Krankenhauskeim MRSA

20.05.08 21:42 #1
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Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo Baldur,
sicher gibt es schlimmere Bakterien als MRSA, aber von Panikmache zu reden stellt die Tatsachen auf den Kopf. Es ist schon richtig, daß Gesunde Träger sein können ohne etwas zu merken. Aber 40.000 Tote und eine unbekannte Anzahl von durch MRSA schwer behinderte Menschen in Deutschland sprechen für sich. Im von Dir zitierten Wikipedia steht "Bekommt der Keim durch günstige Bedingungen oder ein schwaches Immunsystem die Gelegenheit, sich auszubreiten, kommt es beim Menschen zu Hautinfektionen (Furunkel, Karbunkel), im Körper zu lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Lungenentzündung, Endokarditis, Toxisches Schock-Syndrom (TSS) und Sepsis. Insbesondere Bakterienstämme von S. aureus, die Resistenzen gegen mehrere wichtige Antibiotika erworben haben (sogenannte MRSA-Stämme, siehe auch Multiresistenz), stellen durch schlechte Behandelbarkeit eine Gefahr dar."
Ich habe nur ein Bein verloren - andere Ihr Leben...

Krankenhauskeim MRSA

Baldur ist offline
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Seit: 27.07.08
Das Problem ist nach meiner Meinung eher die Inkompetenz der Ärzte, die schon bei der Feststellung beginnt und die selbst dann nicht wissen, wie das zu behandeln ist.
Das ist bei anderen Bakterien auch so und Viren werden meist erst gar nicht angefasst.
Würde man einmal diese Toten und verschleppten Langzeitranken zählen....
Es wird meistens nicht oder nicht genau untersucht. Mir wurde ein Infektionswahn unterstellt und festgestellte Staphylokokken und Streptokokken als harmlos beschrieben und die Psychiatrie empfohlen. Erst der 2.te Privatdozent verschrieb mir nach 2 Jahren Fosfomycin.....

Geändert von Baldur (13.08.08 um 15:10 Uhr) Grund: tippfehler

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo Baldur,
da ist in vielen Fällen Wahres dran. Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit dem Thema und betreue zum Teil dramatische Akutfälle, berate aus meiner Erfahrung heraus Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene. Die Kausalkette ist meiner Meinung nach so:
Ursache:
In Deutschland unterliegen die so genannten Krankenhauskeime (MRSA, ORSA usw.) bisher politisch gewollt keiner konkreten Aufklärungs-, Anzeige- und Meldepflicht.
Das Infektionsschutzgesetz zählt zwar MRSA auf, verzichtet aber bei der Meldepflicht bei MRSA, wenn kein "gehäuftes" Auftreten vorliegt. Da „gehäuft“ nicht untersetzt ist, wird im Regelfall nicht gemeldet.
Auswirkung:
Die Verwaltungen der Einrichtungen melden nicht und steuern nicht dagegen. Die Krankenhaushygiene wird als Sparmaßnahme herunter gefahren. Promovierte Hygieneärzte werden entlassen. Reinigungskräfte, zum Teil sogar unqualifizierte Leiharbeiter werden vollflächig (auch im OP) durch Fremdfirmen bestellt. Geiz ist geil, zumindest für einige. Ein Großteil verantwortungsbewusster Ärzte wissen um die Gefahren, können aber gegen die Verwaltungen nichts ausrichten, da sie entweder ihren Job gefährden oder gegen die Wirtschaftlichkeit ihrer Einrichtung arbeiten. Ich würde, wenn ich ehrlich bin auch schön still bleiben.
Hintergrund:
Die Politik ist durch das RKI und die DGKH über die Zustände genau unterrichtet. Da drängt sich die Frage auf, warum man nicht wie in anderen europäischen Staaten handelt und aktiv wird?
Fazit:
Die resistenten Keime entstehen durch unnötigen massiven Antibiotikaeinsatz. Eine logische Maßnahme wäre, dass (wie in Holland) Antibiotika nur dann verschrieben wird, wenn triftige medizinische Gründe vorliegen und gleichzeitig die regelgerechte Einnahme kontrolliert wird. Dies ist nur klinisch machbar. Als Folge würde das Milliardengeschäft der Pharmazie mit AB`s nicht mehr die bisherigen Gewinne erzielen, da ein Hausarzt ein AB nicht wie derzeit bei jedem Zipperlein verschreiben dürfte. Ich kann nicht beweisen, dass der kausale Zusammenhang tatsächlich so ist – mir fällt, wenn ich alle Faktoren beleuchte, kein anderer Grund ein. Es geht, wie so oft nur um Geld…

