Vorsicht mit Fencheltee wegen des Estragol-Gehalts?

Danke für's Recherchieren. Eine Idee in der Richtung hatte ich ja:

Ich habe dazu auch noch nichts gehört, aber auch nicht gezielt recherchiert. Ich vermute auch, dass der Stoff dort in viel geringerem Konzentrationen enthalten ist.
- aber schwarz auf weiß ist natürlich viel besser. Auch war mir nicht wirklich klar, um was es sich bei dem weißen Dingens, das man i.a. isst, handelt. Aber diese "Knolle" ist wohl die Wurzel bzw. Zwiebel, während die "Früchte"/Samen das sind, aus dem der Tee hergestellt wird:
Weiterverarbeitet und genossen werden einerseits die Knollen (v. a. in Salaten, Gemüsegerichten und als Beilage zu gedünsteten Fischgerichten), andererseits die „Fenchelsamen“ (Früchte des Fenchels), die mit dem Anis vergleichbar sind. Letztere werden manchmal als Gewürz in Schwarzbrot mitgebacken oder zu einem Tee aufgegossen,...

Die Samen sind fetthaltiger, deshalb hatte ich den höheren Gehalt an ätherischen Ölen (wie Estragol) vermutet. Und in dem von Dir zitierten Text steht u.a.
Die Fenchelwurzeln hingegen enthielten weder Anethole noch Estragol,...
ich meine, das ist das, was hier einige - auch ich - u.a. wissen wollten.
 
ich meine, das ist das, was hier einige - auch ich - u.a. wissen wollten.
Das, was man als Gemüsefenchel ißt, sind nicht die Wurzeln und erst recht keine Zwiebel (nach botanischen Begriffen!), sondern der verdickte Stengelgrund. Wobei es natürlich möglich ist, daß das in dem Artikel falsch benannt worden ist, weil Fenchelwurzeln überhaupt nicht angebaut werden (anders als die Wurzeln verwandter Doldenblütler) und mir unklar wäre, was genau sie da untersucht haben wollten.

Auf dem Bild sieht man es gut:
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Die 'Knolle' wächst oberirdisch, die Wurzel ist noch mal eine Etage drunter.
 
in dieser ausführlichen Auseinandersetzung mit dem Thema geht es um Methyleugenol, aber auch um andere Substanzen wie das Estragol. Der Text stammt von 2004, ist aber durchaus noch auf heute übertragbar, weil die Methoden sich nicht maßgeblich geändert haben.



Unterschiedliche Befunde bei Mensch und Tier​


Die O-Demethylierung von ME führt zu Eugenol, aus dem entweder durch CYP450-Enzyme oder durch Peroxidasen das zytotoxische Chinonmethid entsteht, das jedoch sogleich und sehr effizient mithilfe von Glutathion (GSH) entgiftet wird [3, 34]; seine zytotoxische Wirkung setzt vermutlich nur dann ein, wenn die detoxifizierenden Mechanismen überlastet sind (Erschöpfung des GSH-Pools) [3].

Untersuchungen zum Metabolismus des ME beim Menschen liegen bis heute nicht vor, wohl aber zum Metabolismus der Phenylpropanderivate trans-Anethol und Estragol (= Methylchavicol), die sich beide von ME durch das Fehlen einer Methoxygruppe und untereinander nur durch die Stellung der Doppelbindung am Propenyl unterscheiden [5, 28]. Hier stimmte das qualitative Spektrum der Metaboliten im Harn der Probanden weitgehend mit den tierexperimentellen Befunden überein.

In quantitativer Hinsicht traten dagegen wichtige Unterschiede auf, denn trans-Anethol und Estragol wurden beim Menschen wesentlich schneller abgebaut und ausgeschieden als bei den Nagern [5]. Zudem zeigte das quantitative Metabolitenmuster im Urin von Probanden, die 1, 50 und 250 mg trans-Anethol oral einnahmen, keine dosisabhängigen Veränderungen wie bei den Nagern, d. h., dass sich der Anteil der genotoxisch relevanten Metaboliten beim Menschen mit zunehmender Dosis nicht erhöhte.
Wie unterschiedlich die Wirkungen eines pflanzlichen Vielstoffgemischs und einer einzelnen, darin enthaltenen Substanz sein können, zeigt der Vergleich zwischen einem ethanolischen Fenchelextrakt (Foeniculum vulgare) und der Monosubstanz Estragol [31]: Estragol wirkt hepatokanzerogen; es durchläuft die gleichen Abbauwege wie ME und wirkt aufgrund des gleichen Prinzips. Dagegen löste ein ethanolischer Fenchelextrakt bei Mäusen (Swiss albino) beiderlei Geschlechts weder nach einmaliger (24 h: 0,5, 1 und 3 g/kg KG) noch nach chronischer Gabe (90 d: 100 mg/kg KG/d) eine erhöhte Krebsrate aus [31].

