Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

02.02.10 18:50 #1
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Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Echt praktisch unsere Papa.... Also das zum wirtschaftlichen Teil...

Also was Uma da sagt wäre eine Superlösung. Noch ist nicht alles kaputt. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht wo nichts mehr geht.

Setze dich in eine ruhige Ecke und überlege was DUwirklich möchtest. Wenn es so weiter geht kommt der Tag, da geht ihr zusammen vor die Hunde.

Noch kannst du entscheiden. Aber selbst wenn er einverstanden ist mit einer Paartherapie, wird es ein harter Weg und es gibt keine Garantie...aber eine reale Hoffnung.

Als damals meine Beziehung das morgendliche Händezittern nicht mehr verbergen konnte war es fast zu spät! Allerdings ging er auf keine Therapiemöglichkeiten ein. Wir waren nicht verheiratet. Das erleichterte den Schritt, weg von der Beziehung. Also setzte ich ihn unter Druck. Wenn er nichts dagegen unternehmen würde, würde ich gehen. Trotzdem hatte ich noch 1 ganzes Jahr Märchenprogramm. Irgendwann hört man auf zu hoffen und geht mit schwerem Herzen.
Er ist nicht vor die Hunde gegangen sondern hat eine andere Doofe gefunden. Aber die Intervalle wurden kürzer. Oder die Frauen selbstbewusster?


Liebe Grüße, Difi
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Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt! -- Einstein --

Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

taotao ist offline
Beiträge: 14
Seit: 16.05.10
Hallo Difi, ganz herzlichen Dank für die vielen Tipps. Ja, zu einer Paartherapie gehen. daran hatte ich auch schon gedacht. Im Moment ist es nur so, ich weiß gar nicht, ob ich das noch will. Ich will eigentlich nur raus aus der ganzen Geschichte und MEIN Leben leben. Ist das egoistisch? Ich habe die ganzen Jahre für ihn gelogen und ihn in Schutz genommen und so ganz nebenbei noch mein Leben organisiert. Ich merke einfach, dass ich mehr will als immer die Verantwortung für zwei zu tragen. Rein gedanklich habe ich mich, glaube ich, von ihm schon gelöst. Es fällt mir schwer, körperliche Nähe zuzulassen, WENN sie denn mal stattfinden soll. Ist auch schon etliche Jahre her. Ich will das auch wieder genießen können. Es kann doch nicht sein, dass ich immer nur den Panzer und den Mülleimer für ihn spiele, oder? Ich weiß, dass er mich von Grund auf liebt, aber was hilft mir das, wenn auf meiner Seele so viele Wunden oder auch schon narben liegen. Ich glaube, ein Paartherapie will ich nicht. Ich muss einen weg finden, ihm deutlich zu machen, dass ich jetzt am Ende bin und nicht vor die Hunde gehen will. Vielleicht reicht das ja auch schon für einen Anstoß zum Nachdenken, oder? Ich will, dass er endlich aufwacht und klar zu seinen Problemen steht, auch wenn ich mich von ihm trenne. Was ich definitiv vor habe. Ich brauch nur die nötige Unterstützung und Kraft.

Bei Alkoholsucht kann Hypnosetherapie hilfreich sein

Wenn man wirklich aufhören möchte zu trinken, dann ist die aufdeckende Hypnosetherapie eines der effektivsten Instrumente, diesen Wunsch Realität werden zu lassen. Sie wirkt da, wo die Sucht entstanden ist, nämlich im Unterbewusstsein.

Wenn erst einmal die emotionale Ursache für das Suchtverhalten aufgefunden und neutralisiert wurde, kann der Mensch wieder suchtfrei leben. Aber wie erwähnt muss der Wunsch nach Veränderung vorhanden sein. Niemand kann mit Hypnose dazu gezwungen werden, etwas zu tun, was er selber nicht wirklich möchte.
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nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Difi Beitrag anzeigen
Echt praktisch unsere Papa....

Liebe Grüße, Difi
Eure Papa sieht dass so, weil sie sich denkt, dass es einfacher und ehrlicher ist, sich die Verantwortung da zu geben, wo man etwas zugelassen/mitgespielt hat.

