Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIBO)

10.11.14 00:27 #1
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hitti ist offline
Beiträge: 1.915
Seit: 26.02.12
So, ich starte hier nun mal den schon recht lange angekündigten neuen SIBO-Thread, der sich aus folgendem Thread abzweigt, um hier näher und gezielter auf die Problematik im Dünndarm eingehen zu können:

http://www.symptome.ch/vbboard/ernae...ml#post1037531

Querverweis auf #1085, vorher geht es im RS-Thread allerdings auch schon des öfteren um SIBO/DDFB.

Ich werde zu Beginn erst einmal Infos und Links, die wir bisher dazu an anderer Stelle im Forum und auch außerhalb gefunden haben, versuchen hier aufzuführen.

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Ganz zu Anfang aber erst einmal die Bedeutung/Ausschreibung der Abkürzungen:

DDFB: Dünndarmfehlbesiedlung

SIBO: Small Intestinal Bacterial Overgrowth

oder eben auch Overgrowth-Syndrom genannt.

Frei übersetzt: Bakterielle Überwucherung des Dünndarms

(Danke an gini dafür!!!)

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Im weiteren Verlauf werde ich dann der Einfachheit halber meist den Begriff "SIBO" verwenden.

Ich freue mich natürlich sehr, wenn andere hier auch auf die entsprechend bekannten Informationen verweisen und diese hier nochmal einstellen.

Ziel des Threads soll die Beschäftigung mit der Problematik sein, die ein falsch- oder fehlbesiedelter Dünndarm z.B. durch viele Antibiotikaeinnahmen hervorrufen kann. Und das ist schon einiges an Problemen, was da zusammen kommen kann (und vielleicht nicht mit dem DD bisher in Zusammenhang gebracht wurde) ...

Einige Therapeuten/Ärzte raten z.B. auch erst SIBO bzw. DDFB zu behandeln, um dann später die Darmflora im Dickdarm zu regulieren und generell somit auch "einfacher" entgiften zu können (z.B. Schwermetalle, Viren, Bakterien, Pilze - v.a. auch Candida).

Das große Ziel ist nach wie vor, nicht nur jahrelang an den Symptomen zu "arbeiten", sondern am eigentlichen Problem und das ist leider, leider oft der Darm. Und der Darmzustand wiederum hängt - neben unseren medizinischen Gesundheitsvorgeschichten und der genetischen Ausstattung - viel von unseren individuellen Ernährungsgewohnheiten ab und die sind nicht unbedingt leicht zu ändern, zumal wenn man schon auf so vieles achten muss und schon einiges ausprobiert hat :-(

Hier soll es daher vor allem auch um den praktischen Austausch von Ernährungstipps und Kräutern gehen, die bei SIBO hilfreich sein könn(t)en. Und natürlich auch um gegenseitige Unterstützung bei dem schwierigen Thema. Das alles garniert mit Informationen, u.a. auch wissenschaftlichen.

Na, dann hoffentlich bis bald :-)

hitti


Geändert von hitti (10.11.14 um 02:15 Uhr)

AW: Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

evalesen ist offline
Beiträge: 3.171
Seit: 20.08.09
Hitti, ich habe was für Deinen SIBO-Thread, zwei Posts aus dem Chris Kresser-Forum aus dem SIBO-Thread:

SIBO—What causes it and why it’s so hard to treat.

Mein Partner wurde im Mai dieses Jahres mit SIBO diagnostiziert. Seine Symptome hatten ihren Höhepunkt nach einer Experimentierzeit mit sehr wenig KH (etwa 50 Gramm / Tag). Er hatte 10 bis 15 Stuhlgänge / Tag. Er bekam Rifaximin, das nur ein kleiner Teil seiner Heilung war.

