SPEKTRUM: rund um die Steinzeit-(Paläo-)Diät

06.12.16 17:48 #1
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SPEKTRUM: rund um die Steinzeit-(Paläo-)Diät
Clematis
Zitat von malk Beitrag anzeigen
Ja aber
Honig in größeren Mengen ist ungesund weil Fructose! Zucker ist ungesund weil zu 50% aus Fructose (Disaccharid) vor allem wenn konzentriert außerhalb einer natürlichen Wurzel/ Frucht.
Hallo Malk,

wie auch aus dem von Evalesen verlinkten Artikel hervorgeht: von Einzelstoffen zu sprechen, ist irreführend, denn in Honig, Früchten usw. sind noch viele Stoffe mehr enthalten. Es ist diese Kombination, die sie verträglich macht.

Die Forscher nehmen immer nur ein Element unter die Lupe, leiten davon Unverträglichkeiten ab, die aber nur entstehen, wenn man den Einzelstoff in größeren Dosen allein ißt, trinkt. Das ist leider Forschung mit Scheuklappen... Läßt keinen Rückschluß darauf zu, wie ein Apfel (auch unsere hoch gezüchteten), Honig oder anderes als komplexe Einheit wirken. Außerdem kommt es auf die Menge des Einzelstoffes an - bei dem Alzheimerbeispiel sind es 5 Zuckerwürfel über den Tag verteilt. Jemandem mit halbwegs intaktem Stoffwechesl wird das nicht schaden.

Anders sieht es nur aus, wenn jemand ganz konkret Unverträglichkeiten hat, Leber, Nieren usw. bereits geschädigt sind und der Stoffwechsel ohnehin schon aus dem Ruder gelaufen ist und nicht mehr richtig funktioniert.

Gruß,
Clematis

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malk ist offline
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Zitat von MaxJoy Beitrag anzeigen
Bei einer Lebenserwartung von 25 - 40 Jahren ist es auch ziemlich wurscht, was man isst, Hauptsache der Körper kann genügend Kalorien zum Überleben herausziehen. Spannend wird es eigentlich erst im Alter, wenn die Verdauung nicht mehr so robust ist und die Unverträglichkeiten zunehmen.
Ich erlaube mich selber zu zitieren:

Zitat von malk Beitrag anzeigen
Forscher haben sich Jäger&Sammler Völker gesucht die heute noch so wie vor 10.000 Jahren leben (z.B. ohne Akerbau). Es gibt noch wenige abgeschiedene Jäger und Sammler Kulturen.

Dort hat man folgendes festgestellt. Es gibt dort sehr wohl alte Menschen (über 60) und die sind noch dazu fitter, schlanker, kräftiger und vitaler als der durchschnittliche Wohlstandsmensch und das sowohl körperlich als auch geistig!

Rechnet man nun die Säuglingsterblichkeit (die ist da sehr hoch) weg und die Unfälle (die ja bei uns leicht behandelt werden können), dann ist die Lebenserwartung im Durchschnitt gar nicht signifikant unter der unseren.

Damit zogen die Forscher den Schluss, dass wir durch die moderne Medizin zwar die Säuglingssterblichkeit und Überlebenswahrscheinlichkeit bei Unfällen erhöhen konnten, aber insgesammt nicht älter werden bzw. gesünder leben.

Quelle: Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im Ausdauersport: Amazon.de: Loren Cordain, Joe Friel: Bücher
Quelle: http://www.symptome.ch/vbboard/ernae...ml#post1002574

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malk ist offline
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Seit: 26.08.11
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Hallo Malk,

wie auch aus dem von Evalesen verlinkten Artikel hervorgeht: von Einzelstoffen zu sprechen, ist irreführend, denn in Honig, Früchten usw. sind noch viele Stoffe mehr enthalten. Es ist diese Kombination, die sie verträglich macht.
Ja genau. Deswegen spreche ich ja oben auch von "extrahierten, raffinierten und somit künstlich stark konzentrierten Lebensmitteln"

Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Außerdem kommt es auf die Menge des Einzelstoffes an - bei dem Alzheimerbeispiel sind es 5 Zuckerwürfel über den Tag verteilt. Jemandem mit halbwegs intaktem Stoffwechesl wird das nicht schaden.
sorry, aber 5 Würfel am Tag sind für mich eine Giftbombe. Einige Naturvölker schaffen diese Zuckermenge nicht in einem Jahr.

