Magnetfelder über Erdkabel

14.02.10 17:40 #1
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Magnetfelder über Erdkabel

Brumm ist offline
Beiträge: 563
Seit: 06.02.09
Hallo sonne55

Ich habe nun eine Idee..denn was helfen all die Messgeräte...
Der eine oder andere ist sensiebler als die gängigen Messgeräte, dann weis man auch nicht weiter- oder bildet man sich alles nur ein?

Mein Tipp:
Lass es Deinem Bauch und Deinen Sinnen entscheiden, wie viel schlechter Du Dich fühlst, wenn Du zum Versuch Dich mal abends um eine Laterne etwa 15 Minuten aufhältst... Gehts Dir danach schlechter, so mache diesen versuch in einer Woche nochmals... und nochmals...

So verfahre ich immer mit neuen Belastungen...

Grüßle
Peter
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RxTx.

Magnetfelder über Erdkabel

Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo sonne,

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Das Mehrleiterkabel stärkere Magnetfelder aufbauen, als Niedespannungerdkabel für die Stromversorgung?

Also, Schlafplatz ändern geht nicht, desswegen eben meine Frage, ob ein Abstand von 3-4 Metern reicht.

Wenn ich mal annehme,dass solche Laternen 150 Watt haben und es sind 10 Laternen, sind das dann 1500 Watt. Ist das nun ein grosse Strombelastung? ich kenn mich da leider gar nicht aus.
Der Fön, den Du vielleicht nach dem Duschen in der Hand hälst, hat mit vielleicht 2000W und einem Abstand von nur wenigen cm von Dir ein millionenfach (10exp6) höheres Magnetfeld als das des Kabels - er wirkt aber auch nur wesentlich kürzer auf Dich ein!

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Für mich ist wichtig, sind das nun in etwa 1000nT, oder nur 500 nT? Das wäre eben ein Unterschied, der sich dann im Abstand zu 3 Metern doch bemerkbar macht.
aus meiner Einschätzung: das Erdkabel, dass in 3-4 Meter Entfernung zum Haus in der Erde (ca. 60 - 80 cm tief) verlegt ist dürfte selbst bei ungüstigster Beschaltung (alle Leuchten werden über eine Ader eines mehradrigen Erdkabels ohne Abschirmung angeschlossen) weniger Einfluss auf eine Person in einem Raum haben als die in dem Raum verlegten Kabel zu Steckdosen und Leuchten.

Die verlinkte Arbeit beschreibt das Thema sehr schön - Seite 7 der Arbeit zeigt dass Problem der Magnetfelder um ein Kabel herum, Seite 11 gibt eine Übersicht und die Seiten 13 und 14 zeigen die grundsätzliche Thematik im Niederfrequenzbereich.

Eine Abschätzung hinsichtlich der Grössenordnung des magnetischen Feldes des Aussenkabels hab ich oben gegeben. Eine messtechnische Grösse des Feldes vermag ich nicht zu geben, sie dürfte nach meiner Einschätzung aber weit unterhalb der von Dir genannten 500nT liegen - wohlgemerkt: in Deinem Raum, nicht direkt am Kabel in der Erde.

http://fiz1.fh-potsdam.de/volltext/diplome/07043.pdf

Ich denke, dass das Magnetfeld dieses Erdkabels keinen negativen Einfluss auf Dich haben sollte, dass der Abstand ausreichend ist.

Liebe Grüsse
Frank
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** Ich probier´s erst einmal, bevor ich sage das geht nicht... **

Bei Elektrosmog kann der Baubiologe hilfreich sein

Die hoch- und niederfrequenten Felder von Telefon, WLAN, Mobilfunk, Babyphone usw. aber auch die häusliche Elektroinstallation sowie Lichtsysteme können nicht nur bei sensiblen Menschen zu gesundheitlichen Problemen führen.

Besonders die Orte, an denen wir uns lange aufhalten, sollten möglichst frei von solchen Störungen sein. Das ist vor allem unser Schlafplatz, wo wir uns normalerweise einen Drittel des Tages aufhalten und zudem ungestört regenerieren und Energie tanken wollen, aber auch unser Arbeitsplatz.

