Urlaubs-Mitbringsel: Multiresistente Keime

ory

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Den Studien nach zu folgen bringen demnach fast ein drittel aller Fernreisen Urlauber multiresistenter Erreger als Mitbringsel mit nach Hause.

Häufig merken die Betroffenen nichts von den multiresistenten „Super-Keimen“, doch bei späteren Erkrankungen können diese zu einem großen Problem werden. Antibiotika-resistente Bakterien sind ein weit gehendes/ zunehmendes Problem in Deutschland und vielen anderen Ländern….vor allem in den Krankenhäusern.
Bei immun geschwächte Menschen die von solchen Bakterien ausgelösten Infektionen betroffen sind, sind die Erreger meistens recht schwer zu behandeln.
Das die meisten Keime aus Indien stammen, dem Land das knapp 70% der weltweiten Antibiotikaproduktion stellt und immer wieder mit dem Auftauchen von neuen multiresistenten Keimen in der Presse landet, ist sicherlich vielen bekannt.
Pharma trägt dazu bei, dass Superkeime entstehen
Internationale Pharmakonzerne beziehen Antibiotika-Wirkstoffe aus Indien. Rund um viele lokale Fabriken sind grosse Mengen Antibiotika in der Umwelt. So entstehen gefährliche, resistente Keime, die sich global ausbreiten. Das Risiko einer Infektion steigt
. https://www.srf.ch/sendungen/dok/pharma-traegt-dazu-bei-dass-superkeime-entstehen

Der beste Schutz gegen Keime ist immer noch ein gesundes Immunsystem, das mit naturheilkundlichen Mitteln und Nahrungsergänzungsmitteln entsprechend gestärkt werden kann. https://www.huffingtonpost.de/entry...leiben-sie-gesund_de_5af01ca5e4b066cd764091ee

Gruß, ory
 
wundermittel
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Hallo ory,

Das die meisten Keime aus Indien stammen, dem Land das knapp 70% der weltweiten Antibiotikaproduktion stellt und immer wieder mit dem Auftauchen von neuen multiresistenten Keimen in der Presse landet, ist sicherlich vielen bekannt
Nein gar nicht, aber interessant. Wäre auch mal interessant, wie das sonst so bei anderen Kontinenten ist. Und ob man umgekehrt mit schlechtem Immunsystem usw. da hinreisen könnte, oder ob das sehr riskant ist.

Ich könnte eine Arbeit in Mittel- oder Südamerika anbahnen, aber ich hab halt chronische Infektionen (Chlamydien, vermutlich Borreliose) und bin im Winter dauerkrank. Daher ist warmer Winter woanders gut, aber ich hab mich mit Amerika noch nicht weiter engagiert, weil ich Angst davor hab, mir da noch was anderes einzufangen. Ich dachte bisher eher an weitere Erreger dieser Art und Parasiten, jetzt schreibst Du von resistenten Bakterien... Würde mich aber interessieren, wenn da jemand eine Meinung hat.

Viele Grüße
 

ory

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Hallo damdam,


….womöglich kann davon ausgegangen werden das Länder in denen Antibiotika ohne Rezept zu kaufen sind, also wo sie am häufigsten unkontrolliert eingesetzt werden, das dort auch die meisten Probleme mit resistenten Erregern auftreten.
Und wenn das Immunsystem nicht wirklich das beste ist ,denke ich mir das es womöglich fatal für den Menschen wird , wenn sich Krankheitserreger und Resistenzen zusammentun.