Problematischer Substratüberschuss​

Da nicht unbegrenzt Versuchstiere und Zeit zur Verfügung stehen, werden Toxizitätsstudien praktisch immer im Hochdosisbereich getestet – ein seit mehr als zwei Jahrzehnten gängiges Verfahren, das auch von der FDA empfohlen wird. Allfällige kanzerogene Wirkungen der getesteten Stoffe lassen sich auf diese Weise sehr schnell aufdecken. Anschließend wird von den getesteten hohen Dosen auf niedrige Dosen extrapoliert. Dies kann jedoch zu massiven Überschätzungen des Risikos führen, da bei derart hohen Dosen beim Versuchstier fast immer Anzeichen einer Vergiftung auftreten, die sich z. B. durch Leberschädigung, Gewichtsverlust oder Rückgang der Gewichtszunahme dokumentieren.

Es ist bekannt, dass hohe Konzentrationen einer Substanz die jeweiligen substanzspezifischen Enzyme durch Substratüberschuss hemmen können, wohingegen kleinere Mengen derselben Substanz ohne Probleme metabolisiert werden. Im Falle einer Substratüberschusshemmung kann die aufgenommene Substanz z. B. unverändert ausgeschieden, vorübergehend im Fettgewebe gespeichert oder auf eine unübliche Weise metabolisch verändert werden.
Methyleugenol (ME) ist eine im Pflanzenbereich weit verbreitete Substanz, die sich in Tierversuchen als kanzerogen erwiesen hat. Folgt daraus, dass alle ME-haltigen Produkte potenziell kanzerogen sind? Nicht unbedingt. Denn die Dosierungen in den Toxizitätsprüfungen an Mäusen und Ratten übersteigen die Menge, die ein Mensch durch Nahrungs- oder Arzneimittel zu sich nehmen kann, um das hundert- bis tausendfache. ME selbst ist nicht kanzerogen, sondern bestimmte Metaboliten. Diese entstehen aber nur bei hohen Plasmaspiegeln des ME, weil es dann durch andere Enzyme verstoffwechselt wird als bei niedrigeren Konzentrationen.

Xenobiotika trainieren das Entgiftungssystem​

Es ist anzunehmen, dass eine von Xenobiotika befreite Umwelt unsere Entgiftungsmechanismen ebenso schwächen würde, wie eine absolut keimfreie Umwelt erwiesenermaßen das Immunsystem schwächt. Kommt es in einem sterilen Milieu trotz aller Vorsichtsmaßnehmen zu einer Kontamination, verläuft die Krankheit meist wesentlich schlimmer als unter natürlichen Umständen.
 
Zu diesem letzten Absatz: Ich hatte mich schon gestern gewundert, daß in den Artikeln nirgends von Hormesis die Rede ist. Das ist ja ein (leicht umstrittenes) Prinzip, nach dem vermutlich die meisten Pflanzenstoffe wirken, die eigentlich Abwehrstoffe sind (ätherische Öle dürften meistens Abwehrstoffe gegen Fraßschädlinge sein). In kleinen Mengen (Dosisabhängigkeit!) stärken sie aber den Organismus. Auch Antioxidantien wirken nach meinem Wissen meist via Hormesis, sind also eigentlich Stoffe, die einen Streßreiz auf die Zelle bewirken.

Mehr zu Hormesis:

Bei Kanzerogenen und Mutagenen (also Stoffen, deren Streßreiz auf die DNA zielt) ist es m. W. ungeklärt, ob es hier eine untere Schwelle für die Dosis gibt, unter der der Stoff auch positiv wirken kann. Ich würde annehmen, daß hier ein Unterschied besteht zwischen anorganischen (Schwermetalle, Asbest, Plutonium) und in der Natur nicht vorkommenen Stoffen einerseits und niedrig dosierten Pflanzenstoffen andererseits, mit denen die Evolution der Säugetiere seit Jahrmillionen umzugehen gelernt haben sollte.

Völlig richtig ist es aber, wenn der Zusatz von solchen Stoffen in Reinform verboten wird. Die Lebensmittelindustrie benutzt ja aus Kostengründen oft lieber einen isolierten Einzelstoff als ein natürliches Öl oder eine natürliche Essenz.
 
