Wieder soll ein Christ abgeschoben werden - Todesurteil!

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Hallo Ihr Lieben,

hab heute ein Anliegen an euch. Bestimmt haben einige von euch von dem Fall Abdul Rahmann gehört, der abgeschoben wurde und zum Tode verurteilt werden sollte - glücklicherweise wurde er "nur" als nicht zurechnungsfähig gewertet und entkam so diesem Urteil.

Jetzt gibt es wieder einen neuen Fall - und egal wie ihr zum Glauben steht, bitte ich euch, ihm zu helfen mit eurer Stimme:
www.soulsaver.de/aktion/reza_petition.php
Leitet und verbreitet es auch weiter

Viele Grüße
Renate

P.S. - ist vieleicht auch ein interessantes Thema zum Diskutieren :)
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Diskutieren ist toll, Sternenfee. Ich hatte gerade eine Idee:

Kannst du nicht eine Datenbank aufmachen,
wo sich alle Menschen,
die sich für die Einhaltung der Menschenrechte einsetzen,
eintragen lassen -
und wenn dann ein Fall kommt,
und noch einer
und Tausende
und Hundertausende
und Millionen
braucht man nur noch
auf den Knopf drücken,
und alle Menschenrechtswertschätzer
(auf der ganzen Welt)
erscheinen auf der Petitionsliste.

Meine Unterschrift hast Du - mit Deiner sind wir schon zwei
und zu Zweit hat alles mal angefangen.

Na?

Finde ich mutig, daß Du Dich für einen verfolgten Menschen persönlich einsetzt - das entspringt für mich dem Urwesen des Christseins.

Einen lieben Gruß an Dich
Wolfgang
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Nachschlag

Soul fragte mich vorhin, wie man den unseligen Geist, der unsere Welt zu beherrschen scheint, verändern könne.

Ein Ansatz dazu ist die fehlende Solidarität. Gegen Solidarität kann kein Geist etwas ausrichten - sie basiert auf Liebe und Ethik.
 
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Danke Renate,
für deinen Aufruf. Solange niemand gegen Unrecht anschreit wird sich nichts ändern. Je mehr schreien, umso lauter soll es in den Ohren derer klingen denen Paragraphen und Prinzipien wichtiger sind als Schicksale.
LG Irmi
 
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Na, na Wolfgang,
Deine Auffassung von Solidarität in Ehren, aber Solidarität ist nicht gleich Liebe und Ethik. Da kenne ich doch eine ganze Menge Genossen, die sich allein um der Macht willen in unschönen Dingen solidarisch verhalten. Doch nun zum eigentlichen Thema.

Es darf wohl nicht wahr sein, dass allein das Bekenntnis zu einer Religion bedeutet zum Freiwild zu werden. Den Christen geht es natürlich und begreiflicherweise auch darum einen in ihre Reihen zu integrieren und bei der Gelegenheit auch noch auf die Bösen anderen zu zeigen. Was aus menschlicher Sicht und in diesen beschriebenen Fällen auch passend ist. Wäre ich in der Gemeinschaft integriert würde ich das wohl auch so machen.

Es ändert aber nichts daran, dass das sich gegenüber anderen Abgrenzen und die Unterschiede anstelle der Gemeinsamkeiten betonen nichts anderes als Reibung erzeugt und somit abbauend und desintegrierend ist, egal von welcher Seite. Das kann nun mal nicht im Interesse und schon gar nicht zum Wohle einer weltumfassenden menschlichen Lebenform sein. Darüber können auch noch so viele zietierte Götter nun mal nicht hinwegtäuschen.
Dabei ist es noch nicht einmal von Bedeutung ob man irgendwo zugehörig ist oder nicht, wenn man zwischen die Fronten gerät wird man einfach verquetscht, aufgerieben. Wer die Armutsschere aufklappt, wer mit Waffen handelt, wer Waffen einkauft, wer aus Kostengründen auswärts produziert, wer Pharmaartikel herstellt, wer aus Überzeugung und Glauben gegen andere hetzt, aufwiegelt ... ... ... will damit auch was tun. Kauft sich ja auch keiner ein Bügeleisen um es sich ins Regal zu stellen, weil's schön ausschaut.

Da nützt auch lautes Schreien nicht - an all den Lärm hat man sich (leider) schon längst gewöhnt; heute wird wegen dem geschrien, morgen wegen was anderem, die Welt ist gar laut geworden...

