{"id":1126,"date":"2020-03-11T07:15:58","date_gmt":"2020-03-11T07:15:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/?p=1126"},"modified":"2020-04-02T09:19:20","modified_gmt":"2020-04-02T09:19:20","slug":"acinetobacter-%28neu%29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter-%28neu%29\/","title":{"rendered":"Acinetobacter"},"content":{"rendered":"<div id=\"bodyContent\">\n<div id=\"readpost12345\">\n<table id=\"toc\" class=\"toc\" summary=\"Inhaltsverzeichnis\">\n<tbody>\n<tr>\n<td>\n<div id=\"toctitle\">\n<h2>Inhaltsverzeichnis<\/h2>\n<\/div>\n<ul>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#Einleitung\"><span class=\"tocnumber\">1<\/span> <span class=\"toctext\">Einleitung<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#der_nosokomiale.2C_antibiotika-resistente_Acinetobacter\"><span class=\"tocnumber\">2<\/span> <span class=\"toctext\">der nosokomiale, antibiotika-resistente Acinetobacter<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#H.C3.A4ufigkeit\"><span class=\"tocnumber\">3<\/span> <\/a><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#H.C3.A4ufigkeit\"><span class=\"toctext\">H\u00e4ufigkeit<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#Symptome\"><span class=\"tocnumber\">4<\/span> <span class=\"toctext\">Symptome<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#Ursachen\"><span class=\"tocnumber\">5<\/span> <span class=\"toctext\">Ursachen<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#Diagnostik\"><span class=\"tocnumber\">6<\/span> <span class=\"toctext\">Diagnostik<\/span><\/a><\/li>\n<li class=\"toclevel-1\"><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#Therapie\"><span class=\"tocnumber\">7<\/span> <span class=\"toctext\">Therapie<\/span><\/a><a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/acinetobacter\/#Quellen\">\u00a0<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><a id=\"Einleitung\" name=\"Einleitung\"><\/a><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Einleitung<\/span><\/h2>\n<p>Die Bakterienspezies der Gattung Acinetobacter sind h\u00e4ufig anzutreffende Boden- und Wasserbewohner, die zur Gruppe der Gamma-Proteobakterien geh\u00f6ren. Sie sind gramnegativ, reagieren oxidasenegativ, ern\u00e4hren sich chemoorganotroph und geh\u00f6ren zu den aeroben (ohne Sauerstoff lebenden) Bakterien. Viele der Arten k\u00f6nnen Alkane abbauen. Ein Teil der Acinetobacter-Arten geh\u00f6rt zu normalen Haut- und Schleimhautflora des Menschen und ist dort in der Regel nicht pathogen (krank machend). Ihr Aussehen ist kokkoid, meist in kurzen, plumpen und unbeweglichen Ketten. Weitere Krankehauskeime finden Sie\u00a0<a title=\"Krankenhauskeime\" href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/Krankenhauskeime\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>Acinetobacter-Infektionen traten vermehrt nach Naturkatastrophen und in Kriegen auf. Auch heute sind A. Infektionen bei schwer verwundeten Soldaten h\u00e4ufig. Der Erreger bevorzugte hei\u00dfes und feuchtes Klima der Tropen und ist deshalb auch \u00f6fters bei Patienten mit Migrationshintergrund oder Reisende nachweisbar Seit zwei Jahrzehnten jedoch besiedelt er auch k\u00e4ltere Regionen der gem\u00e4\u00dfigten Breiten besonders als nosokomialer (im Krankenhaus vorkommender) Keim. Dabei l\u00f6st er meist Infektionen aus, die mit Gesundheitspflege assoziiert sind. Acinetobacter ist sehr widerstandsf\u00e4hig, \u00fcberlebt wochenlange Trockenzeiten und verf\u00fcgt \u00fcber eine Reihe von Resistenzmechanismen, wie etwa Efflux-Pumpen (Proteine, welche Molek\u00fcle aus den Zellen heraus dr\u00e4ngen), die zugef\u00fchrte Antibiotika sehr rasch wieder aus der Zelle entfernen k\u00f6nnen. Zudem ist der Erreger resistent gegen fast alle Antibiotika, meist einzig wirksam ist Colistin und Carbapeneme.<\/p>\n<p><a id=\"der_nosokomiale.2C_antibiotika-resistente_Acinetobacter\" name=\"der_nosokomiale.2C_antibiotika-resistente_Acinetobacter\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">der nosokomiale, antibiotika-resistente Acinetobacter<\/span><\/h2>\n<p>Als besonders widerstandsf\u00e4hig und mit einer Sterblichkeitsrate von ca. 30 Prozent auch besonders gef\u00e4hrlich gilt der Krankenhauskeim Acinetobacter. Gef\u00e4hrlich ist Acinetobacter vor allem f\u00fcr schwer kranke Patienten, die beatmet und katheterisiert im Krankenhaus auf Intensivpflege sind. Die haupts\u00e4chlich verursachten schweren nosokomialen Infektionen sind Atemwegsinfekte, Bakteri\u00e4mien sowie sekund\u00e4re Meningitiden. Um die Etablierung von Acetinobacter als \u201eStationskeim\u201c zu verhindern, ist ein fr\u00fchzeitiges Erkennen der Infektionsquelle erforderlich. Eine Isolierung der betroffenen Station hat sich dagegen als wenig wirksam erwiesen. So zeigten sich in Studien bei isolierten Patienten mehr vermeidbare Komplikationen. Die Eliminierung von Acinetobacter bedarf einer aktiven \u00dcberwachung und Kontaktisolierung und vor allem wie bei anderen Krankenhauskeimen auch einer guten H\u00e4ndedesinfektion. Obwohl es sich meist um einen\u00a0<a title=\"Medizinische Behandlungsfehler\" href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/wiki\/Medizinische_Behandlungsfehler\">Hygienefehler<\/a>\u00a0in der Einrichtung handelt, ist die Durchsetzung von Anspr\u00fcchen f\u00fcr betroffene Patienten schwierig.