Was ist Sport?

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Hallo, Ihr Extremsportler! :D

Eigentlich gehört dieses Thema wohl nicht unbedingt in diese Unterrubrik. Oder doch?
In einem anderen Thread wurde ich zum Nachdenken dazu angeregt: Was bezeichnet man als Sport/ Sportart - und warum?

Es ist für die meisten Menschen selbstverständlich, Leichtathletik, Fussball, Schwimmen, Handball, Baseball, Boxen :schock: und vieles mehr als "Sport" zu bezeichnen.



Dann gibt es Disziplinen, da stutzt man, wenn sie als "Sport" bezeichnet werden. Manchen wird dies bei Tanzen, Schießen, Golf, Yoga (bezeichnet man das eigentlich als Sport, Chiara?) so gehen.

Anderen - wie mir - passionierter Schachspieler übrigens - fehlt dieses Verständnis völlig beim Schachspiel: was, um Himmels Willen, so denke ich dann, macht SCHACH zum Sport? Ein junger Bekannter sagte mir dann mal, das ist halt DENKSPORT! - Naja...., ist das so?

Hängt es mit dem damit zusammen, dass es um WETTKÄMPFE geht? Bezeichnen wir alles als Sport, was mit Wettbewerb zu tun hat?
Ist Mensch - Ärgere - Dich - Nicht spielen ein Sport? Wohl eher nicht!



Was macht dann "Sport" aus?

Bewegung? Jaaa....
Konzentration: Ja!
Anstrengung? Ja!
Leistung: Ja!
Wettbewerb: Ja und nein!

Aber irgendwie ist das alles nicht stimmig!

(Ich habe ja den leisen Verdacht, dass es sich wie mit den Axiomen in der Mathematik verhält :D ).

Wer kann mir weiter helfen und mir sagen: Was ist Sport?

Herzliche Grüße von

Leòn

P.S.:

Und was hat das



dann mit Sport zu tun?;)
 
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14.01.04
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Hallo Leon

Konzentration: Ja!
Anstrengung? Ja!
Leistung: Ja!
Wettbewerb: Ja

Gehört Schach auch dazu. Nur weil viele Schach wie Eile mit Weile spielen, ist dies kein Argument dagegen. Tischtennis ist auch ein Sport, obwohl die meisten Ping Pong spielen und dies (wie beim Schach) nichts mit Sport zu tun hat.
 

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02.03.04
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freude gehört für mich dazu. wenn ich eine stunde in ganz normalem tempo durch den wald gegangen bin, dann schwitze ich auch, weil ich mich angestrengt habe, aber ich fühle mich auch gut :)
 
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14.01.04
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Vieleicht müsste man noch zwischen Sportlicher Betätigung und Sportart unterscheiden.
Joggen wäre dann das erste aber nicht das zweite
 
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22.02.07
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Hallo Leòn,

ist Yoga Sport, würde ich die Frage schon mit "Ja" beantworten, da es durchaus Unterschiede gibt - z. B. Power Yoga. Trotzdem, wenn ich dies an deinen Vorgaben messe, kann ich das für Yoga nur wie folgt beantworten:

Bewegung? Jaaa
Konzentration: Jaaaaaaa
Anstrengung? Ja u. Nein
Leistung: Normalerweise ist Yoga nicht leistungsorierntiert und gehört auch nicht zusammen
Wettbewerb: eindeutig mit Nein zu beantworten
Freude: eindeutig mit Ja zu beantworten

Ich würde sagen Yoga ist eine Mischung zwischen Lebensphilosophie und Sport. Können wir uns darauf einigen???

Liebe Grüße

Chiara
 

Horaz

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05.10.06
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Lieber Leòn,

eine Definition von Sport ist mir im Gedächtnis geblieben, auch wenn ich nicht mehr weiß, wer sie lieferte:
Sport ist die Sammelbezeichnung für alle bewegungs-, spiel- und wettkampforientierten körperlichen Aktivitäten des Menschen.

Der Begriff "Sport" stammt an sich natürlich aus dem Lateinischen und sagt ziemlich viel aus: desportare = sich vergnügen!
im englischen steht disport ursprünglich für Vergnügen, Zeitvertreib und Spiel
Also, das Vergnügen an körperlicher Betätigung ist wohl der Kern des Sports.