Da die Anzahl der Heiligen nach oben kirchlicherseits keiner Beschränkung unterworfen ist, kann man sich natürlich fragen, ob hier nicht (willkommenes?) neues Material für künftige Heiligsprechungen vorliegt? Den Gründer des Opus-Dei heilig (oder erst seelig?) zu sprechen war wahrlich keine vatikanische Glanzleistung, da wären vielleicht ein paar populäre Märtyrer, mediengerecht aufgemacht, gerade in Zeiten aufwallenden Kulturkampfes sicherlich willkommen.

Dennoch, es ist gegen das Leben was da geschieht, und meine Gedanken, und ich bin mir sicher, nicht nur meine, sind bei dem Menschen, unabhängig davon, ob er sein Bekenntnis zum Christsein als Möglichkeit Asyl zu erhalten gewählt hat oder er es reinen Herzens gewählt hat - kein Mensch verdient durch irgend einen Menschen gerichtet und umgebracht zu werden, ob staatlich, religiös oder wie auch immer sanktioniert.

Harte Worte in harten Zeiten - herzlichst - Phil
 
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19.03.06
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Hallo, Sternenfee,

ja ich werde Deinen Aufruf unterstützen.
Unterstützt Du eigentlich Pro - Asyl bei ihren Bemühungen um ein Abschiebestopp für langjährig geduldetete Fluchtlinge, überwiegend muslimischer Herkunft, aus Ex - Jugoslawien? Das möchte ich Dir gerne ans Herz legen!

Danke.

Herzliche Grüße von Leòn
 
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@ Wolfgang - der erste Teil Deines ersten Beitrags klang für mich ein wenig zynisch - war es so gemeint?
Also ich bin kein Weltverbeserer (oder doch ? ;) )

Ich versuche dort zu helfen, wo es mir auf dem Herzen liegt,
das dieser Mensch Christ ist, ist für mich zweitrangig - es geht um ein Menschenleben. Ich mache nicht überall mit oder beteilige mich, aber wo mein Herz spricht, dort tue ich es - auch für Tiere :)

Danke Irmi :)

@PHil
Den Christen geht es natürlich und begreiflicherweise auch darum einen in ihre Reihen zu integrieren und bei der Gelegenheit auch noch auf die Bösen anderen zu zeigen.
Also es wird nicht nur von Christen unterstützt diesem Mann zu helfen - und es geht ganz sicher nicht darum - auf andere zu zeigen,
sondern allein darum, jemanden zu helfen.
unabhängig davon, ob er sein Bekenntnis zum Christsein als Möglichkeit Asyl zu erhalten gewählt hat oder er es reinen Herzens gewählt hat
In dem Pressetext steht:
Abri hat sich bereits 1995 im Iran nach Kontakten zu Christen zum Christentum bekehrt. Er war deshalb mehrere Monate inhaftiert und wurde auch gefoltert
Ich glaube das macht wohl keiner freiwillig mit, nur damit er in ein anderes Land kann - außerdem ist man ja dort "Freiwild"

Danke Leon - nein, das tue ich nicht, gibt es dazu eine Internetseite?
Ist es nicht egal, welcher Herkunft die Menschen sind, die abgeschoben werden?
Was mich sehr aufregt, sind auch die Einbürgerungstests!

Schönen Tag allen
 
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19.03.06
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Schön, so etwas zu lesen!

Hallo, Sternenfee,

ich habe mich über Deine Antwort sehr gefreut!

Danke Leon - nein, das tue ich nicht, gibt es dazu eine Internetseite?
Ist es nicht egal, welcher Herkunft die Menschen sind, die abgeschoben werden?
Was mich sehr aufregt, sind auch die Einbürgerungstests!
Ja, mich auch.

Ich bin seit zwei Jahren Mitglied bei Pro Asyl.

http://www.proasyl.de/

Ich habe drei Jahre lang ein Integrations - Projekt geleitet und dabei viele Menschen kennengelernt, die (als Flüchtlinge oder abgelehnte Asylbewerber) sein Jahren in Deutschland leben. Bis zu 15 Jahren, deren Kinder hier zumindest aufgewachsen, wenn nicht gar geboren wurden, deren Kinder die "Muttersprache" nicht mehr richtig beherrschen (zumindest nicht in Wort UND Schrift) und trotzdem sind diese Familien, die sogenannte "Kettenduldungen" haben, permanent von der Abschiebung bedroht.
Katastrophal!
Dadurch bin ich dann auf Pro - Asyl gestoßen. Unter anderem ist Christian Schwarz - Schilling (Ja, genau der!) dort als "Wortführer" einer Bleiberechtsinitiative organisiert. Die wird wiederum von vielen Prominenten, jeglicher Coleur, unterstützt!

