Wie sag ich es meiner Frau

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18.02.12
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Nur ganz kurz, hab heute keine Zeit für längere Antwort, die Metapher betreffend:
Damit war gemeint, dass man immer irgendetwas "finden" wird, was bei einem Partner - man kann es auch ausdehnen auf Beruf etc. - nicht "in den Kram" passt.
Was hätte man zum Beispiel davon, wenn eine Frau/ Mann in Bezug auf Wünsche mit einem "deckungsgleich" (lach, das war ja jetzt eine interessante Wortschöpfung) ist, aber dafür auf anderer Ebene nicht "funktioniert?"
Das kann Krankheit sein, nicht "genügend" Intelligenz, Emotionalität etc. sein, nicht so attraktiv sein oder einfach nur eine/r die7der ständig vergisst, die Zahnpastatube zuzuschrauben was einen, (wenn in seiner Veranlagung vorhanden), auf die Palme bringen könnte.
Ansonsten bitte ich dich,zu verstehen, ich wollte und will hier niemandem etwas vorhalten oder unterstellen...es sind nur meine Gedanken...mehr nicht...und ich wollte, und davon bin ich überzeugt, einen Hinweis darauf geben, dass es einfach nicht sein kann, dass man in den Anderen hineinschauen kann, egal wie die "Berechnungen" durch Feedback von aussen etc. sind.

Grüße von Vanilla
 
wundermittel
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02.05.18
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Puh, irgendwie lag es mir die ganze Zeit auf der Seele, die letzten 2 Jahre - wenn auch kurz - zusammenzufassen. Offene Baustellen nagen irgendwie an mir. So habe ich mich heute den ganzen Tag erleichtert gefühlt!

Zu Euren Beiträgen:
Ob meine Frau etwas weiß? Gott bewahre, nein! Und ich werde alles tun, dass Sie es nie erfährt. Es wäre demütigend und niederschmetternd für sie. Sie würde aus allen Wolken fallen! Und das ist das letzte was ich möchte. Aber sie könnte es natürlich irgendwie herausfinden, wenn ich unvorsichtig bin oder das Schicksal es so will. Und dann? Dann nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Was wäre, wenn ich alles anders gemacht hätte? Das Schicksal hätte auch seinen Lauf genommen. Allerdings hätte ich mir dann vorwerfen müssen, dass ich mich passiv in mein Schicksal ergeben hätte.

Wer sich die gewaltige Mühe gemacht hat, alles zu lesen, weiß, dass dieses Schicksal auch die Möglichkeit eingeschlossen hat, mich umzubringen. Ich habe die Möglichkeit sowohl rationell als auch emotional mehrfach abgewogen. Es war eine Grenzerfahrung und ich habe gelernt, dass ich ich es niemals tun werde.

Man kann mich also für einen Scheißkerl halten - moralisch ist das, was ich tue mit Sicherheit nicht - , aber ich handel nicht aus einer Laune heraus. Ich habe eine große Verantwortung für meine Kinder und für meine Familie. Und um dieser Verantwortung gerecht zu werden zu können, muss ich auch meiner Verantwortung mir gegenüber gerecht werden. Was bringt der Familie ein kranker, schlecht gelaunter oder toter Vater?

Meine Kinder stehen an erster Stelle. Sie brauchen mich und ihre Mutter. Sie brauchen eine intakte Familie. Ich glaube auch, dass unsere Familie intakt ist, auch wenn einige empört sein werden, dass ich das sage. Aber die perfekte Familie / Beziehung gibt es nicht. Schaut Euch dieses Forum an, die Millionen anderer Forum, schaut Fernsehen, lest Bücher. Ja, auch in unserer Familie gibt es ein Problem. Und dieses Problem habe ich gelöst. Wie lange das gut geht? Keine Ahnung! Sind zwei Jahre nicht eine lange Zeit? Auf jedenfalls ein guter Anfang. Oder gibt es hier jemanden, der die dauerhafte Patentlösung kennt und lebt?

Hätte ich mich trennen sollen? Wäre das die richtige Lösung gewesen? Auch dafür gibt mir keiner eine Garantie. Es gibt niemanden in unserer Familie, unserem Freundes- und Bekanntenkreis, der das verstanden hätte und ich hätte es nicht verantworten können. Meine Frau, meine Kinder, unsere Familie unser Freunde wären nicht nur traurig und entsetzt, sondern auch richtig wütend. Man schmeißt Dinge, die im Grunde funktionieren nicht einfach weg.

Also was kümmert mich die Moral? Soll ich wegen der Moral eine Katastrophe der einen oder anderen Art auslösen?

