Beziehung zur Familie

25.08.09 13:18 #1
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Beziehung zur Familie

christelchen ist offline
Beiträge: 234
Seit: 25.09.08
Hallo Lesla,

ich selbst habe sehr große Probleme mit meiner Familie,und leite auch sehr
da drunter.
Ich bin ein sehr sensibler Mensch,und nehme mir auch gleich alles zu Herzen.
Von 6 Kindern bin ich die Dritte ,untereinander besteht kein Kontakt.
Liebe und Zuneigung kenne ich nicht von meinen Eltern,bei uns wurde alles nur mit Geld gemacht.Ich konnte mit keinem einzigen Problem zu meiner Mutter gehen.Ich könnte einen ganzen Roman über mein Leben schreiben,doch das
würde,dass ganze Forum sprengen.

Liebe Grüße
Christelchen

Beziehung zur Familie

Hexe ist offline
Beiträge: 3.844
Seit: 13.07.07
hallo Lesla,

es ist meiner Meinung nach nie zu spät um eine Beziehung zu vertiefen, wenn man das möchte.
Das geschieht natürlich nicht über Nacht. Man hat Zeit für kleine Schritte.

So wie ich deine Beiträge lese würdest du dir schon eine tiefere Beziehung zu deiner Mutter wünschen. Geh doch so weit wie du dich dabei wohl fühlst.
Nichts erzwingen. Mal ein bisschen von dir erzählen, nichts was du nicht möchtest, nur was du auch wirklich erzählen willst. Und dann mal schauen, wie es sich weiter entwickelt. Ohne Eile, ganz entspannt und locker.

Nicht jeder hat seine Mutter auch als beste Freundin oder Vertrauensperson. Das ist kein Muß. Wenn du es eigentlich nicht möchtest, dann ist das auch völlig in Ordnung, finde ich.

liebe Grüße von hexe

Beziehung zur Familie

Rota ist offline
Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
Zitat von Lesla Beitrag anzeigen
Hallo Zusammen

Ich hätte da mal eine ganz einfach Frage:
Wie sieht eure Beziehung zu euren Kindern resp. zu euren Eltern aus?
Handelt es sich um eine innige Beziehung?

Ich selber mache mir schon sehr lange Gedanken über die Beziehung meiner Mutter und auch zu meiner Schwester.

Ich bin 18 Jahre alt und komme mit beiden gut aus.
Doch wenn ich einfach mal ehrlich bin, dann ist die Beziehung extrem oberflächlich. Ich würde den beiden nie etwas von meinen Problemen erzählen, dass habe ich auch wirklich noch nie.
Es ist aber auch so, dass die Beziehung zu meiner Mutter von Anfang etwas beeinträchtigt wurde durch ihre Bulimie. Für mich war es sehr schwierig damit umzugehen. Zudem haben wir auch nie darüber gesprochen. Ich denke auch, dass sie heute noch glaubt, dass ich nie etwas davon mitbekommen habe.

Manchmal sitzen wir Abends zu zweit am Tisch und ich habe richtig Angst, dass sie mich gleich etwas persönliches fragt. Ich kann ihr darauf keine ehrlichen Antworten geben. Auf der einen Seite, weil ich nicht möchte, dass sie mitbekommt, wenn es mir schlecht geht und auf der anderen Seite, weil ich auch das Gefühl habe, dass sie mich dann verachten würde.

Es ist auch so, dass sich durch die Bulimie meine Emetophobie höchstwahrscheinlich entwickelete. Und ich versuche mit allen Mitteln meine Phobie von ihr zu verstecken, was auch gut klappt.
Denn sie würde sich wahrscheinlich schuldig fühlen, was ich nicht möchte. Denn sie ist/war selber krank und kann für ihr Verhalten auch nicht dafür.

Mich wundert es jetzt nun einfach, wie das bei euch so aussieht?
Kommt die 'innige und vertraute' Beziehung evtl. noch, wenn ich etwas älter bin?

Liebe Grüsse
Lesla


Hallo Lesla,

Zu meinen 4 Kindern zwischen 43 und 36 habe ich eine gute bis sehr gut Beziehung. Das kommt vielleicht daher, daß ich mit vollen Segeln in die Ehe gegangen bin mit dem Wunsch viele Kinder zu haben. Ich blieb zu Hause um sie zu erziehen und kannte alle ihre Schmerzen und Freuden. Ich habe mich, als die Kinder selber Partner hatten ziemlich herausgehalten damit sie sich erst einmal zurechtfinden konnten in ihrer neuen Beziehung und bin dabei gut gefahren. Mein Mann und ich ticken in dieser Sache ganz ähnlich und unterstützen einander dabei. Was Geldangelegenheit angeht, haben mein Mann und ich einen Tick, es muß alles sehr gerecht zugehen. Eifersucht aufeinander kennen unsere Kinder nicht.

Heute haben wir einen lockeren Kontak mit manchmal sogar langen Pausen von mehrere Wochen. Dann ist es wunderschön, wenn ein Anruf kommt "Mama, wir haben uns schon soooo lange nicht mehr gesehen, ist es Dir recht, wenn wir am....zu Dir kommen?" Unsere Telefonate dauern nie länger als 5 Minuten, gerade mal so lange, daß man sich fragen kann ob es gut geht.