Das, was man als Gemüsefenchel ißt, sind nicht die Wurzeln und erst recht keine Zwiebel (nach botanischen Begriffen!), sondern der verdickte Stengelgrund. Wobei es natürlich möglich ist, daß das in dem Artikel falsch benannt worden ist, weil Fenchelwurzeln überhaupt nicht angebaut werden (anders als die Wurzeln verwandter Doldenblütler) und mir unklar wäre, was genau sie da untersucht haben wollten.
Bezüglich der Pflanzenteile ist mir nun so ziemlich alles unklar.

Ich bezog mich ja auf die Wikipedia, da gibt es u.a. dieses Fenchelknollen-Bild

1699190902055.png

und den Satz
Die Pflanze bildet mit ihren Speicherblättern knollenähnliche Zwiebeln.
Ich schloss, dass "Knolle" und "Zwiebel" hier synonym gebraucht werden. Von Zwiebel schloss ich auf Wurzel, aber wenn ich Dich richtig verstehe, ist in Deinem Zitat
Die Fenchelwurzeln hingegen enthielten weder Anethole noch Estragol,...

(und ich hätte hier roots auch nicht anders übersetzt) - der Originaltext lautet:
However, the fennel roots contained neither anetholes nor estragole but contained instead dill-apiol (45.6–62.7%), myristicin (2.5–10%), and parsley apiol (0.2%).
- mit Wurzel etwas anderes gemeint, was unten aus der Knolle rauskommt.

Bei den Inhaltsstoffen wird lt. Wikipedia zwischen Frucht, Kraut und Wurzeln unterschieden, da kommt dann die Knolle überhaupt nicht mehr vor:
Fenchel enthält ätherische Öle (Frucht: trans-Anethol, Fenchon, α-Pinen, Camphen, Myrcen, α- und β-Phellandren, α-Terpinen, cis-Anethol, Limonen, Terpinolen, Estragol, p-Cymol; Kraut: α-Phellandren, α-Pinen, cis-Anethol, Myristicin, α-Terpinen, Limonen; Wurzel: Dillapiol, Myrcen, α- und β-Pinen, α- und β-Phellandren, α- und β-Terpinen, Myristicin, cis-Ocimen, Anethol), Kieselsäure, Mineralsalze, Stärke, Vitamin A, B und C.
was mich eher darin bestätigt hat, dass die Knolle eben die Wurzel ist. Aber vielleicht ist die Wikipedia hier keine gute Quelle (ich dachte immer, bei solchen unverfänglichen Grundinformationen sei sie relativ verlässlich).

Die interessante Frage nach dem Estragol-Gehalt des weißen Dingens mit seinen Auswüchsen nach oben, das meist verzehrt wird, bleibt (oder ich stehe auf der Leitung)...
 
Ich lasse Tees inzwischen sowieso nicht mehr lange ziehen, weil es mir dann besser schmeckt und nicht so intensiv ist.
Dazu wollte ich noch etwas sagen: Es gibt neuerdings auf Teeverpackungen oft den Hinweis, nur wenn der Tee so-und-so-lange (meist mindestens 10 Minuten) "gezogen" wäre, sei er ein sicheres Lebensmittel. Das Thema, wie ernst man das nehmen muss, hatten wir schon irgendwo im Forum...

Nachtrag zu #25
Ich schloss, dass "Knolle" und "Zwiebel" hier synonym gebraucht werden.
Was wie Du ja schriebst, Malvegil, offenbar nicht stimmt (und ich in der W. mindestens missverständlich finde), denn laut https://www.naturadb.de/pflanzen/foeniculum-vulgare/ ist es ein Pfahlwurzler.

Interessant aber auch, dass man die estragolfreien Wurzeln laut dieser Seite https://heilkraeuter.de/lexikon/fenchel.htm auch für einen Tee verwenden könnte:
Die Samen und auch die Wurzel vom Fenchel wird besonders gern in Tees gegen Blähungen und Husten eingesetzt.
 
Bezüglich der Pflanzenteile ist mir nun so ziemlich alles unklar

Mir geht's genauso - zumal auch in dem 1. Artikel von Malvegil zwischen oberirdischen und unterirdischen Teilen unterschieden wird, wobei nur die oberirdischen Estragol enthalten würden. Und die Fenchelknolle ist über der Erde.

