, weil der Druck zu groß war.
Ich habe zum ersten Mal erlebt, als meine Schwester sich getrennt hatte. Da war ich 17 Jahre alt. Ich stand unter Schock. Dann mein Bruder und schliesslich meine Schwester. Eine Schwester heiratete Ihren Mann aber gleich noch einmal. Alle 3 Geschwister sind auch früher von zuhause weggelaufen. Ich blieb als einzige da.
Dann war ich seit Jahren Depressiv. Man soll keinesfalls lebenswichtige Entscheidungen während der depressiven Episode treffen, wie Scheidung, Ortswechsel etc. Das verlangte man aber ständig von mir. Das ich depressiv war, weiß ich erst seit knapp 2 Jahren. Darüber wurde auch in der Therapie nicht gesprochen.

Liebe MariaG, ich habe diesen Satz noch einmal gelesen.
Im Moment bin ich im Stillstand, du tust nichts, ausser darüber Schreiben was dir passiert, aber es ist zu wenig. Schreiben alleine verändert dauerhaft nichts. Findest du das wirklich? Ich tue sehr viel und schreibe das auch.

Ich finde das toll, wenn du das so schnell schaffen würdest aus einem destruktiven Umfeld , auszubrechen. Ich kann es nicht.
Professionelle Hilfe hatte ich genug. Es funktionierte nicht.
Ausser in der letzten Therapie hieß es so. Wenn ich mich nicht von meiner Mutter getrennt hätte, könnte ich mich auch nicht von meinem Mann trennen.
Das werde ich mir demnächst noch einmal von dieser Therapeutin erklären lassen. Ich glaube ihr aber. Weil es so ist!

Das wir uns ständig immer gleich streiten und wie Bruder und Schwester leben, muß doch einen Grund haben. Eine Therapeutin sagte auch einmal, sie sind nicht ohne Grund mit ihrem Mann zusammen.
Die Wiederholung der immer gleichen Streitigkeiten schützt uns vor der Angst. die wir unweigerlich empfinden, wenn wir eine Veränderung vollziehen.
Auch solche Zeiten des Streitens können ihren Sinn haben.Manchmal brauchen wir die festgefahrende Situation - solange bis wir genügend innere Kraft spüren, unserem wirklichen Problem ins Auge zu sehen, und bis wir das Gefühl haben, dass wir nuns loslassen können.
Und selbst wenn wir bereit sind, das Risiko einer Veränderung einzugehen, halten wir manchmal noch lange an unseren sinnlosen Auseinandersetzungen fest.

Darum habt ihr recht, dass mein Mann mich eigentlich nur verletzen wollte.
Bis wir nicht wissen, was das wirkliche Problem ist, werden wir uns wohl so verhalten. Bis in alle Ewigkeit.
Darum habe ich aber noch einmal diese Therapie gemacht.
Ich kann nicht gehen, weil ich nicht weiß warum.
Ich hätte Borderline, wäre depressiv und was weiß ich noch alles. Das waren nur Diagnosen. Damit hatte mein Mann mich aber jahrelang gequält. Ich wäre ja eine Borderline. Ich dann , aber wenn dann schon eine von Borderline.
Jetzt hieß es nach Jahren ich wäre keine Borderline. Jahrelang dann diese Diagnose mit Stempel.

Dadruch, dass ich diese Therapie gemacht habe, ging meine Tochter auch zur Therapie. Meine Kinder sahen, dass ich was tue. Das hatte meienr Tochter imponiert. Mein Sohn sagt alles , wie du sagtst Uda, er kann es aussprechen.
Ich arbeite so an mir, weil ich ihnen alles erklären will, warum ich oft "ver-rückt" reagiere.

Bis heute Abend lief eigentlich alles ruhig bei uns. Dann kam das Thema Gesundheit, da sagte mein Mann, seine wäre ihm egal. Das machte mich wieder so wütend, dass ich die Tür lauter zumachte. Ich sagte es ihm auch später in der Küche, dass unsere Tochter das auch immer traurig macht, wenn er so etwas sagt. Sie hat dann Angst, ihn zu verlieren.
Dann spüre ich ganz deutlich, dass er unzufrieden ist mit mir. Er wünscht sich Nähe und bekommt sie nicht von mir. Das wirft er mir vor. Immer wieder.
Ich sagte ihm dann, dass es nicht gut war die Paartherapie abzubrechen. Es würde nichts bringen, sagte er.
Das bestärkt mich jetzt aber, es mal jetzt schriftlich zu versuchen. Einen Brief schreiben, noch nicht, aber notieren was man für Wünsche, Ziele hat, was man gut und nicht so gut findet. Das sollten eben auch die Kinder machen.

