Was ist Stress eigentlich und wie beeinflusst er unser Leben...

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Stress ist eine Reaktion auf gefährliche Umweltreize. Sein Mechanismus ist ein stammesgeschichtlich uralter, biochemisch gesteuerter Lebensretter. Obwohl wir uns nicht mehr mit einer Keule in der Hand gegen einen Bären zur Wehr setzen müssen, funktioniert dieser Schutz auch heute noch. Immer wenn das Gehirn eine Situation als gefährlich einstuft, dann läuft in unseren Organismus eine Kettenraktion ab. Die Nebenniere schüttet vermehrt die Hormone Adrenalin und Cortisol aus, das Herz pumpt schneller und der Blutdruck steigt. Alle Sinne sind geschärft und die Wahrnehmung ist mit einem Schlag hellwach. All diese Veränderungen dienen dazu, unseren Körper fit zu machen, um akute Notfallsituationen zu meistern. Obwohl Stressreaktionen mehrmals am Tag auftreten können, haben sie zunächst einmal eine anregende Wirkung. Wir werden zum Handeln motiviert und solange uns genügend Zeit zur Erholung bleibt, ist dieser Vorgang auch völlig normal. Problematisch wird es erst dann, wenn wir ständig unter Stress stehen. Vielen Menschen schlägt er auf den Magen, manche bekommen Kopfschmerzen, andere knirschen mit den Zähnen oder verlieren den Appetit. Auch Rücken- oder Nackenschmerzen sind bekannte Symptome. Zudem erhöht Dauerstress das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt, Diabetes und schwächt unser Immunsystem.

Positive Aspekte von Stress sind:
. Freude an der Arbeit,
. Motivierung,
. Ausgeglichenheit,
. Aktivierung des Geistes,
. körperliches Wohlbefinden,
. Zufriedenheit,
. Anerkennung,
. Selbstvertrauen.

Negative Aspekte äußern sich in:
. Gereiztheit,
. Müdigkeit,
. Aggressivität,
. mangelnde Konzentration,
. Frustration,
. Resignation.
. Depression.

Zu großer Erwartungsdruck, Hektik und mangelnder Schlaf machen krank. Wer sich ständig mehr zumutet, als er leisten kann, treibt Raubbau mit seinem Körper. Stressgeplagte Menschen hetzen von einen Termin zum anderen und merken oft gar nicht, dass sie gestresst sind.

Es gibt besondere Einstellungen im Leben, die dem Stress förderlich sein können:
. ich bin grundsätzlich für "Alles" zustänig,
. ich mache "immer" alles besser als andere,
. wenn ich nicht wäre, dann ginge "Alles" schief,
. Arbeit ist das "ganze" Leben,
. ich kann nicht "Nein" sagen.

Kraft, Ausdauer und Leistungsfähigkeit haben kein festgelegtes Maß. Sie hängen von unserer Verfassung, vom Alter und von der jeweiligen Lebenssituation ab. Aber wenn wir die Phasen der Ruhe und Entspannung nicht einhalten, dann ist der Stress vorprogrammiert.

Bei folgenden Anzeichen ist es ratsam, seine Lebensweisen zu verändern:
. wenn man sich spürbar gereizt fühlt
. bei nichtigen Anlässen übermäßig reagiert,
. sich innerlich abgehetzt fühlt,
. schwer zur Ruhe kommt,
. sich ständig negative Gedanken macht,
. sich auch in der Freizeit zur andauernden Aktivität verpflichtet fühlt,
. keine Freude mehr verspürt bei dem, was einem bisher immer Spaß gemacht hat,
. auf Gespräche nicht mehr eingehen kann und es schwer fällt zuzuhören,
. die innere Unruhe das Interessse an soziale Bindungen überlagert,
. sich von der Außenwelt zurückzieht.

