Zyste entfernt, Zahn tot

Themenstarter
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15.10.06
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Hallo miteinander!
Das hat jetzt zwar nix mit Amalgam zu tun, trotzdem hoffe ich auf einen Rat von euch.
Meine Tochter (14) hat kürzlich über Zahnschmerzen geklagt und dass der betreffende Zahn wackelt.
Ich habe sie zum Zahnarzt geschickt, der hat beim Röntgen dann eine Zyste entdeckt und meine Tochter gleich beim Zahnchirurgen angemeldet.
Eine knappe Woche nach Auftreten der Schmerzen wurde die Zyste operiert.
Vor der OP hat der Zahnarzt festgestellt, dass der Zahn selber nur noch schwach auf Kälte reagiert.
Gestern nun, eine Woche nach der OP, hat man die Fäden gezogen.
Das Zahnfleisch ist dort taub, wahrscheinlich hat man ja Nerven verletzt beim Schneiden.
Der Zahn hat gar nicht auf Kälte reagiert.
Der Zahnarzt will sich bei mir melden, er hat meiner Tochter gegenüber eine Wurzelbehandlung erwähnt.
Nun meine Frage: Was ist in so einem Fall sinnvoll?
Und kann man evtl. den Zahn "wiederbeleben" zum Beispiel mit homöopathischem Hypericum zum Anregen der Nerven oder ist der Zahn jetzt einfach "futsch"?
Ich freue mich auf Beiträge, damit ich beim Gespräch mit dem Zahnarzt vorbereitet bin.
Vielen Dank, Sine
 

oli

Wenn ein Zahn tot ist, kann man ihn meines Wissens nicht mehr retten.

Wurzelbehandlungen sind stark umstritten, weil

1. eigentlich nie alle Gewebsreste im Wurzelkanal so entfernt werden können, dass es später dann nicht doch fault

2. in den Wurzelkanal keimtötende, also giftige Substanzen eingebracht werden.

Es gibt viele Leute, die das alles anscheinend gut "wegstecken". Oft ist es aber auch so, dass sich die wurzelbehandelten Zähne wieder entzünden und letztendlich doch gezogen werden müssen.

Ein Freund von mir bekam letztens nach einer Wurzelbehandlung - noch im Zahnarztstuhl - einen epileptischen Anfall und konnte etwa 15 Minuten nicht aufstehen, sondern nur rumzappeln....
 

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u.s.

Wenn er tot ist, den Zahn ziehen, sonst bleibt ein toter Knochen im Mund (Folge: Leichengift - Cadaverin und langfristig Zahnherd).

Wenn das der Zahnarzt nicht machen will, einen anderen suchen.

ciao
 
Themenstarter
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15.10.06
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Hallo oli und u.s.
Ich hab mir schon gedacht, dass mir niemand zu einer Wurzelbehandlung raten wird;)
Leider ist es der zweite Schneidezahn oben, das ist natürlich ein kosmetisches Problem.
Also sollte dann ja ein Zahnersatz her.
Aber auch dazu habe ich schon verschiedene Meinungen gehört.
Was ist denn bei einem jungen Menschen zu empfehlen?
Und nochmals die Frage - tot ist tot?
(Es scheint, dass ich mich schlecht mit dem Hinschied des Zahnes meiner Tochter abfinden kann :eek:) )
Grüsse, Sine
 
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Es ist ja auch in dem Alter Deiner Tochter nicht unbedingt "normal", daß sich ein Zahn schon verabschiedet. Oder ist sie vielleicht mal auf diesen Zahn gefallen? -Es wäre gut, sich über die Ursache, warum der Zahn sich verabschiedet, Gedanken zu machen, damit das möglichst nicht so weiter geht.

Da es sich um einen Schneidezahn handelt, wäre wahrscheinlich ein Implantat die optisch beste Lösung. Auch, weil es dann nicht nötig ist, die Nachbarzähne für eine Brücke abzuschleifen.

