{"id":737,"date":"2020-01-22T10:34:37","date_gmt":"2020-01-22T10:34:37","guid":{"rendered":"https:\/\/noxa.ch\/wiki\/?p=737"},"modified":"2020-01-22T10:36:02","modified_gmt":"2020-01-22T10:36:02","slug":"drmutter-risikobewertung-amalgam-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/drmutter-risikobewertung-amalgam-2005\/","title":{"rendered":"DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005"},"content":{"rendered":"<p><b>Amalgam: Eine Risikobewertung unter Ber\u00fccksichtigung der neuen Literatur bis 2005<\/b><\/p>\n<p>J. Mutter, J. Naumann, H. Walach, F. Daschner<\/p>\n<p>Institut f\u00fcr Umweltmedizin und Krankenhaushygiene Universit\u00e4tsklinik Freiburg<\/p>\n<table id=\"toc\" class=\"toc\" summary=\"Inhaltsverzeichnis\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div id=\"toctitle\">\n<h2>Inhaltsverzeichnis<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Zusammenfassung\"><span class=\"tocnumber\">1<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Zusammenfassung<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Einleitung\"><span class=\"tocnumber\">2<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Einleitung<\/span><\/a>\n<ul>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Methodik\"><span class=\"tocnumber\">2.1<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Methodik<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Ergebnisse\"><span class=\"tocnumber\">3<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Ergebnisse<\/span><\/a>\n<ul>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Grundlagen\"><span class=\"tocnumber\">3.1<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Grundlagen<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Toxizit.C3.A4t_von_Quecksilber\"><span class=\"tocnumber\">3.2<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Toxizit\u00e4t von Quecksilber<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Eingeschr.C3.A4nkte_Aussagef.C3.A4higkeit_von_Hg-Werten_in_Biomarkern\"><span class=\"tocnumber\">3.3<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Eingeschr\u00e4nkte Aussagef\u00e4higkeit von Hg-Werten in Biomarkern<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Beschriebene_Nebenwirkungen_von_Amalgam_bzw._bei_geringer_Hg-Exposition\"><span class=\"tocnumber\">3.4<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Beschriebene Nebenwirkungen von Amalgam bzw. bei geringer Hg-Exposition<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Symptome.2C_individuelle_Empfindlichkeiten_und_Heilungsraten_bei_Amalgamentfernung\"><span class=\"tocnumber\">4<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Symptome, individuelle Empfindlichkeiten und Heilungsraten bei Amalgamentfernung<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Methodische_Fehler_bei_oft_zitierten_Amalgamstudien\"><span class=\"tocnumber\">5<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Methodische Fehler bei oft zitierten Amalgamstudien<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Bisherige_Risikoanalysen_zu_Amalgam\"><span class=\"tocnumber\">6<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Bisherige Risikoanalysen zu Amalgam<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Amalgam_und_Umwelt\"><span class=\"tocnumber\">7<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Amalgam und Umwelt<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Diskussion\"><span class=\"tocnumber\">8<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Diskussion<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/DrMutter-Risikobewertung-Amalgam-2005#Literaturverzeichnis:\"><span class=\"tocnumber\">9<\/span>\u00a0<span class=\"toctext\">Literaturverzeichnis:<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a id=\"Zusammenfassung\" name=\"Zusammenfassung\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Zusammenfassung<\/span><\/h2>\n<p>Amalgam, welches weltweit seit 150 Jahren als Zahnf\u00fcllmaterial verwendet wird, besteht aus etwa 50% elementarem Quecksilber und einer Mischung aus Silber, Zinn, Kupfer und Zink. Aus fertigen Amalgamf\u00fcllungen werden kontinuierlich kleine Mengen an Quecksilberdampf freigesetzt. Amalgam tr\u00e4gt dabei signifikant zur menschlichen Quecksilberbelastung bei. Quecksilber kann in Organen, insbesondere im Gehirn akkumulieren, da die Bindung zu Proteinen st\u00e4rker als die von anderen Schwermetallen (z.B. Blei, Cadmium) ist. Im Gehirn werden Halbwertszeiten von 1-18 Jahren angenommen. Quecksilber gilt als eines der giftigsten nicht-radioaktiven Elemente. Es bestehen Hinweise daf\u00fcr, dass Quecksilberdampf st\u00e4rker neurotoxisch wirkt als Methyl-Quecksilber aus Fisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neuere Publikationen weisen auf das Risiko von Nierensch\u00e4digungen, neuropsychologischen Beeintr\u00e4chtigungen, Induktion von Autoimmunerkrankungen oder Sensibilisierungen, gesteigerte oxidative Belastung, Autismus, Haut- und Schleimhautreaktionen und unspezifische Beschwerden durch Amalgamexposition hin. Auch die Alzheimer-Erkrankung oder die Entwicklung einer MS wird z.T. mit einer Quecksilberexposition in Zusammenhang gebracht.<\/p>\n<p>Es bestehen, m\u00f6glicherweise erblich bedingt oder erworben, unterschiedliche interindividuelle Empfindlichkeiten zur Entstehung von negativen Effekten durch Amalgambelastungen. Quecksilbermessungen in Biomarkern sind aufgrund fehlender Korrelation zu den Quecksilberkonzentrationen in den Organen nur bedingt zur Absch\u00e4tzung der Quecksilberbelastung der kritischen Organe geeignet. Wegen methodischer M\u00e4ngel sind manche Amalgamstudien in ihren Aussagen nur bedingt verwertbar.<\/p>\n<p>Eine Amalgamentfernung konnte in einigen Studien bei einem relevanten Teil der Patienten zur dauerhaften Verbesserung oder Heilung verschiedener und meistens chronischer Beschwerden f\u00fchren.<\/p>\n<p>Aufgrund der Ber\u00fccksichtigung aller verf\u00fcgbaren Daten kann Amalgam weder medizinisch, arbeitsmedizinisch noch \u00f6kologisch als sicheres Zahnf\u00fcllungsmaterial bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Schl\u00fcsselw\u00f6rter: Amalgam, Quecksilber, Toxizit\u00e4t, Nebenwirkungen, Autoimmunit\u00e4t, Neurodegenerative Krankheiten<\/p>\n<p>Sie auch\u00a0<a class=\"external text\" title=\"http:\/\/www.guidomeyer.ch\/uploads\/file\/downloads\/MB%20Ist%20Amalgam%20gefaehrlich.pdf\" href=\"http:\/\/www.guidomeyer.ch\/uploads\/file\/downloads\/MB%20Ist%20Amalgam%20gefaehrlich.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Ist Amalgam gef\u00e4hrlich?