{"id":13,"date":"2019-11-11T12:53:01","date_gmt":"2019-11-11T12:53:01","guid":{"rendered":"https:\/\/wiki.furti.net\/hildegardmedizin_krankheiten_des_herzen\/"},"modified":"2020-03-17T09:29:46","modified_gmt":"2020-03-17T09:29:46","slug":"hildegardmedizin_krankheiten_des_herzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/hildegardmedizin_krankheiten_des_herzen\/","title":{"rendered":"Hildegardmedizin Krankheiten des Herzen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"bodyContent\"><a id=\"Krankheiten_des_Herzens\" name=\"Krankheiten_des_Herzens\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Krankheiten des Herzens<\/span><\/h2>\n<p>Hildegardheilkunde in neuer Sicht<\/p>\n<p>Vortrag von <a title=\"Dr. Berkm\u00fcller\" href=\"\/wiki\/Dr._Berkm%C3%BCller\">Dr. Berkm\u00fcller<\/a> (Ulm 2002)<\/p>\n<p>Hildegard hat zum Herzen vieles gesagt. Aber bevor ich zu ihr komme, will ich kurz das Herz erl\u00e4utern.<\/p>\n<p>Das Herz liegt in der Brusth\u00f6hle zwischen den Lungen zu 2\/3 links des Brustbeins und 1\/3 rechts davon. Die abgerundete Spitze des Herzens liegt der Zwerchfellkuppel auf und ist im f\u00fcnften Zwischenrippenraum tastbar.<br \/>\nDas Herz ist sehr st\u00f6ranf\u00e4llig, besonders beim \u00e4lter werdenden Menschen. Aber auch junge Menschen leiden immer h\u00e4ufiger unter Herzrhythmusst\u00f6rungen, weil das Berufsleben keine R\u00fccksicht auf die Bed\u00fcrfnisse des Herzens nach Ruhe und Entspannung nimmt. Sogar der Sport, der ja eigentlich dem Herzen auf die Spr\u00fcnge helfen sollte, kann zum Stress werden, weil die Unvernunft der Aus\u00fcbung dem Herzen viel zu viel abverlangt.<\/p>\n<p>Gift f\u00fcr das Herz sind die Hetze, der Ehrgeiz, die \u00c4ngste und die Sorgen, dazu die vielen Konsumgifte, vor allem Nikotin und Alkohol, tierische Fette<br \/>\nund Eiwei\u00dfe. Was wir dem Herzen zumuten, merken wir erst, wenn es sich bemerkbar macht. Rhythmusst\u00f6rungen, Stechen, Schwindel, Kurzatmigkeit sind Zeichen, die einer lang andauernden falschen Behandlung des K\u00f6rpers folgen. Man muss aber wissen, dass diese Zeichen noch keine Herzkrankheiten sind, sondern funktionelle St\u00f6rungen, die sich wieder beheben lassen, wenn der Mensch sein Leben ordnet und eine vern\u00fcnftige Lebensweise ein\u00fcbt.<\/p>\n<p>Die von der Schulmedizin angegebenen Ursachen f\u00fcr Herz-Kreislaufkrankheiten beschr\u00e4nken sich auf die messbaren physikalischen, auf die biologischen und biochemischen Daten und bleiben somit an der Oberfl\u00e4che. Die eigentlichen, seelisch ausgel\u00f6sten Faktoren bleiben unber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Schulmedizinisch gesehen sind Ausl\u00f6ser f\u00fcr Herz-Kreislaufkrankheiten Bluthochdruck, erh\u00f6hte Blutfettwerte (zu viel Cholesterin), Diabetes, Ern\u00e4hrungsfehler, Nikotin- und Alkoholmissbrauch, zu viele verschiedene Arzneimittel, \u00dcbergewicht, Bewegungsmangel und unab\u00e4nderlich andauernde Nervenanspannung, man bezeichnet das als Disstress. Die Aufz\u00e4hlung ist sicherlich richtig, aber der Haken liegt wo anders, n\u00e4mlich daran, dass sich die Medizin darauf beschr\u00e4nkt, diese Faktoren zu erfassen und mit Arzneimitteln zu beeinflussen. Das kann man aber nicht, weil man damit die Ursache nicht behebt, der man z.B. bei einem Alkoholiker mit keinem Mittel beikommen kann. Man kann aber helfen, dass dem Patienten der Entzug etwas leichter vorangeht, dass er Gift abbaut., aber heilen kann man ihn nur, wenn er selber will und sich dazu entschlossen hat.<\/p>\n<p>Lebenshaltungsfehlern mit Arzneimitteln begegnen zu wollen ist grundlegend falsch. Dem Patienten wird damit die Eigeninitiative, der Willen gesund zu werden aus der Hand genommen. Damit ger\u00e4t er in die Abh\u00e4ngigkeit von einer Arztpraxis und in eine Reihe ungewollter Nebenwirkungen, die sein Leben zur H\u00f6lle machen k\u00f6nnen. Die chemischen Mittel die heute, meist ganz automatisch, gegeben werden, sind Betablocker um den Blutdruck zu senken und Marcumar um das Blut flie\u00dff\u00e4higer zu machen. Beide sind nicht immer notwendig, werden aber routinem\u00e4\u00dfig gegeben, obwohl anf\u00e4nglich auch Naturheilmittel gute Dienste leisten w\u00fcrden. Entweder findet der Kranke einen Arzt, der mit ihm geht oder er macht sich selbst\u00e4ndig. Dazu geh\u00f6rt, dass er sich von den \u201engsten befreit, die ihm von der Schulmedizin eingetrichtert worden sind.