Also, schau doch bitte mal rein!

Herzliche Grüße von

Leòn
 

Wolfgang Jensen

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16.03.06
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Darf ich dazu mal etwas Allgemeines sagen, bitte:

Praktizierte Diskriminierung von Andersartigkeit vertieft den Graben, der den Menschen von Frieden und Freiheit trennt.

Diskriminierung von Andersartigkeit ist der Spiegel eines "Wesens" seiner verlorenen Ganzheit.

Fehelnde Solidarität im Außen ist fehlende Integrität im Innen.
 
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21.04.05
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Danke Leon für Deine Antwort - ich werd mir das in Ruhe ansehen :)
 
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19.03.06
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Petition hatte Erfolg

Hallo Sternenfee, hallo, allen die hieran interessiert sind!

Jetzt habe ich hierzu doch auch mal eine gute Nachricht: Jubel!

Als ich gestern Abend nach Hause kam, fand ich ein Schreiben vom hiesigen Petitionsausschuss im Briefkasten.

Im Oktober 2004 hatte ich eine Petition für eine Familie aus dem Kosovo eingereicht, die nach 11 Jahren Aufenthalt akut von Abschiebung bedroht war. Die damals 13jährige Tochter war mit anderthalb Jahren nach Deutschland gekommen, die beiden weiteren Kinder sind hier geboren.

In dem Schreiben nun stand, dass der Petitionsausschuss den "Fall" niederlegt, weil der Familie eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird!!!!
Natürlich hat das die Petition nicht allein bewirkt, sondern das Zusammenwirken einer hartrnäckigen Rechtsanwältin, eines traumhaften Psychologen und einigen Lerhrern der Kinder. Die Petition hatte aber den Effekt, dass die Abschiebung zum Winter 04 erst Mal nicht vollzogen wurde und dass der Ausländer-Behörde auf die Finger gesehen worden ist.

Ich möchte allen Mut zusprechen, in solchen Fällen den Petitionsweg nicht zu scheuen!

Herzliche Grüße
Leòn
 
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10.01.04
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Das ist doch sehr erfreulich. Herzlichen Glückwunsch!

Der von Sternenfee hier angeführte Fall hat sich doch auch zum Guten gewendet, soviel ich mitbekommen habe, oder?

Gruss,
Uta
 
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19.03.06
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Hallo Uta,

das würde mich sehr freuen! Weißt Du näheres? Sonst kann ja Sternenfee vielleicht mal berichten?

Herzlich Grüße von

Leòn
 
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28.07.2006
Deutschland: Reza Mamipourabri darf nicht abgeschoben werden
Das Verwaltungsgericht in Ansbach sah es als erwiesen an, dass dem aus dem Islam konvertierten Christen bei einer Abschiebung in den Iran Verfolgung oder sogar der Tod drohen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte eine Anerkennung Mamipourabris als Asylant abgelehnt und Abschiebungshindernisse verneint. Gegen die Abschiebung haten sich verschiedene christliche Gruppen eingesetzt. Unter anderem auch die Gruppe Soulsaver (siehe Onlinepetition im vorhergenden Artikel). An dieser Gruppe übten die Richter während der Verhandlung scharfe Kritik. Sie habe mit falschen Behauptungen eine Unterschriftenkampagne gestartet, um das Gericht zu beeinflussen. Eine massive Bedrohung bis hin zur Morddrohung seien die Folge gewesen. Im Protestaufruf der „Soulsavers“ stand, daß Mamipourabri bereits 1995 im Iran vom Islam zum Christentum übergetreten und deshalb mehrere Monate inhaftiert und auch gefoltert worden sei. Solche Aussagen seien bisher weder in zwei vorangegangenen Asylverfahren noch in der Öffentlichkeit gemacht worden, so das Gericht
http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/aktuell.html

Das klingt doch wie eine Entscheidung gegen die Abschiebung, oder?

Gruss,
Uta
 
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19.03.06
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hallo Uta,

ja - scheinbar hat das Verwaltungsgericht die drohende Todesstrafe als Abschiebungshindernis beurteilt.