Soeben habe ich im Zimmer meines Mann 2 Engel aufgestellt und etwas geschmückt. Das sind ganz kleine Schritte. Vor ein paar Monaten noch stand ich in dem Zimmer und mußte immer weinen. Jetzt lege ich seine Wäsche ordentlich weg, da hatte er sich sogar mit einem Kuß bedankt. Und da sagt mein Mann, die Therapie würde nichts bringen.

Das macht mich so

Liebe Grüße
inchiostra

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MariaGabriella ist offline
Gesperrt
Beiträge: 231
Seit: 29.11.09
Liebe Inchiostra,

ich war depressionsfrei, als ich meinen ex nach 16 Jahren Ehe verlassen habe. In der Ehe aber war ich "voll abgetaucht" - also depressiv und abhängig von ihm. Das war mir damals aber gar nicht bewusst.

Ich hatte/habe (?) abhängige Persönlichkeitsanteile.
Bei dir sehe ich diese Anteile sehr viel deutlicher. Ich hätte das damals abgestritten.

Andererseits ist es gut, zu kämpfen, du schreibst, warum man gehen soll, wenns schwierig wird. Es ist ehrenwert, durchzuhalten, zu kämpfen - nur: Es muss sich lohnen. Um den Preis der Selbstzerstörung sollte man nicht kämpfen.
Ich jedenfalls würde es nicht tun, das wäre Selbstmord auf Raten. Ich wäge sehr gut ab, ob es sich lohnt, zu kämpfen. Ich habe nämlich auch dieses "Durchhalten um jeden Preis-Gen" (Masochismus nenne ich das.).

Ja, dann hattest Du eben die falsche Therapie. So mein Eindruck.
Ich bin jahrelang immer im Herbst, wenns mir schlechter ging, zu Therapeuten. Ich kam mit denen nicht klar. Sie wollten Analyse machen, in meiner Vergangenheit rumwühlen. Ich kenne meine Vergangenheit, ich hab mich selber jahrelang analysiert - ich brauche, lehne es ab, Therpeuten, die nur anaylsieren und nicht helfen, in meinem Seelenleben rumwühlen zu lassen. Über die letzte Therpeutin, die auch wieder mit der Vergangenheit anfing - mein Gott, ich will LEBEN im Jetzt, in der Zukunft leben, und dazu brauchte ich Hilfe - hatte ich hier geschrieben, die Frau war eine katastrophe, hat mich offen beleidigt, angegriffen, ich solle doch nicht so jammern, da liefen ganz schlimme Vorwürfe - na ja egal, ich bin da nicht mehr hin, hab mich bei der KK beschwert. Seitdem kriegt mich keiner mehr zu nem Analytiker.

Was ich Dir sagen will, Inchiostra, ist: Es gibt gute Therapeuten, ich hab jetzt eine, ich hab lange gesuacht, es ist aber Verhaltentherapie, die Frau arbeitet mit Kinesiologie, das ist klasse, schonend, und man muss nicht in der Vergangenheit rumwühlen, was unnötig belastet. Ich kriege Hilfe fürs Jetzt, für die Realität, und das wollte ich auch. Ich hab danach gesucht, und ich hab es gekriegt. Es hat lange gedauert, aber es hat geklappt.