Ich mag es einfach nicht, wenn man sich zum armen Opfer macht, weil zu jeder Beziehung immer zwei gehören und man an jeder Situation seinen Teil trägt.
Als diplomierte Frau Hättekann ich sagen, man hätte sich jederzeit anders verhalten oder gehen können.

Man konnte nicht, weil.......?
Da habe ich was anderes verinnerlicht- Wer sagt ich kann nicht, der sagt ich will nicht. Und ich finde, wenn man ganz ehrlich zu sich ist, dann stimmt das auch.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

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Difi ist offline
Beiträge: 4.051
Seit: 28.04.09
Papa, hast ja recht...nur ich war damals noch nicht so weit. Ich bin noch voll in der Weibchenrolle erzogen worden. Und ich sehe immer wieder das auch in der jüngeren Generation die gleichen/ähnliche Probleme sind. Auch bei den Männern. Oder du willst doch nicht erzählen, das die Machos ausgestorben sind. Wenn ja..gebe ich eine Riesen Fete

Taotao... Für mich verbindet sich der Name mit einem Bär. Panderbär.

Das meinte ich mit dem...geh in eine Ecke und überlege was du willst. Du brauchst kein schlechtes Gewissen zu haben. Er ist ein erwachsener Mann. Er muss eine Eigenverantwortung haben. Kann ja nicht ewig an Mamas Schürzenzipfel hängen. Wenn du die Nase voll hast..dann ist es deine Entscheidung.

Liebt er dich wirklich? Benutzt er dich vielleicht nur?

Ist hart von mir formuliert. Aber wenn noch echte Gefühle da wären, würde man es miteinander probieren. Ich wäre die erste die sich für eine Liebe, einen Freund in den Kampf schmeißen würde. Glaube mir..ich kann kämpfen.

Aber wenn es nur noch an die Substanz geht....ist es besser sich zu trennen.

Ich schreibe ganz aus dem Bauch. Weder kenne ich dich noch deinen Mann. Aber ich persönlich kenne die Situation.
Ich konnte erst wieder aufatmen, als ich wirklich raus war aus der Situation. Der Weg war nicht schön. Die Zeit war dunkel.

Habe persönlich danach nie wieder so etwas erlebt. Es gibt Männer die Partner sind. Die mit einem leben wollen. Nicht vernichten. Ich bin sehr glücklich über die Tatsache das ich das erleben darf. Sollte ich meinen Partner verlieren, wäre ich Todunglücklich.

Upps, habe heute viel von mir gegeben..sitze einige Zeit vor Kiste ob ich es abschicken soll. Ok ich schicke.

Difi
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Erster Versuch überhaupt !!!
Weiblich schmetterling
Zitat von taotao Beitrag anzeigen
Hallo uma, ich bin überrascht, so schnell Reaktionen auf meinen Beitrag zu bekommen. Du fragst, ob mein Mann Freunde hat, mit denen er reden kann. nein, seiner Meinung nach nicht. Ich denke aber, wenn ich reden will, ist irgentwo jemand da. Bis jetzt bin ich es immer gewesen, ersticke aber an dem Wust von seinen Problemen. Sie haben ALLE mit seiner Arbeit zu tun. Er ist 48 und ich 37. So schnell findet er ja nichts neues. ich denke nur, dass er die ganzen Sachen auf die Arbeit schiebt. sicherlich hat er keine leichte Arbeit. er ist weltweit als Monteur tätig, auf Schiffen. Hat sich den Job aber selbst ausgesucht. Er hat damals, vor ca. 8 Jahren mit mir genmeinsam die Entscheidung gefällt, den Job zu wechseln. Er wollte neue Aufgaben und Anforderungen. Ich stehe auch nach wie vor zu seiner/ unserer Entscheidung, weil ich denke, die Arbeit hat da am allerwenigsten mit zu tun. Es ist seine Lebensgeschichte, die er nicht bewältigen kann oder will. Er ist ein super sensibler Mensch mit verdammt viel Gefühl, dafür hab ich ihn ja auch mal geliebt und geheiratet. Im Moment weiß ich nur nicht, wo und ob das Gefühl für ihn icht doch vom ganzen Hass und der Wut/ Verzweiflung aufgefressen wird/ wurde. Verdammt noch mal: Ich will auch leben und nicht verantwortlich sein für seins. Er hat mir seine Leben und die damit verbundene Verantwortung auf meine Schultern gelegt und das ist verdammt schwer. Er sagt immer, dass ich sein Zentrum bin, um das er kreist und das ihm Sicherheit gibt. Dass er ohne mich sein Leben nicht vorstellen könnte und dass ich das bin, was er schon immer gesucht hat. Tut mir leid, die Last kann ich nicht mehr tragen. Ich habe im letzten halben jahr 10 kg abgenommen und das Essen kommt teilweise ohne Vorankündigung retour. Das kanns doch nicht sein, oder? Ich hab eine Scheißangst vor dem, was in meinem Kopf vor sich geht und weiß nicht, welchen Schritt ich machen oder gehen soll. Mein Kopf ist super klar, aber mein bauch/ Herz macht mir einen Strich durch die Rechnung. Ich kann ihn doch so nicht vor die Hunde gehen lassen.
liebe tao,