Die hilfreichsten Aspekte des Protokolls, dem er folgte, waren:
• FODMAPs für einen bestimmten Zeitraum entfernen
• Botanische antimikrobielle Mittel (hohe Dosis Pfefferminzöl, Oregano-Öl)
• Knochenbrühe, L-Glutamin, DGL (Verdauungsenzyme), Eibischwurzel für Darm als Beruhigung / Wiederaufbau

Dann, nach den intensiven AB-Runden, gefolgt von den pflanzlichen:
• Hohe Dosen SBO-Probiotika, zusätzlich gute Bakterien (Prescript Assist, Primal Ultra-Defense)
• Allmähliche Wiedereinführung FODMAPs und fermentierten Lebensmitteln, um die guten Bakterien zu füttern
Post von Amy Nett, Darm- und SIBO-Therapeutin:

Methylierung ist ein unglaublich komplexes Thema, aber es gibt eine Verbindung zwischen Methylierung und Darmproblemen, und oft, muß beides angegangen werden. Genauer gesagt, wenn die Methylierung beeinträchtigt ist und nicht behandelt wird, so kann der Körper die Entgiftung einschränken, was es schwierig macht, SIBO behandeln. Also in diesem Sinne, kann eingeschränkte Methylierung SIBO schwieriger zu behandelbar machen.

Auch SIBO oder Dysbiose beeinflussen die Methylierung. Diese Darmprobleme können zu Nährstoffmängeln, darunter B-Vitamin Mängel, die dann langsam die Methylierung reduzieren.

Es ist ein komplexes Wechselspiel und häufig sowohl sollten sowohl SIBO und Methylierung, insbesondere wenn es eine bekannte genetisch beeinträchtigte Prädisposition für Methylierung gibt.
Amy Nett beschreibt, daß ihre SIBO-Patienten die SIBO-Therapie viel länger als 2 Monate machen sollen, besonders wenn es hartnäckig ist. AB-Therapien sind nicht erfolgreicher als Kräutertherapien.

Liebe Grüße, Eva

Geändert von evalesen (11.11.14 um 22:46 Uhr)

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

hitti ist offline
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Zitat von evalesen Beitrag anzeigen
Hitti, ich habe was für Deinen SIBO-Thread, zwei Posts aus dem Chris Kresser-Forum aus dem SIBO-Thread:
Vielen Dank Eva!!!

Ich hoffe ja sehr, dass es nicht "mein" Thread bleibt. So war es zumindest nicht gedacht.

Auf jeden Fall gab es bei uns heute Abend wieder mal (Rinder-)Knochenbrühe, war dann im Anschluss nett wieder mal zu lesen, dass das zumindest nicht schädlich bei SIBO sein soll... (Ich drücke mich jetzt mal vorsichtig aus).

LG

hitti

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

hitti ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.915
Seit: 26.02.12
Zitat von evalesen Beitrag anzeigen
Hitti, ich habe was für Deinen SIBO-Thread, zwei Posts aus dem Chris Kresser-Forum aus dem SIBO-Thread
Danke auch für die Übersetzung! :-)

Hierzu habe ich eine Frage, die ich mir ja auch schon mal gestellt hatte:

Mein Partner wurde im Mai dieses Jahres mit SIBO diagnostiziert. Seine Symptome hatten ihren Höhepunkt nach einer Experimentierzeit mit sehr wenig KH (etwa 50 Gramm / Tag). Er hatte 10 bis 15 Stuhlgänge / Tag. Er bekam Rifaximin, das nur ein kleiner Teil seiner Heilung war.

Die hilfreichsten Aspekte des Protokolls, dem er folgte, waren:
• FODMAPs für einen bestimmten Zeitraum entfernen
• Botanische antimikrobielle Mittel (hohe Dosis Pfefferminzöl, Oregano-Öl)
• Knochenbrühe, L-Glutamin, DGL (Verdauungsenzyme), Eibischwurzel für Darm als Beruhigung / Wiederaufbau

Dann, nach den intensiven AB-Runden, gefolgt von den pflanzlichen:
• Hohe Dosen SBO-Probiotika, zusätzlich gute Bakterien (Prescript Assist, Primal Ultra-Defense)
• Allmähliche Wiedereinführung FODMAPs und fermentierten Lebensmitteln, um die guten Bakterien zu füttern
Zu welchem Zeitpunkt macht es Sinn SBO sprich Prescript Assist hinzu zu nehmen? Während der (pflanzlichen) Antibiotika oder erst danach?

