Krankenhauskeim MRSA

20.05.08 21:42 #1
Neues Thema erstellen
Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Niedersachsen gründet MRSA-Netzwerk

Bakterien, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken, werden in Kliniken und Arztpraxen zunehmend ein Problem. Besonders schwer zu bekämpfen, ist ein hartnäckiger, anitbiotikaresistenter Ableger eines alltäglichen Hautkeims, der so genannte Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, kurz: MRSA. Bei Krankheit, Verletzung und körperlicher Abwehrschwäche kann der Keim sogar tödlich werden.
Um die Verbreitung des Keims einzudämmen, hat sich am 19.03.09 das niedersachsenweit erste regionale MRSA-Netzwerk gegründet. Zehn Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Bereiche des Gesundheitswesens haben im Haus der Region eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist, durch Kooperation und Koordination einen Austausch von MRSA zwischen den Einrichtungen zu verhindern und die MRSA-Infektionen insgesamt zu verringern.
Am Netzwerk beteiligt sind der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover, die Apothekerkammer Niedersachsen, die Ärztekammer Niedersachsen - Bezirksstelle Hannover -, das Clementinenhaus, die Diakonischen Dienste Hannover, die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen - Bezirksstelle Hannover -, das Klinikum Region Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover, die Techniker Krankenkasse - Landesvertretung Niedersachsen - und das Vinzenzkrankenhaus.

Weitere Infos: www.presseecho.de/firmenintern/PB249111.htm

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Deutscher Bundestag Drucksache 16/11660 16. Wahlperiode 21. 01.2009

Antrag
der Abgeordneten Frank Spieth, Klaus Ernst, Dr. Martina Bunge, Diana Golze, Katja Kipping, Kersten Naumann, Elke Reinke, Volker Schneider (Saarbrücken), Dr. Ilja Seifert, Jörn Wunderlich und der Fraktion DIE LINKE.
Krankenhausinfektionen vermeiden – Multiresistente Problemkeime wirksam bekämpfen

Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Es gibt in Deutschland sehr viele vermeidbare Infektionen, die aufgrund eines Krankenhausaufenthaltes ausgelöst werden. Die Bundesregierung trägt eine Mitverantwortung, unhygienische Zustände in den Krankenhäusern zu beenden.
In Deutschland erleidet etwa jeder 20. bis 30. Patient in einem Krankenhaus eine Krankenhausinfektion (nosokomiale Infektion). Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes geht bei 16,9 Millionen (2006) Patienten von 500 000 bis 800 000 Infektionen jährlich (1) aus und etwa 20 000 bis 40 000 (2,3) Patienten sterben daran. Damit ist die im Krankenhaus erworbene Infektion die mit Abstand häufigste Form ernsthafter Infektionskrankheiten in Deutschland. Es müssen daher nachhaltige Anstrengungen unternommen werden, um diese Zahlen zu senken.
30 bis 50 Prozent3 dieser Infektionen sind durch das Einhalten einfacher und bekannter Regeln der Hygiene vermeidbar. Empirische Beispiele aus angrenzen- den Staaten zeigen, dass auch noch deutlich geringere Infektionszahlen erreich- bar sind.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
a) zu prüfen, auf welchem Weg sie folgende Ziele am besten erreichen kann und die notwendigen Schritte zu einer erfolgreichen Eindämmung der Krankenhauskeime zu unternehmen:
1. Wirkungsvolle verbindliche Regelungen, um mit den bekannten, geeigneten Maßnahmen Infektionen nicht nur zu einem zu späten Zeitpunkt zu erfassen und zu heilen, sondern sie durch Präventionsmaßnahmen bereits in ihrer Entstehung zu verhindern,
2. die Einsetzung von Ärztinnen und Ärzten für Hygiene und Hygienefachkräften in Krankenhäusern in allen Bundesländern gemäß dem Vorbild von Berlin, Sachsen und Bremen,
3. die Befähigung des Fachpersonals der Gesundheitsämter durch personelle Aufstockung und Qualifizierung, um deren Aufsichtspflicht besser zu gewährleisten,
4. die konsequente Umsetzung der bestehenden Richtlinie des Robert Koch- Instituts zur Prävention von MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus);
b) dafür Sorge zu tragen, dass die Einführung und Etablierung von wirksamen Präventionsstrategien und -maßnahmen gegen Krankenhausinfektionen für die Krankenhäuser auch betriebswirtschaftlich sinnvoll sind, damit es nicht zum Verzicht auf derartige Investitionen kommt;
c) eine Meldepflicht für MRSA und ggf. andere gefährliche Krankenhauskeime einzuführen;
d) bei der Auswahl der geeigneten Maßnahmen auch die Beispiele erfolgreicher europäischer Nachbarländer heranzuziehen.