was ich hier schreibe, ist lediglich als anregung gedacht.

mir scheint......hier geht es weniger um deinen mann, als um dich.

du schreibst. "ICH kann ihn doch nicht vor die hunde gehen lassen."
klingt ganz danach, als hättest DU die macht dazu. als würde es von DIR abhängen, wer wann vor die hunde geht.

der mann hat mächtige probleme auf der arbeit, DU entscheidest aber für ihn, dass seine probleme ganz anderer art sind.
DU stehst heute noch zu der entscheidung, dass er damals den job als auslandsmonteur angenommen hat. DU machst die regeln und klagst an, dass er dir die verantwortung für sein leben auf die schultern legt.

wundert das?

er ist 48, du bist 37. mit 37 geht noch einiges, mit 48 wohl weniger. DU entscheidest, dass er in seinem alter so schnell keinen neuen job mehr bekommt und schreibst bereits in der vergangenheitsform, wenn du von deiner liebe zu ihm berichtest.
er legt dir seine liebe UND die damit verbundene verantwortung auf die schultern. ist liebe nicht eher ein gefühl, das man im herzen und weniger auf den schultern trägt? wird hier gerade etwas verwechselt? worum geht es wirklich?

es ist für deinen weiteren weg ganz wichtig, das genau zu erkennen.

du hast bereits erkannt, dass du coabhängig bist. aber was ist coabhängigkeit wirklich?

zeigt es einen selbstlosen menschen, der einem süchtigen hilft mit seinem leben klarzukommen? oder ist der coabhängige ein ebenfalls süchtiger mensch, der über einen "hilflosen" seine eigene kontroll-"sucht" ausagieren kann?

eure geschichte ist eine systemische entwicklungsgeschichte und somit ein gemeinsames problem. coabhängigkeit ist eine andere form der sucht. viele coabhängige hatten elternteile, die ebenfalls süchtig waren. der zweite bereich der entstehungsgeschichte siedelt dort an, wo es eine traumatische erfahrung in der vergangenheit gegeben hat, die mit angst vor verlust oder ohnmachtsemfpindungen einherging. daraus entsteht in der regel ein bedürfnis nach kontrolle. einen hilflosen menschen kann man kontrollieren und kontrolle gibt sicherheit und macht über die situation. der coabhängige kompensiert sehr oft auf diese art seine unterbewussten ängste und hilflosigkeiten.. der coabhängige erscheint als guter mensch auf der bildfläche, hilft und übernimmt verantwortung für andere,ist wichtig und unersetzlich und dafür wird er dann mit liebe belohnt und sicherlich auch niemals verlassen. man wird ja zum zentrum im leben eines anderen.....??? bei diesen mustern gibt es natürlich graduelle unterschiede.... von harmlos bis sehr schwerwiegend.

