Zeitgefühl

Themenstarter
Beitritt
28.10.05
Beiträge
1.306
Hallo Forumsmitglieder,

kennt Ihr das auch:
der Tag will und will nicht vorüber gehen, die Stunden ziehen sich scheinbar unendlich in die Länge, aber plötzlich ist eine ganze Woche um; und ehe man sich versieht sogar schon wieder ein ganzes Jahr. Dann frage ich mich immer: "Wo ist die Zeit geblieben?" Ganz schlimm ist es, wenn ich hier am Rechner sitze! "Nur mal kurz schauen...", sage ich zu meinem Mann. Und? Ich sitze 2-3 Stunden dran. Ich merke das gar nicht. Manchmal geht mir alles viel zu schnell.

Als ich schwanger war, dachte ich die neun Monate vergehen nie. Und es kommt mir vor wie gestern, jedoch ist meine Tochter mittlerweile 12 Jahre alt!

Es ist dieses paradoxe Zeitgefühl, welches mir manchmal Angst macht.

Beispiele: die Steuererklärung abgeben. Obwohl ich ca. 3-4 Monate Zeit habe, schaffe ich es nie alle Belege pünktlich beisammen zu haben. Das verursacht richtig Stress bei mir. (wobei ich auch zugeben muss, dass ich im Bezug Ordnung sehr schlampig bin:eek:) )
Gestern habe ich endlich meinen Kleiderschrank aufgeräumt, und Wäsche gemacht (grrr, schon wieder Wäsche, wie die Zeit vergeht, ich habe doch erst letztens gewaschen, gebügelt, usw.....? :eek: )

Versteht Ihr, was ich meine?

Ist es die ständige Reizüberflutung oder eventuell das nicht bewusste (er)Leben?

Ich habe mir diesbezüglich ein Buch gekauft. (werde ich noch heute, wenn ich Zeit habe:D , in der Bücherecke erwähnen) Ich hatte wirklich ein Problem damit!

Ich habe versucht rauszufinden, wann die Zeit für mich stehen bleibt, dies kam dabei raus:
- beim Spielen, Basteln oder Rumalbern (besonders mit meiner Tochter)
- Spazieren gehen (wo keine oder sehr wenig Menschen sind)
- auf einer Wiese sitzen
- einfach die Natur beobachten

Da habe ich das (für mich) angemessene Zeitgefühl. Und ich habe das Gefühl nichts aber auch gar nichts verpasst zu haben.

Auf Termine, egal welcher Art, reagiere ich auch sehr unterschiedlich. Manchmal habe ich die Ruhe weg, z.B. wird das Kofferpacken 1 Stunden vor Abfahrt in ca. 30 Minuten erledigt (ist ja genug Zeit), jedoch einen Zettel ausfüllen und meiner Tochter pünktlich wiedergeben für die Schule, schaffe ich einfach nicht. Den Termin verpasse ich meistens. Sind es die Prioritäten im Leben, die das Zeitgefühl bestimmen, oder spielen da noch andere Faktoren eine Rolle?

Was übersehe ich??? Könnt Ihr mir helfen? Was für ein Zeitempfinden habt Ihr?

Bitte schreibt zu diesem Thema, es interessiert mich sehr.

Lieben Gruß und Danke im voraus
Sema

PS: Ich habe schon in „Beendete Wochenthemen“ geschaut. Es gibt drei ähnliche Themen:
„Das müsste ich längst erledigen“
„Bewusst im Hier und Jetzt leben“
„Umgang mit Stress“
Aber was ich meine ist das Zeitempfinden.

Link zum Buch: http://www.symptome.ch/vbboard/showthread.php?t=4206&referrerid=1071
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
05.10.05
Beiträge
2.756
Hallo Sema,

wie man das in Griff bekommt weiß ich auch nicht. Ich wollte nur bestätigen, dass meine Wahrnehmung natürlich ebenso verschieden ist.

Gestern habe ich 6 Stunden mit meinem Sohn ein kompliziertes Puzzle gebaut und alles um uns rum vergessen.