Und wer einen halbwegs intakten Stoffwechsel hat und sich gesund ernährt/ verhält, der braucht auch keine 5 Zuckerwürfel am Tag, unter anderem weil er auch kein Alzheimer bekommt.

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evalesen ist gerade online
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Hier sind ein paar Studien über Paläodiät:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26269362
Die Altsteinzeit Diät führte zu langfristigen Verbesserungen des metabolischen Syndroms gegenüber der leitfadengestützten Kontrolldiät. Die verfügbaren Daten rechtfertigen eine weitere Auswertungen des Nutzens für die Gesundheit der Altsteinzeit Ernährung
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19604407
Über eine 3-monatige Dauer der Studie, verbessert eine Altsteinzeit Diät die glykämische Kontrolle und mehrere kardiovaskuläre Risikofaktoren im Vergleich zu einer Diabetes-Diät bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21118562
Die Altsteinzeit Gruppe war genauso gesättigt wie die Mittelmeer-Gruppe gesättigt, aber sie verbrauchte weniger Energie pro Tag (5,8 MJ / Tag vs. 7,6 MJ / Tag. Leptin (=Hormon, das Sättigung signalisiert) war in der Altsteinzeitgruppe um 31 % höher als in der Mittelmeer-Gruppe.
Paläodiät bezieht sich auf die Ernährung der Vorfahren, die in der (z.B. afrikan.) Steppe als Nomaden lebten. Sie aßen praktisch alles, was ihnen unterkam: rissen Wurzeln und Knollen aus, natürlich aßen sie Fleisch, Honig, Beeren, sogar Baumrinde. So ähnlich wie unsere Haustiere - die essen ja auch von allem, was ihnen unterkommt. Wurzeln und Knollen waren viel faserreich als unser Gemüse, da die Fasern weitgehend weggezüchtet wurden, damit Gemüse und Knollen zarter schmecken.

Mit dieser Ernährung wurde die Bakterienvielfalt im Darm gezüchtet, und damit unsere Gehirne hochentwickelt. Es heißt, daß die Menschheit nur darum Jahrtausende überlebt hat, und sich so entwickelt hat, und aß das mit unserer verarmten Ernährung nicht mehr möglich wäre.

Es macht also auf jeden Fall Sinn, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen, und nachzubauen, was möglich ist.

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MaxJoy ist offline
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Zitat von malk Beitrag anzeigen
Ich erlaube mich selber zu zitieren:
Eine durchschnittliche Lebenserwartung von 40 Jahren bedeutet ja auch nicht, dass alle mit 40 tot umfallen. Natürlich wird es immer einige besonders robuste Exemplare gegeben haben, die älter geworden sind (und andere, die entsprechend früher gestorben sind). Daraus auf eine Überlegenheit der damaligen Ernährung zu schließen, ist Unfug. Ich behaupte im Gegenteil, dass es heutzutage bei einer Lebenserwartung von ca 80 Jahren viel mehr fitte 60jährige gibt als damals.

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Clematis
Zitat von MaxJoy Beitrag anzeigen
Ich behaupte im Gegenteil, dass es heutzutage bei einer Lebenserwartung von ca 80 Jahren viel mehr fitte 60jährige gibt als damals.
Das ist durchaus möglich...

Andererseits müssen immer mehr körperlich Tätige, und nicht nur diese, mit 55 eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen, weil sie kaputt sind. Das käme dem Steinzeitalter recht nahe.

Schließt man Impfungen und medizinischen Fortschritt mit all ihren Nebenwirkungen mal aus, was verursacht dann die Lebenserwartung von ca. 80 Jahren?

Gruß,
Clematis

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MaxJoy ist offline
Beiträge: 601
Seit: 18.03.16
Zitat von Clematis Beitrag anzeigen
Schließt man Impfungen und medizinischen Fortschritt mit all ihren Nebenwirkungen mal aus, was verursacht dann die Lebenserwartung von ca. 80 Jahren?
Neben dem medizinischen Fortschritt haben sich natürlich auch die Lebensumstände entscheidend verbessert: Wir haben alle großen Raubtiere, die uns gefährlich werden können, ausgerottet. Durch Ackerbau und Viehzucht ist eine stabile Nahrungsversorgung ohne Hungerzeiten möglich. Eine feste Behausung mit Heizmöglichkeit macht uns vom Wetter unabhängig. Die Kanalisation verhindert die Ausbreitung von Seuchen. Während der Steinzeitmensch in permanentem Überlebensstress war, haben wir die Arbeit so weit rationalisiert, dass wir viel Muße und Freizeit haben und es uns leisten können, die Alten und Kranken jahrzehntelang durchzufüttern. All das und noch viel mehr gab es in der Steinzeit nicht.