Das Problem ist allerdings bei Leibe tatsächlich nicht nur ein indisches oder chinesisches wo Antibiotika hergestellt werden.
Die US-Seuchenbehörde CDC schätzt, dass Antibiotika-resistente Bakterien allein in den USA rund zwei Millionen Mal pro Jahr zu Krankheiten führen und dass 23.000 Menschen dadurch sterben. US-Präsident Barack Obama hoffe, dass sein Aktionsplan bis 2020 umgesetzt werden könne.
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/2015-03/multiresistente-keime-usa-stellen-aktionsplan-vor
In Rumänen, Griechenland und Zypern wo Antibiotika oft ohne Rezept gekauft wird.
Auf Basis des Eurobarometers untersuchten die niederländischen Forscher für die Studie in den sieben Ländern, in denen die meisten Antibiotika ohne Rezept verabreicht wurden, woher die Arzneimittel eigentlich stammen, warum sie eingenommen werden und was die Folgen sind.
Teil der Studie waren dabei Befragungen von Patienten, Allgemeinmedizinern und Apothekern in diesen EU-Ländern.
Außer Rumänien mit 20 Prozent waren das Griechenland (16 Prozent), Zypern (10 Prozent), Ungarn und Spanien mit jeweils 8 Prozent, Estland (6 Prozent) und Italien mit 4 Prozent.
Insgesamt, so erhoben die Forscher auch, liegt in der EU die Rate nicht verschriebener Antibiotika bei 7 Prozent, Tendenz allerdings steigend.
Und die meisten dieser Arzneimittel stammen dabei nicht etwa aus dubiosen Internet-Quellen, sondern aus Apotheken. Rechtlich gesehen illegale OTC-Verkäufe machen in den untersuchten Ländern Rumänien, Griechenland und Zypern 80 bis 100 Prozent der Quellen der nicht verschriebenen Antibiotika aus.
In Italien, Ungarn und Spanien erkannten die Forscher die Selbstmedikation mit übrig gebliebenen Medikamenten als eine weitere bedeutende Quelle.
https://www.deutsche-apotheker-zeit...oher-kommen-antibiotika-ohne-rezept/chapter:2

Gruß,ory
 
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regulat-pro-immune
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Hallo ory,

danke, ebenfalls sehr interessant. Wobei es da vermutlich auch auf die Häufigkeit der AB-Einnahme überhaupt im Land ankommt (die Mentalität der Ärzte wird sicherlich auch schwanken).

Viele Grüße
 
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Wuhu,
... Wäre auch mal interessant, wie das sonst so bei anderen Kontinenten ist. Und ob man umgekehrt mit schlechtem Immunsystem usw. da hinreisen könnte, oder ob das sehr riskant ist...
dem ist tatsächlich so; Das Mikrobiom ist in den vielen verschiedenen Ethnien ebenso unterschiedlich - deshalb steckt man sich als Tourist auch manchmal dadurch im Ausland an - aber es geht auch umgekehrt, Touristen bringen in den Urlaubsort oft Keime mit, mit denen die lokale Bevölkerung Probleme haben könnte; Deshalb sieht man in manchen asiatischen Ländern auch oft Menschen in öffentlichen Räumen/Verkehrsmitteln mit Atem-Masken (was nichts mit dem hier verbreiteten Märchen des Smogs zu tun hat (der selbstverständlich auch ein Problem darstellt))...
 

ory

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hallo damdam,

danke, ebenfalls sehr interessant. Wobei es da vermutlich auch auf die Häufigkeit der AB-Einnahme überhaupt im Land ankommt (die Mentalität der Ärzte wird sicherlich auch schwanken).

womöglich ist die Selbstmedikation von Antibiotika der eigentliche springende Grund, das es in Ländern, in denen das Antibiotika frei verkäuflich ist, so viele multiresistente Erreger gibt.

Gruss,ory
 

ory

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Über ein kleines Mitbringsel aus dem Urlaub freut sich fast jeder, nicht jedoch über fiese multiresistente Krankheitserreger.

Dass Reisende nach ihrem Urlaub häufig gefährliche Bakterien im Gepäck haben, belegen zahlreiche Studien. So bringt etwa jeder Zweite, der nach Südostasien reist, problematische Erreger mit. Bei Indienreisen sind es gar drei von vier Touristen. Doch auch bei Aufenthalten in z.B. Spanien, Italien, Griechenland oder der Türkei kann man sich die besonderen Souvenirs einfangen.