wenn der eigene anteil an der situation nicht erkannt wird, kann es zwar eine trennung geben, aber keine wirkliche befreiung von dieser verwicklung, weil es keine entwicklung....ent-wick(e)lung der zugrunde liegenden strukturen gegeben hat.

es geht also darum, schonungslos die eigenen strömungen zu erkennen. die volle verantwortung für den eigenen anteil an der situation zu übernehmen und über diese erkenntnis eine lösung für das eigene leben zu finden. somit kann man den partner auch los-lassen, ihn lassen, wie er ist, ohne weitere kontrolle über ihn ausüben zu müssen. da stehst du ja noch nicht. du berechnest ja bereits seinen untergang, ohne dass er überhaupt eine ahnung davon hat, welches damoklesschwert bereits über seinem kopf kreise zeichnet.

möglichkeiten zur veränderung der situation gibt es viele. die entscheidende frage dabei ist allerdings das "wie". über eigenreflektionen werden bewusstwerdungsprozesse initiiert, die auch den partner auf eine andere ebene setzten können. chancen zur gemeinsamen entwicklung sind immer dann gegeben, wenn der mensch bereit ist, unter verzicht auf schuldzuweisungen und einer opfer/täter-einteilung, verantwortung für seinen anteil an der entstehung der situation zu übernehmen.


wie eingangs schon erwähnt, stellt mein schreiben lediglich eine anregung zu einer anderen betrachtungsebene dar. ich beabsichtige damit nicht, einen austausch über kontroverse ansichten anzuregen.

viel erfolg auf deinem weiteren weg. nichts bleibt wie es ist, denn das leben ist wandel.

alles gute.

gruß

lanny

Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von Difi Beitrag anzeigen
Papa, hast ja recht...nur ich war damals noch nicht so weit.

Difi
Man ist nie soweit, wenn man sowas das erste Mal lebt, denke ich. Ich war 3 Jahre mit meinem ersten Mann zusammen, von 19-22. Wirklich klar war mir sein Problem ca. 2 Jahre davon und ich hab ihn trotzdem geheiratet. Die Hoffnung stirbt ja zuletzt.
Danach, da weiß man, was man nie mehr haben will.

lanny,
Du hast es wieder bestens geschrieben. Die Krönung für mich war, als seine Schwester eines Tages am Telefon zu mir sagte, wir hofften Du kriegst ihn wieder hin. Ja, Super. Das habe ich sozusagen wirklich versucht. Dabei hatte ich damals noch selbst viel zu viel an mir zu tragen.


Ich sehe hier auch, dass es eigentlich nicht um deinen Ehemann geht, sondern um dich, taotao. Wollte dazu gestern nichts mehr schreiben, aber was soll man dazu
Ich will, dass er endlich aufwacht und klar zu seinen Problemen steht, auch wenn ich mich von ihm trenne. Was ich definitiv vor habe. Ich brauch nur die nötige Unterstützung und Kraft.
noch sagen.
Liest sich, als würdest Du jetzt Schritte gegen den möglichen Alkoholismus deines Mannes unternehmen, in eine Angehörigengruppe zur Info gehen und vielleicht auch noch eine Zeit mit ihm hingehen, damit ihm seine Probleme klar werden und Du dich besser fühlen kannst, wenn Du ihn verlässt. Hä.
Du willst ihm nicht nur nach 12 Jahren das klarmachen, was dich eigentlich schon von Anfang an gestört und wozu es geführt hat, sondern ihn noch schnell auf den rechten Weg bringen. Wobei ich denke, dass er eigentlich selbst genau weiß, welche Probleme er hat und verursacht hat. Selbst wenn er es nicht vor anderen zugeben würde.
Wozu dann noch?
Da für ihn eine Welt zusammenbrechen wird, wenn Du ihn verlässt, und keiner genau weiß, wie er sich dann verhält, auch wenn das oft eine positive Wirkung hat, drängt sich mir da der Gedanke auf, dass es dir vor allen Dingen darum gehen könnte, dass ihm klar wird, was er dir angetan hat.
Denn in deinen Beiträgen geht es mMn. nur und ausschließlich darum, was er dir angetan hat.
Ich mache dir das nicht zum Vorwurf, da ich das Gefühl kenne. Ich stelle es nur fest.

