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Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

Alkohol


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Alt 02.02.2010, 18:50
  #1 Nach oben
Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Frisch registriertes Mitglied Weiblich
 
Registriert seit: 02.02.2010
Ort: Helmstedt/Deutschland
Beiträge: 7
Hallo,

viele Grüße an alle.

Ich bin nun seit einen Jahr mit meinen Freund zusammen. Ich wusste auch von Anfang an das er ein Alkoholiker ist. Wir haben einige Monate in Zweisamkeit verbracht. Es war ein ewiges auf und ab.

Nun möchte ich mich auch mal wieder mit Freunden oder meiner Familie treffen. Und er verfällt in einen enormen Eifersuchtswahn und Beleidigungen. Mir ist Familie das wichtigeste was es gibt. Er gehört auch dazu, will sich aber nicht integrieren obwohl ihn alle so gut aufgenommen haben. Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?

Ab nächste Woche trete ich eine Kur an. Auf die ich mich schon sehr freue. Wir haben getrennte Wohnungen. Bei ihm ist aber einiges im argen. Ihm wurde vor einem halben Jahr der Strom abgeklemmt und nun braucht er weiterhin eine Unterkunft. Weil er die Kontrolle über den Alkohol verliert und ich keine Kündigung erhalten möchte, darf er nicht in meiner Wohnung bleiben. Aber ich fühle mich so schlecht dabei, als ob ich ihn Stich lasse obwohl ich eigentlich nur auf die Kur konzentrieren sollte. Muss ich mich schlecht fühlen?

Er hat mir nun versprochen in diesen Zeitraum in eine Klinik zu gehen aber macht das überhaupt SINN wenn er es nur aus Not tut? Er hat schon so viel versprochen aber er macht es nur halbherzig. Ein vergleich wäre ein Raucher der sagt das er aufhören will, aber im gleichen Atemzug an der Zigarette zieht.

Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll. Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin. Ich erledige zum Teil auch seine Überweisungen oder hole Post damit der Briefkasten nicht überquillt. Das einzige was ich nicht mache ist Alk kaufen. Aber ich weiß trotzdem nicht weiter. Ich lieb ihn doch so sehr.

lg Sandy
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Alt 02.02.2010, 19:19
  #2 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Extrem fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von Sine
 
Registriert seit: 15.10.2006
Ort: Schweiz
Beiträge: 3.300
Hallo Sandy.
Ich würde dir dringend empfehlen, eine Selbsthilfegruppe für Angehörige von Alkoholikern zu besuchen.
In folgendem Link habe ich Beispiele dazu aufgeführt:
Hier finden Angehörige von Alkoholikern Hilfe
Gerne können wir auch parallel dazu hier im Forum über deine Sorgen reden.
Aber praktisches Tun vor Ort ist vermutlich unabdingbar!
Liebe Grüsse, Sine
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Alt 02.02.2010, 19:37
  #3 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
angie83 angie83 ist offline
Themenstarter
Frisch registriertes Mitglied Weiblich
 
Registriert seit: 02.02.2010
Ort: Helmstedt/Deutschland
Beiträge: 7
Danke Sine
für die schnelle Antwort. Ich schau mir das mal an
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Alt 02.02.2010, 20:38
  #4 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Sehr fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von Morja
 
Registriert seit: 27.10.2009
Ort: Zürich
Beiträge: 826
Hallo Angie

Ich finde es sehr mutig von Dir hier so offen zu schreiben, danke für das Vertrauen.

Wichtigstes:
- DU bist nicht verantwortlich für Seine Sucht

Es ist ganz klar richtig dass DU für Dich schauen magst und auch tust

Ich verstehe sehr gut, dass Du Dich nicht gerade wohlfühlst bei diesen Gedanken, jedoch aus einem Grund benötigst Du ja diese Kur.

Und darum, trotz Deiner Gefühle, halte daran fest. Mach es so wie es Dich stimmt.

Das Teilnehmen in einer Selbsthilfegruppe wird dir nach der Kur sicherlich nocheinmal Halt und vor allem Erkenntnisse bringen, dass Du auf einem guten Weg bist.

Ich drücke Dir die Daumen

Auf bald
Morja

Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis, vielleicht ist keines da. Franz Kafka
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Alt 02.02.2010, 21:37
  #5 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
angie83 angie83 ist offline
Themenstarter
Frisch registriertes Mitglied Weiblich
 
Registriert seit: 02.02.2010
Ort: Helmstedt/Deutschland
Beiträge: 7
Morja danke das Sie sich die Zeit genommen haben mir zu antworten. Ich werde mich vollkommen auf die Kur konzentrieren. Mein Freund ist eh für sich allein verantwortlich wenn es um diese Sucht geht. lg
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Alt 02.02.2010, 22:00
  #6 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Extrem fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von nicht der papa
 
Registriert seit: 18.11.2009
Ort: Pusemuckel
Beiträge: 2.345
Zitat von angie83 Beitrag anzeigen
Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?
lg Sandy
Ja. Das macht der Alkohol.