Was ich Dir sagen will, ist: Such dir sowas, du brauchst das. Es gibt sehr gute Therapeuten mit erstklassigen Methoden. Die schaffen das, die helfen dir.
Ich hab auch jahrelang nur geschrieben (im Internet), und suchte Hilfe bei anderen, fremden Leuten - es hat mir nicht geholfen, im Gegenteil, es ging immer tiefer ins Jammern. Je mehr ich um Hilfe gefragt habe, desto mehr artete das ins Passiv-Bleiben, ins Jammern aus.
Mir hat nur geholfen, was aktiv, selbst, zu tun. Den Hintern hoch und was tun. Auch wenns Angst macht.
Such dir bitte eine gute Hilfe.

gruß MariaG

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Sonora ist offline
Beiträge: 3.015
Seit: 10.09.08
inchiostra:

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Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
liebe inchiostra,

was du schreibst macht auf mich den Eindruck, als ob sich bei dir/euch schon einiges bewegt. Und das meine ich postitiv.
Es sind immer kleine Dinge, die man allzuleicht übersehen kann wenn man selber mitten drin steckt. Aber sie sind da, kleine Veränderungen, Zeichen.
Da finde ich es wichtig, ganz gezielt nach diesen positiven Dingen zu schauen, sie zu erkennnen, zu suchen und sich darüber zu freuen.

Meine Kinder sahen, dass ich was tue. Das hatte meienr Tochter imponiert. Mein Sohn sagt alles , wie du sagtst Uda, er kann es aussprechen.
Ich arbeite so an mir, weil ich ihnen alles erklären will, warum ich oft "ver-rückt" reagiere.
Soeben habe ich im Zimmer meines Mann 2 Engel aufgestellt und etwas geschmückt. Das sind ganz kleine Schritte. Vor ein paar Monaten noch stand ich in dem Zimmer und mußte immer weinen. Jetzt lege ich seine Wäsche ordentlich weg, da hatte er sich sogar mit einem Kuß bedankt.
Das sind Erfolge! Und darauf kann man aufbauen. Nicht nur beim negativen ansetzen, mehr das Gute und schon Erreichte betonen, auch das ist eine ARt die ERfolge bringen kann.
Kleine Erfolge, das dauert alles eine lange Zeit, und braucht viel Geduld und auch Kraft. Schau ob du diese Kraft aufbringen kannst und auch möchtest.
Es muss nicht zwingend falsch sein, in einer solchen familiären Situation zu bleiben, und zu versuchen sie zu ändern. Es kann auch sinnvoll sein, Erfolg haben. Allerdings musst du das ganz für dich alleine entscheiden, nur du kannst wissen ob du das kannst und möchtest.

liebe Grüße von hexe

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Pius Wihler ist offline
Beiträge: 1.019
Seit: 24.09.04
Hallo Ihr lieben Schreibende

Ich habe hier soeben einiges gelesen und es ist sehr eindrücklich, interessant und aufschlussreich.

Es ist viel zu umfangreich um wirklich darauf eingehen zu können. Ich würde einige Ereignisse als „emotionale Altlasten“ bezeichnen, wo es sich lohnen würde, sie integrativ zu bearbeiten.
Ich bin auch der Meinung, dass eine Analyse der Vergangenheit alleine nicht viel bringt, wenn sie nur auf der Verstandesebene stattfindet. Wichtig ist, dass die Gefühlsebene und die Körperebene mit einbezogen werden. Dann sind nach meiner Erfahrung erstaunliche positive Veränderungen möglich, da sie im innern dieses Menschen ganzheitlich geschehen.

Ich möchte ermutigen, „dran“ zu bleiben und nicht aufzugeben.
Wir können jemandem einen Weg zeigen, gehen muss/darf ihnen letztlich jeder selbst. Sich dabei auch nicht überfordern und ihn Schritt für Schritt gehen und sich nicht von der sich vorgestellten Länge des Weges abschrecken und lähmen lassen. Wir Menschen können uns tatsächlich im Voraus schon lähmen. In dieser Beziehung sind wir den Tieren voraus, oder ist das mal ein Nachteil von uns Menschen?

Im Buch: "Lass mich, Verlass mich nicht. ADHS in der Partnerschaft". Kann auch viel Nützliches entnommen werden. Auch ohne selbst ein ADHS zu sein.

So, nun "muss" ich staubsaugen im Haus und so auch meinen Beitrag zum Hausfrieden leisten, statt mich hier zu "vergessen"
__________________
Gib einem Hungernden einen Fisch, und er hat zu Essen für einen Tag.
Lehre ihn angeln, so hat er zu Essen für das ganze Leben.

