{"id":625,"date":"2025-12-22T10:18:03","date_gmt":"2025-12-22T10:18:03","guid":{"rendered":"https:\/\/noxa.ch\/wiki\/hashimoto-thyreoiditis\/"},"modified":"2025-12-22T13:28:18","modified_gmt":"2025-12-22T13:28:18","slug":"hashimoto-thyreoiditis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/hashimoto-thyreoiditis\/","title":{"rendered":"Hashimoto-Thyreoiditis"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"bodyContent\">\n<div id=\"readpost12345\">\n<div style=\"font-size: 15px; color: #4f8eb9!important; text-shadow: none!important; font-weight: bold; line-height: 1.5em; border-bottom: 2px solid #4F8EB9!important;\">Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddr\u00fcse, die schwierig zu diagnostizieren ist und unterschiedliche Verl\u00e4ufe hat.<\/div>\n<table id=\"toc\" class=\"toc\" summary=\"Inhaltsverzeichnis\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div id=\"toctitle\">\n<h2>Inhaltsverzeichnis<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Einleitung\"><span class=\"tocnumber\">1<\/span> <span class=\"toctext\">Einleitung<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Symptome\"><span class=\"tocnumber\">2<\/span> <span class=\"toctext\">Symptome<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Ursachen\"><span class=\"tocnumber\">3<\/span> <span class=\"toctext\">Ursachen<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Diagnostik\"><span class=\"tocnumber\">4<\/span> <span class=\"toctext\">Diagnostik<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Therapie\"><span class=\"tocnumber\">5<\/span> <span class=\"toctext\">Therapie<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Quellen\"><span class=\"tocnumber\">6<\/span> <span class=\"toctext\">Quellen<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"#Siehe_auch\"><span class=\"tocnumber\">7<\/span> <span class=\"toctext\">Siehe auch<\/span><\/a>\n<ul>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"#Relevante_Wiki-Artikel\"><span class=\"tocnumber\">7.1<\/span> <span class=\"toctext\">Relevante Wiki-Artikel<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-2\"><a href=\"#Literatur\"><span class=\"tocnumber\">7.2<\/span> <span class=\"toctext\">Literatur<\/span><\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a id=\"Einleitung\" name=\"Einleitung\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Einleitung<\/span><\/h2>\n<p>Es gibt zwei unterschiedliche Verlaufsformen:<\/p>\n<ul>\n<li>die hypertrophe Variante, die durch unkontrolliertes Wachstum von Schilddr\u00fcsenzellen zu einer Vergr\u00f6\u00dferung der Schilddr\u00fcse f\u00fchrt<\/li>\n<li>die atrophe Variante, bei der die Schilddr\u00fcse kleiner wird. Diese Form ist in Deutschland wesentlich h\u00e4ufiger.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Schilddr\u00fcse wird vom k\u00f6rpereigenen Immunsystem angegriffen, die Folge ist der Untergang von Schilddr\u00fcsengewebe; dabei werden Dr\u00fcsenzellen durch Bindegewebe ersetzt. Die Symptome k\u00f6nnen pl\u00f6tzlich auftreten: Gliederschmerzen, Fieber, Mattigkeit und Schmerzen und\/oder Druckempfindlichkeit in der Schilddr\u00fcsen-Region.