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Hausel ist offline
in memoriam
Beiträge: 1.354
Seit: 14.06.07
Hi
Kennt jemand die Tabs und wo kann man sie billig kaufen soll auch gegen Borrelien helfen.

Übersetzte Version von http://www.betterthangreens.com/Catalog_240.html


Übersetzte Version von http://www.betterthangreens.com/Catalog_240.html

Pit

Krankenhauskeim MRSA

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Hamburg, 20. August 2008. ..... Kupfer
galt schon in der griechischen Antike als stark antimikrobiell. Diese Fähigkeit spielt jetzt beim Kampf gegen gefährliche Krankenhauskeime eine zentrale Rolle. In einem weltweit beachteten Feldversuch wurde in der Asklepios Klinik Wandsbek in Hamburg eine komplette Krankenhausstation mit Türgriffen, Türplatten und Lichtschaltern aus Kupfer ausgestattet. Denn die Keime werden nicht nur von Hand zu Hand, sondern in vielen Fällen auch über das Berühren von Klinken und Schaltern übertragen. Derzeit werten Wissenschaftler der Universität Halle-Wittenberg die Proben der ersten Untersuchungsphase aus. Damit ist die Asklepios Klinik Wandsbek Vorreiter dieser klinischen Forschung in Europa.
Hauptgegner sind gefährliche, antibiotika-resistente Bakterien (MRSA), an denen in Kliniken und Pflegeheimen weltweit zunehmend Patienten erkranken. Klassische
Hygienemaßnahmen reichen offenbar nicht aus, die weitere Ausbreitung zu stoppen. Erste Untersuchungsergebnisse haben jetzt nach Angaben der Klinik und der begleitenden Forscher der Universität-Halle-Wittenberg "signifikant geringere Überlebenschancen" von Mikroben auf Kupfer-Oberflächen gezeigt, weshalb der Feldversuch in der zweiten Jahreshälfte fortgesetzt wird. Mit einer Gesamtauswertung wird für Anfang 2009 gerechnet.....
Kupfer löscht in weltweitem Feldversuch resistente Krankenhauskeime aus

Gruss,
Uta

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Herzlichen Dank für Deine Info - sehr interessant!
Bleibt zu hoffen, dass es nicht bei dem Feldversuch bleibt und zumindest die sensibelsten Bereiche damit ausgestattet werden.
Gruss, MRSA

Krankenhauskeim MRSA

gurke ist offline
Beiträge: 1
Seit: 04.09.08
Das Klinik-Personal und vor allem die Ärzte sollten doch zuerst die Hygienemaßnahmen kennen und anwenden. Aus eigener Beobachtung
eines zuerst MRSA freien Frühreha-Patienten und jetzt mit MRSA befallen,
im Trachealsekret und Urin nachgewiesen, kann ich sagen nur 50 % der Schwestern und wenige der Therapeuten schützen sich mit Kittel, Handschuhen und Mundschutz Ärzte garnicht.
Da die Patienten eigene Wäsche tragen welche privat gewaschen wird,
sagte man mir auf die Frage wie die Wäsche zu behandeln sei:
ganz normal Frage mit 40 Grad waschen.
Da Ärzte und Schwestern sehr oft ohne Schutzkleidung an MRSA Patienten
arbeiten und dann auch zu den MRSA freien Patienten gehen ist es kein Wunder wenn sich mein Mann und ander Patienten wieder oder neu infzieren.
Wäre MRSA meldepflichtig würden mit Sicherheit alle Hygienevorschriften auf
das genaueste beachtet. Ich bin heilfroh wenn mein Lebensgefährte diese
Klinik wieder verlassen kann.
mfg gurke