Berlin, den 21. Januar 2009
Gregor Gysi, Oskar Lafontaine und Fraktion

Begründung
Hunderttausende der im Krankenhaus erworbenen Infektionen sind vermeidbar. Bei diesen Patienten wird der Krankenhausaufenthalt um 5,7 bis 23,7 Tage verlängert (4).
Geht man in einer Beispielrechnung davon aus, dass 400 000 Patienten 10 Tage zusätzlich im Krankenhaus verbleiben, ergibt dies 4 Millionen vermeidbare Pflegetage. Das Robert Koch-Institut geht von ca. 2 Millionen Pflegetagen aus. Bei mittleren Kosten von 750 Euro pro Tag bedeutet dies also vermeidbare Kosten von 1,5 bis 3 Mrd. Euro.
Hinter diesen Zahlen verbergen sich zum Teil katastrophale Einzelschicksale. Vor allem Patienten mit einem relativ schwachen Immunsystem sind betroffen, also oft Neugeborene und ältere Menschen. In zahlreichen Bundesländern wurden trotz wiederholter Appelle, immer noch keine Krankenhaushygiene- Verordnungen verabschiedet, die dringend notwendig wären.
Die Einsetzung von Ärzten für Hygiene und von Hygienefachkräften in Krankenhäusern ist erforderlich, um die geeigneten und fortlaufend an die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse anzupassenden Maßnahmen in den Krankenhäusern zu etablieren, zu überwachen und um ein Bewusstsein für die Notwendigkeit der Maßnahmen herzustellen. Ansonsten werden leicht vermeidbare Infektionen weiterhin schwerste Schäden anrichten.
Staphylococcus aureus (S. aureus) ist der wichtigste im Krankenhaus erworbene Krankheitserreger, der lange Zeit durch Antibiotika zu therapieren war. 1990 betrug der Anteil von MRSA gegenüber den Methicillin-sensiblen S. aureus (MSSA) an allen Staphylococcus-aureus-Isolaten in Deutschland etwa 1,7 Prozent, 10 Jahre später regional bis 15 Prozent und gegenwärtig durchschnittlich bei 22 Prozent (5).
Der Anteil von S. aureus an allen Krankenhausinfektionen beträgt 40 Prozent, also bis zu 320 000 Fälle pro Jahr. Ein Ende des Anstiegs der MRSA-Keime ist bei den derzeit tatsächlich getätigten Maßnahmen nicht absehbar.
MRSA-Infektionen sind mit
– verlängertem Krankenhausaufenthalt und hierdurch bedingten erheblichen Mehrkosten,
– einem höheren Krankheits- und Sterberisiko und
– höheren Kosten für die Antibiotikatherapie verbunden.
Mit dem Auftreten von MRSA ergeben sich neben schweren Krankheitsbildern erhebliche ökonomische Belastungen. Bei einem mit MRSA kolonisierten/oder infizierten Patienten ergeben sich etwa 3 000 bis 10 000 Euro an zusätzlichen Kosten.
Derzeit ist es leider so, dass sich eine wirkungsvolle Strategie der Krankenhäuser gegen Krankenhauskeime betriebswirtschaftlich nicht lohnt und daher nicht erfolgt. Ist z. B. eine MRSA-Infektion eines Patienten erst einmal erkannt, wird es teuer für das Krankenhaus. Daher wird oft erst gar nicht auf MRSA untersucht.
Es handelt sich hierbei um eines der gravierendsten Probleme des öffentlichen Gesundheitsschutzes.
Das Vorbild Dänemarks zeigt jedoch eindrucksvoll, dass eine national einheitlich durchgesetzte Präventionsstrategie die Ausbreitung von MRSA drastisch zu reduzieren vermag.
Aufgrund der praktisch zeitgleichen Durchsetzung einer ähnlichen Strategie seit Anfang der 70er Jahre in den Niederlanden konnte dort das Vorkommen von MRSA bis zum jetzigen Zeitpunkt auf unter 1 Prozent begrenzt werden.
In Deutschland hingegen ist weiterhin ein europaweit überdurchschnittlicher Anstieg von MRSA zu verzeichnen.
Hinzu kommt, dass die verbleibenden noch wirksamen Antibiotika (z. B. Vancomycin) z. T. für die Patienten höhere Belastungen bringen als die nicht mehr wirksamen.