Nur was soll das dann noch mit der Angehörigengruppe, wenn Du dich defintiv trennen willst? Willst Du ihm jetzt etwas vorgaukeln, um ihn erst zu Aktionen zu bewegen und anschließend abzusäbeln? Das finde ich in der Tat perfide. Ich könnte das nicht.
Bis jetzt bin ich es immer gewesen, ersticke aber an dem Wust von seinen Problemen. Sie haben ALLE mit seiner Arbeit zu tun.
Das verstehe ich auch nicht wirklich. Wenn er Probleme auf der Arbeit hat, dann bekommt er die doch vielmehr zu spüren als Du und die Geldstrafe wird auch nicht an ihm vorbeigegangen sein.
Wir haben zusammen so einiges durch. Tod seiner Familienmitglieder, Arbeitstsellenwechsel, Führerscheinverlust durch Alkohol (1,61). ich kann noch einiges mehr aufzählen. Erschreckend ist nur, dass ich für meinen Mann lüge, mit vollem Bewußtsein. So auch bei der Führerscheinsache. Ich wollte vor der Polizei die Aktion auf mich nehmen. Ich kanns selber kaum glauben, dass ich sowas tun wollte. Bin auf der Polizeiwache aber Gott sei Dank eingeknickt. Hat uns ihn 2 Jahre Führerscheinentzug und fast 8000;- eingebracht. Toll, und ich zahle immer mit. Könnte heulen, wenn ich mir das hier durchlese.
Nun. Tod von Familienmitgliedern, Arbeitststellenwechsel, sind Dinge, die alle, Führerscheinverlust durch Alkohol etwas das viele Menschen erleben, die nicht alkoholabhängig sind (selbst Frau Käßmann fiel durch Alk am Steuer auf).
Es ist zudem bekannt, dass viele Partner lügen, um ihren Partner und damit sich selbst (Zugewinngemeinschaft) vor finanziellen Folgen zu schützen. Also genau betrachtet hast Du natürlich auch für dich lügen wollen.

Ich habe den Eindruck, dass Du dich selbst und deinen Mann auch ein Stück weit anlügst und finde Du solltest offen und ehrlich zu dir und deinem Mann sein.
Sage ihm was Sache ist und lege die Karten offen auf den Tisch.
Wenn Du dich trennen willst, dann lüge ihn nicht an und mache ihm nichts vor, sondern tue es. Wenn Du dann trotzdem weiter für ihn da sein willst, dann sag ihm das so.

Wenn Du dir darüber nicht sicher bist und nur weißt, dass Du es so nicht weiter mitmachst, dann kannst Du ihm zwar sagen, dass Du es tun wirst, wenn er nicht bereit ist, mit dir dahin zu gehen und sich zu ändern.
Das Beste ist in dem Fall aber zweifellos, wenn sich 2 Erwachsene auf gleicher Augenhöhe unterhalten können und gemeinsam entscheiden diese Schritte zur Veränderung zu gehen und so u.a. auch ihre Ehe zu retten.
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Jeder muß mit den Konsequenzen leben, die sich aus seinen Entscheidungen ergeben. gerold 2.1.11

Geändert von nicht der papa (25.05.10 um 15:56 Uhr)

Erster Versuch überhaupt !!!

nicht der papa ist offline
Beiträge: 4.533
Seit: 18.11.09
Zitat von lanny Beitrag anzeigen
wie eingangs schon erwähnt, stellt mein schreiben lediglich eine anregung zu einer anderen betrachtungsebene dar.


