Ärzte und Ihre Grenzen

04.01.08 14:40 #1
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Andreas Bosch ist offline
Beiträge: 40
Seit: 19.02.04
Liebe Forenbesucher

ich mache mir zur Zeit da so meine Gedanken, was alles über Ärzte hier geschrieben wird.

Ich selber bin natürlich kein Arzt aber mache selber fast täglich die Erfahrungen, wie hoch sensibel und schwierig es ist, mit Patienten umzugehen, die durch Amalgam und deren Folgen leiden, CFS oder MCS Symptome aufweisen.
Der Kampf gegen diese riesigen „Windmühlenproblematik“ verändert dazu die Patienten in vielerlei Hinsicht, nicht ausgenommen die Psyche!
Ich denke einfach, man solle sich einmal in die Ärzte hinein versetzen, die ständig mit solchen Patienten umgehen. Dies sind keine normalen Ärzte zu denen Leute kommen die einen Schnupfen haben! Sie müssen sich spezialisieren und sind dazu ständig Gegenwinden aus allen Richtungen ausgesetzt! Sie tun sicherlich ihr Bestes, stoßen aber sicherlich auch oft an ihre Grenzen!

Bitte tut Euch doch einen Gefallen und verurteilt diese wichtigen Ärzte nicht ständig! Seit Froh dass es überhaupt solche Menschen/Spezialisten gibt, die versuchen uns zu helfen.
Es ist sicher auch oft so, dass es zu menschlichen Konflikten hierbei kommt – aber packt Euch alle doch selber mal an der Nase, ich schließe mich da nicht aus, wie sensibel wir selber reagieren und welche Fragen und Probleme wir unseren Mitmenschen auferlegen – ganz zu schweigen wie wir mit unseren „Ärzten“ und Fachleuten umgehen. Wir haben eben keine normale „Krankheit“ und es darf auch mal sein, dass ein Arzt uns daher ablehnt oder nicht zu 100% zufrieden stellend behandelt!

Klar gibt es da schon diverse Ärzte, „Die mit der Axt im Walde…..“ aber das ist doch eher die Ausnahme.

Liebe Grüsse
Andreas

Ärzte und Ihre Grenzen

mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Hallo Andreas,
danke für diesen Beitrag. Ich denke die meisten hier denken genauso.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr man sich manchmal aus Verzweiflung an so einen Strohhalm in Form eines dieser Ärzte klammert, und wenn es dann nicht so klappen will, wie man sich das vorstellt, ist die Wut und Angst natürlich groß.
Wie nahe liegt es dann, dass man sich genau hier im Forum ausheult und seinem Frust freien Lauf lässt.

Aber damit erweisen wir uns selbst und auch diesen Ärzten, die eben nicht "ohne Grenzen" sind, wie du schön beschrieben hast, einen Bärendienst. Deshalb: vor dem Tippen Kopf einschalten und mal kurz nachdenken, was man da gerade in alle Welt schreien will und wie es evtl. aus dem "wwWald" zurückschallen könnte!

Gruß
mezzadiva

Ärzte und Ihre Grenzen

nobix ist offline
Beiträge: 1.922
Seit: 30.11.04
Hallo Andreas !

Das ist gut, dass du das mal sagst, etwas mehr Toleranz und Achtung, besonders bei den Ärzten die generell vielen Kranken wirklich helfen würde ich auch unterschreiben.

Ich verstehe auch andererseits spontane Klagen, wenn es zu arg wird.

Hier einige meiner Erlebnisse, bei denen ich ausgeflippt bin:
  • dafür habe ich selbst auf dem Sch...haus keine Zeit, um mich damit zu beschäftigen(HA1 zur Amalgamproblematik).
  • sie können aufstehen, sie sind gesund (Internist nach AP-Effekte bei Belastung, den er durch Bel.-EKG nicht bestätigt fand)
  • Gleiches Problem 2 Jahre später und nach Stress Echo: Sie müssen sofort zur Koronarangiographie (Ergebnis dort: o.B.)
  • Zufällig traf ich gestern einen Patienten des o.e. Internisten, ihm wollte er ebenfalls vor 2 Jahren lebenslang "helfen". Auch er hat sich für eine natürliche Lösung entschieden.
  • Diese Tabletten müssen sie jetzt lebenslang nehmen (HA2, nach iatrogener Blutdruckerhöhung[>170], die ich inzwischen selbst und natürlich auf Normalblutdruck absenken konnte!)