Baubiologen können solche Störungen messen und Lösungen zur Beseitigung empfehlen.
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sonne55 ist offline
Themenstarter Beiträge: 73
Seit: 17.02.08
die leistung nimmt im quadrat zum abstand ab
Wer kann mir da mal ein Rechenbeispiel zeigen! Mathe und Physik waren nie "meine" Fächer.

Wo nimmt man den Abstand her? Bei kleinen Kabeln handelt es ich um cm, bei Freileitungen um m! Wenn bei einer Freileitung direkt darunter z.B. 2000nT wären, dann wären es nach 2m nur noch 500nT? Das kann ja nun nicht sein! Also wie wird das gerechnet?

Ja und da "sagtnix" gefragt hat:
Zu den Lampen. Da sie orange leuchten,nehme ich an es sind diese Natriumdampf-Hochdrucklampen.

Die orangefarbenen Leuchten sind mit einer so genannten Natriumdampf-Hochdrucklampe ausgestattet. Die modernen Leuchten zeichnen sich durch außerordentlich hohe Lichtausbeute mit deutlich geringerem Energieverbrauch und längerer Lebensdauer aus. Der Orange-Anteil des Lichts vermindert zudem den Anflug nachtaktiver Insekten und schützt ihren natürlichen Lebensrhythmus. Bis 2010 werden alle Lampen gegen sparsame Natriumdampf-Hochdrucklampen ausgetauscht. Alle Stadtteile sind bereits mit dieser Leuchte ausgestattet. Die Innenstadt bleibt auf Wunsch der Stadtverwaltung weiß beleuchtet.
Für die Strassenbeleuchtung sind Leistungen von 50-150 Watt üblich.

Allerdings benötigen sie ein Vorschaltgerät und .... zum Zünden wird eine Spannung von bis zu 5 kV benötigt. Zündspannung? Was ist das?

Ich weiss, dass das Kabel ein Niederspannungskabel ist. Ich habe nachgefragt und mir wurde erklärt, dass in dieser Strasse kein Kabel mit Mittelspannung gelegt sei. Jedenfalls war im Kabelplan der Stromversorgung nichts eingetragen, weil die Gemeinde für die Strassenbeleuchtung zuständig ist.

Das hab ich auch noch gefunden:
Natriumdampfhochdrucklampen lassen sich nicht mit normaler Netzspannung zünden und benötigen daher ein Zündgerät, um die Gasentladung zu starten.
Also ein Gerät, dass Niederspannung zu 1-5kW umwandelt? An der Lampe?

Aber das schreib ich jetzt alles ohne Fachkenntnisse! Ich dachte, dass die Strassenbeleuchtung allgemein über Niederspannung läuft.

LG
Sonne

Geändert von sonne55 (16.02.10 um 20:23 Uhr)

Magnetfelder über Erdkabel

Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo sonne,

dann machen wir heute mal ein bisschen Elektrotechnik...

ich fange hinten an...

die orangefarbenen Lampen sind Natriumdampflampen - völlig richtig. Man nimmt oftmals dieses Lampen für die Strassenbeleuchtung, weil sie von allen gebräuchlichen Lampen die höchste Wirtschaftlichkeit (=geringsten Leistungsverbrauch (SpannungxStrom)) haben. Dafür haben sie eine sehr mässige Farbwidergabe - es erscheint unter ihnen alles relativ grau. Haben sie ein weniger oranges Licht sind das die gleichen Lampen die in einer anderen "Betriebsart" betrieben werden, dann wird das Licht besser aber der Strom"verbrauch" der Lampe höher...

Diese Lampen sind Hochdrucklampen, in ihrem Inneren (im Glaskolben) befindet sich keine Wendel sondern ein Gasgemisch und zwei Elektroden. Zwischen diesen Elektroden baut sich eine Entladung auf (nach dem Zünden) - also ein Lichbogen. Damit dieser Lichtbogen (ähnlich einem permanent leuchtenden Blitz) entstehen (zünden) kann, muss die Spannung an den beiden Elektroden hoch genug sein, der "Blitz" muss gezündet werden. Dafür sorgt das Vorschaltgerät beim Einschalten der Lampe. Es muss eine genügend hohe Spannung - mehrere kV - aufbauen damit der erste "Blitz" in der Lampe entsteht, danach "brennt" (und diese Lampe tut das tatsächlich) die Lampe von allein.