Ich selbst habe die Kapseln zwar mittlerweile hier, habe aber doch noch nicht damit angefangen. Nehme jetzt erst einmal recht erfolgreich Grapefruitkernextrakt (GKE), Rizol gamma und hochdosiertes Knoblauchpulver (alles kinesiologisch ausgetestet). Langsam geht es mir nun wirklich wieder besser, ich werde endlich wieder etwas fitter ;-)

Ich werde die Prescript-Kapseln dann Ende November zum Austesten mitnehmen und dann entscheiden, ob ich sie dazu nehme oder noch warte.

Hier zur Info ein Link und damit Informationen zu den Kapseln:

https://www.ergomaxshop.de/prescript-assist-probiotica

Soweit ich mit bekommen habe, gibt es da auch Befürworter und Gegner, wie sollte es auch anders sein... ;-) Daher lasse ich austesten und sehe dann weiter.

Grüße

hitti

AW: Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

hitti ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.915
Seit: 26.02.12
Hier der Link zu wiki "Fehlbesiedlung des Darmes":

Fehlbesiedlung des Darmes – Symptome, Ursachen von Krankheiten

Spezielle Symptome

Dünndarmfehlbesiedlung: Blähbauch ohne abgehende Winde. Bauch flacht über Nacht ab.
Dickdarmfehlbesiedlung: Blähbauch mit abgehenden Winden.
Allgemeine Diagnostik

- Ausschluss einer Dünndarmfehlbesiedlung durch Glukose-H2-Atemtest oder ausführlichen Laktose- oder Fruktose-H2-Atemtest. (bei zweispitzigem Verlauf, erster Anstieg bereits vor der 30. Minute, Hinweis auf Dünndarmfehlbesiedlung)

- nur, wenn Dünndarmfehlbesiedlung ausgeschlossen wurde: Darmflorastatus bzw. Kyberstatus über Stuhlprobe bei div. Labors

Es können auch beide Fehlbesiedlungen gleichzeitig auftreten.

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

evalesen ist offline
Beiträge: 3.171
Seit: 20.08.09
Zitat von hitti Beitrag anzeigen
Ich hoffe ja sehr, dass es nicht "mein" Thread bleibt. So war es zumindest nicht gedacht.

hitti
Bestimmt nicht, aber Du bist unsere Vorreiterin.

Was sagst Du dazu, wenn Du die SIBO-Posts aus dem RS-Thread rausnimmst, und in Deinen Thread integrierst?


LG Eva

Geändert von evalesen (12.11.14 um 18:15 Uhr)

AW: Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

Gini ist offline
Beiträge: 1.032
Seit: 18.04.09
Spezielle Symptome
Dünndarmfehlbesiedlung: Blähbauch ohne abgehende Winde. Bauch flacht über Nacht ab.
Dickdarmfehlbesiedlung: Blähbauch mit abgehenden Winden.
Jetzt wirds klarer für mich. Dann hatte ich zumindest die DDFB einmal. Das war noch vor der CFS-Erkrankung ein ganzes Jahr lang ein langwieriges Problem. Die Winde gingen nur ab, indem ich mich längere Zeit flach hingelegt hatte. Ohne das hatte ich kaum auszuhaltende Bauchkrämpfe. Mein Hausarzt konnte mit der Symptomatik nichts anfangen, eine Privatärztin hatte eine Darmsanierung mit Autovaccinen gemacht, das löste das Problem damals.