Und was ist mit der Liebe, fragt Kayen. Ich führe ein Doppelleben (an ein paar Tagen für ein paar Stunden im Monat / Jahr), das stimmt. Fällt es mir schwer, danach meine Frau in den Arm zu nehmen, sie zu küssen, mit ihr zu schlafen. Überhaupt nicht! Ich habe sie lieb. Es ist eine schreckliche Vorstellung für mich, sie zu verletzen oder zu verlassen. Wir verstehen uns auch nach 20 Jahren gut und respektieren uns. Ich bin Stolz auf ihre Erfolge im Beruf, finde sie attraktiv und sie ist eine grandiose Mutter und liebevolle Ehefrau. Ich bin gerne mit ihr zusammen (im Bett und in der Öffentlichkeit). Leider zu selten, was aber mit Sicherheit nicht an mir liegt. Aber ich werde nicht mehr darum betteln, darüber mit ihr sprechen, es thematisieren oder sonst irgendwas. Ihr genügt es und es macht sie verrückt, dass ich nicht zufrieden damit bin. Also sorge ich dafür, dass ich zufrieden bin!

Wenn man mich aber fragt, ob ich ein Grummeln im Bauch bekomme, wenn sie mich ansieht, ob ich ein Ziehen in den Lenden bekomme, wenn sie mich berührt, ob ich ich Herzflattern bekomme, meine Gedanken rasen und davontreiben, muss ich leider sagen: Nein!

Das passiert nur, wenn ich das Gefühl habe, begehrt zu werden! Und das stellt sich bei Routine und Passivität des Partners bei mir nicht ein. Liebe ich dann die Frau, bei der das passiert? Ist das nicht wieder zu wenig, um von Liebe zu sprechen? Oder liebe ich unterschiedliche Frauen auf unterschiedliche Art und Weise?

Sicher ist, wenn ich zu Hause bin, hat meine Frau einen ausgeglichenen, in sich ruhenden Ehemann, der ihr, wenn sie es möchte, im Bett das gibt, was sie braucht, ohne dass er das Gefühl hat, ihm würde etwas fehlen. Ich bin total entspannt. Ich habe erotisch alles was ich brauche, bekomme Bestätigung ohne Ende, bin voller Energie und Tatendrang.

Meine Gefühle waren eingefroren und nun bin ich wieder zu neuem Leben erwacht. Warum sich bei mir kein schlechtes Gewissen einstellt, kann ich allerdings nicht erklären. Das nehme ich einfach so hin.

Ein guter Abschuss für einen guten Tag. Ich wünsche Euch einen schönen Abend und eine gute Nacht.

Fleming

Hallo Fleming
Hab einges gelesen.Du packst alles in schöne Worte unter dem Mumm( alle sind glücklich jetzt).Das ist dann doch toll für alle.

Hättest du dich umbringen wollen, dann wärst du es schon.
Mit dem Gedanken spielen ist nur flüchten oder Konfronttation vermeiden wollen, egal womit.

Du redest von Respekt in eurer Beziehung , aha!!!
Wenn man seinen Partner belügt und betrügt und hintergeht?
Ach so ja,alle sind zufrieden und glücklich jetzt.

Na warum nicht, hast ja auch Verantwortung deinen Kindern gegenüber. Solnge deine Bedürfnisse erfüllt werden, sei es dann dadurch das du es heimlich machen musst, ist das in Ordnung so.
Für dich jedenfalls.

Deine Frau vetraut dir ja und hat Respekt, sehr schön.
Jeder regelt seine Probleme auf eigene Weise.

Wenn man lügt und hinterhältig aggiert, sollte man nicht von Respekt reden und es dann in schöne Worte einpacken zum besten aller, vor allem in erster Linie dir selbst.

Vetrauen und Respekt basiert worauf? Richtig:Ehrlichkeit!

Wollen wir das nicht auch den Kindern beibringen?
Das du kein Problem damit hast deiner Frau noch in die Augen zu sehen ist völlig klar.
Solange sie nichts weiss von deinen Spielchen ausserhalb, bist du auf der sicheren Seite. Sehr berechnend, egoistisch und kühl.

Für Geschäfte aller Art gute Eigenschaft.
Du willst deine Kinder, deine Frau nicht verletzen oder verlassen?

Mal ehrlich, ist das jetzt ernst gemeint???
Oder meintest du eher ich sag ihr nichts weil sie sonst..........?!!!
Nicht mehr glücklich wäre? Was dich wohl nicht sonderlich interessiert. Hauptsache der Papa ist es und damit der Rest ebenfalls.

Wie er das geregelt hat das es ihm so gut geht, müssen oder sollten sie besser nicht erfahren, denn sonst.......! Tja dann.

