{"id":24,"date":"2019-11-11T12:53:26","date_gmt":"2019-11-11T12:53:26","guid":{"rendered":"https:\/\/wiki.furti.net\/hvb_physika_pflanzen\/"},"modified":"2020-03-12T16:04:36","modified_gmt":"2020-03-12T16:04:36","slug":"hvb_physika%2C_pflanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/hvb_physika%2C_pflanzen\/","title":{"rendered":"HvB Physika, Pflanzen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"bodyContent\">\n<p>Vorwort, Physika, 1. Buch<\/p>\n<p><a id=\"Von_den_Pflanzen\" name=\"Von_den_Pflanzen\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Von den Pflanzen<\/span><\/h2>\n<p>Bei der Erschaffung des Menschen aus Erde wurde andere Erde genommen, die der Mensch ist.und alle Elemente dienten ihm, weil sie f\u00fchlten, dass er lebe und allen seinen T\u00e4tigkeiten entgegen (kommend) wirkten sie mit ihm zusammen, und er mit ihnen.<\/p>\n<p>Und die Erde gab ihr Gr\u00fcn gem\u00e4\u00df der Art und der Natur und den Sitten und allem Umgang des Menschen.<\/p>\n<p>Die Erde n\u00e4mlich zeigte mit n\u00fctzlichen Kr\u00e4utern den Umgang (infolge) der geistigen Beschaffenheit des Menschen, indem dieser die Kr\u00e4uter unterschied; aber mit unn\u00fctzen Kr\u00e4utern zeigt sie die unn\u00fctzen und d\u00e4monischen Charakterz\u00fcge (des Menschen).<br \/>\nEs gibt aber gewisse Kr\u00e4uter, die mit gewissen Speisen gekocht werden sollen, und diese machen den Menschen behende zum Essen, und sie sind leicht, weil sie den Menschen nicht sehr beschwert machen, und diese gleichen dem Fleisch des Menschen.<\/p>\n<p>Und der Saft der fruchttragenden B\u00e4ume ist ungekocht sch\u00e4dlich und gekocht leicht, und er wird dem Blut des Menschen verglichen.<br \/>\nDie nicht fruchttragenden H\u00f6lzer aber, die sich nicht fortpflanzen, sind H\u00f6lzer und keine B\u00e4ume, und sie haben nur Bl\u00e4tter, die dem Menschen unn\u00fctz zum Essen sind, so dass sie, wenn jemand sie isst, ihm nicht viel n\u00fctzen, auch wenn sie ihm nicht sehr schaden, und sie werden mit der F\u00e4ulnis des Menschen verglichen.<\/p>\n<p>Was aber in den B\u00e4umen und denn H\u00f6lzern ist, woraus Seile gemacht werden, dies \u00e4hnelt den Adern des Menschen.<br \/>\nAuch die Steine der Erde werden mit den Knochen des Menschen verglichen, und die Feuchtigkeit der Steine mit dem Mark der Knochen, weil ein Stein, wenn er Feuchtigkeit hat, auch W\u00e4rme hat.Aber die Steine, mit denen die D\u00e4cher gedeckt werden, sind den N\u00e4geln des Menschen an H\u00e4nden und F\u00fcssen vergleichbar.<\/p>\n<p>Und gewisse luftige Kr\u00e4uter wachsen und diese sind auch f\u00fcr die Verdauung des Menschen leicht und von heiterer Natur, so dass sie den Menschen, der sie isst, fr\u00f6hlich machen, und sie gleichen den Haaren des Menschen, weil diese immer leicht und luftig sind.<\/p>\n<p>Aber gewisse andere Kr\u00e4uter sind windig, so dass sie vom Wind wachsen und sie sind auch trocken und schwer f\u00fcr die Verdauung des Menschen und von trauriger Natur, so dass sie den Menschen, der sie isst, traurig machen; aber sie werden mit dem Schwei\u00df des Menschen verglichen oder sind ihm \u00e4hnlich.<\/p>\n<p>Aber der Saft der unn\u00fctzen Kr\u00e4uter, die nicht gegessen werden k\u00f6nnen ist giftig, weil sie todbringend f\u00fcr die Speisen des Menschen sind, und sie werden mit den Ausscheidungen des Menschen verglichen.<br \/>\nUnd die Erde hat Schwei\u00df und Fl\u00fcssigkeit und Saft.