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
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Seit: 20.05.08
Hallo Gurke,
Deine Zeilen spiegeln leider traurige die Wirklichkeit wieder...
Dass jedoch nicht überall so sorglos mit den Keimen umgegangen wird zeigt diese Meldung von heute:

Erfolgreiche Versuche gegen "Superbakterium" MRSA

Staphylokokkenstamm, konnte in Versuchen mit Cannabinoiden erfolgreich bekämpft werden.
Forscher aus Italien und Großbritannien isolierten fünf Cannabinoide aus der Hanfpflanze und fanden heraus, dass die Cannabinoide die Bakterien anders bekämpfen als herkömmliche Antibiotika.
Das könnte laut der Wissenschaftler ein Hinweis darauf sein, dass durch die unterschiedliche Wirkungsweise bei der Verwendung von Cannabinoiden keine resistenten Stämme entstehen. Zwei der untersuchten Cannabinoide wirken nicht psychoaktiv.

Quelle: Cannabis als natürliches Antibiotikum: medicinenet.co , Caroline Wilbert, WebMD Health News

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
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Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Expertenrunde „Multiresistente Erreger im Krankenhaus – Neue Standards für Patientensicherheit“ am 18.09.2008 in Berlin

Auf Initiative von Herrn Prof. Dr. Axel Kramer, Institut für Hygiene und Umweltmedizin an der Universitätsklinik Greifswald und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene und Kommissionsmitglied Krankenhaushygiene am RKI wurde erstmals als Pilotprojekt eine fachübergreifende Expertenrunde einberufen. Das Interesse war so groß, das der ursprünglich geplante Tagungsort aus Kapazitätsgründen nicht genutzt werden konnte und verlegt wurde.
Die Teilnehmer und Referenten setzten sich in der Tat aus Vertretern der unterschiedlichsten Disziplinen zusammen. Von Hygienemedizinern, Unfallchirurgen, Budeswehrmediziner, Mikrobiologen, Pflegeberufe, Heimaufsichtsbehören, Gesundheitsämter, Krankenkassen über Patienten-Selbsthilfegruppen bis hin zu interessierten Medien war vertreten, wer an einer Verbesserung der Situation nosokomialer Infekte in Deutschland interessiert ist.
Das 3-Punkte-Programm sieht vor, dass Screenings (Aufnahme-, Verlegungs-, Nachfolge- und Mitarbeiter-Screening) durchgeführt, eine Infektionsprävention durch Hygienestandards und eine Meldepflicht durchgesetzt werden. Die Expertenrunde möchte klare Standards zum Schutz der Patienten etablieren, eine Brücke zwischen den Vorgaben auf Bundesebene (Hygienegesetz, RKI-Richtlinien etc.) und den Entscheidungsträgern auf Länderebene bauen sowie das Bewusstsein für das Problem in der Öffentlichkeit erhöhen. Die Bildung regionaler Aktionsbündnisse wird eben so unterstützt wie die Einführung und Umsetzung verpflichtender Hygieneverordnungen der Länder. Informationsplattformen, die Entwicklung von Informationsmaterialien für Patienten bei der Klinikaufnahme und eine Aufklärung sind notwendig. In den Qualitätsberichten medizinischer Einrichtungen gehören der Hygienestandard sowie Angaben zu den Raten nosokomialer Infekte.