<\/a><\/p>\n<dl>\n<dd>Von Dr. Joachim Mutter (zusammengefasst von Monika Obendorfer) Amalgam als Quecksilberquelle f\u00fcr Mensch und Umwelt<\/dd>\n<\/dl>\n<p><a id=\"Einleitung\" name=\"Einleitung\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Einleitung<\/span><\/h2>\n<p>Amalgam ist leicht, schnell und kosteng\u00fcnstig zu verarbeiten und zeigt als Zahnwerkstoff ausgezeichnete Materialeigenschaften und Haltbarkeit. Es wird seit \u00fcber 150 Jahren eingesetzt. Allerdings wird seit der Verwendung von Amalgam kontrovers \u00fcber den Einsatz von Amalgam in der Zahnheilkunde diskutiert wird, da Amalgam sich aus giftigen Metallen zusammensetzt und diese nicht fest gebunden sind. \u00dcber die m\u00f6glichen gesundheitlichen Auswirkungen dieser Schwermetallbelastung gibt es momentan immer noch keinen einheitlichen Konsens. Weil sich auch aktuelle Risikoanalysen z.T. in ihren Schlussfolgerungen diametral unterscheiden, haben wir selbst eine Sichtung der bisher sehr umfangreich vorhandenen Literatur zu diesem Thema vorgenommen. Es werden hier haupts\u00e4chlich neuere Studien zitiert, welche auf sch\u00e4dliche Wirkungen hindeuten, da eine m\u00f6gliche sch\u00e4dliche Wirkung von Amalgam bzw. der Exposition zu geringen Mengen Quecksilber auch bei geringer Effektst\u00e4rke wegen der breiten Verwendung von Amalgam einen bedeutenden Anteil der Bev\u00f6lkerung betreffen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Dabei werden auch Studien, welche die Toxizit\u00e4t von Quecksilber in geringer Dosis untersuchten, ber\u00fccksichtigt. Da sich experimentelle Studien an Menschen meist aus ethischen Gr\u00fcnden verbieten, wurden f\u00fcr die Analyse auch zell- und tierexperimentelle Studien eingeschlossen. Auf wichtige und h\u00e4ufig zitierte Studien, welche eine Unsch\u00e4dlichkeit von Amalgam belegen sollen, wird ausf\u00fchrlich eingegangen.<\/p>\n<p><a id=\"Methodik\" name=\"Methodik\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Methodik<\/span><\/h3>\n<p>\u00dcber die Datenbank Medline wurde mit den Suchw\u00f6rtern: \u201cmercury\u201d, und \u201camalgam\u201d versucht die Literatur zu diesem Thema m\u00f6glichst vollst\u00e4ndig zu erfassen. Diese wurden anhand des Titels und der Zusammenfassung f\u00fcr die Risikoanalyse ausgew\u00e4hlt. Soweit m\u00f6glich, wurde haupts\u00e4chlich die neuere Literatur ab 1985 ausgew\u00e4hlt. Weiterhin wurde anhand der Literaturverzeichnisse und Handsuche weitere Literatur zu diesem Thema gefunden. Weitere aktuelle Hinweise von Institutionen (z.B. Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinalprodukte, U.S. House of Representatives, Dental Commission of Sweden) oder Fachleuten hinsichtlich Publikationen, welche nur \u00fcber Internet verf\u00fcgbar sind, wurden, sofern f\u00fcr die Fragestellung wichtig, mit in der Analyse ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p><a id=\"Ergebnisse\" name=\"Ergebnisse\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Ergebnisse<\/span><\/h2>\n<p><a id=\"Grundlagen\" name=\"Grundlagen\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Grundlagen<\/span><\/h3>\n<p>Bedeutung von Amalgam f\u00fcr die menschliche Quecksilberbelastung<\/p>\n<p>Etwa 200- 300 Millionen Amalgamf\u00fcllungen liegen in den Z\u00e4hnen der deutschen Bundesb\u00fcrger [1]. Pro Jahr werden in Deutschland \u00fcber 20000 kg Quecksilber (Hg) f\u00fcr neue Amalgamf\u00fcllungen verbraucht [2]. Allerdings nimmt die Anwendung von Amalgam bei Kindern in Deutschland ab aufgrund der Verwendung von Alternativmaterialien und der geringeren Kariesh\u00e4ufigkeit ab, wobei Kinder von Migranten deutlich mehr Amalgamf\u00fcllungen aufweisen als deutsche Kinder [3]. Die geringere Amalgamverwendung f\u00fchrte zu einer deutlichen Abnahme der Quecksilberbelastung von deutschen Kindern im Vergleich zu fr\u00fcheren Untersuchungen [4]. Amalgamf\u00fcllungen bestehen zu 50% aus metallischem Quecksilber (Hg0), welchem ein Legierungspulver mit variablen Anteilen von Silber, Zinn, Kupfer, Zink und Quecksilber zugesetzt wird. Amalgamf\u00fcllungen setzen kontinuierlich (vermehrt bei Provokation wie z.B. beim Legen, Polieren und Entfernen sowie beim Kauen, Z\u00e4hneknirschen, beim Kontakt mit S\u00e4uren und hei\u00dfen Getr\u00e4nken sowie bei Anwesenheit verschiedener Metalle usw.) Quecksilberdampf frei, der durch Nasen-und Mundschleimh\u00e4ute und alveol\u00e4r zu 100% resorbiert wird (Nettoresorbtion 80% wegen Totraum der Luftwege). Quecksilberdampf ist nach Aufnahme im Blut zu 50% im Plasma gel\u00f6st und nur zu 50% in Erythrozyten gebunden (Methyl-Hg zu &gt;90% in Erythrozyten). Deshalb und wegen seiner Lipophilie kann Hg-Dampf relativ rasch vom Blut in Organe und \u00fcber die Blut-Hirn-Schranke (BHS) in das Gehirn aufgenommen werden, w\u00e4hrend Methyl-Hg erst nach der Lebensdauer von Erythrozyten wieder frei wird. Die Halbwertszeit im Blut betr\u00e4gt f\u00fcr Quecksilberdampf nur 3 Tage (Methyl-Hg 60-90 Tage). In den Organen wird es zu der sehr toxischen Form Hg++ oxidiert, welches fest an Zellstrukturen (haupts\u00e4chlich Thiolgruppen) gebunden ist und dann nicht mehr die BHS \u00fcberwinden kann [5]. Es findet h\u00f6chstwahrscheinlich \u00fcber die Zeit der Hg-Dampf-Exposition eine Anreicherung in den Organen statt. Quecksilber wird auch durch den Abrieb aus Amalgam freigesetzt. Die gastrointestinale Resorption von Abrieb ist vernachl\u00e4ssigbar, f\u00fcr Quecksilbersalze wird eine Resorptionsrate von 5-15% angenommen [6]. Weiterhin penetriert Hg-Dampf die Mund- und Riechschleimhaut. Ein direkter retrograder axonaler Transport von Hg-Dampf in das ZNS durch sensorische, motorische und sensible Hirnnerven (z.B. Riechnerv) wird diskutiert [7-13]. Quecksilber aus Amalgam diffundiert auch in das Zahnbein und wird von der Pulpa und dem Kiefer aufgenommen, was als eine Ursache f\u00fcr die Entstehung chronischer lokaler Entz\u00fcndungen angesehen wird [14].<\/p>\n<p>Amalgam ist eine Hauptquelle der menschlichen Quecksilberbelastung [15] wie Studien an Tieren [6, 16-22] und Menschen zeigen. Bei Amalgamtr\u00e4gern konnte dabei eine etwa 2-5 fache Erh\u00f6hung der Quecksilberkonzentrationen im Blut und Urin sowie eine 2-12 fache Erh\u00f6hung der Quecksilbergehalte in verschiedenen Organen beobachtet werden [6, 17, 18, 23-40]. Aus diesen Daten wurde geschlossen, dass Amalgam f\u00fcr einen Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung in Industriestaaten mehr zur Quecksilberbelastung beitr\u00e4gt als Fischkonsum [6, 27-29, 35, 37, 40, 41]. In Deutschland gibt es allerdings Unterschiede der Quecksilberbelastung. Personen aus Leipzig wiesen zwar gleiche Quecksilberwerte in Leber und Nieren auf als Personen aus M\u00fcnchen, hatten aber h\u00f6here Werte im Gehirn [42]. Quecksilber aus maternalen Amalgamf\u00fcllungen f\u00fchren auch zu einer signifikanten Erh\u00f6hung der Quecksilberkonzentrationen in Organen und Haar von Feten und Neugeborenen, wobei die Quecksilberorgangehalte der Feten und S\u00e4uglinge mit der m\u00fctterlichen Amalgamf\u00fcllungszahl korreliert [27, 43-50]. Auch die Hg-Konzentration von Brustmilch korrelierte signifikant mit der Zahl der Amalgamf\u00fcllungen der Mutter. Dabei ist Amalgam die Hauptquelle f\u00fcr Hg in der Muttermilch [51-53]. Mikroorganismen im Mundraum und Gastrointestinaltrakt k\u00f6nnen aus anorganischem Hg organischen Quecksilberformen synthetisieren [54-57]. Leistevuo et al. [54] fanden bei Amalgamtr\u00e4gern eine dreifach erh\u00f6hte Methyl-Quecksilberkonzentration im Vergleich zu Personen ohne Amalgam. Dabei war die H\u00e4ufigkeit und Art des Fischkonsums in beiden Gruppen gleich. Trotz der oben angegebenen Studien, welche zum Gro\u00dfteil in international anerkannten Fachzeitschriften publiziert sind, wird von Zahn\u00e4rzteorganisationen in aktuellen Publikationen behauptet, dass Amalgam im Vergleich zu anderen Quellen wenig bzw. vernachl\u00e4ssigbar zur Hg-Belastung des Menschen beitr\u00e4gt [58-65].<\/p>\n<p><a id=\"Toxizit.C3.A4t_von_Quecksilber\" name=\"Toxizit.C3.A4t_von_Quecksilber\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Toxizit\u00e4t von Quecksilber<\/span><\/h3>\n<p>Quecksilber wird als das giftigste nichtradioaktive Element angesehen.