Die Zyste zeigt ja, daß da schon vorher eine Entzündung an dem Zahn war. Insofern hat der sich sicher schon länger verabschiedet, nur hat man das nicht gleich gemerkt.

Ich würde ihn auch ziehen lassen; vor allem, wenn er Beschwerden macht. Wenn er sich ruhig verhält, könnte man ja auch versuchen, ihn noch eine Weile drin zu lassen. Aber auf Dauer ist das sicher keine gute Lösung.

Alles Gute,
Uta
 

oli

Da es sich um einen Schneidezahn handelt, wäre wahrscheinlich ein Implantat die optisch beste Lösung. Auch, weil es dann nicht nötig ist, die Nachbarzähne für eine Brücke abzuschleifen.
Optisch vll schon, aber medizinisch ?

Es besteht die Gefahr einer Metallallergie (entweder schon vorhanden oder nach ein paar Jahren mit dem Implantat).

Außerdem darf keine Störung im Kieferknochen vorliegen (Zahnherde, Eiter usw), sonst wird alles nur noch schlimmer.

Man könnte doch den Zahn ziehen und erstmal alles verheilen lassen, entscheiden kann man später, nachdem man sich umfassend schlau gemacht hat.

Ich las mal, dass sich jemand eine Brücke zwischen zwei gesunde Zähne kleben ließ, ohne dass was beschliffen werden musste. Das war auch im Frontzahnbereich.
 
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10.01.04
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Stimmt, die Möglichkeit, die Brücke zu kleben, besteht auch.
Wichtig ist bei allen Maßnahmen, daß man die verwendeten Materialien vorher testen läßt. Denn auch Kleber haben ein hohes Allergie-Potential.

Die Frage, ob bzw. wann man die Lücke schließt, müßte ein guter Zahnarzt beantworten können. Es wird als Argument für das Schließen von Lücken immer gesagt, daß die Zähne neben -und untendran sich sonst in der Lage verändern.

Gruss,
Uta
 

oli

Was heisst denn eigentlich immer "testen" ?

Da gibt es ja sehr viele verschiedene Möglichkeiten für...

Ein "guter Zahnarzt" hmmm....

Man sollte sich lieber selber schlau machen, sonst findet der "gute" Zahnarzt das Wurzelgranulom nicht, vergisst Kochensplitter in der Extraktionswunde, bohrt an Goldfüllungen herum ohne Schutz (bei vorhandener Goldallergie, wie sich später herausstellte) usw usw.

Das waren meine persönlichen Erlebnisse, aber interessante Beispiele, weil alle genannten als gute Zahnärzte gelten.
 
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Im Prinzip hast Du natürlich Recht, Oli. Ich merke nur immer wieder, daß ich ein Riesenglück mit Kieferchirurg und Zahnarzt gehabt habe: die waren wirklich sehr effektiv - beide.

Testen heißt für mich: Epikutantest, zunächst einmal bei einem Allergologen. Wenn dabei schon etwas herauskommt, ist eh alles klar. Wenn die Sache unbefriedigend bleibt oder ich nicht überzeugt von dem 2-tägigen Test auf der Haut bin, dann kann ich mir ja beim ToxCenter die Testsets bestellen und mir die Pflaster aufkleben. Dann weiß ich noch mehr.
Und im Zweifelsfall würde ich den LTT-Test machen lassen.

Gruss,
Uta
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Hallo Sine,

ich will Dir nichts empfehlen, sondern nur etwas schildern.
In dem Alter Deiner Tochter war ich als Kind Stammgast beim Zahnarzt. Er wurzelbehandelte, amalgamte und zog (damals ohne jede Betäubung), dass es eine reine Freude war - für ihn, aber nicht für mich. Dass Ernährung einen wesentlichen Anteil an diesen Problemen hatte, war weder beim Zahnarzt ein Thema noch hatten meine Eltern eine Ahnung davon. Brav Zähneputzen war der Gipfel der zahngesundheitlichen Aufklärung.