Herzlliche Grüße von
Leòn
 
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14.01.04
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Hallo Leon

Dennoch, es ist gegen das Leben was da geschieht, und meine Gedanken, und ich bin mir sicher, nicht nur meine, sind bei dem Menschen, unabhängig davon, ob er sein Bekenntnis zum Christsein als Möglichkeit Asyl zu erhalten gewählt hat oder er es reinen Herzens gewählt hat - kein Mensch verdient durch irgend einen Menschen gerichtet und umgebracht zu werden, ob staatlich, religiös oder wie auch immer sanktioniert.

Du hast es auf dem Punkt gebracht, völlig zustimme.


Es ändert aber nichts daran, dass das sich gegenüber anderen Abgrenzen und die Unterschiede anstelle der Gemeinsamkeiten betonen nichts anderes als Reibung erzeugt und somit abbauend und desintegrierend ist, egal von welcher Seite.
Da kann ich dir nicht zustimmen, dass muss nicht so sein. Wir alle grenzen uns ab und unterscheiden uns.
ZB grenze ich Familienmitglieder gegen über nicht Familienmitglieder ab. Familienmitglieder haben für mich einen anderen Stellenwert als nicht Mitglieder.
nd wenn ich Fussball spielen gehe, grenze ich mich mit meinen Tenue gegenüber der anderen Mannschaft ab. Auch werden Besonderheiten der eigenen Mannschaft, Familie, Gruppe etc hervorgehoben, Besonderheiten, die eben die gruppe im weitesten Sinne ausmachen.
Deswegen schätze ich aber andere Familien, Mannschaften etc nicht weniger, im Gegenteil. Wie es praktischj sein kann, zeigten die gemeinsam feiernden holländischen uind irischen Fans. Es ist nicht zwingend, dass man sich Strassenschlachten zwischen den Fans liefert.

Unterschiede und Abgrenzungen gibt es immer wieder und sind normal, ja manchmal sogar sehr nötig. Dies nicht wahrzuhaben, kann Probleme verursachen, Bsp Ex Jugoslawien, da hat man die Unterschiede auch einfach unter dem Deckel gehalten, bis der deckel (tiito) weg war, dann explodierte es. Dies wahrzuhaben aber gleichzeitig ddioe richtige einstellung dazu zu haben 8wie die irischen/holländischen Fans) , das ist m.E. die Lösung.
 
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09.09.06
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hallo @ alle,

ich freue mich, hier auf ein forum gestoßen zu sein, das nciht nur das eigene wohlbefinden im auge hat, sondern auch an den nächsten denkt, in diesem fall der iraner.

ich engagier mich auch seit jahren mit unterschriften, nur wenn wir "laut" werden, können wir etwas tun, vieleicht auch erreichen. wir menschen haben verstand und verantwortung bekommen, für diese schöpfung, die alles beinhaltet.
a. schweitzer sagte schon, wie wir mit unserer schöpfung umgehen, so behandeln wir auch menschen.
 
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19.03.06
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Innenministerkonferenz fällt Beschluss

Seit ein paar Minuten ist es raus: die Innenministerkonferenz hat einen "Beschluss zur Bleiberechtsregelung" getroffen.

Nürnberg (dpa) - Im Streit um eine Bleiberechts-Regelung für langjährig geduldete Ausländer ist auf der Innenministerkonferenz in Nürnberg ein Durchbruch gelungen. Die Ressortchefs hätten sich bei Beratungen in der Nacht auf ein Zwei-Stufen-Modell geeinigt, berichtete der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Innenminister Günther Beckstein.
Diese Botschaft habe ich gerade "Google News" entnommen. Im Radio hörte ich vorhin folgendes:

40.000 - 50.000 langjährig geduldete Migranten kommen direkt in die Stufe I.: Das heißt, sie bekommen einen Aufenthaltstitel (ich weiß nicht, ob befristet oder unbefristet). Das sind die Personen, die als gut integriert gelten, deren Kinder regelmäßig zur Schule gehen und die ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten können.