Zitat von angie83 Beitrag anzeigen
Er hat mir nun versprochen in diesen Zeitraum in eine Klinik zu gehen aber macht das überhaupt SINN wenn er es nur aus Not tut?
lg Sandy
Um so schlechter es einem Alkoholiker geht und um so verlassener er ist, um so eher macht er was.

Er wird nun u.U. eine Entgiftung machen, was mMn. ein guter Anfang ist.
Die müsste aber anschliessend sinnvollerweise mit Sitzungen bei einer Selbsthilfegruppe wie den AA oder Guttemplern unterstützt werden. Alleine schaffen das nicht so viele. Manche erst nach einer längeren Entziehungskur.

Wobei hier ja auch noch die Frage ist, wie es wohnungsmäßig weitergeht, wenn Du wieder von der Kur zurück kommst.

Zitat von angie83 Beitrag anzeigen
Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll. Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin. Ich erledige zum Teil auch seine Überweisungen oder hole Post damit der Briefkasten nicht überquillt. Das einzige was ich nicht mache ist Alk kaufen. Aber ich weiß trotzdem nicht weiter. Ich lieb ihn doch so sehr.

lg Sandy
Ein Alkoholiker wird leider immer Gott und die Welt dafür verantwortlich machen, dass er trinkt, es ihm schlecht, er seine Job verloren hat, etc.
Aus dem Kreislauf kommt er nur raus, wenn er es wirklich will und was dagegen tut.
Da hilft es ihm eigentlich nicht wirklich, wenn er etwas abgenommen bekommt. Denn dann kommt der komplette Zusammenbruch nur noch später.
Es ist nicht deine Schuld, dass er trinkt und sich deshalb in einer schlechten Situation befindet. Nur, dass Du dich ausgerechnet in ihn verliebt hast.

Man kann sich das Leben auch einfacher machen. Rein theoretisch.

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Alt 02.02.2010, 22:44
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AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Sehr fleissiges Mitglied Männlich
 
Registriert seit: 09.09.2008
Beiträge: 668
Zitat von angie83 Beitrag anzeigen
Wir haben einige Monate in Zweisamkeit verbracht. Es war ein ewiges auf und ab.
War die Formulierung "Zweisamkeit"bewußt, oder unterbewußt ? Die Zweisamkeit wurde ja auch von Wolfgang Ambros besungen: "Zweisamkeit ist Einsamkeit zu zweit", denn niemand will sich richtig auf den anderen einlassen, niemand will etwas von sich selbst aufgeben (was ja auch Selbstschutz ist). Bei Drogensüchtigen sagt man auch: Sie sind "stoned", d.h. man könnte genausogut versuchen eine emotionale Beziehung zu einem Stein herzustellen. Doch dann, wenn sie einmal emotional reagieren, dann oft zornig und wütend. Auch das fühlt sich an, als ob man einen Stein an den Kopf geschlagen bekommt. Ich glaube dieses Bildnis sagt schon vieles aus ... Ich selbst mußte das auch mal schmerzhaft erfahren, denn der Drogensüchtige macht sich nicht nur selbst "dicht", um nichts mehr zu spüren, sondern er spürt (wie ein Stein, oder Rocker) auch nicht, wann er den anderen verletzt.

Zitat:
Ist das normal das er so eifersüchtig ist und das er mich für sich ganz allein möchte?
Das klingt schon einmal coabhängig ... "Er liebt mich eben so sehr !" Ein Gesunder würde wohl sagen: "Er findet eben keinen anderen Idioten, der so blöd ist wie ich es bin ..." Nur ein Co-Abhängiger würde es nicht so ausdrücken, denn es tut ihm sooooo gut, wenn er vom anderen so dringend gebraucht wird. Dadurch fühlt er sich aufgewertet und das Schlimmste was einem Co-Abhängigen passieren könnte wäre, wenn der Alki ihn eines Tages nicht mehr brauchen und sagen würde: "Ich bin jetzt clean, und möchte lieber mit einem "normalen Menschen" zusammen sein. Ich weiß, daß Du es lieber hättest, wenn ich wieder an der Flasche hänge und Du wieder Macht über mich hast. Aber gerade das kann ich jetzt nicht mehr brauchen, denn damit provozierst Du bei mir nur einen Rückfall. Ich fühle, daß Du mich nicht liebst, sondern ich nur Deine Eitelkeit befriedigen soll. Dieses Gefühl kann ich aber nicht ohne Alk aushalten und da ich weiß daß Du nichts gegen einen Rückfall einzuwenden hättest, wirds mir bei Dir zu gefährlich. (das sagen sie nach ihrer Therapie nämlich fast wörtlich).
Zitat:
Mit kommt es so vor das ich schon sehr tief in der Co-Abhängigkeit drin stecke aber ich nicht weiß wie ich mich daraus befreien soll.
Genauso wie ein Alkoholiker sich aus seiner Sucht befreien soll, denn die "Sucht gebraucht zu werden" ist eine Sucht, die es in sich hat.