<\/p>\n<p>Die Hashimoto Thyreoiditis kann sich auch langsam und unauff\u00e4llig entwickeln (in der Mehrzahl der F\u00e4lle), so dass sie oft zu sp\u00e4t erkannt wird und wertvolle Zeit verloren geht, um eine rechtzeitige Behandlung einzuleiten. Die Betroffenen durchlaufen h\u00e4ufig eine ganze Reihe von Untersuchungen bei \u00c4rzten verschiedener Fachrichtungen, bis schlie\u00dflich die Diagnose gefunden wird.<\/p>\n<p>Die Erkrankung verl\u00e4uft chronisch, und es k\u00f6nnen immer wieder Sch\u00fcbe auftreten. Durch die Entz\u00fcndungssch\u00fcbe wird zuviel Schilddr\u00fcsenhormon abgebaut, was sich mit \u00dcberfunktionssymptomen (die man auch Hashitoxikose nennt) bemerkbar macht. Es k\u00f6nnen bei dieser Erkrankung also sowohl \u00dcberfunktions- als auch Unterfunktionssymptome auftreten. Im Krankheitsverlauf entwickelt sich letztlich eine Unterfunktion der Schilddr\u00fcse.<\/p>\n<p><a id=\"Symptome\" name=\"Symptome\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Symptome<\/span><\/h2>\n<p>Die Beschwerden sind sehr unterschiedlich. Durch die Behandlung mit Schilddr\u00fcsenhormonen k\u00f6nnen sie ganz oder fast ganz verschwinden. Bei etwa 20% der Betroffenen allerdings zeigen sich zahlreiche Beschwerden trotz Hormontherapie.<\/p>\n<ul>\n<li>M\u00fcdigkeit<\/li>\n<li>Frieren<\/li>\n<li>Gewichtszunahme<\/li>\n<li>Konzentrationsst\u00f6rungen<\/li>\n<li><a title=\"Schwindel\" href=\"\/wiki\/Schwindel\/\">Schwindel<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Tinnitus\" href=\"\/wiki\/Tinnitus\/\">Tinnitus<\/a><\/li>\n<li>Schw\u00e4che<\/li>\n<li>grippe\u00e4hnliche Symptome<\/li>\n<li>Depressionen<\/li>\n<li>Trockene Haut und Schleimh\u00e4ute (m\u00f6glicherweise im Zusammenhang mit einer weiteren Autoimmunerkrankung: dem Sicca-Syndrom)<\/li>\n<li>Hautver\u00e4nderungen (Ausschl\u00e4ge, Pigmentst\u00f6rungen, neu auftretende Leberflecke)<\/li>\n<li>Haarausfall, schuppende Kopfhaut<\/li>\n<li>Muskel- und Gelenkschmerzen<\/li>\n<li>Verh\u00e4rtung von Muskeln und Sehnen<\/li>\n<li>Klossgef\u00fchl im Hals<\/li>\n<li>Heiserkeit<\/li>\n<li>Verdauungsst\u00f6rungen<\/li>\n<li>erh\u00f6hte Leberwerte<\/li>\n<li>erh\u00f6htes Cholesterin<\/li>\n<li>Blutarmut<\/li>\n<li>Herzstolpern<\/li>\n<li>Zyklusst\u00f6rungen bei Frauen (evtl. m\u00e4nnlicher Bartwuchs, Brustspannen), unerf\u00fcllter Kinderwunsch, Libidost\u00f6rungen<\/li>\n<li>eingeschlafene H\u00e4nde und Unterarme, vor allem nachts<\/li>\n<li>evtl. Augenbeteiligung (h\u00e4ufiger ist die jedoch bei Morbus Basedow)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Manchmal:<\/p>\n<ul>\n<li>Gest\u00f6rter Zuckerstoffwechsel (=Insulinresistenz)<\/li>\n<li>Hormonst\u00f6rungen bei M\u00e4nnern<\/li>\n<li>evtl. Knotenbildung in der Schilddr\u00fcse (&gt;Ultraschall bzw. Scintigamm zur \u00dcberpr\u00fcfung)<\/li>\n<li>Schlafst\u00f6rungen (z.B. verk\u00fcrzte Tiefschlafphasen)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Oft findet sich bei der Hashimoto Thyreoiditis ein gest\u00f6rter Zuckerstoffwechsel (Insulinresistenz). Hier ist eine Behandlung durch einen spezialisierten Arzt erforderlich (Diabetologe), um das Entstehen einer Zuckerkrankheit (Diabetes Typ2) zu verhindern.<\/p>\n<p>Bei Frauen mit zus\u00e4tzlichen St\u00f6rungen der weiblichen Hormone (Symptome z.B. Zyklusst\u00f6rungen, m\u00e4nnlicher Haarwuchs, Brustspannen), ist eine Behandlung durch einen erfahrenen Frauenarzt wichtig.