Wechselwirkung zwischen Stress und gesundheitlichen (psychosomatischen) Störungen:
Dauerstress stell eine schwere seelische Belastung dar und sucht sich ein Ventil in gesundheitlichen Störungen. Nicht nur die ständige Überbelastung, sondern auch bedeutende traumatische Ereignisse können Stress auslösen. Bei den Erwachsenen stehen Schwierigkeiten im Berufsleben an vorderster Stelle. Wer ständig unter Zeitdruck arbeitet, sich im Beruf nicht verwirklichen kann, ein gespanntes Verhältnis zum Vorgesetzten oder Angst um seinen Arbeitsplatz hat, ist für Stress besonders anfällig. Kinder, die dem Leistungsdruck nicht gewachsen sind, reagieren zunächst einmal mit einem Gefühl der Hilflosigkeit. Sie können aber ebenso wie die Erwachsenen schwere gesundheitliche Störungen entwickeln. Viele leiden unter starkem emotionalen Stress, da sie in eine Rolle gezwungen werden, der sie nicht gewachsen sind. Dadurch sind Kinder in der Entfaltung ihrer Persönlichkeit gehemmt und leben ständig mit der Angst, die an sie gestellten Anforderungen nicht erfüllen zu können.

Tipps zur Stressbewältigung:
. zunächst einmal muss man die Einsicht haben, dass man gestresst ist,
. sich selbst und seine Lebenseinstellung ändern,
. eigene Bedürfnisse wahrnehmen und durchsetzen,
. offen über Stress reden,
. Entspannungsübungen durchführen,
. Arbeiten in Ruhe ausführen und sich nicht hetzen lassen,
. auf seine innere Stimme hören und auch einmal "Nein" sagen,
. Freiräume schaffen für eigene Interessen,
. Hobbys zum Ausgleich zur Arbeit ausüben,
. gute Gespräche mit Freunden führen,
. Gedanken auch mal loslasen und sich geistig entspannen

Positiver oder negativer Stress?
Ohne Stress gäbe es kein Leben, keinen Fortschritt und keinen Erfolg. Positiver Stress, auch Eustress genannt, mobilisiert unsere Lebensgeister und spornt uns zum Handeln an. Ohne Anforderungen, sei es in der Schule oder im Beruf, würden wir uns nur langweilen. Solange wir Freude empfinden, können wir selbst große Herausforderungen meistern. Eustress wandelt sich erst dann zum Distress, zum negativen Stress, wenn wir uns überfordert fühlen. Ein bisschen mehr Gelassenheit kann helfen, Stresssituationen besser in den Griff zu bekommen. Denn zum Risiko wird Stress erst durch unser Dazutun.
 
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Vielen Dank, whitney. Das ist ein tolles Posting. Das gehört eigentlich an die erste Stelle hier, weil es eine wunderbare Einführung zum Thema ist ;)
Uta
 

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25.03.04
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Huhu ihr beiden,

und was macht man, wenn man täglichen körperlichen Stress hat und trotz aller Versuche, sich zu Entspannen usw. nicht zur Ruhe kommt?
Wenn man alle Wege schon durch hat, aber trotzdem nicht daraus kommt...?
Ich meine nicht den Stress den man sich selber macht (Termine, bei allem Ja und Amen zu sagen... usw.), sondern den psychischen Stress, denn der wiederrum wirkt sich auf den Körper aus.
Wobei ich mich auch schon gefragt habe, was war nun zuerst da... Stress mit dem Körper, was sich dann auf die Psyche ausgewirkt hat oder doch eher die Psyche, was dann zu körperlichen Stresssymptomen geführt hat.

Wünsche allen einen stressfreien Tag ;)
LG
himmelsengel
 
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Hallo Himmelsengel

Als erstes musst Du mal erkennen, WAS genau Dir den Stress bringt. Wenn Du psychische Probleme hast und nur einfach die Streßsymptome bekämpfst ist das eine reine Symptombekämpfung (eigentlich bei jeder Art von Stress so...). Hier ist es nötig, dass du als erstes die Ursachen dazu aus dem Weg räumst (siehe Tipps Stressbewältigung). Wenn Du in eine Stressattacke kommst. Atme erst mal tief durch, lass einen Seufzer raus und frag Dich mal, warum Du dich nun überhaupt stressen lässt. Ein bisschen ein "Scheissegaldenken" zulegen. Frag Dich warum Du dich stressen lässt. Alles kann doch warten, ausser Deiner Gesundheit
 
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huhu whitney...
die Gesundheit bzw. eben das ich nicht gesund werde, stresst mich ;)
 
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07.01.04
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hmm, und was machst Du damit du gesund wirst?
 
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10.01.04
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Es scheint zwar klar, wie Stress definiert ist. Trotzdem hilft einmal kräftig durchatmen im Falle von Kranken wie Himmelsengel, die lange Zeit noch nicht einmal wissen, woher ihre Symptome kommen, nicht viel. Da müßte man ja ständig kräftig durchatmen :( ;) ...