Zitat:
Ich habe immer solche Schuldgefühle obwohl ich nicht schuld bin.
Ein Co-Abhängiger würde sagen, ich habe Angst, daß mein Emotional-Sklave verschwunden ist, wenn ich wieder komme.

Übrigens wäre Coda für Dich die richtige Gruppe.
Startseite CoDA Deutschland e.V.
Alanon = Angehörige von Alkoholikern, ist mehr für Ehepartner oder Kinder, die sich nicht einfach von íhrem Alki trennen können und versuchen müssen damit klarzukommen. (ich würde es aber nie mehr versuchen, denn irgendwie ist es schon krank (selbstschädigend) es überhaupt zu versuchen)

Das Gute zieht das Gute an, wie das Schlechte das Schlechte anzieht,
doch das Gute stößt das Schlechte genauso ab,
wie das Schlechte das Gute abgestoßt.
Drum soll Gut sein, wer vom Schlechten verschont bleiben will.
(Spiegelgesetz oder Resonanzgesetz)

Gruß Manno
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Alt 03.02.2010, 00:29
  #8 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Extrem fleissiges Mitglied Weiblich
 
Benutzerbild von nicht der papa
 
Registriert seit: 18.11.2009
Ort: Pusemuckel
Beiträge: 2.345
@Manno
ich bin oft mit dir einer Meinung. Aber manchmal habe ich das Gefühl, Du weisst nicht genau, von was Du schreibst.

Liberté, Egalité, Fraternité - Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit
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Alt 03.02.2010, 01:27
  #9 Nach oben
AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Fleissiges Mitglied Weiblich
 
Registriert seit: 01.02.2010
Ort: Kanton Zürich
Beiträge: 166
Hallo Angie

Frag dich mal selber, warum hast du dich genau in diese abhängige Person verliebt.Warum genau er?

Ich habe selber ein Suchtproblem und auch schon eine 4 Jahre lange Beziehung mit einem schweren Alkoholiker gehabt. Kann dir also gut nachfühlen.

Die Hoffnung, dass sein Leben besser wird ist leider nicht gross, die Statistik spricht gegen ihn. Auch wenn diese Aussage wirklich hart ist, es ist die Wahrheit. Erst wenn er aus dem Schweinetrog fressen musste (sinnbildlich zu verstehen) hat er überhaupt eine Chance auf Besserung. Warum soll er ernsthaft etwas gegen seinen Zustand unternehmen? Er hat ja dich. Du bist auch noch so grosszügig ihm lästig gewordenes abzunehmen und seinen Alkohol hat er auch noch. Für ihn stimmt die Situation so. Natürlich möchte er dich nicht verlieren, darum beschwichtigt er dich auch mit Versprechungen aufzuhören. Ich bezweifle auch nicht das er es in diesem Moment so meint, doch die Realität schaut leider anders aus.

Wenn du ihm wirklich helfen willst, lass ihn fallen. Es gibt Gründe warum sich jemand betäuben muss. Sein jetziges Leben muss ihn dermassen stressen, dass er lieber ein trockenes Leben führen will. Erst wenn er am Abgrund steht, sich entscheiden muss zwischen Leben und Tod, erst dann hat er eine Chance.

Falls du mehr über das Verhalten von Süchtigen erfahren willst, oder sonst Fragen hast, stehe ich dir sehr gerne bei Seite. Du darfst mir auch jeder Zeit Persönlich Kontakt mit mir aufnehmen

Schau gut zu dir, sei etwas egoistischer und mach dich BITTE nicht kaput
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Alt 03.02.2010, 01:45
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AW: Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?
Fleissiges Mitglied Weiblich
 
Registriert seit: 01.02.2010
Ort: Kanton Zürich
Beiträge: 166
noch kurz was zu dem was Monno geschrieben hat.

Dein Text ist sehr schroff geschrieben. Demjenigen dem du diese Zeilen geschrieben hast, kann es so nicht annehmen, auch wenn es grundsätzlich für mich stimmt was du da schreibst.

Es gibt gründe warum Menschen mit Süchtigen zusammen sind. So wie du es schreibst braucht es sehr viel, deine Zeilen überhaupt anzunehmen.

Ich wünsche mir sehr von dir Monno, dass du dich ein wenig in den anderen reinversetzt. Würdest du dich nicht angegriffen fühlen?

Von einem ganz guten Freund könnte ich sowas annehmen, aber nicht von jemandem der in einem Forum antwortet. Schliesslich wollen wir uns hier nicht noch mehr beschuldigen, sondern gegenseitig weiter bringen und Tipps geben.

Bitte sei so gut und überdenke deine doch sehr schroffe Wortwahl nochmals.
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