<\/p>\n<p>M\u00e4nner mit Hashimoto Thyreoiditis zeigen gelegentlich St\u00f6rungen der m\u00e4nnlichen Hormone. Hier ist der Besuch bei einem Hormonfacharzt (Endokrinologen) notwendig.<\/p>\n<p>Bei einer unklaren Knotenbildung in der Schilddr\u00fcse (im Ultraschall oder im Szintigramm) sind regelm\u00e4\u00dfige Kontrollen zum Ausschluss b\u00f6sartiger Neubildungen unerl\u00e4sslich. Bei starkem Gr\u00f6\u00dfenwachstum oder zweifelhaften Untersuchungsbefunden kann eine Schilddr\u00fcsenoperation notwendig werden. Unklare zus\u00e4tzliche Symptome sollten immer Anlass sein, andere autoimmune Erkrankungen auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p><a id=\"Ursachen\" name=\"Ursachen\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Ursachen<\/span><\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen sind bisher nicht bekannt. Diskutiert werden:<\/p>\n<ul>\n<li>genetische Veranlagung (oft sind mehrere Familienmitglieder betroffen)<\/li>\n<li>Infektionen mit Viren und Bakterien (deren Antigene denen der Schilddr\u00fcsenzellen \u00e4hnlich sind)<\/li>\n<li>Jodbelastungen durch Medikamente oder jodhaltige Kontrastmittel, &#171;Zwangsjodierung&#187; vieler unserer Lebensmittel etc.<\/li>\n<li>Stress<\/li>\n<li>Ver\u00e4nderung der Sexualhormone (Pubert\u00e4t, Absetzen der Pille, Schwangerschaft, Geburt\/Fehlgeburt, Wechseljahre, Hormonbehandlungen) &#8211; Frauen sind generell h\u00e4ufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen &#8211;<\/li>\n<li>Rauchen<\/li>\n<li>Amalgam, Umweltgifte (z.B. Tschernobyl)<\/li>\n<li>Stress<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zunehmend wird ein Zusammenhang zwischen Hashimoto-Thyreoiditis und St\u00f6rungen der Darmbarriere (\u201eLeaky Gut\u201c) diskutiert. Eine erh\u00f6hte intestinale Permeabilit\u00e4t kann dazu f\u00fchren, dass Immunreaktionen fehlgesteuert werden und Autoimmunprozesse beg\u00fcnstigt werden. Ver\u00e4nderungen des Mikrobioms werden bei Hashimoto-Patienten h\u00e4ufiger beobachtet als bei Gesunden.<\/p>\n<p><a id=\"Diagnostik\" name=\"Diagnostik\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Diagnostik<\/span><\/h2>\n<p>Bestimmung der Thyreoida-Peroxidase-Antik\u00f6rper (TPO-AK), Thyreoglobulin-Antik\u00f6rper (Tg-AK) und TSH-Rezeptor-Antik\u00f6rper (TRAK). Die TPO-AK werden als wichtigster Parameter f\u00fcr eine Hashimoto Thyreoiditis angesehen. Manchmal findet man sie im Verbund mit Tg-AK. Das alleinige Auftreten von Tg-AK ist ebenso m\u00f6glich, kommt allerdings nicht so h\u00e4ufig vor. TRAK sind eher selten vorhanden; sie findet man zu einem hohen Prozentsatz bei Morbus Basedow. Es gibt F\u00e4lle, in denen keine Antik\u00f6rper nachweisbar sind oder nur phasenweise, auch die H\u00f6he der Antik\u00f6rper kann stark variieren. In der Schwangerschaft sollten die Antik\u00f6rper in der 22. und 26. Woche kontrolliert werden. Die M\u00f6glichkeit, dass eine Autoimmunthyreoiditis auf das ungeborene Kind \u00fcbertragen wird, ist gering.