lanny
Nein. Du hast dich mMn. nur geschickt und vorsichtig ausgedrückt.
Ich würde sagen, es zeigt nur die Wahrheit hinter der Illusion. Und das weißt Du auch ganz genau.
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Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

taotao ist offline
Beiträge: 14
Seit: 16.05.10
Ich habe gerade alle eure Nachrichten mit wachen Augen und wachem Herzen gelesen.
Ich glaube, ich muss hier mal klar stellen. Es geht mir nicht darum, im Selbstmitleid zu versinken, wirklich nicht.
Ich stelle nur langsam fest, dass ICH so nicht leben will. Natürlich gehören zu so einer Situation immer 2. Das ist mir auch klar. Ich habe auch meinen teil dazu beigetragen, dass alles so ist wie es jetzt ist, sicherlich. NUR GESOFFEN HAT ER. Und nein, ich habe solch eine Erfahrung noch nie in meinem Leben vorher gemacht. Ich meine, dass irgendwo ein Suchtverhalten in meiner Familie oder auch Freunde/ Bekannte hätte sein können.
Was ich mir vorwerfe, ist, dass die Menschen, die mir wirklich wichtig sind, von Anfang an gesagt haben, was los ist. Ich wollte es nicht hören und wenn, dann war ich der Meinung, wir/ ich schaffe das.
Ganz schön naiv!
"Nicht der Papa", natürlich bin ich offen ihm gegenüber. Ich werde mit ihm auch schon in dieser Woche das Gespräch suchen. Hab mich lange genug darauf vorbereitet, aber, nenn mich naiv oder sonst was. Ich bin der Meinung, Fairnis heißt auch, dem anderen die Zeit zu geben, sich entscheiden zu können. wenn ich ihm jetzt schon sage, dass ich früher oder später gehen werde, gibt er auf. Glaub mir. Und ich möchte ihn nicht noch mehr verunsichern als ich es so schon tue. Das ist auch keine Hinhaltetaktik, weiß Gott nicht. Nein, ich denke/ glaube, es ist die Chance für uns beide ein Stück unserer gemeinsamen Geschichte aufzuarbeiten.
Einen Vorwurf mache ich mir aber wirklich. Das ist auch mein Fehler. Ich bin recht selbstständig. (Sind warscheinlich viele ;-))
Habe ihm oft das Gefühl gegeben, dass ich vieles allein kann. Oft hieß es dann von anderen: "Warum machst du immer alles selbst? Gib ihm das Gefühl, gebraucht zu werden!" Wenn das der Fehler war, dann gebe ich ihn gern zu.
Für mich ist es einfach nur schwierig, jetzt eine oder die richtige Entscheidung zu treffen. angeraten wurde mir hier auch, mal eine Paartherapie in Betracht zu ziehen. Ich bin noch gar nicht soweit. Ich fange gerade an, mich der Situation zu stellen.
Und .....eines könnt ihr glauben, ich hab ne Scheißangst, dass er und ich das nicht bewältigen können, egal, welche Konsequenz dann am Ende steht.

Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

taotao ist offline
Beiträge: 14
Seit: 16.05.10
Ach ja, mal was anderes. Taotao ist zwar bekannt als Pandabär. Den meine ich aber nicht. Es gab mal eine jap. Zeichentrickfilm über Taotao, den Drachenjungen. ...Das nur mal so am Rande. :-)

Co-Abhängigkeit wie verhalte ich mich?

TanjaBK ist offline
Beiträge: 894
Seit: 08.07.09
Liebe Angie83,
wo ein Abhängiger ist, da ist auch IMMER ein Co-Abhängiger, ein CoDA (Co- Dependent Anonymous). Ein Abhängiger braucht den CoDA zur Aufrechterhaltung seines erbarmungswürdigen Zustandes, ebenso wie ein CoDA bzw. Helfersüchtiger, seine Daseinsberechtigung durch den Suchtkranken bestätigt haben will.

Im Prinzip brauchen BEIDE Hilfe! Auch du musst deine "Krankheit" erkennen, im Moment konzentrierst du dich noch auf SEINE Abhängigkeit und siehst dich in der Rolle eines gesunden Helfers.

Erst wenn du dein CoDA-Dasein erkannt und abgestellt hast, kannst du deinem Partner eine, wenn auch zunächst unangenehme, Hilfe sein.

Ich wünsche dir viel Kraft, Erkenntnis und fähige Leute an deiner Seite, auf einem nicht ganz einfachen, doch in jedem Fall lohnenswerten Weg!
LG
Tanja


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