Heute soll ich 6 Stunden arbeiten und schaffe es mal wieder nicht so richtig dran zu bleiben. Mal brauche ich was zu essen, mal einen kleinen Blick in die Ferne, mal was zu trinken. Die Ablenkungsbereitschft ist gewaltig und die Zeit ist wie angestemmt. Gestern braucht ich das alles nicht:)

Ähnlich verschieden empfinde ich Urlaube. An der See im Strandkorb schaue ich aller halben Stunde auf die Uhr. Mir geht es zwar gut, aber die Zeit vergeht nicht. Im Gebirge ist der Tag rum wie nichts. Man hat damit zu tun, das Wetter zu bewältigen, hat ständig neue Ausblicke usw. (Deshalb bin ich froh, dass mein Kind jetzt schon kange groß genug ist für solche Urlaube)

Was soll man da machen? Ich glaube, man kann da nichts machen. Das ist einfach das Leben.:)

Für unliebsame Dinge gibts bei mir ToDo-Listen. Das hilft ein wenig, wenn ich weiß, dass ich was abhaken kann, wenn ich was Unschönes getan habe.

Anne
 

mehr

mehr

mehr

mehr

Beitritt
23.07.06
Beiträge
333
Zeit und Ewigkeit

Wer zwingen will die Zeit,
den wird sie selber zwingen;
wer sie gewähren läßt,
dem wird sie Rosen bringen. (F. Rückert)

Die Zeit läßt sich nicht zwingen, nicht "in den Griff kriegen". Vieles rauscht einfach so an einem vorbei. Man meint, es bleibt keine Zeit zum Atmen, zum Denken und Fühlen. Man funktioniert.

Ich habe mir aber angewöhnt schöne Momente und Stunden in meine Ewigkeit zu schicken. Das mache ich dann ganz bewußt, z. B. neulich am Wochenende, da hatte ich das Gefühl: Dies will ich mitnehmen in meine Ewigkeit. Dann stell ich mir vor, wie ich diesen Augenblick, die Gedanken und Gefühle, Worte und Blicke, Bilder, Geräusche, das Prasseln des Regens, das sanfte Schaukeln auf den Wellen in so einen winzig kleinen Umschlag stecke, wie auf dem PC-Bildschirm. Und dann schick ich diesen Moment ab in meine Ewigkeit, der Umschlag flattert davon - und ich weiß, ich hab diesen Moment, diese Stunden FÜR IMMER. Ich kann den Umschlag öffnen, wann immer ich will.
Und wenn ich diesen Ort hier eines Tages verlasse, werde ich da, wo ich hingehe einen vollen Briefkasten finden, voll mit Kostbarkeiten.

Licht und Liebe und rosige Zeiten,

Sanne
 
Beitritt
17.01.06
Beiträge
548
Ich denke auch dass jeder Mensch das mit dem Zeitgefühl schon mal erlebt hat. Wenn man eine Lehre macht und denkt drei Jahre na ob man das durch hält, da sind die Prüfungen vorüber und man hat die Lehre abgeschlossen, die noch vorher so lange drei Jahre dauern sollte? Es ist doch eigentlich immer so, das wenn man in die Zukunft blickt denkt man meist, so lange wird das dauern, rückblickend ist die Zeit meist viel zu schnell vergangen.
Aber auch das wenn man etwas gerne tut, vergeht die Zeit wie im Flug, dagegen wenn man etwas machen soll, das einem nicht so gefällt, können sich die Stunden manchmal wie Gummi ziehen. :eek:

@ Sanne das hast du schön geschrieben :wave:
 
Beitritt
24.09.04
Beiträge
999
Hermann Hesse sagte einmal:

"Von allem was wir begehren, sind wir immer nur durch Zeit getrennt."
 
Beitritt
23.07.06
Beiträge
333
Wer weiß,

dass er ewiges Leben hat, muss ich von nichts mehr getrennt fühlen. Es ist alles immer da.

Licht und Liebe,

Sanne
 

Wolfgang Jensen

Gesperrt
Beitritt
16.03.06
Beiträge
822
Zeit mit Gefühl

Ja, Sannes Geschichte berührte mich auch - und ich dachte so: na, vielleicht gibt es vor dem Tor zur Ewigkeit auch eine Zensur, und so Sachen, wo´s bei schaukelt, dürfen da nicht mit rein. Okay, ich finde jedenfalls die anderen Beiträge ebenso so wichtig und gut - und besonders freute sich mein Herzchen über Carlina.