<\/p>\n<p>Die Naturheilkunde bietet eine reiche Palette von M\u00f6glichkeiten, den Herz-Kreislaufkranken zu helfen. Ohne Nebenwirkungen und zu erschwinglichen Preisen k\u00f6nnen wir f\u00fcr Blutdruck, Herz und Kreislauf mit Mitteln der Naturheilkunde sehr wirksam arbeiten, aber wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass die Therapie tiefer gehen muss als nur zu Mitteln zu greifen.<\/p>\n<p>Hildegard von Bingen hat in ihren Werken Causae et curae , Physica und dem Liber vitae meritorum eine F\u00fclle von Anregungen gegeben, wie sich ein Mensch zurechtfinden kann, der wirklich an sich arbeiten will, um eine funktionelle Herz-Kreislauferkrankung wieder loszuwerden.<\/p>\n<p>Nun will ich dazu kommen, wie Hildegard von Bingen Herz und Kreislauf sieht. Das Organ Herz wird von ihr in Causae et curae &#8211; etwas ungenau &#8211; als cardia bezeichnet, womit aber auch der obere Magengrund gemeint sein kann. Anatomisch liegen beide an dieser Stelle eng beieinander und k\u00f6nnen auch in der modernen Diagnostik verwechselt werden. Manche Herzbeschwerden sind in Wirklichkeit Magenbeschwerden, weil der Magen das Zwerchfell nach oben dr\u00fcckt und somit das Herz einengt. Auch die Milz ist an dieser Stelle Nachbarorgan und man kann sich denken, dass es hier sehr oft zu einem Symptomenkomplex kommt, der dem, der daran leidet, sehr zu schaffen macht.<\/p>\n<p>Hildegard sieht die eigentlichen Ursachen f\u00fcr Herzerkrankungen viel tiefer als unsere Schulmedizin, n\u00e4mlich in einem Mangel an guten Eigenschaften, in der seelisch-geistigen Haltung, im Charakter. All das wirkt auf das Herz, sagt sie und erzeugt die Kreislaufkrankheit. Wir sollten wissen, dass nicht jeder Herzschmerz eine Herzkrankheit ist oder gar ein Herzinfarkt. Der Schmerz kann auch eine Warnung sein, er kann bedeuten, dass der Mensch seine Konflikte l\u00f6sen soll und seinen Lebensstil \u00e4ndern. Herzschmerzen sofort mit Medikamenten zu beseitigen, hei\u00dft den Sinn dieser Schmerzen und der Botschaft die uns Gott und die Natur da geben wollen zu ignorieren. Jede Krankheit ist ja zun\u00e4chst einmal eine Information, eine Botschaft, die \u00fcber den K\u00f6rper etwas aussagen will.<\/p>\n<p>Was kann der Mensch nun selber tun? Herzschmerzen k\u00f6nnen ein Signal sein, eine Aufforderung \u00fcber unser Leben und unsere Gef\u00fchle nachzudenken. Was habe ich denn? Was belastet mich? Wie gehe ich an die anderen Menschen heran? Wie gehe ich mit meinen Aufgaben um? Muss ich eventuell meine Lebensgewohnheiten \u00fcberpr\u00fcfen, muss ich sie \u00e4ndern? Das kann f\u00fcr den einen bedeuten, mit seinem Nachbarn Frieden zu schlie\u00dfen, denn Streit und Hader k\u00f6nnen einen Menschen krank machen. Das kann f\u00fcr den andern bedeuten, sich selber nicht allzu wichtig zu nehmen, seinen Zorn unter Kontrolle zu bringen, die Hartherzigkeit durch Zuwendung an andere Menschen zu entsch\u00e4rfen. Es gibt viele M\u00f6glichkeiten, die gemeint sein k\u00f6nnen, wenn sich das Herz einmal meldet, z.B. bei Angina pectoris, einem leichten Herzschmerz, in der linken Brustgegend.<\/p>\n<p>Zusammenfassend ist zu sagen: Neben den \u00e4u\u00dferlichen Belastungen f\u00fcr Herz und Kreislauf, von denen manche schicksalhaft und au\u00dferhalb unserer Kontrolle sind, so dass wir sie einfach annehmen m\u00fcssen, gibt es auch viele innere Belastungen, die aus der Psyche kommen. Stress und Anspannung sind h\u00e4ufig von uns selbst gemacht. Die allermeisten Stressoren werden von uns selbst erzeugt. Gewohnheiten, die uns in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen sind, innere Konflikte, bewusste oder unbewusste, k\u00f6nnen die Ursache f\u00fcr st\u00e4ndige Ruhelosigkeit oder Verzagtheit oder f\u00fcr Perfektionismus sein.