Hier steht auch:

Die Knolle ist ca. faustgroß, zwischen 250 und 400 Gramm schwer und entsteht durch die fleischige Verdickung der Blattstiele.


Somit sind das dann eben doch die Stengel?
 
Dazu wollte ich noch etwas sagen: Es gibt neuerdings auf Teeverpackungen oft den Hinweis, nur wenn der Tee so-und-so-lange (meist mindestens 10 Minuten) "gezogen" wäre, sei er ein sicheres Lebensmittel. Das Thema, wie ernst man das nehmen muss, hatten wir schon irgendwo im Forum...

Etwas ähnliches habe ich auch gelesen, Kate, aber im Zusammenhang mit der Keimeliminierung. Der Tee wird immer mit kochendem Wasser übergossen und dann ziehen gelassen. Erst nach 10 Minuten sind alle relevanten Keime abgetötet. Es kann zum Beispiel auch mal Vogelmist auf den Teeblättern sein. Vorher sollte man ihn nicht trinken.

 
Von Zwiebel schloss ich auf Wurzel, aber wenn ich Dich richtig verstehe, ist in Deinem Zitat
[...]
- mit Wurzel etwas anderes gemeint, was unten aus der Knolle rauskommt.
Botanisch ist mit Wurzel und 'root' ganz sicher etwas anderes gemeint, dafür lege ich meine Gärtnerinnenhand ins Feuer, aber ob in dem Artikel was anderes gemeint ist, da wäre ich mir nicht so sicher, wie ich ja auch schon geschrieben habe. Man sieht ja, daß die Benennung dieser "Knolle" überall deutlich variiert. [Nachtrag: Hat sich geklärt, siehe unten: Gemeint sind Wurzeln, aber vom Gewürzfenchel, von dem die Samen geerntet werden und der keine Knollen bildet.]

Hier steht es korrekt:
Der Gemüse-Fenchel (Foeniculum vulgare var. azoricum; vgl. Abb. ) bildet eine bleiche, aus stark verbreiterten und verdickten Blattstielbasen bestehende „Knolle“ [...] Verdickte untere Blattscheiden des Gemüse-Fenchels

Die Inhaltsangaben der Wikipedia gehen zurück auf ein Heilpflanzenlexikon, in dem ich die Angaben nicht wiederfinde und bei dem ich überhaupt annehme, daß sie sich auf den Gewürz-/Bitterfenchel beziehen und nicht auf den Gemüsefenchel, der keine Heilpflanze ist.

Mit einiger Sicherheit enthalten die aufgeblähten Zuchtknollen alle Aromastoffe nur in großer Verdünnung, verglichen mit den Wildarten.

Jetzt müßte man halt die ursprüngliche Quelle dieser Messungen ausfindig machen und sehen, ob sie sich überhaupt auf den heutigen Zuchtgemüsefenchel bezogen hat.
Nachtrag: Der Artikel mit den ursprünglichen Abgaben zur "Wurzel" müßte dieser hier sein:
https://dfg-viewer.de/show?tx_dlf[double]=1&tx_dlf[id]=https://leopard.tu-braunschweig.de/servlets/MCRMETSServlet/dbbs_derivate_00044812?XSL.Style=dfg&tx_dlf[page]=311&tx_dlf[pagegrid]=0&cHash=728a346b9993f7eed170b9c8463b7f8e, dort ab S. 319

Untersucht wurde kein Gemüsefenchel, sondern Gewürzfenchel:
1699205411490.png

Und hatten wir diesen Artikel schon?

Darin werden nur die Fenchelsamen untersucht, aber auch da zeigt sich das erwartbare Ergebnis, daß die Samen der meisten hiesigen Gemüsesorten nur einen Bruchteil des Estragolgehalts von Wildformen oder von Gewürz/Arzneifenchel haben. Ich würde mir deshalb über Estragol in Gemüsefenchel absolut keine Gedanken machen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hier noch was Interessantes. Die Untersuchungen der EFSA sind also in vollem Gange:
Die Europäische Kommission hat der EFSA das Mandat erteilt, die Sicherheit von Fencheltee wissenschaftlich zu
bewerten. Mit dem Call for Data vom 4. Juli 2023 ruft die EFSA die Industrie, Behörden und Wissenschaft auf, bis zum
4. Oktober 2023 Daten zum Gehalt von Estragol, Methyleugenol und Safrol in Fencheltee, aber auch Kräutertees, Gewürzen, Nahrungsergänzungsmitteln und weiteren Lebensmitteln einzureichen
, welche die genannten Stoffe enthalten.
Aufgrund des sehr verbreiteten Vorkommens von Estragol
in zahlreichen Lebensmittel– und Arzneipflanzen, z.B.
Anis, Basilikum, Estragon, Fenchel, Sternanis, Muskat,
Pfeffer und vielen anderen mehr sind mittelfristig
weitere Einschränkungen über die bereits in der
Aromenverordnung festgelegten Begrenzungen
hinaus nicht auszuschließen.
Quelle: https://www.phytolab.com/wp-content...Lab-Factsheet_Estragol_2023-08_16.08.2023.pdf
 
Danke für die Recherche, Malvegil.