1 Gesundheitsberichterstattung des Bundes Heft 8, Nosokomiale Infektionen.
2 Die nosokomiale Infektion als Todesursache. Gesundheitswesen 56 (1994) 122–125 Inst., Zastrow KD, Schöneberg I.
3 Delveloping quality of care through information system (Worning, Anne Maruie, Mertens, Ralf (WHO/ Europe) Journal of healthcare materiel management Jan/Feb 1991.
5 European Antimicrobial Resistance Surveillance Study.Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co., Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin Vertrieb: Bundesanzeiger Verlagsgesellschaft mbH, Amsterdamer Str. 192, 50735 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Telefax (02 21) 97 66 83 44 ISSN 0722-8333

Quelle: Deutscher Bundestag 21.01.2009

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Nach dem Vorstoß der Bundestagsfraktion der Linken reagierte der G-BA mit folgender Mitteilung:

Qualitätssicherung G-BA plädiert für nationale Strategie gegen Krankenhausinfektionen „Bestehende Qualitätssicherungs-Maßnahmen kontinuierlich verbessern“

Siegburg/Berlin, 25. März 2009 – Anlässlich der heutigen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages zum Antrag der Fraktion Die Linke zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen hat sich das Unparteiische Mitglied des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Dr. Josef Siebig, für eine umfassende nationale Strategie im Kampf gegen Krankenhausinfektionen ausgesprochen. „Zum Regelungsbereich des G-BA zählen hier zwar nicht Primärmaßnahmen wie etwa Screenings, systematischer Antibiotika-Einsatz oder die Ausgestaltung der Behandlung von nosokomialen Infektionen. Allerdings wird der G-BA im Bereich der mittelbaren Maßnahmen seinen Beitrag leisten, das Problem der multiresistenten Krankenhauskeime mittel- und langfristig besser in den Griff zu bekommen. Die bereits bestehende Qualitätssicherung sollte kontinuierlich verbessert werden“, sagte Siebig, der auch Vorsitzender des zuständigen G-BA-Unterausschusses ist, am Rande der Anhörung in Berlin. „Derzeit erarbeitet der G-BA ein sektorenübergreifendes Konzept, das sich mit der Erfassung und Bewertung von nosokomialen Infektionen beschäftigt, die bestehenden rechtlichen Vorgaben berücksichtigt und eine Doppelerfassung vermeidet. In dieses Verfahren soll neben der Prävention und Erfassung der Infektionen auch die Erreger und Resistenzen gemäß Infekti-onsschutzgesetz sowie die Antibiotika-Strategie des BMG (DART) einbezogen werden.“ Im stationären Bereich sei zudem die Nutzung und Integration des Verfahrens in das bestehende BQS-Verfahren aber auch in andere Verfahren wie etwa OP-KISS oder AMBU-KISS vorgesehen. Die durch den G-BA definierte externe stationäre Qualitätssicherung ermöglicht derzeit insbesondere die Erhebung von postoperativen Infektionen in insgesamt 25 Leistungsbereichen. Dabei wird nicht nur der Bereich von Wundinfektionen sondern zum Teil auch die allgemeine Krankenhausinfektion etwa bei Harnwegsinfekten betrachtet. Bei überdurchschnittlichen Häu-fungen von Infektionen besteht die Möglichkeit des strukturierten Dialogs, der zu einer individuellen Verbesserung der Qualität der einzelnen Krankenhäuser beiträgt. In einigen Leistungsbereichen muss die Zahl der postoperativen Wundinfektionen in den Qualitätsberichten veröffentlicht werden, um für die Allgemeinheit Transparenz hinsichtlich der Infektionsraten zu schaffen.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Er bestimmt in Form von Richtlinien den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankversicherung (GKV) für etwa 70 Millionen Versicherte. Der G-BA legt fest, welche Leistungen der medizinischen Versorgung von der GKV übernommen werden. Rechts-grundlage für die Arbeit des G-BA ist das fünfte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB V). Den gesundheitspolitischen Rahmen der medizinischen Versorgung in Deutschland gibt das Parlament durch Gesetzte vor. Aufgabe des G-BA ist es, innerhalb dieses Rahmens einheitliche Vorgaben für die konkrete Umsetzung in der Praxis zu beschließen. Die von ihm beschlossenen Richtlinien haben den Charakter untergesetzlicher Normen und sind für alle Akteure der GKV bindend. Bei seinen Entscheidungen berücksichtigt der G-BA den aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse und untersucht den diagnostischen oder therapeutischen Nutzen, die medizinische Notwendigkeit und die Wirtschaftlichkeit einer Leistung aus dem Pflichtkatalog der Krankenkassen. Zudem hat der G-BA weitere wichtige Aufgaben im Bereich des Qualitätsmanagements und der Qualitätssicherung in der ambulanten und stationären Versorgung.