<\/p>\n<p>Hg++, welches intrazellul\u00e4r aus resorbiertemQuecksilberdampf entsteht, ist giftiger als andere Metalle wie z.B. Pb++ oder Cd++, da seine Bindungsst\u00e4rke an Thiolreste von Proteinen h\u00f6her ist (Bindungskonstante 1030-40), was zur irreversiblen Inhibition der Proteinfunktionen f\u00fchrt. Dies k\u00f6nnte die sehr lange Halbwertszeit von Quecksilber in sich nicht erneuernden Geweben (z.B. Gehirn) von mehreren Jahren bis Jahrzehnten erkl\u00e4ren [66-69]. Andere Schwermetalle bilden reversible Bindungen zu Proteinen und sind deshalb weniger toxisch. Hg++ bindet auch nicht stark genug an Carboxyl-Reste von organischen S\u00e4uren (wie z.B. Zitronens\u00e4ure), welche die Toxizit\u00e4t abschw\u00e4chen. Chelatbildner, wie z.B. EDTA, welche normalerweise die toxische Wirkung von Schwermetallen verh\u00fcten, haben keinen inhibitorischen Effekt auf die Giftigkeit von Quecksilber oder steigern diese sogar [ 70, 71]. Andere Chelatbildner (z.B. DMPS und DMSA) verh\u00fcten die giftigen Wirkungen von Cd++ und Pb++ aber nicht die von Hg++ [72]. Weder DMPS und DMSA noch nat\u00fcrliche k\u00f6rpereigene Chelatoren wie Vitamin C, Glutathion oder alpha-Lipons\u00e4ure, als Medikamente eingesetzt, haben nicht die F\u00e4higkeit, Quecksilberablagerungen aus dem Nervengewebe von Tieren zu entfernen [73]. DMPS f\u00fchrte bei Tieren zu einer Erh\u00f6hung der Hg-Konzentration im R\u00fcckenmark [74]. DMPS oder DMSA steigern sogar die Hemmung von Enzymen durch Hg und Cd, nicht aber durch Pb [75]. Die Toxizit\u00e4t von Methyl-Quecksilber (Me-Hg), welches in Fisch an Cystein gebunden vorkommt, scheint weit geringer zu sein (nur etwa 1\/20), als das bisher in Experimenten eingesetzte Me-Hg-Cl oder Me-Hg-J [76]. Au\u00dferdem stellt Meeresfisch eine bedeutende Quelle von Selen und Fisch\u00f6len dar, welche einen Schutz vor toxischen Quecksilberwirkungen darstellen. Trotzdem wirkt das experimentell giftigere Me-Hg-J weniger neurotoxisch auf das im Wachstum befindliche Nervensystem als Quecksilberdampf [77]. Eine Exposition gegen\u00fcber beiden Hg-Formen zeigt dabei einen synergistischen Effekt. Auf \u00e4hnliche Zusammenh\u00e4nge deuten Untersuchungen von Drasch et al. [78]: Arbeiter in einer Goldmiene, welche neben Methyl-Hg aus Fisch zus\u00e4tzlich Quecksilberdampf exponiert waren, wiesen deutlich mehr neurologische Auff\u00e4lligkeiten auf als eine Kontrollgruppe, deren Exposition zum gr\u00f6\u00dften Teil nur aus Methyl-Hg aus Fisch bestand und deren Hg-Werte im Haar und Blut im Vergleich zu den zus\u00e4tzlich quecksilberdampfexponierten Personen h\u00f6her waren (Mediane: Blut: 9,0 vs. 7,0 \u00b5g\/l. Haar: 2,65 vs. 1,71\u00b5g\/l) [78, 79]. Auch eine andere Studie deutet auf eine geringere Neurotoxizit\u00e4t von in Fisch vorkommendem Me-Hg im Vergleich zu iatrogenen Hg-Quellen hin (Amalgam, Thiomersal) [44]. Hier zeigte sich keine Abh\u00e4ngigkeit zwischen m\u00fctterlichem Fischkonsum w\u00e4hrend der Schwangerschaft und dem Autismusrisiko der Kinder (siehe Ergebnisse) [44].<\/p>\n<p>Die Toxizit\u00e4t von Hg wird bei Anwesenheit anderer Metalle synergistisch gesteigert. So sterben Ratten bei gleichzeitiger Gabe der jeweiligen Letalen Dosis Hg und Blei, bei der normalerweise 1% der Tiere sterben (LD1), zu 100% (LD1(Hg) + LD1(Pb) = LD100) [80].<\/p>\n<p>Die Able\u00edtung von Grenzwerten f\u00fcr Quecksilber aus Studien mit berufsbedingt quecksilberexponierten Arbeitern, welche dann auf Personen mit Amalgamf\u00fcllungen bezogen werden, ist kritisch zu bewerten:<\/p>\n<p>1. Oft werden Quecksilberexpositionen von Arbeitern in der Chloralkaliindustrie verglichen. Allerdings hemmt die gleichzeitige Chlorexposition die Aufnahme von Hg in die K\u00f6rperorgane von Tieren erheblich (50-100%) [15, 81].<\/p>\n<p>2. Quecksilberexponierte Arbeiter stellen i.d.R. ein Kollektiv dar, welches erst im Erwachsenenalter Hg-exponiert ist (und nur f\u00fcr die begrenzte Dauer der Arbeitszeit), w\u00e4hrend Amalgamtr\u00e4ger ab dem Kleinkindalter (evtl. als Fetus auch \u00fcber die Mutter) bis ins Greisenalter t\u00e4glich w\u00e4hrend 24 h Quecksilber aus Amalgam ausgesetzt sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>3. Arbeiter stellen evtl. ein ausgew\u00e4hltes Kollektiv von besonders gesunden Personen dar, da m\u00f6glicherweise besonders empfindliche Personen (siehe unten) oder Schwangere, Kinder und kranke Personen wegen Arbeitschutzbestimmungen oder fr\u00fchzeitig auftretenden Beschwerden wieder aus dem Arbeitsprozess ausscheiden bzw. eine Arbeit erst gar nicht beginnen und somit in den Untersuchungen nicht ber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n<p><a id=\"Eingeschr.C3.A4nkte_Aussagef.C3.A4higkeit_von_Hg-Werten_in_Biomarkern\" name=\"Eingeschr.C3.A4nkte_Aussagef.C3.A4higkeit_von_Hg-Werten_in_Biomarkern\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Eingeschr\u00e4nkte Aussagef\u00e4higkeit von Hg-Werten in Biomarkern<\/span><\/h3>\n<p>Es gibt Studien, die belegen, dass die Quecksilberkonzentrationen in Blut und Urin die tats\u00e4chlich vorhandenen Quecksilbermengen im K\u00f6rper nicht ad\u00e4quat widerspiegeln. So konnte z.B. durch Studien an Tieren und Menschen [6, 16, 19, 20, 22, 29, 78, 44, 66, 68] nachgewiesen werden, dass trotz normaler oder niedriger Quecksilberwerte im Blut, Haar oder Urin hohe Quecksilbermengen in den Organen vorhanden sind. Weiterhin zeigten Drasch et al. [78, 79, 81], dass 64% von quecksilberdampfexponierten Arbeitern in philippinischen Goldminen, welche klinisch-neurologische Zeichen einer Quecksilberintoxikation aufwiesen, im Urin lediglich Quecksilberkonzentrationen unter dem HBM I Wert(Human-Biomonitoring-Wert I) von 5 \u00b5g\/L hatten, der allgemein als ungef\u00e4hrlich gilt. Diese neusten Daten legen nahe, dass das Quecksilber nicht frei zirkuliert, sondern zum gro\u00dfen Teil ins K\u00f6rpergewebe eingelagert wird. Insgesamt sind dadurch Studien, welche Hg-Werte im Blut oder Urin als Goldstandard f\u00fcr die Bewertung von klinischen Symptomen oder zur Absch\u00e4tzung des Hg-Organgehaltes verwenden, in ihrer Aussagekraft sehr eingeschr\u00e4nkt. Die Ergebnisse von Drasch et al. [79] wurden kritisiert [82] bzw. deren Kritikpunkte kommentiert [83].<\/p>\n<p>F\u00fcr Blei ist mittlerweile anerkannt, dass negative gesundheitliche Effekte weit unterhalb bisher anerkannter Grenzwerte im Blut auftreten k\u00f6nnen [84-90]. \u00c4hnliches kann aufgrund der Studienlage auch f\u00fcr Quecksilber vermutet werden, d.h., dass als sicher geltende Grenzwerte weder f\u00fcr Hg noch f\u00fcr Pb angegeben werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><a id=\"Beschriebene_Nebenwirkungen_von_Amalgam_bzw._bei_geringer_Hg-Exposition\" name=\"Beschriebene_Nebenwirkungen_von_Amalgam_bzw._bei_geringer_Hg-Exposition\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Beschriebene Nebenwirkungen von Amalgam bzw. bei geringer Hg-Exposition<\/span><\/h3>\n<p><b>Nierenerkrankungen<\/b>\u00a0Im Tierversuch konnte eine Beeintr\u00e4chtigung der Nierenfunktion durch Amalgamf\u00fcllungen beobachtet werden [18, 91, 92]. Personen mit Amalgamf\u00fcllungen zeigen Zeichen einer tubul\u00e4ren und glomerul\u00e4ren Sch\u00e4digung im Vergleich zu Personen ohne Amalgamf\u00fcllungen [34].