GanzImmun schreibt über die Diagnostik (Hervorhebungen von mir):

Diagnostik des Overgrowth-Syndroms
Unspezifische diagnostische Hinweise in Richtung Overgrowth lassen sich mittels der quantitativen Bestimmung der Verdauungsrückstände, insbesondere der Fette, der Gallensäuren sowie den Entzündungsmarkern alpha-1-Antitrypsin, Lysozym und PMN-Elastase ermitteln. Auch die quantitative mikrobiologische Analyse der Faecalflora kann Hinweise auf eine Dünndarm-Überwucherung geben. Als verdächtiger Befund wäre eine deutlich reduzierte Laktobazillen- und Enterokokkenflora einzustufen. Zur Beurteilung und Einschätzung einer Malabsorption sollte eine Atomspektrometrische Vollblutanalyse (Bestimmung von Mineralien und Spurenelementen; insbesondere auch Zink) durchgeführt werden.
Entgegen der wiki-Aussage testet GanzImmun nicht Lactose sondern Lactulose:

Atemgasanalyse

Testprinzip
Wie der Nachweis einer Laktoseintoleranz basiert auch dieser Test auf einem Provokationsexperiment mit anschließender Atemgasanalyse. Als Testzucker wird hier jedoch nicht Laktose sondern Laktulose eingesetzt Laktulose ist eine Disaccharid, das nur von der Dickdarmflora verstoffwechselt werden kann. Nach oraler Aufnahme gelangt die Laktulose in den Darm, wo sie normalerweise erst nach Eintritt in das Kolon durch die Dickdarmflora abgebaut wird. Es entsteht Wasserstoff, der über das Blut in die Lunge gelangt, abgeatmet wird und so nach 60-90 min in der Atemluft nachgewiesen werden kann. Liegt ein Overgrowth-Syndrom vor, wird die Laktulose durch die Fehlflora bereits im Dünndarm fermentiert. Der Anstieg der H2-Konzentration in der Atemluft erfolgt früher, nicht selten bereits nach 10-20 min.

Probennahme
Um zuverlässige Testergebnisse zu erhalten, sollte der Patient 12 Stunden nüchtern sein. Er darf mindestens 6 Stunden nicht rauchen und 5 Tage keine Abführmittel eingenommen haben. Bei Testbeginn nimmt der Patient 20 g Laktulose in gelöster Form zu sich, dazu ein Standardfrühstück. Die Atemproben werden mit einem eigens hierfür entwickelten Entnahmebesteck gewonnen und in gasdichten Sammelbehältern in das Labor geschickt. Die erste Probe wird kurz vor Testbeginn entnommen (Referenzwert), 6 weitere jeweils im Abstand von 10 min danach (Gesamttestdauer: 80 min).

Normalwertbereiche
Bei einem Normalbefund kommt es nach ca. 60-90 min zu einem deutlichen Anstieg der H2-Konzen-tration in der Atemluft. Die Laktulose erreicht das Kolon und wird verstoffwechselt. Liegt ein Overgrowth-Syndrom vor, kommt es mindestens 15 min vor Eintritt der Laktulose ins Kolon zu einem abgrenzbaren Anstieg der Wasserstoffkonzentration ( > 20 ppm).

Hinweis
Alternativ zur Laktulose kann auch Glukose als Testzucker zum Nachweis eines Overgrowth-Syndroms eingesetzt werden. Im Gegensatz zur Laktulose wird die Glukose im oberen Dünndarm (Duodenum, Jejunum) normalerweise vollständig resorbiert. Sie gelangt also nicht in den Dickdarm. Liegt eine bakterielle Fehlbesiedlung im oberen Dünndarmbereich vor, findet dort nach Glukosegabe eine Vergärung des Zuckers statt. Der entstehende Wasserstoff gelangt über das Blut in die Lunge und lässt sich in der Atemluft erfassen. Mit Hilfe des Glukosetests ist nur der Nachweis einer Fehlbesiedlung in Duodenum und Jejunum möglich. Pathologische Floraverhältnisse im Ileum werden nicht erkannt. Kontraindikationen: Diabetes mellitus, intestinale Hefepilzerkrankungen
[/QUOTE]

http://www.ganzimmun.de/seiten/downl...ownload_id=550

Die Frage ist, ob man für die Atemgastests eine Praxis aufsuchen muß.

LG Gini

Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

hitti ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.915
Seit: 26.02.12
Zitat von evalesen Beitrag anzeigen
Was sagst Du dazu, wenn Du die SIBO-Posts aus dem RS-Thread rausnimmst, und in Deinen Thread integrierst?
Wie gesagt, ich sehe das nicht als "meinen" Thread an und freue mich über inhaltliche Gestaltungsvorschläge.