Etwas ähnliches habe ich auch gelesen, Kate, aber im Zusammenhang mit der Keimeliminierung. Der Tee wird immer mit kochendem Wasser übergossen und dann ziehen gelassen. Erst nach 10 Minuten sind alle relevanten Keime abgetötet. Es kann zum Beispiel auch mal Vogelmist auf den Teeblättern sein. Vorher sollte man ihn nicht trinken.
Du schriebst ja, dass Du Tees "nicht mehr lange ziehen" lässt, aber 10 Minuten dann offenbar doch? Das wäre dann die normale Zeit (die ich auch bevorzuge) und ich hatte Dich so verstanden, dass Du es kürzer machst. Das "aber" in Deinem ersten Satz passt nicht ganz, denn ich hatte ja zum möglichen Grund nichts geschrieben. Das mit der Hygiene hatte ich vage im Hinterkopf, konnte vorhin nicht mehr nach-recherchieren. Danke, dass Du das mir das nun abgenommen hast :)

Zurück zum Fenchel: Irgendwie fast seltsam, dass wir bisher keine explizite Aussage zum Estragolgehalt der "Knollen" des Gemüsefenchels gefunden haben. Das ist doch für die Ernährung neben dem Tee die relevanteste Variante (die wenigsten dürften wilden Fenchel sammeln, man findet ihn auch garnicht so oft), insofern wäre das relevant.

Einen entspannten Sonntagabend Euch.
 
Du schriebst ja, dass Du Tees "nicht mehr lange ziehen" lässt, aber 10 Minuten dann offenbar doch? Das wäre dann die normale Zeit (die ich auch bevorzuge) und ich hatte Dich so verstanden, dass Du es kürzer machst. Das "aber" in Deinem ersten Satz passt nicht ganz, denn ich hatte ja zum möglichen Grund nichts geschrieben. Das mit der Hygiene hatte ich vage im Hinterkopf, konnte vorhin nicht mehr nach-recherchieren. Danke, dass Du das mir das nun abgenommen hast :)
Du hast schon richtig gelesen, Kate. Ich lasse die meisten Tees nur eine kurze Zeit ziehen. Das ist eine Geschmacksfrage, so wie ich das gelesen habe. Kann man so oder so handhaben. Die Hygiene ist der andere Punkt, den man einhalten sollte, bevor man den ersten Schluck nimmt. ;)
 
Ok - mal anders gefragt ;): Welche Tees sind das und wie lange lässt Du diese i.a. ziehen?

Das ist zum Beispiel ein Rosmarin/Thymian-Tee Bio, vom dm-Markt. Den kann man wirklich nicht zu lange ziehen lassen, sonst schmeckt er viel zu intensiv. Aber in der kurzgezogenen Variante, eine Minute, da ist er genau richtig. Auch so Tees wie Pfefferminz oder Tulsi (indisches Basilikum) immer nur ganz kurz - halbe Minute. Reicht mir völlig aus. Aber auch andere Tees aus dem Bioladen, wie Feierabendtee, da reicht mir auch eine Minute . . .
Fencheltee habe ich bisher immer etwas länger ziehen lassen, genauso wie Zitronengras. :cool: Meist zehn Minuten oder ich habe den Teebeutel gar nicht erst rausgenommen


Wie hälst Du diese ein, wenn Du einen Tee unter 10 Minuten ziehen lässt?

Ich trinke den nicht direkt, sonst würde ich mir den Mund verbrennen.
Ob mit oder ohne Teebeutel, die Keime sind dann, zum großen Teil hinüber, bevor ich den ersten Schluck nehme. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
So, gefunden. ;) Hier wird die Fenchelknolle mit ihren Inhaltsstoffen den Fenchelsamen gegenübergestellt. Die Knolle enthält kein nennenswertes Estragol, so wie es aussieht. Trotzdem finde ich es irreführend, dass man den Anisgeschmack, der in dem Fenchelsamen vorkommt, mit dem Estragol in Verbindung bringt, während der Anisgeschmack der Knolle anderen ätherischen Ölen zugewiesen wird.