<\/p>\n<p><b>Genotoxizit\u00e4t und oxidative Belastung<\/b>\u00a0In Zellkulturen werden durch Amalgam Chromosomenaberrationen ausgel\u00f6st [93]. Bei Amalgamtr\u00e4gern findet sich eine signifikant erh\u00f6hte oxidative Belastung im Speichel [94,95] und im Blut [37, 96], welche mit der F\u00fcllungszahl korreliert. Niedrige Quecksilberkonzentration f\u00fchrten bei Nervenzellen zu erh\u00f6htem oxidativen Stress und Reduktion des Glutathiongehaltes [97, 98]. Quecksilber wird im K\u00f6rper bevorzugt an Selen gebunden abgelagert, wobei das an Hg gebundene Selen nicht mehr f\u00fcr die k\u00f6pereigenen Prozesse zur Verf\u00fcgung steht. Quecksilber aus Amalgam kann einen m\u00f6glichen Selenmangel ausl\u00f6sen oder verst\u00e4rken, was in L\u00e4ndern mit suboptimaler Selenversorgung (wie z.B. Deutschland) vorkommen kann [67, 99].<\/p>\n<p><b>Autoimmunerkrankungen und individuelle Empfindlichkeiten<\/b>\u00a0Quecksilberexposition im Niedrigdosisbereich, wie sie bei Amalgamtr\u00e4gern vorkommt, wird von einigen Autoren als eine Ursache f\u00fcr Autoimmunerkrankungen, wie z.B. rheumatische Erkrankungen, Multiple Sklerose, Autoimmunthyreoiditis oder systemischer Lupus erythematodes (SLE), angesehen [100-108]. Diese Effekte k\u00f6nnen auch bei Exposition unterhalb von Grenzwerten auftreten [109]. Die H\u00e4ufigkeit von besonders anf\u00e4lligen Personen wird laut einer neueren schwedischen Risikoanalyse auf 1% gesch\u00e4tzt [101]. Von der Kommission Human-Biomonitoring des Umweltbundesamtes Berlin wird gesch\u00e4tzt [2], dass etwa 1-4% der Bev\u00f6lkerung besonders empfindlich auf Amalgam reagieren kann. Dies liegt in \u00dcbereinstimmung mit Studien, welche die H\u00e4ufigkeit von immunologischen Beschwerden durch Amalgam auf 1-3% der Bev\u00f6lkerung einsch\u00e4tzen [110], was bei der Verbreitung von Amalgam ein signifikantes medizinisches und \u00f6konomisches Problem bedeutet. Andere Forscher sch\u00e4tzen, dass bis zu 25% aller Amalgamtr\u00e4ger durch Amalgam gesundheitlich beeintr\u00e4chtigt sind (alle Beschwerdearten einschlie\u00dflich Autoimmunph\u00e4nomene) [111].<\/p>\n<p><b>Alzheimer-Demenz<\/b>\u00a0Von einigen Autoren wird Quecksilber als eine Ursache f\u00fcr die Alzheimer-Demenz (AD) angesehen [71, 112-114]. In einem aktuellen Review wurden die m\u00f6glichen Zusammenh\u00e4nge ausf\u00fchrlich dargestellt [115].<\/p>\n<p>Deshalb soll hier nur ein kurzer \u00dcberblick zu den Studienergebnissen gegeben werden.<\/p>\n<p>Zell- und Tierexperimentell konnte nur Hg (nicht Aluminium, Cadmium, Cobalt, Chrom, Kupfer, Mangan, Blei, Zink, Eisen) alle alzheimertypischen strukturellen und biochemischen Zellver\u00e4nderungen ausl\u00f6sen [70, 71, 97, 98, 115-121]. Andere vorhandene Metalle wirken allerdings synergistisch zu Hg [114]. Die experimentell verwendeten Hg-Konzentrationen waren z.T. bis zu 1000-fach geringer als Quecksilberkonzentrationen, welche z.B. im Gehirn von Amalgamtr\u00e4gern gefunden werden k\u00f6nnen [115]. Hg als m\u00f6gliche AD-Ursache kann dabei auch das erh\u00f6hte AD-Risiko bei Vorhandensein des Apolipoprotein E4-Allels (ApE4) und das verringerte AD-Risiko bei Tr\u00e4gern des ApoE2-Allels erkl\u00e4ren [71, 114, 115, 122] (siehe unten).<\/p>\n<p>In einigen Autopsiestudien fand sich eine Erh\u00f6hung des Hg-Gehaltes in AD-Gehirnen, welche aber nicht immer Signifikanzniveau erreichten [117, 123-127]. Zwei Studien fanden auch erh\u00f6hte Hg-Werte im Blut von lebenden AD-Kranken [128, 129]. Allerdings konnte eine Studie keine erh\u00f6hten Quecksilberkonzentrationen im Gehirn von AD-Kranken nachweisen, noch eine Korrelation zu Amalgamf\u00fcllungen herstellen, was im Gegensatz zu allen bisherigen Autopsiestudien steht [227].<\/p>\n<p>Etwa 95-97% aller AD-F\u00e4lle sind nicht erblich bedingt, weshalb ein noch unbekannter externer Faktor als Ursache angenommen wird, der haupts\u00e4chlich in Industrienationen anwesend sein muss (Da AD bei Naturv\u00f6lkern praktisch unbekannt ist, beim Auswandern in Industriel\u00e4ndern aber ein hohes AD-Risiko entsteht (Alterskorrigiert)). Diesem Faktor m\u00fcssen viele Personen bereits im jungem Alter ausgesetzt sein, da<\/p>\n<p>1. schon ein bedeutender Anteil der 20- j\u00e4hrigen Bev\u00f6lkerung als pathologisch einzustufende, alzheimertypische Gehirnver\u00e4nderungen aufweist [130-132],<\/p>\n<p>2. diese an H\u00e4ufigkeit mit dem Alter stark zunehmen und<\/p>\n<p>3. etwa 50 Jahre zur Entstehung der AD ben\u00f6tigt werden [131, 132].<\/p>\n<p>Weiterhin sind 30-50% der Menschen \u00fcber 85 Jahren von AD betroffen, aktuell etwa 900000 Personen in Deutschland [133], und \u00fcber 90% in dieser Altersgruppe zeigen alzheimertypische Gehirnver\u00e4nderungen [130-132], so dass einem m\u00f6glichen externen Faktor sehr viele Menschen in Industriestaaten ausgesetzt sein m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Gehirnver\u00e4nderungen geh\u00f6ren nicht zu den normalen Alterserscheinungen des Gehirns [131]. Es konnte auch gezeigt werden, dass das AD-Risiko in h\u00f6herem Alter sogar wieder abnimmt [134]. Momentan erf\u00e4hrt die Krankheit einen starken Anstieg [115, 135]. Da sie etwa 50 Jahre zur Entstehung ben\u00f6tigt, muss dieser externe Faktor vor etwa 50 Jahren an Verbreitung stark zugenommen haben. Die Amalgamverwendung nahm nach dem 2. Weltkrieg stark zu und k\u00f6nnte unter Ber\u00fccksichtigung der oben angegebenen Studien als der urs\u00e4chliche externe Faktor in Betracht gezogen werden. Fischkonsum hingegen, welches zu einer erh\u00f6hten Methyl-Quecksilberbelastung f\u00fchrt, senkt das AD-Risiko. Protektive Faktoren in Fisch, wie z.B. Omega-3-Fetts\u00e4uren und Selen scheinen der Methyl-Hg-Belastung durch Fisch entgegenzuwirken. Auch scheint Quecksilber in Fisch weit weniger toxisch zu sein, als bisher angenommen (siehe Grundlagen).<\/p>\n<p>Bei 10263 untersuchten Personen fand sich eine deutliche Abh\u00e4ngigkeit zwischen Zahnstatus und dem AD-Risiko. Das AD-Risiko war umso h\u00f6her, je weniger Z\u00e4hne vorhanden waren [136]. Auch Saxe et al. [137] fanden diese Abh\u00e4ngigkeit. Dies wurde von den Autoren als Beweis daf\u00fcr interpretiert, dass Amalgamf\u00fcllungen nicht f\u00fcr die AD-Erkrankung urs\u00e4chlich sein k\u00f6nnen [136].<\/p>\n<p>Es kann vermutet werden, dass bei Patienten mit aktuell wenigen oder keinen Z\u00e4hnen fr\u00fcher ein schlechterer Zahnzustand vorhanden war, welcher l\u00e4nger mit Amalgam versorgt gewesen sein kann. Dies kann dahingehend interpretiert werden, dass Personen mit wenigen oder keinen Z\u00e4hnen fr\u00fcher (in der vulnerablen Phase) eine h\u00f6here Hg-Exposition aufgewiesen haben als Personen, welche noch im Alter \u00fcber eigene Z\u00e4hne verf\u00fcgen. Auch bei anderen Studien fand sich diese Abh\u00e4ngigkeit [136, 138-141] (siehe unten: Methodische Fehler bei oft zitierten Amalgamstudien).<\/p>\n<p>Mittels therapeutischer Gabe von hirng\u00e4ngigen Chelatbildnern, welche sulfhydrylaffine, zweiwertige Schwermetalle wie Zink, Kupfer und auch Hg binden k\u00f6nnen, konnte neuerdings eine erfolgversprechende Therapieoption bei AD-Kranken gefunden werden [142, 143].