Drumherum gruppieren sich Zusatznutzbegriffe, die für den einen mehr und für den anderen weniger zutreffen: Leistung, Wettbewerb, Gewinnen, Konzentration, um zu gewinnen, Aufmerksamkeit erzielen - und seit einiger Zeit auch wirtschaftlichen Nutzen daraus zu ziehen.

Das heißt, Tanzen ist genauso Sport wie Golf oder rythmische Sportgymnastik. Die bekannten Verdächtigen wie Fuß- oder Handball, Tennis oder Tischtennis, Leichtathletik oder Radfahren, Skisport oder Eishockey sind sowieso Zentralbegriffe des Sports.
Näher am Grenzbereich zum Spektakel liegen aber Auto- oder Pferdesport. Die menschliche Akteure sitzen mehr, als dass sie sich bewegten; aber für Leistungssport ist körperliche Fitness trotzdem unverzichtbar.

Schach oder Bridge oder gar Spiele wie Mensch-ärgere-dich-nicht haben deshalb nichts mit Sport zu tun, aus dem sie sich nur den Wettkampfgedanken entlehnen.

Gruß, Horaz
 
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28.10.05
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Bewegung? Ja
Konzentration: Ja!
Anstrengung? Ja! / manchmal
Leistung: Ja!
Wettbewerb: ist nicht wichtig!
bügeln, putzen, staubsaugen, einkaufen, tanzen, flippern, aufräumen, mit dem Hund Gassi gehen, bowlen, und...und....und

Ich merke gerade, dass ich eigentlich ziemlich sportlich bin.:freu: DANKE Leon! :kiss:
 
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28.09.05
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hallo beat,

verstehe ich das jetzt richtig?

tischtennis ist ein sport, aber ping pong ist ein spiel?

viele liebe grüsse von shelley :cool:
 
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19.03.06
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Hallo,

ich danke Euch allen ganz herzlich für die Antworten. Horaz, Dein Posting hat mir sehr viel weiter geholfen, allerdings bin ich bezüglich des Pferdesports ein wenig anderer Meinung, da das was Reiter und Reiterinnen leisten mit "sitzen" meiner Meinung nach nur sehr wenig zu tun hat.
Chiara, Dir auch vielen Dank! Ich wäre interessiert, mehr über die verschiedenen Yoga - Arten zu erfahren! (Das ist aber vielleicht auch ein ganz eigenständiges Thema....).

Sema, wenn Du eine Eingabe beim IOC machen möchtest, damit Putzen zur olympischen Disziplin erklärt wird, werde ich Dich nach Kräften unterstützen!:p)

Herzliche Grüße von

Leòn
 

Horaz

in memoriam
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05.10.06
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Lieber Leòn,

zugegeben, es ist ein wenig provokant, beim Reiten den menschlichen Anteil nur auf das "Sitzen" am Pferd zu beschränken. Natürlich ist die enge Zusammenarbeit mit dem Tier mitzuberücksichtigen. Aber die Hauptarbeit beim Pferdesport hat immer noch das Pferd.

Gruß, Horaz
 
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22.02.07
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Hallo Leòn,

Ich wäre interessiert, mehr über die verschiedenen Yoga - Arten zu erfahren! (Das ist aber vielleicht auch ein ganz eigenständiges Thema....).
...das ist wohl wahr und wo du das Stichwort gibst - ich denke, ich werde mich in der nächsten Woche mal daran begeben die einzelnen Yoga Arten aufzuschlüsseln.

Nur eines - ich habe schon mal mehrere Seminare zum "Lach Yoga" besucht, da es mich einfach interessiert hat. Das würde ich nur bedingt als Sport bezeichnen, da die Bauchmuskeln doch sehr trainiert werden ;-) Aber für die Kinder habe ich wundervolle Anregungen bekommen und im Grunde würden auch die Erwachsenen davon profitieren die Lachmuskeln mehr zu trainieren ;-)

Liebe Grüße

Chiara
 
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19.03.06
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Lieber Leòn,

zugegeben, es ist ein wenig provokant, beim Reiten den menschlichen Anteil nur auf das "Sitzen" am Pferd zu beschränken. Natürlich ist die enge Zusammenarbeit mit dem Tier mitzuberücksichtigen. Aber die Hauptarbeit beim Pferdesport hat immer noch das Pferd.