Weitere Informationen finden Sie unter Gemeinsamer Bundesausschuss

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Kampf gegen Infektionen: Bessere Ausstattung der Kliniken gefordert

Berlin – Um Infektionsrisiken im Krankenhaus einzudämmen, fordert die Bundesärztekammer (BÄK) eine bessere personelle und finanzielle Ausstattung der Kliniken. „Untersuchungen belegen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der Personalbesetzung in den Krankenhäusern und Krankenhausinfektionen besteht“, erklärte BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe heute anlässlich einer Anhörung zur Vermeidung von Krankenhausinfektionen im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Die hohe Arbeitsbelastung, der damit verbundene Zeitmangel und die zunehmenden Dokumentationspflichten führen laut den Untersuchungen dazu, dass viele Klinik-Beschäftigten Widerstände gegen Maßnahmen zur Infektionsprävention aufbauten. Dies zeige der Empfehlungsentwurf der Krankenhaushygiene-Kommission des Robert-Koch-Instituts.
Auch eine Erweiterung der Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz sei laut BÄK nur sinnvoll, wenn die Möglichkeiten des öffentlichen Gesundheitsdienstes finanziell gestärkt würden, um Krankenhausinfektionen zu verhüten und zu bekämpfen. „Mit den derzeitigen Personalressourcen sind diese Aufgaben nicht zu erfüllen“, so Hoppe.
Quelle: aerzteblatt.de, 25.März 2009-03-26

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
MRSA-resistente Patientenarmbändern zur Patientensicherheit und Patienten-Identifikation

MAKRO IDENT - In deutschen Kliniken werden pro Woche ungefähr 1220 fehlerhafte Operationen durchgeführt. Bis zu 16.000 Patienten sterben jährlich durch falsche Medikation. Patientenarmbänder dienen der Sicherheit jedes Patienten und der positiven Kontrolle für das Krankenhauspersonal und des behandelnden Arztes. Es sollen hierbei Fehlmedikationen und Fehlbehandlungen auf ein Minimum reduziert werden.

