Fernsehen und Familie

23.03.13 12:57 #1
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Juppy ist offline
Beiträge: 1.470
Seit: 07.11.09
Hallo,
hier soll über das Thema" wie das Fernsehprogramm die Familie und unsere Kinder beeinflusst" diskutiert werden.
So wie ich das sehe hat sich im Laufe der Zeit extrem das Fernsehprogramm zum negativen entwickelt.
Für unsere Kinder bestimmt nicht von nutzen.
Viele Kleinkinder sitzen ja schon morgens vor dem TV .

Gruss
Juppy

Fernsehen und Familie

Rota ist offline
Beiträge: 2.546
Seit: 22.07.08
hier soll über das Thema" wie das Fernsehprogramm die Familie und unsere Kinder beeinflusst" diskutiert werden.
Hallo Juppy,

danke, daß Du so schnell eröffnet hast. ich wollte est ein wenig Material sammeln, aber ich kann auch gleich loslegen, wenns recht ist.

Im Jahr 1980, als unsere Kinder noch in die Montessorischule gingen, hatten wir einmal eine Elternkonferenz wobei es darum ging, wie wir unsere Kinder unterstützen könnten.
Viele Schlauigkeiten wurden da ausgetauscht unter anderem auch, von uns eingebracht, das Thema Fernsehen.

Für uns war es damals schon die Regel, daß wir nur nach Absprache und gezielte Programme erlauben wollten. Bei anderen Familien war das anders.
Es stellte sich heraus, daß das Fernsehen die "heilige Kuh" war, an die keiner herangehen sollte, schon gleich gar nicht mit Vorschlägen zur Mäßigung. Wir bezogen damals ziemlich "Haue " und haben dieses Thema nicht wieder angesprochen

Ab da konnten wir feststellen, wie es in den Familien gehandhabt wurde. Das Verhalten der Kinder in der Schule und im Unterricht erzählte es uns eindeutig.


So wie ich das sehe hat sich im Laufe der Zeit extrem das Fernsehprogramm zum negativen entwickelt.
ja, seither ist es noch viel schlimmer geworden.

Für unsere Kinder bestimmt nicht von nutzen.
Es gibt zu wenig Angebote für größere Kinder. Abgesehen davon hilft Fernsehen nicht beim lernen und auch nicht im Umgang mit Altersgenossen. Nur wirklich Erlebtes bleibt im Gedächtnis haften, das ist meine Meinung.

Viele Kleinkinder sitzen ja schon morgens vor dem TV.
Das ist halt der Babysitter, wenn Mama mit anderen Dingen zu tun hat. In Wahrheit ist es Körperverletzung, die Kinder dazu noch um den sehr wichtigen Vorteil einer Zeit der Langeweile betrügt, denn die macht kreativ.

Wenn Eltern aber in ihrer eigenen Kindheit selber fernsehen durften so viel sie wollten, werden sie es auch mit ihren Kindern so praktizieren und noch dazu behaupten, "mir hat es doch auch nicht geschadet"

Es gibt ein Foto aus meiner eigenen Kindheit, da sitze ich auf einem Töpfchen und um meine Brust ist ein Gürtel gebunden, der mich am Tischbein festmacht, damit ich nicht mit dem Töpfchen im Zimmer herumrutschen konnte, wenn mir langweilig war.
Das habe ich letzthin auch gesehen in einer Familie, die ich eigentlich für vernünftig gehalten hatte, es hieß dann, ' das ist deshalb,wenn ihr vorm Fernseher langweilig wird, rutscht sie einfach ins Kinderzimmer, oder wo anders hin, wo ich sie nicht mehr kontrollieren kann, deshalb hab ich sie angebunden'.

Oh Herr, laß Vernunft regnen.

Gruß Rota
__________________
Alles Gelingen hat seine Gründe, alles Mißlingen hat sein Geheimnis Joachim Kaiser, Musikkritiker

Fernsehen und Familie

Juppy ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.470
Seit: 07.11.09
Zitat von Rota Beitrag anzeigen
Hallo Juppy,

ja, seither ist es noch viel schlimmer geworden.