Gruß, Horaz
Lieber Horaz:) ,
lass uns nicht streiten - aber ein Reiter bist du nicht, oder?

Liebe Grüße von

Leòn
 
Zuletzt bearbeitet:

Horaz

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05.10.06
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Lieber Leòn.

ich bin in meiner Jugend öfter mal geritten. Dabei entstand auch mein Eindruck, dass das Pferd die größere Arbeit hätte. Aber als Reiter würde ich mich nicht bezeichnen.

Herzliche Grüße, Horaz
 
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19.03.06
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Hallo Horaz:

:bier:

Herzliche Grüße von
Leòn
 
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Für mich bedeutet Sport im weiteren Sinne jede freiwillige und mit Freude/Lust verbundene, körperliche Betätigung (ohne Weiteres auch Reiten, teilweise sogar auch Motor(rad)sport, wenn ich an Geländefahren, wie Cross u. Trial, denke).
Allerdings sollte man m. E. vor allem für den Breiten-(einschließlich Schul-)Sport mehr Wert auf gesundheitsförderliche Ausdauersportarten, als auf Hochleistungs- bzw. Wettkampfdisziplinen legen, die ein hohes Verletzungsrisiko in sich bergen und langfristig keine positiven gesundheitlichen Auswirkungen zeigen.
Mit freundlichen Grüßen
Rainer, dessen Motto zu Schulzeiten nicht unbegründet "Sport ist Mord" hieß
 
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16.08.06
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Hallo

Für mich bedeutet Sport in erster Linie "Körperertüchtigung"


Im Turnverein gab es ein Motto. Das hieß so: FFFF frisch fromm fröhlich frei.
Wir haben, bevor es mit dem Aufwärmen losging, oft auch Lieder eingeübt und gesungen.
Sport in der Gruppe ist ganz anders, als Sport alleine auszuüben.
Das Miteinander muss nicht unbedingt in Wettkampf ausarten.

Ich habe durch das Turnen Erfolg erlebt. Das hat mich "aufgebaut".

Manchmal frage ich mich, was das Bogenschiessen (betreibt mein Sohn), mit Sport zu tun hat. Er jedoch sagt mir, dass es einen Moment gibt, wo der Pfeil sich von selber sein Ziel sucht u. das findet er faszinierend. Wohl überträgt er seine Konzentration auf den Pfeil.
Sich stark konzentrieren zu können, ist wohl doch auch eine sportliche Leistung. Das Gehirn gehört ja genauso zum Körper, wie der Rest. Also stimmt das mit dem Schachspielen, das ist also Sport.

Im Sport wird auch das Wort "Disziplin" oft verwendet.

Danke für die Anregung, sich über den Sport Gedanken zu machen.

Kaba
 
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31.10.15
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So gut wie jede aktive Freizeitbeschäftigung kann man als Sport bezeichnen, finde ich.

Sport wird generell assoziiert mit Kameradschaftlichen Tätigkeiten, Tätigkeiten mit einem hohen Kalorienverbrauch (Denken, Bewegung, positiver Stress).

Meine Meinung.
 
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26.07.09
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So gut wie jede aktive Freizeitbeschäftigung kann man als Sport bezeichnen, finde ich.
Aktiv-sein ist nun wiederum sehr allgemein, und ob Fotografieren, Enten-füttern :rolleyes: im Cafe sitzen und Leute sehen, Graffiti-sprayen, oder viele andere Freizeit-Beschäftigungen gleich als 'Sport' bezeichnet würden

... fragt sich - Gerd
 

Clematis

Hallo,

als Sport würde ich jede Aktivität bezeichnen bei der es auf einen gut abgestimmten Bewegungsablauf und Körperhaltung ankommt. Dazu kann dann auch Bogenschießen oder Kyudo gehören.

Dann gibt es aber auch Sportarten, die nicht so gesundheitsförderlich sind: etwa Kegeln - gebückte Haltung, Laufen mit Gewicht tut der Wirbelsäule nicht gerade gut. Bei Bowling sieht das schon besser aus - Anlauf und Wurf in gerader Haltung, dennoch nicht sonderlich günstig, weil das Gewicht immer an einer Seite hängt.