Weil ich so Sannefeines nicht schreiben kann, erzähl ich hier die
Geschichte von den beiden Rentnern auf der Parkbank -
kommt ne tolle vollbusige Blondine vorbeigewackelt,
sacht der eine, jetzt wollte er noch mal 20 sein,
sacht der andere, bisse wahnsinnig wegen der paar Minuten noch mal 45 Jahre arbeiten.

Zeit hat aber nicht nur eine physikalische Dimension.

Wolfgang
 
Beitritt
23.07.06
Beiträge
333
Am Tor zur Ewigkeit

gibt's keine Zensur, lieber Wolfgang. Bin mir sicher. Und überhaupt: Woran Du wohl denkst?

Für alle:

Eine halbe Stunde Meditation ist absolut notwendig -
außer, wenn man sehr beschäftigt ist.
Dann braucht man eine Stunde. (F. v. Sales),

Zeit für EUCH,

Sanne
 
Beitritt
25.01.05
Beiträge
1.656
In meiner Auszeit habe ich vom Takt zum Rhythmus gefunden. Ich beobachte Zeit. Sie ist tatsächlich unterschiedlich schnell, und zwar nicht nur für einzelne, auch für ganze Gruppen, kollektiv wahrgenommen.

Durch unsere Vorstellung Zeit messen zu können, sie in genau definierte und ablesbare Teile zu zerstückeln :holzhack: , glauben wir, Zeit sei etwas was regelmässig vor sich her plätschert. Und wenn nun Zeit etwas dynamisches wäre, mal schnell mal langsam, und was, wenn unsere Wahrnehmung der Zeit die stimmige wäre und die Vorstellung einer getakteten Zeit die lätze?

Ist es vorstellbar, dass das Empfinden der Zeit davon abhängt, in welcher Dimension wir gerade mal so rumhängen? Wenn wir träumen oder musizieren sind wir bestimmt nicht auf derselben Ebene wie wenn wir hinter der Maschine stehen und arbeiten.

Wie schnell verrinnt doch die Zeit an dieser Kiste!!!

herzlichst - Phil - obat
 
Beitritt
23.07.06
Beiträge
333
Weil Du von

Zeit und Musizieren schreibst und weil ich selber Flöte spiel, ganz leicht abgewandelt von meinem "Freund" Hermann:


Flötenspiel

Ein Haus bei Nacht durch Strauch und Baum
Ein Fenster leise schimmern ließ,
Und dort im unsichtbaren Raum
Eine Flötenspielerin stand und blies.

Es war ein Lied so altbekannt,
Es floß so gütig in die Nacht,
Als wäre Heimat jedes Land,
Als wäre jeder Weg vollbracht.

Es war der Welt geheimer Sinn
In ihrem Atem offenbart,
UND WILLIG GAB DAS HERZ SICH HIN
UND ALLE ZEIT WARD GEGENWART.

Mit Gänsehaut,

Sanne
 

Wolfgang Jensen

Gesperrt
Beitritt
16.03.06
Beiträge
822
Stufenlos

Phil, Du kannst das immer viel schöner beschreiben, als ich.
Du weißt zum Beispiel Sachen, an die ich nur glauben kann.
Das mit den Dimensionen, wow (extra in englischer Version).
Is das wie im Mehrfamilienhaus, unten wohnt die Omma,
eins höher die Mutter und oben die Tochter?
Bei der Oma denkt man nach 5 Minuten: die Stunde hättste
auch was anderes machen können - bei der Mutter denkste
nach ner Stunde, ich hätte mal vor ner Stunde nach
der Tochter gucken sollen. So in etwa?
Na ja, ich kann mir vorstellen, daß das Flötenspielen für die
Flötenspielerin in einer anderen Dimension verläuft als für die, die zuhören müssen.

Noch zeitlos glücklich
Wolfgang
 
Beitritt
23.07.06
Beiträge
333
Wolfgang,

Du bist UNMÖGLICH !