    Gibt es soviel Zufälle?



    Wenn sich so etwas häuft, dann entstehen spezielle "Sympatien" und Patienten werden immer wachsamer. verärgerter, usw..!


Geändert von nobix (04.01.08 um 18:44 Uhr)

Ärzte und Ihre Grenzen

Baffomelia ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 04.01.07
Hmhh. Ich bewundere Ärzte prinzipiell (unabhängig davon, ob sie mit Amalgam zu tun haben oder nicht) und habe starke Zweifel, ob ich selbst dieses Engagement aufbringen würde. Eine andere Kiste ist, ob die Behandlung „hilfreich“ ist, aber auch das halte ich eher für eine prinzipielle Frage, die mit dem Einzelnen wenig zu tun hat.

Viele Grüße
Baffomelia

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mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Zitat von Baffomelia Beitrag anzeigen
Eine andere Kiste ist, ob die Behandlung „hilfreich“ ist, aber auch das halte ich eher für eine prinzipielle Frage, die mit dem Einzelnen wenig zu tun hat.
Hallo Baffomelia,
diesen Satz verstehe ich nicht. Für mich wird eher umgekehrt ein Schuh draus: nur der Einzelne kann beurteilen, ob eine Behandlung ihm geholfen hat oder nicht, eine "prinzipiell" hilfreiche Behandlung - was soll das sein?
Gruß
mezzadiva

Ärzte und Ihre Grenzen

Baffomelia ist offline
Beiträge: 1.143
Seit: 04.01.07
Hallo mezzadiva,

ich meine nicht den einzelnen Patienten, sondern den einzelnen Arzt.

Viele Grüße
Baffomelia

Ärzte und Ihre Grenzen

mezzadiva ist offline
in memoriam
Beiträge: 955
Seit: 06.04.06
Zitat von Baffomelia Beitrag anzeigen
Hallo mezzadiva,

ich meine nicht den einzelnen Patienten, sondern den einzelnen Arzt.

Viele Grüße
Baffomelia
hm, das macht es für mich nicht leichter ich steh auf dem Schlauch ... vielleicht magst du's ja noch mal mit anderen Worten sagen, ansonsten verbleibe ich begriffsstutzig und wünsch dir trotzdem einen schönen Abend
mezzadiva

Ärzte und Ihre Grenzen

RRichter ist offline
Beiträge: 1.312
Seit: 18.12.06
hallo!

viele patienten-arzt probleme sind da zu finden, wo der einzelne die erwartung auf ein recht zur heilung mitbringt. dem ist aber nicht so. es gibt kein recht auf heilung.

auf der anderen seite werden hoffnungen und erwartungen in ärzte gesetzt die sie weder in der lage sind zu erfüllen noch ist es überhaupt notwendig.

ärzte sind keine mechaniker, und sie sollten auch niemals als solche betrachtet werden.
auch ich habe etliche erfahrungen gemacht die für mich sehr negativ waren, aber wenn ich darüber nachdenke dann liegt es letztendlich immer daran, das meine erwartungshaltung eine falsche war.

leben ist immer gefährlich,- solange man lebt. und wir selbst sind es, die sich durch unser verhalten, sei es schlechte ernährung, rauchen, alkohol, zu wenig bewegung oder all die anderen tausend dinge in denen wir uns im alltag tagtäglich selbst schädigen, unsere gesundheit auf´s äußerste strapazieren.

ein weiterer aspekt, daß mit jedem neuen tag, ein natürlicher und nicht umkehrbarer verfall stattfindet, wird ohnehin weder akzeptiert noch registriert.