Was mir in den schlimmsten Zeiten geholfen hat: eine Art "Zuckerli-Plan": der Versuch, in bestimmten Abständen etwas für mich Angenehmes zu planen wie eine ganz besonders entspannende Behandlung wie "facial harmony" , "Atemtherapie" , Jin Shin Jiutsu oder ähnliches. Jin Shin hat mir oft geholfen, mich wenigstens einigermaßen selbst zu entspannen.
Ich habe mir dann aber auch immer die Möglichkeit vorbehalten, kurzfristig abzusagen, falls es mir so mies ging, daß ich nicht kommen konnte.
http://www.jinshin.de/kunst.html : Hier ist sogar eine Anleitung, wie man versuchen kann, sich selbst zu entstressen. Aber auch hier gilt: Übung macht den Meister :) .

Sehr geholfen hat mir auch eine Freundin, die selbst Vergiftet war. Während ich eher "still" litt und es mir schwer fiel, darauf zu bestehen und zu erzählen, daß ich nun mal nicht gesund war, weil mich der Zahnarzt verpfuscht und viele nachfolgende Kollegen b zw. Ärzte nicht herausfanden, was mit mir los war, fiel sie fast über Zweifler an ihrer Vergiftungsgeschichte her und machte denen klar, was sie für einen unqualifizierten Unsinn redeten. Das hat mir viel geholfen: ich hatte nicht zusätzlich noch ein schlechtes Gewissen und bekam noch Bauchschmerzen vor unterdrücktem Kummer und Zorn :mad: ;) .

In Zeiten, in denen es mir einigermaßen gut ging, habe ich dann einen Plan aufgestellt mit sämtlichen Möglichkeiten, was mir bekannt war, um meinen Zustand zu verbessern. Zeitlich war dieser Plan flexibel, weil ich manchmal gar nicht mehr konnte. Aber er half dazu, daß ich immer wieder noch etwas fand, was Besserung versprach. Und dazu natürlich: informieren, informieren ....
Daß dabei auch viel Geld für unnötige Dinge ausgegeben wurde, ist eine traurige Wahrheit. Daß es viele Therapeuten gibt, die keine Hemmungen haben, die verzweifelte Lage eines Vergifteten mit sinnlosen und teuren Therapien auszunutzen, ist eine traurige Erkenntnis. -
Der Spruch "Nun entspannen Sie doch mal ein bißchen und seien Sie doch nicht so fixiert auf Ihre Symptome. Anderen geht es auch mal schlecht..." war auf jeden Fall nicht hilfreich!
:(
Gruß,
Uta
 
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07.01.04
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Hallo Uta

Klar so ein blöder Spruch, anderen geht es auch schlecht, der bewirkt genau das Gegenteil. Vor allem das "Nichtverstandenwerden". Mit dem erst mal kurz durchatmen meinte ich auch nur, nicht gleich voll in den Stress stürzen. Erst mal überlegen muss ich mir dies jetzt in Hetze antun. Und klar, sich etwas gutes anzutun bringt etwas. Ich finde es nicht gut, Schuldzuweisung, deswegen bin ich gestresst, zu machen, sondern nach Lösungen suchen wie kriegt man den Stress los.
 
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09.01.04
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Hallo zusammen

ist es nicht auch so, dass man zu grosse Erwartungshaltung gegen sich selbst aufbaut. Laufen wir, Menschen, nicht zeitweilig Gefahr, unseren Körper als einen Mechanischen Roboter zu betrachten, der unverzüglich zu funktionieren hat?
Die Aussage von Himmelsengel ".....eben das ich nicht gesund werde, stresst mich" interpretiere ich als höchst bedenklich!! Vergleichbar mit einem Autofahrer, der sein Vehikel nach allen Regeln der Bedienungsanleitung gewartet hat, und das ding möchte trotzdem nicht laufen.
Ist die Handhabung unserer Gesundheit nicht anderen Regeln unterworfen? Warum kann man nicht ein Gebrechen akzeptieren und lernen damit umzugehen, statt an sich selber herumzudoktern. Üblicherweise verschlimmbessert man die Symtome nur!!