<\/p>\n<p><b>Autismus und pr\u00e4natale Hg-Exposition durch Amalgam<\/b>\u00a0Maternale Amalgamf\u00fcllungen k\u00f6nnen ein Risikofaktor f\u00fcr die Entwicklung von Autismus bei Kindern sein [44]. Bei gesunden S\u00e4uglingen findet sich in der Regel eine positive Korrelation zwischen Anzahl der maternalen Amalgamf\u00fcllungen und den Quecksilberkonzentrationen in ihrem Haar (Haarproben aus dem ersten Haarschnitt) [44. Im Gegensatz dazu zeigen aber autistische Kinder diese Korrelation nicht (hingegen sogar einen leichten, nicht signifikanten Abfall) [44]. Weiterhin weisen autistische Kinder im Vergleich zu gesunden Kindern deutlich erniedrigte Haarquecksilberwerte auf, obwohl die autistischen Kinder w\u00e4hrend der Schwangerschaft einer signifikant h\u00f6heren Quecksilberexposition ausgesetzt waren (durch eine signifikant gr\u00f6\u00dfere Amalgambelastung ihrer M\u00fctter und h\u00e4ufigere Gaben von quecksilberhaltigen Immunglobulinen) [44]. Der Fischkonsum der M\u00fctter korrelierte dabei interessanterweise nicht mit dem Autismusrisiko ihrer Kinder. Es ist bekannt, dass Hg aus maternalen Amalgamf\u00fcllungen die Plazenta und den Fetus erreicht [43]. Aus Autopsiestudien ist bekannt, dass der Quecksilbergehalt in Organen und Gehirn von S\u00e4uglingen und Kindern mit der Anzahl der Amalgamf\u00fcllungen der M\u00fctter korreliert [27, 43-50]. Auch die Anzahl der Amalgamf\u00fcllungen bzw. das Entfernen und Legen von Amalgamf\u00fcllungen w\u00e4hrend der Schwangerschaft erh\u00f6hte die Hg-Konzentration im Haar von Neugeborenen [144]. Diese Befunde deuten darauf hin, dass die autistischen Kinder aus der Studie von Holmes et al. [44] trotz der erniedrigten Haarquecksilberwerte vermutlich einen erh\u00f6hten Quecksilbergehalt im Gehirn aufweisen m\u00fcssen. Die autistischen Kinder haben m\u00f6glicherweise eine verminderte F\u00e4higkeit, Quecksilber aus ihren K\u00f6rperzellen ins Blut und in der Folge ins Haar auszuscheiden [44]. Eine andere Beobachtung bekr\u00e4ftigt diese Hypothese: Die Quecksilberwerte im Haar waren bei den schwersten Autismusf\u00e4llen signifikant niedriger als bei leichterer Krankheitsauspr\u00e4gung [44]. In Tierversuchen konnte gezeigt werden, dass eine niedrig-dosierte maternale Quecksilberdampfexposition zu einer verminderten Lernf\u00e4higkeit, zu Hyperaktivit\u00e4t und Abnahme der Reaktionsf\u00e4higkeit bei Nachkommen f\u00fchrt. Methyl-Hg konnte diese Ver\u00e4nderungen nicht ausl\u00f6sen, wirkte aber synergistisch zu Hg-Dampf [77]. Die Bildung des Nervenwachstumsfaktor wird durch geringe Hg-Dampf Exposition w\u00e4hrend der Schwangerschaft bei Feten behindert [145].<\/p>\n<p>Weiterhin f\u00f6rdert eine niedrige pr\u00e4natale Quecksilberbelastung die Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr die Entwicklung von Epilepsien bei Tieren [146].<\/p>\n<p>Eine weitere bedeutende Quelle f\u00fcr Quecksilber waren bis vor kurzem thiomersalhaltige Impfstoffe. Die Belastung mit diesem Konservierungsstoff in Impfungen wird momentan von einigen Arbeitsgruppen zus\u00e4tzlich als eine m\u00f6gliche Ursache der Autismuserkrankung angesehen [44, 147-151].<\/p>\n<p><b>Beeintr\u00e4chtigung der kognitiven Funktionen und berufsbedingte Amalgamexposition<\/b>\u00a0Amalgam-verarbeitende Zahn\u00e4rzte haben eine erh\u00f6hte Hg-Exposition [36, 152, 153]. Amalgambelastungen, welche als ungef\u00e4hrlich angesehene Quecksilberkonzentrationen unterhalb anerkannter Grenzwerte verursachen, f\u00fchren zu messbaren kognitiven Ver\u00e4nderungen [154-160]. Eine niedrige Quecksilberdampfexposition, wie sie im Mundraum von Amalgamtr\u00e4gern vorkommt, verursachte Verhaltens\u00e4nderungen bei erwachsenen M\u00e4usen [156]. Das Farbensehen ist durch eine niedrige Hg-Exposition beeintr\u00e4chtigt [161]. Personal in Zahnarztpraxen zeigt neuropsychologische Auff\u00e4lligkeiten [146, 162-164] bzw. pathologische Muskelbiopsien [165]. Die visuell evozierten Potentiale waren bei Hg-exponierten Personen (auch Zahn\u00e4rzten) im Vergleich zu Kontrollpersonen signifikant ver\u00e4ndert [166]. In einer Metaanalyse konnte bei 686 Hg-Dampf exponierten Personen eine neuropsychologische Beeintr\u00e4chtigung im Vergleich zu 579 Kontrollen gefunden werden [167]. Die Hg-Ausscheidung im Urin dieser Personen kann durchaus von einem Teil der Amalgamtr\u00e4ger erreicht werden [6].<\/p>\n<p><b>Hautallergien, Lichen<\/b>\u00a0Amalgamf\u00fcllungen k\u00f6nnen zu lichenoiden Reaktionen f\u00fchren [101, 168-171]. Diese werden durch Amalgamentfernung zu \u00fcber 90% geheilt, unabh\u00e4ngig davon ob eine Allergie im Epicutan-Test nachgewiesen wurde; ebenso werden Granulomatosen geheilt [172].<\/p>\n<p><b>Infertilit\u00e4t<\/b>\u00a0Die H\u00e4ufigkeit von Infertilit\u00e4t ist in den letzten 2 Jahrzehnten von 8 auf 15% gestiegen. Frauen mit einer gr\u00f6\u00dferen Anzahl Amalgamf\u00fcllungen bzw. einer erh\u00f6hten Hg-Ausscheidung im Urin (nach DMPS) waren h\u00e4ufiger unfruchtbar als Kontrollen [173-175]. Zahnarzthelferinnen, die amalgamexponiert sind, zeigen eine erh\u00f6hte Rate an Infertilit\u00e4t [176]. Eine Schwermetallentgiftung f\u00fchrte bei einem relevanten Teil der infertilen Patientinnen zu Spontanschwangerschaften [175]. Eine Hg-Exposition wird u.a. auch mit verminderter m\u00e4nnlicher Fertilit\u00e4t in Zusammenhang gebracht [177], wobei Hg nicht unbedingt f\u00fcr die Infertilit\u00e4t urs\u00e4chlich ist, diese aber negativ beeinflussen kann [178].<\/p>\n<p><b>Erkrankungen des Herz-und Kreislaufsystem<\/b>\u00a0Bei Patienten mit dilatativer Kardiomyopathie konnte eine um das 22000-fach erh\u00f6hte Quecksilberkonzentration in Herzmuskelbiopsien im Vergleich zu Kontrollen gefunden werden [179]. Es wurde die Vermutung ge\u00e4u\u00dfert, dass dies eine Folge der Amalgambelastung gewesen sein k\u00f6nnte, da Amalgam eine Hauptquelle der menschlichen Hg-Belastung sei [180]. Antimon, welches als Verunreinigung auch in Amalgamf\u00fcllungen vorkommen kann, war in den kranken Hezen um das 12000-fache erh\u00f6ht [179], Ein erh\u00f6hter Hg-Gehalt der N\u00e4gel, welcher in der Regel aus Fischkonsum stammt, war mit einem erh\u00f6hten Herzinfarktrisiko verbunden [181, 182]. Jedes Mikrogramm Quecksilber, welches \u00fcber den Urin ausgeschieden wurde, erh\u00f6hte das Herzinfarktrisiko um 36% [182]. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Vermeidung von Hg in Fischen einen wichtigen Beitrag zur Verminderung von Herz- und Kreislauferkrankungen darstellen w\u00fcrde [182]. Im Tierversuch konnte durch geringe Mengen von anorganischem Hg eine Beeintr\u00e4chtigung der Herzmuskelzellen beobachtet werden [183, 184]. Hg konnte auch die Anf\u00e4lligkeit des Myokards f\u00fcr virale Infektionen und die Mortalit\u00e4t erh\u00f6hen [185]. Berufliche Hg-Exposition geht mit einer erh\u00f6hten Mortalit\u00e4t durch Herz- Kreislauferkrankungen einher [186]. Amalgam wurde mit Bluthochdruck und Herzerkrankungen in Zusammennhang gebracht [187].<\/p>\n<p><b>Multiple Sklerose<\/b>\u00a0Die H\u00e4ufigkeit von Multipler Sklerose (MS) wurde mit der H\u00e4ufigkeit von Karies [188, 189] und mit Amalgam in Zusammenhang gebracht [190, 191]. Manche MS-Epidemien traten nach akuter Exposition mit Quecksilber-Dampf oder Blei auf [192]. Anorganisches Hg f\u00fchrte im Tiermodell zu einem Verlust der Schwannschen Zellen, welche die Myelinscheiden aufbauen [193]. Eine autoimmune Pathogenese inklusive Antik\u00f6rper gegen Myelin Basic Protein (MBP) kann durch Hg und andere Schwermetalle ausgel\u00f6st werden [105].