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Aber das schreib ich jetzt alles ohne Fachkenntnisse! Ich dachte, dass die Strassenbeleuchtung allgemein über Niederspannung läuft.
Die Nennspannung mit der solche Lampen betrieben werden ist 230V Wechselspannung, völlig richtig! Und Niederspannung reicht bis 1000V - nur mal nebenbei...

Mittelspannungskabel - ab 6 kV bis 30 kV - verlegen die Energieversorger zu den Trafostationen, Niederspannungskabel ebenfalls die Energieversorger, die Kommunen und andere.

Ein elektrisches Wechselfeld baut sich immer zwischen zwei Leitern auf. Bei den Freileitungen sind diese Leiter räumlich sehr weit voneinander entfernt, bei einem Kabel sind dieses Leiter (in dem Kabel) immer sehr nahe beieinander. Ein elektrisches Wechselfeld ist abhängig von der Spannung zwischen den Leitern (beim Erdkabel 230/400V).

Ein magnetisches Wechselfeld ist immer um einen Leiter herum vorhanden und zwar immer dann wenn ein Strom fliesst. Strom geht nie verloren! Der Strom der von einer Sicherung zu einer Lampe fliesst (durch einen Leiter - die sog. Phase) der fliesst auch wieder von der Lampe zur "Sicherung" zurück - über den Nulleiter. Und wenn die Verhältnisse nun ideal wären, dann heben sich die Magnetfelder der beiden Leiter (weil zwei entgegengesetzte Ströme) gerade auf. - Nur: niemals sind die Verhältnisse ideal!

Das Magnetfeld um einen Leiter nimmt ab im Verhältnis 1/r² - d.h. eine Verdoppelung des Abstandes (von Dir bis) zu diesem Leiter (Kabel) bewirkt eine "Viertelung" des Magnetfeldes.

Liebe Grüsse
Frank
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sonne55 ist offline
Themenstarter Beiträge: 73
Seit: 17.02.08
Hallo Frank

Danke für die Nachhilfe!

eine Verdoppelung des Abstandes
Trotzdem, ich verstehe einfach nicht, von welchem Abstand man da ausgeht.

Nehmen wir doch mal das Beispiel, es wäre genau 1 Meter über einem Kabel 1000nT. Wie komme ich nun zum doppelten Abstand? Oder bin ich "schwer von Begriff"? Die Schule ist schon lange her!

Noch was nebenher. Wenn die Natriumdampflampen wenig Strom brauchen, dann entsteht auch ein kleineres Magentfeld? So weit habe ich das verstanden? Oder?

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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Hallo Sonne,

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Trotzdem, ich verstehe einfach nicht, von welchem Abstand man da ausgeht.
von einem relativen Abstand, aber das kann man beschreiben:

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Nehmen wir doch mal das Beispiel, es wäre genau 1 Meter über einem Kabel 1000nT. Wie komme ich nun zum doppelten Abstand? Oder bin ich "schwer von Begriff"? Die Schule ist schon lange her!
Nun, Dein Abstand ist hier: 1m, den hast Du so vorgegeben weil Du in einem Meter Abstand 1000nT "gemessen" hast... - als Beispiel.

Dann ist bei einer Verdopplung des Abstandes: 2x (2facher Abstand = 2m) der Magnetfeldwert genau 1/(2x)² so gross, nämlich nur noch ein 1/4 des Wertes bei einem Meter -> 1 m = 1000nT, dann: 2m = 250nT!

Der Wert fällt "umgekehrt quadratisch" mit dem Abstand - doppelter Abstand - 1/4 des Wertes...

Und nur zur Preisfrage: wenn ich den Abstand nun vervierfache, wie hoch ist dann der zu erwartende Messwert? - Richtig: 1/16 des zuvor bei der Einheit 1m gemessenen Wertes, denn 1/(4)² = 1/16

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Noch was nebenher. Wenn die Natriumdampflampen wenig Strom brauchen, dann entsteht auch ein kleineres Magentfeld? So weit habe ich das verstanden? Oder?
Jedenfalls ein kleineres Magnetfeld als man erreichen würde wenn an dem gleichen Kabel gleich viele andere Leuchten angeschlossen wären die mehr Strom verbrauchen.

Das sind z.B. die relativ "weiss" leuchtenden HQI oder HQL Lampen - übrigens quecksilberhaltig - nur mal so nebenbeibemerkt...