Das Risiko, an Kunst- und Behandlungsfehlern im Krankenhaus zu sterben zählt mittlerweile zu den zehn häufigsten Todesarten - noch vor Aids und Brustkrebs. Die meisten Behandlungsfehler in den Kliniken sind keine spektakulären Fälle, wie falsch amputierte Beine oder Lungenflügel, sondern die "kleinen Unzulänglichkeiten im Alltag". Dazu zählen Verwechslungen von Namen, Medikamenten oder der richtigen Dosis.
Mögliche Verwechslungen entstehen bei Operationen, Transfusionen, bei der Medikamentenvergabe, Verlegung auf andere Stationen, Durchführung von Reha-Maßnahmen oder bei sonstigen medizinischen Maßnahmen. Die Folgen der Fehler und Verwechslungen können schlimmstenfalls zum Tod eines Patienten führen, wobei das Personal oder der Arzt mittlerweile zur Rechenschaft gezogen werden kann. Mit Patientenarmbändern wird eine eindeutige Identifizierung des Patienten hergestellt, so daß Behandlungsschritte und Medikation genau verfolgt und verabreicht werden.

Die Patientenarmbänder, die bei MAKRO IDENT erhältlich sind, wurden zusätzlich mit einer antimikrobiellen Oberfläche hergestellt. Diese schützen wirksam vor MRSA-Erregern (Methicillin-resistenter Staphylococcus-Aureus) vom Typ II, Typ III und Typ IV. Die Beschichtung der Patientenarmbänder außerdem resistent gegen S. aureus, P. aeruginosa und E. coli-Bakterien, drei der Hauptverursacher von Krankenhausinfektionen.

Quelle: News4Press.com, 26.03.2009

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Resistente Erreger am besten mit "Search and Destroy" bekämpfen

Gesundheitsausschuss (Anhörung)/

Berlin: (hib/DLE) Die Stoßrichtung sei gut, aber vieles wurde schon geregelt: Das sagten die Experten bei der Anhörung des Gesundheitsausschusses zu einem Antrag der Fraktion Die Linke (16/11660) am 25. März 2009. Die Linksfraktion fordert die Bundesregierung darin auf, verstärkt Präventionsmaßnahmen gegen Krankenhausinfektionen zu ergreifen. Den Schwerpunkt sieht die Fraktion dabei im Kampf gegen den Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), der besonders häufig auftritt und nicht mit üblichen Antibiotika heilbar ist.
Nach Auskunft mehrerer Experten gibt es pro Jahr etwa 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen in Deutschland; 20 bis 30 Prozent davon seien vermeidbar. Als besonders vorbildlich in der Vermeidung von Krankenhausinfektionen gelten die Niederlande, wo nach Auskunft von Hajo Grundmann MRSA nur ein Prozent aller Infektionen mit Typen von Staphyloccucus ausmache (im Gegensatz zu 22 Prozent in Deutschland nach Angaben der Fraktion Die Linke.) Die so genannte "search and destroy policy" dort verhindere erfolgreich die Wiederansteckung von Patienten im Krankenhaus. Auch Alexander W. Friedrich, der das niederländische Konzept in abgewandelter Form in Krankenhäusern im Münsterland anwendet, empfahl diese Praxis für die Prävention von Krankenhausinfektionen mit MRSA.
Grundsätzlich waren die Experten nicht der Ansicht, dass Ärzte in den Krankenhäusern zu wenig Wissen über Hygiene hätten. Dennoch forderte Klaus-Dieter Zastrow, genauso wie die Vertreter des Berufsverbandes Deutscher Hygieniker e.V., mehr Fachärzte für Hygiene in den Krankenhäusern, um das Bewusstsein für das MRSA-Problem zu steigern. Herbert Weisbrod-Frey von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di machte außerdem darauf aufmerksam, dass das Personal in den Krankenhäusern durch Outsourcing und Stellenabbau immer öfter unzureichend qualifiziert und daher mit einer ordnungsgemäßen Hygiene überfordert sei.
Norbert Suttorp von der Bundesärztekammer sah jedoch keinen Bedarf für neue Gesetze, stattdessen forderte er, zuerst die bestehenden Regelungen umzusetzen. Es fehle, so sagte Bernhard Ruf für die Bundesvereinigung Kommunaler Spitzenverbände, an finanzieller Unterstützung für die Netzwerkstruktur zwischen Krankenhäusern, Hausärzten und Gesundheitsämtern, die für eine "search and destroy policy" und damit für eine wirksame Bekämpfung von Krankenhausinfektionen mit MRSA notwendig sei.