Vor vielen Jahren hatte ich grosse Beschwerden mit meiner Wirbelsäule, die Diagnose "Bandscheiben Vorfall"!! Mein Arzt wollte mich unbedingt operieren lassen. Einige meiner Bekannten die sich schon unters Messer gewagt hatten, wurdern zum Teil so verpfuscht, dass Sie heute Invalid sind.
Die horror Vorstellung, als Krüppel mein Dasein zu fristen, gab mir die Kraft zu neuer Erkänntnis.
Ich akzeptierte meine Schmerzen und erduldete zeitweise höllenqualen, schaltete immerwieder einen "Gang" runter, bis ich die Schwelle der Schmerzen erreicht habe. In dieser Position verharrte ich einige Monate, bis ich mich und meine Wirbelsäule wieder langsam belastete.
Heute bin ich Schmerz und Beschwerden frei! Eine Röntgen - Untersuchung vor zwei Jahren bestätigte mir meine "Wundersame" heilung, Bandscheibenvorfall abgeheilt!!

Ich bin heute der festen Überzeugung, dass, wenn man dem Körper die Möglichkeit gibt sich selbst zu heilen, macht er das besser als der beste Mediziner.

Gruss, Michael
 
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10.01.04
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mh, jein Michael. Dein Beispiel mit der Wirbelsäule kann ich gut verstehen, und da gebe ich Dir zu - sagen wir mal - 88% Recht, zumal die Erkenntnis, daß die meisten Wirbelsäulenprobleme auch psychosomatischer Natur sind, inzwischen ziemlich eindeutig ist. Dann heilt Erkenntnis und Zeit.

Im Fall der Vergiftung, die nicht bekannt oder eindeutig nachgewiesen ist, sehe ich das anders. Hier nützt das "Aussitzen" nichts, im Gegenteil: es wird immer schlimmer, das Aushalten von "Zuständen" bringt letzten Endes nur Schmerzgeplagtheit und totale Verunsicherung. Da viele Vergiftete auch in ihrem Umfeld als Spinner, eingebildete Kranke, Ökochonder oder eben Psychos angesehen werden, kommt jetzt echter STress auf, weil man ständig in einem Zwiespalt lebt: spinne ich oder spinnen nun die anderen? :? :( Und wenn die Kraft zum "Aussitzen" dann endgültig aufgebraucht ist, bleibt wohl vielen tatsächlich nur noch die Psychoschiene. Und da gehören die eben nicht hin.

Daß Vergiftete, chronische Migräniker und andere Chroniker immer sensibler auf Symptome ihres Körpers reagieren, ist nachgewiesen. Die Schmerzschwelle sinkt und sie spüren ein Zwicken im linken Zeh ;) , wenn andere noch längst nichts spüren...

Wie immer dürfte der richtige Weg für jeden in der Mitte zwischen "Reparaturwerkstatt Mensch" und "die Selbstheilungskräfte des Menschen überwinden jede Krankheit" liegen. :)
Gruß,
Uta
 
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07.01.04
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Liebe Uta

Nicht alles muss gleich mit Vergiftungen oder sowas zu tun haben. Stress kann man auch ohne das haben :)
 
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10.01.04
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Ist klar, Whitney :) und stimmt natürlich.
Aber es geht hier doch um die verschiedenen Arten von STress und die MÖglichkeiten, damit umzugehen. Und da nehme ich jetzt mal die Position des Vergifteten-Vertreters ein ... ;)
Uta

Übrigens: danke für den Blumenstrauß :)
 
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07.01.04
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jo bitte gerne geschehen :D

Ich finde man muss einfach vorsichtig sein und eben, alle Möglichkeiten offen lassen. Bei mir kommt der Stress von der Ursache die mich zu den Depressionen brachte. Früher hatte ich den postivien Stress, seit einem Jahr nun der Negative.
 
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25.03.04
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huhu...

ich denke, jeder erlebt Stress auf seine Art und Weise. Ich kann nur von mir ausgehen.
Und mich stresst nunmal der Körper und das seit vielen Jahren und es scheint kein Ende zu nehmen. Selbst wenn man glaubt, es wird irgendwann mal besser, kann man den Gedanken auch nur so lange aufrecht erhalten, bis es einen wieder niederbeutelt.
Warum ist mein Satz so bedenklich @Michael?
Ich möchte nun wirklich nicht jeden meiner Symptome jetzt hier aufführen, kann die aber versichern es ist eine sehr lange Liste und wenn man "nur" ein bis zwei Symptome hat, kann man vielleicht es eher akzeptieren. Ich kann es jedenfalls nicht und meine Symptome knechten mich nun mal nieder und es ist schwer da ein normales Leben mit zu führen...
Denn:
Dies ist für mich nicht möglich!