Die übrige, weitaus größere Gruppe, ca. 130.000 - 140.000 langjährig geduldete MigrantInnen, erhält die Stufe II: D. h. die Angehörigen dieser Gruppe bekommt eine Duldungsverläängerung von einem Jahr. Das betrifft die langjährig Geduldeten, die als gut integriert gelten, deren Kinder regelmäßig zur Schule gehen und die ihren Lebensunterhalt, in Ermangelung einer Arbeitserlaubnis", bislang nicht selbständig sicherstellen konnten. Diese überwiegende Mehrheit hat innerhalb eines Jahres die Gelegenheit, sich Arbeit zu suchen und den Status der Stufe I zu erreichen.

Nun, das ist vermutlich besser als gar nichts. Manchen ist dadurch geholfen. Nach meiner Einschätzung wären aber solche Personen, die einen Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen gestellt haben, gut beraten, diesen Antrag aufrecht zu erhalten.

Herzliche Grüße von

Leòn
 
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19.03.06
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Die scheinbar neueste Nachricht in "Google News":
http://www.abendblatt.de/appl/newsticker2/index.php?channel=pol&module=dpa&id=13130242

Durchbruch im Bleiberechts-Streit

Nürnberg (dpa) - Die Bundesländer wollen geduldeten Ausländern mit einem Arbeitsplatz ein Bleiberecht einräumen. Eine entsprechende Regelung beschlossen die Innenminister der Länder am Freitag in Nürnberg.

Sie solle unverzüglich in Kraft treten, kündigte der Vorsitzende der Konferenz, Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU), an. Nach Angaben von Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) werden etwa 20 000 der rund 180 000 bis 200 000 geduldeten Ausländer von der Neuregelung profitieren.

Langjährig geduldete Ausländer ohne Job sollen laut Schünemann bis zum 30. September 2007 eine Übergangsfrist zur Arbeitssuche erhalten. Wer bis zu diesem Termin ein verbindliches Angebot für eine Arbeit vorweisen könne, erhalte eine Aufenthaltserlaubnis für zwei Jahre.

Beckstein sagte, die Länder wollten mit ihrem Beschluss unabhängig von einer Bundesregelung ihre Kompetenzen ausschöpfen. Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach von einem «guten Ergebnis».

Der grundsätzliche Konflikt mit der großen Koalition über das Bleiberecht für Ausländer ohne Arbeitsplatz bestehe aber fort, hieß es. Nach Becksteins Darstellung soll für den rechtlichen Status der Ausländer ohne Arbeitsplatz im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens eine Lösung auf Bundesebene gefunden werden. Dabei sollen auch weiterhin bestehende strittige Fragen zwischen einigen Bundesländern und dem Bund ausgeräumt werden.

Der Koalitionskompromiss sieht vor, dass Alleinstehende künftig nach mindestens acht Jahren Aufenthalt in Deutschland bleiben dürfen, Familien mit Kindern nach sechs Jahren. Sie sollen demnach zwei Jahre Zeit bekommen, sich einen Arbeitsplatz zu suchen. Mehrere Unions-Innenminister hatten den Kompromiss in Frage gestellt, da sie eine Zuwanderung in die Sozialsysteme befürchten.

«Der Bund hat zum Teil deutlich weitergehende Regelungen vor, die die Innenministerkonferenz jedenfalls nicht in allen Parteien mitträgt», sagte Beckstein. «Wir haben insbesondere Bedenken, ein langfristiges Aufenthaltsrecht zu gewähren, ohne dass eine Arbeit vorhanden ist. Da wird möglicherweise der Bund weitergehende Beschlüsse treffen. Ob da die Länder im Bundesrat mitmachen, muss geklärt werden.»
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19.03.06
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Hallo,

inzwischen ist klar, dass für diejenigen, die bislang keine Arbeit haben, auch künftig keine Arbeitserlaubnis ohne Arbeitsmarktprüfung bekommen! Das heißt, sie werden weiterhiun nachrangig behandelt, wenn es um die Arbeitsaufnahme geht. Dass das ganz großer Mist ist, merkt sogar die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/564815/

Böhmer machte aber auch deutlich, dass der gefundene Kompromiss nur ein erster Schritt sein könne. Notwendig sei jetzt, dass auch auf Bundesebene die Bedingungen für geduldete Ausländer geändert würden. Böhmer sprach konkret die noch bestehende Vorrangprüfung und Residenzpflicht an. Hier sei es nötig, geduldete Ausländer bei der Suche nach einem Arbeitsplatz künftig gleichberechtigt wie Deutsche oder EU-Bürger zu behandeln.
Herzliche Grüße von

Leòn
 
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