<br \/>\nDer Schwei\u00df der Erde bringt unn\u00fctze Kr\u00e4uter hervor und ihr Fl\u00fcssigkeit n\u00fctzliche Kr\u00e4uter, die gegessen werden k\u00f6nnen und die zu anderem Gebrauch des Menschen taugen. Ihr Saft aber erzeugt Trauben und sprossende B\u00e4ume.<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4uter die durch die Arbeit des Menschen ges\u00e4t werden und allm\u00e4hlich emporkommen und wachsen, verlieren wie Haustiere, die der Mensch in seinem Haus mit Sorgfalt aufzieht, durch jene Arbeit, durch die sie vom Menschen angebaut und ges\u00e4t werden, die Herbheit und Bitterkeit ihrer S\u00e4fte, so dass die Feuchtigkeit dieser S\u00e4fte die Beschaffenheit des Saftes des Menschen etwas ber\u00fchrt, insofern als sie f\u00fcr seine Speisen und Getr\u00e4nke gut und n\u00fctzlich sind.<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4uter aber, die durch das Fallen ihres Samens ohne Arbeit des Menschen wachsen und pl\u00f6tzlich und eilig wie ungez\u00e4hmte Tiere emporkommen, sind den Menschen nachteilig zum Essen, weil der Mensch durch Milchtrinken, Essen und Wachsen in gem\u00e4\u00dfigter Zeit aufgezogen wird, was bei den vorgenannten Kr\u00e4utern nicht geschieht.<br \/>\nAber dennoch unterdr\u00fccken einige von ihnen die sch\u00e4dlichen und krankmachenden S\u00e4fte in den Menschen als Heilmittel.<\/p>\n<p>Aber jedes Kraut ist entweder\u00a0 warm oder kalt und so w\u00e4chst es, weil die W\u00e4rme der Kr\u00e4uter ihre Seele bezeichnet und die K\u00e4lte den Leib: und somit leben sie gem\u00e4\u00df ihrer Art, wenn sie entweder an W\u00e4rme oder an K\u00e4lte \u00fcberreich sind.<br \/>\nWenn n\u00e4mlich alle Kr\u00e4uter warm w\u00e4ren und keines Kalt, w\u00fcrden sie (in) den sie gebrauchenden (Menschen) Gegens\u00e4tzliches ausl\u00f6sen.<br \/>\nWenn aber alle kalt w\u00e4ren und keines warm, w\u00fcrden sie ebenfalls in den Menschen ein Ungleichgewicht erzeugen,<br \/>\nweil die warmen (Kr\u00e4uter) der K\u00e4lte und die kalten (Kr\u00e4uter) der W\u00e4rme des Menschen widerstehen.<\/p>\n<p>Und gewisse Kr\u00e4uter haben die Kraft sehr starker Gew\u00fcrze und die Herbheit der bittersten Gew\u00fcrze in sich.<br \/>\nDaher unterdr\u00fccken sie auch viele \u00dcbel, weil die b\u00f6sen Geister diese fliehen und (gegen die Gew\u00fcrze) Unwillen zeigen.<br \/>\nAber es gibt auch gewisse Kr\u00e4uter, die gleichsam Schaum der Elemente in sich haben, in denen die get\u00e4uschten Menschen ihre Gl\u00fccksg\u00fcter zu suchen versuchen; und diese (Kr\u00e4uter) liebt der Teufel und mischt sich ihnen bei.<\/p>\n<table class=\"legend-menu\" style=\"text-decoration: none;\" cellspacing=\"4\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"border: 1px solid #000; background-color: #f0ffff; padding-left: 4px; padding-right: 4px; line-height: 1.14em; border-color: #fff #444 #444 #fff;\"><a title=\"Die Heilkunde Hildegards von Bingen\" href=\"\/wiki\/Die_Heilkunde_Hildegards_von_Bingen#Weltbild\"> zur\u00fcck zur Hauptseite HvB<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Autorin: Rota<\/p>\n<p>Kontakt: <a class=\"external text\" title=\"https:\/\/www.symptome.ch\/vbboard\/private.php?do=newpm&amp;u=6043\" href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/vbboard\/private.php?do=newpm&amp;u=6043\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">hier Klicken<\/a><\/p>\n<p><!-- --><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Vorwort, Physika, 1. 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