die gruppe der "schuldlos" erkrankten (ausgenommen die großen mehrzahl die sich dafür halten und es in wahrheit gar nicht sind), können trotz ihres bedauernswerten zustandes weder einen arzt dafür verantwortlich machen noch für ihre nichtgenesung.

wir die gesellschaft waren und sind es, die den berufsstand der ärzte einen höheren stellenwert gegeben haben (warum ist mir bis heute absolut schleierhaft). wenn nun im laufe eines patientenlebens immer mehr negative erfahrungen mit und durch ärzte gemacht werden, stehen diese im krassen wiederspruch zu dem was wir uns eigentlich von jemanden der einen so hohen stellenwert genießt erwarten würden.

diese diskrepanz verursacht wut und frustration.

wenn ich in einer arztpraxis beobachte mit welcher demut sich die meisten patienten gegenüber dem arzt verhalten, dann wundere ich mich nicht, das sich dieser im laufe der zeit sich als was besonderes betrachtet, und mich von oben herab behandelt (im wahrsten sinne des wortes).
und natürlich stört dann ein mündiger, neugierig hinterfragender oder im schlimmsten fall sogar ein zweifelnder patient seine praxisroutiene.
eine andere reaktion seitens eines arztes wäre sehr verwunderlich, und ist dementsprechend selten.


ich glaube auch des weiteren daß wir noch einem großen irrtum unterliegen.

durch den sehr rasanten technischen vortschritt seit mehr als einem jahrhundert, denken wir, das dies im gesundheitswesen auch so sein müsse.
dem ist aber nicht so.

während beispielsweise die leistung eines computerchips sich alle 2 jahre verdoppelt, und uns ständig von den tollen neuen errungenschaften berichtet wird, bekommen wir natürlich das gefühl dies wäre in allen bereichen so, auch im medizinwesen. ein fataler irrglaube.
die apperatemedizin kann da noch einigermaßen schritt halten, aber auf die menschliche komponente hat das keine auswirkung, und wenn, dann eher eine negative.

meine bescheidene meinung zum abschluß dieses thema´s wäre:

die grenzen der ärzte sind durch unsere lebensweise viel schneller erreicht, als durch deren inkompetenz.


schöne grüße
richter

Ärzte und Ihre Grenzen

phil ist offline
Beiträge: 1.702
Seit: 25.01.05
Jeder muss wissen was er kann, und ebenso was er nicht kann.

Die Erwartungshaltung gegenüber Ärzten, die nun mal rein auf Grund ihrer Ausbildung und ihrer Orientierung, eben gerade nicht alles können, ist gross.

Als beispielhaft für anderes meine ich aus meiner bescheidenen Praxis als Energetiker sagen zu dürfen: einiges, was die Gesundheit einer Kuh beeinträchtig ist ausserhalb der Möglichkeiten des Tierarztes. Und ich denke, beim Menschen verhält es sich nicht anders.

Man erinnere sich daran, dass es Zeiten gab, wo der Priester Arzt und Heiler war, das Lebensumfeld des Kranken ebenso mit einbezog.

Davon sind wir inzwischen Welten entfernt, und das immer unbezahlbarerer Spezialistentum kann per se schon gar nicht die erwartete Heilung bringen.

Übringens, die Natur bringt es doch tatsächlich fertig, Gesundheit ganz ohne Arzt zu finden, in dem jeder Organismus genau das tut, was seine Selbstheilungskraft verstärkt. Und wie Horaz treffend bemerkt, wir bewegen uns immer in Richtung Exitus. Auch darin kann Heilung bestehen, im Loslassen dieses Sackes aus Haut und Knochen und sonst noch ein paar Dingen.

Es ist doch immer wieder interessant zu beobachten, dass der Mensch es vorzieht einem anderen mehr zu vertrauen als sich selber...

Ärzte und Ihre Grenzen

Malve ist offline
Moderatorin
Beiträge: 22.783
Seit: 26.04.04
Die Abteilung für Medizinische Psychologie der Universität Freiburg beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Arzt und Patient.
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Liebe Grüsse,
uma


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