<\/p>\n<p>Die Forscher sagen, dass es bei Herzkranken zwei typische Verhaltensmuster gibt: Typ A ist gekennzeichnet durch starken Ehrgeiz, Reizbarkeit, Rivalit\u00e4t und Ungeduld, gespannte Aufmerksamkeit, Beschleunigung vieler Aktivit\u00e4ten, schnelles Sprechtempo, anderen ins Wort fallen, Abwehr von Gef\u00fchlen, Denken in Extremen, Alles-oder-Nichts Verhalten! Immer muss f\u00fcr ihn etwas los sein, dauernd ist er in Bewegung, aber nicht wirklich gl\u00fccklich, nicht wirklich froh. Es fehlt ein inneres Dosieren. Die Energie wird nicht sinnvoll eingesetzt. Dem Typ A fehlt eine gesunde Empfindlichkeit den eigenen K\u00f6rpersignalen gegen\u00fcber. Er kann das nicht wahrnehmen, was er wirklich braucht. Innere Unruhe und Unwohlsein, Gereiztheit, Schlafst\u00f6rungen sind Warnsignale, doch sie werden \u00fcbersehen. Und so kommt der Infarkt wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Dagegen ist Typ B ausgeglichen, gelassen, achtsam mit sich selbst und mit anderen Menschen. Er haushaltet gut mit den eigenen Kr\u00e4ften, er kann in allen Dingen entspannen, er w\u00e4gt ab, er hat das rechte Ma\u00df. Das wird belohnt durch Gesundheit. Typ B hat drei bis viermal seltener einen Herzinfarkt als Typ A.<\/p>\n<p>Hildegard sagt sinngem\u00e4\u00df: Angina pectoris, die Verengung der Herzkranzgef\u00e4\u00dfe, die Migr\u00e4ne des Herzens, das ist der Kern aller psychosomatischen Erkrankungen. Im Herzen liegt alles. Das Herz hat seit jeher den Vorrang vor dem Gehirn. Man kann sagen, das Gem\u00fcthafte ist noch wichtiger als das Verstandesm\u00e4\u00dfige. Das Herz ist der Sitz der Leidenschaften und ist das Symbol f\u00fcr Tugend, Tapferkeit und St\u00e4rke. Wenn ein Mensch an Herz und Kreislauf krank ist, soll er nach Hildegard zu allererst eine Tugend pflegen, das ist &#171;Ma\u00dfhalten&#187;. Das ist bei Hildegard eine unabdingbare Voraussetzung.<br \/>\nHildegard hat 35 Heilmittel f\u00fcr das Herz, genau so viele wie Tugendkr\u00e4fte. Unter diesen Heilmitteln ist der Galgant das wichtigste Mittel. Man muss ihn richtig einsetzen und dosieren.<br \/>\nSehr wichtig ist auch der Jaspisst. Er ist der sogenannte Herzschrittmacher, den man durch Auflegen auf das Herz anwendet, um damit den Rhythmus des Herzens wieder richtig einzustimmen. Es kann sogar der Schmerz behoben werden, weil die Durchblutung wieder besser funktioniert. Hildegard nennt diesen Stein &#171;einen Gru\u00df von Gott an das menschliche Herz&#187;.<br \/>\nHildegard gebraucht viele Symbole um die Zusammenh\u00e4nge von Herz-Kreislaufkrankheiten und Psyche zu erkl\u00e4ren.<br \/>\n&#171;Ausgangspunkt sind die F\u00fc\u00dfe \u20ac\u201c in aufsteigender Richtung laufen die Blutgef\u00e4\u0178e und verleihen strahlende Herrlichkeit und W\u00e4rme (das Synonym daf\u00fcr sind die Sterne auf ihrer Bahn, die Blutgef\u00e4\u00dfe). Sie durchziehen den Kopf und die Leber und geben Blut und W\u00e4rme. Sie sind durch das ganze Weltall (Synonym f\u00fcr K\u00f6rper) hingesetzt, bei Tag und bei Nacht. Der Mensch wird durch die Gef\u00e4\u00dfe zusammengehalten, damit er nicht zerflie\u0178t und in St\u00fccke f\u00e4llt. Das Blut wird in den Gef\u00e4\u00dfen bewegt und h\u00e4lt selber die Bewegung im Gef\u00e4\u00dfsystem aufrecht. Das Blut pocht und teilt Pulsschl\u00e4ge aus. So bewegt sich das Feuer (Synonym f\u00fcr Seele) in den Sternen und l\u00e4\u00dft sich bewegen und Funken spr\u00fchen. Wie der Mensch sich verh\u00e4lt, so veranstalten die Gef\u00e4\u00dfe St\u00fcrme (Blutdruckschwankungen) in sich, das sind die gew\u00f6hnlichen Sterne (Gef\u00e4\u00dfe). Die Planeten aber werden nicht bewegt. Die Gef\u00e4\u00dfe zeigen an, was und wie der Mensch lebt und was er tut im freien Willen und seinen Folgen (Gem\u00fctsbewegungen und vegetatives Nervensystem). Sie zeigen nicht Zuk\u00fcnftiges, sondern was der Mensch getan hat. Sie zeigen nicht die Gedanken und Taten, sondern die Folgen davon, weil die Luft dies aufnimmt (Seele und Gem\u00fct) und sie teilt es den Gef\u00e4\u00dfen mit und sogleich offenbaren diese des Menschen Werke.&#187; (Vegetative Regulation).<br \/>\nWenn also die Seele aufnimmt, was die Folgen der Gedanken sind und es den Gef\u00e4\u00dfen offenbart, hat sie die F\u00e4higkeit eines \u00dcberbringers von Botschaften. W\u00e4re es denkbar, dass das nicht nur von drinnen nach drau\u00dfen funktioniert sondern auch umgekehrt? W\u00e4re das vielleicht eine Erkl\u00e4rung, warum diese Heilmittel wirken?<\/p>\n<p>Die Seele nimmt die Botschaft aus der Subtilit\u00e4t des Mittels auf und gibt sie an die gr\u00fcnkraftf\u00fchrenden Gef\u00e4\u00dfe weiter (Blut ist gr\u00fcn, wenn es gesund ist, das l\u00e4\u00dft sich auf einem Objekttr\u00e4ger sehen, worauf Blut hauchd\u00fcnn verteilt wurde), diese transportieren ihre Erkenntnis zu den Gedanken (Gehirn) und diese teilen es den Elementen bzw. S\u00e4ften mit, damit sie wieder richtig laufen k\u00f6nnen. Das ist hildegardisch gedacht, &#8211; f\u00fcr die Schulmedizin mittelalterlich &#8211; f\u00fcr Menschen, die das alte Wissen pflegen aber nicht ungew\u00f6hnlich. Kreislauf. Es hat sich so ergeben, dass diese Krankheiten als Zivilisationskrankheiten bezeichnet werden. Noch deutlicher wird es, wenn wir diese Probleme als Wohlstandskrankheiten bezeichnen.