Dabei ist so gut wie jedes Problem mit Ehrichkeit zu regeln.
Aber dazu hattest du den Mut nicht, vorher nicht und jetzt nicht.
Sonst hättest du nicht von Respekt geredet deiner Frau gegenüber und Verantwortung.....?

Schöne Worte ohne Inhalt.
Und wenn es mal rauskommt heult und klagt einer wie leid es ihm tut und das ganze Geschwafel drum herum.

Dann ist es aber zu spät.
Einfach nur ein Mensch der den Mut zur Wahrheit nicht hat.
Und deshalb andere lieber belügt und betrügt und alles so fein
Einpackt in Worte das es so scheint das alle Beteiligten einen Vorteil daraus ziehen.

Fantasie in der Darstellung hast du jedenfalls. Und deine heimlichen Spielchen machen ebenfalls Spass, solange sie geheim bleiben.

Vertrauen und Respekt. Und Verantwortung.
Gibt einem doch zu denken was manche Figuren darunter verstehen.

Woraus wir am meisten lernen sind Schmerz und Ellende.
Um das zu erreichen müssen wir nur das nötige tun dafür.
Und das Resultat dann bereit sein zu empfangen.
Bis dahin
Alles gute.
 
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22.04.18
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Ich suchte eigentlich etwas zum Thema Diabetes........ beim scrollen blieb ich dann hier "hängen"

Du hast eine Therapie gemacht - deine Frau ist zufrieden
Du stehst deinen Mann ca einmal im Monat, wenn deiner Frau danach ist - sie ist zufrieden
Du "versorgst" sicher deine Familie - deine Frau ist zufrieden

Und du lebst heimlich aus, was du eigentlich mit deiner Frau vermisst.
Eigentlich bist du ne arme Wurst. Bitte nicht böse sein, aber zufrieden kannst du nicht sein.
Viele werden den Kopf schütteln, dich nicht verstehen, schließlich gehst du "fremd". Deine Frau aber auch, denn sie lebt in einer anderen Welt, in ihrer, nicht in eurer gemeinsamen.....
Alles Gute
 
regulat-pro-immune
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30.06.10
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Guten Morgen -
nach einiger Zeit hatte ich mal wieder das Interesse hierher zurückzukehren. Der Beitrag ist noch da und es ist unglaublich spannend, Eure und meine Beiträge zu rekapitulieren. Ein paar habe ich gelesen. Ich werde mir mal die Zeit nehmen, alles in Ruhe zu lesen.
Irgendwie war es ein großes Glück, das Thema hier zu posten. Es gibt mir die Möglichkeit noch einmal in die Vergangenheit zu schauen ohne verklärten Blick und ohne von schwächelndem Erinnerungsvermögen getäuscht zu werden. Sehr besonders und vielleicht hilfreich? Ich werde es sehen, wenn ich es gelesen habe.

Positive UND negative Kommentare haben mich inspiriert und definitiv ein Stück weitergebracht. Vielleicht berichte ich einmal, wie es mir geht. Selbst wenn es niemanden interessiert, bietet es mir in 5 oder 10 Jahren selbst erneut zu lesen und zurückzuschauen.

Ich hoffe, Ihr seid alle gut und gesund durch diese außergewöhnliche Zeit gekommen.

Herzliche Grüße aus dem schönen Norden Deutschlands
 
Beitritt
10.01.04
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Hallo gatinhho,

mich freut’s, von Dir zu hören :) .
So eine Rückschau kann sehr spannend sein, und mich würde schon interessieren, was sich bei Dir getan hat.

Grüsse,
Oregano
 
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30.06.10
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Hallo Oregano -

noch immer dabei! Schon lange, oder?