Allerdings wird längst nicht jeder, der sich mit den Keimen infiziert, auch krank. „Für viele Träger werden diese Keime nie zum Problem". Bis zu einem gewissen Grad sei es sogar normal, dass wir multiresistente Bakterien in uns tragen.
Solange keine Infektion auftritt, ist es für den Träger belanglos, ob er einen multiresistenten oder Antibiotika-sensiblen Keim in sich trägt (das heißt auf Haut und Schleimhäuten, im Stuhl etc.), insofern ist dann auch keine Behandlung erforderlich.

„Wenn die Erreger aber auf abwehrgeschwächte, kranke, oder ältere Menschen treffen, können sie zu einem massiven Problem werden.
Generell sollten alle Reisenden auf eine gute Hygiene achten und sich schützen, denn Keim-Fallen lauern überall.

Schon bei der Anreise warten gefährliche Bakterien.

Dort, wo Menschen aus aller Welt aufeinandertreffen: An Flughäfen, Bahnhöfen oder in den Verkehrsmitteln.
Wer nicht aufpasst, bekommt anstatt einer Auszeit unter Palmen ein Problem mit der Gesundheit.

Beispiel Flughafen-Toilette: Forscher der Universität Münster und des Robert-Koch-Instituts haben sich die Türgriffe von Flughafen-Toiletten einmal genauer angesehen.
Untersucht wurden insgesamt 400 Türklinken von 136 Flughäfen in 59 Ländern. Dabei entdeckten die Forscher so manchen multiresistenten und weit gereisten Erreger: etwa in Paris einen Keim, der bislang nur in Indien aufgetreten war.

Gründliches Händewaschen im Anschluss an den WC-Besuch ist sehr wichtig. Meiden sollte man, die Hände mit dem automatischen Händetrockner zu trocknen.
Denn diese Geräte schleudern Bakterien mit bis zu 600 Kilometer pro Stunde umher. Damit werden 1300 Mal mehr Keime durch die Luft gewirbelt als bei Papierhandtüchern.

Auch in den Verkehrsmitteln ist Vorsicht angebracht: Die Reisewebseite “travelmath.com” beauftragte einen Mikrobiologen, der stichprobenartig mehrere Flughäfen und Flugzeuge kontrollierte. Demnach lauern die meisten Keime auf den herunterklappbaren Tischchen im Flugzeug.
Die Schnallen der Gurte sowie die Überkopfbelüftung sind genauso keimbelastet wie die Toiletten-Spültasten.
Häufiges Händewaschen und ein Desinfektionsgel in der Handtasche, mit dem man bei Bedarf die Hände einreiben kann, helfen schützen.

Eine gute Händehygiene ist also auch und gerade im Urlaub sehr wichtig.

Sie vermeidet, dass resistente Keime aus der Umgebung auf den Händen verbleiben und durch Hand-Gesichts-Kontakt über die Schleimhäute in den Körper gelangen.

Ob Du Dir eine Darm- oder Atemwegserkrankung zuziehst oder nicht, hast Du damit ein Stück weit selbst in der Hand.

Zudem solltest Du darauf achten, was Du zu Dir nimmst. Reise-Durchfall geht mit einer besonders großen Wahrscheinlichkeit einher, dass Du Dir einen resistenten Keim einfängst.
Um ihn zu vermeiden, solltest Du die allgemeine Empfehlung beim Umgang mit Lebensmitteln in exotischen Ländern beherzigen: “Koch es, schäl es oder lass es liegen”.

Zudem solltest Du körperlich möglichst fit sein, wenn Du verreist. Wer angeschlagen ist, sollte sich überlegen, was er sich zumutet.
Quelle:https://antibiotika-alternativen.de/hausmittel/gesund-durch-den-urlaub

Gruß,ory
 
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