Nur die Oma (die um Ärzte einen ähnlichen Bogen schlug wie um Teufel) hatte einen speziellen Rat parat: "Du musst nicht gleich bei Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen; spüle und gurgle nach dem Zähneputzen mit Salzwasser und die Schmerzen werden verschwinden". In sehr vielen Fällen hatte sie recht.

Als ich mich dann später mit Ernährungsfragen beschäftigte und begriff wie wichtig diese auch für die Zähne sind, und mich gesund ernährte, hörten Zahnprobleme weitestgehend auf.

Heute fehlen mir die 4 Zähne, die mir mein Zahnarzt in der Jugend zog, 6 sind wurzelbehandelt (von dem gleichen Herrn); ich habe keine Kronen, Brücken oder Prothesen als Fremdkörper im Mund, kann auch heute noch "kraftvoll zubeißen" und mein letzter Zahnarztbesuch liegt mehr als 10 Jahre zurück. Omas Salzwassermundspülungen führe ich, seit dem das möglich ist, mit unbehandeltem Meersalz durch (es gibt heutzutage auch wissenschaftliche Erklärungen für die Wirksamkeit dieser Methode, aber da daran keiner verdienen kann, blüht sie nur im Verborgenen).

Nach meinen Erfahrungen sage ich also, wenn kein Zahn mehr nachwächst, sollte man sich das Ziehen schon sehr genau überlegen und wurzelbehandelte Zähne können auch noch Jahrzehnte bei der Zahngemeinschaft verbleiben.
Wenn man Probleme damit hat, wenn körperliche Beschwerden kommen, die mit den Zähnen zusammenhängen könnten, muss man handeln, aber vorauseilend würde ich nichts unternehmen und schon gar nicht bei einem 14-jährigen Mädchen.

Herzliche Grüsse, Horaz
 

Horaz

in memoriam
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Das habe ich vorher nicht präzise genug geschrieben:

zuerst wäre eine "normale" Behandlung des Zahnes anzustreben (normal ist alles, was kein schwerwiegender Eingriff ist (von Homöopathie über Meersalzwasser bis Behandlung, die nicht bis in die Wurzel geht).
Wenn das nicht ausreichen sollte, dann Wurzelbehanlung.
Herausreißen kann bei einem 14-jährigen Mädchen wirklich nur die ultima ratio (oder auch das Allerletzte) sein.
 

experte

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06.12.06
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Hallo,
geht zu einen Experten für Wurzelfüllungen. Ich hab mich in Baden-Baden behandeln lassen schau mal unter xxxxxxxxxxxx
Keine Schmerzen alles Problemlos hab den Zahn von meinem Heilpraktiker testen lassen auch er war erstaunt und konnte nichts finden. Also man kann mit den neuen Methoden viele ZÄhen retten ohne Nebenwirkungen
Gruß tobias
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:

oli

Was heisst, der HP hat den Zahn getestet ?

Wie wurde denn der Zahn so sauber gemacht,dass man ausschließen kann, dass er sich wieder entzündet ?

Was wurde als Wurzelfüllpaste verwendet ?
 
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Meine letzte Wurzelbehandlung war auch bei einer Spezialistin: Privatpraxis, richtig gute Lage. Ergebnis: nach 6 Monaten Schmerzen mußte der Zahn gezogen werden, weil er einfach trotz Expertin keine Ruhe gab.
Ich denke, es ist einfach Glück,wenn es klappt und Pech, wenn nicht.

Uta
 
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Hallo nochmal.

@ Uta: Eigentlich setzt man bei einer Zyste eine Entzündung des Zahnes oder einen Unfall voraus.
An einen Unfall können wir uns nicht erinnern, der Zahn ist absolut frei von Karies. Der Grund ist also unbekannt.
Die Zyste war übrigens zwischen den Wurzeln des 2. und des 3. Zahnes.
Immerhin kann man von Glück sprechen, dass nur einer der beiden Zähne betroffen ist.