Es gibt zu wenig Angebote für größere Kinder. Abgesehen davon hilft Fernsehen nicht beim lernen und auch nicht im Umgang mit Altersgenossen. Nur wirklich Erlebtes bleibt im Gedächtnis haften, das ist meine Meinung.

Oh Herr, laß Vernunft regnen.

Gruß Rota
Hallo Rota,
wobei die Sendungen soviel an Mist bringen, dass es für mich kaum zuertragen ist.
Die Fernbedienung ist mittlerweile das wichtigste Werkzeug geworden, damit ich sofort umschalten kann.
Nun denke ich, dass der ganze Mist gern gesehen wird, sonst wäre das schon raus aus den Programmen.
Die Zuschauerzahl bring ja den Gewinn.
Dazu kommen noch die Gewaltvideos die die Kinder laufend sehen oder damit spielen.
Was für eine heranwachsende Generation wird das einmal werden, darüber möchte ich nicht nachdenken.
Dann kommen Abends die Gewaltfilme und werden meist morgens wiederholt wo die Kleinen vor der Flimerkiste sitzen.
Dafür bringen sie Abends um 20.15 Uhr für die Erwachsenen " Dummbo der fliegende Elefant" .
Da fast man sich an den Kopf und weis was für Schwachsinnige beim TV beschäftigt sind.
Nur ein Beispiel von vielen.
Und der Fernseher im Bad, Küche, Schlafzimmer und Kinderzimmer sind keine Seltenheit.
Kulturfilme auf Arte und 3sat ist eine Grund unser Fernsehgerät nicht aus dem Fenster zu schmeisen.

Gruss
Juppy

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Rota ist offline
Beiträge: 2.546
Seit: 22.07.08
Hallo Juppy,

Kulturfilme auf Arte und 3sat ist eine Grund unser Fernsehgerät nicht aus dem Fenster zu schmeisen.
.... und Wissenschaft, Gesellschaftskritik, Nachrichten, Diskussionsrunden, alles was am Puls der Zeit hält wird bei uns geschaut.

Nie schauen wir fern, wenn Kinder bei uns sind, oder Besuch kommt. Da kann sein was will, es wird aus gemacht und sich den lebenden Menschen zugewandt.

Auch beim Essen wird nicht geschaut und zwischen den einzelnen Sendungen werden Pausen gemacht, damit sich das Gehirn erholen kann.

Das herum Zappen erübrigt sich, wenn nach Programm geschaut wird.

Da sich über Geschmack streiten läßt, will ich hier nicht auf einzelne Richtungen im Programm eingehen. Ich bin aber doch immer wieder erstaunt, daß die für meine Begriffe wertvollen Beiträge erst am späten Abend kommen, dann wenn ich schon müde bin.

Noch ein Trick , wir setzen uns beim Fernsehen auf unbequeme Stühle, da ergibt es sich von selbst, daß wir nicht zu lang an einem Stück schauen.

Liebe Grüße
Rota
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DieRotePille ist offline
Beiträge: 18
Seit: 05.03.13
Hallo zusammen.

Muss mich auch mal zu diesem doch sehr wichtigen Thema äußern.

Nach meiner Erfahrung wird jedes Kind irgendwann einmal etwas im Fernsehen sehen, das ihm Alpträume bereitet, etwas, für das es noch nicht reif genug ist, etwas, das seine unschuldigen Vorstellungen von der Welt ein wenig auf den Kopf stellt. Das lässt sich selbst beim besten Willen und bei der besten und gründlichsten Erziehung mit festen Regeln nicht vermeiden. Das kann sogar eine hässliche Szene in einem Lehrfilm in der Schule sein! Allerdings ist es dann von enormer Bedeutung, dass die Eltern mit dem verstörten Kind sprechen und ihm den Sachverhalt behutsam zu erklären versuchen. Das Kind muss sich sein Herz ausschütten dürfen und die Eltern müssen sich bemühen, ihm seine Angst zu nehmen. Ich hatte z.B. als Kind wochenlang furchtbare Alpträume nach einer Szene in einem ansonsten durchaus kindgerechten Abenteuerfilm, in der Blutegel drin vorkamen. Da mussten mich meine Eltern beiseite nehmen und mir erklären, dass es diese Tiere halt auch gibt, dass auch sie nur ihrem Instinkt folgen und ich mich vor ihnen nicht zu fürchten oder zu ekeln brauche. Genauso müssen die Eltern dann halt auch vorgehen, wenn das Kind im TV versehentlich eine blutige Operation in einer Krankenhausserie mitbekommen hat oder eine Doku über Wilderer, Krieg oder Mafiabanden. Ich denke, jeder versteht, worauf ich hier hinaus will.