Schöne Zeit mit Omma noch (weil ohne Stufen mußte ja wohl da bleiben),

Sanne
 
Themenstarter
Beitritt
28.10.05
Beiträge
1.306
Hallo Phil,

Deine Antwort hat mich veranlasst im Web nach "Zeitgefühl" zu suchen. Das habe ich gefunden:
....Auch westliche Sportler kennen diese Erfahrung. Jimmy Connors, der amerikanische Tennisveteran, berichtet von einer "transzendenten Zone", in der er alles auf das Äußerste verlangsamt erlebte. Der Ball erschien ihm riesengroß und in aller Gemächlichkeit über das Netz zu schweben. Connors kam es so vor, als ob er fast beliebig viel Zeit habe, um über seinen nächsten Schlag zu entscheiden.....
(Aus Welt am Sonntag, von Stefan KLEIN) Hier der ganze Artikel: http://www.wams.de/data/2006/08/27/1011857.html?s=1

Und das schreibt Wikipedia:
...Eine weitere Schlussfolgerung über die Empfindung der Zeitdauer einer zurückgelegten Strecke ergibt sich aus den Eindrücken bei der Fahrt zur Arbeitsstätte. Dabei entsteht der Eindruck, dass die Rückfahrt kürzer andauert als der Hinweg zur Arbeit, weil der Rückweg als bekannt erscheint und weniger Aufmerksamkeit mit Denkprozessen erfordert.

Bezüglich des allgemeinen Zeitgefühls in Abhängigkeit vom Lebensalter kann folgende Schlussfolgerung gezogen werden: beim älteren Menschen kommt es weniger häufig vor, dass er sich mit neuen Eindrücken beschäftigen muss - also herrscht beim älteren Menschen der Eindruck vor, die bekannten Vorgänge verlaufen schneller....
Hier der Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitgef%C3%BChl

Das sind schonmal einige Erklärungen...:)

Liebe Grüße
Sema
 
Zuletzt bearbeitet:
Beitritt
03.07.06
Beiträge
216
Das mit dem zeitgefühl kenne ich!

Wenn ich irgendetwas machen muß, zu dem ich nit wirklich viel Lust habe, vergeht die zeit sooooo langsam!

Beim schaffen ist es zur zeit, genau umgekehrt. Hab echt super Baustellen, kann ganz anders agieren mit 3 Mann, und an so einem blöden tag, bzw. an einer Woche ist fast nix dran! Die Zeit verfliegt fast!

Genauso, wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin! Da sind 3 Stunden auch ratz fatz um! :)

Ich schon manchmal richtig witzig!

Jörg
 

Anne B.

Das Zeitgefühl kann man auch aus gesundheitlicher Sicht betrachten. Bei Autismus oder dem Asperger Syndrom wird ein gestörtes Zeitgefühl als Symptom beschrieben. Ich bin zwar kein diagnostizierter "Aspie", aber das mit dem Zeitgefühl kann ich bestätigen.

Wenn es mir nicht so gut geht, das heißt, mein Denken ist verlangsamt und ich fühle mich benommen, dann dauert jede Handlung sehr lange. Meistens schaffe ich an solchen Tagen fast gar nichts, der Tag vergeht wie im Fluge und ich sehne mich danach, einfach mehr Zeit zu haben... An Tagen, an denen mein (Gehirn)Stoffwechsel optimal funktioniert, bin ich unheimlich flink bei allem und sehr fleißig. Die Zeit vergeht dabei überhaupt nicht schnell und ich nutze diese Tage dann so gut ich kann und genieße meine Produktivität. Selbst das Aufräumen macht mir an solchen Tagen Spaß, weil es ruckzuck vonstatten geht. Ich bin dann in der Lage, mich auf alles zu konzentrieren und ich muss nicht mehr so viel Nebensächliches dabei denken. In den letzten Jahren sind diese sehr klaren Tage leider ziemlich selten geworden, was ich auf einen gestörten Gehirnstoffwechsel zurückführe (KPU). Aber ich fühle inzwischen etwas Besserung, nachdem ich konsequent Dignostik betrieben habe und mein Leben danach ausrichte. Es braucht halt seine Zeit...bis man wieder Zeit hat.
 
Beitritt
03.08.06
Beiträge
217
ich glaube ja das sich die erde neuerdings schneller dreht. zeitachsen und magnetfelder haben sich verschoben. das ist nichtmal ein witz! da gab`s mal was drüber im fernseher, bin aber leider bei eingeschlafen.....
 
