Urteil - Kassen müssen Alternativmedizin zahlen

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16.02.05
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Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass Krankenkassen alternative Behandlungsmethoden bei Schwerkranken übernehmen müssen. Dennoch muss im Einzelfall geprüft werden, ob sich die Behandlung günstig auswirkt.

Schwerkranke können künftig auch die Kosten für alternative Heilmethoden von der Krankenkasse erstattet bekommen. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Nach dem am Freitag veröffentlichten Beschluss müssen sich Patienten, die an einer lebensbedrohlichen Krankheit leiden, von der Kasse nicht allein auf die wissenschaftlich anerkannten Methoden der Schulmedizin verweisen lassen. Wenn eine "nicht ganz entfernt liegende Aussicht" auf Heilung oder Besserung bestehe, dann müsse die gesetzliche Krankenversicherung auch Behandlungen außerhalb ihres Leistungskatalogs erstatten, befand der Erste Senat. (Az: 1 BvR 347/98 - Beschluss vom 6. Dezember 2005)

Staatliche Pflicht zum Schutz von Leben und Gesundheit
Damit gab das Karlsruher Gericht einem 18-Jährigen Recht, der an einer schweren, unheilbaren Muskelkrankheit leidet, einer "Duchenne’schen Muskeldystrophie", die normalerweise schon im Kindesalter zum Verlust der Gehfähigkeit führt und die Lebenserwartung stark einschränkt. Die Kasse hatte die Kostenerstattung für eine Behandlung mit hochfrequenten Schwingungen - die so genannte Bioresonanztherapie - verweigert, obwohl die Ärzte einen deutlich günstigeren Verlauf der Krankheit als in vergleichbaren Fällen feststellten. Auch das Bundessozialgericht lehnte die auf mehrere tausend Euro lautende Forderung ab.

Die Verfassungsrichter verwiesen dagegen auf die staatliche Pflicht zum Schutz von Leben und Gesundheit. Übernehme der Staat mit einem System der gesetzlichen Krankenversicherung die Verantwortung für die körperliche Unversehrtheit der Versicherten, dann gehöre die Vorsorge bei lebensbedrohlichen oder gar tödlichen Krankheiten zum Kern der Leistungspflicht. Nach den Worten des Gerichts muss deshalb im konkreten Einzelfall geprüft werden, ob sich eine Behandlung günstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Quelle: Stern
Kommentar: Schade das man solche Rechte in einem sog. Sozialstaat erstreiten muss. Schön das es einem gelungen ist die Türe zur Alternativ-Medizin zu öffnen mit dem Zusatz: "zur Nachahmung empfohlen!".
 
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30.06.05
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Hallo Mike!

Finde es auch schade, das nur schwerkranke in diesem Falle Hilfe bekommen. Das ist doch eindeutig wieder der Haken an der Sache.
Ausserdem muss ja erst bewiesen sein, das die alternative Methode wirklich geholfen hat. D.h. erst im Nachhinein wird gezahlt, wobei dann auch nur, wenn man wahrscheinlich erneut darum mit der jeweiligen Kasse darum streitet.

Lieber Gruss Karin
 

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ADo

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Und wenn eine Krankheit schulmedizinisch nicht anerkannt ist,bzw. mit schulmedizinischen Mitteln nicht nachgewiesen wird, kann man weiterhin dran abnippeln.
LG ADo
 
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30.06.05
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Hallo ADo!

So ähnlich hab ich das auch gemeint. Jedenfalls die Mittelchen für die Amalgamsanierung bekommt man doch nirgends. Egal wie es einem geht!

Lieber Gruss Karin
 

ADo

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Genau!
Nun ist das was ich meinte, aber auch nicht geschrieben habe, auf den Punkt gebracht:klatschen