<\/p>\n<p>Im Liquor von MS-Patienten wurde in einer Studie eine 7,5 -fach erh\u00f6hte Konzentration von Quecksilber gefunden [194]. MS-Patienten, die sich nach Ausbruch ihrer Krankheit Amalgamf\u00fcllungen entfernen lie\u00dfen, hatten weniger Depressionen, feindselige Aggressionen, psychotisches Verhalten und qu\u00e4lende Zw\u00e4nge als eine vergleichbare Gruppe von MS-Patienten mit Amalgamf\u00fcllungen [157]. MS-Patienten hatten nach Amalgamentfernung signifikant bessere Blutwerte, weniger Depressionen, weniger Symptome der MS sowie weniger Sch\u00fcbe [195]. Nach einer Amalgamentfernung konnte bei MS-Kranken eine Normalisierung der Liquorzusammensetzung anhand der Elektrophorese beobachtet werden. Dabei verschwanden auch die oligoklonalen Banden im Liquor [196]. Nach Amalgamentfernung wurde ein Teil von MS-Patienten geheilt [197, 198]. Es konnte ein nicht signifikanter Zusammenhang zwischen Kariesinzidenz und Anzahl der Amalgamf\u00fcllungen mit dem MS-Risiko gefunden werden [199, 200]. Bates et al. [201] fanden bei Milit\u00e4rangestellten, welche zum Zeitpunkt des Milit\u00e4reintritts gesund waren, nur ein leicht erh\u00f6htes Risiko bei steigender Amalgamf\u00fcllungszahl. Allerdings wurde kein Vergleich mit einer Kontrollgruppe durchgef\u00fchrt, welche nie mit Amalgam versorgt waren [201]. Es ist bei weiteren Studien darauf zu achten, dass nicht nur der aktuelle Zahnstatus sondern auch die Zahl und die Liegedauer fr\u00fcher vorhandener Amalgamf\u00fcllungen in Betracht gezogen werden und als Kontrollgruppe amalgamfreie Personen herangezogen werden. In einigen Studien wurde nach Amalgamentfernung eine Heilung der MS beobachtet (siehe unten).<\/p>\n<p><b>Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)<\/b>\u00a0Quecksilberdampf wird durch Motorneurone aufgenommen [12] und f\u00fchrt dort zu vermehrter oxidativer Belastung, was die Entwicklung von Motorneuronenerkrankungen wie ALS beg\u00fcnstigen kann [201, 203]. Fallberichte zeigen einen Zusammenhang zwischen akzidenteller Quecksilberexposition und ALS [204, 205]. In Schweden wurde \u00fcber eine Frau mit 34 Amalgamf\u00fcllungen und ALS berichtet. Nach Entfernung und Behandlung mit Selen und Vitamin E wurde sie v\u00f6llig geheilt [206]. Eine durch Quecksilber und andere Schwermetalle ausgel\u00f6ste autoimmune Pathogenese der ALS wird angenommen [105].<\/p>\n<p><a id=\"Symptome.2C_individuelle_Empfindlichkeiten_und_Heilungsraten_bei_Amalgamentfernung\" name=\"Symptome.2C_individuelle_Empfindlichkeiten_und_Heilungsraten_bei_Amalgamentfernung\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Symptome, individuelle Empfindlichkeiten und Heilungsraten bei Amalgamentfernung<\/span><\/h2>\n<p>Es wird berichtet, dass bei einigen Personen (\u201camalgamsensitive Personen\u201d) eine Vielzahl von Beschwerden durch Amalgamf\u00fcllungen ausgel\u00f6st sein k\u00f6nnen. Zu den h\u00e4ufigsten berichteten Symptomen geh\u00f6ren: Chronische M\u00fcdigkeit, Kopfschmerzen, Migr\u00e4ne, gesteigerte Infektanf\u00e4lligkeit, Muskelschmerzen, Konzentrationsst\u00f6rungen, Verdauungsbeschwerden, Schlafst\u00f6rungen, Vergesslichkeit, Gelenkschmerzen, Depressionen, Herzsensationen, vegetative Dysregulationen, Stimmungsschwankungen u.v.m. [122, 157-159, 195, 197, 207]. Weder Quecksilberwerte in Biomarkern noch Epicutantests konnten bisher \u201camalgamsensitive\u201c von \u201camalgamresistenten\u201d Personen unterscheiden [31, 39]. Es konnte allerdings gezeigt werden, dass Personen unabh\u00e4ngig vom Auftreten einer allergischen Hautreaktion mit psychosomatischen Beschwerden auf einen Allergietest gegen\u00fcber Amalgam (Epicutantest) reagieren k\u00f6nnen [208]. Weiterhin reagieren neutrophile Granulozyten bei amalgamsensitiven Personen im Vergleich zu amalgamresistenten Personen unterschiedlich [209] bzw. es konnten unterschiedliche Aktivit\u00e4ten der Superoxiddismutase gefunden werden [210]. Es konnte auch gezeigt werden, dass amalgamsensitive Personen signifikant h\u00e4ufiger das Apolipoprotein E4-Allel aufwiesen als symptomlose Kontrollen [122] und seltener das ApoE2. Apo E4 gilt als ein Hauptrisikofaktor f\u00fcr Alzheimer-Demenz und wird mit einer verminderten F\u00e4higkeit, Schwermetalle zu entgiften, in Zusammenhang gebracht, w\u00e4hrend Apo E2 das AD-Risiko senkt weil es m\u00f6glicherweise Schwermetalle besser binden kann [71, 114, 115, 122, 211].<\/p>\n<p>Andere Forscher fanden bei \u201camalgamsensitiven\u201c niedrigere Selenspiegel oder eine ver\u00e4nderte Verteilung von Spurenelementen im Blut im Vergleich zu \u201camalgamresistenten\u201c Personen [212, 213]. Amalgamsensitive Personen zeigen h\u00e4ufiger Zeichen einer Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber Quecksilber und Nickel in einem speziellen, validierten Lymphozytentransformations-Test (MELISA) [106,107, 214, 215]. Bei diesem werden Lymphozyten den in Frage kommenden Allergenen exponiert. Bei einer Sensibilit\u00e4t ver\u00e4ndern sich die Lymphozyten in charakteristischer Weise.<\/p>\n<p>In Studien mit z.T. hohen Fallzahlen wurde nach Amalgamentfernung (meistens mit aufwendigen Schutzma\u00dfnahmen zur Minimierung der Quecksilberexposition) \u00fcber deutliche Verbesserungen des Gesundheitszustandes oder Heilungen (mit Ansprechraten von 65-80%) der oben angegebenen Beschwerden (u.a. auch MS) berichtet [106, 107, 195-198, 207, 2160-221]. Diese Studien sind allerdings in der Regel Beobachtungsstudien ohne Kontrollgruppe. Deswegen k\u00f6nnen Kausalschl\u00fcsse nur bedingt gezogen werden, sind aber inderekt plausibel aufgrund der langen Vorbeobachtungszeit, der Hartn\u00e4ckigkeit der Beschwerden und der konvergierenden Struktur der Daten. Es mu\u00df jedoch betont werden, dass Studien mit ausreichender Validit\u00e4t, also randomisierte Vergleichsstudien, noch ausstehen. Andere Autoren halten Amalgam als Ursache f\u00fcr die oben angegebene Beschwerden f\u00fcr sehr unwahrscheinlich und empfehlen, bei Personen mit vermuteten amalgambedingten Beschwerden nicht eine Amalgamentfernung durchzuf\u00fchren, sondern diese psychotherapeutisch oder psychiatrisch zu therapieren [31, 39, 222, 223] wobei hierf\u00fcr bisher keine Erfolgsraten publiziert worden sind. Es existiert noch eine Vielzahl von Berichten \u00fcber Beschwerden und Heilungen nach Amalgamentfernung, die z.T. in fremdsprachiger wissenschaftlicher Literatur oder in sonstigen Zeitschriften und B\u00fcchern publiziert wurden. Eine Sammlung von wissenschaftlichen Zitaten bis 1997 zum Thema Amalgam geben Hamre [217] (1550 Zitate), Wassermann et al. [224] und Ruprecht [225].