<\/p>\n<p>Wenn wir uns einmal mit Hildegards Liber vitae meritorum befassen, kommen wir schnell darauf, dass Krankheiten vielfach aus der Psyche kommen. Sie psychosomatisieren sich, weil der Mensch \u00fcber seine Verh\u00e4ltnisse lebt, denen, die ihm die Natur gegeben hat, mit denen er haushalten sollte, weil sie leicht Schaden nehmen k\u00f6nnen. Das moderne Leben ist hektisch, zerm\u00fcrbend, lebensfeindlich, gesundheitssch\u00e4dlich. Die seelische Gesundheit kann so nicht erhalten bleiben.<\/p>\n<p>Viele Herzbelastungen sind aber auch Schicksal, was wir nicht ver\u00e4ndern k\u00f6nnen. Eine Herzkrankheit die ererbt ist oder Folge eines Geburtsfehlers, m\u00fcssen wir in die Hand der erfahrenen \u00c4rzte legen, da kann die Psyche nur mithelfen. Neben den \u00e4u\u00dferlichen Belastungen f\u00fcr Herz und Kreislauf gibt es aber auch viele innere psychische Belastungsfaktoren. Gewohnheiten, die uns in Fleisch und Blut \u00fcbergegangen sind, innere Konflikte, Perfektionismus.<\/p>\n<p>Volksweisheiten sagen es: Das Herz ist bei Hildegard der Kern aller psychosomatischen Erkrankung. Im Herzen liegt alles. Die Volksseele hat seit Jahrhunderten \u00fcber das Herz nachgedacht und das finden wir bei Hildegard in einer umfassenden Tiefe. Das Herz hat gegen\u00fcber dem Gehirn den Vorrang. Das Gem\u00fcthafte geht vor dem Verstandesm\u00e4\u00dfigen. Das Herz gilt als Sitz der Leidenschaften, aber auch als Symbol der Liebe, der Tapferkeit und der St\u00e4rke. Dem einen wird ein gro\u00dfes Herz zugesprochen, der andere hat \u00fcberhaupt kein Herz, oder Einer hat das Herz auf dem rechten Fleck, ein guter Mensch l\u00e4\u00dft sein Herz sprechen. Es gibt sogar Menschen, die tragen ihr Herz auf der Zunge. Man schw\u00f6rt mit &#171;Hand aufs Herz&#187;. Einem f\u00e4llt ein Stein vom Herzen, ein anderer ist mit ganzem Herzen bei der Sache. Man kann sogar sein Herz verlieren, wenn man sich verliebt.<br \/>\nDas Krankheitsbild der Arteriosklerose besteht in einer Verh\u00e4rtung der Gef\u00e4\u00dfe. Die Arterien werden durch Ablagerungen von \u00fcberfl\u00fcssigen Stoffwechselprodukten verengt. Wie ein starres Rohr stellt sich das dar. Ist die Verh\u00e4rtung der Gef\u00e4\u00dfe weiter fortgeschritten, sind die Symptome noch viel ausgepr\u00e4gter. Wenn ein Mensch dann v\u00f6llig desorientiert und depressiv ist, kommt das m\u00f6glicherweise auch von einem Blutmangel im Gehirn. Lunge, Leber Niere und Gehirn, auch die Beine, werden durch Arteriosklerose betroffen. Hildegard beschreibt das als eine Reihenfolge, die an den Nieren beginnt. Auch nach den neusten Forschungen ist das so, die Schlacken des Stoffwechsels k\u00f6nnen nicht mehr vollst\u00e4ndig von den Nieren ausgeschieden werden. Die Ablagerung in den Gef\u00e4\u00dfen und im Gewebe wird immer \u00e4rger.<\/p>\n<p>Hildegard geht bei der Entstehung dieser Krankheit noch tiefer, sie sagt, da\u00df es sich um eine gewisse seelische Verh\u00e4rtung handelt. Nur von den Ablagerungen durch Essen, kann ein Mensch eigentlich nicht in diesem Sinne so verh\u00e4rten, wenn nicht auch die seelische Komponente hinzutritt. Das ist bei Hildegard das Laster der Hartherzigkeit. Durch diese Haltung wird die Arteriosklerose verst\u00e4rkt, wird ein Giftstoff im K\u00f6rper vermehrt, das ist die Melanche, eine Substanz wie die Schwarzgalle und das l\u00f6st eine Kaskade aus, es kommt zur Folgeerscheinung von Hunderten von verschiedenen enzymartigen Aussch\u00fcttungen an dem falschen Orten und zu Organsch\u00e4den die sich daraus entwickeln k\u00f6nnen. An vielen Stellen ihrer Schriften nennt Hildegard in der Besprechung und den von ihr geschauten Bildern, das Bild vom unbeweglichen Stier. Die Verschlossenheit des Herzens, die der Reue entgegensteht, aber auch von der obstinatio, der Herzensh\u00e4rte, die der N\u00e4hrboden f\u00fcr diese Erkrankung ist. Mit Hartherzigkeit bezeichnet Hildegard die abstumpfenden, verh\u00e4rtenden Kr\u00e4fte im Menschen, die sich wie Ballast, wie Schmutz und Schlacke in den Blutgef\u00e4\u00dfen ablagern k\u00f6nnen