 
Ob mit oder ohne Teebeutel, die Keime sind dann, zum großen Teil hinüber, bevor ich den ersten Schluck nehme. ;)
Der Gedanke hat was, danke 🤭

Auch für den Artikel. Wobei ich da eben keine explizite Aussage finden konnte, dass die Knolle (dort als "Scheinknolle" bezeichnet) kein Estragol enthält. Es wird nur nicht genannt. Für zwei Aussagen werden Quellen genannt, für die Gehalte an ätherischen Ölen leider nicht - sonst könnte man dort nachschauen. Aber wir haben nun ein weiteres Indiz :)
 
Es gibt hier eine Tabelle:

Ätherische Ölbestandteile (%) der Fenchelknolle, beeinflusst durch die Düngung

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Darunter auch Estragol.

Im Text steht noch dazu:

Der höchste Anteil an Estragol (9,65 %), einer unerwünschten Verbindung, wurde jedoch mit 150 % der empfohlenen NPK verzeichnet. Im Vergleich dazu wurde der niedrigste Estragolgehalt (4,09 % und 5,64 %) durch organischen Dünger (Kaninchenmist bei 60 m3/Futter) bzw. Biodünger (Azos+Bm+Bc+VAM) erzielt.
 
Interessant ist tatsächlich die Sache mit der Düngung. Ich frage mich dabei, was macht dies am Gesamtgehalt in µg aus. Ich esse bestimmt schon seit Jahrzehnten fast jeden Tag einige Fenchelstückchen zum Brot. Ich bin also im Training, wenn man so will. Das Estragol hat auch positive Eigenschaften und nicht nur negative, wie das Zentrum der Gesundheit schreibt.


Der Anstieg des Zwiebelertrags (11,76–11,99 Tonnen/Futter) und des Gehalts an ätherischen Ölen (0,076–0,080 %) von Zwiebeln, die mit organischem Dünger (Kaninchenmist bei 60 m3/Futter) gewonnen wurden, ging mit einem deutlichen Rückgang des Estragols und einem Anstieg einher Die wichtigsten Bestandteile sind α-Pinen, ß-Pinen, Limonen, trans-Anethol und Anisaldehyd. Daher kann die Bio-Fenchelknolle mit einer reichlichen und qualitativ hochwertigen Ernte angebaut werden, was das Konzept des ökologischen und biologischen Landbaus für diese wichtige Nutzpflanze festigt.



Was in der einstigen diesbzüglichen Warnung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung aber nicht berücksichtigt wurde, ist, dass im Basilikum ja auch eine ganze Anzahl an antioxidativen Substanzen gleichzeitig mit dem Estragol wirkt. Gerade die oben erwähnte Brustkrebsstudie zeigt deutlich, dass ein Auszug aus Basilikumblättern Tumore zum Verschwinden bringen kann und nicht das Gegenteil bewerkstelligt ( 3 ).

Auch konnte man aus dieser Studie sehr gut erkennen, dass nicht der Einzelstoff im Basilikum wirkt, sondern die Kombination der Stoffe. Denn die probeweise Anwendung von drei Einzelstoffen des Basilikums zeigte in keinem der drei Versuchsreihen eine krebsbekämpfende Wirkung, nur der Gesamtextrakt, der alle Basilikumstoffe enthält, ging gegen Tumore vor.


Ein weiterer Punkt, der gegen eine mögliche Kanzerogenität des Basilikums spricht ist, dass in jener Studie, die zur Warnung vor Basilikum und anderen estragolhaltigen Küchenkräutern führte, die betreffenden Nagetiere einem Vielfachen der natürlich vorkommenden Konzentration von Estragol ausgesetzt wurden, also einer Konzentration, die man mit Basilikumtee, Basilikumgerichten oder sogar Basilikumpräparaten kaum erreichen könnte.
 
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dasselbe passiert mir mit der Chelidonium Majus Tintura madre. Empfehlung im Netz: für Leber-Galle Beschwerden: ich erfahr jetzt, es kann genauso schnell (!)Leberschäden verursachen...daher bleib ich zur Vorsicht bei ein-zwei Tropfen auf ein Glas Wasser, einmal pro Woche. Da ich Gallensand habe (sludge ) wollte ich Schöllkraut probieren. Artischocken und Mariendistel haben viel weniger Wirkung auf die Galle gezeigt.
 
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