Allein das Fehlen von Raubtieren verzerrt schon die Statistiken gewaltig. Es ist z. B. bekannt, dass Rehe besonders gesund und fit sind, wenn es Wölfe gibt, die sie jagen. Obwohl sich diese Rehe auch nicht anders ernähren als anderswo. Die kranken, alten und schwachen Tiere werden eben von den Wölfen verfrühstückt, gleichzeitig geht die Geburtenrate nach oben, um die Verluste auszugleichen. Und schon hat man allein durch diesen Selektionsdruck einen kerngesunden Rotwildbestand. Anders ist es dem Steinzeitmenschen auch nicht ergangen, kein Wunder also, dass man nur Knochen von relativ gesunden 60jährigen findet und der Eindruck entsteht, die hätten bessere Lebensumstände gehabt und sich vernünftiger ernährt ...

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malk ist offline
Beiträge: 1.185
Seit: 26.08.11
Zitat von MaxJoy Beitrag anzeigen
Anders ist es dem Steinzeitmenschen auch nicht ergangen, kein Wunder also, dass man nur Knochen von relativ gesunden 60jährigen findet und der Eindruck entsteht, die hätten bessere Lebensumstände gehabt und sich vernünftiger ernährt ...
Falls du da auf mein Zitat anspielst bzgl. der 60 Jahre, bitte genau lesen. es geht nicht um Knochenfunde sondern um heute lebende Urvölker

Zitat von malk Beitrag anzeigen
Forscher haben sich Jäger&Sammler Völker gesucht die heute noch so wie vor 10.000 Jahren leben (z.B. ohne Akerbau). Es gibt noch wenige abgeschiedene Jäger und Sammler Kulturen.
...
Damit zogen die Forscher den Schluss, dass wir durch die moderne Medizin zwar die Säuglingssterblichkeit und Überlebenswahrscheinlichkeit bei Unfällen erhöhen konnten, aber insgesamt nicht älter werden bzw. gesünder leben.
soll heißen: Zieht man die technischen Errungenschaften der modernen Welt ab (die du ja auch schön beschreibst z.B. Unfallverhütung, Säuglingssterblichkeit, Hygiene etc.), dann kommt raus, dass der westliche Mensch eine schlechtere Konstitution hat im Alter und auch nicht älter wird als Paläokulturen.

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evalesen ist gerade online
Beiträge: 2.820
Seit: 20.08.09
Zitat von malk Beitrag anzeigen
soll heißen: Zieht man die technischen Errungenschaften der modernen Welt ab (die du ja auch schön beschreibst z.B. Unfallverhütung, Säuglingssterblichkeit, Hygiene etc.), dann kommt raus, dass der westliche Mensch eine schlechtere Konstitution hat im Alter und auch nicht älter wird als Paläokulturen.
da gibt´s sogar eine relativ aktuelle Studie dazu: die Menschen werden gegenüber früher (wobei mit früher das letzte Jahrhundert gemeint ist) zwar älter, der Alterungsprozeß (und Krankheitsprozeß) beginnt aber viel früher.

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MaxJoy ist offline
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Seit: 18.03.16
Es ist klar, dass wir uns mit dem modernen Leben auch neue Probleme eingefangen haben, z. B. die typischen Wohlstandskrankheiten durch Fehlernährung, Alkoholkonsum und Bewegungsmangel. Trotzdem muss man vorsichtig sein, wenn man Natur- oder Steinzeitvölker mit Bewohnern der westlichen Kulturen vergleicht, denn es gibt einfach viel zu viele Unterschiede in der Lebensweise. Würde man z. B. ein abgeschieden lebendes topfittes Jäger- und Sammlervolk aus dem tropischen Regenwald einfangen und im Schwarzwald wieder aussetzen, wären die wohl binnen Jahresfrist alle tot.

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... dass der westliche Mensch auch nicht älter wird als Paläokulturen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung hat sich seit der Steinzeit verdoppelt bis verdreifacht. Es muss auch klar sein, dass dadurch altersbedingte Krankheiten zunehmen, denn neben den äußeren Widrigkeiten der Natur gibt es ja auch noch die innere biologische Uhr und den natürlichen Verfall des Körpers. Krankheiten wie etwa Krebs dürften bei den Steinzeitmenschen so gut wie unbekannt gewesen sein.


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