oder auch im Bindegewebe einlagern und somit den gesamten Organismus belasten. Die Hartherzigkeit k\u00fcmmert sich nicht mehr um das \u00dcberirdische, sondern nur noch um irdische Dinge und alles andere bleibt ihr verschlossen. So ein Mensch nimmt keine Notiz von Gott, sieht und kennt ihn nicht mehr, das Wahrnehmungsverm\u00f6gen daf\u00fcr ist vernebelt. Sein Herz ist wie mit Pech und Schwefel verleimt und verkettet. Das denkende und das f\u00fchlende Herz ist hier gemeint. Hildegard sagt, dass ein Mensch, der ein Herz hat, das f\u00fchlen und denken kann, nie in die Sklerose f\u00e4llt. Das ist wie bei Salomon dem Weisen, dem Gott sagte, dass er sich etwas w\u00fcnschen d\u00fcrfte und der sich ein weises, ein h\u00f6rendes und f\u00fchlendes Herz gew\u00fcnscht hat. Hartherzige Menschen gelangen oft in Zorn und Verbitterung wenn sie ihre Ziele nicht erreichen, so dass sie kein Vertrauen mehr in die Mitmenschen haben. Ihre Worte sind wie Pfeile, die sie wie aus Schie\u00dfscharten abschie\u00dfen. Ihre Werke sind voller Bitterkeit und Stumpfsinn, das ist all das, was aus der Hartherzigkeit kommt und dann bitter in den Menschen zur\u00fcckgeht. Wen es trifft, der wird von den Pfeilen selbst getroffen. Hartherzige k\u00f6nnen nur durch Herzschmerzen und durch die Herzenszerknirschung, das ist bei Hildegard die compunctio cordis, die Reue, von ihrem eigenen Herzklopfen zur Einsicht und zur Umkehr gebracht werden. Durch die Tugend der Reue bricht die H\u00e4rte auf. Durch Reue wird der Mensch \u00edn seiner ganzen Natur durchgesch\u00fcttelt und durchbebt, so dass das Harte von ihm weggenommen wird.<\/p>\n<p>Die Arteriosklerose ist eine schleichende Krankheit. Es hei\u00dft, dass es bis zu f\u00fcnfzig Jahre dauern kann, bis ihr gef\u00e4hrliches Stadium erreicht ist, n\u00e4mlich der Schlaganfall, das hei\u00dft ein Gehirnschlag. Der kann blutig sein oder auch ohne Erguss aus einem Gef\u00e4\u00df, das wegen zu gro\u00dfem Druck gebrochen ist. Das Blut verdr\u00e4ngt dann die Gehirnmasse und es entstehen die halbseitigen oder totalen L\u00e4hmungen. Es gibt auch den trockenen Schlaganfall, bei dem das Gehirn keinen Sauerstoff mehr bekommt. Die Wirkung ist fast dieselbe. Hildegard nennt den Stoff, der aus der Traurigkeit kommt Schwarzgalle. Die antiken \u00c4rzte nannten es Melanche und daher kommt auch der Ausdruck Melancholie.<\/p>\n<p>Hier setzt die hildegardische Psychotherapie an, denn das Krankheitsbild f\u00fchrt zum Laster der Hartherzigkeit. Wie ein Qualm legt sich die Hartherzigkeit um das Herz, so dass die Seele keinen Ausblick mehr hat wie es weitergehen kann.<\/p>\n<p>Durch die Verengung der Gef\u00e4\u00dfe und deren Verh\u00e4rtung kommt es dazu, dass das Herz mehr Arbeit hat. Es versucht mit vermehrter Kraft gegen den Widerstand anzuschlagen. Ist es aber schon gesch\u00e4digt oder schwach, kommt es zum Hochdruck zur Hypertonie und das ist eine Krankheit, die h\u00e4ufig vorkommt. Hildegard sagt, dass die Anf\u00e4nge des Hochdrucks im seelischen Bereich liegen und dass davon der ganze Mensch betroffen ist. Aus der Tiefenpsychologie von Jung wissen wir, dass Hochdruckkranke an inneren N\u00f6ten leiden, die von starken Emotionen begleitet sind, was immer von der Seele her kommt. Au\u00dferdem lebt der Hochdruckkranke in einer intensiven Opposition zu seinem Umfeld. Er tr\u00e4gt auch h\u00e4ufig \u00e4ngstliche oder aggressive Gef\u00fchle in sich. Er ist insgesamt immer aufgew\u00fchlt und in einer aufgeladenen Gef\u00fchlsverfassung. Dabei lebt er in einer dauernden Sympathikus\u00fcberaktivit\u00e4t. Konflikte gehen auf Herz und Kreislauf. Verborgene oder manifeste Aggressionen scheinen die kleinen Arteriolen spastisch zu verengen. Dieser Widerstand erzeugt den Hochdruck. Alle Patienten, die in einer Studie untersucht wurden, litten an schweren Konflikten in ihrer famili\u00e4ren oder auch in der beruflichen Umwelt.