<\/p>\n<p>TPO-AK: &gt; 200 U\/ml = positiv, 100-200 U\/ml = Grenzbereich Tg-AK\u00a0: &gt; 200 U\/ml = positiv, 100-200 U\/ml = Grenzbereich TRAK \u00a0: &gt; 14 U\/l = positiv, 9-14 U\/l = Grenzbereich<\/p>\n<p>Ein neuer Test (DYNOtest TRAKhuman) hat andere Normalwerte: &lt;1 &gt;= negativ; 1-2 IU\/l = Grenzbereich; &gt;2 IU\/l = positiv<\/p>\n<p>Da in verschiedenen Labors auch verschiedene Normalwerte gelten, sollten die Antik\u00f6rper immer in Bezug auf die jeweiligen Normalwerte gesehen werden.<\/p>\n<p>Die Diagnose &#8218;Hashimoto&#8216; ergibt sich aus der Gesamtzahl der Untersuchungen:<\/p>\n<p>TSH-Wert, fT3, fT4, Antik\u00f6rperbestimmung, Ultraschall, (ein Szintigramm ist selten erforderlich) k\u00f6rperliche Untersuchung, Gespr\u00e4ch mit dem Patienten!<\/p>\n<p><a id=\"Therapie\" name=\"Therapie\"><\/a><\/p>\n<h2>Stoffwechsel- und N\u00e4hrstofffaktoren<\/h2>\n<p>Bei der Hashimoto-Thyreoiditis finden sich h\u00e4ufig begleitende M\u00e4ngel an bestimmten Mikron\u00e4hrstoffen, die f\u00fcr die Schilddr\u00fcsenfunktion, die Immunregulation und den allgemeinen Energiestoffwechsel von zentraler Bedeutung sind. Diese M\u00e4ngel sind nicht als prim\u00e4re Ursache der Erkrankung zu verstehen, k\u00f6nnen jedoch den Verlauf ung\u00fcnstig beeinflussen, Symptome verst\u00e4rken und eine erfolgreiche Therapie erschweren.<\/p>\n<h3>Selen<\/h3>\n<p>Selen ist ein essentielles Spurenelement f\u00fcr die Schilddr\u00fcse. Es ist Bestandteil der Dejodasen, jener Enzyme, die das Schilddr\u00fcsenhormon Thyroxin (T4) in die biologisch aktive Form Trijodthyronin (T3) umwandeln. Zudem wirkt Selen antioxidativ und sch\u00fctzt das Schilddr\u00fcsengewebe vor entz\u00fcndungsbedingten Sch\u00e4den. Bei Hashimoto-Patienten werden h\u00e4ufig erniedrigte Selenspiegel gefunden. Studien zeigen, dass eine ausreichende Selenversorgung mit einer Reduktion der Schilddr\u00fcsenantik\u00f6rper einhergehen kann.<\/p>\n<h3>Eisen<\/h3>\n<p>Eisenmangel ist bei Hashimoto-Thyreoiditis relativ h\u00e4ufig, insbesondere bei Frauen. Eisen wird unter anderem f\u00fcr die Funktion der Thyreoperoxidase ben\u00f6tigt, eines Schl\u00fcsselenzyms der Schilddr\u00fcsenhormonsynthese. Ein Eisenmangel kann M\u00fcdigkeit, Leistungsabfall, Konzentrationsst\u00f6rungen und Haarausfall verursachen \u2013 Symptome, die sich mit denen einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion \u00fcberschneiden. Zudem kann Eisenmangel die Wirkung einer Schilddr\u00fcsenhormontherapie beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<h3>Vitamin D<\/h3>\n<p>Vitamin D spielt eine wichtige Rolle in der Regulation des Immunsystems. Niedrige Vitamin-D-Spiegel werden bei Autoimmunerkrankungen insgesamt h\u00e4ufiger beobachtet, auch bei Hashimoto-Thyreoiditis. Ein Vitamin-D-Mangel kann mit einer erh\u00f6hten Autoimmunaktivit\u00e4t assoziiert sein und entz\u00fcndliche Prozesse beg\u00fcnstigen. Eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung wird daher als unterst\u00fctzender Faktor im Krankheitsmanagement angesehen.<\/p>\n<h3>Vitamin B12<\/h3>\n<p>Ein Mangel an Vitamin B12 tritt bei Hashimoto-Patienten \u00fcberdurchschnittlich h\u00e4ufig auf. Ursache kann unter anderem eine autoimmune Gastritis sein, die mit der Hashimoto-Thyreoiditis assoziiert sein kann und die Aufnahme von Vitamin B12 im Magen-Darm-Trakt beeintr\u00e4chtigt. Ein B12-Mangel kann zu neurologischen St\u00f6rungen, Blutarmut, Ersch\u00f6pfung und kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchren. Da sich diese Symptome teilweise mit denen der Schilddr\u00fcsenerkrankung \u00fcberschneiden, bleibt ein Mangel ohne gezielte Diagnostik h\u00e4ufig unerkannt.