Beitritt
16.08.06
Beiträge
234
Hi

In diesem Jahr erlebe ich die Zeit anders als sonst.
48 Wochen Auszeit durch starke Medikamente.
Im Vorfeld war ich noch zuversichtlicher. Ich habe versucht meine Aktivitäten auf ein Minimum zu reduzieren. Dann kam eine Zeit, in der ich mir wie in einer Bahnhofshalle vorkam - nur dass der Zug nicht kommt. Da saß ich Stunde für Stunde, Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat... dann kamen Depressionen. Wegen der langen Warterei.
Inzwischen brauche ich meine Aktivitäten nicht mehr zu reduzieren. Sie haben sich von Selbst reduziert. Bin jetzt, nach 40 Wochen so schwach wie nie zuvor in meinem Leben. Und ganz geduldig geworden.
Das Gute: Der Zug kommt in 8 Wochen. Ich gehe schon mal auf den Bahnhofsvorplatz und schaue mich um.
Ich weiß noch nicht, ob ich in den Zug einsteige, wenn er da ist, oder ob ich ein Taxi nehme. Vielleicht gehe ich dann auch einfach zu Fuß.
Ob ich je wieder so lebendig, so fröhlich, so aktiv, so sprühend, so stark sein werde wie vorher?
Vielleicht noch mehr. Ich freue mich schon auf eine unbeschwerte Zeit.
In nur 8 Wochen.

Kaba
 
Beitritt
19.03.06
Beiträge
9.317
Ich weiß gar nicht so recht woran das liegt, dass sich das Wahrnehmen von Zeit so verändert...ob es das Alter ist?
Als ich zur Schule ging, dachte ich: "Die zehn Jahre gehen nie um!" und selbst das letzte Schuljahr "dauerte" in meiner Wahrnehmung "endlos" lange. Auch meine Berufsausbildung habe ich - obwohl von kurzer Dauer, mit zwei Jahren, als langsam verstreichende Zeit erlebt. Später wurde das anders. Meine 20 Jahre Berufstätigkeit sind schier im Flug vergangen. Und es ist mir, als hätte meine Tochter noch gestern als 50 cm - Würmchen auf meinem Unterarm gelegen - und heute misst sie 1,70 m!
Ob es so ist, dass die Zeit, im Erleben, um so schneller verfliegt, je weniger einem bleibt?

Leòn

 
Beitritt
10.01.04
Beiträge
66.896
Ich glaube, daß das Empfinden über die Zeit davon abhängt, wie sie vergeht.
Habe ich z.B. Schmerzen und kann nichts tun, um sie auszuschalten, kann Zeit sehr lang sein. Wer kennt nicht eine schlaflose Nacht, in der die Stunden so gar nicht vergehen wollen?
Gefällt mir aber z.B. eine Gesellschaft, die Unterhaltung ist lebhaft, ich fühle mich sauwohl, dann vergeht die Zeit wie im Flug.

Daß in der Jugend die Zeit als Faktor noch gar nicht so eine große Rolle spielen mag, kann ich mir vorstellen. Da ist Mensch wahrscheinlich noch viel mehr im Hier und Jetzt, genießt, was es zu genießen gibt und leidet, wenn es zu leiden gibt. ABer das Wissen um schmerzhafte Zeiten ist noch nicht so vorhanden, so daß diese Gedanken nicht dazukommen, wenn sowieso schon gerade schwierige Zeiten anstehen.

Gruss,
Uta
 
Beitritt
25.01.05
Beiträge
1.656
Hallo Leòn - Herr der flachen Lande und des Balkonbiotops.

Einst glaubte man, wenn man Rhythmus (z.B. Jahresrhythmus und Tagesrhythmus) in Takt überführt, hätte man die Zeit im Griff. So wurden Uhren erfunden und das Leben orientierte sich am Glockenschlag und nicht mehr am Rhythmus des Lebens.

Was wundert es also, dass die Zeit nun als relativ wahrgenommen wird?

Ich habe mit verschiedensten Personen über die Zeit gesprochen. Übereinstimmen tun sie darin, dass sie das Gefühl haben, gegenüber früher in derselben Zeit immer weniger verrichten zu können. Dabei möchte ich erwähnen, dass es sich dabei um Personen unterschiedlichen Alters handelt, etwa zwischen 35 und 60, m. + w.

Es mag aber auch daran liegen, dass "sinnvoll" verbrachte Zeit einem schneller abzulaufen scheint. Allerdings, am schnellsten läuft die Zeit offensichtlich beim Formatieren irgendwelcher Dokumente am PC.

Lebt man nun in Freude und das Leben macht einem Spass, geht dann die Zeit schneller vorbei als man zu altern vermag? Vielleicht liegt da das Geheimnis des anti-agings, der "ewigen" Jugend?

herzlichst - Phil
 
Oben