Und trotz dem ganzen für mich körperlichen Stress versuche ich den Kopf nicht hängen zu lassen und mich zu entspannen... Denn, sonst wäre ich nicht mehr auf dieser so schönen Welt.
Ich suche immer wieder neue Wege, auch wenn viele im Sand verlaufen. Ich hoffe und versuche zu vertrauen, dass meine Geschichte bald ein positives Ende findet und mir meine jetztige Ausleitung dabei hilft.

Sicherlich, jeder Mensch ist verschieden, man kann hart zu sich selber sein, immer die "Starke" versuchen zu sein und sich nicht beeinflussen zu lassen von allem...
Aber ich denke auch, es kommt auf den Stress auch an...

Z.B. habe ich eine Freundin, die ist vorriges Jahr an Epelepsie erkrankt... und 3x umgekippt und beim ersten Mal so unglücklich, dass sie ins KH musste.
Nun ja sie steht auf dem Standpunkt, ich lasse mich nicht kleinkriegen. Trinkt weiterhin fröhlich weiter (trotz starker Medikamente), ist auf jeder Veranstaltung und Feier zu finden und geht nach wie vor ihrer Arbeit nach, wo sie sehr eingebunden ist.
Und was soll ich sagen: Die Ärzte haben ihr geraten mehr zur Ruhe zu kommen und höchstens 1 Glas Alkohol zu den Tabletten zu trinken. Sie ignoriert das total und macht weiterhin fröhlich weiter, als wenn nix wäre, denn sie hat direkt am Anfang recht schnell ein Medikament bekommen, was ihr geholfen hat und seitdem hat sie keine Anfälle mehr gehabt und fühlt sich sicher.
Sie hat für mich kein Verständnis, da sie ja bestens klar kommt... Sie schafft das, warum schaffe ich das nicht auf...!

Ich denke die "Fälle" sind nicht vergleichbar, hätte ich ne Tablette und alles wäre bis auf ein paar kleiner Nebenwirkungen alles wieder i.o., könnte ich auch wieder am Leben teilnehmen.
Leider gibt es das für mich nicht und nun muss ich damit erstmal leben... und mir selber Mut zu sprechen und auf so ein "Gerede" meiner Freundin nicht allzu viel Wert zu legen.
So viel dazu...

Nicht alles ist auf eine Amalgamvergiftung zurückzuführen... das mag sein, aber wenn man alle Ärzte durchhat und die auch keinen Schimmer mehr haben, muss man eben Selbstinitiative ergreifen und weiter hoffen und sich nicht stressen lassen...
Wenn man weiss, wie das geht und auch funktioniert :-(

LG
himmelsengel
 
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09.01.04
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Hallo Himmelsengel

ich finde Deinen Satz etwas provokativ und trotzig.
Darum habe ich mechanische Apparate mit dem Menschen verglichen. Einen mechanischen irgendwas kann man reparieren, einen menschlichen Körper hingegen nicht, auf jeden Fall nicht mit handwerklichen Eigenschaften. Ich glaube Du stresst Dich vorsätzlich, statt alternative Möglichkeiten zu suchen.

Du hast Dich für Deinen Körper entschieden, dann akzeptiere auch die Nebenwirkungen!! Rede doch mal mit Deinem Partner, bestimmt kann Er Dich moralisch aufbauen. Zusammen geht es viel besser, betrachte Deine Beschwerden als eine Hürde, den Du nunmal erklimmen musst!!

Liebe Grüsse, Michael
 
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07.01.04
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Hallo Himmelsengel

Dass Deine Kollegin gut mit Ihrer Epilepsie umgehen kann liegt an ihrer Einstellung dazu. Na und? Nun hab ich das halt, was solls. Nehm ich die Medis, aber am Leben hindert mich das ganz sicher nicht. Und es geht ihr ja gut dabei. Ich weiss, diese Einstellung dazu zu bekommen ist nicht sehr einfach. Ich hab auch so meine Mühe damit. Ein guter Freund sagte mir vor einigen Tagen ich solle mal wieder das Buch "Das LoLa-Prinzip" lesen. Das werd ich wohl machen müssen. Es öffnet einem schon etwas die Augen...
 