<\/p>\n<p>Der Charakter des Hochdruckkranken spielt eine gro\u00dfe Rolle. Es muss nicht sein, dass einem die Krankheit als solche gegeben ist, wenn wir aber alles tun, dass sie sich entwickelt, wir uns einen bestimmten Charakter aneignen, es in unser Wesen einpr\u00e4gen, dann haben wir die Krankheit fr\u00fcher oder sp\u00e4ter manifestiert. H\u00e4ufig findet man dabei Anzeichen inneren Zwangs durch den die Betroffenen ihre Pers\u00f6nlichkeit massiv unter Druck setzen. Gleichzeitig besitzen sie ein lebhaftes Wesen, das sie wiederum zwanghaft niederhalten. Das ist ein Widerspruch, einerseits sind sie sehr lebhafte fr\u00f6hliche Wesen, sogar nach au\u00dfen gewandt, extravertiert, andererseits, haben sie den Zwang, es nicht zu zeigen. Das sind vitale und dennoch gehemmte Menschen, die einem Dampfkessel gleichen, dessen eingesperrte Lebendigkeit zum Kochen und zum Sieden kommt, wobei sie in Folge ihrer Erziehung auf den Ausbruch von Zorn und Wut verzichten. Das erzieherische Element ist, dass ihnen vielleicht schon als Kind nicht erlaubt wurde, Gef\u00fchle zu \u00e4u\u00dfern und sie zur\u00fcckgehalten wurden und davon ist dieses eingesperrte Energiepotential noch gr\u00f6\u00dfer geworden. Der unterdr\u00fcckte Affekt der Gef\u00fchle reagiert sich dann im Kreislaufsystem ab, wird zun\u00e4chst funktionelle Beschwerden machen, ohne dass das Organ beteiligt ist, aber sp\u00e4ter kommen die k\u00f6rperlichen Sch\u00e4den. Wer mit einem Hypertoniker lebt, wei\u00df welche angespannte Atmosph\u00e4re dieser Charakter um sich verbreitet. Hildegard bezeichnet diese Art Verhaltensmuster als wahren Greuel. Es ist unangenehm mit diesen Menschen zu leben.<\/p>\n<p>Hildegard gibt uns Anregungen, wie wir dieses vorhandene Spannungsfeld wieder l\u00f6sen k\u00f6nnen. Hochdruck ist als St\u00f6rung der Erlebnisverarbeitung zu verstehen. Eine Vermutung geht dahin, dass Fehlleistungen des Vegetativums und Dysfunktionen hormoneller Dr\u00fcsen den Kreislauf unter Druck setzen, deshalb sieht man am Hochdruckkranken h\u00e4ufig diese Zeichen: Kopfschmerz, Herzklopfen, rotes Gesicht Arterienverkalkung Herzerweiterung, Schlaflosigkeit, M\u00fcdigkeit, Nervosit\u00e4t bis hin zum Schlaganfall. Das Problem wird von vielen \u00c4rzten als reine Medikamentenfrage angesehen. Es erweist sich aber als eine zutiefst menschliche Problematik. Der behandelnde Arzt m\u00fc\u00dfte viel Zeit haben und der Sache nachgehen, denn nur eine psychotherapeutische F\u00fchrung mit einem hohes Ma\u00df an menschlicher Reife kann diesen Fall bew\u00e4ltigen. Hildegard setzt dazu die sittlichen Kr\u00e4fte, die virtutes ein, um den Menschen zu helfen ihren Lebensstil zu \u00e4ndern. Z.B. dass sie gelassen werden, sich entspannen k\u00f6nnen, dass sie nicht mehr nach dem Geld jagen, nach all den irdischen Dingen. Die Liebe zur Welt ist der Anfang zu all den vielen Stufen der 35 Belastungen bis hin zum Weltschmerz, bei dem sich der Mensch durch seine negativen Kr\u00e4fte vollkommen verausgabt hat.<\/p>\n<p>Oft hilft schon eine einfache Umstellung der Essgewohnheiten hin zum Einfacheren, eine Di\u00e4tetik einhalten, salzarm leben, fett- und fleischfrei, so kann man manchmal einen Hochdruck schon im Fr\u00fchstadium unter Kontrolle bringen. Anwendungen, die man zus\u00e4tzlich machen kann, sind die Heilsauna, Erholungspausen und Bewegungstraining. Ganz gezieltes Gehen kann helfen, Atem\u00fcbungen, Autogenes Training und Wasseranwendungen nach Kneipp. Man kann auch hom\u00f6opathisch sehr viel erreichen, z. B. mit einer Verd\u00fcnnung von Gold. Das verbessert, weil dieses Gold das Bild des hochdruckkranken Menschen darstellt. Aber auch Quecksilber oder die Mittel Barium, Arnika, Chlononium und Kaktus k\u00f6nnen helfen. Viele M\u00f6glichkeiten sind uns von der Natur gegeben, auch au\u00dferhalb der Hildegardheilkunde. Aber das Entscheidende ist die Behandlung der Seele.<\/p>\n<p>Hildegard sagt, &#171;dass sich die Zukunft der Sch\u00f6pfung und die Geschichte am Herzen des Menschen entscheidet&#187;. Es spiegelt sich alles Leben auf dieser Erde wider, das Kranke und das Gesunde. Hildegard sagt weiter: &#171;Die Erde schenkt ihr sprie\u00dfendes Gr\u00fcn je nach der Natur des Menschen, je nach den Eigenschaften und den Bestrebungen seines Seins und Handelns. Der Mensch ist das lichtgr\u00fcne Herz der ganzen lebendigen F\u00fclle der Natur. Diese Gr\u00fcnheit ist die viriditas und bedeutet das ganze Lebens, ansonsten geht auch ein Weg vom Herzen des Menschen zu allen Elementen des Weltenbaus, mit denen der Mensch das bewirkt, was er in sich selbst entscheidet.