Ich mische mich nicht ein und erfahre auch nur nebenbei von Schwierigkeiten die sie aber immer wieder meistern.

Meine Kinder brauchen mich auch fast nicht zum Babysitten, sie sagen, Du hast genug für uns getan, und drücken die Pflichten den Schwiegereltern drauf. Deshalb sind unsere Enkel etwas reserviert uns gegenüber, aber ich halte nichts davon, daß man die Enkel dauernd abknutscht. Das gehört den Eltern. Wir bestechen die Enkel auch nicht mit Geschenken, nur zu Festtagen gibts eine Kleinigkeit.

Es herrscht Frieden bei uns und Achtung. Wenn einer Sorgen hat, setzten sich die Geschwister zusammen und lassen sich was einfallen. Nie würden sie einen im Schlammassel sitzen lassen.

Ich bin sicher, daß sich unsere Kinder, wenn mein Mann und ich einmal zu alt sind, um für uns selber zu sorgen, darum kümmern werden, daß es uns gut geht.

Zur Zärtlichkeit: Meine Töchter und ich umarmen uns herzlich und wir gehen auch froh wieder auseinander. Wir wissen, daß wir geliebt werden. Meine Söhne haben etwas Probleme mit ihren Frauen, wenn sie zu viel von der Mama reden, deshalb versuche ich besonders korrekt mit den Schwiegertöchtern umzugehen ,daß keine Eifersucht aufkommt.
Mit den Jahren haben wir uns sogar lieb gewonnen.

Ich danke jeden Tag dafür, daß ich das alles erleben darf, denn mein Leben hatte einen etwas holprigen Start, doch hat das Schicksal alles wieder gut gemacht.


Ich möchte mit meinem Beitrag zu diesem Thema eine Lanze dafür brechen, daß Mütter, wenn es nur geht, ihre Kinder selber erziehen sollen. Nur so haben sie eine Chance sich gut zu kennen und angemessen auch später zu akzeptieren.


Wahrnehmerin
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Beziehung zur Familie

Rota ist offline
Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
Zitat von Hexe Beitrag anzeigen
hallo Lesla,

es ist meiner Meinung nach nie zu spät um eine Beziehung zu vertiefen, wenn man das möchte.
Das geschieht natürlich nicht über Nacht. Man hat Zeit für kleine Schritte.

So wie ich deine Beiträge lese würdest du dir schon eine tiefere Beziehung zu deiner Mutter wünschen. Geh doch so weit wie du dich dabei wohl fühlst.
Nichts erzwingen. Mal ein bisschen von dir erzählen, nichts was du nicht möchtest, nur was du auch wirklich erzählen willst. Und dann mal schauen, wie es sich weiter entwickelt. Ohne Eile, ganz entspannt und locker.

Nicht jeder hat seine Mutter auch als beste Freundin oder Vertrauensperson. Das ist kein Muß. Wenn du es eigentlich nicht möchtest, dann ist das auch völlig in Ordnung, finde ich.

liebe Grüße von hexe


Hallo Hexe,

Daß man eine Beziehung später noch vertiefen kann, das kommt, wenn sich beide Partner auch anstrengen.

Jeder muß dabei von gewohnten Mustern loslassen und versuchen etwas neues zu versuchen.

Ein wunderbarer Spiegel von Verhältnissen zueinander sind Einträge in Poesiealben und Glückwünsche auf Postkarten.

Auch Feldpostbriefe aus dem letzten Krieg sind ein Zeitspiegel und deuten auf Familienschicksale und Verhältnisse hin, die sich bis heute auf die Gemüter der Nachkommen auswirken.

Ich hätte schon ein paar Beispiele, wenn Ihr wollt.

Oder sollen wir einen neuen Strang aufmachen?

Die Wurzeln von Familiendramen reichen weit und wenn es gelingt, den Knoten zu lösen, könnten so manche Menschen aufatmen und die Kleinkriege beenden, die die Folgen von unzähligen Mißverständnissen sind und die Menschen krank machen, obwohl sie überhaupt nichts mehr damit zu tun haben.

Wahrnehmerin

Beziehung zur Familie

Rota ist offline
Beiträge: 2.637
Seit: 22.07.08
Ergänzung zu meinem posting:

Um mit einem Familienmitglied, das schon älter ist und etwas unzugänglich, ins Gespräch zu kommen, gibt es nichts, was so leicht vorwärts bringt, wie etwas anzuerkennen, was es besser kann, als irgend ein anderer in der Familie.

Da bietet sich an, ihn oder sie etwas in "Deutscher Schrift" geschriebenes zu entziffern und vorlesen zu lassen. So habe ich schon manche harte Nuß geknackt in Beziehung auf Familienzwiste, die längst fällig waren, gelöst zu werden.

Die ersten beiden Blätter sind von Urur- und Urgroßmutter, jeweils an die nächste Tochter.
Das dritte Blatt stammt von meinem Großvater, der mich erst gar nicht wollte (meine Mutter mußte mich in der Fremde zur Welt bringen und ich durfte 2 Jahre nicht nach Hause kommen)

Diesen verknöcherten Mann habe ich aufgeweicht und habe ihn dann mit meinem Geigentalent um den Finger gewickelt.

So kanns gehen.

Liebe Grüße
Wahrnehmerin
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Geändert von Rota (08.09.09 um 15:56 Uhr) Grund: Schreibstil verbessert


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