<\/p>\n<p><a id=\"Methodische_Fehler_bei_oft_zitierten_Amalgamstudien\" name=\"Methodische_Fehler_bei_oft_zitierten_Amalgamstudien\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Methodische Fehler bei oft zitierten Amalgamstudien<\/span><\/h2>\n<p>Bei einer schwedischen Studie wurden 587 Zwillinge untersucht, wobei 57 Zwillingspaare anhand ihrer Beschwerden in Gruppen mit und ohne Amalgam analysiert [141]. Das Durchschnittsalter betrug 66 Jahre, 25% hatten keine Z\u00e4hne mehr und ein nicht angegebener Anteil wies Kronen und Br\u00fccken aus anderen Materialien auf. Personen ohne Z\u00e4hne oder mit anderen Zahnversorgungen wurden als \u201camalgamfrei\u201c eingeordnet. Die Amalgamgruppe war in einem signifikant besseren Gesundheitszustand. Es wurde nicht beachtet, dass \u201camalgamfreie\u201d Personen (ohne Z\u00e4hne oder mit Kronen und Br\u00fccken) fr\u00fcher Amalgamf\u00fcllungen aufgewiesen haben k\u00f6nnen und \u00fcber eine l\u00e4ngere Zeit amalgamexponiert gewesen sein k\u00f6nnen als die Amalgamgruppe. Da Hg in Organen akkumuliert, kann bei dieser Gruppe eine h\u00f6here Hg-Belastung vorgelegen haben. Weiterhin wurde nicht untersucht, ob unter Goldf\u00fcllungen oder Br\u00fccken noch Amalgamf\u00fcllungen lagen, eine fr\u00fcher g\u00e4ngige Praxis. Zus\u00e4tzlich muss davon ausgegangen werden, dass Personen mit schlechtem Zahnzustand bzw. ohne Z\u00e4hne (unabh\u00e4ngig von einer m\u00f6glichen gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigung durch eine fr\u00fchere Amalgamexposition) aufgrund fr\u00fcherer kariogener Ern\u00e4hrung (raffinierter Zucker, Auszugsmehle) insgesamt einen schlechteren Gesundheitszustand aufweisen [226] als Personen, welche im Alter noch \u00fcber eigene Z\u00e4hne verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Bei einer anderen schwedischen Studie wurden die gleichen methodischen Fehler gemacht und keine wirklich amalgamfreie Kontrollgruppe als Vergleichsgruppe untersucht [138-140]. Hier war das Durchschnittsalter der untersuchten Frauen etwa 60 Jahre. In der \u201cNicht-Amalgamgruppe\u201d waren Frauen mit 0-4 Amalgamf\u00fcllungen, Frauen ohne Z\u00e4hne (15%) und Frauen mit wenigen Z\u00e4hnen oder Br\u00fccken, Kronen oder Implantaten. Auch hier war die Amalgamgruppe physisch und psychisch ges\u00fcnder. Die M\u00f6glichkeit, dass die \u201camalgamfreie\u201d Gruppe fr\u00fcher eine erh\u00f6hte Amalgamexposition und somit erh\u00f6hte Hg-Konzentrationen in ihren Organen aufgewiesen haben kann, wurde nicht in Betracht gezogen. Anfragen unsererseits an die Autoren, uns den Datensatz zur Reanalyse zur Verf\u00fcgung zu stellen, wurden negativ beantwortet.<\/p>\n<p>Auch bei den Studien von Saxe et al. [137, 227] wurden keine amalgamfreien Kontrollgruppen untersucht. Weiterhin zeigt sich auch hier die Tendenz, dass Personen mit weniger Z\u00e4hne in Tests schlechter abschnitten [137]. Eine \u201cMetaanalyse\u201d, welche technisch nur eine \u00dcbersichtsarbeit ist, stellt Amalgam als sicheres Material dar [58]. Hierbei werden aber als \u201cBeweis\u201d f\u00fcr die Unsch\u00e4dlichkeit von Amalgam lediglich erneut die oben beschriebenen, methodisch kritischen Studien angef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Aufgrund gleicher mittlerer Quecksilberkonzentrationen in Blut und Urin bei Amalgamtr\u00e4gern, welche ihre Beschwerden auf ihr Amalgam zur\u00fcckf\u00fchrten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, welche Amalgam nicht als Ursache der Beschwerden ansah oder keine Beschwerden aufwies (bei gleicher Amalgamf\u00fcllungszahl) wurde in neueren Studien Amalgamf\u00fcllungen als Ursache dieser Beschwerden als unwahrscheinlich bewertet [31, 39, 223]. Da die Beschwerdegruppe h\u00e4ufiger unter Depressionen oder somatoformen Schmerzst\u00f6rungen litt, wurde empfohlen, Patienten mit amalgambedingten Beschwerden haupts\u00e4chlich psychiatrisch oder psychotherapeutisch zu behandeln [31, 222, 223]. Diese Studien wurden aufgrund methodischer M\u00e4ngel kritisiert [228, 229]. Besonders fragw\u00fcrdig an diesen Studien ist, dass beide Gruppen die gleiche Anzahl Amalgamf\u00fcllungen aufwiesen und die Quecksilberkonzentrationen im Blut, Urin oder Speichel als Ma\u00df der Quecksilberorganbelastung herangezogen wurde (zur fehlenden Korrelation von Hg in Biomonitoren und Organen im Einzelfall siehe oben: Grundlagen). In der Studie von Zimmer et al. [39] und Bailer et al. [223] zeigt die Beschwerdegruppe allerdings nicht signifikant unterschiedliche Hg-Konzentrationen in Blut und Urin, was darauf hindeutet, dass diese Gruppe evtl. Probleme hat, Hg aus Amalgam aus dem K\u00f6rper auszuscheiden [228], \u00e4hnlich wie die autistischen Kinder in der Studie von Holmes et al. [44].<\/p>\n<p>Weiterhin ist aus Tierexperimenten und pharmakologischen Studien bekannt, dass Personen bei Gabe einer gleichen Menge eines Toxins unterschiedlich reagieren k\u00f6nnen. Ein Beispiel ist, dass nicht jeder Raucher einen Lungentumor entwickelt, obwohl Rauchen als Ursache von Lungenkarzinomen mittlerweile anerkannt ist.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re bei zuk\u00fcnftigen Amalgamstudien notwendig, den Gesundheitszustand von Amalgamtr\u00e4gern und Personen, welche in ihrem Leben nie Amalgamf\u00fcllungen hatten, zu vergleichen. Dies wurde bisher nie durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><a id=\"Bisherige_Risikoanalysen_zu_Amalgam\" name=\"Bisherige_Risikoanalysen_zu_Amalgam\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Bisherige Risikoanalysen zu Amalgam<\/span><\/h2>\n<p>Eine von der schwedischen Regierung in Auftrag gegebene Risikoanalyse mit Ber\u00fccksichtigung der Literatur von 1997-2002 kommt zu der Schlussfolgerung, dass Amalgam so schnell wie m\u00f6glich aus medizinischen, arbeitsmedizinischen und \u00f6kologischen Gr\u00fcnden verboten werden sollte [101].<\/p>\n<p>In den USA wird momentan \u00fcber eine Gesetzesvorlage, welches zun\u00e4chst ein Amalgamverbot f\u00fcr Kinder, Frauen im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter und Risikopatienten ab 2005 und ein generelles Amalgamverbot ab 2008 vorsieht, abgestimmt. [230-232]. Die Amerikanische Zahn\u00e4rztegesellschaft (American Dental Association; ADA), weltweit die f\u00fchrende und tonangebende Zahn\u00e4rztegesellschaft, versucht Kongressabgeordnete wegen dieses Gesetzentwurfes zu beeinflussen [232].<\/p>\n<p>Das Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinalprodukte (BfArM) gibt in Publikationen von 2001 und 2003 an, dass Amalgam laut einer selbst erstellten Literaturanalyse als sicheres Zahnf\u00fcllungsmaterial anzusehen ist, welches weiterhin verwendet werden sollte [234, 235]. Dabei werden wiederum die oben beschriebenen methodisch kritischen Studien als Beweis der Unsch\u00e4dlichkeit von Amalgam zitiert. Bei der Frage nach dem Hg-Gehalt von Amalgamf\u00fcllungen wird in einer neuen Patientenbrosch\u00fcre f\u00e4lschlicherweise der Eindruck erweckt, dass nur 3% Hg in Amalgamf\u00fcllungen enthalten sei (statt &gt;50%) [234]. Bei der Erstellung der Brosch\u00fcre waren haupts\u00e4chlich Zahnarztverb\u00e4nde involviert [234].<\/p>\n<p>In internationalen Publikationen verschiedener Zahn\u00e4rztegesellschaften bzw. in von Zahn\u00e4rztegesellschaften herausgegebenen Zeitschriften wird Amalgam als sicheres Zahnf\u00fcllungsmaterial bewertet, welches (au\u00dfer in sehr seltensten allergischen Reaktionen) nicht zu Krankheiten oder Beschwerden f\u00fchren kann. Aus diesem Grund wird Amalgam als sicheres F\u00fcllungsmaterial empfohlen und es wird von einer prophylaktischen oder therapeutischen Amalgamentfernung abgeraten [58, 236, 237]. Eine 2002 erschienene Publikation der Amerikanischen Zahn\u00e4rztegesellschaft [236], welche toxikologisch Amalgam mit Kochsalz gleichstellt, wurde kritisch kommentiert [32].