Herausgeber: Deutscher Bundestag, PuK 2 - Parlamentskorrespondenz

Krankenhauskeim MRSA

Oregano ist offline
Beiträge: 63.704
Seit: 10.01.04
Das möchte ich doch mal sagen, MRSA:
ich finde es toll, was Du so an Informationen hier zusammenträgst

Gruss,
Uta

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Europaweite MRSA-Initiativen

Das Thema der Antibiotika-resistenten Erreger, dazu zählen auch Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) oder Extended-spectrum-Betalactamase bildende gramnegative Erreger (ESBL), steht europaweit ganz oben auf der Agenda der Gesundheitsexperten. Es ist sogar ein Schwerpunktthema der aktuellen EU-Ratspräsidentschaften. Am 18. November 2008 wurde auf Initiative der Europäischen Infektionsschutzbehörde (ECDC, Stockholm) zum ersten Mal der »Europäische Antibiotikatag« begangen, der jährlich stattfinden und auf die Bedeutung des Erhalts der Antibiotikawirksamkeit durch Prävention von Resistenzen hinweisen soll. In Deutschland hat die Gesundheitsministerkonferenz 2006 die Bildung regionaler Netzwerke empfohlen. Federführend bei der Weiterentwicklung ist das RKI.

Pünktlich zum 1. Europäischen Antibiotikatag hat die Bundesregierung einen Kabinettsbeschluss vom 12. November 2008 präsentiert: die Deutsche Antibiotikaresistenz-Strategie (DART). Hier hat das Bundesministerium für Gesundheit nach Diskussion mit der Fachwelt die wichtigsten Handlungsfelder zur Prävention von Resistenzen detailliert erarbeitet. Vor allem der Antibiotikaeinsatz in Tier- und Humanmedizin, neue Forschungsansätze und Hygienemaßnahmen wurden strukturiert erfasst und präventive Ansätze in einem strikten Zeitplan festgelegt. Auch diese nationale Agenda empfiehlt die Bildung regionaler Netzwerke. Die Gesundheitsämter sollen dabei die Funktion des Moderators übernehmen und die lokalen Akteure im Gesundheitswesen, unter anderen Apotheker und Ärzte, einbinden.

Letztlich soll hierdurch auch der vorbeugende Infektionsschutz verbessert werden, weil lokale Strukturen zur Vermeidung von MRSA natürlich ebenso für andere Infektionen, zum Beispiel mit Noroviren oder H5N1, nutzbar sind. Vorrangiges Ziel ist immer, die Sicherheit der Patienten und natürlich auch des Personals im Gesundheitswesen zu stärken.

Quelle: Pharmazeutische Zeitung online: Problemkeime: Vernetzter Kampf gegen MRSA

MRSA-Sanierung

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Dem MRSA zu Leibe rücken

Ein weltweites, immer häufigeres Problem in Krankenhäusern, Pflege- und Altenheimen und zunehmend auch im häuslichen ambulanten Bereich sind Infektionen durch multiresistente Erreger wie MRSA (Methicillin-resistente Staphylokokken) und VRE (Vancomycin-resistente Enterokokken). Die Keime werden von kolonisierten oder infizierten Personen in Krankenhäuser und andere Einrichtungen gebracht oder durch Antibiotikatherapien selektiert. Kontamination und/oder Infektion mit diesen Keimen erfordern im Krankenhaus spezielle Hygienemaßnahmen und eine Isolierung der Patienten, was einen hohen medizinischen und pflegerischen Aufwand bedeutet. Auch bei der Behandlung von Patienten mit MRSA-Kontamination in ambulanten Einrichtungen des Gesundheitswesens müssen spezielle Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen getroffen werden.