LG ADo
 
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16.02.05
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Also die Verwirrungsrichter müssen sich erstmal entscheiden wen die überhaupt meinen. Meiner bescheidenen Ansicht nach ist eine lebensbedrohliche Lage auch schon mit einer simplen Grippe erreicht sofern der Patient AIDS hat. Und somit könnte jeder davon Betroffene mit diesem Urteilsspruch auf Virenbekämpfung mit Bioresonanz klagen. Aber das ist nur der Anfang, denn wenn erst ein paar geschnallt haben das Sie auch die Kosten für die Zahnbehandlung bei danach erfolgreicher Remission Ihrer Erkrankung (z.B.Autoimmun) erstattet bekommen, dann wird wie immer die Gier das Hirn fressen (diesmal positiv) und den Gesetzeshüter mit Klagen überschewemmen. Und wenn erstmal genug erfolgreiche Klagen da sind das 2+2 gleich 5 sind dann ist das nun einmal so weil es amtlich ist. Wann wie und wo eine Lage lebensbedrohlich ist entscheidet ja wohl noch der Arzt und nicht der Richter, oder ? Schade für die, die schon an den Folgen Ihrer ehemals lebensbedrohlichen Erkrankung aufgrung von unterlassener Hilfe durch Bioresonanz verschieden sind, denn für die war die mögliche Rettung nur einen Amtsspruch entfernt. Schliesst für euch selber ob es sinnvoll ist in ein System einzuzahlen das für euch "zweite Klasse Patienten" nur unumstößliche Wisenschaft mit einem hauch von Mittelalter bereit hält oder ob man das Geld nicht besser anlegen kann. Der Beweis über die Funktion einer Sache wie die pharmazeutische Medizin wird in der Schulmedizin zudem meist auch nur durch ein großes Zählwerk übernommen wohingegen die genauen Mechanismen noch erforscht werden müssen. Und so bleibt zu hoffen das bei den zahlreichen Krankheiten ohne amtliche Ursache erfolgreich Bioresonanz angewendet werden kann und das alle schön klagen gehen damit sie wenigstens einen Ansatz von Chance auf Hilfe haben die sich andere Menschen mit ausreichend Kapital einfach erkaufen können. In "Einigkeit und Recht und Freiheit" stand übrigens nichts von Gleichheit! Ich möchte an dieser Stelle nicht über die unbefangene Urteilsfähigkeit eines Systems Fachsimpeln aber die Nuancenwahl zwischen lebensbedrohlich und tödlich verlaufenden Krankheiten zu unterscheiden zeigt nicht sonderlich von Sachkentnis über den unzweifelhaft gleich verlaufenden Abschied aus dem Leben aber durchaus den befangenen Zweifel an "annähernd fast Tod" und "ziemlich ganz Tod". :schlag:

keep smiling or shut up!
 
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27.03.04
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Hallo Mike,
bin mir da zwar nicht sicher, aber die Möglichkeit könnte doch bestehen, dass Bioresonanz das Sterben erleichtert.:mad:
Grüsse :greis: bin ja ohnehin bald dran.:bier:
 
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27.03.04
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Hallo Mike,
endlich versteh ich den Hintergedanken zu diesem neuen Krankenkassenbeschluss: Medikamente aus der Alternativmedizin werden nur an Todeskanditaten abgegeben. Wenn Dir also Onkel Doktor mal Bioresonanz, Akupunktur, Chlorella oder Mariendistel verschreibt, dann weisst Du, dass Dein letzten Stündlein bald geschlagen hat. Dazu kommt noch, dass man mit alternativen Heilmethoden besser entgiftet und dann gibt es weniger Probleme im Krematiorum.
Das Perverse daran ist, dass man gleichzeit wissenschaftlich fundierte Statistiken erstellen wird, mit denen bewiesen werden kann, dass Alternativmedizin zum Tod führt!
So hat man 2 Fliegen auf einen Schlag.
@ allen aderen: das sind MEINE persönlichen Gedanken zu diesem Thema. Links wird es dazu wohl noch keine geben. Aufs Copyright verzichte ich.
Grüsse
grufti
 
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16.02.05
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Iin diesem Sinn sei noch angefügt das die heutige medizinische Vor- und Versorgung ausschlisslich dem Zweck dient die Arbeitfähigkeit im Sinn eines gemeinsamen Bruttoproduktes zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Alles andere sind immer schwerer zu finanzierende Kostenposten die man durch geschicktes artikulieren in Aussenseiter-Positionen schiebt bis Sie dann von ganz alleine ausgegrenzt werden. Kaum einer traut sich noch über seine Gebrechen im engen Kreis der Freunde zu berichten weil er sonst mit allen Folgen einfach einsortiert und zumeist weitergeschoben wird. Ein schwaches Bild einer angeblich offnen und sozialen Gesellschaft die sich in Ihrem ganzen schillernden Spektrum des schwarzbereiches immer deutlicher zeigt.

Wem es noch nicht aufgefallen ist sollte mal darüber nachdenken warum wir in fast allen Lebenbereichen ein wahres Spektrum an Bestrafungen für selbstdefiniertes Fehlverhalten haben aber kaum ein Bereich auch nur einen Ansatz von Belohnung für ordnungsgerechtes Verhalten anbietet. Kranke sind glaube ich schon genug gestraft damit und damit die ohne Krankheit das auch in Ihrer ganzen Perversität ausleben dürfen, müssen diese vor öffentlichen Gerichten Ihre Krankheit in allen Details schildern in der wagen Hoffnung auf eine praktische Hilfe, an der auch wieder nur der Kommerz hängt. Das ganze unabhängig Ihrer praktischen Seite, die völlig überteuert von allen Seiten angeboten wird. Wem nutzt es wirklich ? Der letzte in der Kette von Gewinnsucht (aus meiner Warte eine pauschale Psychose, mit schwer depressivem Charakter, der eine ganze Generation ausgesetzt ist und einen enormen Selbstverstärkungsfaktor aufweist) ist immer der Konsument oder in diesem Fall der Kranke der mit allem zahlt was er noch hat.

Was bleibt ist der würdelose, verarmte und ausgegrenzte der eigentlich nur krank sein wollte. Er hätte sicher besser daran getan sich für Gesund zu entscheiden um auf der anderen Seite mitlächeln zu können.

Sicher kann man ohne große Mühe und mit ein paar lauten Fanfaren ein mitleidiges Wesen in ein mitlachendes verwandeln.
 
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