<\/p>\n<p><a id=\"Amalgam_und_Umwelt\" name=\"Amalgam_und_Umwelt\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Amalgam und Umwelt<\/span><\/h2>\n<p>Quecksilber kann in der Umwelt nicht abgebaut werden, sondern reichert sich kontinuierlich an [238]. Durch die anthropogene Freisetzung von Quecksilber ist der Quecksilbergehalt in der Umwelt in den letzten 100 Jahren um das 270-fache [240] und in den letzten 25 Jahren um das 3-5 fache gestiegen [238]. Etwa 8% aller Frauen in USA im geb\u00e4rf\u00e4higen Alter weisen Quecksilberwerte im Blut oberhalb eines Grenzwertes auf, welcher von der amerikanischen Umweltbeh\u00f6rde EPA (Environmental Protection Agency) als sicher bewertet wird [239]. Wie oben (Grundlagen) beschrieben, stammt der gr\u00f6\u00dfte Teil der menschlichen Organquecksilberbelastung aus Amalgam. In den USA werden pro Jahr etwa 100 Millionen neue Amalgamf\u00fcllungen gelegt und dabei ca. 30-40 Tonnen Quecksilber verarbeitet [240]. Zahnarztpraxen sind dort eine Hauptquelle der Quecksilberbelastung in der Umwelt [240, 241]. Abw\u00e4sser aus Zahnarztpraxen sind deutlich h\u00f6her mit Methyl-Hg-belastet [242].<\/p>\n<p>Amalgam tr\u00e4gt au\u00dferdem zus\u00e4tzlich zur Quecksilberumweltbelastung bei durch Ausscheidungen von quecksilberhaltigen K\u00f6rperfl\u00fcssigkeiten, wie z.B. Speichel [243], Urin und Stuhl von lebenden Amalgamtr\u00e4gern. Weiterhin gelangt das im K\u00f6rper gespeicherte oder ggf. noch in Z\u00e4hnen vorhandene Quecksilber nach dem Tod von Amalgamtr\u00e4gern durch Verbrennen in Krematorien [244-246] oder Beerdigen in die Umwelt.<\/p>\n<p>Bei der Addition exogener Quellen (z.B. Fisch) zur Berechnung der menschlichen Gesamtquecksilberaufnahme muss bedacht werden, dass deren Hg-Kontamination teilweise durch Amalgam und seine \u00fcber 150 j\u00e4hrige weltweite Verwendung verursacht wurde [41]. Zwar ist die Verwendung von Amalgamabscheidern, die den Hg-Abwassereintrag aus Zahnarztpraxen bedeutend reduzieren, in Deutschland seit 1991 vorgeschrieben, doch in vielen L\u00e4ndern der Erde sind sie noch nicht Standard (z.B. USA). Weiterhin wird Hg durch in Zahnarztpraxen anfallende Abf\u00e4lle (Watter\u00f6llchen, extrahierte Z\u00e4hne etc.) zus\u00e4tzlich in die Umwelt ausgebracht.<\/p>\n<p>Weltweit steigt die Kariesh\u00e4ufigkeit durch die \u00dcbernahme westlicher Ern\u00e4hrungsweisen mit industriell hergestellten Nahrungsmitteln in Schwellen- und Drittweltl\u00e4ndern an. Dadurch wird die globale Verwendung von Amalgam zunehmen, da es einfach zu verarbeiten ist und gerade dort teurere Alternativen f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung nicht bezahlbar sind. Wegen fehlender Umweltschutzbestimmungen wird Quecksilber in diesen L\u00e4ndern zum gr\u00f6\u00dften Teil in die Umwelt gelangen und \u00fcber die Nahrungskette letztendlich zum Menschen zur\u00fcckflie\u00dfen.<\/p>\n<p><a id=\"Diskussion\" name=\"Diskussion\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Diskussion<\/span><\/h2>\n<p>Wir haben in diesem Aufsatz versucht, eine m\u00f6glichst umfassende Darstellung der neueren Literatur zum Thema \u201cAmalgam und m\u00f6gliche Gesundheitsprobleme\u201d zu geben. Unser Ziel war es, die potentielle Reichweite des Problems aufzuzeigen. Zu diesem Zweck war uns eine m\u00f6glichst breite Erfassung und Darstellung der Literatur wichtig. Dies schloss eine sog. Systematische \u00dcbersichtsarbeit aus, bei der Literatur nach vorher definierten Gesiichtspunkten extrahiert wird. Unsere Arbeit sollte vielmehr die Basis daf\u00fcr sein, dass zuk\u00fcnftig in Teilbereichen wirklich vollst\u00e4ndig und kritisch daraufhin untersucht wird, ob der von uns gefundene, bedenklich stimmende Zusammenhang zwischen Amalgam und Gesundheitsproblemen wirklich wissenschaftlich haltbar ist.<\/p>\n<p>Wir haben bewusst auf methodische Detailkritik einzelner Studien verzichtet, au\u00dfer wo dies offensichtlich n\u00f6tig war. Dies w\u00fcrde jeweils detaillierte Sach- und Methodenkenntnisse voraussetzen. Vielmehr haben wir die Ergebnisse und Schlussfolgerungen der einzelnen Autoren \u00fcbernommen. Dies erschien uns zum derzeitigen Stand der Diskussion nicht nur statthaft, sondern geboten, nachdem ma\u00dfgebliche Beh\u00f6rden und Standesorganisationen mit ausgesprochen unvollst\u00e4ndigen und selektiven Zitaten der Literatur aus unserer Sicht unsachgem\u00e4\u00df informieren. Der n\u00e4chste Schritt m\u00fcsste sein, dass multidisziplin\u00e4re Arbeitsgruppen Studien aus einzelnen Bereichen kritisch analysieren und daraufhin untersuchen, wie valide die darin getroffenen Schlussfolgerungen sind. Die Basis hierf\u00fcr liefert unser explorativer \u00dcberblick, der nicht mehr und nicht weniger als eine m\u00f6glichst umfassende Darstellung der Literatur bis einschl. 2004 sein sollte.<\/p>\n<p>Eine randomisierte, kontrollierte Studie zur Sicherheit von Amalgam wurde bisher nicht durchgef\u00fchrt. \u00c4hnlich wie bei der k\u00fcrzlichen Kl\u00e4rung der Frage der Sicherheit einer Hormonersatztherapie durch eine randomisierte Studie, welche einen Paradigmawechsel in der Frauenheilkunde ausgel\u00f6st hat. k\u00f6nnte eine hochwertige Studie zu Amalgam neue Erkenntnisse zu seiner Sicherheit f\u00fchren.<\/p>\n<p>Werden aber die zu den einzelnen Krankheiten noch z.T. unvollst\u00e4ndig erforschten Ergebnisse zusammenfassend betrachtet, kann jetzt schon aufgrund der aktuellen Datenlage Amalgam weder medizinisch, arbeitsmedizinisch noch \u00f6kologisch als sicheres Zahnmaterial bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Es gibt m\u00f6glicherweise eine Anzahl Personen, welche genetisch bedingt besonders empfindlich auf Amalgam reagieren bzw. eine h\u00f6heres Risiko aufweisen, bei Quecksilberexposition Beschwerden oder Krankheiten zu entwickeln. Aufgrund der verbreitenden Amalgamanwendung und den beschriebenen H\u00e4ufigkeiten von Beschwerden und Krankheiten, welche z.T. durch Amalgam verursacht oder verschlimmert werden, ist die Verwendung von Amalgam gegen\u00fcber anderen dentalen Werkstoffen vermutlich auch gesundheits\u00f6konomisch unvorteilhaft. Ein Stop der Amalgamverwendung k\u00f6nnte z.B. bei der Alzheimererkrankung neben anderen pr\u00e4ventiven Ma\u00dfnahmen [247] langfristig zu einem R\u00fcckgang der Pr\u00e4valenz f\u00fchren [115]. Zu den einzelnen Teilbereichen ist unabh\u00e4ngige Forschung dringend geboten.<\/p>\n<p><a id=\"Literaturverzeichnis:\" name=\"Literaturverzeichnis:\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Literaturverzeichnis:<\/span><\/h2>\n<p>1 Nickolaus B. \u201cEinen sanften Ausstieg vorbereiten. Deutsches \u00c4rzteblatt 1995;92: 1\/ 2.<\/p>\n<p>2 Kommission Human-Biomonitoring des Umweltbundesamtes: Stoffmonographie Quecksilber \u2013 Referenz-und Human-Biomonitoring-Werte (HBM). 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Daschner Institut f\u00fcr Umweltmedizin und Krankenhaushygiene Universit\u00e4tsklinik Freiburg Inhaltsverzeichnis 1\u00a0Zusammenfassung 2\u00a0Einleitung 2.1\u00a0Methodik 3\u00a0Ergebnisse 3.1\u00a0Grundlagen 3.2\u00a0Toxizit\u00e4t von Quecksilber 3.3\u00a0Eingeschr\u00e4nkte Aussagef\u00e4higkeit von Hg-Werten in Biomarkern 3.4\u00a0Beschriebene Nebenwirkungen von Amalgam bzw. bei geringer Hg-Exposition 4\u00a0Symptome, individuelle Empfindlichkeiten und Heilungsraten bei Amalgamentfernung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[23],"tags":[],"class_list":["post-737","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-amalgam"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=737"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":738,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/737\/revisions\/738"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=737"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=737"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=737"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}