Krankenhauskeim MRSA

whity ist offline
Beiträge: 633
Seit: 24.07.06
MRSA in Schweinehack
TEXTNACHRICHT (ohne Film): Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe hat in einer seit April dieses Jahres laufenden Untersuchungsreihe den hoch gefährlichen, sogenannten Krankenhauskeim „MRSA“ (Multi-Resistenter-Staphylococcus-Aureus) in verschiedenen Schweinehackfleischproben nachweisen können.
Insgesamt seien 17,4 Prozent der untersuchten Proben mit dem gefürchteten Keim verseucht gewesen. Die Gruppe der MRSA umfasst Bakterienstämme von Staphylococcus aureus, die gegenüber zahlreichen wichtigen Antibiotika, z.B. Penicilline (u.a. Methicillin), resistent sind. Diese Resistenzen führen dazu, dass Erkrankungen nur schwer therapiert werden können. In der Humanmedizin zählen MRSA zu den gefürchtesten Erregern von im Krankenhaus erworbenen Infektionen, und auch in der Tiermedizin ist eine Zunahme an Wundinfektionen nach Operationen zu verzeichnen. MRSA wird vor allem über die Haut übertragen. Seit den 1990er Jahren breitet sich diese Bakterienart vor allem in deutschen Krankenhäusern rasant aus. Solange diese Bakterien Nase und Haut besiedeln, sind sie harmlos. Erst wenn sie in Wunden gelangen, werden sie gefährlich.

Schweinefleisch beinhaltet eine neue tödliche Gefahr: Den mutiresistenten
Jährlich werden rund 40.000 Menschen, so Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI), mit dem multiresistenten Klinikkeim infiziert. Jede vierte Übertragung führt zu einer Infektion, die äußerst schwer zu behandeln ist, weil diese Bakterien nur noch auf eine Handvoll Reserve-Antibiotika anspringen. Jeder zehnte Angesteckte bekommt sogar eine schwere Infektion wie eine Lungenentzündung oder Blutvergiftung - für fast die Hälfte dieser Patienten gibt es keine Rettung mehr. RKI-Hochrechnungen zufolge sterben hierzulande jedes Jahr 1500 Menschen an MRSA, drei Mal so viele wie an Aids. Nach Meinung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene liegen diese Schätzungen sogar eher am unteren Rand der tatsächlichen Zahlen. Genaue Erhebungen gibt es bislang nicht. Anders als etwa in Großbritannien, wo jeder im Internet nachlesen kann, wie viele MRSA-Fälle eine Klinik zählt, sind diese Infektionen in Deutschland nicht meldepflichtig.


Wachstum von MRSA-Kolonien auf einer Selektivagarplatte.
In den vergangenen Jahren wurden MRSA in zahlreichen Ländern (z.B. Niederlande, Belgien, Kanada, Spanien) bei gesunden Schweinen sowie bei weiteren Nutztieren wie Rindern und Geflügel nachgewiesen. Auch in Deutschland wurden Untersuchungen an Schweinen durchgeführt. Darüber hinaus wurden Personen, die beruflich bedingt in engem Kontakt mit Schweinen stehen, überprüft. Dazu zählten Tierärzte, Laborpersonal und Mitarbeiter der amtlichen Fleischuntersuchung. Im Rahmen dieser Untersuchungen konnte bei 13 Prozent der Schweine und bei 23 Prozent der Personen eine Besiedlung der Nasenschleimhaut mit MRSA festgestellt werden. Aufgrund des neu erkannten Risikos, dass Schweine eine Infektionsquelle für Menschen darstellen können, gelten MRSA inzwischen als Zoonoseerreger. Als Zoonosen werden Infektionskrankheiten bezeichnet, die von Tier zu Mensch und von Mensch zu Tier übertragbar sind. Allerdings ist bisher nur wenig über den genauen Übertragungsweg, sowie über die Bedeutung von Lebensmitteln als Infektionsquelle bekannt.

Die Ergebnisse des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Karlsruhe verdeutlichen, dass auch hierzulande Lebensmittel tierischer Herkunft mit MRSA kontaminiert sind. Um weitere Erkenntnisse über die Verbreitung dieser Keime zu erlangen, werden am CVUA Karlsruhe weitere Lebensmittel auf das Vorkommen von MRSA untersucht. Eine Überprüfung von Produktgruppen wie z.B. Käse ist vorgesehen.

secret.TV: 26.09.2008

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