@ Horaz: Den Zahn zu ziehen ist wohl die saubere Lösung, aber wie du sagst, spricht vielleicht das Alter meiner Tochter gegen eine voreilige Entscheidung diesbezüglich.
Salzwasserspülungen werde ich gleich ins abendliche Programm aufnehmen;)

Ach, und dass man bei allfälligem Zahnersatz das Material vorher austesten sollte, ist mir auch erst hier im Forum richtig bewusst geworden.
Ich habe immer mit der Illusion gelebt, dass da einfach allergiefreie Materialien verwendet werden. Punkt.
( Seelig sind die geistig armen ):schlag:
Sine
 
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07.12.06
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"Du musst nicht gleich bei Zahnschmerzen zum Zahnarzt gehen; spüle und gurgle nach dem Zähneputzen mit Salzwasser und die Schmerzen werden verschwinden"

Omas Salzwassermundspülungen führe ich, seit dem das möglich ist, mit unbehandeltem Meersalz durch (es gibt heutzutage auch wissenschaftliche Erklärungen für die Wirksamkeit dieser Methode, aber da daran keiner verdienen kann, blüht sie nur im Verborgenen).
@Horaz schlaue Oma! Ich nehme an, daß durch Salz ein basisches Milieu geschaffen wird, das Gärung unterdrückt, und somit Karies nicht überlebensfähig macht, solange das Milieu nicht wieder zurückfällt (regelmäßige Anwendung).

Zur Zeit sind bei mir Unterkiefer-Lymphknoten u. Nasennebenhöhlen geschwollen, bin blass, habe ziemliche Kreislaufbeschwerden, schwankenden Blutdruck, etc. Da das bei mir alles fluktuiert (Lymphknoten und Nasennebenhöhlen waren mir eines Tages mal kurz völlig abgeklungen! (nach Zinkeinnahme!?) habe ich u.a. auch Zahnherde im Verdacht. Mein großes Problem: Zahnschmerzen kenne ich nicht, mir sind schon ganze Zähne schmerzfrei abgefault!
 
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10.01.04
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Kennst Du auch keine Zahnschmerzen, wenn der ZA mit Trockeneis prüft? - Im allgemeinen spürt das jeder, sofern noch Nerven am Leben sind. Insofern müßtest Du eben vom ZA die Zähne mit Eis prüfen lassen.

Gruss,
Uta
 
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07.12.06
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@Uta Ich warte erstmal auf mein Kieferpanorama, ich denke das klärt ganz gut ab, ob Herde da sind oder nicht.
 

Horaz

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05.10.06
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Hallo DarkSavant,

natürlich habe ich später überprüft, warum der Oma-Tipp meistens funktionierte:

In - durch schlechte Ernährung - geschwächte Zähne dringen Bakterien ein und lösen dort einen bakteriellen Infekt aus. Durch die Entzündung schwellen diese Zähne an. Die Pulpa hat keinen Platz zum Ausdehnen, da sie von starren Dentinwänden eingeschlossen ist. So baut sich Innendruck auf (Schmerzen). Die osmotische Wirkung des Salzwassers entwässert den betroffenen Bereich und verringert den Innendruck. Außerdem tötet das basische Milieu einer Salzlösung die Bakterien ab, die beim Spülen herausbefördert werden.

Herzliche Grüsse, Horaz
 
Beitritt
09.11.06
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Leute, ich muß schon sagen: Ich bin froh, dass ich hier gelandet bin. Das mit dem Salzspülen, das werd ich machen. Danke sehr für den Tip.
Da ich Heuschnupfen hab und dieses Jahr das erste Mal mit Nasenspülung erfolgreich meine Nase sauberhalten konnte von Pollen, hab ich gutes sauberes Meersalz zu Hause.

@Horaz: Wieviel nimmst Du denn Salz auf Wasser? 2 g für 250 ml?

Liebe Grüße Michi
 
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