<\/p>\n<p><a id=\"H.C3.A4ufigkeit\" name=\"H.C3.A4ufigkeit\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">H\u00e4ufigkeit<\/span><\/h2>\n<p>Insgesamt gibt es etwa 20 Acinetobacter-Arten. Die h\u00e4ufigsten sind<\/p>\n<ul>\n<li>A. baumannii<\/li>\n<li>A. calcoaceticus<\/li>\n<li>A. haemolyticus<\/li>\n<li>A. johnsonii<\/li>\n<li>A. junii<\/li>\n<li>A. lwoffi<\/li>\n<\/ul>\n<p><a id=\"Symptome\" name=\"Symptome\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Symptome<\/span><\/h2>\n<p>Am h\u00e4ufigsten wird A. baumanii im klinischen Alltag beobachtet, der oftmals Wundinfektionen, Lungenentz\u00fcndungen und Meningitis verursachen kann. Bei A. baumannii ist mit Mehrfachresistenzen zu rechnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Meningitis ist aber meistens A. lwoffi urs\u00e4chlich.<\/p>\n<p>Es sind in Kliniken auch Infektionen mit A. junii, A. haemolyticus und A. johnsnii m\u00f6glich.<\/p>\n<p>A. calcoaceticus l\u00f6st als nosokomialer Keim Bronchitis\/Pneumonien, Urethritis, Cystitis, Wundinfekte und auch Meningitis aus.<\/p>\n<p>Meist handelt es sich um eine endogene Infektion, also eine Erreger\u00fcbertragung bei geschw\u00e4chtem Immunsystem durch die k\u00f6rpereigene, normalerweise v\u00f6llig harmlose Flora in Form eines Erregereinbruchs z.B. auf der Haut oder aus Magen, Darm und Lunge in den eigenen K\u00f6rper. Betroffen sind demnach besonders abwehrgeschw\u00e4chte Patienten (z.B. Fr\u00fchgeborene, immunsuppressiv und intensiv-Behandelte). H\u00e4ufig sind folgende Infektionen:<\/p>\n<ul>\n<li>Pneumonie (sehr h\u00e4ufig bei Alkoholiker)<\/li>\n<li>Harnwegsinfektionen (nach Katheterisierung oder anderen Ursachen f\u00fcr Komplikationen von HWI)<\/li>\n<li>Tracheobronchitis (Kinder; tracheale Intubation)<\/li>\n<li>Weichteilinfektionen<\/li>\n<li>Wundinfektionen (auch Verbrennungen)<\/li>\n<li>Meningitis (speziell nach neurochirurgischen Operationen)<\/li>\n<li>Bakteri\u00e4mie<\/li>\n<\/ul>\n<p><a id=\"Ursachen\" name=\"Ursachen\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Ursachen<\/span><\/h2>\n<p>Die Keime werden besonders \u00fcber den Hautkontakt von Mensch zu Mensch (auch durch den Patienten auf sich selbst) \u00fcbertragen. Aus diesem Grunde ist besonders auf die Desinfektion der H\u00e4nde zu achten. Auch \u00fcber h\u00e4ufig ber\u00fchrte Fl\u00e4chen wie T\u00fcrklinken, Schalter Armaturen k\u00f6nnen die Keime \u00fcbertragen werden. Eine Meldepflicht besteht nicht, au\u00dfer wenn der Keim geh\u00e4uft in einer Einrichtung auftritt.<\/p>\n<p><a id=\"Diagnostik\" name=\"Diagnostik\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Diagnostik<\/span><\/h2>\n<p>Wie bei anderen bakteriellen Infektionen auch wird per Abstrich eine Kultur angelegt, die dann ausgewertet werden kann. Ein Antibiogramm zeigt Empfindlichkeiten und Resistenzen des Erregers.<\/p>\n<p><a id=\"Therapie\" name=\"Therapie\"><\/a><\/p>\n<h2><span class=\"mw-headline\">Therapie<\/span><\/h2>\n<p>A. baumannii ist resistenter auf Antibiotika als die anderen A. Spezies. Carbapeneme \u2013 also Imipenem oder Meropenem sind jedoch noch fast immer wirksam. H\u00e4ufig k\u00f6nnen auch Ampicillin, Piperacillin, Ceftazidim, Aminoglykoside, Doxycyclin und Fluorchinolone eingesetzt werden. Vaskul\u00e4re oder urethale Infektionen, die katheter-bedingt sind, erfordern eine Entfernung des Katheters verbunden mit antibiotischer Behandlung.<\/p>\n<p><a id=\"Quellen\" name=\"Quellen\"><\/a><\/p>\n<hr \/>\n<p><b>Falls tote Links entdeckt werden bitte Mitteilung an\u00a0<a href=\"https:\/\/www.symptome.ch\/members\/james.5353\/\">James<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung 2 der nosokomiale, antibiotika-resistente Acinetobacter 3 H\u00e4ufigkeit 4 Symptome 5 Ursachen 6 Diagnostik 7 Therapie\u00a0 Einleitung Die Bakterienspezies der Gattung Acinetobacter sind h\u00e4ufig anzutreffende Boden- und Wasserbewohner, die zur Gruppe der Gamma-Proteobakterien geh\u00f6ren. Sie sind gramnegativ, reagieren oxidasenegativ, ern\u00e4hren sich chemoorganotroph und geh\u00f6ren zu den aeroben (ohne Sauerstoff lebenden) Bakterien. 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