Ja, es hat sich viel getan... Meine Frau und ich sind noch immer ein Paar. Die Kinder sind aus dem Haus und das hat einige kurzfristige Veränderungen gebracht. Neuer Wohnsitz und das Verrinnen von Zeit. All das verändert den Blickwinkel, die Einstellung, die Rahmenbedingungen. Aber am Ende bleibt es nach wie vor das Ringen um den richtigen Weg, die innere Ruhe, die Suche nach dem Glück. Jeden einzelnen Tag. Das ist wohl das Leben, die Normalität. Und objektiv ist dieses Ringen für uns in Europa / Deutschland ja eher ein Streichelzoo. Subjektiv ist das natürlich etwas anderes.
Mein Grundsatz, dass ich keine Änderung der Umwelt nach meinem Gusto erwarten darf, sondern meine Einstellung den Bedingungen anpassen muss, ist schwierig in der Umsetzung, aber hilfreich. Ich gebe etwas auf, aber gewinne etwas anderes hinzu: Gelassenheit. Einmal die Meinung sagen und dann das Ergebnis akzeptieren. Das beruhigt. Und dass so letztlich immer jemand anders die Entscheidung trägt was gemacht wird, lässt sich inzwischen problemlos ertragen. Alles ist erlebt, nichts Entscheidendes mehr zu verpassen.
Inzwischen empfinde, erlebe und ordne ich die Situation meiner Frau und mir als völlige Normalität ein. Diverse Freunde berichten das gleiche. Die Sexualität spielt im Alter nur noch eine untergeordnete Rolle. Jeder der beginnt von großen Heldentaten in diesem Bereich zu fantasieren, gesteht auf direkte Konfrontation mit der erlebten Realität ein, dass auch bei ihm die Beziehung zu einer unerotischen Zweisamkeit wird. Der natürliche Lauf der Dinge.
Und genauso normal ist das Schweigen, das immer größer wird. Die meisten Dinge sind gemeinsam erlebt, die meisten Geschichten aus der Zeit zuvor mehrfach erzählt, die Einstellungen und Meinungen mehr als vertraut und nicht mehr veränderbar. Was bleibt da noch auszutauschen? Das ist nicht traurig, sondern normal. Logisch! Schwer zu akzeptieren zwar, aber wenn der Berg nahezu erklommen ist, wird die Vegetation spärlich und die Luft dünner. Dann bleibt nur noch der Blick zurück und eine hoffentlich wundervolle Aussicht. Und auf der Spitze angelangt, geht es eben nur noch bergab.
Klingt pessimistisch? Realistisch!
Optimistisch gesehen befinde ich mich auf der Bedürfnispyramide im oberen Fünftel: Selbstverwirklichung. Alles andere ist für mich von geringem Interesse, von untergeordneter Bedeutung geworden.
Schöne Worte? Nein, gelebtes Leben, steinige Erkenntnis! Der Weg ist ja noch nicht zuende. Noch bin ich zu Fuß erst in der Mitte Deutschlands angekommen, es gibt noch viel zu schreiben, es sind noch künstlerische Projekte offen, es gibt Kinder die heiraten, vielleicht Enkel, würdige Abschiede, ein Haus auf der Insel. Ganz im Ernst: wirkt das Thema Sex da nicht etwas aufgeblasen? Soll das der Gradmesser für mich sein, ob ich ein glücklicher oder unglücklicher Mensch bin? Darf man mich danach beurteilen, ob ich ein guter oder schlechter Mensch bin. Ehrlich oder verlogen?
Wir alle nehmen das Thema viel zu wichtig, weil es ja auch so herrlich viel Platz für Fantasie, Empörung, Erregung, Moral bietet. Dabei steht es auf der untersten Stufe der Bedürfnishierarchie. Aber wir lieben die Empörung, die Erregung, die Moral. Deshalb stellen wir es auf es auf einen Thron. Jeder kann mitreden. Ob er Ahnung hat oder nicht. Das sind die besten Themen, wenn man mit Halbwissen und Vermutungen mitten drin ist. Und wenn man dann noch dieses Halbwissen als Meinung tituliert, dann wird dieses Halbwissen auch noch intellektuell geadelt: Großartig, ein Mensch mit eigener Meinung! Und dann kann man so richtig schön mitreden und sich empören. Und zur Not hat man ja bloß seine Meinung gesagt... Das ist es, was uns alle noch mehr erregt als der beste Sex: Die Empörung!
Um beides schlage ich einen großen Bogen und es geht mir gut dabei! Wahrscheinlich gerade weil ich mich beidem entziehe und damit von dieser Gesellschaft distanziere, genieße ich diesen Weg.
Und ich schweige. Alles ist schon tausendfach gesagt und so viel besser, als ich es kann. Alles ist endlos diskutiert, durchdrungen, beurteilt. Deshalb schreibe ich. Eigentlich nur für mich, denn wen gehen meine Gedanken etwas an? Wen interessieren sie? Nix Neues.
Wen es interessiert? Mich interessiert es! Es hilft mir, mich zu sortieren. Mich selbst besser zu verstehen und wieder ein Stück weiter zu kommen.
Und warum teile ich es nun doch mit der Öffentlichkeit? Ganz einfach, weil es mir Spaß macht. Mir sitzt das Abenteuer im Nacken. Mal schauen was da kommt...
 
Themenstarter
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30.06.10
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Langjährige Beziehung und Sex​

Habe gerade alle 13! Seiten dazu gelesen. Unglaublich! Danke nach 13 Jahren für Euer Interesse und Feedback. Großartig, dass ich das Thema aufgemacht habe und mit Euch diskutiert. In den nächsten Tagen:

Wie sag ich es meiner Frau​

17 Seiten!!!
 
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