Einen schönen Tag wünscht Dir Pius

Ich möchte in meinem Umfeld etwas verändern damit es mir besser geht

inchiostra ist offline
Themenstarter Beiträge: 2.078
Seit: 16.07.09
Hallo zusammen,

eigentlich wollte ich mich wieder aus dem Forum rausschleichen. Schaute nur mal kurz nach einer Adresse.

Seit Monaten schlage ich mich alleine durch.

Ich konnte keinem ein frohes Weihnachtsfest wünschen oder ein gutes neues Jahr. Das tat mir damals weh, bis ich mir sagte, es ist im Moment nicht zu ändern.

Also, ein gutes neues Jahr an alle.

Vielleicht schaffe ich es nächsten Monat mir einen eigenen Computer anzuschaffen.
Seit ein paar Tagen geht es jetzt auch ohne Stress an dem Computer meines Sohnes.

Vielen Dank noch Pius Wihler für die Nachricht.
Die passt in der Tat bei mir. Nicht aufgeben-- nicht überfordern--Schritt für Schritt und nicht abschrecken lassen.
Noch heute Nacht habe ich mir aufgeschrieben, dass ich nicht den ganzen Haufen, welcher mich belastet , sehe soll, sondern nur das anschauen was ich geschafft habe und mich darüber freuen. Ist schwer, aber ich übe täglich.
Nur, ich lasse mich noch immer teilweise von meinem Mann lähmen. Denke ich zumindest.
Er redet immer noch nicht mit mir, was alles so schwer macht.

Das Buch, heisst sicher Ich hasse dich, verlass mich nicht : Richtig. Über Borderlin und so. Habe ich gelesen.
Ja- Theorie und Praxis.

Ich bin etwas in Eile, weil ich meine Sohn wecken muß. Er schläft seit 2 Tagen nicht. Ich kann viel mit ihm reden und wir wollen gemeinsam die Ernährung umstellen.
Das war so ein großer Kampf bis heute. Ich habe nicht aufgegeben. Er lehnte alles ab. Rauchte, schlief kaum und so.

Er hat gestern einen festen Schulplatz bekommen für die Mittlere Reife. Das baut ihn auf. Na und mich auch.
Meine Tochter ist zur Zeit glücklich im Süden auf dem Internat.

Dann habe ich in der Zwischenzeit ein eigenes Buch angefertigt über ADHS. Klebe alles wichtige dort rein, was ich über die Jahre gesammelt habe.
Ich bin jetzt so sicher, dass ich es habe und meine Kinder.

Das Hauptproblem bei ADHS ist eben bei der Stange zu bleiben. Das ist so schwer. Das überfordert mich eben.
Darum kleine Schritte.

Ich bin dabei mich selber kennenzulernen. Mich zu mögen usw.

Was mir aber besonders fehlt, sind Menschen die mich verstehen. Ich wünsche mir so sehr, dass mein mann mir mal zuhört. Er wird sofort vorwurfsvoll und beleidigend.

Ich mache alles mit mir selber ab. Möchte auch lernen meine Gesllschaft auszuhalten. Ich bin ja schliesslich nicht einfach. Alleine etwas mit mir anzufangen muß ich lernen.

Zuviele Gedanken im Kopf, dass ich wenig schlafen kann, ist noch mein Hauptproblem. Und die meines Sohnes.

Die wollen wir gemeinsam ordnen. Er ist sehr offen für diese Fragen und ich kann sehr viel von ihm lernen.
Gestern brachte er mir zum ersten Mal eine Kaffee ans Bett und ein Käsebrot. Das war so lieb.

Vor ein paar Tagen mußte ich ihn noch trösten, weil er meinte lieber Sterben zu wollen.

Ich gab ihm gute Bücher von mir über das positive Denken. Es wirkte sehr schnell. Ist weniger aggressiv.
Er holt Bücher raus zum lernen und will nur noch lernen.

Ich bin so froh diesen steinigen Weg gegangen zu sein, ihn zur Schule zu überzeugen.

So, wenn die Zeit es mir hier erlaubt zu sitzen, werde ich mich mal weider hier einlesen.
Aus dem Winterschlaf sind wir wohl alle erwacht und können uns auf die bunten Blumen freuen.
Stimmt ja, die wollte ich ja heute kaufen.

Viele liebe Grüße an alles Ruedi und so

inchiostra


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