MRSA siedeln vorwiegend auf Schleimhäuten, zum Beispiel im Nasen- und Rachenraum oder in der Leistengegend. Die Keime sind sehr widerstandsfähig, sodass sie auch auf Oberflächen und Instrumenten sowie am Bett überleben und durch Händekontakt weitergegeben werden können. Deshalb ist die Händedesinfektion die wichtigste Maßnahme zur Verhinderung der Ausbreitung. Ferner müssen Ärzte und Pfleger spezielle Schutzvorkehrungen treffen. Zum Eigenschutz und zum Schutz anderer Patienten müssen sie Isolierkittel, Mundschutz und Schutzhandschuhe tragen, sobald sie das Patientenzimmer betreten. Eine gründliche Händedesinfektion bei Verlassen des Zimmers ist trotz Handschuhen unerlässlich. Ein spezielles Händedesinfektionsmittel ist aber nicht notwendig.

Um zum Beispiel eine MRSA-Besiedlung zu eradizieren, müssen neben einer eventuell indizierten antibiotischen Therapie die befallenen Stellen lokal mit geeigneten Antiseptika behandelt werden. Vorab ist eine mikrobielle Untersuchung durch Abstriche nötig; diese erfolgen aus Nase, Rachen, allen Wunden und Hautdefekten, Urin sowie Bronchialsekret bei beatmeten Patienten

Zur Lokaltherapie bei MRSA-Besiedelung sind Polyhexanid und Octenidin geeignet. In den aktuellen RKI-Richtlinien wird immer noch Mupirocin beschrieben. Jedoch existieren bereits diverse Resistenzen gegen Mupirocin, da es sich hierbei um einen antibiotischen Wirkstoff handelt (6). Für die Dekontamination lautet die Empfehlung: bei nasaler Besiedlung drei- bis fünfmal täglich Polyhexanid- oder Octenidin-haltige Nasensalbe oder -gel (nach RKI dreimal täglich Mupirocin-haltige Nasensalbe) in beide Nasenvorhöfe einbringen und unter kreisenden Bewegungen verteilen. Wenn eine Kontamination im Rachenraum vorliegt, erfolgt zwei- bis dreimal täglich eine Rachenspülung mit einer antiseptischen Lösung. Bei einer Besiedlung der Haut sollte ein- bis zweimal täglich eine Ganzkörperwaschung mit einer antimikrobiell wirksamen Waschlotion erfolgen. Wichtig ist wiederum, dass die Einwirkzeit beachtet wird. Bettwäsche, Kleidung und Utensilien der Körperpflege sollten täglich gewechselt, gewaschen oder desinfiziert werden.

Allgemein wird eine Sanierung über fünf bis sieben Tage empfohlen, bevor eine Pause eingelegt wird. Anschließend wird durch Abstriche kontrolliert, ob die Maßnahme erfolgreich war oder ob ein zweiter Zyklus angeschlossen werden muss.

Quelle:Pharmazeutische Zeitung online: Desinfektion: Das A und O der Hygienemaßnahmen

Krankenhauskeim MRSA

James ist offline
Themenstarter Moderator
Leiter WIKI
Beiträge: 5.908
Seit: 20.05.08
Krankenhaus-Infektionen kosten 5,5 Milliarden pro Jahr[en]

Infektionen die auf das Gesundheitssystem zurückzuführen sind führen zu 110.000 Todesfällen und kosten geschätzte 5,5 Milliarden Euro pro Jahr, könnten aber, so wurde behauptet, drastisch reduziert werden, wenn man einen „best-practice“ Ansatz in der EU verfolgen würde und das Wissen teile.

Quelle: EurActiv-Netzwerk, erschienen: Dienstag 24. März 2009
EurActiv.com - Krankenhaus-Infektionen kosten 5,5 Milliarden pro Jahr | EU - European Information on Gesundheit & Lebensstil

Weiterlesen
Ausgewähltes aus Bakterien - resistente Stämme
Krankenhaushasser
 
Clostridien - bitte um Hilfe
 
Schocknachricht ESBL


Optionen Suchen


Themenübersicht