&#187; Der Weltgestank, die St\u00f6rung des \u00f6kologischen Gleichgewichts, die wir Menschen ausgel\u00f6st haben, f\u00fchrt dazu, dass viele Arten von Pflanzen sterben werden und Tiere dahinsiechen. Der ganze Lebensraum wird verpestet und liegt da in Agonie. Das ist der Todeskampf. Der Mensch verhungert aus Mangel an der viriditas des Herzens. Kreislauf, Atmung, Verdauung, Ausscheidung, Dr\u00fcsensekretion, Stoffwechsel, all das wird von den seelischen Tugendkr\u00e4ften geleitet. Wenn ich also ein seelisch gesunder Mensch bin, wird das alles in Ordnung gehalten. Wenn ich aber die Ordnung der Tugendkr\u00e4fte nicht habe, f\u00e4llt dies auf die Seele zur\u00fcck.<br \/>\nDie sieben Verhaltensfehler, die sich auf Herz und Kreislauf auswirken, sind nach Hildegard Hartherzigkeit, Engherzigkeit, Verschlossenheit, Verstocktheit, Verbitterung, Stumpfsinn und Zorn.<\/p>\n<p>Bei genauerem Hinsehen k\u00f6nnten aber noch mehr Verhaltensmuster aus dem Katalog der Tugenden und Laster mit der Ausbildung von Herz-Kreislauferkrankungen verbunden sein.<\/p>\n<p>An erster Stelle aber steht die Verschlossenheit oder Starrk\u00f6pfigkeit, die obstinatio. Sie wird an mehreren Stellen im Buch Liber vitae meritorum erw\u00e4hnt. Hildegard gebraucht das Sinnbild vom &#171;unbeweglich dastehenden Stier&#187;. Dieses Laster ist der N\u00e4hrboden f\u00fcr Herzkreislauferkrankung. Abstumpfende, verh\u00e4rtende Elemente lagern sich wie Ballast, Schmutz oder Schlacke in den menschlichen Blutgef\u00e4\u00dfen und in seinem Bindegewebe ab und belasten den Organismus. Tr\u00e4nen k\u00f6nnen dann erl\u00f6send sein und sind wie das Grundwasser der Seele, das alles hinwegschwemmt, was verh\u00e4rtet ist, sagt Hildegard. Der Gegensatz zur Starrk\u00f6pfigkeit ist die Reue. Sie kann die Natur neu beleben, sie bricht die H\u00e4rte auf, der Mensch wird durchgesch\u00fcttelt, durchbebt, so dass alles Harte von ihm genommen wird.<\/p>\n<p>Die Hartherzigkeit ist die obduratio, die schon fast zu einer Epidemie geworden ist. Die Verh\u00e4rtung des Herzens, die Verrohung der Gef\u00fchle, die Teilnahmslosigkeit am Elend der Armen, am Hunger, die Abkapselung und die Versteifung gegen\u00fcber dem Humanen und die Beziehungslosigkeit dem Leben gegen\u00fcber schl\u00e4gt sich in den vielen verh\u00e4rtenden Erkrankungen der heutigen Menschen nieder, denen mit keinem Medikament auf Dauer zu helfen ist. Hier geht es eindeutig um eine Verrohung der Gef\u00fchle, die sich auf dem Leib als Sklerose psychosomatisch auswirkt. Nicht nur das Herz und die Gef\u00e4\u00dfe, auch die Haut kann davon betroffen sein, das nennen die \u00c4rzte dann Sklerodermie.<\/p>\n<p>Die positive Eigenschaft, die der Arzt dem Kranken gegen\u00fcber erstreben soll, ist die Barmherzigkeit. Ein Mensch im Heilberuf sollte barmherzig sein und Hildegard sagt: &#171;das geht dann \u00fcber in die Tat, es muss die Mitteilung des F\u00fchlens sein, was er in seinem Herzen hat.&#187; Er muss mit dem Patienten das Leid tragen, er darf den kranken Menschen nicht alleine lassen, der Heiler ist eins in sich selber, nicht mehr gespalten. Einssein als Heilkraft und als Heilmittel personifiziert, kann diesem Anderen das Heil wirklich bringen. Ein guter Arzt hat Placebowirkung, er wirkt bereits durch seine Anwesenheit. Der Heiler leidet mit, er fastet mit, er freut sich mit, er tr\u00e4gt die Lasten mit und er betet mit seinem Patienten.<\/p>\n<p>Die Tugenden sind heilende Seelenkr\u00e4fte. Sie stellen wieder her, weil sie auf den Leib ausgerichtet sind, wenn der Mensch in sich geht und das wieder gut macht, was er bisher nicht gut gemacht hat. Tugenden sind die effektivsten und besten Abwehrkr\u00e4fte gegen Gebrechen und Schw\u00e4chen des K\u00f6rpers. Die Tugend der Reue f\u00fchrt zur Zerknirschung des Herzens. Die compunctio cordis ist das wirksamste Heilmittel das es gibt. Wenn ein Mensch standh\u00e4lt und das Negative in sich erkennen will, dann kann man sagen, beginnt die compunctio cordis. Einen Mensch, der sich dem nicht stellt, der davonl\u00e4uft, den nennt Hildegard eine fl\u00fcchtende Seele (Anima fugativa) und diese kann nicht standhalten. Die compunctio h\u00e4lt die Spannung aus. Der Mensch ist andauernd in einer Spannung zwischen Leib und Seele, zwischen Materie und Geist. Das ist unglaublich schwer auszuhalten, aber wir m\u00fcssen im Lauf des Lebens damit umgehen lernen, damit wir wieder gesund werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es f\u00e4llt auf, wie in dem Zusammenhang bei Hildegard das Seufzen und das Klagen, die Tr\u00e4nen und die Zerknirschung, das Schluchzen das Ersch\u00fcttertsein und das Betroffensein eine ganz gro\u00dfe Rolle spielen, weil das den Menschen wieder dorthin bringen kann, wo er sein soll. Er muss einmal alles hinausschreien d\u00fcrfen, was ihn qu\u00e4lt. Hildegard nennt das suspirium, hauchen, ein Herausholen von der innersten Seele her. Manchmal muss ein Mensch hinausbef\u00f6rdern, was ihn zutiefst bewegt und ihn vielleicht schon lange gekr\u00e4nkt hat. In der compunctio cordis, ger\u00e4t der Mensch als Ganzer in Bewegung. Er wird aufger\u00fcttelt, er kommt wieder in Bewegung zu seiner g\u00f6ttlichen Natur hin.