Wenn irgendwer Ideen hat, welche Postings aus dem RS-Thread besser hierher gehören, kann das sehr gerne angehen bzw. dann auch bei den Moderatoren veranlassen. Traut Euch ;-)

Ich selbst komme leider gerade nicht so viel dazu und bin dann auch ein paar Tage erst einmal weg :-)

LG

hitti

AW: Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

Gini ist offline
Beiträge: 1.032
Seit: 18.04.09
Ich habe gestern Abend den Artikel von GanzImmun durchstudiert. Er gibt noch eine ganze Reihe von nützlichen Hinweisen.

Zur Symptomatik (kann, muß nicht alles sein):

- chronische Durchfälle
- Völlegefühl
- Blähungen
- Flatulenz (verstärkte Entwicklung von Gasen, beispielsweise Methan, Kohlenstoffdioxid, Schwefelwasserstoff und anderen Gär- bzw. Faulgasen)
- Bauchkrämpfe
- Brechreiz, Erbrechen
- Mundgeruch

Zur Stuhlflora:

- Laktobazillen und Enterokokken werden zurückgedrängt
- Bacteroides, Bifidobakterien und Clostridien nehmen massiv zu

Zur Ursache:

Die Ileocaecalklappe zwischen Dünn- und Dickdarm verhindert normalerweise, daß Inhalte vom Dickdarm rückwärts in den Dünndarm wandern, aber
- eine herabgesetzte Motilität oder Passagestörung im oberen Intesinaltrakt tragen zur Stagnierung der Sekrete und des Speisebreis bei, was eine optimale Voraussetzung für eine bakterielle Proliferation ist
- bei Anazidität oder Säuremangel des Magens werden vermehrt Fehlbesiedelungen des Dünndarms gefunden.
- Schädigung der Darmschleimhaut, Leber- und/oder Pankreaserkrankungen sind weitere Ursachen, sowie
- eine stark gestörte immunbiologische Situation des Wirts (herabgesetzte Abwehrlage)

Auswirkungen:

- Durch die DDFB kommt es zu einer Schädigung der Dünndarmschleimhaut und zu Störungen in der Resorption (Malabsorption) durch toxische, bakterielle Stoffwechselprodukte (v.a. durch den Bakterienstoffwechsel dekonjugierte Gallensäuren). Starker Mundgeruch geht mit einher. Die Mucosaschäden führen mehr und mehr zu einer erhöhten Darmschleimhautpermeabilität, die zu einer Antigenüberflutung führt, die ihrerseits Störungen des intestinalen Immunsystems bewirkt. (Anmerkung: Das darmassoziierte Immunsystem ist am Ende des Dünndarms platziert).
- Die Fettverdauung kann gestört sein. Die veränderte Galle hemmt die Mineralstoff- und Wasserresorption und fördert die Abgabe von Wasser in den Dünndarm, mit der Folge von meist auftretenden breiigen bis dünnen Stühlen, die jedoch nicht regelmäßig auftreten müssen.
- heftige Gasbildung (Völlegefühl, Blähbauch), wobei ein Teil der Gase über die Darmwand in den Blutkreislauf gelangt und über die Lungen abgeatmet werden (Ursache für Mundgeruch)
- Oft besteht auch eine Milchunverträglichkeit, Unverträglichkeit von Rohrzucker und anderen Kohlenhydraten. Die Fehlflora verstoffwechselt häufig die Kohlenhydrate, sodaß sie dem Organismus nicht mehr zur Verfügung stehen.
- bei sehr hohen Entzündungsmarkern kann sich eine sekundäre Laktoseintoleranz entwickeln
- Hypoproteinämie in schweren Fällen
- Auftreten einer perniziösen Anämie oder Polyneuropathie, weil das Vitamin B 12 von den Mikroben verwertet wird
- bei entzündlicher Veränderung der Mucosa kann die Resorption weiterer Mikronährstoffe beeinträchtigt werden. Ebenso verschärft eine erhöhte Fettausscheidung den Verlust spezieller Substrate, v.a der fettlöslichen Vitamine und Spurenelement wie Zink.
- Durchfällig Stühle sind häufig durch sekundäre Gallensäuren, die die Wasser- und Elektrolytsekretion im Darmlumen fördern. Auch die von der Fehlflora gebildeten kurzkettigen Fettsäuren üben einen sekretorischen Effekt aus