Generell bin ich eigentlich gegen jegliche Form von Zensur, da ich finde, dass man den erwachsenen Konsumenten nicht bevormunden darf. Trotzdem ist Kinderschutz immens wichtig. Und genau hier sehe ich nun das wachsende Problem mit dem Fernsehen in den letzten Jahren: Die gerade auch tagsüber gezeigten Inhalte werden immer fragwürdiger. Am schlimmsten sind dabei imho die sogenannten Realitydokus. Ich spreche jetzt gar nicht von Gewaltdarstellungen, sehr wohl aber von komplizierten Sachverhalten, mit denen Kinder noch gar nicht konfrontiert werden dürften. Viele der Gerichtsshows, Scripted Reality Formate und dergleichen behandeln aber gezielt kontroverse Themen wie Neonazitum, Ehebruch, Sadomaso und Alkoholkonsum. Erwachsene Zuschauer können dieses plump inszenierte Bauerntheater leicht als solches durchschauen und die kontroversen Inhalte aufgrund ihrer Lebenserfahrung reflektieren, Kinder hingegen können das noch nicht. Darum wirken solche Sendungen verstörend und verwirrend, können falsche Werte und Maßstäbe vermitteln und sind generell für ein zu junges Publikum vollkommen ungeeignet. Als Eltern darf man seine Kleinen darum heute nicht mehr tagsüber mit RTL oder Sat.1 allein lassen. Es wäre ja vollkommen okay, wenn solche Formate ins Nachtprogramm verbannt werden würden, aber sie laufen halt dann, wenn die Kids von der Schule nachhause kommen und die Eltern vielleicht noch gar nicht da sind. Und genau das ist nach meiner Auffassung das derzeit größte Problem in Fernsehdeutschland.

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Gleerndil ist offline
Beiträge: 3.679
Seit: 27.07.09
Mein Gedanke zum 'modernen' Fernsehprogramm ist, ob das nicht in weiten Teilen etwas wie 'geistige Umweltverschmutzung' darstellt - oder auch geistig-seelische Innenweltverschmutzung vielleicht. Zuschauerzahlen, Quoten, wie die Zahl der Fliegen auf Misthaufen sind mit Sicherheit nicht unbedingt der Maßstab für Gutes, Sinnvolles, oder auch nur Unterhaltsames und Lustig-Witziges. Da gäb es ja auch noch Kategorien wie Geschmackloses (bei aller tollen Tol(l)eranz), Un- bis Blödsinniges (bis anerkannt Schwachsinniges, Hirnloses ...) und noch ein paar mehr.
Ich weiß, die Grenzen, und die Freiheit, und jeder darf und muss selber auswählen, und der (Werbe-)Markt wird's schon regeln . . . ? Vielleicht auch nicht . . . ? Müssen wirklich ganze Generationen erst geistig-seelisch-menschlich die Folgen durchleben, falls sie dann noch etwas merken von den Folgen (nicht Serien-Folgen!) und Auswirkungen auf ihr Gemüt, ihre Stimmung, das Zusammenleben, die Gesellschaft, Meinungen, An-sichten, vielleicht sogar Welt-an-schau-ung . . .

Apropos Weltanschauung und Fernsehen, also etwas (real) anschauen und sehen, in die Ferne sehen? Es stammt nicht von mir, dass man beim Fern-sehen gar nicht in die Ferne sieht, sondern mit ziemlich starrem (Augen-)Blick auf eine flache, platte (Matt-)Scheibe sieht - starrt, oder glotzt, siehe Glotze - der wirkliche Blick der Augen also gar nicht fern-sieht, sondern alles real 3-Dimensionale auf einer zweidimensionalen Fläche sieht. Nur im Freien, und wenn nicht das nächste Haus o.ä. im Wege steht, kann ich wirklich in die Ferne sehen, mit Fernblick sozusagen. Oder vielleicht auch mit Weit-blick?