<\/p>\n<p>Hildegard sagt: &#171;Das suspirium er\u00f6ffnet das Erstarrte, es wird gel\u00f6st, es kommt zur Einsicht und \u00fcber die Einkehr zur Wende der Not. Der Mensch findet zu sich, er kommt aus der Entfremdung in sein eigenes Herz, das Haus, wo die Seele wohnen kann, zur\u00fcck.&#187; Krankheit als Entfremdung ist nach Hildegard etwas ganz Wichtiges. Die Psychosomatisation stellt also die Krankheit dar.<\/p>\n<p>Als vorbeugende Ma\u00dfnahme gegen Gef\u00e4\u00dfkrankheiten empfiehlt Hildegard etwas zu tun, das die Blutgef\u00e4\u00dfe wieder geschmeidig macht. Wenn nun ein Mensch merkt, da\u00df er auf dem Wege ist, auf diese Weise krank zu werden, also verh\u00e4rtete Gef\u00e4\u00dfe bekommt, dann soll er tun, was Hildegard sagt. Daf\u00fcr hilft das Wermutelixier, das sogenannte Fr\u00fchlingselixier und die Quitte, gekocht, roh oder getrocknet. Die Quitte ist sehr wirksam bei der Arteriosklerose und kann vor allem auch die Ausscheidung von Erm\u00fcdungsstoffen bewirken, das ist der Melancholiestoff, die sogenannte Schwarzgalle. Diese Schwarzgalle schl\u00e4gt sich n\u00e4mlich auf dem Gem\u00fct nieder und wirkt somit gleichzeitig seelisch und k\u00f6rperlich, so dass sie entfernt werden muss.<\/p>\n<p>Aber noch wichtiger ist Vorbeugung und Heilung \u00fcber die Seele. W\u00fcrden wir Arteriosklerose nur medikament\u00f6s behandeln, dann w\u00fcrde uns wahrscheinlich kein Erfolg beschieden sein. Es handelt sich ja dabei um einen seelischen Vorgang, der auch \u00fcber die Seele wieder behoben werden muss. Wenn ein K\u00f6rper mit seiner Seele in Harmonie ist, wird er nicht krank.<\/p>\n<p>Musik f\u00fcr Leib und Seele ist Harmonie und die kann den Menschen wieder herstellen, indem er auf seine Gem\u00fctsverfassung achtet und so lebt, dass er richtig schwingen kann. Bei Hildegard spielt die Musik eine gro\u00dfe Rolle und der Gesang zum Lob Gottes f\u00fcllt ein ganzes Buch, das &#171;Buch der Lieder&#187;.<\/p>\n<p>Ohne Herz k\u00f6nnen wir nicht leben und Hildegard hat einen wunderbaren Begriff f\u00fcr die Lebenskraft, das ist bei ihr die viriditas, die Gr\u00fcnheit oder Gr\u00fcnkraft. Diese viriditas hat ein Mensch, der ein fr\u00f6hliches Herz hat. Alles was ein Herz froh macht, ist angesagt, wenn der Arzt sagt: &#171;Sie haben ein schwaches Herz&#187;. Oder &#171;ihr Herz muss gepflegt werden&#187;. Eine positive Lebenseinstellung sch\u00fctzt vor Herz- und Kreislauferkrankungen!<\/p>\n<p>Mit freundlicher Genehmigung f\u00fcr symptome.ch und zur allgemeinen Verwendung freigegeben!<\/p>\n<table class=\"legend-menu\" style=\"text-decoration: none;\" cellspacing=\"4\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"border: 1px solid #000; background-color: #f0ffff; padding-left: 4px; padding-right: 4px; line-height: 1.14em; border-color: #fff #444 #444 #fff;\"><a class=\"external text\" title=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/Die_Heilkunde_Hildegards_von_Bingen#Therapie_f.C3.BCr_den_Leib\" href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/Die_Heilkunde_Hildegards_von_Bingen#Therapie_f.C3.BCr_den_Leib\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">zur\u00fcck zur Hauptseite<\/a><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Autorin: Rota<\/p>\n<p>Kontakt: <a class=\"external text\" title=\"https:\/\/www.symptome.ch\/vbboard\/private.php?do=newpm&amp;u=6043\" href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/vbboard\/private.php?do=newpm&amp;u=6043\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener noreferrer\">hier Klicken<\/a><\/p>\n<p><!-- --><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Krankheiten des Herzens Hildegardheilkunde in neuer Sicht Vortrag von Dr. Berkm\u00fcller (Ulm 2002) Hildegard hat zum Herzen vieles gesagt. 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