<\/p>\n<p><strong>Hinweis zur Diagnostik:<\/strong> Bei anhaltenden Beschwerden trotz scheinbar guter Schilddr\u00fcsenwerte ist es sinnvoll, neben den klassischen Schilddr\u00fcsenparametern auch den Status dieser Mikron\u00e4hrstoffe zu \u00fcberpr\u00fcfen und gegebenenfalls auszugleichen. Die Beurteilung sollte stets im Gesamtkontext von Laborwerten, klinischer Symptomatik und individueller Situation erfolgen.<\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Therapie<\/span><\/h2>\n<p>Ziel der Therapie ist nicht allein die Normalisierung von Laborwerten, sondern eine m\u00f6glichst stabile hormonelle und immunologische Situation bei gleichzeitiger Linderung der klinischen Beschwerden.<\/p>\n<h3>Schilddr\u00fcsenhormontherapie<\/h3>\n<p>In den meisten F\u00e4llen ist im Verlauf der Erkrankung eine Substitution mit Schilddr\u00fcsenhormonen erforderlich. Zur Verf\u00fcgung stehen Levothyroxin (T4), Liothyronin (T3) sowie kombinierte T4-\/T3-Pr\u00e4parate. Welche Form der Substitution geeignet ist, richtet sich nicht ausschlie\u00dflich nach den Laborwerten (TSH, fT3, fT4), sondern auch nach dem individuellen Befinden des Patienten. Ein Teil der Betroffenen profitiert von einer Kombinationstherapie, insbesondere wenn unter alleiniger T4-Gabe trotz normwertiger Parameter weiterhin Beschwerden bestehen.<\/p>\n<p>In einzelnen F\u00e4llen kommen auch nat\u00fcrliche Schilddr\u00fcsenhormone (Extrakte aus getrockneter Schweineschilddr\u00fcse) zum Einsatz. Diese enthalten T4, T3 sowie weitere Schilddr\u00fcsenbestandteile. Ihr Einsatz erfordert Erfahrung und eine sorgf\u00e4ltige Dosierung, da sie nicht den Standardleitlinien entsprechen.<\/p>\n<h3>Persistierende Beschwerden trotz guter Werte<\/h3>\n<p>Ein relevanter Anteil der Hashimoto-Patienten berichtet trotz scheinbar ausreichender Hormonversorgung \u00fcber anhaltende Symptome wie chronische Ersch\u00f6pfung, verminderte Belastbarkeit, depressive Verstimmungen, K\u00e4lteempfindlichkeit oder Stressintoleranz. In diesen F\u00e4llen sollte die Therapie nicht allein auf die Schilddr\u00fcse fokussiert bleiben.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig finden sich begleitende funktionelle St\u00f6rungen, unter anderem im Bereich der Nebennierenfunktion. Eine verminderte Stressanpassung mit erniedrigter oder dysregulierter Cortisolproduktion kann die Schilddr\u00fcsenhormonwirkung beeintr\u00e4chtigen und die Einstellung erschweren. Symptome einer solchen Dysregulation k\u00f6nnen sich als Mischung aus \u00dcber- und Unterfunktionszeichen \u00e4u\u00dfern. In diesen F\u00e4llen ist eine weiterf\u00fchrende endokrinologische Abkl\u00e4rung sinnvoll.<\/p>\n<h3>Immun- und Entz\u00fcndungsmodulation<\/h3>\n<p>Da es sich bei der Hashimoto-Thyreoiditis um eine Autoimmunerkrankung handelt, gewinnt die Modulation entz\u00fcndlicher Prozesse zunehmend an Bedeutung. Neben der Hormontherapie sollten daher begleitende Faktoren ber\u00fccksichtigt werden, die das Immunsystem beeinflussen, wie chronischer Stress, Schlafmangel, Infekte, Darmst\u00f6rungen und Mikron\u00e4hrstoffm\u00e4ngel.