Sportarten, die den Körper einseitig belasten - etwa Kniegelenke, können trotzdem, wenn man geübt ist, nützlich sein. Das kommt auf die Konstitution des Einzelnen an. So wie z.B. Rückenschwimmen und Kraulen bei Wirbelsäulenproblemen gut sind, Brustschwimmen jedoch schädlich ist.

Schach und andere Brettspiele zähle ich nicht zu den Sportarten. Stilles Sitzen vor dem Brett erfordert keine physische Aktivität, ähnlich wie vor dem Schreibtisch hocken. Hier ist der Ausdruck Denksport durchaus angemessen, denn es trainiert die grauen Zellen im Oberstübchen aber nicht den Körper.

Leistungssport sehe ich etwas zwiespältig, weil es hier durch den Konkurrenzkampf gegen andere oder sich selbst, durch den Druck immer besser zu werden, zu Überforderungen kommen kann, die sich physisch und psychisch negativ auswirken können. Ganz schlimm finde ich es, wenn kleinen Kindern keine Wahl gelassen wird. Marika Kilius wurde schon mit drei Jahren auf Schlittschuhe gestellt, ihr gesamtes Leben war von vielen Stunden Training täglich bestimmt - sie gelangte tatsächlich ganz nach oben. Aber zu welchem Preis? Manchem musikalisch begabtem Kind geht es ähnlich - täglich 4-6 Stunden Üben am Klavier! Meines Erachtens kommt das der Folter gleich.

Dann gibt es Sportarten wie Ballett, bei denen der eigene Körperbau entscheidet, ob man ihn ausüben kann. Der Körperbau bestimmt, ob man als Tänzer später einen Spagat mühelos hinbekommt oder es nie schaffen wird. Daher werden jene, die Profiballett erlernen wollen vorher auf die Spagatfähigkeit untersucht. Da löste sich für so manchen dieser Traumberuf schon in Luft auf.

Sport sollte immer Freude bereiten sonst wird er zu einer psychischen Belastung. Hier spielt das Zusammenspiel von Körper und Psyche eine wichtige Rolle. Macht er keinen Spaß verkrampft man sich im Extremfall auch physisch. Dann gelingt das harmonische Zusammenspiel aller Muskeln und Gliedmaßen nicht mehr.

Bei verschiedenen Sportarten als Hobby habe ich des öfteren erlebt, daß eine perfekte Koordination gelang (recht selten) wenn Körper und Kopf voll harmonierten und dies erzeugte ein spontanes, wunderbares Glücksgefühl. Leider behindert hier das Denken oft den vom Körper gewünschten harmonischen Ablauf. Beim Eintrainieren ist Denken nützlich, danach eher hinderlich, da es den inzwischen verinnerlichten automatischen Ablauf behindert.

Als Hobby kann man, auch Jahreszeiten abhängig, mehrere Sportarten ausüben, das schafft einen Ausgleich bei evtl. Einseitigkeiten und sie sollten alle Freude machen, keinen anhaltenden bzw. dauerhaften Streß verursachen. Etwa: Schachspielen - Schwimmen - Skilanglauf - Radfahren. Die Auswahl ist groß und jeder kann das wählen, was ihm oder ihr gut tut und Spaß macht.

Gruß,
Clematis
 
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31.10.15
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Zitat von Erpelstolz Beitrag anzeigen
So gut wie jede aktive Freizeitbeschäftigung kann man als Sport bezeichnen, finde ich.
Aktiv-sein ist nun wiederum sehr allgemein, und ob Fotografieren, Enten-füttern im Cafe sitzen und Leute sehen, Graffiti-sprayen, oder viele andere Freizeit-Beschäftigungen gleich als 'Sport' bezeichnet würden

... fragt sich - Gerd

Enten-füttern ist auf jeden Fall loyal :).

Das stimmt. Beim Cafe finde ich nicht aber, dass man nicht sehr aktiv ist. Ist aber schon wieder Ansichtssache. Graffiti sprayen kann man finde ich schon als Sport bezeichnen.

Ich will gleich noch eine Challenge in die Runde werfen: Was ist mit e-Sports?
 
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