Liebe Grüsse
Frank

P.S.: hab noch was vergessen... - das ganze gilt aber nur für "ideale" Systeme - also luftleerer Raum ohne andere Einflüsse... irgendwo ganz hinten im Weltall...

Im realen Raum - hier bei uns auf der Erde - ist alles ein wenig komplizierter weil sich alles gegenseitig beeinflusst. Auf das Magnetfeld bezogen heisst das: es ist wahrscheinlich kleiner als das was man berechnen würde!
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Geändert von Planer (17.02.10 um 12:56 Uhr)

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sonne55 ist offline
Themenstarter Beiträge: 73
Seit: 17.02.08
So jetzt bin ich gescheiter!

Ehrlich gesagt frag ich mich jetzt schon, warum dann beim Elektrosmog oft so hohe felder gemessen werden. Dann wären ja z.B. die 1000nT bei 3 metern gar nicht mehr messbar. Warum strahlen dann Freileitungen so weit?

Naja, wenn man sich mal mit dem Thema beschäftigt, kommen ständig neue Fragen!

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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
So jetzt bin ich gescheiter!
Das freut mich das ich helfen konnte.

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Ehrlich gesagt frag ich mich jetzt schon, warum dann beim Elektrosmog oft so hohe felder gemessen werden.
Weil das Kabel in der Wand, durch das auch Strom fliesst, einen wesentlich geringeren Abstand zu Dir (dem Messgerät) hat.

Nehmen wir wieder an Du misst (verursacht durch ein Steckdosenkabel) ein Magnetfeld von 1000nT in einem Meter Abstand. Bei einer Halbierung des Abstandes zum Kabel, wie hoch wäre dann das Magnetfeld? In 50cm Abstand dann 4000nT(!) und bei nur 25cm Abstand? -> 16.000nT

Und wenn das Kabel direkt am Bett entlang läuft? Und Dein Kopf nur knapp davor liegt??

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Dann wären ja z.B. die 1000nT bei 3 metern gar nicht mehr messbar. Warum strahlen dann Freileitungen so weit?
weil durch Freileitungen nunmal wesentlich mehr Strom fliesst, diese Leitungen quasi "Einzelleiter" sind - der Rückstrom geschieht über die Erde (also keine Kompensation des Magnefeldes durch den Rückstrom) und in der Luft sich das Feld wunderbar ausbreiten kann.

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Naja, wenn man sich mal mit dem Thema beschäftigt, kommen ständig neue Fragen!
Deshalb ist das ja auch mein Beruf...
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sonne55 ist offline
Themenstarter Beiträge: 73
Seit: 17.02.08
Dankeschön Herr Nachhilfelehrer!
Man lernt nie aus!

Irgendwie habe ich mich jetzt, bezüglich des Erdkabels,durch das "Beschäftigen" mit Leuchten und Stromstärke, etwas beruhigt.
Wenn man sich als Laie im Internet auf den vielen Elektrosmogseiten informiert, kommt man leicht in Panik.

Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass,selbst wenn 1000nT an diesem Kabel gemessen würden, die Felder bei 3 Metern schon nicht mehr messbar wären....

LG
Sonne

Geändert von sonne55 (17.02.10 um 14:05 Uhr)

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Planer ist offline
Beiträge: 1.735
Seit: 06.08.09
Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Dankeschön Herr Nachhilfelehrer!
gerne, ich fühle mich aber nicht so - als Lehrer...

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Man lernt nie aus!
wenn man interessiert ist - nie...

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Irgendwie habe ich mich jetzt, bezüglich des Erdkabels,durch das "Beschäftigen" mit Leuchten und Stromstärke, etwas beruhigt.
Wenn man sich als Laie im Internet auf den vielen Elektrosmogseiten informiert, kommt man leicht in Panik.
Stimmt - es wird viel Unfug und "Halbgares" geschrieben - und oftmals sollen nur Ängste geschürt werden, nach dem Motto: ich hab Angst - also sollen gefälligst auch die anderen Angst bekommen...

Zitat von sonne55 Beitrag anzeigen
Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass,selbst wenn 1000nT an diesem Kabel gemessen würden, die Felder bei 3 Metern schon nicht mehr messbar wären....
...und an viele andere Einflüsse wird dann nicht gedacht...

Also? Diese Sorge hab ich Dir nehmen können - hoffe ich.

Liebe Grüsse
Frank
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