<\/p>\n<p>Eine konsequente Behandlung solcher Begleitfaktoren kann dazu beitragen, die Krankheitsaktivit\u00e4t zu stabilisieren, die Symptomlast zu reduzieren und die langfristige Prognose zu verbessern. Die Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis ist daher als langfristiger, individueller Anpassungsprozess zu verstehen und nicht als rein medikament\u00f6se Substitution.<\/p>\n<p><a id=\"Quellen\" name=\"Quellen\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Quellen<\/span><\/h2>\n<ul>\n<li>autoimmun.org<\/li>\n<li><a class=\"external text\" title=\"http:\/\/www.kit-online.org\/HT-Nebennieren\" href=\"http:\/\/www.kit-online.org\/HT-Nebennieren\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">Kit-online<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a id=\"Siehe_auch\" name=\"Siehe_auch\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Siehe auch<\/span><\/h2>\n<p><a id=\"Relevante_Wiki-Artikel\" name=\"Relevante_Wiki-Artikel\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Relevante Wiki-Artikel<\/span><\/h3>\n<ul>\n<li><a title=\"Schilddr\u00fcse allgemein\" href=\"\/wiki\/Schilddruese_allgemein\/\">Schilddr\u00fcse allgemein<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Kropf\" href=\"\/wiki\/Kropf\/\">Kropf<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Morbus Basedow\" href=\"\/wiki\/Morbus_Basedow\/\">Morbus Basedow<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Schilddr\u00fcsenunterfunktion\" href=\"\/wiki\/Schilddruesenunterfunktion\/\">Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion\" href=\"\/wiki\/Schilddruesenueberfunktion\/\">Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Funktionsst\u00f6rungen und Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bei Pyrrolurie\" href=\"\/wiki\/Funktionsstoerungen_und_Erkrankungen_der_Schilddruese_bei_Pyrrolurie\/\">Funktionsst\u00f6rungen und Erkrankungen der Schilddr\u00fcse bei Pyrrolurie<\/a><\/li>\n<li><a title=\"Goitrogene\" href=\"\/wiki\/Goitrogene\">Goitrogene<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><a id=\"Literatur\" name=\"Literatur\"><\/a><\/p>\n<h3><span class=\"mw-headline\">Literatur<\/span><\/h3>\n<p>Siehe\u00a0<a title=\"Schilddr\u00fcse\" href=\"\/wiki\/Schilddruese\">Schilddr\u00fcse<\/a><\/p>\n<p>Dieser Beitrag wurde letztmalig am 22.12.2025 aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddr\u00fcse, die schwierig zu diagnostizieren ist und unterschiedliche Verl\u00e4ufe hat. Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 Symptome 3 Ursachen 4 Diagnostik 5 Therapie 6 Quellen 7 Siehe auch 7.1 Relevante Wiki-Artikel 7.2 Literatur Einleitung Es gibt zwei unterschiedliche Verlaufsformen: die hypertrophe Variante, die durch unkontrolliertes Wachstum von Schilddr\u00fcsenzellen zu einer Vergr\u00f6\u00dferung [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[],"class_list":["post-625","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-krankheit"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2672,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625\/revisions\/2672"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}