Therapeutische Konsequenzen:

1. Ernährung:

- alle Nahrungsmittel meiden, die Völlegefühl, Blähungen, Gurgeln oder Durchfall verursachen
- Ernährung sollte kalorienreich, leicht verdaulich und ballaststoffarm sein
- 5 kleine Mahlzeiten (größere Hauptmahlzeiten halten mit ihrem voluminösen Speisebrei zeitlich zu lange die Ileocaecalklappe offen mit der Gefahr, daß Dickdarmkeime in den Dünndarm aufsteigen können)
- Zurückhaltung bei alkoholischen Getränken, Nüssen, Kohlsorten (außer Blumenkohl)., Hülsenfrüchten, Körnerkost und Rohkost, Sahne, Frischkäse, Hefeprodukte, gebratene und panierte Fleischgerichte, Süßigkeiten, Margarine und tierischen Fetten
- keine Laktulose oder Inulin (ernähren die Bifidobakterien)
- eine Schonkost kann ein Jahr oder länger notwendig sein
- Laktoseintoleranz testen, indem man 7 Tage stringent keine Milchprodukte zu sich nimmt. Danach 1 Glas Milch trinken - kann deutliche Symptome auslösen
- gutes und gründliches Durchkauen beschleunigt den anschließenden Verdauungsprozess (je schneller, je besser)

2. Medikamente:

- in schweren Fällen, wenn andere Therapieversuche fehlschlagen, Antibiotikas (z.B. Metronidazol).
- in leichteren Fällen Magnesiumperoxid (Ozovit). Es spaltet im Magen-Darm-Kanal Sauerstoff ab und entzieht den anaeroben Keimen im Dünndarm die Lebensgrundlage
- nach dieser 1-2 wöchigen Einleitungstherapie das intestinale Milieu stabilisieren. Dazu eignet sich Kanne Brottrunk, und hochkonzentrierte Laktobazillen über 6-12 Monate
- bei entzündlichen Veränderungen und Störungen der Resorption ein Screening von Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen machen und Defizite auffüllen (v.a. der Verlust von Zink, und Aminosäuren wie Methionin und Glutamin werden genannt)

LG Gini

Geändert von Gini (13.11.14 um 19:24 Uhr)

AW: Diagnostik und Therapie der Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB/SIB

hitti ist offline
Themenstarter Beiträge: 1.915
Seit: 26.02.12
Danke für die Zusammenstellung, Gini!

Vor allem die Hinweise zu den Ernährungszeiten/-abständen und der Passagegeschwindigkeit finde ich sehr interessant. Das ist zumindest etwas, was man sich angewöhnen könnte und sollte, auch erst einmal ohne besondere SIBO-Kost. Ich hatte das auch schon mal irgendwo gelesen und versuche seitdem besser darauf zu achten.

Aber "leider" habe ich all die unangenehmen Symptome wie Durchfälle, Blubbern, Mundgeruch überhaupt nicht. Daher ist meine Leidensdruck diesbezüglich nicht so hoch. Für mich ist das Darmthema daher ein recht abstraktes, um welches ich mich wieder vermehrt kümmern muss.

Betain-HCl kann zur Unterstützung der Magensäure zu den Mahlzeiten hinzu genommen werden.

Und Rizol und/oder CDL könnten vermutlich ähnliche Dienste leisten wie Magnesiumperoxid.

Also lieber kleine Mengen max. alle zwei Stunden essen und diese jeweils sehr gut gekaut und damit eingespeichelt. So hat der Dünndarm nicht so viel zu tun und es ergibt sich kein Stau.

LG

hitti


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