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27.01.04
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@ michael

ich empfinde das als äußerst hart, was du sagt, jedenfalls keinesfalls verständnisvoll. wenn du hart zu dir bist, müssen es doch andere nicht auch zu sich sein? ich denke, gefühle zulassen, nicht unterdrücken, ist wichtig. wir alle haben alle möglichen arten von gefühlen. es kann nicht sinn der sache sein, gefühle, die einem nicht passen, zu unterdrücken. dann kann es zu psychosomatischen beschwerden kommen, denn der körper und das unterbewusstsein lassen sich nicht austricksen! auch schwäche zeigen kann oftmals eine stärke sein und einen weiterbringen.
bei mir zumindest verursacht dein antwort stress ;) ich empfinde sie ganz und gar nicht als moralisch aufbauend und erst recht nicht mitfühlend. weißt du, wie besch** eine vergiftung sein kann? viele hier konnten/können deswegen nicht arbeiten (sind auch arbeitslos wegen der vergiftung geworden), ist nur schlapp und müde, im grunde nur ein herumvegitieren, dann noch mögliche psychische symptome der vergiftung.
übertrage nicht deine erfahrung auf die situation von engel, diese ist eine ganz andere. es ist nicht alles psychosomatisch und so einfach zu lösen nur weil es bei dir so war. und bei gewissen krankheiten und beschwerden ist es äußerst ungünstig, nur zu warten (wie uta schon sagt).
etwas mehr einfühlungsvermögen und weniger verständnislosigkeit wäre m.e. nicht verkehrt ;)

@ himmelsengel & whitney
ehrlich gesagt finde ich das verhalten der freundin ziemlich unvernünftig. trotz der medis noch alkohol trinken, den lebensstil nicht umzustellen. irgendeine ursache hat ja die epilepsie, krankheiten sind doch immer signale des körpers, dass etwas nicht stimmt. und wenn man das verdrängt (im unterbewusstsein ist die gefahr ja immer noch präsent).. ob das dann gut geht? vielleicht..
wenn sie selber ihre gefühle und ängste unterdrückt, dann kann sie wohl kaum diese bei anderen wahr und ernst nehmen. das versteht sich von selbst. man ist so zu anderen wie man zu sich ist. es ist alles zweigleisig.


[geändert von aqua am 04-24-04 at 09:37 AM]
 
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10.01.04
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Hallo Michael,

"..Du stresst Dich vorsätzlich, statt alternative Möglichkeiten zu suchen.
Du hast Dich für Deinen Körper entschieden, dann akzeptiere auch die Nebenwirkungen!! Rede doch mal mit Deinem Partner, bestimmt kann Er Dich moralisch aufbauen. .."

:? Was konkret meinst Du damit?: welche alternativen Möglichkeiten könnte sich denn Himmelsengel suchen, nachdem sie doch schon alle möglichen Ärzte und Therapeuten durch hat und sich nichts geändert hat?
Die Formulierung "Du hast Dich für Deinen Körper entschieden..." klingt ja so, als ob man sich bewußt für einen schmerzenden Körper entscheiden würde. Selbst wenn Du das eher als eine unterbewußte, psychosomatische Entscheidung meinst: ich finde das zu schwarz-weiß gedacht. Das wäre ja dann genauso "mechanistisch" gedacht wie Dein Vergleich vom Körper als Apparat. Man geht dann nicht in die Werkstatt, um das Auto "Menschenkörper" zu reparieren sondern zum "Psychoklempner" , um dasselbe zu erreichen ? :? ;)
Abgesehen davon gibt es so viele lange Leidensgeschichten von Leuten, bei denen die Ärzte und Therapeuten einfach nicht auf die richtige Diagnose gekommen sind, bis es doch klappte...

"Rede doch mal mit Deinem Partner...." : Die Partner in Beziehungen, in denen einer chronisch krank ist, sind wie der Leidende selbst, sehr belastet und oft nicht mehr belastbar. Da ein Nicht-Kranker nie wirklich verstehen kann, wie sich der chronisch-Kranke fühlt, ist so ein Partner nur begrenzt "brauchbar". Viele Beziehungen gehen wegen chronischer Krankheiten auch kaputt, eben weil die Belastung zu groß wird.
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß mir Gespräche mit Freunden/Freundinnen mehr geholfen haben, weil die besser abschalten konnten und nicht persönlich betroffen waren von meinem "Zustand". Wie soll im übrigen ein Partner "moralisch" aufbauen, wenn er sich gar nicht wirklich in die Situation hineindenken kann? :? :)
Gruß,
Uta
 
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