Nicht zu verwechseln mit dem Breitbild(-Fernsehen). Die Breite und Größe ändert erstmal nix an dem Platten (des Bildes).

.
Gerd
__________________
Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Rudolf Steiner

AW: Fernsehen und Familie

julisa ist offline
Beiträge: 1.797
Seit: 20.03.09
Das Problem ist wie bei vielem, dass es die Menschen, die sich darüber Gedanken machen sollten, nicht erreicht, was andere vernünftiges dazu zu sagen haben und dass es auch anders geht.

Das Gros der Menschen läuft nach wie vor dumpf vor sich hin und läßt sich steuern über die Medien. Das ist einfach traurig, vor allem, wenn ich an die vielen Kinder denke, die statt Fingermalfarben und draussen toben vor dieser dämlichen Kiste sitzen.

Bei mir gibts schon lange keinen Fernseher mehr, habe auch kein Smartphone. Internet und mail reichen völlig. Das ist echt altmodisch, aber tut so gut.

VG
julisa

Fernsehen und Familie

mondvogel ist offline
Beiträge: 5.075
Seit: 07.04.10
Hallo,

Gleerndil: dein Beitrag gefällt mir ganz gut in all seinen Facetten -

....und zum Fernsehschauen in der Familie habe ich letzte Woche etwas Grausliches gehört....

Eine Frau erzählte mir, ihr Mann fände Lesen sehr egoistisch und machte einsam...er schaut lieber Fernsehen mit der Familie, da er dann noch kommunizieren kann....es wäre natürlich wichtig zu wissen, welche Sendungen er denn mit der Familie anschaut (3 Jungs im Alter von 6 - 13 Jahren)...Fußball, "schlag den Raab"?, Sendung mit der Maus? Gott sei Dank sieht die Mutter es anders.....

Ich habe auch oft mit meiner Tochter z.B. die Sendung mit der Maus, später "wer wird Millionär? angeschaut und ja wir haben dann miteinander geredet....aber vorgelesen habe ich ihr auch, und zum Lesen angehalten auch, und selber gelesen.....

Das Fernsehprogramm ist seither nicht wirklich besser geworden.....ich schaue sehr viel weniger.....bin wahrscheinlich zu alt für das Allermeiste....

Lieben Gruß, mondvogel
__________________
"There is a crack in everything. That's how the light comes in." Leonard Cohen (RIP)

AW: Fernsehen und Familie

KeiserWolf ist offline
Beiträge: 10
Seit: 19.12.14
Ich sehe nicht viel fern, weil es fast gar nichts im Fernsehen gibt, dass ich eigentlich sehen will. Musikkanäle sehe ich am liebsten, weil ich mich für Musik interessiere.
Ich sehe manchmal die Nachrichten, obwohl ich sie ein biβchen deprimierend finde. Es scheint, dass es fast keine gute Nachrichten gibt; wir hören immer von Kriege, Krankheiten, Arbeitslosigkeit… es hört nie auf! Die Nachrichten sind auch informativ, und ich denke, dass es sehr wichtig ist, politikbewusst zu sein – man muss wissen, was in der Welt passiert.

AW: Fernsehen und Familie

Marie78 ist offline
Beiträge: 10
Seit: 05.01.15
Hallo,
ich bin in der Zeit aufgewachsen, als es noch wenige Fernsehprogramme gab und nicht jeder Haushalt einen Fernsehr hatten. Wir haben viel gelesen, viel zusammen gemacht, viel zusammen gelacht. Es wurde ausgiebig beim Essen am Tisch über den Tag geredet. Ich fand es sehr schön.
Es war ja eben so, dass die Eltern noch wussten, was die Kinder treiben und die Kinder ihre Eltern respektierten.
Ich sehe heute noch wenig fern. Es läuft sowieso nicht Gutes
LG


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